- Die wirtschaftl. Bedeutung des Wolframbergbaues für Deutschland 67 stätte viel zu wünschen übrig. Alle anderen Gruben befanden sich noch im Zustande der Erschürfung. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind beim Transbaikal- bezirk zu bewältigen. Mit Ausnahme der Grubengebiete von Charanor und Serlovaja Gora ist Holz reichlich vorhanden, das als Grubenholz und Brennholz verwertet werden kann. Die beiden obengenannten Gruben müßten ihr Heizmaterial aus der benachbarten Braunkohlengrube Charanor beziehen. Die Wasser- frage scheint für einzelne Vorkommen wenig günstig zu liegen, doch läßt sie sich lösen, wie bereits die Erfahrung gezeigt hat. Verkehrstechnisch gruppieren sich die meisten Vorkommen nahe der Eisenbahn und sind überall durch Landwege zu er- schließen. Für die Gruben Charanor, Serlovaja Gora und Bukuka ist es bereits geschehen, hingegen harrt die Frage beim Kukulbei und den anderen Vorkommen der Lösung. Bei den für sibirische Verhältnisse zumeist unbedeutenden Entfernungen ließe sich dieses Hindernis bewältigen. Schwierig scheint es um die Arbeiterfrage bestellt zu sein. Die einheimische russische Bevölkerung wird für den Bergbau kaum heranzuziehen sein, dafür stehen in der Gegend billige chinesische Arbeitskräfte ‚zur Verfügung, die, falls die russische Verwaltung ihrer Verwendung keinerlei Schwierigkeiten ent- gegenbringen sollte, einen Bergbaubetrieb fördern würden. Unter allen Umständen muß die Förderung des Gesamtgebietes einheitlich und großzügig angelegt werden. Ein von mehreren Unternehmern ausgeführter Bergbau dürfte sich schwerlich als einträglich erweisen, weil auch mit ärmeren Vorkommen ge- rechnet werden muß, deren Unterbilanz nur durch einen großen, über verschiedenwertige Lagerstätten ausgedehnten Betrieb wieder ausgeglichen werden kann. Als Fördererze kommen vorherrschend Wolframerze in Be- tracht, nebenbei, wie am Serlovaja Gora, bei Bukuka und viel- leicht Charanor, kann im Nebenbetriebe auch Wismut gewonnen werden und vielleicht an einzelnen wenigen Lagerstätten, aller- dings nur ausnahmsweise, Molybdänglanz.