64 Rußlands Wolframlagerstätten — hat. Umstehende, der „The Mineral Industry 1923. Vol. XXXII. S. 893‘ entnommene Tabelle gibt eine Übersicht der Förderungs- gebnisse von 1913 und 1917—1923. Die Weltförderung von 1913 mit ca. 8000 t wurde während der Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre um ein vielfaches über- troffen und erreichte mit 32 000 t im Jahre 1919 ihren Höhe- punkt. Von da ab trat ein Nachlassen der Förderung ein und 1923 war bereits wiederum der Stand von 1913 erreicht. Die erhöhte Nachfrage nach Stahlveredlungsmitteln dürfte heute einem höheren Bedarf als vor zehn Jahren entsprechen, weswegen in den nächsten Jahren, soweit die während der letzten Kriegs- jahre angesammelten Vorräte der Metallhandelsgesellschaften aufgebraucht sein sollten, mit einem erneuten Aufstieg der Wolfram- förderung zu rechnen ist, immerhin dürften derartige Mengen, wie sie die Rüstungsindustrie der Kriegszeit erforderte, kaum benötigt werden. In der Zeit von 1913—1923 haben sich die Hauptproduktions- zentren der KErzförderung beträchtlich verschoben. Portugal und Birma scheinen von ihrer vorherrschenden Stellung zurück- gedrängt zu sein und auch die Vereinigten Staaten, die sich während des Krieges die Führung anzueignen anschickten, sind von China vollkommen überflügelt worden. Heute liegt mehr als die Hälfte der Weltproduktion in den Händen dieses Staates, ebenso hat Birma noch eine gewisse Sonderstellung beibehalten. Beides beruht vornehmlich auf den billigen chinesischen Arbeitskräften, mit denen die amerikanischen Gruben nicht zu konkurrieren im- stande sind. Deutschland ist an dem Kampfe uninteressiert. Seine ge- ringe Förderung spielt in der Weltwirtschaft keine Rolle und deckt auch nur einen kleinen Bruchteil des eigenen Verbrauchs. Die hochentwickelte Stahlindustrie erforderte eine ansehnliche Einfuhr (vgl. Tabelle), nach der Deutschland zu den Haupt- verbrauchern des Wolframs zählte. Rechnet man 1913 die geringe Ausfuhr von 288 t Erz ab, so ergibt sich ein Eigenverbrauch von rund 4500 t, also mehr als der Hälfte der Weltproduktion. Dies Verhältnis scheint auch noch heute zu bestehen, da 1923 bei einer Gesamtförderung von 8000 t Deutschland 3668 t Wolfram bezogen hat.