36 Rußlands Wolframlagerstätten 5 Die Lagerstätte ist von Tetjaev und DoktoroviCG-Grebnickij untersucht worden. Die Gänge, die in ihren Ausmaßen durchaus denen des Oldandamassıves entsprechen, treten sowohl im Granit als auch in der Kontaktzone der angrenzenden Schiefer auf, hängen aber aufs engste mit dem Granitherde zusammen, an dessen nächste Nähe sie stets gebunden sind. Ihre Streichrichtung ist bei steilem, 80° betragendem KEinfallen nord-südlich oder nordost-südwestlich und soll nach Tetjaev der Hauptklüftung entsprechen. Einzelne Gänge sollen gleichzeitig im Granitmassiv und Schiefermantel aufsetzen. Der von demjenigen des Oldandamassivs abweichende Gangverlauf mag vielleicht mit der Kontaktbeeinflussung der Schieferhülle zusammenhängen, die, wie Beobachtungen aus Schlesien zeigen, eine Änderung in der Hauptklüftungsrichtung bedingen kann. Die Gangausfüllung im Granit ‚besteht ausschließlich aus Quarz, Feldspäte fehlen stets. Der helle Glimmer ist seltener vertreten, obgleich er nicht vollkommen verschwindet. Druckerscheinungen hat man nirgends beobachtet. An nicht metallischen Nebenmineralien kennt man aus mehreren Gängen weiße bis hellgelbe, 5—10 mm lange und 1—2 mm breite Beryllnadeln. Abgesehen von vereinzelten Pyriteinsprenglingen und etwas Molybdänglanz führen die Gänge als einziges Erz Wolframit. Dieser bildet gewöhnlich tafelige Kristalle, die zumeist als Einsprenglinge innerhalb der Quarzmasse auftreten; er kann auch an Hohlraumausfüllungen gebunden sein. Die Größe der einzelnen Kristalle schwankt, bisweilen beträgt sie nur 8—10 mm, an anderen Gängen kann sie bis zu 3 und 4 cm anschwellen. Ähnlich entwickelt sind die Gänge aus der Schieferzone, stets mit Quarz als Gangmineral. Von nichtmetallischen Nebenmineralien treten allerdings selten Flußspat und Glimmer auf. Der Wolframit findet sich als unregelmäßiger Einsprengling in der Quarzmasse, im Ausnahmefalle als Anreicherung nahe am Salband. An sonstigen Nebenmineralien sind zu erwähnen unbedeutende Einschlüsse von Arsenkies und sporadisch auftretend Kupferkies und Bleiglanz. Alle aus dem Granitmassiv bekannten Gänge zeichnen sich gegenüber dem Oldandavorkommen durch ihre eigenartige, ein-