2. Nach dem Kriege. Auch die Entwicklung während des Krieges und bis 1919 bzw. 1920 entzieht sich sta- tistischer Erfassung. Von da ab spiegelt sie sich in der Entwicklung des Beschäftigungsgrades der drei großen Produktionsländer wieder (s. Abbildung 2). Die außerordentlich starken Schwankungen und Gegensätze, die hier zum Ausdruck kommen, bilden gleichsam die Dünung des Sturmes, den der Weltkrieg auch für die Weltwirtschaft bedeutete. Abbildung 2. Beschäftigungsgrad in der Maschinenindustrie der Ver. Staaten, Großbritanniens und Deutschlands in den Jahren 1920 bis 1926. vo v „ ION a ! | \ Großbritannien 2I- 19G zZ nn “ so 7 in 5 160 „70T un 0 SL F“ Yo / ZUM zz 717 TTS 3 fa DR OA AUS | Viertefjahre \ Vierteljahre \ Vierteljahre \ Vierteljahre \ Vierteljahre \ Viertefjahre \Wiertefjahre OS WET RE EZ DEZE 6, ; 1). Belegschaftsstärke (Arbeiter) in Prozenten des Standes bei voller Betriebsausnutzung (Statistik des Vereins Deutscher Maschinenbau-Anstalten). 2) Nach der in Prozenten der Versicherten berechneten Arbeitslosigkeit in „General Engineering and Founding‘‘. 3) Nach der in Prozenten der Gewerkschaftsmitglieder berechneten Arbeitslosigkeit im ‚„„Maschinen- und Schiffbau‘‘, 4) Indexzahlen des Beschäftigungsgrades in den Gießereien und Maschinenbauwerkstätten der Ver. Staaten (National Industrial Conference Board) Juni 1920 = 100 gesetzt. Erst für das Jahr 1925 ist wieder eine Schätzung der Weltproduktionsfähigkeit und Welt- produktion an Maschinen möglich (s. Zahlentafel 1 und Abbildung 1). a) Kapazität. Die Gesamtproduktionsfähigkeit der Welt an Maschinen ist in dem Jahrzwölft seit 1913 in Vorkriegswerten!) um 46,5% gestiegen. Da aber diese Produktionsfähigkeit aus Kon- junkturgründen 1925 nur mit 74% statt wie 1913 mit schätzungsweise 100% ausgenützt wurde, so beträgt die Steigerung der tatsächlichen Produktion nur knapp 10%. Im übrigen muß bei dem Vergleich zwischen 1913 und der Gegenwart noch in Erwägung gezogen werden, daß bei aufsteigender Konjunktur, wie sie für die nächsten Jahre im allgemeinen zu erwarten ist, nicht.nur eine Annäherung der tatsächlichen Produktion an die Produktionsfähigkeit, sondern auch gleichzeitig eine Zunahme dieser. letzteren stattzufinden pflegt. 1) Bei der Errechnung von Vorkriegswerten war das Bestreben maßgebend, den Einfluß der in der ganzen Welt hervorgetretenen Goldentwertung auszuschalten. Zu diesem Zweck wurden die Nachkriegswerte in den Schaubildern mit Hilfe des auf Gold reduzierten Index des Board of Trade auf Vorkriegswerte um- gerechnet, da in England das Preisniveau am wenigsten durch Zölle beeinflußt wird. Dies geschah in den Schaubildern über Aus- und Einfuhr, um die Kontinuität zu wahren, auch im Jahre 1925, obwohl hier der englische Index aus besonderen Gründen die Goldentwertung nicht genau wiederspiegelt. In diesem Jahre nämlich erfolgte die Rückkehr Englands zum Goldstandard; diese Angleichung des Pfundes an den Pari- stand bewirkte nicht sofort eine Senkung des Großhandelsindex. Das geht daraus hervor, daß im Jahre 1924 der auf Gold reduzierte Index auf 151, im Jahre 1925 auf 159 und im ersten Halbjahr 1926 auf 147 stand. Es wurde deshalb, um den daraus entstehenden Fehler bei der Umrechnung zu vermeiden, in den Tabellen nur mit einer Preissteigerung von 50% gerechnet.