27 tüchtigen zuerst. Auch die Nöte der Zeiten werden in der gleichen Richtung wirken, da die Studienkosten nur ca. 30 % derjenigen an den Hochschulen betragen. Schon jetzt können die höheren landwirtschaftlichen Lehranstalten die Angemeldeten kaum zur Hälfte aufnehmen urd sichten daher stark, die Nichtaufgenommenen aber ziehen dann, soweit ihre Mittel es erlauben, zur Hochschule. Wir müßten an unseren Landwirtschaftlichen Hochschulen endlich auch die von mir seit Jahren geforderten Beiräte von akademisch gebildeten, be- sonders erfolgreichen praktischen Landwirten erhalten. Diese müßten vornehm- lich bei Beratung der Lehrpläne und Studienordnungen herangezogen werden. Die höheren landwirtschaftlichen Lehranstalten haben Kuratorien, die großenteils aus solchen praktischen Landwirten bestehen, die auch mit in der Prüfungskommission sitzen und bei den Examina mit Fragen stellen. Das wirkt ungemein heilsam auch auf die Lehrer ein. Solange wir aber diese und andere Reformen noch nicht durchgesetzt haben, müssen Lehrkurse nach den verschiedensten Richtungen hin den Unterricht an den Lehranstalten in ausgiebigem Maße ergänzen. Obenan stehen dabei die Lehrkurse in der Landarbeitslehre und Landarbeitsforschung. Die Wichtigkeit gerade solcher Kurse kommt auch immer mehr in das Bewußtsein der praktischen Landwirte hinein, so daß diese Kurse geradezu überlaufen sind. In der Rationalisierung aller Arbeitsmethoden und Arbeitsprozesse muß und wird in erster Linie der Fortschritt der Landwirtschaft in der Zukunft liegen. Diese Rationalisierung aber setztt Einsicht in diese Prozesse und besonders Kenntnis normaler und hoher Leistungen der Menschen voraus. Ohne diese Kenntnis kann man keine verständigen Lohntarife schaffen, ohne sie kann man die Arbeitsprozesse nicht vervolllommnen, die Aussichtskosten nicht vermindern u. a. m. Das alles hat aber für die Landwirtschaft noch viel höhere Bedeutung wie für die Industrie, weil die Arbeiten in der Landwirtschaft ungemein verschiedenartig sind und für den einzelnen Arbeiter schnell wechseln. Darum sind hier aber auch die Möglichkeiten der Leistungs- steigerung, und zwar großenteils ohne vermehrte Anstrengung der Arbeiter, besonders groß. Damit soll nicht gesagt sein, daß man nicht auch eine erhöhte Anstrengung der Arbeiter erstreben soll. Gerade in dieser liegt eine Interessengemeinschaft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sofern die erhöhte Anstrengung ihren vollen Lohn findet. Sie alle haben von den hohen Leistungen und hohen Verdiensten schon gehört, die man in Amerika bei Anwendung des Taylor- und Ford-Sysstems erreicht hat. In Deutschland ist durchaus dasselbe zu erreichen. Noch in diesen Tagen habe ich von einer solchen Leistung gehört, die vielleicht noch die besten amerikanischen Leistungen übertrifft. Es handelt sich um zwei Arbeiter, die bei Herrn Hennig in Klossow Kartoffeln aus Zentnerkörben bei der Ernte