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        <title>Wirtschaftliches Verpacken</title>
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            <forname>Ewald</forname>
            <surname>Sachsenberg</surname>
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        </author>
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            <idno>1726007022</idno>
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HANDBUCH
FÜR DEN TÄGLICHEN GEBRAUCH
IN HANDEL UND INDUSTRIE
DR.-ING. E: SACHSENBERG
0. PROFESSOR AN DER TECHNISCHEN HOCHSCHULE DRESDEN
MIT 343 ABBILDUNGEN UND
ZAHLREICHEN ÜBERSICHTSTAFELN IM TEXT

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1926
VDI-VERLAG G.M.B.H. * BERLIN NW 7

VOr
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        WIRTSCHAFTLICHES
VERPACKEN
HANDBUCH
FÜR DEN TÄGLICHEN GEBRAUCH
IN HANDEL UND INDUSTRIE
DR.-ING. E. SACHSENBERG
0. PROFESSOR AN,DER TECHNISCHEN HOCHSCHULE DRESDEN
MIT 343 ABBILDUNGEN UND
ZAHLREICHEN ÜBERSICHTSTAFELN IM TEXT
192 6
VDI-VERLAG G.M.B.II. * BERLIN NW 7

VON
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        Alle Rechte, auch das der Übersetzung, vorbehalten
Copyright by VDI-Verlag G. m. b. IL, Berlin NW 7
10:96
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        VORWORT

Bei dem Unterricht in den Fertigungsverfahren erwies es sich
immer als störend, daß dasjenige Verfahren, welches den Schluß
jeder Anfertigung von Gegenständen in der Fabrik bedeutet,
nämlich das Einpacken derselben, in der gesamten Literatur
kaum beachtet worden ist und sowohl in Deutschland wie auch
im Ausland nur in ganz wenigen Aufsätzen, in Amerika in einigen
sehr einseitig gehaltenen Büchern, gestreift wurde. Da dieses
Verfahren nicht nur in der Fabrik, sondern auch im Handwerk,
im Handel und bei jedem einzelnen. Stück, sei es Metall, sei es
Holz, sei es aus irgendeinem anderen Material, immer wieder
auftaucht, so ist es doch eins der wichtigsten. Es erschien daher
reizvoll, diese letzte Fertigung jeder Ware, das Verpacken, einmal
eingehend zu studieren und alles das, was hierüber vorhanden
ist, zu sammeln. Hinzu kam noch eine Anregung des V.D.I.
an den Verfasser. Auf Grund des gefühlten Mangels und dieser
Anregung hat sich daher der Verfasser veranlaßt gesehen, unter
wesentlicher Unterstützung einer Reihe von Firmen und Kauf-
häusern, sowie Behörden, wie der Post, der Eisenbahn und des Zoll-
wesens, eine Grundlage zu schaffen, in der die für den Verfasser
erreichbaren Verpackungsmaterialien zusammengestellt wurden.
Ferner wurde versucht, diejenigen Gesichtspunkte, die bei den
verschiedenen Verpackungsmöglichkeiten zu wahren sind, ein-
mal festzulegen und zu ordnen, ihre Durchführungsmöglichkeit
an einzelnen Beispielen zu zeigen. Der Verfasser ist sich bewußt,
daß die vorliegende Sammlung durchaus noch nicht erschöpfend
ist, und daß sich bei weiterem Studium und weiterer Sammlung
von Material noch klarere Einteilungen ergeben werden. Er hält
es aber nicht für richtig, ein so umfassendes Material länger der
Öffentlichkeit vorzuenthalten, da an anderer Stelle hierüber
sonst so wenig vorhanden ist, und die deutschen Industrie- und
Handelsleute jede Unterstützung erfahren müssen, die ihnen
von irgendeiner Seite gegeben werden kann,
        <pb n="9" />
        Zum Schluß möchte der Verfasser außer den F irmen, die ihn
bei der Ausarbeitung dieses Materials unterstützt haben und
die hier bei der reichen Zahl nicht alle einzeln angeführt werden
können, noch seinen Assistenten, Herrn Dipl.-Ing. Carl Bobbe,
Herrn cand. ing. Fritz Müller und vor allem Herrn Dr.-Ing.
Gerhard Ochler seinen verbindlichsten Dank aussprechen, ohne
deren aufopfernde Mitarbeit dieses Material nicht hätte zu-
sammengestellt werden können.

Dresden, im Juni 1926

Der Verfasser
        <pb n="10" />
        INHALTVERZEICHNIS
Einleitung .
I. Verpackungsarten.

1. Holzverpackungen . ;
Kistenverpackung .. HZ ö
Furnierkisten .......... Vi 23
Verschläge 47... BT a DO
Körbe es © az 80
FRE Dr . 37

2. Metallverpackungen ; S Ar
Metalltaß ... KR 45
Milchkannen . .. N He AO
Blechschachteln?. ALLE SO A a 48
Doreen zn r ) . ee 32
Behälter für Flüssigkeiten... . Bl nu DM

3. Glas- und Porzellanpackungen , , . u per 889
FIaSChEn . HS 8 A 50
Porzellanbüchsen ... . EEE m a 09

tt. Pappe- und Papierpackungen . 6 WE 65
Pappdosen - re A 65
Faltschachteln .... Ze U gt af RE DO
Pappfässer. . . RS A en Ma
Innere Einrichtung der Kartonnagen . , he 8]
Wellpappe GE BE ale He 82
Packpapier ...... 0... = - 2 8
Papierbeutel . __- ; - ‚70x 88

5. Säcke 5 u 0 OB

6: Füllmateria]l . A El . An OS
Holzwolle &gt; CHA an nr 108

Papierwolle . N rn O6
Papier . . ern 197
        <pb n="11" />
        Holzspäne . . 107,
Zellstoffwatte. .. . .. 108
Sägespäne .. . u „ 108
Textilabfälle ... ; 108
Stroh, Heu und Seegras. - 108
7. Verschnürung‘. 409
Bindfaden . .. ; „109
Draht... Kr A110
Eisen- und Stahlband ., . .. ; 112
II. Rücksichten auf den Inhalt der Verpackung.

Verpackungsmenge . ... =
Abmessung der Verpackung . DE. 118
Zustand der zu verpackenden Waren . 119
Verpackungsgewicht. ....... SE a 122
Zerbrechlichkeit des Inhaltes. . 7 ; „123
Druckempfindlichkeit des Inhaltes . ... .. . 4 +
Ritzempfindlichkeit des Inhalte... . SR 3 9. 120
Gefährdung durch Insektenfraß . sl 25
Schutz von lebenden zur Versendung kommenden Tieren. , . . . 129
Gefährdung des Inhaltes durch Feuchtigkeit ....... .. . 129
Explosions- und feuergefährlicher Verpackungsinhalt . ...... 131
Wärmeempfindlichkeit des Inhaltes ....., 7 134
Nahrungsmittel und deren Gefährdung . .... | 134
Giftiger Inhalt der Verpackung . ..2). YA
Versand ätzender Stoffe und Flüssigkeiten ... N aA]
Empfindlichkeit des Inhaltes gegen elektrische Einflüsse . ..... 141

Radioaktive Einwirkungen von zur Versendung kommenden Radium-
präparaten . . —_. &gt; ; RS . 142
Verpackung von Webwaren .... ... AD
Kontrollierbarkeit des Verpackungsinhaltes und Sicherung , 146

III. Allgemeine für die Verpackung in Frage kommenden Gesichts-

Punkte,

Verpackungsverschluß 153
Unverpackte Waren. . . Dear 100
Schaupackung . . . a a 08
Zeichnen der Verpackung . a
Organisation bei der Verpackung .  72E 150
Handlichkeit der Verpackung ... 4 A
Verpackungsformate. 159
        <pb n="12" />
        Zweckmäßige Raumausnutzung . et 100
Abstützen des Inhaltes in der Verpackung ...........16l
Schutz gegen Beschädigung anderer Packungen ......... 161
Beschädigung der Verpackung selbst... .. as a 162
Normalisierung ... SE a 102
IV. Tabellarische Übersicht über das Anwendungsgebiet der ver-
schiedenen Verpackungsmöglichkeiten.. , „165
V. Anhang und Auszüge.
1. Postordnung  . . A 204
2. Gebührentafel für Pakete. . #0 u es a LO
3. Handelsgesetzbuch und Wechselordnung . . .. He
4. Eisenbahnverkehrsordnung . . Pa 7a
5. Taraordnung (Anleitung für die Zollabfertigung) . A „219
6. Handbuch für Verlader der HAPAG. . EG
7. Literaturverzeichnis N
A. Aufsätze . , ‚5.7 Ar 282
B. Bücher. . An DER
8. Firmenverzeichnis „72838
9. Sachwertverzeichnis . 235
        <pb n="13" />
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        EINLEITUNG

Das Verpacken von Waren, die in der Fabrik hergestellt
sind, von Gütern, die in der Landwirtschaft geerntet wurden
und von denen, die im Handel von Hand zu Hand wandern
müssen, ist in jedem Falle der letzte Arbeitsgang, der zu irgend-
welchen Zwecken für die Waren angewandt wird. Dieser Arbeits-
gang soll die Ware teils schützen vor den Gefahren des Trans-
portes, teils soll er sie verschönen, um sie leichter verkäuflich
zu machen, teils soll er dazu dienen, die Ware nach handels-
fähigen Größen oder Mengen zu unterteilen. Alle diese Gesichts-
punkte sind bisher von den einzelnen Firmen, von den einzelnen
Exporteuren nach der persönlichen Erfahrung ausgebildet und
durchgeführt worden. Allgemeine Gesichtspunkte und ein Aus-
tausch der Erfahrungen der Firmen untereinander sind wohl
nur ganz selten vorgekommen. Höchstens haben diejenigen
Firmen, die Verpackungsmaterialien irgendwelcher Art her-
stellten, ihre Erfahrungen auf ihre Kunden zu übertragen ge-
sucht. Hierbei kommt es aber bei der Verpackung nicht nur
darauf an, z. B. beim Transport absolut sicher zu verpacken,
sondern auch darauf, diese Sicherung mit den geringsten Mitteln
zu erreichen. So werden jährlich unendliche Summen dadurch
verschwendet, daß Verpackungen unnötig gut und unnötig stark
hergestellt werden, Viele größere Summen gehen dadurch ver-
loren, daß die Verpackungen zu schwach und unsachgemäß aus-
geführt werden. Hier gerade die richtige Mitte zu finden, erfor-
dert vor allen Dingen eine Kenntnis sämtlicher in Frage kommen-
den Verpackungsmöglichkeiten.

Selbstverständlich lassen sich hier keine allgemeinen. Regeln
geben. Bereits politische Ereignisse, wie Kriege — zz. B. der
U-Bootskrieg —, Eröffnung neuer Bahnverbindungen, dann
technische Fortschritte, wie die Möglichkeit, bestimmte leichte
Gegenstände mittels Flugzeug zu befördern, verändern den
Charakter der Verpackung grundlegend; unter Umständen
CH AUS diesen Transportrücksichten z. B. beim Flugzeug,
die Verpackungen außerordentlich leicht und dabei doch be-
sonders fest konstruiert werden, so daß man gezwungen sein

Sachsenberg
        <pb n="15" />
        könnte, von einer billigen Metallpackung auf eine teure Leicht-
metallpackung oder besonders geschickt versteifte Holzver-
packung überzugehen. AS
Auch auf die Konstruktion sollte sich die Verpackung weit-
gehendst auswirken. Der Konstrukteur, z. B. von Werkzeug-
maschinen, müßte sich darüber klar sein, daß weit vorstehende
Ohren und Nasen nicht nur beim Land- und Seetransport seine
Maschine selbst gefährden, sondern auch Transport- und Ver-
packungskosten erfordern, die in keinem Verhältnis zu dem Wert
der betreffenden Konstruktionsteile liegen. Man sollte also in
Zukunft jeden Konstrukteur darauf hinweisen, daß hier noch
ein weites Feld seiner Betätigung, besonders bei der Beschaffung
von neuen Modellen für den Export, vorliegt, und daß hier ein
weiter Erfahrungsaustausch zwischen Ingenieur und Exporteur
angebahnt werden könnte. Dasselbe gilt für die Verbesserungs-
möglichkeit der Verpackung der konstruktiven HEinzelheiten.
Z. B. ist das Anbringen von Stütznasen zur Anbringung von
ebensolchen Leisten für Überseeverschläge von vornherein bei
der Konstruktion mit vorzusehen. Bei Holzkonstruktionen, z. B.
Möbeln, müßten diejenigen Teile, die beim Versand besondere
Stöße abzufangen hätten, auch in der Innenkonstruktion beson-
ders gestützt oder die Innenkonstruktion so ausgebildet werden,
daß provisorische Stützleisten hier leicht anzubringen wären.
= Auch die Beachtung der behördlichen Bestimmungen, nament-
lich des Zolles, ist vielfach von Wichtigkeit. Von Exporteuren
werden diese. Einzelvorschriften naturgemäß in den meisten
Fällen auch wirklich beachtet. Diese sind natürlich machtlos,
wenn die liefernden Fabriken hier grundsätzliche Fehler machen;
sei es, daß sie auf die Einzelheiten von den Exporteuren nicht
aufmerksam gemacht worden sind, oder daß sie aus irgend-
welchen konstruktiven Rücksichten glauben ihre eigenen Ver-
packungsmethoden anwenden zu müssen. Es kann hierbei sogar
die billige unvollständige Verpackung wesentlich teurer werden,
selbst ohne Gefährdung der Ware, als eine vollständige Ver-
packung. So werden bei vielen Waren für Verpackungen beim
Zoll gewisse Taraabzüge gewährt, die sich z. B. für einzelne
Werte auf 4% des Gewichtes der verpackten Ware belaufen.
Wenn aber diese Verpackung unvollständig ist, sei es z. B., daß
bei Körben der Deckel fehlt, Kisten nicht vollständig geschlossen
sind, Fässer ohne Deckel benutzt werden, so fällt dieser Tara-
abzug vollständig weg, obwohl ja der größte Teil des Verpackungs-
gewichtes hierbei mit verzollt werden muß. (Hierüber näheres
Taraordnung siehe Anhang.) Se
        <pb n="16" />
        Bereits aus diesen wenigen Beispielen geht deutlich hervor,
daß selbst bei erfahrenen Firmen, die sich viel mit Verpackung
beschäftigt haben, eine Kenntnis aller Möglichkeiten gefordert
werden muß, weil sonst Nachteile dieser oder jener Art eintreten.
Diese Kenntnisse kann sich natürlich nicht jeder einzelne ver-
schaffen. Daher empfiehlt es sich, einmal sämtliche zur Zeit er-
reichbaren Verpackungsmöglichkeiten, — in diesem Falle haupt-
sächlich der deutschen, — zusammenzustellen und daran die-
jenigen Überlegungen anzuknüpfen, nach denen sie verwendet
werden müssen.

Die einfachste Unterteilung der Verpackungsmaterialien ge-
schieht nach ihrer Materialart. So kann man verpacken in Holz,
Metall, Pappe und Papier, Fiber, Textilien, Glas, Porzellan und
Stroh. Dies wären vielleicht die hauptsächlichsten Verpackungs-
materialien, mit denen normalerweise zu rechnen wäre, wenn sich
auch hier und da noch einzelne andere finden.
        <pb n="17" />
        I. VERPACKUNGSMATERIALIEN
1. DAS HOLZ

Die physikalischen Eigenschaften des Holzes müssen bei der
Herstellung von Verpackungen beachtet werden. Gerade das
Holz ist eines der Materialien, dessen Gewicht, Feuchtigkeitsgehalt,
und Splitterfähigkeit den äußeren Witterungseinflüssen außer-
ordentlich stark unterliegen. Diese Veränderungen, die hier mit
dem Holz eintreten, machen sich dann wieder auf die Verpackung
selbst geltend. Z. B. nimmt das Holz, wie Abb. 1 zeigt *), ab-
hängig von der Luftfeuchtigkeit und von der umgebenden
Temperatur sehr viel Wasser auf; hiermit wächst sein Gewicht,
verändert sich seine Splitterfähigkeit, sogar sein äußeres Ansehen,
so daß dieselbe Packung einen ganz anderen Charakter bekommen
kann, wenn sie aus stark feuchtem Holz hergestellt und in sehr
trockenen Gegenden transportiert worden ist, oder aus sehr
trockenem Holz hergestellt ist und in feuchten tropischen Ge-
1

Ss

[IS

8
/0 | En

5

S | | | S

En relative Luftfeuchtigkeit |

WE Z0 30 40 SO 60 70 80 vH "90

Abb. 1. Beziebung zwischen Luftfeuchtigkeit und Feuchtigkeits-
gehalt des Holzes.
genden transportiert wird. Z. B. hat sich nach Mitteilung zuver-
lässiger Exporteure das Bruttogewicht gewisser Sendungen, die
in sehr feuchtem Holz verpackt waren, beim Transport in sehr
trockenen Gegenden bis zu 15% verändert. Normalerweise
rechnet man beim Holz mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 7 bis
11% bei Fässern und 12—18% bei Kisten und Verschlägen.
1) Entnommen und umgerechnet aus „Wooden Box and Grate Construcion‘““

prepared by Forest Products Laboratory.
        <pb n="18" />
        Von demselben Einfluß auf Verpackungen ist auch die Festig-
keit des Holzes. Es finden sich bei Verpackungen sehr harte feste
Hölzer, ebenso auch weniger feste Hölzer. Es hängt ganz von den
Aufgaben der Verpackung ab, welche Holzart man wählt. Im
allgemeinen sind harte Hölzer teurer, lassen sich schwerer be-
arbeiten, gestatten aber dünnere Wandstärken der Verpackung
und halten die Nagelung besser. Die weichen Hölzer sind dagegen
billiger und leichter zu verarbeiten. Teilweise splittern auch die
harten Hölzer eher, so daß es trotz größerer Festigkeit bei vielen
Arten von Verschlägen mit großer Vorsicht verwendet werden
muß. Auch Zusammenstellungen kommen vor in der Art, daß
man einzelne Teile der Verpackung, die nur gegen äußere Einflüsse
und Stöße zu schützen sind, aus weichen Hölzern und solche Teile,
die gegen Stoß und Splitter schützen sollen, aus besonders zähem
und festem Holz herstellt. Auch auf den Geruch der Hölzer
muß man bei gewissen Gegenständen noch Rücksicht nehmen.
Hierauf wird später noch eingegangen werden.

In gewisser Weise kann man sich von den unangenehmen
Eigenschaften des Holzes, namentlich der Splitterung, dann der
beschränkten Breite und des Verziehens des Holzes unabhängig
machen, indem man Sperrholz verwendet. Es handelt sich hier-
bei um eine Verleimung dünner, meist im Schälverfahren herge-
stellter Holzschichten in verschiedener Faserrichtung aufein-
ander, so daß sehr zähe, breite und elastische Platten entstehen,
die bei geringem Gewicht und geringer Gesamtwandstärke eine
große Elastizität und Stoßfestigkeit aufweisen. Das Sperrholz
führt sich namentlich bei der Herstellung von Inlandpackungen,
aber auch für gewisse Exportartikel immer mehr ein.

Die Kiste

Eine der bekanntesten und gebräuchlichsten Verpackungen
unter Zuhilfenahme des Holzes ist die Kiste. Man findet sie in
den verschiedensten Formen, Stärken und Bauarten. In der
üblichsten Form ist sie ein kubischer Körper, der aus 2 Seiten-
wänden, 2 Stirnwänden, 1 Boden und 1 Deckel zusammengefügt
ist. Die Hauptbeanspruchungen pflegen wenigstens bei solchen
Kisten, die etwas länger als breit und hoch sind und in der Mehr-
zahl vorkommen, auf die beiden Stirnwände zu kommen. In
zweiter Linie hat der Boden am meisten auszuhalten, und schließ-
lich ist der Deckel den Angriffen bei Einbruchsversuchen und beim
häufigen Wiedergebrauch der Kisten ein stark leidender Teil.
Während des Transportes werden namentlich die Stirnwände da-
durch besonders beansprucht, daß der Packer die Kisten vielfach

A
        <pb n="19" />
        auf den Stirnwandkanten weiterdreht, um sie auf den Karren
zu verladen, ferner dadurch, daß sie beim evtl. Abstürzen
meistens auf die Stirnwandkanten fallen.
Brettstärke

Normen für den Bau der Kiste gibt es im allgemeinen noch
nicht. Es werden immer wieder Versuche nach dieser Richtung
vorgenommen. Namentlich ist Amerika hier bereits weiter als
die deutschen Kistenbauer. Es werden später noch einige Fälle
angeführt werden können, wo genormte Kisten bereits vorhanden
sind. Im übrigen sind nur die Einzelteile in gewissen Größen fest-
gelegt. So baut man heute in Deutschland die Kisten nicht aus
Brettern jeder beliebigen Stärke und Art, sondern man bevorzugt
bestimmte Holzarten. Die gebräuchlichsten Holzstärken sind
folgende:

Brettstärken in mm
Post ne 4 6 8 101 — | — EA =
Eisenbahn ..| — Sr 8.1129 u 15 18 1. 20 24:1 30
N HE A
Gewicht der Kistenwandung in kg/m®.

A) Für luftgetrocknete Hölzer:
Brettstärken | |

in mm 4 68 LO 0a a5 38 20124 10
Ahorn ... .' 2,571 4,00' 5,35 | 6,00 6,70 8,00 10,00|12,00| 13,40  16,00| 20,00
Apfelbaum . .ı 3,04‘ 4,55 6,03| 6,81 | 7,60 9,10 11,20|13,68| 15,20| 18,20| 22,70
Birke. A 2,92! 4,37! 5,82 | 6,58 | 7,30 8,78 10,96 13,18| 14,60| 17,50| 22,00
Birnbaum . .!2,60' 4,00! 5,35 | 6,00 | 6,70 8,00 ' 10,00 12,00| 13,40 16,00 20,00
Buchsbaum . .} 4,12 6,20' 8,20! 9,30 110,25 12,40 15,45|18,60| 20,07| 24,08! 31,00
Ebenholz . . .! 5,04 7,60 10,05 [11,40 |12,60 15,20 19,00 22,80 25,00| 30,03 38,00
Eberesche .. . 3,15 4,75 3,60 7,10 7,90' 9,50 11,80 14,20 15,80 19,00 23,50
Eiche .... 3,45 5,15' 6,88 | 7,70! 8,60 110,15 12,90| 15,40| 17,20, 20,06 25,70
Erle ..... 2,20 3,30 4,40! 4,95 5,50' 6,60 8,25| 9,90 11,00 13,20 16,40
Esche .... 3,00 4,50 6,00‘ 6,70 7,50 9,00 11,20| 13,40 15,00' 18,00 22,50
Fichte .... 1,88 2,82 3,75 4,20 4,70! 5,60 7,02/ 8,45 9,40! 11,25/14,00
Kiefer .... 2,10 3,17 4,25 4,75 5,30' 6,35 7,90| 9,50 10,60| 12,70 15,80
Lärche . ... 2,08 3,12 4,15 4,67 5,20 6,20 7,80/ 9,40/12,00| 12,50| 15,60
Linde. ....+1,80 2,70 3,60 4,05 4,50 5,40 6,75 8,10 9,00| 10,80 13,50
Nußbaum . ., 3,00 4,50 6,00 6,75 7,50 | 9,00 11,20|13,50| 15,00/ 18,00 22,50
Pappel . .. ;) 196 295 3.90 4,40 4,90 | 5,90 7,35/ 8,80 9,80| 11,80 14,60
Pechkiefer . . 3,35 5,00 6,70 7,50 8,40 10,00 12,60| 15,00 16,80 20,00 25,00
Pflaumenbaum - 3,15 4,75 6,30 7,10 7,90 9,50 11,80 14,20 15,80 19,00 23,50
Roßkastanie . 2,32 3,47 4,65 5,20 5,80 | 6,95 8,70 10,40 11,60 13,90 17,40
Rotbuche . . .! 2,95 4,45 5,90 6,65 7,40' 8,90 11,10 13,25|/ 14,80 12,80 22,25
Steineiche . .!' 3,55 5,32 7,10 8,00 8,90 13,20 13,40/ 16,00 17,80| 21,40 26,70
Tanne ....!2,23 3,35 4,45 5,02 5,60 6,70 8,40| 10,05| 11,20| 13,40| 16,80
Ulme ....]2,75 4,14 5,50 6,20 6,90 8,30 10,35| 12,40 13,80 26,56 20,60
Weide ....|2,15 3,24 4,30 4,85 5,40| 6,50 8,10 9,70! 10,08 13,00 16,20
Weißbuche . .|2.87' 4.30: 5.75 648 7.20' 8.60 10,80| 12.98: 14.40| 17.20! 21.51
        <pb n="20" />
        B) Für frische Hölzer: I Rihliothek
Brettstärke | n- ;
a mm 4 Lehe RO | ‚820 | 24 | a0
Ahorn .... 3,75| 5,62 7,5018,45 9,40|11,23| 14,02! 17,00RL8/80| 230 35,02
Apfelbaum . . 4,40 6,60 8,80! 9,92 11,00 13,20/ 15,60 19,80 22:00:26;50 83,00
Birke... .)3,80 5,70 7,60 | 8,52 9,50 11,40 14,21 17,10 19,00 22,80 28,50
Birnbaum | 6,08 8,09 9,10 10,10 12,18 15,20: 18,20 20,02 24,02 30,04
Buchsbaum . .} 4,92 7,40 8,95 1110 12,35 14,80 18,45 22,25 24,60 29,60, 37,00
Eberesche . .'4,00| 6,00 8,00 9,00 10,00 12,00 15,00! 18,00 20,00 24,00 30,00
Eiche .... 4,40! 6,60 8,80 | 9,90 11,00 13,20| 16,50 19,00/ 22,00 26,50| 33,00
Erle... +. 3271 4.0006:5512 7.408 8,20| 9,82 12,25! 14,78| 16,40 19,65/ 24,60
Esche .... 3,47 5,20 6,95 7,80 8,70 10,20 13,00| 15,60 17,40, 20,85 26,00
Fichte .... 2,92 4,37 5,82 6,56 7,30 8,75 10,96| 13,10 14,60/17,50| 21,00
Kiefer .... 2,92 4,37 5,82 6,56 7,30| 8,75|10,96| 13,10 14,60| 17,50: 21,90
Lärche . ....3,23 4,85 6.48 7.30 8,10 9,57 12,10 14,60 16,20 19,40 24,25
Linde. . ... 2,88 4,30 5,75 6,48 8,20 8,62! 10,80 12,96 14,40 17,30 21,60
Nußbaum ..|3,63 5,55 7,25 8,18 9,10 10,90! 13,60 16,40 18,20 21,80 27,25
Pappel . ...|3,35 5,02 6,70 7,52 8,40| 10,02‘ 12,60 15,05| 16,80 20,02 25,02
Pflaumenbaum | 4,08 6,12 8,20! 9,20 10,20|12,22' 15,40 18,40 20.05 24,50 30,70
Rotbuche . . .|3,90 5,88 7,80 8,80 9,80 11,80 14,62 17,60 19,60 23,50 29,40
Tanne... 1360| 5,40 7,20! 8,10 9,00 10,08 13,48 16,20 18,00 21,50, 27,00
Ulme ... .|3,90! 5,90 7,80| 8,80 9,80 11,75| 14,70 17,60 19,60 23,50 29,40
Weide... .|3,15|4,73 6,30 | 7,10 7,90 9,50 11,80|14,20 15,80 19,00 23,70
Weißbuche . 4,32 6,50 8,63..9.72 10,80 13,00! 16.20l 19.42 21,70 26.00 32,50
Für Postversand werden natürlich die leichteren, für Eisen-
bahnversand die schwereren und. für Übersee die schwersten
Brettstärken verwendet. Meist angewandt werden gewöhn-
kalım“ a .
PA A L
(4 1 Er
LS
I Steiner)
} = Werl
. Birn- Ann
% $
81 u „UPCHE
6 SE el 1
vchte
: Ma u 1
£ zz — A—
f N I Dreitstärke en mm
ES GW HE ZELE R
Abb, 2. Beziehung zwischen Brettstärke und Gewicht bei
luftgetrockneten Hölzern.
liche Kiefern- und Fichtenbretter. Abb. 2 und 3 zeigen die
Gewichte von Kistenfläche im kg/m? bei verschiedenen Brett-
stärken, und zwar Abb. 2 für trockenes und Abb. 3 für grünes
Holz. Es ist vielleicht interessant, daß nach Angaben des P. f.
        <pb n="21" />
        Kalım“
%
321 —— —Rotbuche, Ulme- &gt;
= | | Dir Ge
DE | Ahorn
28 ) Nußbaurr .
26 L— Lane
| BE
7 \ Pflaume
£ Wil
&amp; T
EL
% NT TE ET ET ETF
Abb. 3. Beziehung zwischen Brettstärke und Gewicht bei frischen Hölzern.
f. M. *) für elektrische Maschinen nur 3 verschiedene Brettstärken,
nämlich 25, 32 und 50mm gebraucht werden, wie folgende Zahlen -
tafel zeigt. El
Äußere Stärke Stärke und Stärke und h
Länge der Er ten Breite der HEisen- Ca Breite der N Regal
Kiste | bretter Latten bänder Kiste. Riegel Kiste
mm mm mm mm
750 X 1000 25 25X 100 &gt; —
1000 x 1250 25 25 X 150 .
1250 x 1500 25 25 X 200 T
1500 x 1775 25 25 X 200 -
1775 x 2000 25 25 X 150
2000 x 2225 25 25X 150
2225 x 2500 25 25x 150 Ci
750 x 1000 32 32X 100
1000 x 1250 32 32 X 150 a
1250 x 1500 32 32 200
1500 x 2000 32 32250 =
2000 x 2500 32 32X 150 —
2500 u. mehr 32 32x 200 3 ;
750 X 1000 50 32 X 100 Ü 5 32 X 100 Y
1000 x 1250 50 32x 150 32 X 150
1250 x 1500 50 32x 200 - 32 X 150 .
1500 x 2000 50 32x 250 Y E 32X 150 4
2000 x 2500 50 32x 150 ‘ . 32x 200 zZ
1) Packing for foreign markets.
        <pb n="22" />
        In Deutschland ist man betreffs so weit gehender Normali-
sierung noch sehr zurückhaltend. Es stellen sich hier, soweit es
sich um kleinere Aufträge, — unter kleiner sind hier Zahlen unter
1000 Stück zu verstehen, — handelt, doch erhebliche Schwierig-
keiten heraus. Vor allen Dingen müßten, was Formatnormali-
sierung anbelangt, auch die zu verpackenden Gegenstände in
irgendeiner Form normalisiert werden. Als Beispiel sind z. B.
Kisten für Verpackung von Waffeln anzuführen. Diese Waffeln
werden in derartig verschiedenen Formen und kleinen Packungen
hergestellt, daß eine nicht allzu weit unterteilte Normalisierung
mit doch recht hohem Materialverbrauch verknüpft ist.

Nach der Tabelle auf S. 6 ist man bei der Kistenkonstruktion
von der Brettstärke noch vollkommen unabhängig. Es lassen
sich hier auch wenigstens für die heutigen Verhältnisse noch
keine Normalzahlen geben. Es mag nur bemerkt werden, daß die
Brettstärke abhängig ist von dem Zweck der Kiste und dann bei
gleichem Zweck von der Art der Beleistung und sonstige Ver-
stärkung durch Bänder usw., so daß bei starker Beleistung und
starker Bandagierung naturgemäß geringere Brettstärken zu-
lässig werden. Auch wenn das Füllmaterial der Kiste stark ge-
stopft oder gleichmäßiger ist, können die Brettstärken reduziert
werden, während bei großen Hohlräumen stärkere Bretter ge-
wählt werden müssen.

Brettverbindung

Die Bretter bei der Kiste können lose ohne gegenseitige
Verbindung auf einen Rahmen aufgenagelt oder in irgendeiner
Form miteinander ver-
bunden werden. Dies
geschieht bei einfache-
ren Kisten. Eine Ver-
dübelung nimmt man
vor bei besseren Kisten
und bei solchen, die
zerlegt versandt werden
sollen. Für die Ver-
dübelungkenntmandrei
Arten. Einmal Stiftver- Stiftdübel W ellendübel
dübelung (Abb. 4), dann Abb. 4 und 5. Dübelungsarten.
Wellendübelung(Abb.5)
und dann die Verbindung mittels Nut und Feder. Die Stiftedübelung
wendet man im allgemeinen bei schmalen Brettern an und da,
wo man die Bretter gegenseitig verleimt. Die Wellendübelung

C
        <pb n="23" />
        kommt bei leichteren Kisten vor, meistens bleiben die Bretter

hierbei unverleimt. Bei ganz dünnen Brettern ist der Wellendübel

durchgetrieben ‚und auf der anderen Seite durch Gegentreiben

gegen eine Platte umgenietet, bei stärkeren Brettern geht der

Wellendübel nicht ganz durch das Brett hindurch. Die Welle ist

an sich etwas teurer als der Stift, wird aber durch die Ersparnisse

an Arbeitslohn beim Eintreiben im ganzen billiger. Das seitliche

Herausziehen einzelner Bretter

bei einer eventl. Beraubung der

Kiste ist bei der Welle leichter

als beim Stift, dagegen kann

beim Stift ein senkrechtes

Herausziehen der Endbretter

leichter vorgenommen werden.

Die Verbindung der Bretter

mit Nut und Feder geschieht

im allgemeinen nur bei sehr

wertvollen Waren und da,

Abb. 6. Brettverbindung mittels wo ein: absoluter Stanb- nd

Nut und Feder bei Exportkisten. Wasserschutz vorhanden SCH

muß. Abb. 6 zeigt eine solche

Exportkiste, bei der diese Konstruktion angewendet ist. Die

mittels Pfeil bezeichneten Stellen zeigen die Nut- und Feder-

verbindung. Diese Verbindung ist natürlich wesentlich teurer
wie die sonst übliche.

Die Konstruktion der Kiste

Man unterscheidet in Deutschland in der Hauptsache 3 Arten
von Kisten (Abb. 7—11). Die erste ist die stumpf genagelte
Kiste (Abb. 7), bei der die Bretter ohne Rahmen stumpf gegen-
einander gesetzt sind. Die Nägel, welche die Längsseiten halten,
sind. in das Hirnholz der Stirnseiten eingetrieben. Deshalb hat
die Stirnwand hier eine verhältnismäßig geringe Festigkeit und
läßt sich leicht herausdrücken.

Die zweite Form ist die französisch genagelte Kiste (Abb. 8
und 10). Hier sind auf der Stirnwand Leisten, die über diese
vorstehen, aufgenagelt, und die Seitenwände sind auf diese Lei-
sten und auf die Stirnwände ihrerseits wieder aufgenagelt.
Der Deckel ist gegen Verschiebung durch die Leisten gehalten.

Die französisch genagelten Kisten sind die gebräuchlichsten
und haben sich in Deutschland vollkommen eingeführt.

Die dritte Formist die deutsch genagelte Kiste (Abb. 9 und 11).
Hier liegen die Leisten außen auf den Stirnwänden, halten auch

10
        <pb n="24" />
        Br
on 4
%
BEE A
- 0 E
0 Abb. ? Abb. .
‚m Abb. 7—11. Nagelungsarten.
Abb. 7. Stumpf genagelte Kiste.
Abb. 3. Französisch genagelte Kiste.
Abb. 9. Deutsch genagelte Kiste.
Abb. 10. Französisch genagelte Kiste, Detail mit ab-
gehobenem Kistendeckel.
Abb. 11. Deutsch genagelte Kiste, Detail mit abgehobe-
nem Kistendeckel.
den Deckel, sie sind aber auf die Stirnseite der Seiten-
wände mit aufgenagelt, so daß sie leichter los-
Ayn brechen, da sie allein einen Stoß auf die Stirn-
wand abzufangen haben, während bei der fran-
zösischen Nagelung auch die Seitenwand den Stoß mit abfängt.
Im Holzverbrauch ist die deutsche Nagelung etwas günstiger
als die französische.

Außer den Stirnleisten kommen bei festeren Kisten noch eine
Reihe anderer Beleistungen vor. Abb. 12 zeigt die französisch ge-
Abb. 12, Abb. 13. Abb. 14. Abb. 15.
Abb. 12—15. Französische genagelte Kisten mit verschiedener
Beleistung, und zwar:

Abb. 12 mit Boden-, Deckel- und Seitenleisten,
Abb. 13 mit geraden, mittleren Stirnleisten,
Abb. 14 mit Schwertleisten,

Abb. 15 mit Bund- und Griffleisten.

11
        <pb n="25" />
        nagelte Kiste mit Boden, Deckel und Seitenleisten. Hier sind
über den Deckel und Boden je zwei Leisten übergenagelt, während
die Seitenleiste in der Mitte zwischen diesen beiden aufgenagelt.
ist. Es kommen natürlich auch Kisten vor, die nur Boden- und
Deckelleisten haben.

Die Abb. 13 zeigt die gleiche Kiste mit einer geraden Mittel-
stirnleiste. Hier hat man Boden- und Deckelleiste fortgelassen,
die Stirn aber besonders geschützt. Auch die mittlere Stirn-
leiste steht, wie die beiden seitlichen Stirnleisten, nach oben über
und hilft so den Deckel mit stützen.

Die Abb. 14 zeigt über der Stirn eine schräge Leiste, die soge-
nannte Schwertleiste, die im allgemeinen an den Seiten nicht
üblich ist. Diese Konstruktion ist der nach Abb. 13 wesentlich
vorzuziehen, weil sie die Kiste auch gegen Verschiebung beim
Werfen über Kanten abstützt.

Die Abb. 15 zeigt eine Kiste mit Bundleisten. Bei der Kon-
struktion mit Bundleiste, die besonders da verwendet wird, wo
man die Kiste auch noch mit Stahlbändern umschnüren will,
sind im Gegensatz zur Konstruktion nach Abb. 12 nicht eine
Seitenleiste, sondern. zwei Seitenleisten an den gleichen Stellen
im gleichen Abstand wie bei den Deckelleisten angebracht, so
daß die vier Leisten ein vollkommenes Band um die Kiste herum
bilden. Die Leisten bilden eine gute Auflage für jede weitere Ver-
stärkung. Wichtig ist auch hier, daß die Seitenleisten überstehen,
damit der Deckel und Boden seitlich gut abgestützt wird. Bei
dieser Konstruktion sind. hier als Beispiel noch Griffleisten auf
Stirnleisten aufgenagelt. Da zwischen Griffleiste und Stirn hier
ein Abstand in der Höhe der Stirnleistenstärke ist, kann man
unter die Griffleisten bequem untergreifen und die Kiste leicht
transportieren. Es empfiehlt sich bei diesen Griffleisten wenig-
stens an. den unteren Kanten die Ecken zu verbrechen, damit
sie nicht auf die Hand drücken.

Es kommen außer diesen hauptsächlichen und gebräuch-
lichsten Beleistungen noch einige andere vor, von denen hier
in Abb. 16.und 17 noch ein paar Beispiele gebracht sind. Abb. 16
zeigt eine Doppelleiste nach Art der deutschen Nagelung, Abb. 17
einen vollkommen um die Stirn herumgeführten Rahmen, der
sich an den unteren und oberen Ecken treppenartig verzargt.
Der Vorteil dieser Verzargung gegenüber des Zuschnitts auf
Gehrung ist die geringere seitliche Verschiebung bei Belastung
der Kiste über Eck. Abb. 18 zeigt eine Exportkiste, bei der die
Eckleisten durch übergeschlagene Krampen gegen unbeabsich-
tigtes Abreißen noch besonders geschützt sind. Eine Diebstahl-

19
        <pb n="26" />
        sicherung tritt hierdurch natürlich nicht ein. Abb. 19 und 20

bringen zwei nomographische Blätter, mit deren Hilfe die Stärken

und Breiten der Bodenleisten (Abb. 19) und ebenso die der

Stirnleisten (Abb. 20) zu ermitteln sind (siehe Anmerkung S.15).

Die Tafeln sind folgendermaßen zu benutzen (siehe Beispiel

Abb. 20). Bekannt ist das Bruttoge-

wicht der Kiste, z. B. 100 kg, ferner die

Länge der Stirnleisten zu 600 mm. Ich

wähle jetzt nach mir zur Verfügung

stehenden Brettern die Stirnleistenstärke

zu 12 mm. Zunächst verbinde ich die

Kilolinie mit der Stirnleistenlängenlinie

und bekomme auf der Schnittlinie den

Punkt A. Nun wähle ich nach der mir be-

quemen Brettstärke die Stirnleistenstärke

zu 12 mm und ziehe von diesem Punkt aus

durch den Punkt A eine Gerade, welche

za EA der die Linie der Stirnleistenbreitensumme

deutschen Nagelung. bei etwa 220 mm schneidet. Diese

Abb. 17. Kiste mit rahmenförmig Abb. 18. Exportkiste mit Ecken-

angeordneter Stirnbeleistung. krampen.

Summe unterteile ich dann nach der Anzahl der zur Verfü-

gung stehenden Stirnleisten. Demnach wäre bei gewöhnlicher

französischer Nagelung mit zwei Stirnleisten die Stirnleisten-

breite 110 mm, bei Nagelung mit Schwertleiste nur 70 mm.
Die Nagelung

Die Verbindung sämtlicher Teile der Kiste kann durch Nageln,

durch Schrauben, Heften, Binden mit Draht, Binden mit Stahl-

band, teilweise durch Scharnier und Schloß vorgenommen wer-

1?
        <pb n="27" />
        den. Die gebräuchlichste Verbindungsart ist die Nagelung.
Grundsätzlich muß eine handgenagelte und maschinengenagelte:
Kiste unterschieden werden. Die maschinengenagelte Kiste ist
oz normalerweise weniger
550 fest, weil die Nägel ge-
500 . en
BSD rade eingedrückt werden,
De während bei Handnage-
350 mm lung die Nägel schräg ein-
„300 7 PA getrieben werden, wodurch.
5, 12000 }2500 ein größerer Widerstand
©, 250 17-7500 mm S Ab ieh h
4 SiS ®&amp; 2000 gegen Abziehen hervorge-
. Ss S 200 20 ; .
% 200 S Br SE S rufen wird. Hier kommt
wo S 400 Le Si 00 ferner noch hinzu, daß
5:70 S % 550 5[7%00 maschinengenagelte Nägel
SO Eh St SE 7200 auf */sihrer Länge während.
$ 720 700 © &amp; [7700 . . .x
80| S EE S_2000 des KEintreibens geführt
$ r700 5 St 0 werden und daher beim
7 [20 Eintreiben gerade bleiben,
f eo 750 Öl . .
75 während die handeinge-
Abb. 19. Nomographische Ermitt- triebenen Nägel sich außer
Tr Stärke ı Breit ler T
lung der N en reiten der der Schrägstellung auch
teilweise noch infolge des
mm 1 1
a nn verschiedenarti gen
550 [7%0 Holzgefüges verbiegen
500 77200 und auch hierdurch wie-
S E450 On
er “in der gegen. das Heraus-
50 S- 900 ziehen besser gesichert,
€-800 sind. Man kann den
700 Unterschied bei luftge-
A Also trocknetem Holz da-
Zn S durch ausgleichen, daß
200 SL .
&amp; der Maschinennagel
. S #50
5 . St, durch Zement oder
27 $ “L3s0 anderswie aufgerauht
3000 wird,— der Amerikaner
az spricht im allgemeinen
0 5 von zementierten Nä-
Abb. 20. Nomographische Ermittlung der le 90.0
Breiten oder Stärken von Stirnleisten. geln ‚ die 10—30 /o
besser halten sollen als
glatte Nägel und vor allen Dingen im getrockneten Holz besser
halten. Bei grünem Holz ist nach vorliegenden Versuchen des
Forest Products Laboratory in Wisconsin die Haltbarkeit zemen-
tierter Nägel auf die Dauer geringer, so daß hierdurch diegeringere

14
        <pb n="28" />
        Haltbarkeit der Maschinennagelung nicht mehr ausgeglichen
werden kann. Im allgemeinen ist auch nach amerikanischen
Versuchen festgestellt worden, daß ein aufgerauhter Nagel
weniger gut hält als ein glatter Nagel. Dies wird verständlich,
wenn man bedenkt, daß ein rauher Nagel die umgebenden Holz-
fasern zunächst zerschneidet, so daß er in einer loseren Masse
sitzt wie ein glatter Nagel, der die umgebenden Holzschichten
nur seitlich verdrängt. Letzterer hat nur wenige Fasern durch-
schnitten, wodurch die Klemmfläche sehr fest bleibt. Es wird
daher auch ein dünnerer Nagel relativ besser halten als ein dik-
kerer, weil die _DBerührungsfläche
zwischen Nagel und Holz hier beim
ersteren günstiger ist, wie Abb.21 u.22 H——
zeigen. Aus demselben Grunde werden ;
auch Nägel, die zunächst in grünes
Holz eingeschlagen sind, wenn dieses
trocknet, loser, weil sich dann die durch-
schnittenen Fasern verkürzen, und da-
durch wieder die Berührungsfläche
zwischen Nagel und Holz eine geringere
als die des nassen Holzes ist. Es ist
zu vermeiden, Nägel, die dicht bei-
einander sitzen, in dieselbe Maserungs-
linie einzuschlagen, damit diese das
Holz nicht auseinandertreiben und da-
durch ihre Haltekraft verringern. Man
sollte Nägel, die nebeneinanderliegen, Abb. 21 und 22. Der Nagel
immer um eine Kleinigkeit, selbst bei Die Naval En N
dünnen Brettern, um wenige Masern EI ae lee Be
gegeneinander versetzen. Ferner ist gedeutet.)
zu vermeiden, Nägel in Astknoten
einzutreiben, da diese später doch aussplittern und keinen
Halt gewähren. Außerdem läßt die Maserung neben Ast-
knoten sehr leicht los, weil keine Querverbindung vorhanden
ist, so daß auch neben den Astknoten Nägel nach Möglichkeit.
nicht eingetrieben werden sollen. Sehr interessant sind Versuche
über die Haltbarkeit von Nägeln nach amerikanischen Versuchen?).
Es sind hier folgende Zusammenhänge zwischen Feuchtigkeits-
gehalt und Haltekraft der Nägel erkannt worden:

2) Technical kan3 ;
Alk für Forsiernek Babe EEE Ber ptedakt m Vera Eder Da
sität Wisconsin, Madison/Wise. U. S. A.

15
        <pb n="29" />
        Haltekraft
der Nägel
Feuchtigkeitsgehalt Delogan auf
1 = 100%
1. Genagelt und einmal untersucht bei 15% Feuchtigkeit ... 100% 5
2. Genagelt und einmal untersucht bei 30% Feuchtigkeit ... 90%
3. Genagelt bei 15%, untersucht bei 5% Feuchtigkeit, 4 Monate
Lagerung) 1 A ART 75%
4. Genagelt und untersucht bei 5% Feuchtigkeit. ....... 50%
5. Genagelt bei 30% Feuchtigkeit, untersucht bei 5% Feuchtigkeit,

) Jahr Lagerung 2. 0 15%
6. Genagelt bei 5% Feuchtigkeit, untersucht bei 35% Feuchtigkeit,

_ gelagert 2 Wochen im Exhauster-Dampf .......... 10%
7 Genagelt bei 5% Feuchtigkeit, getrocknet auf 414% Feuchtigkeit,

untersucht bei 35% Feuchtigkeit, 2 Wochen im Trockenlager,

2 Wöchen im Dampf... U A 10%

Genagelt bei 5% Feuchtigkeit, im Dampf auf 35% Feuchtigkeit

gebracht, untersucht bei 414% Feuchtigkeit, 2 Wochen im Dampf

gelager, 2 Wochen im Trockenraum gelagert . . . . „en

eingehittete Nägel {in fgetrocknE(En Achte
da — !

»wöhnliche Nägel in Vaftgetrochneter| Fichte |

A a a sh fa

49

___Wöhnliche Nägel in grüner Fichte

eh a
e Mn {m grüner | Fichte

Mech
g 8 7 * % 78 Zeit
Abb. 23. Beziehung zwischen Nagelkraft, Zeit und
Trockenheit des Holzes.

In derselben Richtung liegen die Versuche derselben Stelle,
welche die absolute Haltekraft von Nägeln untersucht hat, und
zwar in Abhängigkeit derjenigen Zeit, die sie bereits eingeschlagen
waren. Es zeigt sich hier, daß sowohl ‚eingekittete Nägel in
luftgetrocknetem Holz wie auch glatte und eingekittete Nägel in
grünem Holz bis zu 8 Wochen an Haltekraft verlieren, während

10x,
16
        <pb n="30" />
        gewöhnliche glatte Nägel in luftgetrocknetem Holz nicht
an Haltekraft verlieren. Abb. 23, die dies veranschaulicht,
wurde nach der Tabelle des genannten Instituts hergestellt.
Allgemein muß noch beachtet werden, daß runde Drahtnägel
günstiger sind als die kantigen geschmiedeten Nägel, was nach
Abb. 21 und 22 leicht zu verstehen ist, da bei geschmiedeten
Nägeln eine größere Anzahl von Holzfasern durchschnitten wird.
Zum Schluß sei hier noch eine Tabelle gebracht, die’auch vom
Forest Products Laboratory stammt. Aus dieser Tabelle ist
die vorteilhafte Nagelzahl bei verschiedener Brettstärke und
verschiedener Holzart festgelegt. Für deutsche Verhältnisse
kommen die Holzarten zum Teil nicht in Frage. Die Tabelle
gibt aber ein gutes Bild, nach der auch für unsere Verhältnisse
gut haltende Nagelungen hergestellt werden können. Es handelt
sich hier natürlich nur um fest eingetriebene glatte Nägel. Deckel-
nägel sind enger zu stellen, da sie zum leichten Herausziehen
gewöhnlich Papp- oder Lederringe als Unterlage unter dem Kopf
erhalten und daher nicht so fest anziehen wie die anderen Nägel.
Bemessung der!
e mit Zement Stärke der benagelten Bretter in mm
Holz Ze 5
En überzogenen
BTOPP® Nägel
mm ou | en oo
Nageldurchm. .{ 1,8! 1,8 | 1,8 | 2,25| 2,25| 26 | 26T 26
”  Nagellänge . .| 32,0 32,0 32,0 | 51,0 57,0 | 70,0 63,5 70,0
. Nageldurchm. .| 1,8 | LS | 181 18 | 2.201. 2,201.2,251 26
Nagellänge . .| 32,0 | 32,0 | 32,0 32,0 51,0 57,0 | 57,0 | 635
Nageldurchm. .{ 1,8 | 1,8 | 1L8 18 | 18 2,25| 2,25| 2,25
Nagellänge . .] 32,0 | 32,0 ' 32,0 | 82,0 | 32,0 | 51,0 | 57,0 | 57,0
Nageldurchm. TS 18 18 1,8 18 8 2,25 | 2,25
Nagellänge . .[ 32,0 ' 32,0 32,0 | 32,0 32,0 | 32,0 | 51,0 | 57,0
Allgemein verwendetes Holz zur Herstellung von Kisten, geordnet nach ihrer Fähigkeit,
Nägel zu halten.
Gruppe 1.
Alpine Tanne Seidenbaum Rotholz .
Espe Gurke Rottanne
Balsam-Tanne Zypresse Zuckerfichte
Lindenholz Jack-Kiefer Abendl. Gelbholz
Pockholz Barkkiefer Weißtanne
e ußholz Magnolia Weide
U - Edeltanne Gelbpappel
astanie Norweg. Fichte
Gruppe 2.
Douglas-Tanne Schierlingstanne Li
So. gelb. Fichte Va. u. Car. Fichte
Sachsenberg 2

‚irche
17
        <pb n="31" />
        Gruppe 3.
Schwarzesche Schwarzgummt Silberahorn
Kürbisesche Rotgummi Maulbeerfeigenbaum
Tupelo Weißulme .
Gruppe 4.
Buche Birke Hackberry i
Hickory Esche Felsenulme
Weißesche
Schrauben
Sehr gute Kisten, die häufig wieder gebraucht werden sollen,
werden anstatt mit Nägeln mit Holzschrauben verbunden. Man
unterscheidet hierbei zwei Arten von Schrauben. Solche mit
normaler Gewindesteigung, die mittels Schraubenzieher in
leicht vorgebohrte Löcher eingezogen werden und, solche, die
in vorgebohrte Löcher mit dem Hammer eingetrieben werden.
Die letzteren haben ein wesentlich steileres Gewinde. Die Halte-
kraft der mit Schraubenzieher eingezogenen Schrauben ist durch-
schnittlich 40% größer als die der mit dem Hammer eingetriebenen
Schrauben. Für Deckelschrauben nimmt man gewöhnlich nur
solche, die mit Schraubenzieher eingezogen werden, da man
diese leichter wieder herausbekommt und auch später wieder
bei neuer Verwendung in die gleichen Löcher leichter einziehen
kann. Mit dem Hammer kann man annähernd die doppelte
Zahl Schrauben einziehen als mit dem Schraubenzieher. Bei
KExportkisten, die aus irgendwelchen Gründen geschraubt wer-
den müssen, nimmt man vorteilhafterweise die galvanisch ver-
zinkte Messing- oder vermessingte Schraube wegen der Rost-
gefahr. Schraubenköpfe dürfen möglichst nicht vorstehen,
sondern müssen im Holz versenkt sein, damit sie andere Kisten
nicht verletzen und die Beweglichkeit der Kiste nicht behindern,
Außerdem würden vorstehende Köpfe leicht ausbrechen, wo-
durch die Schrauben dann kaum noch entfernt werden können.
Das Heften und Stiften
Sehr leichte Holzkisten können ähnlich wie dies bei Papp-
kisten geschieht, nach Abb. 24 u. 25 geheftet oder in den Ecken
geklammert werden. Die Heftung läßt
sich mit Vorteil nur bei weichen, nicht
allzu dicken Hölzern anwenden, hält
dort aber gut.
Auf das Zusammenhalten der Kiste
durch Bänder und Draht soll später in
N Ob et nnd 25. Heiten einem gesonderten Abschnitt einge-
von Kisten. gangen werden.

18
        <pb n="32" />
        Verzinkung

Bei solchen Kisten, bei denen außen eine Beleistung ver-
mieden werden muß, wie bei Exportkisten, und bei denen Seiten-
und Stirnwände besonders gut zusammenhalten müssen, wählt

Abb. 26—28. Drei Arten der Verzinkung.

man anstatt der Benagelung und der Beleistung das Verzinken.
In Abb. 26 bis 28 sind die drei gebräuchlichsten Arten der Ver-
zinkung dargestellt.

Die drei verschiedenen Arten des Verzinkens sind 1. die gerade
2. die schräge, und 3. das Schwalbenschwanzverzinken. Die
Bretter derKistenwandungen werden bei verzinkten Kisten vorher
miteinander verleimt, gleichfalls wird die Zinkungsfläche in Leim
eingetaucht. Die durch den Leim unsauber gewordenen Kanten
können mittels Putzhobel -abgehobelt werden. Diese Arbeit
ist recht unwirtschaftlich, einmal in bezug auf Arbeitszeit und
ferner wegen des häufigen Stumpfwerdens der Putzhobel.
Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, den ausgetretenen Leim
in einfacher Weise mittels eines großen schnell laufenden
Sandsteines abzuschleifen.

Was die drei verschiedenen Arten der Verzinkung anbelangt,
SO erscheint die gerade nicht nur als die einfachere und billigere,
sondern vor allen Dingen auch als die beste Verzinkung. Dies
deshalb, weil bei der Schwalbenschwanzverzinkung auf die für
die Verzinkung zur Verfügung stehende Kantenlänge der 2,5te
Teil der Zinkenanzahl in Frage kommt als bei der einfachen
geraden Verzinkung. Durch diese Erhöhung der Leimungsfläche
bei der geraden Verzinkung erscheint diese den beiden anderen
Arten nicht unwesentlich überlegen. Im allgemeinen wird die

Da
19
        <pb n="33" />
        Haltbarkeit der Schwalbenschwanzverzinkung noch recht über-
schätzt, da bei größerer Beanspruchung die schwalbenschwanz-
förmig eingelassenen Zinken einfach wegbrechen. Was die
schräge Verzinkung anbelangt, so muß von ihr gesagt werden,
daß sie zwar bei Beanspruchungen senkrecht zur Kante viel-
leicht etwas mehr Halt bietet als die gerade Verzinkung. Weiter-
hin erscheint sie für gewisse Arten von Verzinkungsmaschinen
zuweilen vorteilhafter. Sie wird selten verwandt.

Die Verzinkung wird oft geschützt. In der Regel geschieht
dies durch ein umgelegtes und aufgenageltes Bandeisen von
etwa 12 mm Breite, 3, mm Stärke bei kleinen Kisten. Für ge-
wisse Spezialpackungen werden zum Schutz ihrer Verzinkung
einfache Drahtumlagen verwendet, die mittels Ösennägel fest-
geschlagen werden. KEine derartige Verpackung ist beispiels-
weise für den Bananen-Inlandversand üblich.

Ausbau’ der Kiste

Ein großer Teil der Kisten kann nicht roh verwendet werden,
sondern sie werden zum Staubschutz oder des besseren Aus-
sehens wegen, wie auch aus Gründen der leichteren Ein- und
Auspackung, in irgendeiner Form innen ausgefüttert oder aus-
gebaut. Als Beispiel einer Ausfütterung mit Papier für eine
Kiste mit Nudelpaketen diene Abb. 29. Das Papier ist hier nur
lose eingelegt und wird oben von vier Seiten übergeschlagen,

so daß der Inhalt vollkommen abgedeckt

ist. Manchmal wird es auch in die Kiste

fest eingeleimt. Anstatt der Papiereinlage

kann man für Überseetransporte oder für

besonders empfindliche Waren auch Me-

talleinsatz in die Kiste hineinbringen. Kine

andere Ausnutzung des Innenraumes der

Kiste zeigt Abb. 30. Hier ist der ganze

Innenraum durch einsetzbare Schieber

unterteilt. Diese Schieber sind durch

N ED 20. NIE HEN Leisten geführt. Durch das Griffloch
Papier ausgeschlagene Ms der Schieber gefaßt und heraus-
Nudelkiste. gehoben werden. Zwischen den Leisten
und der Kistenwand ist noch genügend

Platz für die Finger. Um eine günstige Raumausnutzung zu
erreichen, ist es nicht notwendig, daß die Leisten, welche Platz
für die Finger schaffen, auf beiden Seiten sind, sondern man
kann den Schieber bequem auf der einen Seite von innen und
auf der anderen von außen fassen und kann dadurch immer noch

20
        <pb n="34" />
        ein richtiges Einsetzen er-
reichen. Derartige Kisten
werden hauptsächlich im
Stadttransport verwandt,
und zwar bei allen solchen
Gegenständen, die auf
einzelnen Schiebern wegen
Druckgefahr oder aus an-
deren Gründen aufbewahrt
werdenmüssen. Vondiesen
Einsatzschiebern gibt es
— verschiedene Arten.
Abb. 30. Versandkiste für %-Pfund-Butter- 1. / Die erste. Art
stücke, mit AR Deckeı (Abb. 31) ist bereits schon
A eh ee hei Packung: Abb 50 cn
zeichnet.) wähnt. Zu beachten ist,
daß die beiden Seiten-
leisten ebenso hoch sein müssen, wie der darauf zu legende Gegen-
stand. Derartige Einsätze werden oft ohne Kisten zum Ortsversand
verwendet. Z. B. werden in dieser Art und Weise während der
Weihnachtszeit in einem Möbelwagen etwa 520 Stollen versandt.
2, Die zweite Art (Abb. 32)
ist so, daß der Gegenstand höher ;
ist als die Seitenleisten. Beim
Aufsetzen eines weiteren Ein-
satzes müssen deshalb an der
unteren Seite des darüber liegen-
den Schiebers entsprechende Ge-
genleisten angebracht werden.
Diese Art kommt vor allen
Dingen für den Flaschenver-
sand in Frage, weil man auf
diese Art die Flaschen besser
herausnehmen kann. Leisten-
höhe h&gt; + hs &gt; hı.
Die dritte Art (Abb. 33) des
EDS N die, daß sich die
eısten selbst i i - Brei
fin den, und der N END DE Fourmierleisten aus A
einem einzelnen Brett besteht. ; Mr z )
Da a die zwischen den Leisten Es
befindlichen Teile des Sehieber- ha
brettes stark abnutzen würden. rel Re En

21
        <pb n="35" />
        empfiehlt sich ein etwa 2 mm
starker Hartholzfournierbe-
lag an den der Abnutzung
unterworfenen Stellen. (Bei-
spiel für Kuchenkisten.)
Andere sehr häufige Ein-
Abb. 34. Offener Flaschenkasten mit bauten. in Kisten am die
Lochgriff. sogenannten Flaschenkisten.
Abb. 34 bis 37 zeigen ver-
schiedene Arten von Flaschenkisten. Abb. 34 die offene Flaschen-
kiste mit Lochgriff und Bandeisenecken, verzinkt; Abb. 35 einen
anderen offenen Flaschenkasten mit Eisenhandgriff, Bandeisen-
ecken, ebenfalls verzinkt, Abb. 36 einen offenen Kasten mit
hohem Bord und Lochgriff für solche Flaschen, deren Kopf ge-
schützt sein muß, also Wein-
flaschen, Kugelverschlußfla- :
schen und ähnliche. Abb. 37
zeigt eine Bahnversandkiste
für Flaschen mit Deckel und
Scharnier, in der die Flaschen
vollkommen gedeckt fest-
stehen. Nach Mitteilungen
aus Fachkreisennimmtinner- App, 35. Offener Flaschenkasten mit
halb der Flaschenzahl 12 bis Eisenhandgriffen.
etwa 30 Stück der Preis der-
artiger Kisten entsprechend der Flaschenzahl gleichförmig zu.
Abb. 38 zeigt die Kostenverhältnisse von Flaschenkisten be-
zogen auf den offenen Flaschenkasten mit Handgriff wie in
Abb. 35 angegeben. Es zeigt sich hier, daß bei großer Flaschen-
zahl die Bahnversandkiste nach Abb. 37 im Preis schneller zunimmt
wie die Kiste nach Abb. 36. — Zum Schluß seien noch einige
Beispiele sehr gut durchgebildeter,
schwerer amerikanischer Transport-
kisten in den Abb. 39 —46 gebracht.
Abb. 39 zeigt eine Exportkiste, die
von Lodge &amp; Shipley Machine Tool
Co., Cineinnati, zur Verfügung ge-
stellt wurde, und die besondersdurch
ihren gut befestigten, wasserdichten
Überzug auf der oberen Seite und
ihrer starken Bauart sowie ihrer
nt hohen BO U Füße auffällt und eine interessante
griffen. Benagelung durch Eisenbänder zeigt.

292
        <pb n="36" />
        Abb. 40—43 und 44-—46 zei-
gen die Konstruktionszeichnun-
gen einer ähnlichen Kiste, wie sie
von der gleichen Firma an ihre
Packerei herausgegeben werden.
Man sieht, daß dort bereits Maschi-
nenverschläge und dergl. nicht
mehr nach Gutdünken des Mei-
sters, sondern. nach Zeichnungen
mit normal zugeschnittenen Bret-
tern, Angabe der Nagelung und
Abb. 37. Bahnversandkisten. der Verstärkung in die Werkstatt
gegeben werden.
Furnierkisten
Auch zur Art der Kisten, doch in wesentlich leichterer Form,
gehören die Furnierkisten. Ihr Ursprung läßt sich vielleicht
auf die russische
Streichholzindustrie 30
zurückführen. Es war %
dort bei den großen
Wegen,die die Waren
zu Machen hatten,  neckel
vorgeschrieben, die aupnversandkiste mit Mn
KistenfürZündhölzer
aus 3 —4 cm starkem
Holz herzustellen. 200)
Um diese die Ware
arg verteuernde Vor- } ı .
schrift zu umgehen, ‘ u hohem Bord und Lochgrif_
nutzte man die bei yasten mit
der Streichholzfabri- A
kation abfallenden
Schälfurniere aus,
verleimte sie mehr-
fach und konnte so 7% Of ner Flaschenkasten mit_Handgrifen———.
mit wesentlich dün- A RE a AT
neren Platten Ver- '
sandkisten herstellen, |
die eine größere Fe. | © vorgesehene \Haschenanzahl |
stigkeit hatten als 5 Z 25 BICh 30
TAIS00n A SS er Beraeanhm6 at den Otte SE
rem Holz. Hieraus Flaschenkasten mit Handeriffen.

3
        <pb n="37" />
        galvanisiertes Stahlband
25mm breit und a3 mm stark
____Tüefum | Home ] Lodge and Shipley Machine
Fam br an ge
| Jeol Ca, Cincinnati, Ohio.
Maßstab | Anordnung der Stahlbänder und wasser
\ dichten Leinewand für eine Dreh- ak ——
n raafe für:
| bank- Exportkiste Ze
Abb. 39.
| EN A 7
| VL
7 = WC 58
! . ST
ns | DM
A : ' X I S
9 a AN
6Nägel 75 larıg u.3* in jedem Breit
50100 Eiche. =
Werhstaoßf: | Mod Nr V6ezeichn] N A
GElbfichte [Zeichn Nr.26408 \Cerütt-)_ 1 \Exportkistenboden
THE LODGE &amp; SHIPLEY MACHINE
Maoßstab\| 00000
7:10 | EINCINNATI, OHIO US.
Abb. 40—43.

2270
JA
        <pb n="38" />
        = kp — 5 nz Mh
CE
. 11
0
a. 125x100 70Nägel 629.3,5®
— ELITE
ST 307097
Maßstab: THE LODGE &amp; SHIPLEY MACHINE
4:70 TOOL CO
CINCINNATI OHIO U.S. A \
Abb. 44—46.
ist deutlich das Prinzip erkennbar, aus dem man Furnier-
kisten verwendet: wesentlich geringere Wandstärke, keine Ver-
werfung, damit geringeres Gewicht und unter Umständen, wenn
man Abfallholz verwendet, billigerer Preis. Kann man kein
Abfallholz verwenden, so ist selbstverständlich die Furnierkiste
teurer als die normale Holzkiste. Sie kommt auch nicht in Frage
für besonders schwere Gegenstände, sondern wird grundsätzlich
nur für leichte Gegenstände, z. B. auch Hüte und dergl., ver-
wandt. Die Furnierplatten können nicht miteinander vernagelt,
sondern müssen auf Leisten, die in ihren Ecken durchgeführt
sind, aufgenagelt werden. Auch eine äußere Beleistung ist nicht
mehr angängig, weil die Nägel und auch evtl. Nieten aus den
dünnen Furnierplatten ausreißen würden. Man kann also die
Furnierkiste nur innerlich abstützen und sie außen höchstens
durch einen Draht, der in der Nähe der Kanten durchgeführt
wird, gegen besondere Abnutzung schützen.
Der Verschlag
Bei solchen Gegenständen, die ein großes Volumen haben
und schwer wiegen, sowie gegen äußere Einflüsse verhältnismäßig
unempfindlich sind, kann man vom Einschließen in vollständige
Kisten absehen. Man hat hier nur das Interesse, daß einzelne

DL
ol
OR
        <pb n="39" />
        a Teile gegen Transport-
beschädigung,wie.Stoßen
an den Ecken und dergl..
geschützt sind, Zubehör-

2 teile zusammengehalten

werden und unter ‚Um-
ständen gewisse Trans-

Abb. 47. Nach Art Abb. 48. Nach Art Portlagenerzwungen wer-

der deutschen Na- der französischen Na- den, so daß die Gegen-

gelung. gen: ständenichtauf den Kopf
Eckenkonstruktionen von Lattenverschlägen. gestellt unddaß nicht an-
dere Gegenstände und

Kisten auf sie aufgepackt werden können. Manverwendetzudiesem
Zweck die sogenannten Verschläge. Dieses sind Bauten aus Leisten,
die im allgemeinen nicht wieder verwendet werden können,
sondern der Form des betr. Gegenstandes angepaßt und um
diesen herumgebaut werden. Die Leisten sind ähnlich denen der
Kisten, meistens etwas stärker, und aus Fichten-oder Kiefernholz.
Ihre Länge entspricht der Dimensionierung des Gegenstandes.

Abb. 49—51. Eckenkonstruktionen von Lattenverschlägen.

Die Konstruktion der Verschläge weist dieselben Verschieden-
heiten auf wie die der Kiste. Abb. 47 zeigt die Eckenverbindung
der Leisten nach Art der deutschen Nagelung bei der Kiste,
Abb. 48 die Verbindung nach Art der französischen Nagelung
bei der Kiste. Bei dieser Verbindung sind die Diagonalverstre-
bungen, wie sie gerade beim Verschlag sehr wichtig sind, mit
einskizziert, die vordere nach Art der Schwertleiste, die obere
gestrichelt gezeichnete nach Art einer schrägen Deckelleiste.
Die Abb. 49—51 zeigen drei andere Konstruktionen, die ein
bequemeres Aufnageln von Diagonalen an jeder Seite gewähr-
leisten. Die Konstruktion nach Abb. 49 zeigt für die senkrechte
Leiste keine gute Festigkeit, da hier nur einige Nägel in das Hirn-
holz getrieben sind und der ganze Halt auf die Diagonalen
kommen würde. Abb. 50 vermeidet diesen Fehler bereits,

26
        <pb n="40" />
        während die Lattenverbindung nach Abb. 51 durch die Ver-
zahnung sämtlicher drei Eckenleisten vom Standpunkt der
Festigkeit aus am günstigsten, in der Herstellung allerdings am
teuersten ist. Die Konstruktion nach Abb. 51 läßt sich bei
Umbau des Leistenverschlages um eine Maschine nur schwer so
gut herstellen, daß die Verzahnung, wenigstens wie dies er-
wünscht ist, hart aneinander anliegt. Wenn dies aber nicht
erreicht werden kann, so erfüllt die Konstruktion nach Abb. 50
bereits denselben Zweck. Die Abb. 52 —54 zeigen Eckenverbin-
Abb. 52—54. Eckenkonstruktionen von Pfostenverschlägen.
dungen bei Verschlägen, die mittels schwerer Pfosten hergestellt
werden. Hier ist wiederum die Konstruktion nach Abb. 52
verhältnismäßig unglücklich; die Konstruktion nach Abb. 53
mit gegenseitiger Verzahnung der Pfosten genügt den meisten
Ansprüchen und ist konstruktiv einwandfrei bei reiner Belastung
von oben oder unten. Die Verbindung erfolgt im allgemeinen
neben einigen Nägeln durch eine schwere Schraube in der Mitte.
Die Konstruktion nach Abb. 54 stützt den senkrechten Pfosten
auch noch gegen seitliches Ausweichen ab, so daß sie besonders
dann angewendet werden muß, wenn starke Querdrücke auf die
senkrechten Pfosten zu erwarten sind. Außerdem wird bei
starkem Druck von oben oder unten auch der senkrechte Pfosten
zum großen Teil mit
in Anspruch genom-
men, Die Konstruk-
tion mit Pfosten fin-
det sich nur beim Ein-
bau schwerer Maschi-
nen, da sie verhältnis-
mäßig teuer ist, viel 1 .
Holz erfordert und Abb. 55. Längs- und Abb. 56. Diagonalen-
hohes Gewicht hat. Querverstrebung. verstrebung.

97
        <pb n="41" />
        Bei der Konstruktion des ganzen Verschlages ist nicht nur
die Größe zu beachten; wenn man einen möglichst festen Ver-
schlag erreichen will, muß man an sämtlichen Flächen Diagonal-
leisten anbringen. Bei der Kiste war dies nicht so notwendig,
weil die zum Teil gegenseitig verdübelten Bretter eine diagonale
Verzerrung der Kiste verhindern. Beim Verschlag haben wir
diesen Schutz nicht. Hier muß die Diagonalleiste diese Ver-
schiebung des Verschlages verhindern. Abb. 55 zeigt einen Ver-
schlag, wie er nicht sein soll, denn die Diagonalen fehlen. Abb. 56
zeigt einen richtig konstruierten Verschlag; man sieht, daß in
diesem Verschlag unter Umständen weniger Holz eingebaut ist
wie in dem nach Abb. 55, trotzdem er eine wesentlich höhere Festig-
keit hat. Es ist hier ferner zu beachten, daß die Diagonalen an
gegenüber liegenden Seiten nicht parallel, sondern gegenläufig
angebracht sind, und daß in jeder Seite nur eine Diagonale liegt,
weil diese die günstigste Verstärkung verspricht, und außer-
dem weitere Diagonalen keinen Zweck hätten.

In den Berichten des F.P.L.W. *) ist als. Norm empfohlen, die
Latten 65 mm breit zu nehmen. Eine derartige Normung ist
durchaus empfehlenswert, wenn es sich um Waren gleicher Art
und gleichen Gewichtes handelt, z. B. bei kleineren Werkzeug-
maschinen. Man könnte hier die Latten bereits vorgeschnitten
von der Waldsäge erhalten, und es könnten bei der genannten
Breite vielfach noch Abfälle und Schwarten für die Herstellung
solcher Latten mit verwendet werden. Eine allgemeine Normung
gerade der Lattenverschläge wäre aber nicht richtig. Man würde,
wenn man eine solche Normung annähme, meist zuviel Holz ver-
brauchen. Ferner ergeben sich ungünstige Konstruktionen, die
sich auch bei der Fracht so auswirken könnten, daß die Ersparnis,
die sich durch den Bezug genormter Latten einstellen müßte, und
die sich auch im Arbeitslohn beim Verbrauch genormter Latten
zeigen könnte, um ein Vielfaches wieder aufgewogen würde.

Bei der Verpackung runder Körper, wie z. B. großer Stapel
Heringsdosen, Schuhwichsdosen und dergl. können die Ecken-
verbindungen in der genannten Form vorteilhafterweise nicht ver-
wendet werden. Man legt hier über und unter die oberste Dose
ein Kreuz oder einen vollen Boden und nagelt über diesem
Kreuz oder Boden einzelne Latten, die zum Zusammenhalten und
Schutz des Ganzen dienen und ein Herausfallen der einzelnen
Dose aus dem Stapel verhindern.

Bei wertvolleren Objekten, deren Verletzung möglichst ver-
hindert werden soll, für die aber Kistenverpackung noch nicht
_ *) Forest Products Laboratory Wisconsin, siehe auch Anmerkung S. 15.

%
Je
        <pb n="42" />
        in Frage kommt, z.B. bei lackierten runden

Heizkesseln und dergl., profiliert man die

senkrechten Latten am besten wie Abb. 57-59

zeigen und verbindet sie mittels Bandeisen.

Der Verschlag kann hier, weil die Kopf-

böden vorn nicht abrutschen, den ganzen

Körper in genügender Weise schützen.

Zu beachten ist bei dieser Konstruktion,

daß sie so durchgeführt werden muß, daß ;
es ganz gleichgültig ist, welchen Kopf man

nach unten stellt, so kann z. B. bei Abb. 57 En

der Kessel in der gezeichneten oder in der &amp;

umgekehrten Lage auf den Boden gestellt * -
werden, ohne daß einer der beiden Böden zn

verletzt wird oder in den Schmutz kommt. Ta

Es wird hier bei diesem Verschlag leicht Abb. 57—59. Ver-
der Fehler gemacht, daß nur die eine Seite NS I N BO
als Lattenfuß ausgeführt wird, während 3 sen bfuGern. Tür
die andere Seite zu kurz gehalten ist. Warmwasserspeicher.
Beim Transport hat man nie die Sicher-

heit, daß hier nicht gerade die verkehrte Seite als Aufstell-
seite benutzt wird.

Der Rundverschlag wird häufig auch zum Schutz leichter
Fässer, namentlich Metallfässer, angewendet, die in einen kräftigen
Lattenverschlag eingepackt werden.

Eine Mittelform zwischen Kiste und Verschlag bildet der
sogenannte Harras. Dieser Verschlag besteht aus zwei Kopf-
brettern nach französischer Art mit Leisten verstärkt, einem
Bodenbrett, während die Seitenwände durch Leisten ersetzt
sind, und der Deckel vollkommen fehlt. Diagonalleisten sind im
allgemeinen nicht aufgenagelt, weil der Harras schon wegen

%
Abb. 60. Harras für
Warenhaus- und Stadt-
versand. Abb. 61. Harras für Stadtversand.

Ay
        <pb n="43" />
        seiner Deckellosig-
DD ‘ keit nur für den
Be) Ortsversand be-
A ; nutzt werden kann
und, auf den Aus-
Abb. 62 und 63. In 2 Lagen beleistete Böden fuhrwagen mög-
zum Aufschrauben von Elektromotoren zu Ver- lichst an Platz
sandzwecken. gespart werden
muß. Er ist auch ohne Diagonalleisten leichter aus einer An-
zahl gleicher Verpackungseinrichtungen aus dem Wagen
herauszuziehen und hineinzuschieben, weil in diesem Falle die
Harasse nicht gegeneinander verhaken. Abb. 60 zeigt einen
solchen Harras in der Konstruktion. Zu beachten ist hier vor
allen Dingen die Verbindung der obersten Leiste mit dem Kopf
durch einen Blechwinkel und das Handloch. Abb. 61 zeigt den-
selben Harras für den Stadtversand eingepackt. Es ist hier
durchaus zulässig und auch bequem, unter Umständen größere
Gegenstände, die aus dem Harras herausragen, mit zu verpacken,
so daß dieser mehr nach der Art eines starren Korbes beim
Transport verwendet wird.

Eine andere Art von Halbverschlägen bilden die Böden und
Leistengitter, die im Inlandsversand für den Transport von
Elektromotoren mei-

stens verwendet wer-

den. Es handelt sich

hier zumeist wie Abb.

62 u. 63 zeigen, um

volle Holzböden mit,

darunter liegender

Abb. 64. Böden für Motoren Leisten vorStär kung,
N 0 auf die das Material

mittels Ankerschrau-

ben festgezogen wird.

Zwischen Motorfuß

und Boden sind ge-

wöhnlich Filzstreifen

eingelegt, um Stöße

beim Absetzen zu mil-

dern. Die unter den

Querleistenliegenden

Längsseiten schützen

die Köpfe der Anker-

Abb. 65. Auf Böden aufgeschraubte Motoren. form gegen Abreißen

278
        <pb n="44" />
        und sichern ein be-
quemes Anheben und
Aufsetzen des ganzen
Bodens. Die Quer-
leisten müssen aller-
dings in die Längs-
leisten eingelassen
werden, damit letz-
tere beim Transport
nicht abreißen. Die
Längsleisten sind wie
Abb. 62 zeigt, an den Abb. 66. Apfelsinenverschläge.
Köpfen abgerundet,
damit sie an der Karre oder an sonstigen Hindernissen
nicht verhaken. Abb. 64 zeigt einen solchen Boden in etwas
anderer Form mit überstehenden Längsleisten und einen zweiten,
bei dem nur zwei leichte Querleisten und zwei schwere Längs-
leisten, in die die Fundamentschrauben direkt eingelassen sind,
miteinander vernagelt sind. Wie die Motore auf solchen Böden
oder Leisten aufgesetzt sind, zeigt Abb. 65. Der Motor wird ent-
weder ungeschützt mit Laufzettel oder in Stroh verpackt und
mit Ölpapier umhüllt auf einem solchen Boden aufgebaut. Bei
der rechtsstehenden Abbildung ist deutlich zu erkennen, wie
die Querleisten die Füße des Motors gegen Beschädigung schützen.
Nach Erfahrungen großer Elektrizitätsfirmen ist wenigstens für
den Inlandversand diese offene
Verpackung sicherer als eine
Verpackung in Kisten. Die Mo-
tore werden nie. auf den Kopf
und nie auf das Schild gestellt,
sodaß auch der Anker, was bei
kistenverpackten Motoren häufi-
ger vorkommt, die Schilder nicht
während des Transportes ver-
biegt oder verdrückt.

‚Es werden hier noch als
Beispiele eine Reihe anderer
Verschläge angeführt, wie
Sie, häufig vorkommen. Abb.
66 zeigt zwei Apfelsinenver-
schläge.

Der Apfelsinenversand ge” Abb. 67. Bohrmaschinen-
schieht in Verschlägen von 70 cm verschlag.

27
        <pb n="45" />
        Höhe, 30 cm Breite und 20 cm Tiefe. Die Verschläge sind außer
ihrer gegenseitigen Vernagelung mittels kurzen Weißblechbändern
in sich verbunden. Zuweilen wird man eine oder mehrere Seiten
des Verschlages durch Karton ersetzen, oder man wählt die
Lücken zwischen den Verschlagleisten größer, etwa das 1,5 fache
der Leistenbreite selbst, und schlägt sie innen mit braunem
Karton aus. Wichtig ist, daß sie der Haltbarkeit halber an der
70 x 30 cm Seite nach außen gewölbt auszuführen sind. Die
Wölbung geschieht dadurch, daß auf den Zwischenböden bogen-
förmige Brettchen aufgenagelt sind. Der ganze Verschlag wird
Abb. 68. Verschlag für eine Revolverdrehbank.
dann noch mit Sisalhanfschnur von 8 mm Durchmesser um-
schnürt.

Die Verpackung einer Bohrmaschine in einem Verschlag zeigt
Abb. 67. Zu beachten ist hier, wie alle vorstehenden Teile im
Verschlag gut abgestützt sind, die Stufenscheibe gegen seitliches
Verrutschen und. der ganze Verschlag durch zwei kräftige gegen-
läufige Diagonale gesichert ist. Im übrigen ist dieser Verschlag
denkbar einfach. Einen schwereren Verschlag für den Export,
der dem Verfasser von Lodge Shipley Machine Tool Co. Cin-
cinnati, bekannt ist, zeigt Abb. 68. Bemerkenswert ist hierbei, wie
die Vorgelegewelle unter der Maschine mittels Bandeisen gut und
stark befestigt ist und wie die Maschine gegen seitliches Aus-

20
        <pb n="46" />
        weichen durch Sonderpfosten nebenden
Füßen versteift ist. Bei diesem Verschlag
sind nur Deckel und Seiten durch Pfosten
ersetzt, während die Stirnwände und der
Boden als volle Wände ausgeführt wurden.
Der Verschlag nimmt als Exportverschlag
denkbar wenig Raum ein. Vorteilhaft
wäre es vielleicht gewesen, wenn man hier
die Stelle, an die der Kran anhaken
kann, noch besonders bezeichnet und
verstärkt hätte.

Einen besonders einfachen Verschlag
eines Härteofens zeigt Abb. 69. Hier
sieht man nur ein Kreuz unter den vier
Füßen, ein gleiches über dem Deckel und
die Verbindung beider durch vier mittels
Schrauben festziehbarer Anker. Trotzdem
ist der Ofen, natürlich gemäß seiner

Abb. 69. Härteofen. Beschaffenheit, gut geschützt für den
Die Bohlen sind mittels "Transport. Das obere Kreuz gestattet
e N v7 auch noch ein gutes Anhaken eines

unden. ;
Flaschenzugesoder Kranes beim Transport.
Die bisher angeführten Überlegungen über die Konstruktion
von Kisten, Verschlägen und Halbverschlägen müßten mit der
[RMGE32Z%'
Abb. 70,
Sachsenberg 3

Ann I
Q9
        <pb n="47" />
        Zeit noch wesentlich ausgebaut und nachgeprüft werden. Sehr
interessante Prüfverfahren sind im Management Handbook,
das von L. P. Alford herausgegeben ist, auf Seite 1122 — 1124 ver-
öffentlicht *).
Es sind hier drei verschiedene Verfahren angegeben, um die
wirkliche Beanspruchung, die bei Kisten und Verschlägen während
des Transportes auftreten, eingehend zu prüfen.
Abb. 70 zeigt eine Fallvorrichtung, die die Hauptbean-
spruchung der Kisten beim Verladen in das Schiff nachahmen soll.
Man kann hier aus verschiedenen Höhen Kisten verschiedenster
Konstruktion und verschiedenen Gewichtes abstürzen lassen
und die Zerstörung beobachten, ‚Konstruktionsveränderungen
treffen ‚und weiter be-
obachten, so daß man
auf diese Weise sehr
bald zu den günstigsten
Konstruktionen für den

Export kommen wird,
Abb... 71° zeigt eine
Wälztrommel, die sich
besonders zur ‚Festig-
keitsprüfung kleinerer

Packungen eignet und
hier die ungünstigste
Beanspruchung, die auf

solche Packungen beim

Transport einwirkt,

nachahmt. Hierbei kann

nicht nur die Haltbar-

keit der Packung selbst,
sondern auch die Halt-

barkeit des Inhaltes auf

Stoßbeanspruchungen
während des Transpor-

tes nachkontrolliert

werden, so daß auch
FMGE3275 das Füllmaterial, die
Abb. 72. Aufhängung des zu
transportierenden Stük-

kes in der Packung selbst verbessert werden kann.

Abb. 72 zeigt eine Maschinerie in der Form einer Presse, die

*) Das Buch wird voraussichtlich noch in diesem Jahr . deutscher Über-
setzung im VDI-Verlage erscheinen.

54
        <pb n="48" />
        für beliebig große Verschläge leicht umgebaut werden kann. Man
sieht auf der Abbildung, wie ein Verschlag hier an den Ecken ge-
drückt wird und man an einer Ablesevorrichtung genau fest-
stellen kann, bis zu welcher Pressung der Verschlag noch hält.
Auf diese Weise können die günstigsten Konstruktionen der ver-
schiedenen Arten von Verschlägen auf einfache Weise ausprobiert
werden. Allerdings wird hier der erfahrene Konstrukteur besser
rechnen und seine Erfahrungen aus der Mechanik anwenden, als
erst so komplizierte Versuche zu machen. Die Versuche eignen
sich wohl mehr zur Feststellung der Unterschiede der Haltekraft
von Nägeln, Verschraubungen und Verklammerungen, während
man die günstigste Bauart des Verschlages selbst bereits vorher
auf konstruktivem Wege bestimmt hat. Hierzu käme noch eine
Sammlung der Erfahrungen über zu Bruch gegangene Ver-
packungen von Übersee- und Inlandtransport bei Verpackungen
jeder Art. Auf diese Weise würde es mit der Zeit möglich werden,
immer günstigere und billigere Verpackungen ohne Schwächung
oder Schädigung ihrer Eigenschaften selbst herauszufinden.
Die Körbe

Bei Versandkörben unterscheidet man Spankörbe (Abb. 73)

und weidengflochtene Körbe (Abb. 74). Die erstere Art ist ver-
Abb. 74. Weidenkorb mit
Abb. 73. Spankorb. eckigen Grifflöchern.

hältnismäßig selten. Bei Spankörben finden Weidenspäne,
Buchenspäne und Eichenspäne Verwendung. Die Späne sind etwa
1—1,5 mm stark, 10 —18 mm breit gehalten. Körbe aus Eichen-
spänen sind im Preis teuer, gelten aber als die haltbarsten und
werden deshalb dort angewendet, wo es sich um schwere Gegen-
stände handelt. Buchenspankörbe sind selten, haben aber ein

DE
        <pb n="49" />
        verhältnismäßig schöneres Aussehen als Weidenspankörbe, sind
ihnen im Preis gleich, stehen aber in Festigkeit den Weidenspan-
körben nach. Spankörbe werden überall dort verwendet, wo
ein Material eingefüllt wird, das sonst bei weidengeflochtenen
Körben in den dort bedeutend größeren Geflechtzwischen-
räumen haften bleiben würde (z. B. Asche, Heu, Erdbeeren).

Die weidengeflochtenen Körbe sind bei weitem häufiger als
die vorerwähnten Spankörbe. Sie kommen sowohl in runder als
auch in eckiger Form auf den Markt. Ein Preisunterschied
zwischen beiden Formen bei gleichgroßem Rauminhalt ist kaum
vorhanden. Weidengeflochtene Körbe sind den Weidenspan-
körben in bezug auf Festigkeit wohl überlegen und stehen sich
in den Kosten geringer, sind allerdings etwa doppelt so schwer
als jene.

Weidengeflochtene Körbe wie Körbe überhaupt dürfen nicht
allzu lange in absolut trockenen Räumen stehen, da sie sonst
austrocknen und leicht brechen. Den Spankörben schadet
Feuchtigkeit wenig, den weidengeflochtenen Körben überhaupt
nicht. Im Gegenteil, es halten sich so z. B. die zum Fischversand
gebrauchten Körbe, die infolge des ständig tauenden Eises fast
dauernd naß sind, verhältnismäßig lange.

Die Weidenruten werden vor dem Binden zu Körben
24 Stunden lang gewässert. Bei eckigen Körben werden an den
Kanten sogenannte Stöcker eingesetzt und umflochten. Diese
Stöcker haben bei kleinen Handkörben einen Durchmesser von
10 mm, bei großen Versandkörben nicht über 18 mm und sind
gleichfalls aus Weidenholz.

Schutzleisten für Körbe: Da Körbe infolge Anstoßens
und Schleifens leicht Beschädigungen im Geflecht erleiden,
wodurch schließlich der ganze Korb auseinandergeht, empfiehlt
es sich, gefährdete Stellen besonders zu schützen. Dieser Schutz
geschieht zumeist durch an den oberen Rand mittels Draht aufge-
bundene Holzleisten. Weiterhin empfiehlt es sich, am Korbboden
in der Längsrichtung zwei möglichst dem Rande zu gelegene Leisten
anzubringen, die schräg abgestumpft sind. Schutz mittels
Leder oder umwickelter Textilabfälle hat sich nicht bewährt.
Im übrigen ist es üblich, daß man dem geflochtenen Korb am
oberen als auch am unteren Rand einen bis 3 cm starken und bis
5 cm hohen Wulst gibt und für diesen Wulst stärkere Weiden-
ruten verwendet, was auch in Abb. 74 zu sehen ist. Weiden-
ruten werden verwendet von Korbmachereien für Versandkörbe
in einer Rutenstärke von 2 mm bis zu 6 mm.

aß
        <pb n="50" />
        Handgriffe: Statt eines Handgriffes kann man bei eckigen
Körben gemäß Abb. 74 Grifflöcher anbringen, indem man an
den betr. Stellen das Geflecht ausspart. Nachteilig ist hier,
daß bei kleinen Gegenständen dieselben herausfallen können
und die Anordnung eines Griffloches der betr. Korbwand
den Halt nehmen kann.

Sonst werden Griffe direkt aus Korbgeflecht angeflochten
(siehe Abb. 73). Damit der Griff handlich ist, wählt man ihn
18 mm im Durchmesser bei größeren Packkörben. Die Anflechtung
eines solchen Handgriffes aus dem Korbgeflecht heraus ist nicht
immer einfach. Aus diesem Grunde werden oft Griffe gesondert
geflochten und durch Löcher des Korbes eingesetzt und an der
Innenseite des Korbes an einem Weidenspan, der hier gewisser-
maßen die Rolle eines Splintes übernimmt, festgeflochten.
Griffe aus glatten Lederriemenschlaufen sind unbequem und un-
gebräuchlich. Dagegen kommen Lederhandgriffe, rundes Profil
von etwa 12 mm Durchmesser häufiger vor, sind aber relativ
teurer. Strickhenkel stehen etwa im gleichen Preis wie Leder-
henkel, gelten als fester, sind aber bis jetzt noch selten anzu-
treffen.

Verschluß der Körbe: Versandkörbe werden sehr selten
mittels Korbdeckel verschlossen. Meistens wird der Inhalt mit
Jute oder Karton überdeckt und an den Korbrändern über den
Inhalt verschnürt. Oft geschieht diese Verschnürung auch ohne
vorheriges Einlegen von Karton und Jute. Sonst nimmt man
einen aus demselben Geflecht hergestellten Deckel. Das An-
bringen eines Scharniers am Korb ist selten und unpraktisch,
da es infolge der Eigenart des geflochtenen Korbes leicht aus-
reißt.

Fässer

Eine besonders häufige Art der Verpackung für bestimmte
Gegenstände und Flüssigkeiten ist das Faß. Man hat versucht,
die Form des Fasses in irgendeiner Art zu normen. In Amerika ist
man hierin am weitesten. Im übrigen bestehen aber in allen
Kxportstaaten die verschiedensten Formen. Folgende Tabelle
gibt die in Deutschland am häufigsten vorkommenden Faßarten
an. Es sind aus ihr auch Höhe, Bauchweite, Kopfweite und
der Rauminhalt der betr. Fässer zu ersehen. Konstruktiv ist
vor allen Dingen die Stärke und Breite der Dauben, die Stärke
der Böden und die Bereifung wichtig. Auch diese Zahlen sind für
die bekanntesten Fässer in die Tabelle aufgenommen. (Bezeich-
nungen siehe Abb. 75.)

0m
        <pb n="51" />
        HM -
Handelsübliche
Fässer
Abb. (5.
Höhe Bauch- Kopf Raum- Material Dauben Gesamt Anzahl
Fassbezeichnung Yerwendungs- weite weite inhalt | x Böden- der der Reifen Bemer-
Typ zweck HA D | a schluß | Stärke | Daubden und Böden ı Stärke | Breite völlig kungen
cm | "@ cm Dem } em | cm I} Holz Eisen | bereift
Amerik. Barrel. .....] Öl Fette “86 62 54 180 Spund | 2 Eiche &gt; +—12 Fö—8
Schmalz-Tierce .... | Speisefett | 86 | 62 ; 54 180 Ze 2 »” S—
Russ. Ölbarrel ..... 1 öl 00861 703 AL 88 240 | Zapfen | 2 Eiche, Buche oder 6—8
Amer. Darm- u. Fleisch- De
Barrel | Fleisch | 86 | 62 ; 54 180 2 Eiche oder Buche 2 ı 6—8
Amerikan. Fleischfaß . .. » 1 75 | 56 46 100 2 2 | AS Bereifun:
; . e } g
/ı  Schottentonne . .. | Heringe 80 54 45 110 1,8 Esche 1,8 | | 6 verzinnt
1% n CH 62 42 36 55 L8 Fichte 1,8 6 2
Norweger Heringstonne . . 5 77 52 44 110 1,8 ” 1,8 6 2
Holländer u a % 71 ö 45 105 1,5 Kiefer 1,5 © 2
Neue Holländer ,, ES n 7 L 5 105 1,2 Eiche 1,2 8 2
Emdener Zinkband-Tonne . ı en | 70 Br 5 105 1,2 1,2 8 | Bereifung
8 Ztr.-Siruptonne .... | Sirup | 95 76 62 1 280 18 N 1,2 S verzinkt
6 Zibe Sa ge 90 63 56 210 2,0 Espe 0,2
Butter-Tonne...,. 7... | Butter 58 42 35 55 2,0 | Buche 2,0 “
!/, Hektoliter Bierfässer . Bier 72 62 50 100 10% » 1,0
% » “ . x 54 48 40 50 4,0 | Eiche 4,0
Lg © | 48 45 38 83 4,0 » 4,0
Rheinisches Halbstück . . Wein 118 100 85 600 4,0 4,0
Viertelstück . n 100 85 70 300 3,5 3,5
Moselfuder LE &gt; 160 100 84 1000 3,5 8,5
Bordeaux-Oxhoft . .... e 92 70 58 | 225 2,5 3 | +
Burgunder-Oxhoft . . 84 70 60 225 1,5 1,5 ı 8 6
Burgunder-Oxhoft .... 84 70 60 | 225 2,0 2,0 6 ©
KRum-Puncheon 2, 1... it. Rum 110 90 78 500 2,8 2,5
Portwein-Bothe ..... Wein 144 85 60 520 2,3 SS 2,0 / 6 ;
Kastanien-Halbstück ... Südwein 112 96 55 600 2,5 * Kastanien 2,2 4 N
Öl-Pipen, 4 Ztr. ..... Olivenöl 90 70 58 240 2,0 » 2,0 24
A ; 90 60 50 180 2,0 » 2,0 ;
Französ, Cognakfaß . .. Cognak 106 80 65 380 2,2 Eiche 2,0 8%
Lithoponefaß ....... M”Bleiweißbereitung) | 100 68 60 | 300 1 15% Fichte ER 2 vr

. 3C
        <pb n="52" />
        Die Holzarten, aus denen die Fässer gebaut sind, sind ver-
schieden. Es kommen in der Hauptsache folgende Hölzer in
Betracht:

Fichten- und Kiefernholz wird zu den üblichen Pack-
fässern für trockene Gegenstände verwendet, z. B. für feste
Seifen, Kunsthonigwürfel usw.

Buche findet für dichte Packfässer recht gern Verwendung,
und zwar kommen als Faßinhalt schwerflüssige Materialien in
Frage, wie z. B. Leim, Honig und konsistente Fette. Buche ist
im Preise höher als Fichten- und Kiefernholz, die sich im Preis
einander gleich sind. Buche hat den erheblichen Nachteil, daß
das Holz fäulnisempfänglich ist. Bei Feuchtigkeitszutritt ist
starkes Quellen der Dauben, bei darauf eintretender Trockenheit
dagegen Zusammenziehen derselben zu bemerken, so daß Risse
die Folge sind. Dies geschieht vor allen Dingen bei leeren Fässern.

Eiche wird verwendet für Weine, Spirituosen und Bier.
Außer Bierfässern werden keine anderen Fässer gepicht.

Espe und Eiche werden zur Herstellung von Ölbarrels
verwendet.

Kastanienholz eignet sich zu Fässern sehr wenig, wird aber
für den einmaligen Versand von Wein aus Spanien und Italien
leider immer noch verwendet. Außerordentlich häufige Faß-
brüche, oft bis zu 10% einer Ladung, sind Folgen derartiger
unsachgemäßer Verpackung. In Deutschland werden diese
Kastanienfässer nicht wieder für Wein und Spirituosen ver-
wendet, sondern, falls sie noch weiter benutzt werden, nur für
Kraut und eventuell Gurken.

Zu beachten sind bei der Herstellung der Fässer folgende
Punkte:

Festigkeitsbeanspruchungen

Bodenbrüche kommen bei Fässern selten vor. Dagegen sind
Bauchbrüche in der Daubenmitte, als auch Abstoßen der Köpfe
häufig. Unter Köpfen versteht man die über dem Boden her-
vorstehenden Daubenenden.

Faßbereifung

Die Bereifung der Fässer geschieht aus zwei Gründen. 1. um
überhaupt die Möglichkeit des Zusammenhalts der Dauben
zu geben und 2., um ein bequemes Rollen des Fasses zu be-
wirken. Aus diesem Grunde ist die Bereifung der Fässer nach
den jeweiligen Verwendungszwecken und dem Inhalt recht
verschieden. Die Holzbereifung besteht meistens aus jungem
Weiden-, Birken-, Linden- und Haselnußholz. Weide und Hasel-

40
        <pb n="53" />
        nuß gelten für Bereifungszwecke als recht brauchbar und gut.
Die KEisenbereifung geschieht meistens durch Bandeisen von
0,8—1,5 mm Stärke und 18—40 mm Breite. Bandeisen galt
bisher als teurer als Holzbereifung, augenblicklich scheinen sich
die Preise die Wage zu halten. Vor allen Dingen wird Band-
eisenbereifung gern dann verwendet (bei Reparaturen), wenn das
Bandeisen selbst als Abfall anderer Packungen billig zu kaufen
ist. So verwenden z. B. die Böttcher gern die Bandeisenver-
schrürung der Baumwollballen als Faßreifen.

Zur Verstärkung der Holzbereifung und zum teilweisen
Ersatz derselben nimmt man vielfach eine Drahtbereifung.
Der Draht muß hier direkt neben dem Holzreifen, und zwar
nach der dünneren Seite des Fasses zu gelegt und fest angezogen
werden. Man stützt hierdurch auch den Holzreifen noch. Die
Entfernung der beiden inneren Reifen wird normalerweise min-
destens 1, der Dau-
benlänge genommen;
nur da, wo die Fässer
viel gerollt werden,
findet man häufig
noch Schutzreifen um
die Mitte des Fasses,
jedoch dürfen diese
nicht angezogen sein,
um das Faß nicht
auseinanderzuziehen.

Verschiedene Arten

von Bereifungen zei-

gen Abb. 76, bei dem

im Vordergrund ste- Abb. 76. Portweinpipen und Rumpuncheon.
hend eine Portwein-

pipe und liegend ein

Rumpuncheon zu

sehen ist, beide in

verschiedener Art

mit Bandeisenreifen

garnıert. Abb. 77

zeigt Olivenölpipen,

links für drei Zentner,

in der Mitte für vier

Zentner und rechts

für 1,5 Zentner. Alle

sind in der gleichen Abb. 77. Vollbündige Olivenölpipen.

47
        <pb n="54" />
        Abb. 78. Heringstonne. Abb. 79. Bordeaux-Oxhofte.

Art mit Weidenreifen vollbündig garniert. Abb. 78 zeigt zwei
Heringstonnen, die linke, die Emdener Tonne mit verzinktem
Eisenband, die rechte, — die übliche Schottentonne, — mit
Weidenreifen garniert.

Die Böden werden in der verschiedensten Weise versteift.
Abb. 79 zeigt an den beiden liegenden Tonnen rechts eine Faß-
bodenversteifung mit einem Riegel, der radial verstöpselt ist,
links eine solche, deren Riegel.gerade verstöpselt ist. Die Fässer
selbst sind Bordeaux-Oxhofte. Als Ersatz für diesen Riegel
findet man häufig einen inneren Faßring aus starkem Weiden-
holz, gegen den sich der Boden abstützt. Der Boden selbst wird
eingeklemmt in eine Rille, die in die Faßdauben eingeschnitten
ist. Gelegentlich findet sich auch eine Verstärkung des Bodens
durch einen zweiten Gipsboden, der namentlich bei Oxhoften
und Olivenölpipen angewendet wird. Dieser Gipsboden darf,
worauf in der Taraordnung noch eingegangen wird, nach den
Zollbestimmungen der günstigen Tara wegen entfernt werden,
Es kommt auch eine Reihe selbst stärkerer Fässer vor,
die diese genannten Versteifungen nicht haben, deren Boden
dann etwas schwerer konstruiert ist.

Das Faß ist im Vergleich zu anderen Packungen haltbarer;
dies besonders im Vergleich zur Holzkiste, die allerdings auch
wesentlich billiger ist. Als Vorteil des Holzfasses wird gerühmt,
daß dieses leicht zu reparieren ist und bei Undichtwerden wäh-
rend des Versandes durch Zusammenziehen der Reifen dieser
Schaden schnell abgestellt werden kann. In bezug auf Dauer-
haftigkeit scheinen allerdings Metallfässer Holzfässern überlegen
zu sein.

Faßherstellung

Dicke Faßdauben, wie z. B. die der Bierfässer werden in

größeren Kesseln gekocht und dann gebogen (Bierfässer haben

192
        <pb n="55" />
        einen Druck von 3 Atm. auszuhalten). Dünnere werden nur außen
angefeuchtet, innerhalb des Fasses wird ein Holzkohlen- oder
Koksfeuer angemacht. Das Faß wird an beiden Enden mittels
Reifen in seine Form gepreßt.

Bei kleinen Kisten und kleinen Fässern ist wohl die Kiste
vorzuziehen, da man sie bequem und fest mit beiden Armen
packen kann. Bei. größeren Packungen dagegen ,
wird die Kiste unhandlich, während man das
rollbare Faß besser transportieren kann. Kine
Grenze ist hier schwer zu ziehen, da es vor allen
Dingen auf die Art und den Ort der Verladung
ankommt. Bei dem Transport muß vor allem
darauf gesehen werden, daß die Fässer nicht ab-
rollen können und entsprechend gestützt werden. ANA

Eine gewisse Ähnlichkeit mit den Fässern haben abe
die Holzkübel, die auch aus Boden und Dauben
hergestellt werden. Auch ’sie sind. mittels Eisenbandreifen zu-
sammengehalten und haben gewöhnlich zwei überstehende Ohren,
teils mit Handloch, teils ohne dieses. Zum Verschluß dient ein
Deckel und ein durch zwei runde Löcher an den Ohren durch-
gesteckter Stock, der plombiert werden kann, Die Holzkübel
werden hauptsächlich zum Butterhandel und ähnlichen Zwecken
verwendet; Abb. 80 zeigt einen solchen.

Auch nach der Art der Fässer gebaut, aber wesentlich
leichter sind die sogenannten Pa-
tent- oder ‘ Packfässer. Sie bestehen

Abb. 81. Patentfässer. Abb. 82. Gesprungenes
Patentfaß.

42
        <pb n="56" />
        nicht aus neben-

einander aufge-

reihten Dauben,

sondern aus meh-

reren Lagen von

Schälholz, das

nicht wie Sperr-

holz verleimt, son-

dern mit Stiften

aufeinander gedü-

belt wird. Sie wer-

den durch aufge-

Abb. 83. Schmierseifenkübel und Senffaß. nletete Spanreifen

ohne Spannung zu -

sammengehalten und mit einem leichten Holzdeckel verschlossen;

Abb. 81 zeigt eine Reihe solcher Fässer. Sie dienen zum Transport

leichter Gegenstände, wie Zimt und dergl. Es muß bei ihnen

besonders darauf geachtet werden, daß das Holz bei der Ver-

arbeitung gut getrocknet ist. Da die Fässer keinen inneren

Halt haben, werfen sie sich sehr stark, und werden undicht wie

Abb. 82 zeigt. Die Erscheinung tritt bei leeren Fässern und häu-
figem Temperaturwechsel besonders leicht ein.

Für Versand im Binnenland findet man auch häufig Fässer,
denen ein Boden fehlt und anstatt dieses ein Deckel mit Scharnier
aufgesetzt ist. Sie werden gewöhnlich zu Butter, Senf und Seife
verwendet und oft geleert und wieder geschlossen. Die
Fässer sind nicht so fest wie die anderen, genügen aber den
Ansprüchen des Inlandtransportes recht gut. Abb. 83 zeigt
rechts ein solches Faß. Der Deckel ist mit einem eisernen Bügel
verschraubt, der sich links in einer scharnierartigen ‚Öse bewegt
und rechts mittels einer Schraube in ein an dem Faß befindliches
Ohr verschraubt wird. Hiermit kann man besonders unter
Pappezwischenlage eine vollständige Dichtung des Deckels
erreichen.

Links von diesem Faß liegt auf Abb. 83 ein solches aus ver-
zinktem Eisenblech mit zwei Henkeln und Deckel. Auch dieses
Faß kommt nur für den Inlandtransport in Frage. Der Deckel
ist hier in einfacher Form festgehalten dadurch, daß durch einen
Schlitz eine Oese hindurchtritt, die durch einen Haken, der mit
dem Deckel vernietet ist, blockiert wird. Der Haken selbst ist
in seiner Spitze durchbohrt, es kann hier eine Plombe durch-
gezogen werden. Die Deckelversteifung ist gleich als Scharnier-

+4
        <pb n="57" />
        führung zusammengezogen. Derartige Fässer finden als Seifen-
fässer und dergl. viel Verwendung.
2. DAS METALL
Metallfaß

In ganz anderer Art als die Holzfässer sind die Metallfässer
konstruiert und gedacht. Es handelt sich hier um zylindrische
Gefäße, meistens aus verzinktem KEisenblech, deren Festigkeit
nicht durch innere Spannung wie bei den Holzfässern, sondern
in der natürlichen Festigkeit ihres Her-
stellungsmaterials begründet liegt. Da
beim Transport solche Fässer viel gerollt
und geworfen werden, würden sie bald
durchgescheuert und verbeult sein. Sie
müssen daher durch aufgeschweißte oder
aufgeschrumpfte starke Kisenreifen ge-
stützt und gehalten werden. Diese Ver-
steifungen können auch dadurch herge-
stellt werden, daß sie aus dem Material
selbst herausgewalzt werden. Abb. 84
zeigt einen Teil eines solchen Fasses,
dessen Wandung zur Verstärkung aus-
gebaucht ist. Abb. 85 zeigt zwei Fässer
mit Reifen. Beide Reifen sind etwa im
U-Profil verstärkt. Das Profil sitzt beim
linken Faß mit dem breiten Auflager-
flansch auf dem Faßkörper, bildet also Abb. 84. Metallfaß mit
einen eingeschlossenen Hohlraum. Auf ESSEN
der rechten Seite der Abbildung liegt es
quer auf dem Faßkörper. Die erste
Konstruktion ist insofern bedenklich,
als bei feuchter Lagerung leicht Wasser
in die Verstärkungen einläuft und nicht
wieder entfernt werden kann, so daß
von dort aus Rostanfressungen eintreten.
Besonders gefährlich ist dies dadurch,
daß man auf Grund der günstigeren
Auflage die erste Verstärkung schwächer
bauen kann als die zu zweit genannte.
AuchdieKöpfe derEisenfässersind meistens
wm ES Eisenreifen garniert. Ge-
wöhnlich ist der Deckel eingezogen, und , |
die zylindrische Wand steht Was vor dem TE Daenn

AR
        <pb n="58" />
        Deckel vor und wird durch die halbrunde Kisengarnierung
geschützt. Verschlossen werden die Metallfässer durch eine
Öffnung mit Gewinde, in die ein Spund eingeschraubt wird.
Gewöhnlich wird die Dichtung durch zwischengelegte Lappen
oder Papier, die vom Spundkopf auf die Dichtungsfläche ge-
drückt werden, noch gesichert. Im Gegensatz zu den Holzfässern
haben Metallfässer im allgemeinen kein Zapfloch im Boden,
wodurch beim Auslassen der Flüssigkeiten die Luft zutreten
könnte. Das Zapfloch ist bei Eisenfässern auch nicht so not-
wendig, weil durch das größere Spundloch die Luft neben dem
austretenden Inhalt in das Faß hinein kann.

Einen anderen Verschluß zeigt Abb. 86 in einem glatten
Metallfaß, bei dem am Boden eine große Öffnung ausgespart ist,
in die ein Deckel eingedrückt wird. Derartige Fässer, Hobboks
genannt, werden vor allen Dingen für Teer, Sirup, Frucht-
marmelade und dergl. Verwendung finden. Die Abb, 86 zeigt
zwei besondere Konstruktionen, und zwar sind beide ohne
Ringverstärkung, die eine glatt nur mit Verstärkungen an den
Enden, daher sehr empfindlich; die andere mit gewellter zylin-
drischer Wand, wodurch die Festigkeit bedeutend erhöht wird.

Milchkannen
Den Fässern sehr ähnlich, aber doch anders geformt, sind die
Milchkannen, die besonders zum Transport frischer Milch ein-
gerichtet sind, Sie können aber auch für Öl Verwendung finden.
Meistens sind sie aus einem 11% —2 mm starken verzinkten Eisen-
blech hergestellt, haben einen Inhalt von 10—50 Liter und einen
kräftig vorstehenden Bodenreifen. Wegen des dauernden Hin-
und Hertransportes und der schlechten Behandlung, der sie
dabei ausgesetzt
sind, sind sie sehr
kräftig. konstruiert.
Sie werden ge-
2)
Abb. 86. Blech-
Hobboks. Abb. 87. Milchkannen.

AG
        <pb n="59" />
        schweißt und genietet hergestellt und haben einen einge-
zogenen Kopf wie aus Abb. 87 zu ersehen ist. Hier kann
man auch links die festgenieteten Griffhenkel, in der Mitte den
mit zum Verschluß benutzten beweglichen Griffhenkel und
rechts den losen Griffhenkel bemerken, der nicht zum Verschluß
verwendet wird. Die linke und mittlere Kanne hat außer am
Boden keine Verstärkungsreifen; die rechte trägt außer zwei
Bodenreifen noch zwei weitere Verstärkungsreifen, Wichtig ist,
daß in allen Fällen der Deckel entweder im Scharnier oder
wenigstens durch Kette fest mit der Kanne verbunden wird,
weil er sonst verloren geht. Der Verschluß geschieht teils durch
Exzenter, teils durch Keilring. Die drei verschiedenen Verschlüsse
sind auch aus Abb. 87 zu ersehen. Der einfachste ist der federnd
einzudrückende Deckel, wie aus Abb. 87 rechts ersichtlich ist.
Sehr häufig sind aber noch zwei andere Konstruktionen, die auf
Abb. 88—91 dargestellt sind.
Milchkannenverschlüsse

Konstruktion I (Abb. 88 —90). Auf dem Deckel ist eine
rechteckige kurze Leiste a schräg aufgeschweißt. Die gewölbte
Seite des Verschlußbügels b, der um den Bolzen c drehbar gelagert
ist, preßt den Deckel fest auf den‘ oberen Kannenrand auf.
Diese Krümmung liegt exzentrisch zu c in der Weise, daß je
mehr der Bügel nach rechts gedrückt wird, desto stärker die
Anpressung von b auf a erfolgt. Der Bolzen c ist in einem wei-
teren festen Bügel d befestigt. d ist mit der Kanne vernietet.
Gegenüber der erwähnten Krümmung von b befindet sich eine
winkelförmige vorstehende Nase, die bei Herumlegen des ge-
schlossenen Hebels b in die offene Stellung, also nach links,
die auf dem Deckel befindliche Leiste a von unten anhebt und
somit den Deckel lüftet. Der Deckel kann danach um das
Scharnier e zurückgeschlagen werden.

Konstruktion II (Abb. 91) ist ähnlich der von I. Am
oberen Kannenrand befinden sich gegenüber die Bolzen p, in
denen der Schließhebel q drehbar angebracht ist. Durch Drücken
von q nach rechts, also nach dem Scharnier zu, drückt die innen
gekrümmte Kante schließend auf den oberen Teil des Bolzens r,
der am Deckelrand befestigt ist und aus ihm soweit hervorsteht,
daß er von dem Bügel gefaßt wird. Durch Drehen des Bügels q
von der rechten geschlossenen in die linke offene Stellung gibt
man den Bolzen r frei, ferner drückt die Nase auf die Bolzen rı
nach oben. Der also gelüftete Deckel kann nun in das Scharnier s
zurückgeklappt werden.

A"
        <pb n="60" />
        &gt; b geschlossen
BASS Sah — =
BE SS = =
— (Dil aut Dre Wa A Her
ST U
A
0 FE
Abb. 88—91. Mechanische Verschlüsse von Milchkannen.

Beim Versand der Milch an die Verteilungsstellen verwendet
man am besten nicht die runden Milchkannen, sondern Gefäße
mit stark ovalem Querschnitt und eventuell flachen Seitenwan-
dungen, weil aus diesen leichter ausgeschöpft werden kann.

Blechpackungen

Blechpackungen gibt es in der verschiedensten Form. Von
Normen kann man in Deutschland bisher kaum sprechen. Einzig
bei den Schachteln für Zigaretten haben sich bisher verschiedene
bestimmte Größen ausgebildet, die aber mit der Mode auch
wieder stark wechseln. Nur für die zu verwendende Blechstärke
haben sich bei kleinen Schachteln bestimmte, meistgebräuch-
lichste Sorten eingeführt. Die üblichsten sind folgende:

Blechstärke in mm:
ca. 0,16 0,50 0,80
1,20 0,53 0,87
0,22 0,56 0,90
Men 0,58 1,00
0,28 0,62 1,12
0,32 0,64 1,25
0,37 0,66 1,37
0.42 0,70
0,46 0,75
Außer den hier angegebenen Blechstärken werden in England
für kleine Packungen, die Iuftdicht abgeschlossen werden,
Bleche von 0,1 mm verwendet. Die Angaben der Blechstärken
sind nie zuverlässig, da infolge des Walzens der Bleche Stärken-
differenzen bis zu 40% bei den dünneren Blechen auftreten.
Verpackungen aus derartigem Blech lassen sich leicht von
der Hand ohne besondere Werkzeuge aufreißen. Betreffs des
Materials verwendet man ausschließlich verzinnte Eisenbleche.

OL
AR
        <pb n="61" />
        Die im Kriege als
Hilfsmittel verwen-
deten galvanischen I
Verzinkungen sind N ) Ü A
ungebräuchlich. ! - i
Aus Blechen der Orahtscharnier E I
Stärken vorerwähn- SS Abb. 93.
ter Tabelle werden
alle kleinen Blech-
packungen norma-
ler Abmaße herge-
stellt. Wichtig ist
hier besonders die
Verbindung des
Deckels mit dem
Schachtelkörper. N DENSGOETIET. I
Man unterscheidet #9
hier 3 Scharnierar- A OS
ten, die in Abb. 92
— 106 dargestellt
sind. Schnitte durch
diese Scharniere zei- %
gen die Abb. 98-103. _
1. Das einfache z ‘D
Drahtscharnier Eon Scharnier - N
91 ans 7995 98; Abb. 92—97. Scharniere von Blechemballagen.
2. Das Lap- (
penscharnier . vr
(Abb. 94, 95, Schnitte „d9 7 y
99, 102 ‚und ; fo eb Pa
Ba draht- Abb. 98. Abb. 99, Abb. 100,
lose Scharnier ; . / _ ;
(Abb. 96, 97, Schnitte | —=—— ) &gt; fa —
100, 103 und "6-—pD. Alba Ze en
106). Ge 6 Ü
Zu n Das ein- Dam ne ®
fache Draktschar. Abb. 101. En 102. 0
nier ist das billigste a, 0 Sat Santos
in der Herstellung Abb. 98-—103. Schnitte durch Scharniere
und deshalb am häu- von Blechemballagen.
figsten anzutreffen. Deckel = a. Boden = b. Stift= ce. Lappen = d.
Sachsenberg 4
AC
        <pb n="62" />
        In der Haltbarkeit genügt es in den meisten Fällen. Am Deckel
wird hierbei eine längere Rollöse hergestellt. Der Körper wird aus-
und eingebeult und an der Übergangsstelle durchbrochen. ı Durch
das Ganze wird ein Draht gesteckt, der beide Teile zusammen-
hält. Der Nachteil dieser Konstruktion ist der Blechverlust beim
Ausstanzen des Deckels und dann die häufig zu großen Öffnungen
für die Drahtdurchführung, so daß die Schachteln ständig ge-
lüftet werden. Auch ist die Montage etwas schwieriger als bei
den anderen Sorten.
Abb. 104. Abb. 105.
Abb. 104—106.
Scharniere an Blechemballagen.

Zu 2. Hier ist der Deckel, ähnlich
ausgeführt wie bei Konstruktion 1, nur
trägt er meist anstatt einer langen Öse
mehrere kurze. Der Körper ist selbst

Abb. 106 nur. durchstoßen, während die Gegen-

ösen für den Draht in Form von Laschen

besonders eingesetzt werden. Bei dieser Konstruktion wird der

Deckel etwas besser geführt wie bei der anderen, auch ist sie leichter
montierbar, nur ist die Herstellung teurer.

Zu 3. Das drahtlose Scharnier entsteht dadurch, daß der
Lappen am Deckel seitlich zwischen Zapfen gerollt und in die
etwa in der Form eines Drahtscharniers ausgebildeten Körper
seitlich verhakt wird. Zu diesem Verhaken ist ein Raum er-
forderlich, der dadurch gewonnen wird, daß in den Körper der
Schachtel ein Ohr eingeschnitten wird, daß zunächst heraus-
gebogen ist und nach Einführung des Deckels wieder zugebogen
wird. Die Konstruktion ist dann billig, wenn. sehr große Massen
hergestellt werden, so daß die Herstellung der Werkzeuge sich
lohnt: Sie ist nicht so fest wie das Drahtscharnier, weil sich die
gerollten, vorstehenden Zapfen leicht abbiegen oder abbrechen.
Im übrigen ist sie bei der Massenherstellung beliebt und zu emp-
fehlen.

50
        <pb n="63" />
        Die Zigarettenpackungen an sich werden entweder wie bei
den Schuheremedosen aus 2 Blechtafeln durch Umbördelung
hergestellt. Hierbei lassen sich Abrundungen nicht vermeiden,
da sonst bei der maschinellen Herstellung das Blech an den Kanten
reißen würde. Die scharfkantigen Blechschachteln werden da-
durch hergestellt, daß an dem schmäleren Seitenblech dreieckige
Vorstöße rechtwinklig umgebogen‘ werden, die mittels umzu-
legenden, an der längeren Seite befindlichen Vorstößen noch
besonders heruntergebogen werden. Bei besonders hohen, der-
artigen Dosen verwendet man hier. ebenso wie bei den recht-
eckigen Kanistern Zarge mit aufgefalzten Böden. Sind die
Blechschachteln besonderen Beanspruchungen ausgesetzt, so
werden sie an den Seitenkanten zwei- oder dreimal gefalzt,
wobei.das Falzen nur als Verstärkung dient. Da der Verschluß-
deckel durch diese Verstärkung schwer schließen würde, werden
zu diesem Zwecke derartige Schachteln an den oberen offenen
Ecken nach innen eingekniffen. Zwecks guter Raumausnutzung
ist die scharfkantige gefalzte Blechschachtel der abgerundeten
vorzuziehen. Eine weitere Raumausnutzung besteht darin, daß
man bei gezogenen Schachteln den Deckel nicht über die glatten
Zargen übergreifen läßt, sondern zu diesem Zweck die Boden-
zarge am oberen Rande nach innen einsickt, so daß der untere
Zargenteil des Bodens mit der Deckelzarge in einer Ebene. zu
liegen kommt. Man erhält hierdurch eine vollkommen glatte
Schachtelform. Derartige Schachteln können außerdem dadurch
luftdicht verschlossen werden, daß über ihre Verschlußnaht ein
Leukoplaststreifen rings um die Schachtel gelegt wird. Statt
des Leukoplaststreifens können auch Blechbänder ringförmig
darüber gelötet werden, die mit einer vorstehenden Zunge ver-
sehen, entweder von Hand oder mittels eines Schlüssels mit
Schlitz zwecks Öffnen abgerissen bzw. abgewickelt werden
können.

Verzierung

Was die Verzierung der Packung anbelangt, so ist hier be-
sonders auf gute Farbhaltung des Bleches Rücksicht zu nehmen.
Das Blech muß vorher gereinigt werden und mit hierfür geeigneten
Farben versehen sein. Bekanntlich wird die Verzierung. vor der
Herstellung der Schachtel auf den glatten Blechen vor dem
Biegen angebracht.

Diese Aufdrucke müssen beim Ziehen der Bleche gut halten,
was sehr schwierig ist. Deshalb sind zu diesem Zweck in den betr.
Werken besondere Laboratorien eingerichtet. Da für die Blech-
schachteln zuweilen Pappcharakter gewünscht wird, wird dann

5]
        <pb n="64" />
        ein sogenannter Mattdruck verwendet, der der Blechpackung
Kartonnagencharakter verleiht.

Die bisher beschriebenen Packungen sind im allgemeinen
kleineren Formats, etwa von Handgröße oder doppelt so groß.
Als Keksdosen, Zwiebackkisten werden noch eine Reihe größerer
Kästen, sogar bis zu 1 cbm Inhalt auch aus dünn wandigem Blech
hergestellt. Sie werden im‘ Inlandtransport und zum Auf-
bewahren von Gebäck in Läden in dieser Form benutzt. Bei
Export dienen sie als KEinsatzkästen meistens zu mehreren in
Holzkisten und sind auch hier zum Teil verlötet.

Außer den oben erwähnten Gesichtspunkten der Raumer-
sparnis, die Packungen möglichst viereckig und scharfkantig
mit nicht hervorstehenden Verschlüssen zu gestalten, hat
man bereits versucht; große Keksdosen zerlegbar auszuführen,
so daß sie nach Ankunft der Ware am Bestimmungsort zu-
sammengefaltet und unter geringeren Versandgebühren zurück-
geschickt werden können.

Packungen für den Verkauf müssen ganz besonders äußer-
lich geschmackvoll ausgeführt sein.

Dosen

Bei Massenversendungen sind die runden Dosen natürlich
am wenigsten raumsparend, trotzdem werden sie der Einfachheit
ihrer Herstellung wegen,und weil sie sich am besten verschließen
lassen, vielfach verwendet.

Ohne auf die Konservendosenfabrikation und die Herstellungs-
maschinen einzugehen, sei nur darauf hingewiesen, daß Maschinen
existieren, die auf Konservendosen Deckel auffalzen, ebenso
Maschinen, die die aufgeschnittenen und gebrauchten Dosen
durch Glattschneiden wieder gebrauchsfähig machen, wobei die
Dosen natürlich in ihrer Höhe etwas kürzer werden. Die Kon-
serven werden bei verschlossenen Dosen meistens gekocht.

In vielen Fällen empfiehlt es sich, Konservendosen zu ver-
nieren, d. h. mit Goldlack zu versehen. Dies ist vor allen Dingen
bei Konservendosen für rote Früchte nötig, da dieselben bei
blanken, nicht vernierten Dosen einmal ihre Farbe und zweitens
den Geschmack verlieren. Bei weißen Früchten und Pilzen
dagegen dürfen keinesfalls vernierte Dosen verwendet werden,
da die Früchte hierbei bitteren Geschmack annehmen.

Konservendosen werden nach Einfalzung des Bodens und vor
Aufwalzung des Deckels unter Wasser mittels Druckluft auf
ihre Haltbarkeit hin geprüft. Bei verschiedenen Dosen, wo es
        <pb n="65" />
        auf besonders luftdichten Verschluß ankommt, wird vor dem An
sicken des Bodens auf dem Berührungskreis der Zarge ein
Gummiring aufgelegt. Unter einem gas- oder elektrisch beheiz-
ten Stempel wird dann die Zarge auf den warmen und weich
gewordenen Gummi aufgesetzt, und danach wird der Boden
umgefalzt. Amerikanische Werke arbeiten das Verfahren der-
artig, daß kein Gummiring aufgesetzt, sondern flüssiger Gummi
auf die betr. Stellen gebracht wird.

Kleinere Dosen und Blechschachteln werden oft nur zwei-
teilig hergestellt, wobei der Boden abgesetzt umgefalzt ist. Die
Formen sind verschieden. Zwecks einfachen Kinsteckens in
die Tasche empfiehlt sich bei Pastillenschachteln die ovale Form,
bei Farbbändern zwecks bequemer Herausnahme die viereckige
Form mit abgerundeten Ecken. Am billigsten sind in der Her-
stellung runde Formen und deshalb am häufigsten anzutreffen
und am meisten beliebt. Bei Schuheremedosen empfiehlt es sich
die Passung von Deckel auf Boden besonders stramm zu wählen,
da das im Schuhereme enthaltene Terpentinöl leicht verdampft,
und bei längerem Lagern und nicht luftdichtem Verschluß der
Creme hart wird, springt und unbrauchbar wird.

Häufig werden Zigaretten in luftdichten Verpackungen
nach Übersee versandt. Es gibt für diesen Zweck einen besonders
eigenartigen Verschluß. Der Boden wird über die runde Dose
eingefalzt und verlötet. Nach Füllung der Dose wird der Deckel
in derselben Weise aufgebracht, so daß die Verpackung äußerlich
ganz der einer gut verschlossenen Konservendose gleicht. Außer
Deckel und Boden wird ein Überdeckel, gemäß Abb. 107; der
Packung mitgegeben. In dem Überdeckel befindet sich ein
kleines Messer, das beim Versand ganz an den Rand des Über-
deckels geschoben
ist und somit we-
nig Platz kostet.

Zwecks Öffnen der

Dose wird das Mes-

ser des Überdek-

kels nach innen

Schieberförmig ge-

drückt, dann der

Überdeckel in die-

ser Messerstellung

aufden Boden oder

Deckel der Pak- Abb. 107. Luftdichte Zigarettenpackung mit
kung aufgedrückt. Messerdeckel.

39
        <pb n="66" />
        Bei Aufdrücken und ‚Drehen des Überdeckels schneidet
das Messer die Packung auf.

Es existieren noch weitere luftdichte Verschlüsse, vor allen
Dingen solche, bei denen eine Weißblechfolie vor dem Verschluß
zwischen Deckel und der Zarge zwischengelegt und diese nach
Umsicken verlötet wird. Andere Schachteln werden der-
artig verschlossen, daß, wie bereits oben erwähnt, Bänder um-
gelötet werden.

Eine derartige sehr interessante Konstruktion einer Packung
für Käse zeigt Abb. 306. Um das Auflöten eines solchen
Blechstreifens zu vermeiden, empfiehlt es sich aus Gründen

geringerer Herstellungskosten,
den Blechstreifen aus der Zarge
selbst herauszüurollen, indem
man ihn vorher bis zu drei Vier-
tel der Blechstärke tief einritzt.
An der Zargenverlötung wird
dann die Ausreißzunge zwi-
schengebracht. Für Pillenpak-

Abb. 108. Pillenschachtel, kungen empfiehlt es sich, eine

Pillenschachtel zu nehmen, in
deren Deckel als auch Bodenzarge je ein Loch eingestanzt ist.
Durch Verdrehen des Bodens gegen den Deckel ergibt sich dann eine
Öffnung, aus der man die Pillen einzeln herausfallen lassen kann
(Abb. 108).

Behälter für Flü ssigkeiten

In der Reihe der Blechbehälter spielen namentlich die Be-
hälter für Flüssigkeiten eine besondere Rolle.

Für derartige Zwecke kommt die EEE PA eher in
Frage als für feste Gegenstände. Bei Kanistern für 1, Benzin
und Lacke verwendet man sowohl eckige als auch runde Gefäße.
Die runden sind in der Herstellung billiger, dagegen im Hinblick
auf die Raumausnützung weniger zu empfehlen als die eckigen.
Bei diesen unterscheidet man wiederum scharfkantige und
abgerundete Formen. Die scharfkantigen, die den Anforderungen
guter Raumausnutzung am besten entsprechen, werden von Hand
hergestellt und sind bei der Herstellung kleiner Mengen billiger
als die abgerundeten Kanister, die auf der Maschine hergestellt
werden und nur bei großen Herstellungsmengen zu empfehlen
sind, da zu ihrer Herstellung die Anfertigung besonderer teurer
Werkzeuge erforderlich ist. Die abgerundeten Kanister sind
im Gebrauch handlicher.  Eckige Kanister erfordern beim Aus-

54
        <pb n="67" />
        gießen eine ganz besondere Geschicklichkeit, da das. Ausgießen
der Flüssigkeit in glattem Strahl schwieriger ist als bei runden
Gefäßen.

Die Verstärkung des Bodens und Deckels geschieht meistens
dadurch, daß ein hoher Falzring vorgesehen ist, oder besondere
nach unten bzw. oben vorstehende Reifen aufgelötet sind. Zur
Versteifung des Deckels empfiehlt es sich oft, bei rechteckigen
Kanistern den Deckel in Form einer flachen vierkantigen

Lötnah”

SE 5
Abb. 109. Abb. 110. Abb. 111... “Abb. 112. Abb. 113,
Öffnung an Pyramiden- Sickenringe Gewölbter Handgefer-
einer Dek- förmig ge- auf Deckel gepreßter tigter Kegel.
kelecke bei prägte Ver- und Zarge. Deckel. Deckel.
Vierkant- steifung des Besonders
Kanister. Deckels. große Öff-

nung . für

schwerflüs-

sige Flüssig

keiten.

Abb. 109—113. Verschiedene Ausbildung von Kanister-Deckeln.
Pyramide nach außen, also oben geprägt auszuführen (siehe
Abb. 110). Sehr oft wird man bei derartigen Flüssigkeitsbehältern
den Deckel trichterförmig nach oben ausbilden. Hierbei kennt
man einmal eine flach nach außen gewölbte Form, die durch
Pressen erzeugt wird und keine. Naht aufweist (Abb. 112), im
Gegensatz zum kegeligen Trichter, der von Hand hergestellt
wird und dessen Naht gelötet ist (Abb. 113). Bei runden Kanistern,
bei denen man die Kosten der Anbringung eines Trichterdeckels
sparen will, empfiehlt sich glatter Boden,.der in einfacher Weise
rund gesickt und aufgefalzt wird (Abb. 111). Zu bemerken ist
hierbei, daß sich der Ausguß dann unbedingt in der Mitte des
A befinden muß, da

el seitlicher Anordnung TB zu.

desselben die aufdem Deckel 1 | | a |

conzentrisch liegenden Sik- +*- As =&gt; i "=
kenringe unterbrochen wer- Apb. 114. Abb. 115. Abb. 116.
den. Hierdurch tritt eine Stöpeel mm Schraub-
Verspannung des Deckelsein Verschluß. erschluß. Verschluß.
so daß sich derselbe schief Abb. a für

55
        <pb n="68" />
        verstaucht. Außer dem Sicken des Deckels empfiehlt es sich
zur Versteifung auch die zylindrische Seitenwand des Kanisters
absatzweise mit Sickenringen zu versehen.

Verschlüsse

Man teilt allgemein die Verschlüsse ein in den Scheiben-
verschluß, — in der Praxis meist Stöpsel- oder Aufsteckverschluß
genannt, — den Klemmverschluß und den Schraubverschluß.
Der Stöpselverschluß (Abb. 114) ist in der Herstellung am
billigsten und dichtet wohl auch am besten ab, muß jedoch beim
Öffnen zerstört werden. Bei Anwendung für Öle und Benzin
wird auf die Öffnung ein Papier, darüber eine Blechscheibe
aufgelegt und mittels eines Handsickenapparates mit 3 Rollen
der Verschluß aufgefalzt.

Der Klemmverschluß geschieht derart, daß eine in Abb. 115
etwas übertriebene Bauchung dem Herausdrücken infolge elasti-
scher Federung entgegenwirkt. Der Schraubverschluß (Abb 116)
kann ebenso wie der Stöpselverschluß durch Einlegen von Gummi-
dichtungen luftdicht abgeschlossen werden, ist in der Herstellung
am teuersten, bei häufiger Verwendung, d. h. Öffnen und
Schließen des Verschlusses, jedoch weitaus am praktischsten

und haltbarsten.
Bei schwerflüssi-
gen Materialien, wie
z. B. bei Honig, muß
darauf gesehen wer-
den, daß die Ausguß-
öffnungentsprechend
groß, bei Honig etwa
8 cm im Durchmes-
ser ist. Bei Lack, der
Abb. 117. Kanisterverschluß für an seiner Oberfläche
Lackkanfster. oxydiertunddorteine
Hautbildet,empfiehlt
es sich, eine Abfüllöff-
nung in der Nähe des
Bodens an der Seiten-
wand mit Schrauben -
verschluß anzuord-
nen. Der Lack wird
von oben eingefüllt
und dann der Deckel
Abb. 118. Anilin-Farben-Kanister-Verschluß. aufgefalzt. Die Haut
Zi
        <pb n="69" />
        des LacKs selbst bietet einen ausgezeichneten Schutz gegen evtl.
Luftzutritt durch den Deckelfalz.

Ein interessanter dreiteiliger Verschluß für Lackkanister
wird in Abb. 117 veranschaulicht. Der erste Teil a ist ein ge-
bördelter Gewindeeinsatz, der in die Öffnung des Kanisters
eingelötet wird. Hierdurch wird ein fester luftdichter Verschluß
des Kanisters erzielt. Der zweite Teil b ist ein schnabelförmiges
Ausgußstück, das in Teil a eingeschraubt wird. Zuletzt wird
der Stöpsel c wiederum in b eingeschraubt. Vorteil dieser Aus-
rüstung ist der, daß zwecks bequemer Raumausnutzung die
Kanister nur mit dem Verschluß a zum Versand kommen. Dieser
Verschluß ist platzsparend. Soll der Kanister geöffnet werden,

Abb. 119. Abb. 120.

Abb. 119 —120. Anilin-Farben-Kanister-Verschluß

Abb. 118 und Abb. 119 ohne eingeschobenen.

Abb. 120 mit eingeschobenem Deckel.

so muß man mit einem scharfen Instrument den Boden von a
einstoßen, «dann den Ausgießer b aufschrauben und kann aus
dem Kanister nunmehr die erforderliche Menge Lack entnehmen.
Als Verschluß wird nunmehr der Stöpsel ce verwendet. Es ist
also ausgeschlossen, daß während des Versandes Unbefugte den
Kanister öffnen können, um Lack zu entnehmen, ohne daß dies
sofort bemerkt wird.
} Der Verschluß, der für Anilinfarbenbehälter üblich ist, wird
in Abb. 118-—120 gezeigt. Wir haben hier eine zungenförmig
ausgestanzte Öffnung a, von der aus zu beiden Seiten je 2 weitere
Einschnitte eingestanzt sind. Die zwischen je 2 solcher Ein-
schnitte liegenden Blechteile b werden mittels eines Prägewerk-
zeuges nach unten gedrückt und am Rande abgerundet. Es
ist nun möglich, den rechteckigen Schieber ce so einzuschieben,
mn
        <pb n="70" />
        SC @ daß die Teile b unter thm, die
; vorstehenden Zungen d als auch
der Deckel über ihm zu liegen
kommen.
Ein . beliebter Verschluß für
Blechhobboks ist. der, daß über
den Deckel ein federnder Bügel
in eine. federnde vorstehende

Abb. 121. Abb. 122. Zunge einfällt (Abb. 121). Dieses

Abb. 121-122, Prinzip läßt sich in verschiedener

Verschlüsse von Blechhobboks. Weise konstruktiv ausführen. Eine

andere Konstruktion ist die, daß

der Deckel einfach auf den Blechhobbok aufgesetzt wird,

und seitlich einige, mindestens 3 Zungen, die am oberen

Zargenrand angebracht sind, auf den Deckel über die Zarge
hinweg heruntergebogen werden (Abb. 122).

Firmen, die viel Material in Blechkanistern zu versenden
haben, stehen häufig vor der Frage, ob sie runde oder viereckige
Kanister verwenden sollen. Hier spricht neben der Raum- und
Frachtfrage auch die Frage des Preises sehr mit. Es war trotz
aller Untersuchungen und Rückfragen nicht möglich, die Frage
eindeutig zu entscheiden, ob der viereckige oder runde Kanister
bei gleichem Rauminhalt billiger ist. Abb. 123 zeigt einen Preis-

#007
runde Form
D werechige Form
300
700,
zZ. a . Rauminhalt
+ 70 TS E co . 2

Abb. 123. Kostenverhältnisse von Kanistern (Blankes Weißblech),

bezogen auf 100 Stück.

7
        <pb n="71" />
        vergleich zwischen runden und viereckigen Kanistern, der auch
nicht eindeutig ist. Es geht nur soviel aus demselben hervor,
daß bei großem Rauminhalt der viereckige Kanister teurer wird,
während bei mittlerem Rauminhalt die Verhältnisse unklarer
sind. Firmen, die Blechemballagen herstellen, werden je nach
dem Vorhandensein von Werkzeugen eckige oder runde Kanister
billiger herstellen können. Sicher ist es, daß runde gezogene
Kanister dann billiger werden, wenn sie in großen Mengen an-
gefordert werden. Kin Gesichtspunkt kann hier noch in Frage
Rauminhalt Sn .
ww 20 SG Su
Abb. 124. Preisverhältnis zwischen Korbballons und
Blechkannen.
kommen, das ist die größere Haltbarkeit des runden Kanisters
gegenüber der des eckigen. Diese Preisdifferenzen spielen bei
der Kalkulation nicht nur eine Rolle bei den gleichartigen Ver-
packungsarten, sondern auch dann, wenn von einer Art zur
anderen übergesprungen werden kann. So ergibt sich bei Flüssig-
keiten sehr häufig die Möglichkeit, diese entweder in Blech-
kannen oder in Korbballons zu senden. Abb. 124 zeigt eine Preis-
tafel, in der die Preise von Blechkannen und Korbballons ab-
hängig vom Rauminhalt. eingetragen sind. Aus dieser Abbildung
geht hervor, daß bei geringem Rauminhalt die Blechkannen,
bei größerem Inhalt die Korbballons billiger werden.
3, GLAS
Die Flasche
Zum Versenden und Aufbewahren verschiedenster Flüssig-
keiten, wie Alkohol,Wein, Fruchtsäften und dergl., die in Metall-
kanistern Geschmack annehmen würden, verwendet man Flaschen.

5Q
        <pb n="72" />
        Diese kennt man in den verschiedensten Formen und aus den
verschiedensten Glasarten. Da, wo es besonders darauf ankommt,
den Inhalt zu beobachten auf Verdunstung, Veränderung
chemischer oder physikalischer Art, nimmt man helle Gläser.
Da, wo die Flüssigkeit gegen Einwirkung von Licht geschützt
werden muß oder auch da, wo eine genaue Beobachtung nicht
notwendig ist, man aber billig verpacken will, nimmt man grünes
oder dunkles Glas. Abb. 125 zeigt den Preisunterschied zwischen
Standflaschen, wenn sie aus weißem oder grünem Glas angefertigt

1

weißes Glas-
Rauminhalt nun Era E
WE ur U 30 #0 50 V7 w
Abb. 125. Preisverhältnis der weißen und grünen Stand-
flasche in Abhängigkeit vom Rauminhalt.

sind. Man sieht, daß das grüne Glas auch bei den größeren
Inhalten immer billiger bleibt als das weiße. Relativ ist der
Preisunterschied zwischen dem Preis des Inhalts zur Verpackung
dann natürlich geringer. Auf die verschiedenen Flaschenformen,
mit schlankem Hals, hoher Schulter, engerem und weiterem
Hals hier näher einzugehen, würde zu weit führen. Die Flaschen-
formen sind .ja allgemein bekannt. Für Versendung und Auf:
bewahrung von Flüssigkeiten nimmt man am besten die Flasche
mit hohem Hals, Für Aufbewahrung von zähflüssigem Material,
wie Sahne, Drogen und Chemikalien, nimmt man die Gläser
mit weitem Hals und eingeschliffenem Stöpsel. Bei Flaschen
mit engem Hals hat man eingeschliffenen Stöpsel, auch solche
mit Tropfvorrichtung, z. B. bei Arzneiflaschen, ferner Kork-
verschluß, dann Papier-, Stearinverschluß, auch Strohverschluß.
Verschiedentlich müssen diese Verschlüsse noch gesichert werden.

Rn
        <pb n="73" />
        um Fälschungen vorzubeugen oder Ausdunstungen zu verhindern.
Dies geschieht in einfachster Form durch Überkleben mit Papier,
das den Firmenaufdruck trägt, bei besseren Marken mit einer
Bleizinnfolie, die übergezogen wird. Ferner kommt Versiegeln
mit aufgedrucktem Stempel in Frage, dann Überziehen mit
nasser Fischblase, die um den Flaschenhals festgebunden wird
und sich beim Trocknen zusammenzieht. In dieser Form werden
meistens Essenzen und Wohlgerüche verschickt. KEine der
neuesten Sicherungsverschlüsse ist der als Walo-Verschlußkapsel
oder Dr. Lorenz-Verschlußkapsel in den Handel kommende
Verschluß, der aus chemisch reiner Zellulose hergestellt ist.
Die Verschlüsse werden vor Gebrauch etwa eine Stunde in ein
geschmeidiges Bad gelegt, das in der Hauptsache aus
Wasser, Glyzerin und Formalin besteht. Sie werden dann
lose über Korken und Flaschenhals

übergestülpt und müssen 4 oder

5 Stunden lang stehen und ziehen, Bei

der Trocknung ziehen sie sich ganz

fe | Ü mit Korkmgndstick oder
eingeschliffenem Glas-
Abb. 126 und 127. stopfen.

eng um den Flaschenhals zusammen und können nur durch
Verletzung wieder entfernt werden. Abb. 126 zeigt diesen
Verschluß in ungetrocknetem, Abb. 127 in getrocknetem Zu-
stand auf einer Parfümflasche. Der Verschluß hält sehr dicht
und wird in verschiedensten Farben und Schattierungen geliefert.
Er ist des relativ hohen Preises wegen am besten für Quali-
tätsware jeder Art zu verwenden.

Nicht alle Flaschen, namentlich die größeren Formates,
können im ungeschützten Zustand versandt werden. Die Ver-
sandglasflaschen für Säuren und ätzende Flüssigkeiten unter-
teilen sich wie folgt:

Im allgemeinen unterscheidet man bei Versandflaschen
zwischen . Standflaschen und Ballonflaschen, wobei bei. der
Standflasche (Abb. 128) die Gefäßwand eine glatte zylindrische
ist bei gleichem Durchmesser, während beim Ballon der Durch-
(5
        <pb n="74" />
        messer am Fuß etwa 3/, bis */; so groß ist wie oben vor der Hals-
einschnürung. Die Wandstärken dieser Glasflaschen sind ver-
schieden und betragen 3—8 mm je nach Art des Transportes und
Gefährlichkeit des ausfließenden Inhaltes. Was diese Gefahren
betrifft, so muß vor allen Dingen darauf geachtet werden, daß
das Füllmaterial bei Mantelflaschen gleichzeitig die Aufgabe
hat, etwa ausströmende Säure aufzusaugen, damit der Mantel
Abb. 129 u. 130. Blechmantelflascher Abb. 131. Glasballon
Abb. 129. Geöffnet. im Blechstreifenkorb.
Abb. 130. Geschlossen.
Fa
SS-
N a
8 7
T .
W
Abb. 132. Offene Holz- .
mantelflasche (Flasche
lose eingesetzt zur besse- Abb. 133. Glasballonin Abb. 134. Demyohns mit
ren Beobachtung des Weidenkorb. oder ohne Bodenschutz.
Inhaltes).
nicht zerstört wird. Dies ist vor allen Dingen wichtig bei Holz-
mantelflaschen. Holzmäntel sind bedeutend empfindlicher als
Weidengeflecht oder Metall. Bei Versandflaschen gibt es ver-
schiedene Arten von Umhüllungen.
1. Metallmäntel, 2. Weidenmäntel, 3. Holzmäntel.
Zu den Metallmänteln gehören die geschlossenen Blechmantel-
packungen mit eingesickten Ringen (Abb. 129 und 130) und die

62
        <pb n="75" />
        Blechstreifenkörbe (Abb. 131). Eine Holzmantelflasche zeigt
Abb. 132. Als Füllmaterial kommt in erster Linie Stroh in Frage.

Bei den Weidenkörben unterscheidet man einmal den Weiden-
korb ohne Deckel (Abb. 133), die Korbflasche mit Deckel und
Kopf und drittens die Demyohns (Abb. 134), die zum Versand
von Südweinen bevorzugt werden.

Andere Hölzer als Weiden kommen nicht in Frage. Dagegen
können durch verschiedene Verfahren, vor allen Dingen Bleichen
und Schälen, Weidengeflechte verschiedenes Aussehen erhalten.

Die Holzschutzgefäße sind meist kantige, selten runde Ver-
schläge, die mittels Bandeisen zusammengehalten werden
(Abb. 132). Der Flaschenhals steht meistens ein Stück über den
Deckel hinaus und wird mittels Schutz-
kappe aus Blech vor Beschädigung ge-
schützt. Will man derartige Gefäße auf-
einanderstapeln, so empfiehlt es sich, die
Holzmäntel mit Schutzbrücken auszufüh-
ren (Abb. 135). Zum Ausfüllen dieser
Holzschutzgefäße kommt als Füllmaterial
hier nur Holzwolle in Frage im Gegensatz
zu den Füllmaterialien der anderen er-
wähnten Versandmantelflaschen, wo Stroh
bevorzugt wird. -

Die Holzwollfüllung derartiger Ge-
fäße- geschieht dadurch, daß die Flasche
in den leeren Holzmantel, eingesetzt und
der Deckel aufgesetzt wird. Der Verpak-
ker stopft nun mittels eines Bleches von
allen Seiten die Holzwolle durch die Fu-
gen in den Mantel ein, bis die Flasche Abb. 135.
von der fest eingedrückten Holzwolle völ-
lig umgeben ist. Die Bretter der Holzmäntel sind etwa 9 mm
stark. Der Zwischenraum zwischen den Latten des Mantels,

zwischen. denen die Holzwolle durchgestopft wird, beträgt 1 cm.
Auf dem Boden sind 3 Verstärkungsleisten parallel nebeneinander
aufgenagelt.

Außer bei der Holzmantelpackung verwendet man bei den
anderen Mantelflaschen als Füllmaterial Stroh, da es im Gebrauch
billiger wird und leichter ist. Das Einsetzen der Flasche in den
Mantel geschieht derartig, daß die Strohbunde gleichmäßig
auf der Innenwand des Mantels verteilt werden, dann die Flasche
hineingedrückt wird, und die etwa bis 40. cm hoch über den
Mantel überstehenden Strohenden miteinander zopfartig ver-
Gi*
        <pb n="76" />
        flochten und innerhalb des Mantelrandes eingedrückt werden.
Man nimmt für die Versandflaschen allgemein Rohglas. von
dunkelgrüner Färbung. Gereinigtes Glas, also weißes, durch-
sichtiges Glas, wird gern für den Versand von Sämereien und
Pflanzen verwendet, um den Keimprozeß innerhalb der Flasche
von außen beobachten zu können.
Wenn .man sich ein Bild davon machen will, welche Art
von Flaschen man beim Versand vorzuziehen hat, so wird man
DE natürlich zunächst
| einmal die Kigen-
schaften der ver-
schiedenen Fla-
schen zu berück-
sichtigen haben.
Bei sehr rohem
| Transport ist der
Tree weile Werden, Holzmantel am
Trade Form nn es . A
500] Ba BE günstigsten. Er ist
; CS | aberauchamteuer-
s Tem SAFE sten, Flaschen, die
a a7 berkonb ad transportiert
300! re Ta werden müssen,
' Oh UBechel / mr al ; werden am besten
EA” ohne Überkokb A in Weidenkörben
/ ee Ho re de yradefarm ee weil
300 offene Holzmante/flasche Mer durch den
edel un Kae Henkel am Korb
« Ballo He. — die günstigste
m. v.— . .
Griffgelegenheit
ES eiß4. Standflasche = gegeben ist. Ein
N a — P— = billiger aber stark
HR Kork ran verbeulender
auftrel Ken Andere ‚Versand Vaschen Mp fe Schutz ist der
! a Blechstreifenkorb.
ö 70 20 zz Fat iohalt 50 560 70 € 80 Wenn man unbe-
Abb. 136. Preise der einzelnen Packungen bezogen dingten Schutz vor
auf die grüne Normalstandflasche. Auslaufen der
Flasche haben will,
nimmt man den teueren geschlossenen Blechmantel. Ein Bild
über den relativen Preis der einzelnen Packungen bezogen auf
die ungeschützte grüne Normalstandflasche gibt Abb. 136. Es
geht hieraus hervor, daß die Korbflasche mit grüner Weide
und gerader Form genau so teuer ist als die offene Holzmantel-

AA
        <pb n="77" />
        flasche ohne Deckel und Kopf. Die Demyohns sind in den kleinen
Abmessungen etwas billiger. Ballons in‘ Körben sind im all-
gemeinen billiger als Standflaschen. Besonders teuer werden
Korbflaschen in Körben aus geschälter Weide in gerader Form.
Die Blechmantelflasche konnte nur in den kleineren Größen
festgestellt werden, sie ist in den ganz großen Ausführungen
weniger gebräuchlich. Erwähnenswert ist vielleicht noch, daß
bei den ungeschützten Flaschen der Ballon bei den kleinen
Größen etwas teurer ist als die Standflasche, während er von
etwa 40 Litern an billiger wird.
Porzellanpackungen

Diese Packungen, meistens als offene Büchsen und in Dosen-
form, werden für pharmazeutische (Salben, Vaseline) Produkte
mehr verwendet und sind des besseren Anfassens halber an
der Außenseite vertikal geriffelt. Der Deckel ist der Billigkeit
als auch der Sauberkeit wegen aus Zelluloid hergestellt, soweit
der Verpackungsinhalt keine Möglichkeit zu Feuersgefahr bietet.

4. PAPPE UND PAPIER

Eine große Rolle bei der Herstellung von Verpackungen
spielen die Materialien Pappe, Wellpappe und Papier. Papp-
kartons und Kartonnagen runder und beliebiger Form findet man
überall. Die Pappe scheint sich in den letzten Jahren gegen-
über dem Metall und Holz ganz besonders stark durchzusetzen.
Sie ist auch viel formfähiger als Holz und Metall, teilt natürlich
nicht alle vorteilhaften Eigenschaften, die wir bei anderen
Materialien haben. Vor allem ist aber die Pappackung besonders
billig.

Runde Formen

Es sei hier zunächst auf die einfachen kleinen, runden Formen
hingewiesen, die teilweise zum Verpacken von Pastillen, Pulver,
Nahrungsmitteln und Gewürzen im mehligen Zustande als auch
für Käse und dergleichen dienen. Hierzu gehören auch kleine
Packungen für Schmucksachen und Farbbändern usw. Abb. 137
bis 154 zeigen die Mannigfaltigkeit der Formen. Bei den runden
Formen sei darauf hingewiesen, daß man mit Absicht bei Schach-
teln, die‘ stramm passen. sollen, den Hals etwas konisch
nach Richtung der Öffnung wählt. Die runden und ovalen. Dosen
werden entweder gezogen. oder der Boden wird in die gebildete
Zarge eingeleimt oder beim Vorstehboden in einer Rille fest-
gehalten. Dort, wo der‘ Schachteldeckel mit seinen Seiten‘ über
den Schachtelboden nicht vollkommen übersteht, empfiehlt

Sachsenberg 5

Am
):;
65
        <pb n="78" />
        sich häufig die Anbringung eines Halses, der entweder nach
innen gezogen, oder der direkt eingesetzt wird. Bei dem KEin-
ziehen des Halses ist zu bemerken, daß dies als letzter Arbeits-
SS
&amp; 2 SS U G 3 5 7
an = a ZZ —_=.
f
Abb. 137 bis 153. Verschiedene Dosenformen,
vorgang, also oft nach dem HEinsetzen des Bodens. geschieht.
Es gibt noch eine weitere Art, den Boden auf der Zarge zu be-
festigen. indem man den Boden einfach aufsetzt und mittels
Überklebpapier an der Zarge befestigt, das sog.
Kappensystem.
In Abb. 155—162 sind die mannigfachen
Sorten gut zu sehen. Man sieht hier zunächst
AnE AB einen Deckel mit Zarge (Abb. 155), der mittels
Garnpackung, Papierstreifen verklebt ist. Hierbei ist natürlich

RG
        <pb n="79" />
        keine große Haltbarkeit zu erwarten. Die Fabrikation ist aber
einfach und bei derartigen Kappenschachteln billig... Da die
Schachtel keinen vorstehenden Rand hat, namentlich wenn auch
der Boden auf die gleiche Weise eingesetzt ist, so nimmt sie
wenig Raum ein und packt sich leicht in größere Packungen.
Das nächste Bild zeigt den Deckel mit eingesetztem Vor-
stehrand (Abb. 156). Hier ist in den Zylinderkörper der
Schachtel eine Rille eingedrückt, in die der Deckel, der etwas
Übermaß hat, eingezogen worden ist, so daß sich der Deckel
nach oben eine Kleinigkeit wölbt. Der Deckel hält so die Schachtel
entsprechend gut versteift. Es liegt aber die Gefahr vor, daß
Randformen runder Pappschachteln.
6 a
Abb: 155. Abb. 156. Abb. 157. Abb. 158.
Deckel mit Zarge Deckelin Vorsteh- rund gezogen. Vorstehrand an-
mittels Papier- rand eingesetzt. gezogen.
streifen verklebt.
BE 6 a
&gt; ' a SR
Abb. 159. Abb. 160. Abb. 161. Abb: 162;
Rund gezogen mit Rund gezogen mit Überstehender Zargenhals ein-
zweitem inneren eingezogenem Deckel ohne Hals, gesetzt und mit
Deckel (Käse- Hals. Bodenzarge ver-
packung). leimt.
Abb. 155—162, Formen runder Pappschachteln.
er bei äußerem Druck nach innen durchfedert, wobei die Schachtel
an Ansehen verliert. Die dritte Skizze zeigt den Deckel einer
Schachtel, der rund gezogen ist (Abb. 157). Dieser ist leicht
herzustellen, ist im allgemeinen aber wegen seines Aussehens
nicht sehr beliebt. Er kann nur dann geliefert werden, wenn
°me größere Anzahl der betr. Schachteln gewünscht wird, weil
ein. besonderes Ziehwerkzeug hierzu hergestellt werden muß,
Bei dieser Art von Ziehen ist eine ziemlich kräftige Abrundung
notwendig.
Bei der Form nach der nächsten Art, Vorstehrand eingezogen,
ist das umgekehrte Ziehverfahren mit angestauchtem Deckel
(Abb. 158) angewandt. Hier haben wir einen gut versteiften

67
        <pb n="80" />
        Rand, ähnlich wie bei dem Deckel mit dem eingesetzten Vor-
stehrand, eine sehr gute Verbindung und ein nettes Aussehen.
Die Werkzeuge hierfür sind etwas teurer als bei dem Deckel,
der rund angezogen wird. Auch ist der Materialverbrauch
etwas höher. Ferner zeigt die Abbildung 159 einen rundgezo-
genen. Deckel mit zweitem inneren Deckel. Solche Packungen
kommen gewöhnlich nur für sehr gut schließende Papp-Packungen
vor, die an sich selten sind, z. B, bei Käseverpackung. Die beiden
Deckel sind in derselben Form hergestellt wie der vorherge-
nannte, rundgezogene Deckel (s. auch Abb. 307). Sie müssen
aber genauer gearbeitet sein, weil sie luftdicht aneinander-
schließen müssen. Die Konstruktion ist daher verhältnismäßig
teuer, natürlich billiger als eine gleiche Konstruktion in Blech,

Das nächste Bild (Abb. 160) zeigt eine Schachtel mit auf-
gesetztem, rundgezogenem Deckel. Der Deckel ist hier zum
Unterschied gegen. den. vorher beschriebenen. rundgezogenen zur
Versteifung in der Mitte etwas eingezogen, dasselbe ist mit dem
Schachtelboden selbst geschehen, und außerdem ist der Hals
der Schachtel auch noch angezogen, so daß Deckel und Zylinder-
form der Schachtel ein gleichmäßiges Ganze bilden. Derartige
Schachteln sind sehr beliebt, sind sehr steif und halten gut.
Sie läßt sich aber, wenn sie z. B. Pulver enthält, in den Ecken
schlecht ausnutzen bzw. ausschütten.

Hierfür ist besser die Schachtel nach der nächsten , Form
(Abb. 161) mit überstehendem Deckel ohne Hals, etwa in der
Form des Deckels mit Vorstehrand ausgeführt und mit Boden
nach Kappensystem.

Will man diese kantig gehaltene runde Schachtel, die für
das Ausschütten von Pulversorten besonders günstig ist, auch
sehr kräftig halten und trotzdem den Zylinderteil glatt haben,
so wählt man die Form nach Abb. 162 mit eingesetztem Zargen-
hals und verleimter Bodenzarge. .

Für gewisse Zwecke empfiehlt es sich, den Boden ganz be-
sonders stark herzustellen. Dies wird dadurch erreicht, daß
entweder ein zweiter Boden eingesetzt wird, oder daß, — wie
bei Käsepackungen zuweilen gebräuchlich, — die fertige Schachtel
in einen äußeren Boden eingesetzt wird. An der Naht werden
Deckel und zweiter Boden mittels Überklebstreifens geschlossen
(Abb. 307).

Eine andere Verbindung des Deckels und Bodens mit seinem
Rand geschieht durch Verkleben, und zwar wird, wie die
Abb. 163—171 zeigen, ein auf dem unteren. Rand festgeklebter
Papierstreifen ausgezackt über den eingeleimten Boden über-

AR
        <pb n="81" />
        gebogen und dort verleimt. Die Methode ist bei KEinzelfabri-
kation und kleinen Serien mit den anderen Verbindungen noch
konkurrenzfähig, hält aber nicht gut; bei Massenfabrikation
kommt sie kaum noch in Frage.

Die Abb. 172 und 173 zeigen noch eine andere Art der Ein-
ziehung des Halses der Schachtel, so daß auch hier ein Über-
stehen des Deckelrandes über den Zylinderkörper der Schachtel
nicht stattfindet. Der Rand ist hier durch Riffelräder einge-

yo Ca

SS

EEE

Abb. 163—171. Zackenschachteln,
zogen. Die Konstruktion kommt aber nur bei solchen Schachteln
in Frage, die nicht sehr dicht sein brauchen und ist vor allen
Dingen bei Schachteln, die Puder und feines Mehl enthalten,
zu verwerfen, weil diese hier aus-
stäuben. Solche Schachteln be- +
zeichnet man als Stülpschachteln.

Eine Sonderform, die flaschen-
artig als Streubüchse ausgebildet
ist, zeigt Abb. 174. Sie ist voll-
kommen durch Ziehen entstanden,
sehr dicht und wegen ihrer doppelten Abb. 172.

Wandungen gut steif. Bei ihrer Öff-

nung ist ein Pfropfen b mit ein- SE

geleimtem Sieb a in dem Flaschen- E

hals c eingeleimt. Über diesen wird . SE

dann der Deckel d übergeschoben. a AL

Der Pfr i ; hüch:
er opfen b mit dem Sieba Abb. 178. Streubüchse.

bleibt ständig über der Flasche, so

daß der Inhalt nur ausgestäubt, aber nicht ausgeschüttet

werden kann. ;

Außer den runden Kartonnagen werden zur Verpackung

69
        <pb n="82" />
        der verschiedenen Formen eckige,, durch Falten von Pappen
entstandene Kästen, sogenannte Faltschachteln, benutzt.

Es wird hier im allgemeinen zwischen Hart- und Weichpackung
unterschieden. Zur Hartpackung gehören die stehenden Schach-
teln, zur Weichpackung die Falt- und Schiebeschachteln. Die
Zigarettenpackungen sind. heute zum größten Teil als Hart-
packung ausgebildet, jedoch wird bei billigeren Schachteln und
auch infolge der jetzigen wirtschaftlichen Lage die Weichpackung
mehr und mehr bevorzugt, insbesondere die Faltschachtel.

Faltschachtel

Die Faltschachtel wird heutzutage bei kleineren Mengen
bedruckt unter der Stanze ausgestanzt und in den verschiedenen
Arbeitsgängen gebogen. oder gerillt. Bei größeren Mengen
kommen Sonderautomaten in Frage, die die Faltschachtel
drucken, biegen, stanzen usw. und direkt von der Rolle arbeiten.

Das Biegen der Kanten an den Faltschachteln geschieht
entweder

1. durch Vorritzen der nach außen kommenden Kante,

2. durch Biegen mittels Maschinen,

3. durch Rillen mittels Maschinen.

Abb. 175—177. Biegen der Faltschachteln.

Die Methode des Ritzens ist die billigste und geschieht durch
Schieben der Pappe unter kreisrund laufende Messer. Nachteil
dieser Bearbeitung ist der, daß hier bei häufigem Gebrauch
die Schachteln an. den Kanten aufbrechen.

Das Biegen ist die teuerste Bearbeitung, aber die sorgfäl-
tigste (Abb. 175—177).

Das Rillen ist etwas billiger als das Biegen, jedoch eignen
sich nicht alle Pappsorten dazu. Es geschieht gleichfalls durch
kreisrunde, aber nicht scharfe Messer, die zwei Rillen ‚an der
oberen Kartonseite und eine dazwischen an der unteren ein-
ziehen. Die obere Kartonseite wird die spätere Innenseite der
Faltschachtel. Einige Risse von Faltschachteln zeigt Abb. 178.
Hierbei ist zu bemerken, daß die Höhe der Einklappungsstücke
bei großen Faltschachteln Z - 20, bei mittleren 5 +15 und

70
        <pb n="83" />
        bei kleinen 5 + 10 mm beträgt, wobei unter a die schmalere
Seitenbreite der Faltschachtel zu verstehen ist.

Die KEinsteckschlitze werden, soweit sie nicht besondere
Formen erhalten, entweder schräg oder gerade ausgeschnitten.
Bei niedrigen Schachteln ist der schräge KEinsteckschlitz vor-
zuziehen, weil hier leichter einzuschieben ist. Bei größeren und
schwereren. Schachteln ist der gerade KEinsteckschlitz besser,
weil er doppelte oder mehrfache Vernietung zuläßt. Zu be-
achten ist bei den Zuschnitten in Abb. 178 noch folgendes:
Bei Riß b ist rechts ein leichter halbrunder Ausschnitt in den
Lappen vorhanden, der von Laien wenig beachtet wird. Er
ist notwendig, damit beim Einklappen der Finger durch den

HA A

Kali 4

en ES N 5. 1 1 LE =

(7 1 A 3 KM
We a 11}
Abb. 178. Risse von Faltschachteln.

überzuschiebenden. Deckel durchgreifen kann und um die Ein-
klappzunge herüberzuziehen. Bei dem Riß e ist die Einklapp-
zunge stark konisch gehalten, aber mit breiter Basis. Sie steckt
sich dadurch leicht in den Schlitz ein, reißt aber nicht leicht
ab. Riß h: Die Haltung der Packung ist vielleicht geringer
als bei denen mit gebogenen Zungen und schrägen Schlitzen,
weil sie sich hier wie bei h und i in den schrägen Schlitzen. besser
verhaken können. Wird die Zunge jedoch in der Basis ver-
hältnismäßig dünn wie bei Riß r, so ist hier ein Abteißen leichter
zu befürchten. Sehr bequem sind die Einsteckzungen bei einem
Zuschnitt nach Riß t. Sie halten natürlich nicht so gut fest
wie die anderen; gewöhnlich kommen sie bei solchen. Schachteln
in Frage, die nachher noch verklammert werden. Einige Sonder-

71
        <pb n="84" />
        zuschnitte sind in den Abb. 179, 180 und 181 dargestellt. Abb.17%
zeigt eine sechseckige Schachtel, die für Filme benutzt wird
und bei Mengenverpackungen von Filmen sich sehr gut ver-
staut und den Platz gut ausnutzt. Vor allen Dingen ist der
Film aus diesen Schachteln leichter herauszunehmen, weil in
den Ecken Platz für das Eindringen der Finger in die Packung
ist. Der Zuschnitt nach Abb. 180 und 181 zeigt die sogenannte
Gürtelschachtel, bei der Deckel und

Boden um den angehefteten Seiten-

rand und Zargenstreifen herum-

geklappt werden. Diese Art von

Schachteln ist besonders beliebt,

weil sie sich im ungebogenen Zu-

stand in Packen leicht verschicken

lassen, dort keinen Raum brauchen

und erst, wenn ‚sie zu ihrem

Zweck benutzt werden, geheftet

und umgebogen oder nur gebogen

werden.

Abb. 179 Abb. 180 —181. Zuschnitt der

Sechseckiger Karton für runde Filme Gürtelschachtel.

Es ist hier noch eine Reihe besonderer Patentschachteln
erwähnt, die so konstruiert sind, daß sie im aufgeklappten Zu-
stand versandt und aufbewahrt werden, sowie im zusammen-
gefalteten Zustand eine gute steife Packung geben. Abb. 182—184
und 185—187, sowie Abb. 188 und 189 geben derartige Muster,
die sich durch die Abbildungen ja selbst erklären. Die hier ge-
zeigten Zuschnitte und Enden müssen, damit sie in der end-
gültigen Form der Schachtel gut zusammenhalten, auf ver-
schiedene Weise verbunden werden. Es sei hier vorweg bemerkt,
daß solche Schachteln, die auf Lager gehalten werden, größere
Haltbarkeit zeigen müssen als solche, die für den Versand be-
stimmt sind: Die Lagerschachtel wird wieder und wieder ge-
braucht und ist daher besonders stark zu halten, namentlich
ist sie an den Ecken gut zu schützen. Soweit es sich um Kon-
fektions- und Wäscheschachteln handelt, sind sie mit Griffen

79
        <pb n="85" />
        Ca
Abb. 182. Zusammenfügen der Abb. 185, „Verfalzen der Schachtel-
Schachtel mit Vorstehrand. zuschnitte in Lagen von 8 bis 10
Stück, je nach Stärke des Kartons.
Abb. 183, Lage der Überschlagklappe Abb. 186. Einbringen des Well-
vor dem Einstecken des Zapfens in pappe-Sperrbodens.
den Bodenschlitz.
Abb. 184. Einstecken des Befesti- Abb. 187. Einsetzen des Form-
gungszapfens in den Bodenschlitz. Einsatzes.
und Schildern zu versehen. Im übrigen kann die Verwendung
der Schnitte zu Schachteln auf die verschiedenste Weise statt-
finden.

1. Es kommen hier in Frage gegenseitiges loses Ineinander-
stecken mittels Zungen der vom Deckel oder Boden ab-
gebogenen Zargenstücke, in derselben Art wie bereits be-
Sprochen.

2. Einkleben einer besonderen Zarge,

3. das Heften mittels Heftklammer,

4. das Beschlagen mittels der verschiedenartigsten Eckenbe-
schläge, Flachbeschläge und dergl.

5. das Nieten.

79
        <pb n="86" />
        Zu 1.: Das bloße
Ineinanderstecken
geschieht bei den ver-
schiedenen Arten der
bereits erwähnten
Faltschachteln. In
ähnlicher Weise kön-
nen auch größere
Packungen, sogar
Kartons hergestellt
Abb. 188 werden. Bei großen
Mengen ist die Her-
stellung wirtschaft-
lich, da sich hier die
Werkzeuge - recht-
zeitig abschreiben
lassen. Nachteilig ist
das leichte Ausein-
anderreißen der die
Befestigung be-
dingenden vorstehen-
den Lappen.
Zu 2.: Das Kle-
Abb. 188 und Abb. 180 Das Falten einer flachen ben ist in der Schach-
Faltschachtel ohne Heftung in zwei Stadien. telfertigung nicht all-
zuhäufig. Es wird
bei nicht gezogenen Zigarettenschachteln zum Verkleben der
Ecken (Abb. 190) verwendet und allgemein zum Überziehen der
Verzierungspapiere der Schachteln. In sehr vielen Fällen
werden diese Verzierungspapiere mittels warmer Stempel auf
die Pappe aufgebracht.
Zu 3.: Das Heften geschieht in der bekannten Weise wie
bei den Büroheftmaschinen mit Drahtklammern. Es ist für
kleine Packungen, die weder
Anspruch auf besondere Halt-
barkeit, noch auf elegantes
Äußere legen, als billig zu emp-
fehlen, es kommt ‘aber auch für
größere Postkartons mit inneren
Holzleisten vor. Die verschie-
denen Heftmöglichkeiten zeigen
Abb. 190. Vorgeklebte Zigaretten- Abb. 191—198.
schachtel.

74
        <pb n="87" />
        Abb. 191—193. Verschiedene Heftarten.
» 4
N
Abb. 194—195, Abb. 196—197.
Zu 4.: Das Beschlagen
geschieht durch Leisten ID Sl
bei BSeitenkanten und IM NO 6°
durch, Versteifungsecken © Re Neo
an den Ecken. Das Muster
dieser Beschläge ist der-
artig gewählt, daß das
in den Aussparungen be- RAND PS DSB
findliche Material in Form { fr Mt My A
kleiner Zähne hervorsteht. NN
Die Zähne werden beim
Aufschlagen der Beschläge
in den Karton getrieben
und nach dem Durch- AM MM MM MOM
schlagen umgelegt. Die M An nf —
Beschläge sind aus lak- Ü a
kiertem oder unlackiertem
Weißblech hergestellt;
Messingblech findet in-
folge seines Preises kaum vum mn NA
Anwendung. Die Beschlä- DOC
ge sollen geschmackvoll
ausgeführt sein, da sie
BO vorteilhaften Abb. 198—205. Verschiedene Formen
Außern der Kästen viel von Beschlägen.

m
78
        <pb n="88" />
        beitragen können. Sie wirken jedoch nicht nur als Ver-
zierung einerseits und zur Schachtelbefestigung andererseits,
sondern auch erheblich als Verstärkung der gesamten Schachtel
oder des Kartons. Die Abb. 194—205 zeigen verschiedenartige
gebräuchliche Konstruktionen. Bei den Leisten und Beschlägen
unterscheidet man einmal Eckenklammern und zweitens Flach-
klammern. Im Preise sind beide einander gleich. Die Anpreß-

N klammern haben übrigens die vorher

(IF erwähnten Zackenschachteln überholt.
ls Das Nieten geschieht in einfacher

—- Weise durch Stift- oder Hohlnieten und

fl ) FA wird besonders bei den einfachen und

. starken Kartons von rechteckigem Zu-

() FE schnitt gern verwendet. (Hierzu
Abb. 206 bis 214,
R .
‚a ©m 8000 DO
Abb. 206—208. Abb. 209.
Stiftnieten in natürl. Größe. Hohlnieten.

Die bei der Kartonnage verwendeten Nieten haben nicht die
gewöhnliche Form der Nieten, wie sie in der Metallfabrikation
verwendet werden, sondern sie sind Plättchen mit kurzen oder
längeren Zähnen, die durch die Kanten durchgedrückt und
hinten umgebogen werden. Hierdurch halten sie dann 2 bis 3
Papplagen übereinander fest. Sie werden in jeder Größe geliefert.
Die kurzen Zähne halten den Kopf gegen Verdrehung der oberen

ee Pappe, die längeren nehmen die eigentliche

© Verklemmung vor (Abb. 206 und 207).

EZ Man verwendet teilweise auch Nieten in
© der Form derjenigen in der Metallfabrika-

tion, jedoch als Hohlnieten, teilweise mit

“zz

x
aa
N
Abb. 210. Boden-
schutznieten in Abb. 211—213,
natürlicher Größe Beispiele für Hohlnietung.

76
        <pb n="89" />
        Blechunterlegscheibe, um die Kopfauflage
fläche zu vergrößern. Diese Nieten werden
dann mit der Nietmaschine von innen um-
gebördelt und halten durch den Bördel
(Abb. 209).

Anstatt der flachen verwendet man App. 214. Genietete
zum Schutz des Bodens halbkugelförmige Tortenschachtel,
Nieten, diesonst inderselben Form angebracht
sind wie die vorher erwähnten Flachnieten mit Zähnen. Die
halbkugelförmigen. Bodenschutznieten (Abb. 210) können auch
mehrere Papplagen miteinander verbinden. Die Beispiele zeigen

a
li 5
Abb. 215—219. Klammerverbindungen.

einen Kasten (Abb. 211), einige stärkere tütenartige Karton-
nagen (Abb. 212 u. 213), die mit Hohlnieten zusammengehalten
sind, während Abb. 214 eine Tortenkiste zeigt, die in der Art
der Zackenschachtel, aber nicht durch Aufkleben der Zacken,
sondern durch Vernietung derselben her-

gestellt ist. ® | ( \

Anstatt der bisher genannten festen \WW//im "
4 a verwendet man auch
Vielfach eine Verklammerung, die wieder TE
lösbar ist. Die Abb. 215—2 19 zeigen. der- CC
artige Konstruktionen. Die flache. Kar- DC
tonnage (Abb. .215) wird durch einfaches WA
Hochschlagen und Umbiegen der Klam- A 0
mern zum fertigen Kasten und kann Abb. 220 u. 221.
durch Aufbiegen wieder gelöst werden. Warmgezogene Behälter,

wÄy
        <pb n="90" />
        Die Haltbarkeit ist nicht allzu günstig. In Abb. 217 sehen wir Um-
legklammern mit einer Versandrolle für Zeichnungen vernietet.
Die Zeichnungen werden in die Rolle eingesteckt und dann die
Klammern in das Innere der Zeichnungsrolle eingebogen, so daß
diese nicht mehr herausrutschen können. Soll die Sicherung
besser. sein, so wird ein Deckel aufgeschoben, durch dessen
Schlitze die Umlegklammern hindurchtreten und über den sie
dann heruntergebogen werden, Bei vielen auch recht tiefen
Formen, die nicht scharfkantig sind, kann man auf jegliche
Klammerverbindung vollkommen verzichten. Viele Pappkar-
tonnagen entstehen durch warmes Ziehen der Pappe, so z. B.
Brillenfutterale, Zigarrenetuis, auch längere Schutzrohre für
Zeichnungen. Zwei Beispiele zeigen Abb. 220 u. 221. Das Ziehen
Abb. 222. Links Holz-, rechts Pappdosen. Gleiche Formen und auf-
fallende Ähnlichkeit in der Ausführung.
der Pappe geschieht dadurch, daß sie zunächst mit flüssiger
Seife präpariert wird und in diesem Zustand 2—3 Stunden
lagert. Übrigens läßt sich auch außer der Pappe dünnes Holz-
fournier als Schachteln in dieselben Formen biegen. Abb. 222 zeigt
verschiedene Kartonnagen teils aus Pappe, teils aus dünnem
Holz, bei denen weder Unterschiede in der Form noch in der
Festigkeit festzustellen ‚sind. Nur das Gewicht und die Farbe
lassen erkennen, daß ein Teil der Kartonnagen aus Pappe, der
andere aus Holz besteht. Das Ziehen dieser Holzkartonnagen
geschieht meistens im feuchten Zustand und mit erwärmtem
Stempel.

‘ Eine interessante Konstruktion von Postversandkisten, die
sich sehr einfach und leicht, auch sicher schließen lassen und
durch Vernieten von starker Pappe hergestellt sind, zeigt Abb.223.
Der Boden dieser Kiste ist nach unten umgebördelt und mit der
Außenwand verheftet, so daß sich ein guter starker Doppelrand
am unteren Boden der Kiste bildet. Der Deckel liegt auf einer

78
        <pb n="91" />
        ringsherum geführten angehefteten
Holzleiste, die die Kiste gleichfalls
verstärkt.

Einige Muster verschiedenartiger
Kartonnagen zu den verschiedensten
Zwecken seien noch gezeigt. Bei
der Schachtel zum Transport von
Seide (Abb, 224) ist der Stoff auf
der in der Schachtel liegenden
Papprolle aufgewickelt und wird
durch Gegendrücken an den En- Apyb, 223. Postkiste aus Holzstoff.
den durch zwei starke Pappstütz-
scheiben, in denen sich die Rolle drehen kann, gesichert. Man
kann also die Seide in diesem! Kasten lagern lassen und zum
Verkauf von der Rolle teilweise abwickeln, ohne die Rolle zu
entfernen.

Der Konfektionskarton (Abb. 225) dient zum Versand von
Modellkleidern; er ist mit Seidenpapier und Bändern aus-
gerüstet, Der Karton ist sonst ganz leicht gehalten, nur am
unteren Rand ist er mit einer Holzleiste abgestützt. Das Seiden-
papier wird über das Kleid hinweggezogen und mit den Bändern
zugebunden, so daß es sich nicht verschieben kann.

Der Hutkarton (Abb. 226) ist auf ein vollkommenes Holz-
gestell aufgebaut. Die Pappwände sind mit diesem Holzgestell
verheftet. Eine ähnliche Hutschachtel zeigt Abb. 227. Sie hat
nur ein viel größeres Format (für.12 Hüte bestimmt) und ist
ebenfalls auf Holzleisten aufgebaut, hat aber über die Mitte
ihrer Öffnung noch eine Versteifungsleiste, die in kleinen auf die
Hauptleiste aufgesetzten Leistchen abgestützt ist und nach dem
Verpacken der Hüte eingesetzt wird. Weiterhin ist der Karton
an den Ecken noch mit eingelegter Drahtversteifung verstärkt.

Die Abbildung 228
zeigt die verschie-
densten Konstruk-
tionsarten und Ver-

Steifungsarten von

Pappfässern. Es ist

hier die Konstruk-

tion in Pappe zum

großen Teil vollstän-

dig durchgeführt, in-

dem Versteifungs- Abb. 224. Karton ‚mit Rollen-Einrichtung.
ringe auch wieder wversand- und Verkaufsschaupackung für Seide.

7
        <pb n="92" />
        von Pappe oder von Holz in die
Fässer eingebaut oder um die
Fässer umgelegt worden sind.
So zeigt das erste Bild eine ein-
geheftete Halszarge aus Pappe
und Papprversteifungsringe außen.
Das Faß ist nach einer Art
Kappensystem gebaut. Das
zweite Bild zeigt wieder innere
Pappversteifung. Hier wird
aber der Kinsatzdeckel mittels
Verschnürung, ähnlich wie bei
den Postkisten, festgehalten und
kann durch ‘die Verschnürung
plombiert werden. Die dritte
Konstruktion zeigt eine stärkere
Bauart. Hier ist anstatt der
Pappbereifung Holzbereifungein -
gesetzt; auch der Deckel ist
mit Holzleisten verstärkt und
Abb. 225. Großer Konfektionskarton. wird mittels übergebogener
Blechklammern, ähnlich nur viel
stärker als bei den Drucksachenklammern, festgehalten. Die
Böden und Deckel solcher Fässer können außer durch Leisten
auch durch Holzkreuze verstärkt werden.

Der Vorteil dieser Pappfässer gegenüber Holzfässern liegt
hauptsächlich in dem außerordentlich leichten Eigengewicht,
in ihrer Fugenlosigkeit und dadurch ihrem besseren Staubschutz.

Abb. 226. Hutkarton mit Draht- Abb. 227. Hutkarton mit mittlerer

Eckenversteifung. Querleiste.

{&gt;
        <pb n="93" />
        € : we . mr
' nn b bes Wi % di | N
a angeheftete Halszarge d Einsatzdeckel f Holzleisten für die Deckel-
b Pappe-Versteifungsring € Bien durch verstärkung
C Sohnür0sen lechlappen g Holzreifen
Abb. 228. Schnitte durch Pappe- oder Hartpapierfässer.
Sie können für fetthaltige und dickflüssige Produkte besonders
präpariert werden. Die Bereifung geschieht gewöhnlich mit
dünnen Fichten- oder Pappelholzreifen.
Innere Einrichtung der Kartonnagen
Wenn man empfindliche Teile in größeren Mengen in Papp-
kartons transportieren will, wie dies meistens notwendig ist, so
würden diese sich bei loser Einlegung leicht gegenseitig verletzen
und durcheinanderfallen. Ein Füllen mit anderem Füllmaterial
ist nicht immer erwünscht. In solchen Fällen wird man die
Kartons durch Stege in einzelne Fächer und Lagen zu unter-
teilen haben. In diese Fächer wird dann der zu verpackende
Gegenstand einzeln eingelegt. Man denke hier nur an Hier,
empfindliche Porzellankörper, Ampullen oder ähnliches, Die
Abb. 229—236 zeigen verschiedene Arten von Konstruktionen
derartiger Stege.
CE ZN
) CZ Zn Zi 1]
/ (EM j
&amp; hr Ca ern
Abb. 229 Abb. 281 Abb. 238. Abb. 235.
| “ kr — =
e ® af
KK... = N
ia 4
Cl a
7 U —-
Abb. 230. E Abb. 284. Abb. 286.
Dreieckige Form. Vierer bien Dora Tüngslazen-Stege, Viereckige Kamm-Stege,
Für besonders kleine Gegenstände,
Stege mit zwischengelegten Streifen.
Abb. 229—236, Verschiedene Arten von Stegen.
Sachsenberg 6
31
        <pb n="94" />
        Abb. 229.—230 ist eine dreieckige Unterteilung für kleine
Gegenstände mit zwischengelegten Streifen;

Abb. 231—232 ist die entsprechende viereckige Form auf
derselben Konstruktionsbasis;

Abb. 233 —234 zeigt eine wesentlich einfachere Konstruktion,
die namentlich für lange Gegenstände — man denke an Füll-
federhalter und dergl. — Verwendung finden kann;

Abb. 235—236 ist die viereckig gebaute Form, die vielleicht
in der Montage die meiste Arbeit verursacht, aber wenig Material
beansprucht.

Diese Unterteilungen können dann in mehrere Schichten
übereinander gelegt werden und so eine große Menge von kleinen
Gegenständen vor gegenseitigem Drücken schützen. Eine noch
einfachere Unterteilung auch für kleine Gegenstände ist die Ver-
wendung‘ der bekannten Wellpappe nach Abb. 237. Hier ist
nur Wellpappe in kurzen Streifen geschnitten und. eingeleimt,
so daß sie durch ihre natürliche Form die Schutzeinteilung
bildet.

Wellpappe
Bei Wellpappe unterscheidet man hauptsächlich drei Arten
und zwar einmal die einfache Wellpappe, zweitens die einseitige
9-0-0-0-0-0-9-0-9-0-0-
a AD
aD
a LAS
Abb. 237. Verpackung mit PATNINTIATNUTNT
Wellpappe.
Abb. 238—241. Wellpappen.
Wellpappe, drittens die doppelseitige Wellpappe. Eventuell
kann man Kugelpapiere (Abb. 238) hier mitrechnen.

1. „Diese Art der Wellpappe wird als Zwischenpackung für
Glasfläschehen. in runden Pappschachteln verwendet (Abb, 239).
Eventuell kommt sie noch zu Verpackungen von elektrischen
Glühlampen in Frage, wenn man nicht hierfür die einseitige
Wellpappe vorzieht.

2. Die einseitige Wellpappe verwendet man in der Glasindustrie
(Abb. 240). In den Zentren der Glasindustrie selbst befinden sich
deshalb meistens Fabriken für derartige Wellpappe, und zwar
dient sie dort nicht ‚allein zur Umwickelung der Glaswaren

RO
        <pb n="95" />
        und als Füllmaterial, sondern auch ausnahmsweise für die direkten
Versandkartons des Glases für den Inlandverkehr.

3. Diese Art ist die stabilste und wird deshalb zur Her-
stellung von Kartons verwendet (Abb. 241). Die nach außen zu
liegende Seite des aus Wellpappe hergestellten Kartons ist aus einer
besonders festen Lage und erhält, um eine besondere Stabilität
vorzutäuschen, oft eine bräunliche lederartige Färbung. In
manchen Fällen wird Strohpapier hierzu verwendet. Vor
allen Dingen wird gern das gewellte Papier aus Strohpapier
hergestellt, um dadurch eine größere Haltbarkeit zu erzielen.
Das Strohpapier hat allerdings den Nachteil, daß es einen Ge-
ruch ausströmt, den verpackte Nahrungsmittel, z. B. Tee,
Schokolade, Kakao, leicht annehmen und den Geschmack dieser
Nahrungsmittel nachteilig beeinflussen. Aus diesem Grunde
zieht die Nahrungsmittelindustrie Holzkisten derartigen Well-
papp-Packungen vor. .

Vergleichen wir diese drei Arten wie sie in der Abb. 239 —241
dargestellt sind, so leuchtet ohne weiteres ein, daß die zweite
Gattung der ersten, die dritte der zweiten in Haltbarkeit be-
stimmt überlegen sein wird. Dagegen werhält sich zu dieser
Haltbarkeit umgekehrt die Elastizität, wie sie vor allen Dingen
von Füllmaterial verlangt wird. In den Vereinigten Staaten
von Nordamerika findet die Wellpappe ganz besonderen Zu-
spruch, und hat dort die Holzkiste im Inlandsverkehr fast voll-
kommen verdrängt. Grund hierfür ist vor allen Dingen die
Billigkeit und Leichtigkeit der Wellpappe, die nicht nur dort,
sondern auch bei uns augenfällig hervortritt. Nach Angaben
der Industrie kostet
dünnes Kistenholz drei- FA “AR
mal so viel als Well- =&gt; &gt;
pappe, die diesem Ki- SETS EEE
stenholz in Festigkeit
und Haltbarkeit = all: Abb. 242. Buchpackung.
kommen gleichkommt. ne nn .

Kin weiterer Vorteil
der _Wellpapp-Packun-
gen Ist der, daß sie bei
starker Beanspruchung
der Packung zwar teil-
weise eingedrückt, aber
nicht zersplittert wer- SE
den können, wie es bei | ;
der Holzkiste der Fall Abb. 243. Flasehenpackung.

RE
        <pb n="96" />
        ist. Wie sich dagegen die Wellpapp-Packung bei feucht zu
versendenden oder feuchtempfindlichen Gegenständen verhält,
wäre zu untersuchen; es ist fraglich, ob man für derartige Sen-
dungen diese Packung empfehlen soll. Im Volumen und im
Gewicht liegt die Wellpappe für den Versand äußerst günstig.
Sie ist’in der Herstellung derartig billig, daß sich der Versand
von. Wellpappe auf größere Strecken hinaus kaum lohnt; deshalb
sind am Orte des Verbrauchs meist Wellpappfabriken angelegt.
Die Abb. 242 —244
zeigen einige Bei-
spiele von Packun-
gen mittelst Well-
pappe-

Die Verpackung
einesdünnen ‚großen
und sehr stoßem-
pfindlichen Buches

Abb. 245. Mittels Wellpappe
Abb. 244. Flaschen- zeigt Abb. 242.
Wellpappen-Packung für Porzellan. packung Außen herum befin-
den sich zwei Lagen
Wellpappe und an den Kanten noch ein U-förmig gebogener
Schutzstreifen aus Wellpappe. Diese Verpackung hat sich auch
bei. den schwierigsten Verhältnissen gut bewährt.

Die Verpackung hochstoßempfindlicher Flaschen in einem
Pappkarton mit Wellpappeinlage zeigt Abb. 243. Die Wellpappe
ist in ihrem geraden Teil mit dem Karton verleimt, während
sie in dem eingezogenen Teil lose ist und abfedert. Die Ver-
päckung von Porzellangeschirr in doppelten Wellpappkartons
mit Wellpappzwischenlagen zeigt Abb. 244.

Interessant ist, daß auch die Stege aus doppelseitiger Well-
pappe bei größeren Packungen angefertigt sind. In der Regel
werden Wellpappschachteln und Kartons aus einem Stück her-
gestellt. Bringt es der Zuschnitt mit sich, daß hierfür ein zu
großer Abfall in Frage kommt, so empfiehlt sich nach ameri-
kanischem Muster, die zu verschließenden Kartons mittels eines
Kaliko-Leinwandstreifens zu verkleben. Als Leim kommt hierfür
ein nicht wasserlöslicher Klebstoff in Frage. Bei uns in Deutsch-
land wird meistens mit Heftmaschinen und wenig mit Klebstoff
bei Wellpappe gearbeitet.

Eine recht interessante von der Loschwitzer Cartonnagen-
fabrik zum Patent angemeldete Flaschenpackung zeigt Abb. 245.

AA
        <pb n="97" />
        Die Packung ist über dem Flaschenrumpf geheftet und nach
dem Flaschenhals zu verjüngt warm eingezogen.

Die Verpackungen nehmen weniger Raum ein als die bekannte
Flaschenstrohhülse. Als besonderer Vorteil der Wellpappe kann
noch hervorgehoben werden, daß sie im Winter gegen Kälte und
im Sommer gegen Hitze isoliert durch ihre vielen kleinen gegen
Zirkulation stark unterteilten Lufträume. Ihr Vorteil gegen-
über Holzkisten ist noch der, daß sie sich leichter zusammen-
bauen läßt als diese und daher lieber in zerlegtem Zustand ver-
sandt und aufbewahrt wird. Verbrauchte Wellpappe läßt sich
leicht wieder zu neuer Pappe verarbeiten.

Das Kugelpapier (Abb. 238) entsteht in ähnlicher Weise
wie die Wellpappe, ist aber viel weicher. Es isoliert auch
gut gegen Stoß und Temperaturschwankungen. Als äußerer
Schutz wird es selten verwendet. Die Musterung des Kugel-
papiers ist nicht immer nur kugelig, sondern je nach Geschmack
sind die Eindrücke teils oval, teils schachbrettförmig, teils zeigen
sie andere Arten gekreuzter Rippenführung. Es kommt meistens
als Füllmaterial oder zur inneren Wicklung in Frage.

Papier

Eine wesentlich leichtere Packung als die in Wellpapp-
kartons ist die Verpackung in Packpapier. Es kommt im all-
gemeinen. nur für den Inlandtransport und den Ortstransport
in Frage. Für den Export kann es als Verpackung angewendet
werden, um Gegenstände, die in Exportkisten eingesetzt werden,
vor gegenseitiger Reibung und Beschädigung zu schützen. Die
reine Papierpackung schützt so wenig, daß sie nicht bei allen
Gegenständen und auf allen Wegen zulässig sein kann. Hier sei
auf den im Anhang abgedruckten Auszug aus der Postordnung
8 15 hingewiesen. Das gewöhnliche Packpapier wird nicht in
Stärken, sondern in Gewichten pro m? gehandelt. Bessere und
stärkere Qualitäten wiegen 125—150 g/m”®, geringere Stärken
7/0—100 g/m?, Es gibt sehr verschiedene Arten von Pack- und
Einschlagpapieren. Im Handel befinden sich in der Hauptsache
folgende:

Postpaketpapiere,

Tauenpapiere zum Einschlagen von Textilwaren usw.,

Tütenpapiere für Kaffee, Zucker usw.,

Krepp-Pack (Juteersatz) zum Einpacken von Woll- und Baum-
wollwaren,

Echt Pergamin für Konserven uUsSW.,

SF
        <pb n="98" />
        Pergamentersatz (fettdicht) in verschiedenen Stärken und
Glättegraden. zum Einschlagen von Fetten usw.,

Vegetabilisches Pergament für die Margarineindustrie,

Pergamin in verschiedenen satten Farben und scharf geglättet
für die Schokoladen- und Zuckerwarenindustrie,

Paraffinpapier, Wachspapier, Ölpapier, Asphaltpapier (alles für
Überseeverpackung),

Schrenzpapier für Porzellanverpackung,

Seidenpapier für Packzwecke,

Flaschenseiden,

Kartons und Kartonnagen für die Nahrungsmittelindustrie,

Rostsichere Einschlagpapiere für blanke Kisenwaren,

Lichtundurchlässige Einschlagpapiere für die photographische
Industrie.

Um einen ungefähren Begriff von der Verschiedenheit der
einzelnen Papiersorten zu geben, seien hierunter kurz einige
Preise dieser Sorten angeführt. Es handelt sich um Tagespreise
einer einzelnen Firma, die selbstverständlich für die Dauer nicht
als maßgebend angesehen werden können, aber einen Begriff
der relativen Wertigkeit der Papiere gegeneinander geben sollen.

. Für die Nahrungsmittelbranche verwendet man vor allen
Dingen die verschiedenen Pergamente. Das teuerste ist das
echte Pergament 1,30 M./kg. Schokoladen werden in Perga-
mente von 0,80 M./kg verpackt. Pergamentersatz 0,55 M./kg
wird gewöhnlich in den Verkaufsläden als KEinschlagpapier
benutzt. Als weitere Preise sind ganz interessant Speltpapier
0,25 M./kg, gewöhnliches Packpapier einseitig geglättet 0,40
M./kg, Gardinenpapier, das sind besonders dünne, aber feste
Papiere, 0,55 M./kg und Ölpapiere 0,90 M./kg bis 1,10 M. Schrenz-
papiere 0,20 M./kg werden nur als Füllmaterial verwendet.

In den Tropen ist es nicht zulässig, Paraffin- und Ölpapiere
als Einschlagpapier zu verwenden. Es ist daher interessant zu
wissen, daß von einer Firma jetzt ein nicht fetthaltiges Papier
herausgebracht. ist, welches die eingewickelte Ware auch gegen
Flüssigkeiten schützt. Die Wasserdichtigkeit wird hierbei durch
ein besonderes Mischverfahren der Papiermasse erzielt.

Rauhigkeit

Man unterscheidet hierbei doppelseitig rauhes, einseitig
glattes und doppelseitig glattes Packpapier. Unter der Art der
Glättung unterscheidet man wieder maschinenglattes Papier
von den üblichen glatten Papieren. Selbstverständlich wird
auch bei der letzten Sorte die Glätte durch die Walzen des

A
        <pb n="99" />
        Kalanders erzeugt. Der Ausdruck ‚,maschinenglatt‘“ rührt
davon her, daß das rauhe Papier direkt von der Papiermaschine
durch zwei Walzen nochmals durchgeführt wird, ohne den

Kalander zu passieren. Das maschinenglatte Papier ist deshalb
nicht so glatt wie das geglättete Papier.

In der Praxis werden meist die einseitig geglätteten Papiere
verwendet, einmal deswegen, weil die nach. außen zu liegende
Glätte der Packung ein vornehmes Äußere verleiht, dagegen
kann der verpackte Gegenstand, der auf der rauhen Fläche zu
liegen kommt, beim Einpacken nicht wegrutschen. Doppelseitig
geglättetes Papier, wie z. B. Gardinenpapier, wird in der Textil-
industrie verwendet. Hier spielt vor allen Dingen das olivgrüne
Steinnußpapier infolge seiner Festigkeit und seiner geringen
Stärke eine besondere Rolle. Der Preisunterschied zwischen
rauhem und geglättetem Papier ist derartig gering, daß er bei
der Berechnung nicht ins Gewicht fällt und unter 1% Hegt.

Eine ganz eigenartige, sehr glatte Papiersorte ist das glasartig
durchsichtige Celophan-Gelatin- oder Transparitpapier. Es han-
delt sich hier um Papiere, die vollkommen durchsichtig, sehr
sauber und glatt sind und namentlich zum Einschlagen von
Schokoladen und anderen Schaupackungen verwendet werden.
Diese Papiere, z. B. Celophan, werden in verschiedenen Stärken
und Pressungen geliefert, sowohl ganz farblos, wie eben be-
schrieben, als auch in verschiedenen durchsichtigen Farben.
Die Stärke dieser Papierarten ist sehr gering, beginnt mit 0,02 mm
und steigt in verschiedenen Stufen bis auf 0,16 mm. In den
geringen Stärken wird es wie schon erwähnt benutzt. Die größeren
Stärken werden hauptsächlich zur Anfertigung von Schieber-
schachteln, durchsichtigen !Lüten, Dosen, Paßhüllen und dergl.
verwendet.

Das Wachspapier, das auch sehr glatt ist, besteht aus einem
feinen pergamentartigen Papier, was in Paraffin- oder Wachs-
masse getränkt ist. Es hat die besondere Eigenschaft, daß es
sich luftdicht versiegeln läßt. Man fährt mit einem heißen
Bügeleisen oder einer glatten heißen Platte über die Kanten
des Einschlages, wodurch die Wachsschichten der beiden anein-
ander liegenden Papiere zusammenschmelzen und luftdicht ab-
schließen.

) Es ist nicht ganz gleichgültig, wie Packpapier hergestellt
wird. Manche Papiere, namentlich Seidenpapiere, die gut ge-
bleicht sind, enthalten noch Reste von Chlor. Dieses Chlor
würde Silber schwarz färben. Zum Kinschlagen von Silberwaren
muß daher chlorfreies Seidenpapier verlangt werden. Zum Ein-

Q77
        <pb n="100" />
        schlagen von Nickel- und Kupfergegenständen muß vor allen
Dingen schwefelfreies Papier angewendet werden, weil hier der
Schwefel der schädigende Bestandteil ist.

Im Einzelhandel würde das KEinschlagen vielfach zu sehr
aufhalten und bei körnigen und mehligen Massen kaum möglich
sein, weil diese dann aus den Ritzen des Einschlagpapiers her-
ausquellen würden. Man stellt daher unter Zuhilfenahme von
einem festen glatten Papier, dem sogenannten Tütenpapier,
Papiertüten oder Papierbeutel her.

Papierbeutel

Man unterscheidet allgemein hand- und maschinengefertigte
Papierbeutel. Die handgefertigten sind bedeutend teurer als die
maschinengefertigten und werden deshalb heute fast nirgends
mehr verwendet. Dagegen geben handgefertigte Beutel in ge-
fülltem Zustand allgemein ein besseres, völligeres Bild. Bei dem
maschinengefertigten Beutel (Abb. 246 rechts) muß der Ver-
käufer die Ecken vor der Verpackung nach innen einstecken.

Ein Handgriff, der
bei den handgefer-
tigten (Abb. 246
links) unnötig ist.
Die Tüten gibt es
in den verschieden-
sten Größen bis zur
Größe von Papier-
säcken. Wenn sehr
große Festigkeit
notwendig ist, oder
wenn sie zum Wa-
rentransport ver-
wendet werden sol-
Abb. 246. Papierbeutel. len, steckt man
Links von Hand, rechts von Maschine hergestellt. häufig zwei Tüten
ineinander. Diese
großen Tüten können geschlossen werden durch Vernieten, wie
bereits bei den Kartonnagen gezeigt wurde, durch Zusammen-
falten und Zubinden oder durch maschinelles Vernähen. Man
sollte im letzteren Falle die Stiche nicht zu groß nehmen, weil
die Tüten dann leicht aufreißen, wodurch ihr Inhalt verstreut
würde.

Ähnlich den Tüten, aber für andere Zwecke, werden die

Lohnbeutel, in denen das Geld bei der Lohnauszahlung verteilt

AR
        <pb n="101" />
        wird, und die Briefumschläge verwendet. Diese Packungsarten
sind die einzigen, bei denen sich die Normung schon in größerem
Umfange durchgesetzt hat. Man kann hier ganz bestimmte
vorgeschriebene Formen erhalten. In den Behörden haben sich
diese genormten Maße schon vielfach durchgesetzt, während
die Industrie leider mit der Anwendung der Normenmaße
noch stark zögert. Die wirkliche Durchführung der Nor-
mung bedeutet hier wesentliche Papierersparnis, Ersparnis in
der Abfertigungszeit, in der Beförderung und Beförderungs-
kontrolle, z. B. beim Entwerten der Marken. Als Beispiel seien
hier die Größen der genormten Briefumschläge angeführt.
Briefhüllenformate der Deutschen Industrienormen DIN-
Blatt 678:
Kurzzeichen 1
N 81 114
4 162
; 229
„„w 324
7 * 324
HU. 25 176
5 A "6 250
B4.. „7707020358
%DB4. ... . 136 x 355
Um Aufschriftfehler zu vermeiden, tragen die Briefumschläge
vielfach ein sogenanntes Fenster, d. h. eine geölte besonders
umrandete Stelle, durch welche die Originalaufschrift des ein-
gesteckten Briefes hindurchscheint, so daß die Adresse nicht
nochmals gesondert geschrieben werden braucht. Die Fenster
sollten jedoch nicht zu klein sein, damit bei einer Verschiebung
des inliegenden Briefes die Adresse nicht verschwindet. Außer-
dem muß der inliegende Brief genau nach Vorschrift gefaltet
werden, damit die Adresse auch unter dem Fenster erscheint.
Die Schließung dieser
Umschläge findet meist
noch durch Leimung
einer überschlagenden
Klappe statt. Bei
Drucksachen, die nicht
fest geschlossen werden
dürfen, gibt es ver-
schiedene Verschluß- Abb. 247—248, Scheibenverschlüsse.

nn
9
        <pb n="102" />
        möglichkeiten. Die Abb. 247 und 248 zeigen einen derar-
tigen Verschluß, den sogenannten Scheibenverschluß. Es ist
hier, sowohl auf der Klappe wie auf dem Körper des Um-
schlages je eine Scheibe knopfartig mi$ ihrer Mitte befestigt.
Um den Rand der beiden Scheiben wird abwechselnd ein dünner
Faden herumgeschlungen, dessen Ende untergesteckt wird.
Man’ kann durch Zurückschlingen des Fadens einen solchen
Umschlag leicht wieder öffnen. Auf dem Transport hält er fest.
Ein anderer Verschluß, der vielleicht noch einfacher ist, besteht
in einer Einlage aus Aluminiumblech am oberen Rand des Um-
schlages. Dieses Aluminiumblech wird in sich umgebogen. und
hält damit den Rand zu und kann jederzeit wieder aufgebogen
werden. Die Abb.

. 249—253 zeigen

&gt; | | | | noch eine Art

MU U ) Beutelklammer,

Ö SS und eine Etiket-
FACES LLLSL) tenklammer, de-

ren Verwendung

und Befestigung

aus der Darstel-

A . On at lung zu ersehen

SS MAMA ‘| ist. Es gibt noch

©) | A | MU verschiedene Ar-

1 A ten von Einsteck-

. El SEGEL © verschlüssen. mit

Abb. 249—253. Beutelklammer und Etikettenklammer. Zungen und

; Schlitzen, etwa
nach dem Prinzip der Faltschachteln, deren Konstruktion aber zu
verschiedenartig ist, um sie hier herauszuheben.

Eine Sonderpackung aus feinem Papier, die auch noch
zu den Schutzpackungen gehört aber daneben auch den
Charakter der Schaupackung trägt, ist auf Abb. 254 und
255 dargestellt. Es sind dies verschiedene Kapseln aus gefalte-

tem Feinpapier, in die

Konfitüren eingelegt

werden. Nach der Art

der Wellpappe werden

sie hier vor dem Druck

. durch die danebenlie-
Abb. 254 und 255. genden Konfitüren ge-

Konfitürenkapsel und Tektur. schützt.

9N
        <pb n="103" />
        Eine besondere,
aber bereits mit Ge-
weben kombinierte
Art von Packung
sind die schweren
Packpapiere, die
einseitig mit Lein-
wand oder Jute be-
klebt sind (Abb.
256). Sie vereinigen
in sich die Staub-
dichtigkeit des Pa-
piers, die Festigkeit
des Textilgewebes
die Umschlagbar-
keit und Verschnü- Abb. 256. Amerikanisches Exportpapier.
rung des Papier-
paketes. Derartige Papiere werden teilweise noch mit Teer. oder
Paraffin überzogen, damit sie besonders wasserdicht sind. Pakete
in diesem Papier sind vielfach schon exportfähig. Zum Teil
werden auch Rollen hierin eingeschlagen oder.es dient noch als
Innenschutz bei Exportpackungen.
Eine Kombination zwischen Packpapier und Holz zeigt Abb.257.
Das Papier kann
nach der Umhüllung
deszuverpackenden
Gegenstandes Leiste
auf Leiste vernagelt
werden. Verschnü-
rung ist hier auch
möglich. Auf diese
Weise werden z. B.
Schuhe in größerem
Ausmaße unter Er-
sparung von Säcken
und Sonderkarton-
hagen versandt. Die
beiden am stärksten
beanspruchten
Kopfseiten bestehen
aus Holz, Das Pa- En rn
jer ist in si . 257. Schuhpackung aus beiderseits mit Pack-
N ralbacn Pe NE N aDier UMS TRA Holzleisten, und Stirnböden nach

Q)
        <pb n="104" />
        5. DAS GEWEBE.

Eine weniger gebräuchliche, aber weit teurere Verpackungsart
als die Papierverpackung ist die Verpackung unter Zuhilfenahme
von Geweben verschiedenster Art. Man verwendet diese Gewebe
meistens nicht in der Art des Papiers, d. h. dadurch, daß man
es um die einzupackenden Gegenstände herumwickelt, sondern
man bereitet sie vorher durch Zusammennähen zu einem Sack
und steckt die zu verpackenden Sachen gut in diesen Sack
hinein.

Säcke

Säcke werden nur aus Jute hergestellt. Baumwollsäcke
kommen wegen ihres zu hohen Preises für die Praxis nicht in
Betracht, während Leinensäcke als Innensäcke von amerikani-
schen Mehlsäcken beim Export Verwendung finden. Man unter-
scheidet allgemein folgende vier Sorten:

1. Jute, das bei weitem am häufigsten verwandte Sack-
material.

2. Textilit, ein Mischgewebe aus Jute und Papier. Der-
artige Säcke wurden mit großem Vorteil während des Krieges
für den Mehlversand in Deutschland verwendet und haben sich
sehr gut bewährt. Sie sind jetzt nicht mehr in Gebrauch.

3. Papiergeflochtene Säcke finden heute zur Ver-
packung von geringwertigen Waren Verwendung, z. B. Kleie,
Zement und nicht fressende Düngemittel.

4. Papiertüten. Diese werden bis zu erheblicher Größe
aus starkem Packpapier hergestellt und werden zum Versand
von Zement und Trockengemüsen benutzt (Nudeln usw.). Es
empfiehlt sich, diese Papiertüten doppelwandig auszuführen,
d. h. eine kleinere Papiertüte in eine wenig größere einzusetzen
und hierbei besonders starkes festes Packpapier zu verwenden. Ze-
ment wird heute fast nur in diesen Tüten versandt. Diese Ver-

packung ist dem geflochtenen Papiersack gegenüber vorzuziehen.

Über die Abmessungen gibt folgende Tabelle Aufschluß.
Alaun Bohnen

100 kg 65 x 100 cm H 275—8335. 50 kg 58 x 95 u. 55 x 110 cm
Ammoniak H 335—350
75 kg 60 x 105 cm H 305—365 (Super- 75 kg 66 x 124 cm

Pose Had 100 kg 66 x 137 cm u. 70 X 125 u.

Biertreber, getr. 75 X 125 om.

100 kg 70 x 142 u. SO x 135 H 245. Bohnen, polierte
Biker 100 kg 66 x 110 om
A Bügelkohlen (s. Holzkohlen).

*) H ist Abkürzung für das Hessian-Gewebe, T für Tarpauling-Gewebe,
HB für Hessian Baggins usw. Siehe anschließende Tabelle Seite 96.

09
        <pb n="105" />
        Calciumsulfat Getreide
100 kg 57 x 101 cm T 480. 3 kg 25 x 43% cm
Cement 5 kg 30 X 43% cm
50 kg 44 x 94 u. 50 x 90 u. 48 x 79 50 kg 60 x 100 u. 65 x 90 cm
u.45 x 90 cm T 480, 510 (Teer- 65 kg 65 x 112.cm
rollnaht mit Saum) 75 kg 65 X 120 cm
85 kg 57 x 90 cm (Teerrollnaht mit 100 kg 65 x 135, 73 -/ 115 u.
Saum) 76 x 120:cm
100 kg 58 x 100 cm (Teerrollnaht mit 120 kg 76 x 128 cm
Saum). 140 kg 83 x 128 cm
Chamotte 160 kg 83 x 140 cm.
50 kg 42 x 88 u. 50 x 77 cm CHips
D. W. B. 580 T 480—570 50 kg 44 x 84 cm H 305—365
75 kg 50 X 100 cm D. W. B. 580 75 kg 60 x 100 cm H 305 x 365
T 480—570 100 kg 65 x 110 u. 62 X 115 cm
100 kg 60 x'100 cm D. W. B. 580 H 305—365.
 Desin T 480—570. Glasersand
extrin 5
25 kg 46 X 750m H 320 100 kg es 58 X 102 cm
50 kg 58 x 84 cm A
100 kg 69 x 112 u. 71 X 110 u. Glaubersalz
75 x 100 cm 50 kg 56 x 103 cm H 335.
125 kg 75 x 128 cm. Grassaat
Dünger, Düngesalz usw. 50 kg 87 x 130 u. 83 x 127 cm
50 kg 50 x 90 cm H 320—395 mit T 480—570
Teerrollnaht 75 kg 97% X 152 cm T 480—570.
48 x 102 cm H 320—395 mit (Graupen s. Getreide.
Teerrollnaht Grieß
100 kg N X a cm HE 320—395 mit 50 kg 61 x 93 cm H 320-—335
Toerrollmaht, 50 kg 48 X 110 cm H 320—335.
Doppelsäcke: Giro
Innen 63% x 112 cm H 365.
Unten Ach Saum (Web- 12% ke 40.65 om | 335
25 kg 50 x 75 cm
Arte 50 kg 49 X 114 cm
Außen 66 X 112 cm H 305. 100 nn 0 180771 046
Unionnaht III ohne Saum (Web- Ss X Y X MW:
62 X 140 cm.
kante). ©
Erbsen Häcksel
75 kg 65 x 115cm H350 (s. auch 12% kg 74 x 114 cm H 215—245
Bohnen). 25 kg 100 x 150 cm % Ztr.
50 kg 115° 175 cm 1 Zir.
Feldspat s
75 kg 58 x 89 cm H 275—8335 Haferflocken
100 kg 58 x 104 cm. 5kg 35 x 48 cm H 330
Futter 10 kg 37 X 71 cm
70 X 180 cm H 245—275. 12% kg 47 x 60 cm
Gänsefedern 25 kg 60 x 70 cm
12% Did. 71% 116 cm H 380 u. T.570. 90 kg 79 X 115 om.
25 Pfd. 100 x 152 cm Hafermehl
50 Pfd. 117 x 180 em. 100 kg 65 X 143 cm.
‘Gerste Haferschale
50 kg 57 x 104 cm H 320 25 kg 70 x 124 cm
100 kg 76 x 123 cm. 50 kg 100 =: 147 em.

9093
        <pb n="106" />
        Hanfsaat Kali
50 kg 76 x 135 cm H 335—350 u. 100 kg 56 x 114 cm H 335—365
D. W. B. 520 Teerrollnaht.
75 X 138 em. Kalimagnesia
Haselnüsse siehe Getreide. 100 kg 58% X 107.
Hefe Kalk, hydr., ungemahlen
4 Pfd. 16 x 33 cm 50 kg 75 x 100 cm T 470—510.
5 Pfd. 19 x 33 cm Kalk, hydr., gemahlen
6 Pfd. 20 x 33 um 50 kg 50 x 90 cm
8 Pfd. 24 x 37 cm 70 kg 55 x 90 cm.
10 Pfd. 26 x 37 cm Kartoffelmehl
12 Pfd. 28 x 37 cm 100 kg 70120 cm, Fine tw. 570 a. p.
15 Pfd. 32 x 42 cm T 450—480 cop.
20 Pfd. 29 x 50 cm 50 kg 58 x 96 cm.
25 Pfd. 36 x 50 cm Kartoffeln
30 Pfd. 39 x 50 cm 5kg 25 x 50 cm H 260—275
40 Pfd. 35 x 75 cm 12% kg 40 x 75 cm
50 Pfd. 38 x 75 cm 25 kg 55 x 84 cm
60 Pfd. 42 x 75 cm 50 kg 60 X 100 cm
75 Pfd. 47 x 75cm. 75 kg 65 X 115 cm
Hirse 100 kg 70 x 125 cm
50 kg 51 x 94 cm H 335. 100 kg 75 x 120 em.
Holzkohle Kitt
25.kg 66 x 120 cm H 335. 50 kg 40 x 80 u. 50 x 90 cm H 365.
Honiggras Kleesaat
50 kg 60 x 114 cm. 50 kg 60 x 95 cm T 510—540 cop.
Hopfen HB 520—550
7 Pfd. 120 x 225.cm 100 kg 75 x 120 u. 71 x 107 cm
14/15 Pfd. 225 x 250 cm. 125 kg 73 x 133 u. 75 x 124 cm.
Hornmehl Roggen
25 kg 50 x 75 cm H 350 62'/9 kg 75 x 114 cm
50 kg 56 x 105 cm 75 kg 75 x 128 cm
100 kg 65 X 135 cm. 5/4 = 65 X 185cm
Hundekuchen 4 = 65 x 115.cm!
50 kg 69 x 120 cm H 335—350 Kleie: Weizen
25 kg 54 x 99 cm 50 kg 75 x 114 cm
12% kg 51 x 66 cm. 62 kg 75 x 128 cm
Kaffee, geröstet 75 kg 75 X 140 cm.
10 Pfd. 34 x 57 cm H 305—8335 Kohlen
15 Pfd. 43 x 57 cm 60 x 100 cm kleine Säcke
20 Fid. 42 x 75 cm 70 x 120 cm große Säcke.
30 Pfd. 50 x 84 cm Korken ;
100 Pfd, 76% x 115 cm. Kreide
Kaffee, roh 65 x 99 cm u. 66 X 116 cm.
71 X 102 cm T 480—600, 67 x 84 cm Kunstdünger siehe Dünger.
Kainit Leim
100 kg 57 x 111 cm H 305—397, 75 X 110 cm H 335
60 X 115 cm. 65 X 120 cm.
Kakao Leinsaat
100 kg 70x 115 cm T 450—540 C. T. S. 50 kg 58 x 100 cm H 335—365
u. D. W. B. 75 x 120 cm. 100 kg 72 x 130 em.

04
        <pb n="107" />
        Lupinen Siedesalz
25 kg 64 x 90 cm 50 kg 53 X 110 cm
100 kg 70 x 123 em. 62% kg 58% X 124 cm
Mandeln 75 kg 66. x 132 cm.
100 kg 75 X 130 cm. Steinsalz
Mehl 62% kg 47 x 102 cm
50 kg 50/60 x 100 cm H 320—350 100 kg 60 x 114 cm.
75 kg 65 x 115 cm u. 57 x 135 cm Schnitzel
100 kg 65 X 135/143 cm 80 x 135 u. 75 X 155 cm H 335
10 Pfd, 28 x 45 cm 83 X 160 cm.
12% Pfd. 29 x 48 cm Schwefel pulv.
5 Pfd. 22 x 40 cm 50 kg 47 x 99cm T u. D. W. B. 480.
25 Pfd. 40 x 60 cm Schwefelblüte
25 Pfd. 37 X 70 cm. 50 kg 52 x 90 cm
Melasse 100 kg 65 x 115 cm.
50 kg 50 X 90/100 cm H 335 Seradella
Mohn 62% kg 76 X 128 cm
50 kg 64 x 92 cm H 365, 425 u. 75 kg 97 x 150 cm
D. W. B. 520 70 kg 81 x 122 cm.
100 kg 68 x 145 cm. Soda
Obst
50 kg 60 x 100/110 cm H 185 und TOO Be 70x 120 oma H 260;
Jeichter. oda kale.
Phosphat 65X 115, 57x87, 62X 114 cm H 275.
70 x 120 cm H 320 ohne Saum. Stärke, trocken
Raygras 100 kg 70 x 119 cm H 365—425
75 kg 97 x 150 cm 50 kg 57 x 99 cm.
100 kg 100 x 180 em. Stärke, feucht
Roggenmehl siehe Mehl. 100 kg 65 X 110 cm.
Rohzucker Treber siehe Biertreber.
70 X 110 cm D. W. B.4908S.W.B.505. Thomasmehl
Rübensamen 50 kg 38% x 83 cm
Ya kg 18 x 24 cm H 350 75 kg 42 x 101 cm
1kg 20 x 37 cm 100 kg 49% x 104 cm.
1% kg 27 x 37 cm Tonsäcke
2% kg 35 x 50 cm 50 kg 47 x 75 em.
Skg 40 x 75 cm Wolle, weiß
ZU RE 62 X 110m 50 kg 114 x 150 cm
50 kg 75 x 145 cm 75/100 kg 114 x 265 cm.
10 kg 50 x 95 cm
1216 ko 06'x 09 om. Wolle, schwarz
Rübsen.. 85 kg 100 X 150 cm
100 k 5 ® 100 kg 100 x 180 cm.
Sande ke VE Wolle, Kastensäcke
30 x 60 cm H 275. 76 X 86 X 164 cm H 395
Salpetersäcke 77x 86 x 100 em.
70 X 110 cm H 380-—495. Ziegelerde
Salz 100 kg 60 x 100 cm.
50 kg 41 x 100 cm H 245—275 Zucker
18 kg 32 x 83 cm 100 kg 67% X 114 cm HB 520
62% kg 55 x 127 cm 68 x 120 cm (auch 505 u. 490)
75 kg 55 x 135 em. 9 x 113 em.

O5
        <pb n="108" />
        Zucker zum Binden Zwiebel
OO 8 a X oO cm 50 kg 60 x 100 cm H 215 u. leichter
g 65 X cm
75 kg 65 X 120 cm 68
100 kg 70 x 130 om. 56 X 114 cm,
Gewebe-Gewichts-Tabellen
für
; Hessiana Tarpaulings u. S. W., D. W.+ , Commontwilled I
Fine twilleds Hessian Baggins Sackings
Oz-p| 1 02. P-| ı Oz. p- Oz. p-
qm LE . 4:qm | 1 qm 1 qm ı
yard | | Qm.ı yard | 7,1 Qm. 1 yard |...) Am. ]yard ; Qm.
in40 rn Nr. fin 4b MIREN Nr PP A
Br. | ST Breite! 5“ Br. Sn Br. BY
6 183,10| 185 | 16 434,02| 420 15 435,95) 430 | 15 631,38 640
61% 198,36 200 | 16% 447,58 435 15% '450,40 445 | 15% ı 652,43 660
7 213,62/ 215 1 17 461,14! 450 16 465,02| 460 | 16 672,47 680
7% 228,88 230 | 17% 474,71 465 16% 479,55 475 | 16% | 694,52 700
3 244,13| 245 18 1488,27 480 17 494,08‘ 490 | 17 715,57 720
8% 259,30) 260 | 18% [501,83 495 17% 508,61 505 | 17% | 736,61 740
d 274,65| 275 | 19 515,39 510 18 523,15 520 | 18 757,66 760
91% 289,91' 290 | 19% 1528,96 525 18% 537,68 535 18% 2778,70 780
10 305,17) 305 | 20 1542,52 540 19 552,21 550 , 19 799,75 800
10% 320,43 320 | 20% | 656,08 555 19% 566,74 565 ! 19% ı 820,80 820
11 335,68 335 |] 21 1569,63 570 20 581,27 580 20 841,84 840
11% 350,94 350 * 21% 583,21 585 ?014 |595,80. 595 70% 862,89 860
12 366,20| 365 22 596,77' 600 "I 610,34/ 610 21 883,93 880
12% 381,46 380 22% [610,34 615 = % |624,87 625 1% 904,98 900
13 396,72 395 , 23 623,90 630 22 639,40| 640 22 926,03 920
13% 411,97 410 | 23% |637,46!' 645 22% 653,93, 655 "214 947,07 940
14 427,24! 425 | 24 651,02! 660 23 668.46 670 738 968,12 960
141% 1442,49 440 | 24% 664,59! 675 } “"% |683,00 685 "14 | 989,16 980
15 457,75 455 | 25 678,15! 690 697,53 700 1010,21 1000
15% 473,01 470 | 25% ran 705
16 488,27 485 | 26 705,28! 720 |
Die verschiedenen Arten der Jutegewebe und ihre
hauptsächlichste Verwendung *)
Man unterscheidet bei den Jutegeweben glatte und ge-
köperte Stoffe. Zu den glatten Stoffen gshören folgende:
l. Netztuch (auf englisch Biscuit Baggings genannt).
Es ist dies ein leichtes zweischäftiges Gewebe mit einfacher Kette,
das vor allem als Polstertuch bei Tapezierarbeiten Verwendung
findet.
2. Juteleinen (Hessians) sind ebenfalls zweischäftige Ge-
webe mit einfacher Kette, von denen die leichteren Sorten
*) Dieser Abschnitt, sowie die beiden vorausgegangenen Tabellen, sind einem
Sonderdruck der Zeitschrift: ‚Der Säckemarkt:‘‘ mit Genehmigung derselben ent-
nommen.
O6
        <pb n="109" />
        ebenso wie Netztuch zu Tapezierarbeiten gebraucht werden.
Die anderen kommen als empfehlenswerte Verpackungsmaterialien
in Betracht und eignen sich insbesondere gut zu Säcken für Salz,
Rohzucker und Kunstdüngerstoff. Aber auch als Futterleinen
kommen diese Gewebe, die in jeder Breite von 20‘ (508 mm)
aufwärts hergestellt werden, in Frage.

3. Jute-Doppelleinen. (Tarpaulings). Auch diese Ge-
webeart ist zweischäftig, und zwar mit Doppelkette. Es sind
außerordentlich feste Zeuge von großer Dichtigkeit. Vorzüglich
für die Verpackung passend und besonders bei der Herstellung
von Mehl-, Getreide-, Zucker- und starken Zementsäcken gern
verwandt, indessen auch für Futterleinen in Betracht kommend.

4. Einfach- und Doppeljuteleinen (Single warp and
double warp baggings) sind desgleichen Zweischaftgewebe mit
einfacher oder doppelter Kette. Dieses Gewebe findet eines Teils
als geringster Verpackungsstoff Verwendung, wie es ferner mit
Vorliebe zu groben Sackarten wie Rohrzucker- und Wollsäcken
verarbeitet wird.

5. Zuckersackleinen (Hassians Baggings). Dieses zwei-
schäftige Gewebe mit einfacher Kette kommt als Verpackungs-
material nur verhältnismäßig selten in Anwendung; um so
lieber wird es, wie schon sein Name besagt, für die Herstellung
von Zuckersäcken benutzt und bewährt sich in dieser Hinsicht
auf das beste.

6. Plansackleinen (Plan-Sackings). Auch hier verrät
bereits die Bezeichnung des Gewebes dessen Verwendung.
Gerade diese Gewebeart hat in der Säckefabrikation weite Ver-
breitung gefunden, indem es kaum eine Sacksorte gibt, für deren
Herstellung sie nicht geeignet wäre. Plansackleinen ist ein
zweischäftiges Gewebe mit einfacher, aber auch mit doppelter
Kette.

Zu den Köperstoffgeweben, bei denen die Ketten- und
Einschlagfäden. unter schräger Richtung sich kreuzen und ein-
zelne Fäden frei liegen bleiben, sind vor allem Juteköper und
Dreil (Twilles Sackings) zu rechnen. Es sind dies dreischäftige
bis 1219 mm breite Gewebe. Ihrer ganzen Machart nach als
überaus feste, starke Zeuge eignen sich die hier genannten Ge-
webe denn auch ganz hervorragend als feste Verpackungsstoffe
für schwere Güter; es nimmt aus diesem Grunde nicht Wunder,
daß besonders häufig Säcke für Gips, Zement, Mehl, Getreide
und Kaffee gerade aus J uteköper und Drell hergestellt sind. Man
unterscheidet im übrigen bei dem Juteköper den gewöhnlichen
Juteköper und den J utefeinköper, von denen der erstere Doppel-

Sachsenberg 7 "
Y/
        <pb n="110" />
        kettenfäden, der letztere Doppel- oder auch einfache Ketten-
fäden hat. In den Preislisten der deutschen Konventionsfabriken
findet man nach Karmarsch-Fischer als Normalbreiten angegeben
für den gewöhnlichen Juteköper 737 mm, für den. Feinjuteköper
1143 mm, während die schottischen Fabriken, darunter nament-
lich auch Dundee, 686 mm als Bezugsbreite haben. Außerdem
gibt es noch sogenannte gebrochene Köper, Drellmuster, die
im englischen den Namen Broken Twilleds führen.

Ebenso sind die Hopfentuche (Hopopketings) hierher zu
zählen. Vierschäftige Gewebe mit einfacher Kette, die wie bereits
ihr Name sagt, zur Herstellung von Hopfensäcken verwendet
werden, und zwar zu solchen in Breiten von 1143, 1219 und
1270 mm. Die Benutzung der Hopfentuche zu anderen Arten
von Säcken ist dermaßen geringfügig, daß Einzelheiten in dieser
Hinsicht anzuführen sich erübrigt.

Es möge nicht unerwähnt bleiben, daß zu den Juteleinen
(Hessians) und zu den Köpergeweben (Twilleds) auch Flachs-
werggarne als Kettengarne gebraucht werden. Derlei Gewebe
heißen in Dundee Tow-warp-Hessians beziehentlich Tow-warp-
Twilleds. Besonders schwere Sorten ‚der Tow-warp-Hessians
gelangen. auch unter der Bezeichnung Paddings in den Handel.

Schließlich sei noch bemerkt, daß Jutegewebe durch farbige
Streifen und bunte Würfelungen entsprechend gemustert werden.

Bei der Formgebung der Säcke spielt vor allen Dingen der
Gesichtspunkt der Schwere eine große Rolle. Man wird das
Sackmaß so bemessen, daß eine runde Gewichtszahl des zu ver-
packenden Gegenstandes in dem Sack sehr gut verpackt werden
kann. Die Größe des Gewichtes ist verschieden und hängt
sogar vom üblichen Gebrauch am Verwendungsorte ab. So
werden z. B. in Sachsen für Mehl 1—11%,-Zentnersäcke vor-
gezogen, während man in Bayern und Schlesien für Mehl Doppel-
zentnersäcke wählt.

Weitere Verwendung von gebrauchten Säcken.

Der Amerikaner verwendet gebrauchte Säcke so gut wie
nicht zu weiteren Zwecken. Aus diesem Grunde lassen sich
deutsche Sackhändler große Schiffsladungen leerer gebrauchter
amerikanischer Säcke nach Deutschland kommen. Diese ge-
brauchten Säcke werden ausgeklopft, auf Löcher und Beschädi-
gungen geprüft, geflickt und weiterverkauft. Werden Säcke
ausgeklopft, die zum Versand von Nahrungsmitteln wie z. B.
Mehl, Kleie, Zucker usw. dienen, so wird das Ausgeklopfte
wieder gesammelt und an Schweinezüchtereien verkauft.

QQ
        <pb n="111" />
        Die Säcke werden von Kali, Soda, Ammoniumsulfat und
Schwefel leicht angefressen und sind dann, vor allem wenn feuchte
Witterung eintritt, völlig unbrauchbar. Ebenso werden Salzsäcke
bei Feuchtigkeit schwarz und für weitere Verwendung wertlos.

Mehlsäcke werden, wenn sie gut erhalten sind, vom Bäcker
zurückgekauft, gereinigt und den Mühlen zur weiteren Ver-
wendung übergeben. Säcke, in denen sich Mehlmotten ein-
genistet und an der Innensackwand Nester gebildet haben, werden
als Mottensäcke bezeichnet und müssen ganz besonders sorgfältig
ausgebürstet und von den anderen ferngehalten werden, ehe sie
wieder als Mehlsäcke verwendet werden können. Manche Mühlen
kaufen gebrauchte Säcke oft Lieber als neue, da den neuen Säcken
ein gewisser Maschinengeruch und Ölgeruch anhaftet, der nach
weiterer Verwendung verschwindet. Die amerikanischen Mehl-
säcke sind für ein Taragewicht von 140 Libres, entsprechend
60 kg, bestimmt, und sind, wie bereits erwähnt, öfters mit einem
inneren Leinensackeinsatz versehen. Gebrauchte Zuckersäcke
werden selten an die Zuckerfabriken geliefert, sondern gehen
meistens an die Getreidehändler zur weiteren Verwendung.
Salzsäcke werden an die Salinen zurückgesandt zum weiteren
Versand von Salz. Zuweilen werden die Salzsäcke zum Versand
von Speck verwendet. Kaffeesäcke haben ein besonders starkes
Tarpaulinggewebe und werden sehr gern für den Versand von
Gemüsen und Kohl in Deutschland verwendet. Bei gebrauchten
Reissäcken unterscheidet man Qualität 1 und 2. Qualität 1
wird wieder zurückgesandt zum weiteren Reisversand, und
Qualität 2 wird an Kohlenhändler direkt verkauft oder erst
zur Verpackung von Gerbstoffen und dann als Kohlensäcke ver-
wendet. Reissäcke sind oft Doppelsäcke, d. h. in den äußeren
grobmaschigen Sack ist ein innerer von feinerem Gewebe gesteckt.
Kakaosäcke existieren in vier verschiedenen Größen. Sie sind
äußerst schwer und dienen bei der Weiterverwendung zur Ver-
packung von Kohlen. Man unterscheidet bei Kakaosäcken den
größeren, den mittleren und die beiden kleineren: den Bahia-
und den Thome-Sack. Der mittlere Kakaosack wiegt über 1 kg.
Interessant ist, daß dieser schwere, stark gewebte Sack zuweilen
auch zum Versand von Holzkohlen verwendet wird. Vielleicht
sprechen. hier bei der leichten teuren Ware und Gewicht des
Sackes Überlegungen der Erhöhung der Tara bei Bruttover-
rechnung mit.

Verschlüsse von Säcken

KExportsäcke werden der besseren Raumausnutzung halber

zugenäht, während man beim Inlandtransport die Säcke mittels
Ga
        <pb n="112" />
        einer Sackbinde zuschnürt. Die Sackbinden sind allgemein
68 cm lang und mindestens dreifach, seltener zweifach gekordelt.
Zuweilen werden auch angenähte Bänder verwendet, z. B. in
der Landwirtschaft. Der. über der Binde hervorstehende Teil
des Sackes, die sogenannte Rose, kann in verschiedener Weise
gebunden werden,

In Deutschland ist der sogenannte Müllerbund im Gebrauch.
Der Bund kommt dadurch zustande, daß man die beiden oberen
Enden zusammenfaltet und in 2 cm Höhe umfaltet und so nach
unten zusammenrollt. Die Rolle, die sich über die ganze Breite
des Sackes erstreckt, wird von beiden Seiten nach der Mitte
harmonikaartig zusammengeholt und dann erst mittels einer
Binde gebündelt, wie die Abb. 258—262 zeigen.

Abb. 258—262. Herstellung des Müllerbunae

Fast jeder Sack ist oben normal umgenäht. Die Vernähung
an den Seiten geschieht entweder durch Handnaht, Rollnaht
oder Kettennaht.

Die Handnaht entspricht der gewöhnlichen Kleidernaht,
wobei der Faden einmal über und einmal unter der Verbindungs-
stelle durchgeführt wird. Beim Sack wird sie doppelt ausgeführt,
und zwar in der Form, daß. an. den Stellen, wo der Faden der
einen Naht außen liegt, der Faden der anderen innen geführt
ist und umgekehrt. (Abb. 263—265.)

Die Rollnaht entspricht der überwendlichen Schneidernaht,
d.h. der Faden wird um die Stoßstelle herumgeführt und etwas
höher wieder durchgesteckt. Diese Naht wird teils mit Hand,
teils mit Maschine genäht. (Abb... 266—268.)

Die dritte, die Kettennaht, wird fast nur mit der Maschine
genäht. Auch hier liegt wieder eine doppelte Naht vor, indem die
innere Schleife durch den Schiffchenfaden festgehalten wird.
(Abb. 269—271.)

Eine Bezeichnung der Säcke durch Farben oder farbige
Streifen, die auf den Inhalt des Sackes oder die Masse desselben
schließen lassen, ist nicht gebräuchlich. Es finden sich vielfach

100
        <pb n="113" />
        Säcke mit bunten Strei-
fen. Diese bedeuten aber
keine Bezeichnung des In-
halts, sondern sind Fabrik-
marken der den Sack her-
stellenden Firma.
Eine Reihe von Gewe-

ben, die normalerweise
nicht zu Säcken verwendet
werden, sind aber zum Ein-
schlagen verschiedenster Abb. 263. Abb. 264. Abb. 265.
Waren notwendig. Hierzu Abb. 263—265. Handnaht.
rechnet vor allen Dingen
das Segeltuch. Segeltuch
ist als Verpackung teu-
rer, aber sehr haltbar und
infolge der Möglichkeit

wiederholter Verwendung

trotzdem sehr lohnend.

Z. B. stellen die Matratzen-

fabriken Segeltuchsäcke

direkt nach Maß für ihre

Matratzen her. Der Ver-

schluß geschieht durch Abb. 266. Abb. 267. Abb. 268.
starkeBindfäden,diedurch Abb. 266268. Rollennaht.

an dem Segeltuch ange-

brachte Messingösen durch

gezogen und an den Enden

plombiert werden.

Ferner kommt auch

das Wachstuch überall da

in Frage, wo es sich um

den Schutz gegen eindrin-

gendes Wasser handelt.

$ 15 der Postordnung em-

pfichlt diese Packung ganz Abb. 269. —. Abb. 270. Abb. 271.
besonders (siehe Anhang). Abb. 269—271. Kettennaht.
Namentlich eignet es sich Abb. 263—271.

für empfindliche Textilien, Verschiedene Arten von. Sack-Nähten.
z. B. Spitzen. Alle Gewe-

bepackungen haben vielleicht gemeinsam mit den Papierpak-
kungen den Nachteil, daß sie besonders empfindlich gegen
Verletzungen durch Kranhaken und Stauhaken sind. Wo

101
        <pb n="114" />
        derartige Packungen in größeren Mengen vorkommen, sollte
bei den Reedereien die Benutzung von Haken beim Stauen
strengstens untersagt sein.
6. FÜLLMATERIAL
Holzwolle

Selbst wenn man die Kiste, wie im früheren Abschnitt an-
gedeutet, stark unterteilt und so die einzelnen einzupackenden
Gegenstände gut voneinander trennt, so daß sie sich nicht
stoßen, wird es in den meisten Fällen nicht möglich sein, ohne
Füllmaterial verschiedenen Charakters beim Verpacken auszu-
kommen. Grundregel einer guten Verpackung ist immer die,
daß sich der zu verpackende Gegenstand nicht in seiner Ver-
packung hin und her bewegen kann, sondern möglichst fest liegt.
Zu diesem Zweck stellt man verschiedene Füllmaterialien her,
die teils in natürlichem Zustand genommen werden, wie Stroh,
Heu, Seegras usw., oder für den Zweck der Füllung von Paketen
erst gesondert vorbereitet werden, wie Papierwolle und Holz-
wolle. Die einzelnen Arten der Füllmaterialien seien hier zu-
nächst einmal durchgesprochen. Bei der Holzwolle sind zu
beachten:

1. Spanbreite. Die normale Ware hat eine Breite von
ca. 1,75 bis 2 mm. Schmälere Sorten erfordern einen größeren
Abb. 272, Abb. 273.

Abb. 272 und 273. Die acht verschiedenen handelsüblichen
Holzwollesorten.

1092
        <pb n="115" />
        Zeitaufwand bei der Herstellung und daher einen Preiszuschlag,
während breitere zum gleichen Preis geliefert werden.

2. Spanstärke.

Ne {51 413 | 9 [1abı 11 0:00

ungef.Stärke | 0), 33 | 0,25 0,20 0,15 |0,10 | 0,07 | 0,05 | 0,03
Es kommen in jeder Nummer stärkere und auch schwächere
Fäden vor. Abweichende Breitschnitte werden mit diesen
Nummern und dem Zusatz der jeweiligen Breite %, 1, 1%, 11%,
3 mm usw. bezeichnet. Abb. 272 u. 273 zeigen die verschiedenen
Holzwollstärken nach Nummernbezeichnung geordnet.

Nr. 6 ist ein Gemisch aus den Abfällen von anderen regu-
lären Nummern, wird nicht eigens gehobelt und kann größere
Späne und Splitter in reichlicher Menge aufweisen. Abfallwolle,
die größtenteils zu Streuzwecken verwendet wird, kann auch
Sägespäne und Mülle enthalten.

Bei farbiger Wolle müssen Abweichungen im Farbton zu-
gelassen werden.

3. Fadenlänge. Unter langfädiger Wolle ist solche zu ver-
stehen, welche aus 35 bis 70 cm langen Hölzern geschnitten ist.
Handelsübliche Wolle besteht aber überwiegend aus kürzeren
Fäden; dies ist eine technische Eigenheit und darf der Wolle die
Bezeichnung ‚„langfädig‘‘ nicht nehmen.

4. Feuchtigkeitsgehalt. Einen gewissen Feuchtigkeits-
gehalt muß Holzwolle haben, um geschmeidig zu sein. Dürre
Holzwolle ist zum Verpacken ungeeignet, da die Fäden zer-
brechen.

5. Splitter- und Staubgehalt. Je nach Qualität sind
Splitter, Späne und Staub in begrenzter Menge zuzulassen, da
die Herstellung span- und splitterfrei in vollem Sinne des Wortes
unmöglich ist, weil Holzwolle ein Massenerzeugnis ist.

_ 6. Geruchfreiheit. Geruchfreie Wolle zur Verpackung
von Nahrungsmitteln wird im allgemeinen aus Fichtenholz
hergestellt, doch kann auch harzarme Kiefernwolle als geruchfrei
gelten. Die Verwendung von verstocktem Holz ist jedoch aus-
geschlossen:

7. Allgemeine Eigenschaften. In den Nummern 2, 3,
4 und 5 sind angebläute und anbrüchige Hölzer zulässig und
werden, je gröber die Nummer, in desto größerem Umfange ver-
wendet.

Etwa vorkommende Ölflecke sind unvermeidlich und dürfen
nicht beanstandet werden.

108
        <pb n="116" />
        8. Verpackung. Die Verpackung erfolgt in drahtgepreßten
Ballen von verschiedener Größe und Schwere. Zu den Ballen
werden bis 16 Abfallscheite zum Packen verwendet.

Zur Holzwollfabrikation werden keine Abfälle, im Gegenteil
nur tadellose Stämme verwendet. Die Abfälle dieser Stämme
dienen selbst wiederum zur Verpackung der Holzwollballen
(Abb. 274). Da die Holzwollballen 100 x 80 x 65 cm im Recht-
eck betragen, die Stämme, von denen die Holzwolle geschnitten
wird, höchstens 50 cm lang sind, werden an der langen Packungs-
schmalseite diese Stämme in zwei Reihen nebeneinandergelegt.
Die gesamte Packung wird mittels vier Drahtbunden fest ver-
schnürt. Das Gewicht eines derartigen Ballens beträgt etwa

bei sächsischer Holzwolle ...... . 70—100 kg,
bei bayrischer Holzwolle 1... 90—110 ke.

Die Fracht spielt bei der Holzwolle keine so große Rolle
wie bei der Wellpappe. Viel wichtiger ist dagegen die Holzqualität
in bezug auf den Preisunterschied. Die beste Holzwolle soll von
Oberbayern geliefert werden.

Material der Holzwolle

Die Holzwolle wird entweder aus Fichten- oder Kiefernholz
hergestellt. Holzwolle aus Kiefer ist teilweise etwas billiger,
dagegen ist die Fichtenholzwolle geruchfrei und findet bei Ver-
packung von Genußmitteln aus diesem Grunde stets Anwendung.
Pappelholzwolle findet sehr selten Anwendung, ist im Preis

kaum höher als Fichtenholz-
wolle und gilt als annähernd
geruchfrei.

Die Holzwolle wird im allge-
meinen ohne ungebundene
Feuchtigkeit verpackt, vor allen
Dingen bei Metallwaren. Im
letzteren Falle ist dies aus Grün-
den der Rostgefahr besonders zu
beachten. | Bei zerbrechlichen
Waren dagegen, wie bei Por-
zellan und Glas, verwendet man
die Holzwolle während der
Packung im nassen Zustand und
erreicht dadurch ein dichteres
und festeres Anliegen.

Die Preise der Holzwolle

Abb. 274. Holzwolle-Ballen: richten sich natürlich nach dem

104
        <pb n="117" />
        Material, aus dem sie her- m

gestellt ist; dann aber be-

sonders nach ihrer Fein-

heit. Grobe Holzwolle ist

wesentlich billigeralsfeine.

Aus Abb. 275 ist ersicht-

lich, daß feine Holzwolle ©...

zwei- bis dreimal so teuer

ist als grobe Holzwolle. «©

Man wırd also bei der Ver- 5

packung immer darauf zu * ”

achten haben, daß man

die gröbste Wolle verwen- handelsübliche Numtkernbezeichnun

det, die irgend noch an- En, A £ ©
# . . 27 2 0,3 mm

gängig ist. Der absolute Holzwollstärke

Preis ist in Abb. 275 ab- Abb. 275. Holzwolle-Preise.
sichtlich nicht eingezeich-

net, da er sich mit der Zeit doch verändert.

Die Holzwolle wird teils in ungeordnetem Zustand in die
Verpackung, namentlich in Kisten, von oben eingestopft, teils
wie bei den vorher erwähnten Holzmantelflaschen (Abb. 132)
von der Seite eingestopft; sie wird aber auch benutzt, um irgend-
welche Teile gesondert zu schützen und hierbei zu sogenannten
Holzwollseilen gedreht. Abb. 276 zeigt eine Reihe von der-
artigen Seilen, die in verschiedenen Stärken entweder fertig
geliefert oder auch
von der verpacken-
den Firma selbst
gedreht werden kön-
nen... Die ‚Durch-
messer dieser Seile
sind genormt, und
zwar von 5 zu 5 mm
abgestuft. Abb. 277
zeigt die Preislage
der Holzwollseile in
Abhängigkeit von
ihrer Stärke. Es
zeigt sich, daß der
Preis wächst, und
Ci geradlinig mit

er Stärke, trotz- " n ;
dem der Material. 7° 276. Die sechs verschiedenen handels-

105
        <pb n="118" />
        inhalt des Seiles, wie die gestri-
chelte‘ Kurve angibt, stärker
zunimmt. Es scheint also hier
der Hauptherstellungskosten-
anteil in dem Drehen des Seiles
zu liegen.
Papierwolle.

In ähnlicher Form wie die
Holzwolle wird auch die Papier-
wolle verwendet. Es handelt
Lan sich hier um geschnittenes Pa-
/, roch # pier, das in verschiedenen
A Feinheitsgraden und aus ver-
| schiedenen Rohmaterialien her-
En RA estellt wird. Abb. 278 zeigt
Durchmesser der ine Reihe verschiedenartiger
Holzwüllseile mm _\ Papierwollen dieser Art. Die
Abb. 277  Proße der  Holarollseile ober Rolhe SPS Pergannin
in Abhängigkeit von ihrer Stärke. wolle, die untere Strohpapier-
wolle dar. Erstere ist glän-
zend und straffer elastisch, letztere matt. An sich ist die
Eigenherstellung von Papierwolle vorteilhaft und billig, wenn
sich der Verpacker aus alten Akten die Wolle selbst herstellt.
Hierbei ist diese natürlich ungleichmäßig und zum "Teil mit
harten Spänen durchsetzt. Außerdem ist sie leicht zusammen-
drückbar, hat wenig Elastizität und kann daher nur für leichte
Gegenstände in Frage kommen, weil sich schwere Gegenstände
durchdrücken und
die Papierwolle
zusammenballen
würden. Ferner ist
die Papierwolle ge-
gen Feuchtigkeit
empfindlich und
bäckt in feuchter
Witterung leicht
zu Klumpen zu-
sammen, wodurch
der Zweck eines
Packfüllmaterials

verfehlt ist.
Gebräuchlicher
Abb. 278. Pergamin- und Papierwolle. und beliebter sind

106
        <pb n="119" />
        die wertvolleren Papierwollen, wie Seidenwolle aus Seidenpapier,
auch Pergaminwolle aus Pergamin- oder Pergamentpapier. _ Die
Pergaminwolle wird vor allen Dingen dann verwendet, wenn
Nahrungsmittel unmittelbar mit dem Füllmaterial in Berührung
kommen, wie z. B. bei Pralinenpackungen und anderen trockenen;
hochwertigen Genußmitteln. Die Pergaminwolle sieht”besonders
sauber aus und ist vollkommen geruchfrei, im Preis allerdings
im Vergleich zu den anderen Papierwollen und Holzwollen
erheblich teurer. Die Papierwollen kommen meist im gefärbten
Zustand in den Handel.
Papier

Anstatt der Papierwolle verwendet man häufig auch ganze
Papiere, teils glatt, teils zerknüllt, so das früher genannte Kugel-
papier, dann das Speltpapier, das ein Gewicht von 250 g/m? hat.
Es ist besonders stark und weich, ebenso wie das Schrenzpapier,
und wird gern als Füllmaterial verwendet. Die Festigkeit dieser
Papiere ist nur gering. Sie sind billig, weil zu ihrer Herstellung
die Abfälle der Cellulosefabriken sowie geschnittene Borken-
abfälle verwendet werden können. Auch festere Papiere, wie
Zeitungspapier, werden im geknüllten Zustand zum Füllen ver-
wendet. Sie haben den Nachteil, daß sie ihre Federkraft sehr
bald verlieren und zusammengestaucht werden. Etwas größere
Federkraft haben alte zusammengebrochene Kartons, die zu-
weilen als Füllmaterial in Kisten verwendet werden. Sie können
natürlich nur da gebraucht werden, wo es sich um Verpackung
größerer, aber leichter Gegenstände handelt, die nicht zwischen
den einzelnen Kartons hindurchgleiten können und nicht so
viel Gewicht haben, daß sie die Kartons vollkommen zusammen-
stoßen.

Ein gutes Seidenpapier ist bei feinen Gegenständen,
namentlich in Amerika, als Füllmaterial sehr beliebt. Es nimmt
nicht so leicht Wasser und Feuchtigkeit auf wie andere Papier-
sorten, behält daher länger seine Elastizität und läßt sich besser
einstopfen. Namentlich da, wo Kisten mit Füllmaterial in der
Nähe von Kessel oder Dampfpfeife stehen, ist Seidenpapier
günstiger als Holzwolle oder anderes Papier.

Holzspäne

Holzspäne sind ein sehr billiges Füllmaterial, werden aber
einmal aus Sauberkeitsrücksichten, dann wegen des wenig
schönen Aussehens nicht gern verwendet. Gebräuchlich sind
Holzspäne als Füllmaterial für Verpackung von „Früchten,
Weintrauben und Holzgegenständen.

107
        <pb n="120" />
        Zellstoffwatte

Für besondere Zwecke wird auch Zellstoffwatte verwendet.

Es gibt gebleichte und ungebleichte Zellstoffwatte. Der
Preisunterschied ist gering. Die gebleichte hat ein vornehmeres
Äußere. Verwendet wird die Zellstoffwatte zur Verpackung von
Instrumenten der Feinmechanik, auch von Genußmitteln wie
z. B. Zucker. Die Zellstoffwatte kommt in Tafeln von 1 cm
Stärke und etwa 100 g Schwere in den Handel. Die Tafeln sind
35 x 60 cm groß.

Sägespäne

Sägespäne kommen als Füllmaterial da in Betracht, wo es
auf das Gewicht der betr. Packung nicht allzusehr ankommt.
Sie sind relativ schwerer als Holzwolle, Holzwollseile und Papier-
füllung. Sie sind besonders da günstig, wo es sich um eine Ver-
packung kleinerer nicht allzu schwerer Teile handelt, bei denen
die Gefahr, daß sie auf den Kistenboden kommen, nicht allzu
groß ist. Im allgemeinen sind Sägespäne wegen der Unsauberkeit
nicht sehr beliebt, da sie sich in alle feinen Öffnungen der ver-
packten Gegenstände hineinfinden. Schwerere Gegenstände
dürfen nicht in Sägespäne verpackt werden, weil sie sich bei den
Erschütterungen sehr schnell bis auf den Boden hindurch-
arbeiten.

Textilabfälle

Textilabfälle finden im allgemeinen nur da als Füllmaterial
Verwendung, wo sie in der betreffenden Fabrik selbst abfallen
und nicht weiter verwendet werden können. So verwendet z. B.
Ford die Abfälle seiner Sattlerei als Puffer in den Kisten für die
Autoverpackung. In Abb. 35 ist auch bereits die Anwendung von
Filzstreifen als Unterlage der Motorfüße mit angegeben worden.
Im allgemeinen sind diese Füllmaterialien selten.

Stroh

Sehr häufig ist dagegen das Stroh als Füllmaterial. Es er-
füllt denselben Zweck wie Holzwolle und Papierwolle, ist elastisch
und gibt namentlich bei der Verpackung von Möbeln keine
Kratzer. Vorsichtig muß man sein mit dem Strohgeruch, da
dieser sich leicht auf Nahrungsmittel überträgt. Bei Verpackung
von Marmorplatten darf Stroh nie verwendet werden, da diese
die gelbe Färbung und Zeichnung des anliegenden Strohes
aufnehmen. Bemerkenswert ist, daß Strohfüllung in Paketen und
Kisten, die nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika gehen,
nicht oder nur nach sehr komplizierter Entseuchung transportiert

108
        <pb n="121" />
        werden darf, weil hier ein Verbot wegen der Gefahr der KEin-
schleppung von Seuchen besteht. (Hierüber näheres in den. Ver-
packungsvorschriften der Hapag, siehe Anhang.) Ob man
im Inlandsverkehr lieber Stroh oder Holzwolle nimmt, hängt
ganz von der Frachtlage und augenblicklichen Ernte ab, da sich
das eine hier, das andere dort billiger stellen wird.

Heu und Seegras

Dasselbe was über Stroh gesagt worden ist, kommt bei der-
Verwendung von Heu und Seegras als Füllmaterial in Betracht,
Heu wird noch leichter dumpf als Stroh, hat einen intensiven
Geruch und verliert seine Elastizität noch leichter. Seegras ist
elastischer und nimmt nicht so leicht Wasser an. Es ist dafür
aber wesentlich teurer und meistens schwer zu beschaffen.

Bei den Füllmaterialien muß beachtet werden, daß diese
nicht nur im Innern von Kisten, sondern auch als äußerer Schutz
häufig verwendet werden. So ist z. B. bei Klubsesseln eine
Stroh- oder Holzwollauflage, die durch Sackleinewand fest-
gehalten wird, üblich, damit das Leder unterwegs nicht ver-
kratzt wird. Bei Maschinenteilen findet man die bereits vorher
erwähnten Strohseile, mit denen besonders gefährdete hervor-
stehende Kanten umwickelt werden. Selbst bei Kisten mit
empfindlichem Inhalt kommen Stroh- oder Holzwollauflagen,
die durch Sackleinewand festgehalten werden, in Frage.

7. VERSCHNÜRUNG
Bindfaden

Die einfachste und gebräuchlichste Verschnürung von Paketen
und Frachtsendungen ist der Bindfaden. Er ist in den ver-
schiedensten Qualitäten und Stärken am Markt. Normen über
Reißlänge in Beziehung zur Stärke gibt es z. Zt. noch nicht.
Es wäre aber sehr erwünscht, daß diese festgestellt würden,
damit die billigste Verschnürung für jede Paketart festgelegt
werden könnte. Auch bei leichten Paketen pflegt man die ganz
dünnen Sorten Bindfaden, selbst wenn ihre Festigkeit genügend
wäre, zu vermeiden, weil sie sich schwer knüpfen lassen und
beim Tragen in die Finger schneiden. Man wird also überall
gewisse Mindeststärken, soweit das Paket überhaupt an der
Umschnürung getragen wird, zu wählen haben. Auch für
schwerere Frachtkisten gibt es als letzte Sicherung schwere
Kordel, die dann in irgendeiner Form plombiert werden. Die
Verschnürung mit Bindfaden kommt auch zur Paketbildung
selbst in Frage. So werden bei rohen Holzgegenständen, z. B.

109
        <pb n="122" />
        Scheuerbrettern, Besen, auch bei Treppenvorlegern, die Außen-
packungen gespart und die Gegenstände selbst in Massen durch
Bindfaden zu einem Ganzen zusammengebunden. Besonders
vorsichtig muß man mit geölten Bindfäden sein, die nicht bei
Genußmitteln Verwendung finden dürfen. Je nach ihrem Ver-
wendungszweck können die Bindfäden nicht nur in verschiedener
Güte, sondern auch in verschiedener Weichheit geliefert werden.
Man. unterscheidet harte und weiche Garne, je nachdem sie sich
plastisch mehr oder weniger an das Paket anschließen. Her-
gestellt werden sie teils aus ungarischen, teils aus italienischen
Hanfen oder aus Sisal und Werg. Natürlich werden die schlech-
testen Hanfarten, der Hechel- und Rohhanf für diesen Zweck
in erster Linie in Frage kommen. Auch Papier ist zur Herstellung
von Bindfäden viel benutzt worden. Derartige Bindfäden hatten
aber den Nachteil, daß sie beim Naßwerden sehr leicht zerrissen
und haben sich daher nur noch in wenigen Fällen halten können.
Draht.

Für scharfkantige Gegenstände ist eine Umbindung mit
Draht einer solchen mit Bindfaden vorzuziehen, da der Bind-
faden an den scharfen Kanten leicht durchscheuert. Draht ist
wesentlich haltbarer und durch Verdrehung scharf zusammen-
zuziehen. Er wird um die Pakete herumgelegt und mit zwei
Ösen verhakt. Die eine Öse muß nachträglich geschlossen werden.
Man macht dies mit den verschiedenartigsten Verschnürungs-
maschinen. Bei den Amerikanern existieren Kidra- oder Griplock-
und. der Gerrad-Verschluß. Die Verschlüsse selbst sehen aus
wie die Nrn. 7.u. 8. in Abb. 279, sowie. mittlerer Verschluß in
Abb. 280. Bei diesen Verschlüssen müssen etwa 25 em Draht
zugegeben werden, wenigstens bei großen Kisten zur Bildung
des Verschlusses. Je kleiner also die Packung ist, desto un-
günstiger wird wirtschaftlich der Drahtverschluß. Dieser hat
ferner den Nachteil, daß er namentlich bei Holz- und Papp-
Packungen in das Material einschneidet und dann lose wird.
Er hält die Packung also nicht unter Vorspannung, weil er das
Angreifen der Packung bequemer macht, teilweise auch gegen
Diebstahl sichert, aber ein Zusammenhalten des Paketes nicht
in entsprechender Form unterstützt. Wenn man das Ein-
schneiden von Kisten durch den Draht vermeiden will, kann man
stählerne Schutzecken auf die Kanten auflegen, in denen der
Draht gelagert ist. Dann hält der Drahtverschluß etwas besser.
Wenn man diese Ecken verwendet, so kann man allerdings
durch eine große Zahl von Drahtschnüren den Halt der Kiste
so verstreben, daß es statthaft ist, die Wände schwächer zu

110
        <pb n="123" />
        machen. Als Beispiel einer Ballenpackung, für Stahlband, sei auf
die Abb. 286 aufmerksam gemacht. Bei der Packung von Ballen
ist der Draht günstiger als bei Kisten, weil es hier auf ein Ein-
1. Kistenklammern.
2. Zugehörige Pfeile.
8. Kistensiegel.
4. Kisten-Innenklammern,
5. Cyklop-Stahlband mit Cyklop-Hülsen-
verschluß.
6. Alter Bandeisen-Verschluß.
7. Gerrard-Verschluß.
8. Griplock-Verschluß.
9. Band-Verschluß mit verbogenem Schluß-
stück (Joba, Herko).
10. Genieteter Bandverschluß mit
Plombierung.
11. Nagelkopf-Unterlage aus Leder.
12. » n „ Pappe.
13. Heftklammern für Aufschriftetikette.
Abb. 279.
10
Abb. 280. Detail aus Abb. 279. Abb. 281.- Detail aus Abb. 279.
Abb. 279—281. Verschiedene Verschlüsse an Kisten.

14
        <pb n="124" />
        schneiden an den Ecken nicht immer so ankommt und weil
ferner die Ballen unter innerer Pressung stehen und so den Draht
immer straff halten, was bei der Kiste nicht der Fall ist.
Eisen- und Stahlband

Um die Nachteile, die der Drahtverschluß hat, zu umgehen,
bindet man namentlich Exportkisten mittels Bandeisenstreifen,
Diese zog man bisher um die Kiste herum und vernagelte sie
auf der Kiste. In neuerer Zeit ist das Bandeisen durch das
Stahlband abgelöst worden. Das Bandeisen dehnt sich mit der
Zeit, so daß die Kiste locker wird. Das Stahlband bleibt immer
fest. An einer Musterkiste (Abb. 279 — 281) sind die verschieden-
artigen Verschnürungen durch Stahlband gezeigt. Bei Kisten,
die sehr gut halten sollen, legt man die Stahlbänder möglichst
außen hin. Will man die Kiste noch weiter versteifen, so kann

TI AS
Mangelhafte Nietung,
0 T=S
Gute Nietung.

Abb. 282—284. Lage der Nietbeine beim Nieten von
Stahlbändern für Kistenverschluß mittels gespaltener
Kupfernieten.
man die Bänder auch auf übergenagelten Leisten führen. Auch
in der Mitte kann man die Kiste nochmals mit Stahlband ver-
schnüren. Bei Anwendung von Stahlbändern kann die Stärke
der Kiste erheblich vermindert werden, weil diese in einer ver-
hältnismäßig großen Breite .aufliegen, nicht einschneiden und
dauernd gespannt bleiben. Die Abb. 279 —281 zeigen verschiedene
Verschlüsse dieses Bandes. Die modernsten Verschlußarten sind
der sogenannte Cyklopverschluß Abb. 279 Nr. 5 und der Joba-
verschluß Nr. 9, sowie der Verschluß mittels Nieten Nr. 10.
Die beiden ersteren fassen das Band mittels Verschlußplombe
seitlich, der eine (Cyklop) kerbt das Band ein und hält dadurch
hinter der scharfen Kante fest, der andere (Joba) biegt es nur
herunter und schwächt dadurch das Band nicht. Der Niet-
verschluß braucht etwas mehr Band, die Nieten verdrücken
sich leicht und brechen daher. (Abb. 282—284.) Er kann aber
ohne Wechsel des Apparates für verhältnismäßig viele Band-
breiten benutzt werden. Bei den meisten Nietapparaten wird

112
        <pb n="125" />
        der Verschluß etwas länger 7
dauern als bei den anderen Ver- 7
schlüssen. Der Verschluß Nr. 6,
in Abb. 279 ist der alte Stahl-
bandverschluß, wo das Band
umgelegt und durch eine Öse -
durchgeführt wird. Wenn dieser
letztere Verschluß ohne Apparat
hergestellt wird, kann man I
beim Herumdrehen des Endes 7
leicht die Hand verletzen. Bei «+
Inlandpackungen genügt es
meistens, zur Verstärkung ein
Stahlband in der Mitte allein
anzubringen. Die Hapag emp- | . | |
fiehlt in  hren Vorschriften (siehe ı- Ertl anWEh Ver Hüte OO 4
Anhang) ein Stahlband in der  KOp: 255 Bench a ah
Mitte und zwei an den Enden  Prutlesewiehk Danahroite und
für den Export. Das Schau- Bandzahl.
bild 285 zeigt die Beziehungen
zwischen Bruttogewicht der Ware, Bandbreite und Bandzahl.

Auch bei kleinen, verhältnismäßig sehr leichten Paketen
beginnt das Stahlband den Bindfaden mehr und mehr zu ver-
drängen. Bisher haben diese schmalen Stahlbänder verschiedene
Nachteile gehabt. Durch ihre scharfen Kanten schnitten sie
in die Finger der expedierenden Beamten ‚und der Austräger.
Die Plombierung war nicht sicher, und die umgebogene Kante
am Schluß war auch wieder gefährlich. Darum waren Stahl-
bänderumschnürungen bei Postpaketen bis jetzt nicht zugelassen.
Geändert ist dies durch die neu eingeführte Metoschnürung.
Hier werden Stahlbänder mit umgelegtem Rand verwendet,
die nicht mehr schneiden. Diese werden vollkommen verdeckt
durch eine Schlußplombe zusammengehalten (Abb. 286). Die
Schlußplombe wirkt
einmal als Knoten-
ersatz und dann
als Sicherung gegen
Beraubung in der
Art eines Siegels
oder einer Plombe.
Vorstehende Band-
ET Abb. 286. Meto-Schnürung. Links ohne, rechts

mit aufgepreßtem Ring.
Sachsenberg 8
11}
        <pb n="126" />
        vor. Die Verschnürung geht mittels der Verschlußmaschine
außerordentlich rasch und sicher vor sich. Bei gleichartigen Paketen
kann man Band in abgemessenen. Längen zur Verfügung halten,
bei verschiedenartigen Paketen arbeitet man von der Rolle.
Die Verschnürung macht auch äußerlich einen sehr guten KEin-
druck und wird billiger als Bindfadenverschnürung. Diese wirkt
sich besonders da aus, wo man Pakete mit dem Bindfaden
doppelt umschnüren müßte, während hier das Stahlband in
einfacher Umschnürung jedes, auch das schwerste, Postpaket
hält. Außerdem läßt sich das Stahlband wegen seiner ver-
hältnismäßig großen Breite nicht seitlich vom Paket abstreifen,
wie dies beim Bindfaden; wenn er nicht sehr fest angezogen ist,
leicht möglich wird.

114
        <pb n="127" />
        IL. RUCKSICHTEN AUF DEN INHALT
In den bisherigen Kapiteln wurden allgemein übersichtlich
diejenigen Mittel dargestellt, welche beim Packen etwa in Frage
kamen. Es sollen nun in den folgenden Kapiteln alle diejenigen Ge-
sichtspunkte gesondert behandelt werden, welche mit dem Inhalt
zusammenhängen und hier unter Zugrundelegung der bereits
gewonnenen Erkenntnisse diejenigen Verpackungsarten besonders
bezeichnet werden, die bei der Verschiedenheit des Inhaltes
angewendet werden müssen. Ebenso diejenigen Sicherungsmaß-
nahmen irgend welcher Art, die bei verschiedenem Charakter
des Inhaltes bei der Verpackung zu treffen sind.
Verpackungsmenge
Der erste Gesichtspunkt, unter dem bei der Ware die Ver-
packungsart gewählt werden muß, ist die Menge der zu ver-
packenden Ware. Wir können hier große
und kleine Mengen unterscheiden. Grund-
sätzlich jedoch ist man überall bestrebt,
von der Einzelpackung zur Massenpackung
überzugehen, und zwar wird sich die An-
zahl der zu verpackenden Gegenstände
nach der Handlichkeit der gesamten
Packung richten.

In vielen Fällen. gewährt die Massen-
packung dem verpackten Gegenstand einen
besseren Schutz als bei Einzelpackungen.
Z. B. werden bei Plättbrettern bei
Massenpackungen die mit Tuch überzoge-
nen Seiten gegeneinander gestellt. Ebenso
werden Korbsessel und Stühle oft vor-
teilhaft zu zweien ineinander gestellt,
wobei die Lehnen und Sitze der Stühle
bzw. Sessel weniger der Gefahr der Be-
schädigung ausgesetzt sind als beim
Einzelversand (siehe hierzu Abb. 287).

Sobald man aber zum Zusammen-

Abb. 287. Rohrmöbel. Packen größerer Massen wirklich gelangt,
Packung. dann ist in vielen Fällen der Grundsatz

115
        <pb n="128" />
        leichtester Zählbarkeit anzustreben. In einer Kiste, in der sich
tausend Papierbeutel irgend welchen Inhaltes befinden, ist es
natürlich sehr schwierig, eine Stückkontrolle durchzuführen.
Wenn man aber je 50 Papierbeutel längs in die Kiste und je
50 quer legt, hat man sofort eine gute Übersicht. Bei Wäsche-
stücken empfiehlt es sich, diese immer in Paketen einer gewissen
Stückzahl, etwa dutzend- oder grosweise, zusammenzubinden
und jeden zehnten Bund durch ein besonderes andersfarbiges
Band zu bezeichnen. Auch bei der Anordnung von Stegen
bei der Unterteilung der Kiste, wie z. B. bei Bierkisten, ist
die Zählbarkeit durch geschickte Anordnung leicht zu sichern,
indem man z. B. immer 10 Flaschen in eine Reihe nimmt. Bei
Abb. 288. _Schachbrettartiges
Verpacken. Abb. 289. Ballen.

solchen. .Gegenständen, bei denen der Druckgefahr wegen immer
nur der eine eingewickelt werden muß, während der zweite,
weil er durch den eingewickelten Nachbar nicht mehr beschädigt
werden kann, uneingewickelt bleiben kann, ist die Zählbarkeit
durch das verschiedene Aussehen der eingeschlagenen und nicht
eingeschlagenen. Teile sehr gut gewahrt, weil die ganze Packung
schachbrettartig leichter zu übersehen ist als bei gleichmäßiger
Färbung (Abb. 288).

Wo solche Einteilungen durch die Kleinheit des Gegen-
standes unmöglich sind, kann man sich häufig auf andere Weise
helfen. Zum Beispiel bei:

a) Sicherheitsnadeln:

Für Sicherheitsnadeln wie auch andere kleinere Metall-
waren ähnlicher Dimensionen, die das Durchziehen eines Drahtes
gestatten ohne von demselben herauszufallen, empfiehlt es sich,

L16
        <pb n="129" />
        die kleinen Gegenstände dutzendweise oder grosweise auf ein-
fache Drahtringe aufzureihen.

b) Stecknadeln:

Stecknadeln werden, bevor sie in großen Packungen versandt
werden, Hundertstückweise oder in anderer Anzahl in Papier-
streifen gesteckt. Dieses Einstecken erfolgt mittels Maschinen.
Die Streifen können bedruckt derartig ausgeführt werden, daß
sie direkt als Verkaufspackung dienen.

Eine besondere Art der Massenpackung ist der Ballen. Er
wird bei solchen Gegenständen angewendet, die eine harte Be-
handlung vertragen und sich im allgemeinen von einander nicht
viel unterscheiden, z. B. bei Lumpen, Papier und sonstigen Ab-
fällen. Diese werden mit einigen Latten auf den Kopfseiten be-
setzt und mit Stahlbändern zusammengezogen. (Abb. 289.) Na-
mentlich während des Krieges haben sich die Ballenpackungen
sehr eingeführt, weil die anderen Verpackungsarten zu teuer
waren und der knappe Schiffsraum durch die bequeme Ver-
stauung gespart wurde. Man sparte durch Verstauung in Ballen
40—80% an Verpackungskosten gegenüber der Kistenpackung und
konnte außerdem noch etwa bis 97% Taraverminderung rechnen.
Das War-Departement der Vereinigten Staaten hat im Kriege eine
Liste von über 100 Artikeln herausgegeben, die in genormte
Ballen von 0,16 oder 0,2 cbm gepackt wurden. Die Kosten der
Verpackung waren nach den dortigen Feststellungen 5,5 mal
höher, wenn das Material in Kisten anstatt in Ballen unter-
gebracht wurde und die Arbeitslöhne des Verpackers waren
2,5 mal höher. Dabei waren in beiden Packungen die gleiche
Anzahl Waren enthalten.

Eine Firma verpackte Seifen in Ballen nach folgender Art:
Die einzelnen Seifenriegel wurden einzeln umhüllt und ein Dutzend
Riegel in eine Schachtel aus Fiberpappe gepackt. Sechs solche
Schachteln wurden aufeinandergeschichtet und mit wasser-
dichtem Papier umhüllt. Zwei eiserne Bänder wurden um den
Ballenpackstoff gelegt. Diese Verpackung wurde für Seifentrans-
port nach Chile angewandt.

E Weitere sehr interessante Vorschriften des W.D. U.S.A., die
für die Herstellung von Ballen von Nutzen sein könnten, sind in
dem Buche P.f.£.M.*) angeführt und seien hier in Umrechnung
auf metrisches Maß noch gebracht:

; Gewicht des Ballens sollte nicht weniger als 150 kg betragen.
Die Bänder, mit denen die Ballen umschlungen werden, bestehen
*) Siehe Anmerkung Seite 15.

117
        <pb n="130" />
        aus unverzinktem, kaltgewalztem Stahl von 15mm Breite und einer
Zerreißfähigkeit von 385 kg. Die Bänder sind mit wasserdichter
Farbe überzogen und nicht galvanisiert. Die Außenbänder sind vom
Stirnende des Ballens 92 mm entfernt. Sie haben straff zu sitzen
und die Enden der Bänder sollten mit Metall-Lot versiegelt sein.
Herstellung des Ballens: Die Ware wird vor Verpacken in
Ballen auf einer Presse zusammengedrückt. Alle kleinen Waren
werden sachgemäß zusammengefaltet (Handschuhe, Socken usw.),
so daß eine Basis des Bündels entsteht. Gewöhnlich werden zehn
einzelne Artikel oder 10 Paare derselben Type so zusammen-
gebündelt. Wo die Höhe der Ware größer ist als ihre Breite,
werden nur fünf einzelne Artikel oder Paare zusammengebündelt.
Die Herstellung der Verpackung wird erleichtert, wenn kleine
Kisten dabei verwendet werden, deren Öffnung an einer ihrer
Stirnwände möglich ist. Außerdem können vorteilhafterweise
noch folgende Artikel in Ballen versandt werden: Unterhemden,
Kopfkissen, Sweater, Jumper usw.
Tabelle üblicher Ballenpackungen:
Artikel Ve | Be Höhe | Gew.
Stück! mm | mm | mm kg
Leinen-Schürzen und Taschentücher. . . . 50 750 375 350 32,7
Wollene Decken 0 5 375 | 31,8
Baumwollene Kniehosen . . as 70 750 | 375 [0375 | 41,8
Sommerunterwäsche . . . BO 200 750 375 een | 445
Handschuhe‘... N .‚. .)N400 750 | 375 350 ' 44,0
Wollene Matratzen . nn &amp; 9 750 375. 450 31,0
Kopfkissen... 04 8 A 2005750 375 425 26,5
Baumwollene Hemden . x A 2 200 750 375 400 54,8
Schwere wollene Socken U 00 750 375 375 | 38,2
Handtücher... A, ME 300 750 375 | 375 59,3
Holen uf A A SO 750 375 406 147,0
Unterhemden: für Winter ........0. 100 750 775 375 35,4
„Sommer abe 75 40,0
SWERbEr un A ya ' f 34,0
Lederschürzen . - 80 59.0
Eine größere Anzahl größerer Gegenstände verpackt oder
unverpackt ‚durch Zusammenbinden zu einem Paket zu ver-
einigen, hat keinen Zweck, da sie sich dadurch nur schwer
transportieren. Ein derartiges Zusammenbinden von Paketen
ist auch nach 8 15 der Postordnung (siehe Anhang) nicht zu-
gelassen. Die Eisenbahn, welche in Waggons verlädt, hat aller-
dings auch ein Interesse an einer derartigen Vereinigung von
Gegenständen, wenn sie in einen Waggon verladen werden.
Abmessung:
Beim Transport machen zu große und zu kleine Abmessungen
des zu transportierenden Gegenstandes Schwierigkeiten. Von be-

118
        <pb n="131" />
        stimmten Abmessungen an (siehe Postordnung) nimmt die Post
Pakete nicht mehr an. Sie müssen dann mit der Bahn gehen.
Auch beim Bahntransport muß man sich an die zugelassenen Pro-
file halten. Bei größeren Kisten, die durch dieses Profil nicht
mehr durchgehen, kann man durch Sonderwagen mit niedriger
Bodenlage des Waggons noch eine Erhöhung der Verpackung er-
reichen. Die Sonderwagen sind aber wesentlich teurer.

Stücke von sehr kleinen Abmessungen soll man nicht in
ebensolche Verpackungen einlegen. Es ist hier besser, ihre Ab-
messung künstlich durch Einbringen in größere Verpackungen
zu vergrößern, damit sie nicht so leicht verloren gehen. Bei
wertvolleren kleinenWaren, die leicht übersehen werden, kann die
Vergrößerung ihrer äußeren Form durch Einkleben in Wachs-
täfelchen, so bei Zähnen, Diamanten, Edelsteinen und dergl.
erreicht werden. Bei sehr großen Waren ist es der Handlichkeit
der Kisten wegen häufig günstig, sie lieber demontiert in ein-
zelnen Teilen zu verschicken als im Ganzen. Dies kommt z. B.
bei Autos in Frage. Hier spielen natürlich auch Zollfragen mit.
In gewissen Fällen, wo die Montage sehr schwierig ist, und die
Gegenstände nach Ländern gehen, wo geübte Kräfte nicht zur
Verfügung stehen, wird es trotz der ungeschickten größeren Ver-
packung gewöhnlich vorteilhafter, die Waren im Ganzen zu
verschicken.

Zustand

Auf den Zustand, in dem sich die zu verpackenden Waren be-
finden, muß ebenfalls Rücksicht genommen werden. Bei harten
Waren ist besonders darauf zu achten, daß sie sich gegenseitig
nicht reiben. So müssen gehärtete Feilen gut eingeölt und sehr
fest gelagert sein. Auch wenn harte und mittelharte Waren in
einer Verpackung eingeschlossen werden, ist es günstig, sie durch
eine Papp- oder Holzzwischenlage zu trennen. Bei harten und
scharfen Gegenständen ist es besonders wichtig, daß auch die
ein- und auspackenden Personen nicht verletzt werden. So muß
man bei Meißeln und Bohrern und ähnlichen Gegenständen die
Schneiden gut schützen, vor allen Dingen dafür sorgen, daß die
innere Verpackung beim Herausnehmen. sich nicht unbeabsichtigt
lösen kann. So sticht man z. B. spitze Ahlen in einen Kork ein,
so daß die Spitze niemanden verletzen kann, und selbst

nicht verletzbar ist, da sie ja beim Versand leicht abbrechen
würde. Bei weichen Sachen, namentlich da, wo sie schwer sind,
wie Bleirohre, muß bei der Verpackung darauf Rücksicht ge-
nommen. werden, daß nicht mehrere Schichten aufeinander
liegen, sonst würden die unteren von den oberen niedergedrückt

7

114
        <pb n="132" />
        werden. Am besten werden z. B. Bleirohre auf Trommeln
gewickelt versandt. Hierbei müssen aber die Seitenwände der
Trommel über das aufgewickelte Rohr scheibenartig hervorragen,
damit die Trommel nicht etwa auf dem Bleirohr selbst steht. Bei
Aluminium ist es interessant, daß die schlechteren Sorten und
dünneren Gegenstände viel druckempfindlicher sind als die
besseren schwereren Sorten. Die schlechteren Sorten erfordern
daher eine teurere und steifere Verpackung und bessere Zwischen-
füllung mit Füllmaterial als die besseren Sorten. Für den Stadt-
versand kann ganz weiches Material, wie Butterstückchen, lose
verschickt werden. Es empfiehlt sich dann, diese in eine Kiste,
wie Abb. 30 zeigt, einzubringen, die durch Schieber. so unterteilt
ist, daß sich die einzelnen Stückchen nicht gegenseitig drücken.
Bei gewissen Käsearten muß selbst beim Transport auf ihre Weich-
heit Rücksicht genommen werden. So dürfen z. B. die großen
Algäuer Rundkäse, die radförmig geformt sind, nicht auf der
hohen Kante stehen, weil sie sonst wegen ihrer Weichheit zu-
sammensinken würden. Der hierfür verwendete Kübel muß
stets die Aufschrift ‚Hier oben‘ oder ‚Nicht kanten‘“ tragen.
Als Füllpackung muß hier, da der Käse außer seiner Weichheit
auch noch klebrig ist, Papier jeder Art und Holzwolle vermieden
werden. Man legt anstatt eines Papierbogens zur Abdichtung
der Kiste ein Holzfournierplättchen auf, was leicht abgelöst
werden kann und nicht so fest klebt wie Papier.

Bei elastischen Gegenständen braucht man bei der Ver-
packung im allgemeinen keine so großen Rücksichten gegen Stoß-
sicherheit zu nehmen, weil sie ausweichen können. Hierbei
ist zu beachten, daß gewisse Gegenstände, wie z. B. Automobil-
federn, nur in einer Richtung elastisch sind. Man kann auch die
Eigenschaft der Elastizität zwecks günstiger weicher Einlegung
von Gegenständen in die Packung selbst benutzen. So werden z. B.
die Kisten für Automobile vielfach etwas niedriger als der ausge-
federte Wagen gehalten, so daß der Wagen in der geschlossenen
Kiste unter Anspannung der Federn weich und doch bewegungslos
eingelagert ist.

Bei kompakteren Gegenständen ist vom Standpunkt der
Ware aus, soweit hier nicht andere Rücksichten der Schutz-
bedürftigkeit mitsprechen, auf die Dichtigkeit der Umhüllung
kein allzu großer Wert zu legen. Kompakte Waren können aus
der Kiste nicht auslaufen. Sind die Gegenstände dagegen mehlig
oder sogar stark mehlig, so richtet sich die ganze Art der Ver-
packung in der Hauptsache nach dieser Eigenschaft. So wird
z. B. feines Weizenmehl im Auslandsexport meist in Doppelsäcken

190
        <pb n="133" />
        transportiert, weil selbst der dichteste Sack Mehl durchläßt. Auch
diese Verpackung reicht vielfach nicht, so transportiert Nord-
amerika das Mehl nach Mittelamerika herunter in Fässern; da
auch diese nicht genügend dichthalten, werden in diese ge-
wöhnlich noch Papiersäcke eingesetzt.

Bei Flüssigkeiten ist auf besonders sichere Verpackung
Rücksicht zu nehmen, weil sie beim Auslaufen nicht nur selbst
verlorengehen, sondern auch noch andere Gegenstände be-
schädigen, womit der Verpacker haftbar gemacht werden kann.
Außerdem haftet (siehe Postordnung 8 5, II) die Post bei mangel-
hafter Verpackung nicht, wenn diese durch Bruch verlorengeht.
Ferner ist bei der Verpackung von Flüssigkeiten noch auf $ 9,
VII, 2 (siehe Anhang) der Postordnung zu achten. Es empfiehlt
sich auch, auf die Vorschriften der Hapag ‚Handbuch für Ver-
lader‘“ (siehe Anhang) zu achten, besonders auf das Nachtreiben
der Reifen von solchen Gebinden, die Flüssigkeiten enthalten,
vor der Verschiffung, ferner durch Bezeichnung des Inhaltes
mit „Flüssig“‘.

Gase werden in nicht zusammengepreßtem Zustand überhaupt
nicht transportiert, weil hier Transport und Packung zu teuer
werden würden. Im zusammengepreßten Zustand sind Gase
immer gefährlich, namentlich solche, die‘ giftig oder explosiv
sind und müssen hier besonders sorgfältig behandelt werden.
Es sind hier vor allen Dingen die Vorschriften der Eisenbahn-
verkehrsordnung (siehe Anhang) zu beachten, ferner die Vor-
schriften über Behälter hochgepreßter Gase. Die Ventile müssen
besonders auf Dichtigkeit geprüft sein, die Flaschen müssen abge-
nommen und von Zeit zu Zeit nachgeprüft werden. .Prüfstempel
werden nachkontrolliert, die Flaschen haben je nach Inhalt be-
sonderen Anstrich und: besondere Bezeichnung. Die Ventile sind
durch aufschraubbare KEisenschutzköpfe, die aber ihrerseits
wieder angebohrt sind, damit kein Druck im Innern entstehen
kann, gegen Bruch und Beschädigung zu schützen. Meistens
sind viereckige Füße Vorschrift, damit die Flaschen nicht rollen
können; auch beim Transport müssen besondere Vorsichtsmaß-
regeln gewahrt werden. Die Flaschen dürfen nicht geworfen wer-
den und nicht in der Sonne liegen. Bei der Druckprüfung der Stahl-
flaschen ist besonders noch der Punkt zu beachten, daß bestimmte
Gase, wie Sauerstoff und Wasserstoff, kein Öl vertragen. Die Druck-
prüfung muß also mit gereinigtem Ölfreien Wasser vorgenommen
werden. Dadurch, daß Schmutzwasser, in dem sich etwasÖl befand,
zum Abdrücken benutzt wurde, ist schon mancher dieser
Behälter später explodiert. Manche Gase, wie Azetylen, vertragen
192
        <pb n="134" />
        überhaupt keinen Transport im gepreßten Zustand. Hier ist
ein besonderes Material, was in diesem Falle wie Füllmaterial
wirkt, notwendig, um die Gase aufzunehmen. Die Flaschen mit
Azetylen werden mit Azetonmasse gefüllt, und diese saugt das
Gas unter Druck auf und entläßt es bei Druckentlastung wieder.
Auf diese Weise werden die Gase gegen unbeabsichtigte Ent-
zündung geschützt.
Das Gewicht

Beim Gewicht der zu verpackenden Gegenstände muß darauf
geachtet werden, ob der Schwerpunkt, wie dies allgemein der
Fall ist, in der Mitte der Verpackung liegt; in diesem Falle ist
ein Umstürzen oder Abrutschen beim Transport nicht zu be-
fürchten. Liegt dieser Schwerpunkt aber einseitig, so sollte er
außen auf der Verpackung so deutlich markiert werden und
zwar in mindestens zwei Projektionen, daß kein Zweifel darüber
entstehen kann, welche Ecke der Verpackung am schwersten ist und

wo am meisten Vor-

sicht beim Wälzen

oder beim Anhaken

der Kiste am Kran

gewahrt werden muß.

Kine derartige Bema-

lung der Kiste nach

dem Schwerpunkt

des Inhaltes zeigen

Abb. 290 und 291. Abb. 200. 20% Oft

Kennzeichnen des Schwerpunktes. ist es auch noch rat-

sam, den Anschlag

des Kranhakens oder die Führung der Tragseile beim Kran durch

Bezeichnung anzudeuten. Bei der Konstruktion der Kiste ist

bei nicht mittig liegendem Schwerpunkt noch zu empfehlen,

die mittlere Bodenleiste unter die Schwerpunktlinie zu legen

und, wenn dies nicht möglich ist, unter dieser wenigstens noch

eine zweite Leiste anzubringen. Ferner sei hier auf die Abb. 65

hingewiesen, eine Verpackung, bei der der Schwerpunkt auch

nicht mittig liegt, bei der diese Tatsache aber sofort durch die

Art der Verpackung zu ersehen ist, so daß eine besondere Be-
zeichnung nicht notwendig ist.

Bei sehr schweren Gegenständen, wie z. B. Maschinen, wird
die Verpackung meist nicht in der üblichen Form vorgenommen,
d. h. so, daß man die Maschine in die Kiste setzt und dann auf
den Boden festschraubt. Man würde hier schlecht zukommen.

1929
        <pb n="135" />
        Vielmehr setzt man die Maschine zunächst auf den leeren Boden,
schraubt sie gut fest; steift sie ab, und baut dann die Kiste um
die Maschine herum. Möglich ist auch ein Überstülpen der fertigen
Kiste. Hierdurch würde der zuerst zum Aufschrauben fertig ge-
machte Boden den Charakter des Deckels einer Kiste annehmen.

Bei großen Kaufhäusern, Konsumvereinen und dergl. ist
es wichtig, daß möglichst alle Transportkisten, die für den Stadt-
versand gebraucht werden, dasselbe Gewicht haben. Sie können
dann immer von einer Person getragen werden. Die Transport-
kalkulation gestaltet sich einfacher. Man wird daher die Kiste
für verschiedene Arten von Gegenständen, sagen wir Kuchen,
Kaffee, Butter, Eier und dergl. ganz verschieden groß machen,
aber so, daß sie gefüllt alle dasselbe Gewicht haben. Sie müssen
dann natürlich das deutliche Zeichen tragen, wofür sie bestimmt
sind. Hierbei liegt noch der Vorteil vor, daß die Transportkiste
nur den Geruch, der ihrer Ladung anhaftet, trägt.

Zerbrechlichkeit

Bei den Rücksichten auf die Zerbrechlichkeit der Waren kom-
men in allererster Linie Glas und Porzellan in Frage.

Man kann bei kleineren Glaswaren, wie Gläsern, Schüsseln
usw. allgemein 5 Arten der Verpackung nennen.

1. Massenware, wie Preßglas, Biergläser usw. werden unver-
packt in Waggons mit Strohzwischenlage zum Versand gebracht.

2. Etwas bessere und empfindlichere Ware wird in runden
Strohbündeln verpackt und zwar nicht einzeln, sondern mei-
stens zu sehr viel Stücken gemeinsam, daß die Größe des
Bündels etwa der Größe eines Brotlaibes entspricht. Abb. 292
zeigt, daß die Strohverpackung zweimal mit Stroh umschnürt ist.

3. Als etwas bessere Verpackung gilt die Verpackung mit
Holzwolle und außen Stroh. Das Stroh wird so rechteckig
herumgelegt, daß analog der Benennung bei der Kiste, Seiten
und Stirne von Strohbändern richtig umgeben sind. Boden und

Abb. 292294. Verpacken in Stroh.

199
        <pb n="136" />
        Deckel ‘ sind frei,
und es wird nur ein-
mal, ähnlich einer
Bundleiste, die
Packung mit einem
Strohseil verschnürt

(Abb. 293).
3. Für feinere
Waren verwendet
man ebenfalls Holz-

wollpackungen,
doch wird die
Packung hier nicht
von Stroh, sondern
von Wellpappe um
schlossen, wie in
Abb. 294 skizziert
Abb. 295. Glaspackungen. ist.
AN N
Tinten: Yollstrofmackung, ng für Gläser aus Well- ders Wertvolle Glä-
5  Danier und  OehiE oh volen ser, Wwıe geschliffene
Kristallschalen, um-
gibt man einzeln mit mehreren etwa 15 Lagen feinem Seiden-
papier. Das Papier wird fest an das Glas herangedrückt, und
nun werden die Glaswaren mittels nasser Holzwolle fest in
Kisten verpackt. Die nasse Holzwolle schmiegt sich sehr fest
und elastisch an das Glas an. Der Abstand von der Glasware
bis zur Kistenwand beträgt bei derartigen hochwertigen Gegen-
ständen etwa 6 cm.

Im allgemeinen sind auch in der Glas- und Porzellanindustrie
Massenpackungen üblich, so werden z. B. Weckgläser gemeinsam
in Papier zu Rollen bis zu 80 cm Länge verpackt. Dieselben
werden dann in dieser Packung zwischen Stroh in einen Waggon
ohne weitere Verpackung eingesetzt.

Die Verpackungsarten 2, 3 und 4 werden vielfach wieder zu
größeren Mengen vereinigt. Man tut aber gut, wenn man diese
nicht in schwere feste Kisten einlegt, sondern in verhältnismäßig
leichte Gestelle. Diese sind elastischer, geben leichter nach und
vergrößern das Absturzgewicht nicht. Es muß bei allen Ver-
packungen zerbrechlicher Gegenstände, außer bei einzelnen
Sondersendungen höchstempfindlicher, die nachher noch be-
schrieben werden sollen, darauf geachtet werden, daß das Gewicht
der Packung selbst gering ist, um das Aufstoßgewicht niedrig

124
        <pb n="137" />
        zu halten. Von diesem Gesichtspunkt aus ist auch die Ver-
packung nach Abb. 296 konstruiert. Hier ist durch den Einbau
der doppelten Wandung Wellpappe auch noch ein sehr elastischer
Stoß gesichert. Unter dem gleichen Gesichtspunkt ist die Ver-
packung nach Abb. 297 gewählt. Es handelt sich hier um eine
Verpackung in einem leichten Faß, in dem Glühlampen unter
Zwischenlage von Wellpappe und Umhüllung von Wellpappe in
größeren Massen untergebracht sind. Ist die Ware besonders
empfindlich, so versieht man die Fässer am Kopf und in der
Mitte mit Strohkränzen, so daß bei einem Absturz oder heftigem
Rollen auch hier noch eine Stoßdämpfung eintritt. Ganz be-
sonders hochempfindliche und wertvolle Porzellanfiguren sind
allerdings in einer schwereren Verpackung untergebracht, jedoch
so, daß sie keinen Schaden leiden können.

Derartige Figuren und Gegenstände, wie z. B. feine verästelte
Bäume, werden vor der Verpackung auf einen Boden aufgesetzt,
in den an den aufsitzenden Stellen entsprechende Vertiefungen
eingelassen sind. Dieser Boden wird mit der Porzellanfigur in
eine Schieberdeckelkiste eingesetzt. Die Kiste wird dann völlig
mit Holzwolle ausgefüllt, so daß der verpackte Gegenstand sich
nicht bewegen kann. Um Erschütterungen durch Nägel zu ver-
meiden, wird der Deckel nicht aufgenagelt, sondern aufge-
schoben. Diese Kiste wird weiterhin nochmals in eine be-
deutend größere Kiste, die gleichfalls mit Holzwolle
ausgefüllt wird. eingesetzt und
gelangt so zum Transport.

Abb. 297. ı Bruchsichere

Abb. 296. Waschbecken in Packung vonelektrischen

bruchsicherer Wellpappe- Metallfadenlampen in
packung. Fässern,

1925
        <pb n="138" />
        Zerbrechliches Gebäck, wie Nudeln, Maccaroni und dergl.,
braucht nicht so stark abgefedert zu werden wie Glas und
Porzellan, soll aber gut festliegen, damit es in der Kiste nicht
hin- und herschlägt. (Siehe Abb. 29.) Es ist bei Porzellanwaren
auch noch auf $ 5, IT und 8 9, VII der im Anhang befindlichen
Postordnung aufmerksam zu machen.

Druckempfindlichkeit

Auch auf die Druckempfindlichkeit der zu verpackenden
Waren muß Rücksicht genommen werden. Apfelsinen, die hier
besonders gefährdet sind, werden lagenweise in den Verschlag
nach Abb. 66 eingepackt. Der Verschlag ist sehr leicht gehalten,
so daß anderes Gut nicht auf ihn aufgestapelt werden kann.
Ferner ist, wie aus der genannten Abbildung zu ersehen ist, der
obere Deckel rund gehalten, so daß er gar keine Basis für aufzu-
stellende Gegenstände bildet.

Bei Zahnrädern und Zahnstangen ist darauf Rücksicht zu
nehmen, daß sie in verpackten Maschinen möglichst nicht im
Eingriff stehen, weil selbst bei Bewegung des einen Teiles und
Verklammerung des anderen Flankenbruch eintreten kann.
Sinngemäß gilt dasselbe von Schnecke und Schneckenrad,
Mutterschloß und Leitspindel usw. Andererseits ist es manch-
mal, wenn eine derartige Beanspruchung des einen Teiles und
Verklemmung des anderen nicht zu befürchten ist, wertvoll,
z. B. den Support gerade dadurch in seiner Stellung festzu-
halten, daß man das Sperrschloß schließt.

Ritzempfindlichkeit

Wenn man glatte, besonders gut lackierte Teile hat, wie
Kotbleche von Kraftwagen, so hat man hier auf zwei Beschädi-
gungsmöglichkeiten zu achten, einmal auf die reine Druck-
empfindlichkeit und das andere Mal auf die Ritzempfindlichkeit
seiner Oberfläche. Bekommt ein solches Kotblech Druck von
irgendeiner Seite, so hat es in sich zu wenig Widerstand, um
seine Form zu wahren und bekommt eine Beule, die kaum wieder
zu beseitigen ist. Um dies zu vermeiden, erhöhen manche
Firmen, die besonders gute Wagen oder Krafträder exportieren,
die Widerstandsfähigkeit dieser Teile dadurch, daß sie Holz-
modelle, die ihrer Form genau angepaßt sind, in sie einbauen.
Das Blech wird dann bei Druck gegen dieses Holzmodell ge-
drückt und kann nicht ausweichen. Die Holzmodelle werden
vom Empfänger dann wieder an den Absender zurückgeschickt

126
        <pb n="139" />
        und passen in
andere Kotbleche
hinein, was bei
Normalisierung na-
mentlich bei ein-
heitlich gezogenen
Kotblechen leicht
zu bewerkstelligen
ist. Wenn derartige
Kotbleche von der
freien. Seite Druck Abb. 298, Fahrradschutzpackung der Firma
erhalten oder durch Osthushenrich.
Füllpackung ge-
kratzt werden, so leiden sie auch. Deshalb muß man diese
Seite durch weiches Papier, Tuch oder Leder, was man über-
bindet, gegen diese Einflüsse schützen. Bei Fahrrädern ist das
einfacher, da die Formen kleiner sind. Hier existieren eine
Reihe von genormten Profilhüllen (Abb. 298), die für jedes
Fahrrad übergeschoben werden können und an sich so wertlos
sind, daß sie nach dem Auspacken weggeworfen werden. Jedes
Sonderteil des Fahrrades, das sonst durch Umwickeln mühsam
eingewickelt werden
müßte, kann durch
solche Profilhüllen vor
Verkratzung geschützt
werden. Man hat diese
Hüllen, wie die Abbil-
dung zeigt, für Kot-
bleche, Felgen, Rahmen,

Werkzeugtasche, Pedale
USW. Abb. 299. und

ö 29 Mack
Wen KU Abb. 300. Verpackte Tische und Kinder-
Füßen und polierter Sportwagen.
Sitzplatte, Beachte Leistenabstützung!

127
        <pb n="140" />
        300 zeigen noch einige gerade gegen Verschrammung verpackte
Möbel und einen zusammenlegbaren Kinderwagen. Hier tritt
das Moment des Schutzes gegen Verletzung des Anstriches ganz
besonders deutlich hervor. Die Teile sind nur so gepackt, daß
die Verletzung des Anstriches vermieden wird, während sonst
jeder Druck und Stoß auf das Gefüge des Möbelstückes un-
gehindert eintreten kann. Bei besseren Möbeln, namentlich Politur-
möbeln, kann der Schutz nicht wie auf den genannten Abbil-
bildungen nur durch Pappe vorgenommen werden, sondern
unter dieser Pappe befinden sich noch Filztuch, Heu und dergl.,
die auch Druck fernhalten. Große feinlackierte Waggons, auf-
montierte Automobil-Karosserien, Autos usw. werden am besten
so eingebaut, daß wohl der Unterteil, beim Auto das Chassis,
vollkommen in die Kiste eingekeilt ist, daß aber der obere Teil
an keiner Stelle die Kistenwand selbst berührt, am besten auch
nicht an Puffern anliegt. Hierbei kommt es dann natürlich
darauf an, die Federung des Wagens vollkommen auszuschließen.
Auch bei weichen Teilen ist oft eine Empfindlichkeit gegen
Anritzen vorhanden, so z. B. bei den früher bereits erwähnten
Ledersesseln. Um das Leder hier zu schonen, ist das ganze Möbel
zunächst in weiches Papier eingeschlagen, hierüber kommt eine
Heu- oder Strohschicht, die wieder in Jute eingehüllt ist. Das
Ganze wird in einen Verschlag eingebaut. Besonders gefährlich
für alle genannten Gegenstände sind die Kranhaken und die
Verladehaken, welche die Verstauer vielfach verbotenerweise
benutzen. Hiergegen ist nur die geschlossene feste Kiste ein
Schutz. Bei allen anderen Arten von Packungen muß man eine
Verletzung durch diese schweren Einflüsse befürchten.
Insektenschutz

Bei Export nach verschiedenen, namentlich tropischen,
Gegenden muß Rücksicht auf Angriff der dortigen Fauna auf
das Packmaterial genommen werden. So sind namentlich Kisten,
die dem Landtransport in diesen Gegenden ausgesetzt sind, durch
Termitenfraß ausgesetzt. Hiergegen soll in gewisser Weise ein
Kohlenteerüberzug über die Kiste schützen. Bei anderen Gegen-
ständen, bei denen man besonders Wert darauf legt, daß Schäd-
linge, wie Holzwürmer, nicht eindringen können. genügt der
Teerüberzug nicht. Man verwendet hier Einsätze. So muß man
z. B. bei Leguminosen in den Holzkisten noch einen Zinkeinsatz
anbringen. Bei Pelzen und Fellen ist Mottenfraß gefährlich.
Auch hier ist Einsetzen in einen zu verlötenden Zinkeinsatz
wertvoll.

1928
        <pb n="141" />
        Lebende Tiere

Lebende Tiere werden teils nur in Verschlägen, teils in ge-
schlossenen Kisten mit Luftlöchern versendet. Hier spielen die
Dauer des Transportes, die Häufigkeit der Umladung, Tem-
peratur und Klima eine große Rolle. Selbstverständlich wird
man lebende Tiere nicht in besonders kalter Jahreszeit oder in
heißesten Sommermonaten ohne Notwendigkeit den Gefahren
des "Transportes aussetzen. Die Möglichkeit der Tränkung von
außen sollte gegeben werden. Die Post behält sich die Annahme
oder Ablehnung derartiger Sendungen vor. Man kann die
Schwierigkeiten der Futter- und Trankaufnahme während des
Transportes unter Umständen umgehen, z. B. werden junge
Kücken am besten in besonders hierzu hergestellten Kisten als
Eintagskücken versandt, also einen Tag nach dem Ausschlüpfen.
Die Tierchen pflegen in den ersten Tagen nicht zu fressen und
zu trinken und kommen so auch bei langem Transport gewöhn-
lich unversehrt ans Ziel. Wenn sie 8 Tage später versandt
würden, wären viel mehr Unfälle zu befürchten, weil hier die
Futteraufnahme stark gestört würde.

Für lebende Bienen besteht die Vorschrift (Postordnung
$ 9, V), daß sie in Kisten eingeschlossen werden müssen, die ein
Entweichen verhindern.

Feuchtigkeit

Beim Transport über See und auch bei Landtransport nach
gewissen Ländern ist der Schutz der Waren vor zudringender
Feuchtigkeit vielfach recht schwierig. Maschinenteile, die ein-
fach in Stroh eingehüllt und in Kisten verpackt sind, würden
vollständig verrosten. Man. ist hier genötigt, alle nicht ge-
strichenen Teile gut einzufetten. Am besten wird das Rost-
schutzfett mit etwas Farbe versetzt, so daß man deutlich sieht,
welche Teile eingefettet sind und welche nicht. Dem Fett wird
weiterhin zuweilen noch etwas Lack zugesetzt, damit sich ein
etwas härterer Überzug bildet. Bei Versand nach mohammedani-
schen Ländern muß man darauf achten, daß man kein tierisches
Fett zum Einfetten benutzt, was ja auch sonst meist nicht-ge-
schieht, weil man hier das Gefühl der Bevölkerung verletzen
würde. Die Eisenbahn und die Post übernehmen keine Haftung
für Verrosten von Gegenständen, die ihnen zum Transport an-
vertraut sind. Ausnahmen hiervon könnten nur eintreten, wenn
schuldhaftes Versehen des betr. Unternehmens vorliegt,

Die Polster der Automobile, die nach den Tropen verschickt
werden, ebenso Polstermöbel mit Matratzen und dergl., werden

Sachsenberg 9

192%
        <pb n="142" />
        durch die zudringende Feuchtigkeit leicht muffig und verderben.
Hier tut man gut, die Luft nicht durch eine verschlossene
Packung abzuhalten, die bei diesen großen Stücken auch zu
teuer würde, sondern versieht die Kisten mit großen Venti-
lationslöchern, die natürlich durch Siebe geschützt sind. Kommen
Textilien in Frage, ist der luftdichte Abschluß wegen der
Mottengefahr günstiger. Will man eine einfache Wellpappen-
packung auch beim Export verwenden und den Inhalt vor Feuch-
tigkeit schützen, so überzieht man den Wellpappkarton am besten
mit einer Schicht geteerter Jute (Abb. 301), die einen ziemlich
dichten Abschluß gegen eindringende Feuchtigkeit bietet. Ähn-
liches zeigt ja auch die Abb. 39, bei der der schwere Verschlag
der Werkzeugmaschine gegen Einregnen von oben durch einen
Überzug mit wasserdichtem Stoff geschützt ist.

Post und Eisenbahn verlangen, daß die bei ihnen beförderten
Güter nicht nur gegen natürliche Feuchtigkeit, sondern auch
gegen durch Auslaufen mittransportierter Flüssigkeiten ent-
stehende Schäden geschützt werden. Als Schutz hierfür können
die Füllmaterialien, welche die Transport-Korb- und Holz-
Mantelflaschen gegen Bruch schützen sollen, angesehen werden.
Das Füllmaterial muß so beschaffen und in solcher Menge vor-
handen sein, daß es die auslaufende Flüssigkeit wenigstens zu-
nächst aufsaugt und nicht nach außen durchströmen läßt.
Bei gewissen Flüssigkeiten, wo besondere Gefahr vorliegt, wird
dann noch ein vollkommen geschlossener Einsatz verlangt, der

etwa ablaufende Flüssigkeiten
nicht fortläßt.

Ein Sonderfall liegt da vor,
wo man die zu transportieren-
den. Gegenstände nicht nur ge-
gen von außen eindringende
Feuchtigkeit zu schützen be-
absichtigt, sondern wo man
auch die innere Feuchtigkeit.
nicht verdunsten lassen darf,
z.B. bei Gebäck undKeks. Hier
bleibt nichts anderes übrig, als
sie in Werlöteten oder in
wenigstens sehr gut luftdicht.
abschließenden Blechkisten zu

. N verschicken.
a 9: Wellpappe bet Eine besondere Gefahr für mit-
karton. zutransportierende Gegenstände:

120
        <pb n="143" />
        bieten Alkalimetalle und Erden, wie Natron, Kalium, Kalzium,
die sich bei Zutritt von Wasser selbst entzünden. Sie müssen
gemäß KEisenbahn-Verkehrsordnung bei kleinen Mengen in ver-
schlossenen Glasgefäßen aus Eisen eingebettet werden. Diese
Gefäße müssen mit Petroleum aufgefüllt sein. Außerdem werden
noch bestimmte Außenverpackungen zum Schutz dieser inneren
Verpackung vorgeschrieben. (Näheres siehe Eisenbahn-Verkehrs-
ordnung im Anhang.)

Ahnliche Gefahren birgt die Versendung von. Karbid, wenn
man dieses bei feuchter Luft ohne sicheren Abschluß versenden
würde. Es entwickelt sich hier leicht das sehr explosive Gas
Azetylen. Daher ist es notwendig, Karbid in luftdicht ver-
löteten oder bei kleineren Mengen in luftdicht verschlossenen
Blechgefäßen zu versenden und die Sendung deutlich als Karbid-
sendung zu bezeichnen. Wenn hier Fässer zerschlagen, kann
sich der ganze Schiffsraum mit Azetylengas füllen.

Explosionsgefährlichkeit

Der Transport aller feuergefährlichen Flüssigkeiten wie
Benzin; Petroleum, Öle, und zwar leicht brennbare, unterliegen
besonderen Vorschriften sowohl der Postordnung wie der
Kisenbahn-Verkehrsordnung. .

Sie sind im Anhang zu A Le iS
ersehen. Für Lagerung j ?
4 zZ
Et
Abb. 303. Salzkotten-Gefäß.
a. Sicherheitsplättchen
b. Drahtgewerbezylinder
"Abb. 302. Explosions- GC Se aus perforiertem
sicherer Salzkotten- d. Luftschraube
Kanister, €. Drahtgewebe.

12171
        <pb n="144" />
        und Versand derartiger Flüssigkeiten sind aber verschiedene

explosionssichere Gefäße am Markt, von denen wohl die

bekanntesten die Konstruktionen der Fabrik explosionssicherer

Gefäße in Salzkotten sind. Abb. 302 und 303 zeigen solche Gefäße

teilweise im Schnitt. Man sieht hier das Prinzip, das dem der

Davyschen Grubensicherungslampe durchaus ähnelt. Die Menge

der * brennbaren Flüssigkeit ist von der Außenluft durch ein

Drahtgitter geschützt, durch das die Flamme nicht durch-

schlagen kann. Dieses Drahtgitter ist, halb abgelöst von dem

inneren Schutztohr, auf Abb. 302 besonders gut zu erkennen.

Innerhalb des Drahtgitters ist noch ein Schutzrohr, welches

reibeisenähnlich mit nach außen stehenden Zacken perforiert

ist. In dieses Schutzrohr wird der Schlauch eingehängt

und kann nun das feinere Drahtgitter nicht mehr ver-

letzen. Schutzmantel und Drahtgitter sind fast bis auf den

Boden des Gefäßes durchgeführt, damit sie dauernd in der

Flüssigkeit stehen und gekühlt werden, so daß die Flamme nicht

durchschlagen. kann. Selbstverständlich müssen auch die Luft-

Öffnungen mit Drahtgeflecht, was allerdings weder geschützt

sein braucht und auch nicht so tief in den Raum hineinhängen

muß, abgedeckt sein. Der Füllzylinder ist sehr weit, so daß auch

die Luft neben dem Schlauch beim Füllen entweichen und beim

Aussaugen eindringen kann.

Vielfach sind die Gefäße gegen

Explosionsgefahr, wenn sie in

einem brennenden Raum liegen

sollten, noch durch einen beson-

deren Verschluß gesichert. Abb.

303 oben links zeigt einen Auf-

schraubverschluß, in dem ein

Sicherheitsplättchen mit einem

leicht schmelzenden Lot ein-

gesetzt ist. Wird der Raum,

in dem die Gefäße lagern,

heiß, so schmilzt das Lot, und

sobald innerer Druck entsteht,

fällt das Plätchen ab. Das Ge-

fäß kann dann ruhig ausbren-

nen, ohne daß Drucksteigerun-

gen im Gefäß selbst eintreten,

= da die Flamme durch das

me En Drahtgitter‘ nicht. hineinschla-
A.-G. gen kann.

139
        <pb n="145" />
        Diese Kinrich-
tung für Transport-
gefäße wird auch für

Haushaltsgefäße
hergestellt. So zeigt
z. B. Abb. 304 eine

Benzinkanne,
die nach dem glei-
chen Prinzip kon-
struiert ist. Abb. ‘305. Branntwein - Flaschenversand-

Nicht ganz so kästen mit Zinkblechhaube.
gefährlich als diese
leicht explodierenden Flüssigkeiten sind die auf Flaschen ge-
füllten Spirituosen, die von der Branntweinmonopol- Verwaltung
geliefert werden.

Kisten des Branntweinmonopols: Das Branntwein-
monopol hat eine eigenartige Packung herausgebracht, und zwar
handelt es sich um einfache Bierkisten, über die eine Zinkblech-
haube aufgesetzt wird (Abb. 305). Die Zinkblechkappe ist durch“
löchert, um den Inhalt schnell kontrollieren zu können und um
das Abziehen der Dämpfe zu ermöglichen. Die Kappe wird
derartig befestigt, daß sie rückwärts bei a eingehakt wird. Die
Riegel b sind mit dem T-förmigen Riegel c starr verbunden
und greifen in die hierfür vorgesehenen Aussparungen d der
Holzkiste ein. Am äußeren Riegelanschlag bei e sind im An-
schlag und im Riegelteil entsprechende Löcher gebohrt, die ein
Plombieren ermöglichen. Auf diese Weise hat man eine Flaschen-
kiste, die gegen Diebstahl gesichert ist, und in der sich explosive
Gase nicht ansammeln können, geschaffen.

Zellulose und Filme müssen in der Verpackung besonders
sorgfältig behandelt werden, weil sie leicht brennbar sind. Am
besten verpackt man derartige Gegenstände in nicht verlöteten
Zinnbehältern (Lötung wegen Feuersgefahr unmöglich) und setzt
diese in mit Zinkblech ausgeschlagene Holzkisten ein. Die
Kiste sollte am besten mit Stahlband oder Draht geschlossen
werden, damit die Nägel den Zinkeinsatz nicht beschädigen.

Es ist darauf zu achten, daß Flaschen mit feuergefährlichen
Flüssigkeiten, die in Körbe verpackt und mit Holzwollseilen
umwickelt sind, bis an den Hals herum umwickelt werden und
nicht nur bis zur Höhe des Korbrandes, wie dies meistens ge-
schieht. Das Holzwollseil schützt nicht nur gegen Stoß, sondern
auch gegen Wärmeeinwirkung. In den Glasflaschen finden sich
häufig Glasblasen, die bei auffallenden Sonnenstrahlen als Linse

5

19;
        <pb n="146" />
        wirken und Zündpunkte geben. Die Gefahr der Zündung wird
durch Umwickelung der Flasche bis zum Hals vermieden.

Bei Kollodiumwolle und hochexplosiven Körpern, für die
noch besondere Vorschriften bestehen (siehe KEisenbahn-Ver-
kehrsordnung im Anhang), muß das Einschlagen von Nägeln
und Einziehen von Schrauben wegen eventueller Funkenbildung
vermieden werden. Des weiteren gibt die Eisenbahn-Verkehrs-
ordnung noch weiter Aufschluß über Azeton, Dynamit, Nitro-
zellulose, Schießbaumwolle, Petroleum, Patronen, Feuerwerks-
körper und gebrauchte Putzwolle,

Wärmeempfindlichkeit

Für eine Reihe von Fetten bestehen in der Postordnung und
bei verschiedenen Reedereien bestimmte Vorschriften, die im
einzelnen hier nicht interessieren. Schwer schmelzbare Fette
und Seifen sollen außer der äußeren Umhüllung noch eine be-
sondere innere Umhüllung mit fettdichtem Papier erhalten.
Bei der Versendung nach den Tropen. muß besondere Vorsicht
angewendet werden. Viele Fette sind nach dorthin überhaupt
nicht zu versenden. Als Beispiel sei auf die im Anhang ab-
gedruckte Gebührentafel für nach dem Sudan zu versendende
Pakete hingewiesen.

Besondere Versandschwierigkeiten macht auch die flüssige
Luft, die nur in nicht geschlossenen doppelwandigen Gefäßen
mit äußerem Spiegelglasbelag versandt werden kann. Der
Raum zwischen den beiden Wänden muß luftleer gepumpt wer-
den, um jede Wärmeableitung bei den größeren Wärmegefällen,
die bei diesem Versandartikel herrschen, zu vermeiden. Trotz-
dem wird auf dem Versand noch ein großer Teil des Inhaltes
solcher Gefäße verkochen.

Es kann hier noch einmal darauf hingewiesen werden, worauf
schon bei der Wellpappe aufmerksam gemacht wurde, daß diese
einen besonders guten Isolierschutz gegen Wärme- und Kälte-
einwirkungen bildet, wie dies auch andere Isoliermaterialien
— Mmehrfache Papierlagen, Stroh und dergl. — tun. Wenn man
Gegenstände hat, deren Temperaturempfindlichkeit man be-
fürchtet, soll man gerade dieses Material dafür benutzen.

Nahrungsmittel und deren Gefährdung
— Diese eben genannten Isoliermittel können jedoch nicht
wahllos für die Versendung von Nahrungsmitteln verwendet
werden. Bei der Wellpappe hängt es vor allen Dingen von der
Herstellungsart ab, ob sie bei der Verpackung von Lebensmitteln

134
        <pb n="147" />
        gebraucht werden darf. Fast sämtliche Lebensmittel sind
außerordentlich empfindlich gegen Geruch der Verpackung.
Sie nehmen den Geruch an und werden so im Geschmack ver-
dorben. So ist z. B. die Wellpappe, die aus Strohpapier angefertigt
ist, obwohl sie an sich zäher ist, für die Verpackung von Nah-
rungsmitteln nicht zulässig. Sie hat einen ziemlich starken
Geruch. Auch von Einschlagpapieren gilt dasselbe. Man muß
hier besonders darauf achten, daß man nur ganz geruch- und
geschmackfreies Papier erhält. Geteerte Stricke, geölte Bind-
fäden, maschinenneue Säcke, Seegras als Füllmaterial, letzteres
durch sein Muffigwerden, geben alle leicht den ihnen eigentüm-
lichen Geruch an die wverpackte Ware weiter. Auch Kisten
müssen bei Lebensmitteln besonders ausgesucht werden. Die
Auswahl des Holzes richtet sich hier sehr oft nach der Kin-
wirkung seines Geruches auf den zu verpackenden Gegenstand.
Aus diesem Grunde wird man Tee und Schokolade vorzugsweise
in Pappelkisten und nicht in Fichten- oder Tannenkisten ver-
senden. Bei Zigaretten hat sich neuerdings die Verpackung in
Schachteln aus dünnem Holzfournier gemäß Abb. 222 eingeführt,
weil das Material das Aroma des Orienttabaks besser annimmt
und hält als die Pappschachtel. Hingegen verderben Eier leichter
in Pappelkisten als in solchen aus Fichten- oder Tannenholz.
Die Vermeidung derartiger Einwirkungen ist teilweise möglich.
Es empfiehlt sich bei Nahrungsmitteln meist, Sonderkisten mit
Ölpapier innen auszuschlagen, bei wertvolleren einen Zink-
einsatz vorzusehen. Auch bei der Verwendung von Holzwolle
als Füllmaterial bei Nahrungsmitteln muß die Holzart, aus der
sie gefertigt ist, vorsichtig auf die Einwirkung auf die darin
verpackten Nahrungsmittel ausgesucht werden.

In vielen Fällen empfiehlt es sich, Konservendosen zu ver-
nieren, d. h. mit Goldlack zu versehen. Dies ist vor allen Dingen
bei Konservendosen für rote Früchte notwendig, da dieselben
bei blanken nicht vernierten Dosen sowohl ihre Farbe als auch
den Gechmack verlieren. Bei weißen Früchten und Pilzen da-
gegen dürfen keinesfalls vernierte Dosen verwendet werden, da
die Früchte hierbei bitteren Geschmack annehmen.

Es gibt eine Anzahl von Gegenständen, die auch den Lebens-
mitteln näherstehen, nämlich solche tierischen Ursprungs, die
durch ihren eigenen Geruch die Genußmittel schädigen. So z. B.
gesalzene und verpackte Häute, Kälbermägen, Rückstände der
Lederleimfabrikation usw.; für diese bestehen besondere Be-
stimmungen in der HKEisenbahn-Verkehrsordnung. Namentlich
müssen sie in starken Holzbehältern aufgeliefert werden, auch
13:
        <pb n="148" />
        dürfen diesen Behältern keinerlei Verpackungsreste oder Spuren
ihres Inhaltes äußerlich anhaften. Wenn derartige Gegenstände,
namentlich Häute, nicht in Holzbehältern verpackt werden
sondern in Säcken, so müssen diese durch Lysol, Karbol und
andere Desinfektionsmittel derartig angefeuchtet sein, daß der
Geruch des Inhaltes nicht nach außen durchdringen kann. Der
Versand in Säcken kann aber nur in den Monaten November
bis Februar vor sich gehen, sonst muß Holzverpackung gewählt
werden. Hier ist noch besonders darauf zu achten, daß solche
Säcke selbst wieder durch ihre Desinfektionsmittel auf andere
Nahrungsmittel einwirken könnten und von diesen abseits ge-
staut werden müssen. Auch die Post behält sich vor, übel-
riechende Gegenstände wie auch verderbliche vom Transport
auszuschließen (siehe 88 5 u. 15 der Postordnung im Anhang),
so namentlich frisches Fleisch, Weintrauben, Beeren und dergl.
Es wäre hier auch noch auf die Gebührentafel der Reichspost-
ordnung aufmerksam zu machen, wonach nach bestimmten Land-
strichen gewisse Lebensmittel überhaupt nicht versandt werden
dürfen, so z. B, keine Butter und kein Honig nach dem Sudan.
= Es kommt ferner bei der Verpackung der Nahrungsmittel
auf die Vorbereitungsarbeiten an. So ist z. B. das Sterilisieren
von Fleisch, sowie das Pressen desselben zu Würfeln als derartige
Vorbereitung zu betrachten. Eine ganz besonders gute Vor-
bereitung für den Versand ist das Gefrierverfahren. Das hier-
nach versandte Fleisch ist auch bei Luftzutritt vor dem Ver-
derben geschützt. Der Versand geschieht in diesem Fall in Fäs-
sern oder in besonderen Dampfern oder Wagen ohne Verpackung.
Was die übrigen Fleischkonserven anbelangt, so müssen diese
gegen Luftzutritt geschützt werden. Hierbei genügt die gut
gefalzte Dose vollkommen. Eine besondere Lötung ist bei
sorgfältiger Durchführung der Falzung nicht erforderlich. Die
Fleischdosen werden nicht lackiert, sondern bleiben blank ver-
zinnt. Bei Verwendung von schwarzen Blechdosen empfiehlt
es sich, in dieselben Pergamentpapier vor der Füllung einzu-
legen. Was übrigens die Dosenform anbelangt, so ergibt sich
Nach dem unter dem Gesichtspunkt besserer Ausnutzung des
Rauminhaltes, wie. bereits schon erwähnt wurde, für die vier-
eckige Dose die günstigste Lösung. Doch darf nicht unerwähnt
bleiben, daß die Falze bei derartigen Dosenformen bedeutend
schlechter halten als bei den. üblichen runden Formen. Die
Haltbarkeit der konservierten Nahrungsmittel soll praktisch
unbegrenzt liegen (20 Jahre Dauer). Bei besonderer Haltbarkeit
empfiehlt sich, die Sterilisierung innerhalb der Dose bei 110° €

126
        <pb n="149" />
        drei Stunden lang vorzunehmen und in zwei Tagen abkühlen zu
lassen. Kurz nach der Sterilisierung bei 110° müssen Deckel und
Boden nach außen eine Wölbung zeigen, andernfalls ist die Dose
nicht luftdicht. Die Wölbungen müssen sich nach dem Erkalten
wieder eindrücken lassen. Lassen sich die Dosen nicht ein-
drücken, so ist dies ein Zeichen für Gasbildung des konservierten
Nahrungsmittels.

Die Fleischkonserven werden meist so. vorbereitet, daß
sie roh gewürzt in 8—10 cm große Würfel geschnitten und in
Trommeln mit den Gewürzen stark und lange gemischt werden.
Sie werden dann roh in die Dosen eingeworfen.

Präserven. Hierbei sind vor allen Dingen die Leguminosen
zu erwähnen. Das sind Gemüse, die wasserfrei gemacht und
nicht als steril zu betrachten sind. Auch hier wird das Gemüse
in Preßwürfel gepreßt, ‘dann in Papier eingewickelt, wobei
Zeresinpapier vorzuziehen ist. Die Haltbarkeit derartiger Nah-
rungsmittel beträgt etwa 31% Jahre. ‚Im Kriege sind derartige
in Holzkisten verpackte Leguminosen dadurch vernichtet wor-
den, daß die Kistenwände von Holzkäfern durchdrungen wurden.
Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, Leguminosen für die Auf-
bewahrung auf längere Zeit in Blechkisten einzusetzen. Die
Leguminosen sind mit starkem Fettzusatz von tierischem Fett
versehen, und zwar besteht 1% dieses Fettzusatzes aus Speck
und ?/3 aus Nierentalg.

Bei Früchten und Marmeladen kommt es auch sehr stark
auf die Vorbereitung und auf die Verpackung selbst an. Bei der
Vorbereitung ist wichtig, daß zum Einkochen keinerlei Wasser
verwendet wird, weil dies den späteren Zersetzungsprozeß be-
fördert. Ferner werden diese auf längere Zeit haltbar gemacht,
wenn man sie stark mit Zucker versetzt, der bei genügender
Menge für dauernde Sterilisation selbst bei nicht ganz luftdicht
geschlossenen Gefäßen sorgt. Bei der Verpackung ist es aber
wertvoll, namentlich auch gegen Schimmelpilzbildung, daß die
Blecheimer, in denen namentlich die Marmeladen häufig ver-
schickt werden, einen luftdichten Deckelverschluß haben. Dieser
wird am besten durch Eindrückdeckel mit einer Zwischenlage
von Pergamentpapier erzeugt. Das Pergament wird über den
ganzen Deckel weggezogen und an den Seiten eingeklemmt.
Bei Früchten und Gemüsen ist beim Transport, ob sie verpackt
oder unverpackt sind, darauf zu achten, daß sie nach Möglichkeit
nicht in der Nähe der Maschinen verstaut werden. Die hier
herrschende Wärme und der Ölgeruch könnten sie sonst voll-
kommen verderben. Getrocknete Früchte werden gern in Span-
12%
        <pb n="150" />
        körben versandt, weil sich diese leicht transportieren lassen und
etwas Ventilation geben, so daß die Früchte nicht muffig werden.
Für Fische gibt es mehrere Versendungsarten. Entweder werden
sie auf kurze Strecken hin lebendig in Wasser versandt. Hierfür
gibt es besondere Transportwagen. Auf weitere Strecken hin
können sie zwecks besonderer Frischhaltung in Körben zwischen
Kislagen versandt werden. Das Eis schmilzt langsam heraus
und das Gut muß, solange noch genügend Eis im Transportkorb
vorhanden ist, am Bestimmungsort angelangt sein. Derartige
Körbe sollen auch nicht auf andere Kisten aufgestellt werden,
weil das Schmelzwasser diese sonst beschädigen würde. Als
dritte Versendungsart kommt eine Verpackung der Fische in
starker Salzlauge in Fässern in Frage, was z. B. bei Heringen
sehr gebräuchlich ist.

Käsepackungen, Käse wird in drei verschiedenen Arten
Packungen versandt und aufbewahrt. Einmal in der bereits
ET A i 1 el .
AA
1. Blechpackung 2. Kartonagenpackung 8. Holzpackung
Abb. 306—308. Die verschiedenen Arten der Käsepackung.

a äußere Zarge e Deckel k Deckel-Zarge

b innere Zarge f Verschluß-Etikette ] Hals-Zarge

ce auf den Umfang einge- g innerer Boden m Verschluß-Papier

” ritzte Kerben h äußerer Boden streifen

d Abreißzunge ; Deckel-Etikette n Boden-Zarge
erwähnten Blechpackung und Papp-Packung und ferner in runder
Holzpackung von etwa 1 mm Holzstärke. Am luftdichtesten ist
die Blechpackung nach Abb. 306. Nach ihr kommt die Papp-
Packung nach Abb. 307. Gewisse Käsereien lassen den Käse
in einen bestimmten Reifungszustand übergehen, ehe sie ihn in
Blechdosen verpacken. Innerhalb der Blechdose wird der Käse
ein bestimmtes Stadium nachreifen, und zwar wird man es so
einrichten, daß der endgültige Reifezustand dem von der ver-
brauchenden Kundschaft gewünschten entspricht.

Bei den Papp- und Holzpackungen muß besonders darauf
geachtet werden, daß der Boden entweder aus zwei Lagen be-
steht, oder darauf, daß er stärker ist, damit der Käse nicht nach
unten durchnäßt. Es ist bei derartigem einzeln verpackten Käse
natürlich Voraussetzung, daß er auch innerhalb seiner Ver-
packung noch gut eingeschlagen ist. Meist geschieht dies in
Zinnfolien. Manche Käsesorten werden als geschlossene Rund-
käse versandt, andere werden bereits für die Verwendung ‘in
Stücke unterteilt und so einzeln in Zinnfolie eingeschlagen

138
        <pb n="151" />
        und so nebeneinandergelegt, daß sie einen ganzen runden
Kuchen bilden, wie z. B. der bekannte Camembertkäse.

Zigaretten und Tabakwaren sind beim Versand in die
Tropen und beim Überseetransport vorzugsweise luftdicht, z. B.
entsprechend der Packung Abb. 107 zu versenden.

Bei besonders feinen Zigarren und Tabak kommt es bei
Überseeversendung darauf an, daß sie absolut trocken gehalten
werden. Hier schadet schon der geringe Wassergehalt der in
der Verpackung befindlichen Luft, um ein Muffigwerden her-
vorzurufen. Bei derartigen Packungen hat man ein feines Blech-
röhrchen in den Deckel eingesetzt. Durch dieses wird die Packung
nach Verlötung des Deckels leergesaugt und das Röhrchen dann
selbst zugedrückt und dicht gelötet.

Für sämtliche Nahrungs- und Genußmittel, die dem Ver-
derben durch Zutritt von Luft leicht ausgesetzt sind, hat man
besondere Konstruktionen der Blechdosen, in denen sie verpackt
werden, hergestellt. So werden z.B. Konservendosen nach
Einfalzung des Bodens und vor Auffalzung des‘ Deckels mit
einem Hilfsverschluß unter Wasser mittels Druckluft auf
ihre Haltbarkeit hin geprüft. Bei verschiedenen Dosen, wo es
auf besonders luftdichten Verschluß ankommt, wird um einen
erhabenen Sickenring des Bodens ein Gummiring herumgelegt.
Auf diesen Ring wird die Zarge aufgesetzt, und erst danach
werden Boden und Zarge mit zwischenliegendem Gummiring
zusammengefalzt. Amerikanische Werke bringen ein ähnliches
Verfahren, bei dem kein Gummiring aufgesetzt, sondern
flüssiger Gummi auf die betreffenden Stellen gebracht wird.

Einen weiteren Schutz gegen den Luftzutritt bildet dann ein
Einschlag in Wachspapier, was natürlich nur bei trockenen
Waren ratsam ist und das nach der schon früher genannten
Methode luftdicht geplättet wird. Für Milch in Flaschen wird
zum luftdichten Abschluß eine paraffinierte Pappscheibe benutzt,
die in den Flaschenhals eingedrückt wird.

Bei Schuhereme würde ein absolut luftdichter Abschluß in
der vorgenannten Art zu teuer sein. Trotzdem ist es notwendig,
daß diese Blechdosen wenigstens so luftdicht sind, daß das
Terpentinöl, welches einen wichtigen Bestandteil des Cremes
bildet, nicht verdampfen kann. Der Aufsatz-, Klemm- oder
Überschraubdeckel muß also hier ganz besonders sauber auf die
Schachtel passen. Anderenfalls wird der Schuhereme trocken
und brüchig.

Bei verschiedenen Nahrungs- und Genußmitteln sind nicht
luftdichter Abschluß, sondern drucksichere Lagerung und eine
13€
        <pb n="152" />
        gewisse Ventilation erforderlich. So z. B. bei Apfeln, Orangen,
Kartoffeln, Zwiebeln, Zitronen und Birnen usw. Äpfel werden
wirtschaftlich in Fässer verpackt, Kistenverpackung ist auch
üblich. Einzelne Firmen verwenden zum Apfeltransport ge-
brauchte Mehlfässer. Die Fässer sind aus dem Holz der Eiche,
Fichte, Pappel gemacht und sind mit 6—8 Reifen umgeben.
Kisten zur Verpackung anzuwenden ist vorteilhaft wegen des
geringeren Raumbedarfes, auch ist die Ventilation besser als
bei den Faßäpfeln. Bei Anhäufung vieler Äpfel bildet sich
Kohlendioxyd, und die Äpfel ersticken. Gewelltes Papier sollte
an Deckel und Fuß der Tonne gelegt werden, um Zerquetschen
und Flecken der Früchte zu vermeiden. Auch die Seitenwände,
Boden und Deckel der Kisten sind mit Wellpappe auszutapezieren,
was die Äpfel gegen Rost schützt. Eisenbandarmierung und
Drahtumschnürung werden bei den Kisten angewandt.

Kartoffeln werden in Lattenkisten verpackt. Beim
Transport durch tropische Gewässer ist für gute Ventilation
der Kisten zu sorgen, deren Latten aus etwa 12 mm starkem
Fichtenholz und deren Stirnwände aus etwa 22 mm starkem
Fichtenholz bestehen.

Für stoßempfindliche Nahrungsmittel, namentlich Eier, hat
man eine Reihe verschiedener Verpackungen ausgebildet, die es
ermöglichen sollen, daß einerseits die Verpackung gut aus-
genutzt, auf der anderen Seite die Bruchgefahr soweit als möglich
verringert wird. So werden Eier in flachen Kisten versandt
von etwa 3 m Länge, 20 cm Höhe und 80 cm Breite. Man unter-
scheidet hier ganze und halbe Kisten, und zwar enthält die
ganze Kiste 720 und die halbe 360 Stück. Die halbe Kiste ist
nur 12 cm hoch. In der Mitte der Kiste ist diese durch eine
auffallend starke Leiste, etwa 3—4 cm stark, geteilt. Man kann
also eine ganze Kiste, die 720 Stück enthält, durch vertikales
Durchsägen der mittleren Leiste in zwei halbe Kisten teilen.
Beim Durchsägen einer halben Kiste erhält man eine Viertel-
kiste. Es befinden sich bei der großen 20 cm hohen Kiste die
Eier in zwei Schichten, bei der halben in einer Schicht. Die
Schichten werden durch starke Kartons voneinander getrennt.
Die Eier selbst sind in Holzwolle liegend eingebettet. Würden
sie aufrecht eingebettet sein, so würde der Druck zu groß sein
und die Eier brechen. Auch bei guter Verpackung rechnet
man mit einem Ausschuß von 8% durch Bruch. Bei der Holz-
wolle muß darauf geachtet werden, daß die Eier in der Holz-
wolle mindestens 3 cm von der Kistenwand entfernt liegen, und
daß die Holzwolle selbst trocken verpackt wird, da die Eier

140
        <pb n="153" />
        sonst muffig werden. Beim KEinzelversand der Kier wählt man
Wellpappe-Kartons mit Kammstegen aus Wellpappe. Zu
beachten ist, daß die Stege nach außen 1 cm leer überstehen,
so daß um die Eierfächer herum zwischen diesen und der Kisten-
wand ein Leerraum von 1 cm entsteht.

Giftig

Über die Versendung giftiger Gegenstände gibt die KEisen-
bahnverkehrsordnung gute Auskunft (siehe Anhang). Als Bei-
spiel einer Sondervorschrift für Gifte sei die für flüssige Arsen-
säure hierunter gebracht: „Haltbare, dichte Behälter, die so
verschlossen sein müssen, daß kein Auslaufen des Inhaltes
möglich ist, und zwar Metall-, Holz- oder Gummigefäße
mit guten Verschlüssen oder Glas- oder Tongefäße, die unter
Verwendung geeigneter Verpackungsstoffe in starke Weiden-
oder Metallkörbe, Kübel oder Kisten fest eingesetzt sind. Über-
gefäße, ausgenommen Kisten, müssen mit guten Handhaben
versehen sein. Auf den Versandstücken ist der Inhalt deutlich
und dauerhaft anzugeben. Die Sammelbezeichnung
„‚Arsenikalien‘“ ist zulässig. Außerdem ist die Bezeichnung
„Gift“ hinzuzufügen.‘‘

Zu den weniger gefährlichen, aber doch namentlich für
Genußmittel sehr schädigenden Giften rechnet auch das Bleiweiß.
Dieses muß nach Bahnvorschrift in besonders dichte Fässer
gepackt werden, so daß ein Ausstreuen ausgeschlossen erscheint,

Ätzende Stoffe und Flüssigkeiten

Diese Stoffe müssen etwa so wie die Gifte behandelt werden.
Vor allen Dingen müssen die Verpackungsgefäße jedes Aus-
laufen und jedes Verletzen der Verpackung selbst verhindern.
Hier kommt aber noch ein weiterer Gesichtspunkt hinzu, nämlich
der, daß die Verpackung durch den Inhalt nicht angegriffen
wird, was bei Metallpackungen häufig der Fall ist. Auch Säcke
werden z. B. durch Ammoniak, Kali, Soda, Schwefel und der-
gleichen leicht angegriffen, so daß sie bei feuchter Witterung
unbrauchbar werden. Hiergegen muß Vorsorge getroffen
werden.

Empfindlichkeit gegen elektrische Einflüsse

Bei Akkumulatoren-Batterien, die meistens im aufgeladenen
Zustand versandt werden, ist eine Entladung zu verhüten.
Dies kann durch Erdung positiver und negativer Teile oder
durch gegenseitige Berührung geschehen. Um eine KErdung

141
        <pb n="154" />
        auszuschließen, ist zunächst eine direkte Verpackung in Metall-
gefäßen zu vermeiden und eine Verpackung in Holzgestellen
und Holzkisten vorzuziehen. Ferner sind alle Kontaktstellen
sorgfältig durch Wellpappe oder Isoliermaterial zu schützen, so
daß sie weder unter sich direkt, noch mit aufgelegtem Draht
oder Ankern in Berührung kommen können. Dasselbe gilt auch
für Trockenelemente.

Bei Magneten jeglicher Art ist zu beachten, daß sie nicht mit
Uhren oder anderen magnetisierbaren Teilen zusammen verpackt
werden dürfen. Ferner sind sie auch am besten auf der Kiste
als magnetisches Material zu bezeichnen und in der Verstauung
von anderen magnetempfindlichen Gegenständen fernzuhalten.
Desgleichen müssen sie auch im Schiff möglichst weit vom
Kompaß entfernt Liegen.

Radioaktive Einwirkungen

Radiumpräparate von einigen bis zu mehreren Milligramm
Radiumelement. wurden bis vor einigen Jahren allgemein zum
Versand in Bleikapseln untergebracht, deren Wandstärke
zwischen 15 und einigen Zentimetern schwankte. Da aber auch
eine so dicke Bleischicht stets nur einen verhältnismäßig geringen
Prozentsatz der überaus durchdringenden y-Strahlung ab-
zuschirmen imstande ist, ist ein wirksamer Schutz vor der
Strahlung in der Wahrung eines gewissen Abstandes zu suchen
(da ja die Intensität der Strahlung mit dem Quadrate der Ent-
fernung abnimmt). Es besteht deshalb die Vorschrift der Reichs-
post, daß Radiumpräparate in Kisten von mindestens je 25 cm
Kantenlänge zu verpacken sind, in deren Mitte sich das eigent-
liche Präparat befinden soll. Wahrscheinlich zur Vermeidung
des Zusammentreffens von Radiumsendungen mit solchen, die
leicht- und strahlen-empfindliches photographisches Material
enthalten, sind Radiumsendungen durch die Aufschrift „Radium‘“
als solche zu kennzeichnen.

In anderen Ländern dürften solche Bestimmungen nicht
existieren, da es möglich ist, aus dem Ausland Radium im Brief
zu verschicken. Es wird dabei in der Regel das Radium ent-
haltende Röhrchen in ein Stück Blei eingerollt und in einem
Holzkästchen als Brief versandt.

Webwaren

Die größten Unterschiede in der Güte und Sicherheit der

Verpackung bestehen je nach Qualität bei den Textilien.

149
        <pb n="155" />
        Die Rohware, wie Baumwolle, kommt zum größten
Teil unverpackt in mit Draht oder Hanf umschnürten Bündeln,
oder in rechteckigen mit Stahlbändern festgezogenen Packen
(Format 80x 80x 100 cm) aus dem Ausland in die Spinnereien
und Webereien. Von der Weberei wird das Material meist in
Jutesäcken oder in 80 cm breiten Jutestreifen mit Bindfaden
festgenäht und weiter an die Fabriken zum Versand gebracht.
Von der Fabrik wird geringere Ware entweder in Juteballen
oder, soweit es sich um gute Fertigfabrikate handelt, in Kisten
zum Versand gebracht. Innerhalb der Kisten werden vor allen
Dingen bei feiner Wäschekonfektion die Waren in flachen,
weißen Kartons, die teilweise als Schaupackung ausgeführt
werden, eingesetzt.

Der Versand minderwertiger Tuche erfolgt in vielen Fällen
unverpackt. Allerdings. ist hierbei durch Ölflecke auch
bei minderwertiger Ware großer Schaden zu erwarten. Außer
dem Einnähen der Ware in Jutesäcke geschieht die Umhüllung
oft durch Stoffreste der betreffenden herstellenden Firmen, so
z. B. durch Cambriestoffe, Hemdenstoffe usw. Für den Versand
nach Übersee ist Wachstuch handelsüblich und teilweise Vor-
schrift.

Textilien versichert man im
allgemeinen 2%) gegen Ver-
packungsschäden, da bei dem
Versand in Ballen wie bereits
erwähnt, Beschädigungen der
Waren nicht selten eintreten. Abb. "309 Deaische weschlog:

Die Kistenverpackung, die sene Textilpackung.
an sich teuer ist, also auch mehr
Frachtspesen erfordert, schützt allerdings die Ware bedeutend
besser. Es haben sich infolge der Breite der Stoffe dafür be-
sondere Abmessungen herausgebildet. Als Richtlinien mögen
folgende Daten gelten: Hemdentuche und Zephire liegen 80 cm;

Seide und Sammete

100 em, Vollvoile ;
112 em, Tuche 130,
135, 140 em breit.
Bei den einzelnen
Packungen verwen-
det man gern Flor-
enceband, das der

Abb. 310. Textil-Packung nach englischer Packung, en  VOF-

Klappung. nehmes Äußeres ver-

14;
        <pb n="156" />
        leiht, an Festigkeit dem Hanfbindfaden aber bei weitem nicht
gleichkommt. Das grüne, hierfür gern benutzte Steinnuß-
Papier wurde schon erwähnt.

Bei der Verpackung von Stoffen in Papier kommen haupt-
sächlich zwei Arten in Frage. Die deutsche vollständig ge-
schlossene (Abb. 309) und die englische Packung mit Klappe
(siehe Abb. 310). Die deutsche Packung ist dicht und fest und
wie ein normales, gut eingeschlagenes Papierpaket. Die englische
macht im geschlossenen Zustand einen ähnlichen Eindruck. Sie
hält aber die eine Seitenfläche mit einer aufhebbaren Klappe
derartig verschlossen, daß das Ende des eingepackten Stoffes
über dem Papiereinschlag wegläuft und seinerseits wieder durch
eine übergelegte Papierklappe, die auf der Schmalseite über
das Paket weggreift, verdeckt wird. Durch einfaches Aufheben
dieser Klappen kann man den eingepackten Stoff begutachten,
ohne das Paket selbst zu öffnen. Das erleichtert bei Textilien,
die in verschiedenen Mustern und Qualitäten hergestellt werden,
den Verkauf außerordentlich.

Da es sich bei Textilien nicht nur um Stoffe, sondern. auch
um Gewebe jeder Art handelt, muß man die Unterscheidung
verschiedener Verpackungen noch weiter treiben.

Man unterscheidet hier allgemein unter Partie- und
Dutzendwaren einerseits und Regulärwaren andererseits. Die
erste ist die billige und wird ohne besondere Verpackung in
Papierstreifen gebündelt in die Kiste ohne Ordnung hinein-
geworfen. Im Gegensatz hierzu wird die Regulärware in Papier
meistens mit Band eingeschnürt. In vielen Fällen empfiehlt sich
hier das Einlegen in weiße Kartons, die auch als Schaupackung
ausgeführt sind. Zur Dutzendware rechnet man vor

allen Dingen die Ware, die billig
ist und auf Webfehler hin nicht
kontrolliert wird. Hierunter fallen
vor allen Dingen Strümpfe, Hand-
schuhe usw.
Linoleum, Teppiche und häufig
auch Sammet werden auf Rollen
(Abb. 311) gewickelt. Diese Rollen
verhindern einseitliches Verdrücken
der Stoffe. Das ganze Paket wird
natürlich wieder entweder in Pa-
Abb. 311. Teppichrollen aus pier eingeschlagen oder in einen
ed ua en Karton nach Abb, 224 eingesetzt.
einer Handkurbel. Ist eine Rolle etwas kürzer als die

144
        <pb n="157" />
        andere, so würde vor allenDingen bei Wachstuchdie längere Rolleam
überstehenden Teil umgebogen und somit beschädigt und ver-
beult. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich bei verschieden
langen. Rollen, kürzere in besonderen Papphülsen einzusetzen.
Diese Hülsen müssen die gleiche Länge wiedie größeren Rollenhaben.

Bei Stoffen, die sich auch in ihren gegenseitigen Lagen nicht
drücken sollen, wie Sammete und Preßplüsch, haben sich be-
sondere Verpackungsarten entwickelt.

Sammete, Garne usw.

Sammet wird in rechteckigen langen Kisten versandt und in
diesen auf Gestellen aufgehängt. Die Gestelle sind derartig aus-
gebildet, daß an den Enden einer
starken, in der Mitte der Packung
sich befindenden Latte kreuzförmig

Abb. 312. Hakenbrett für Abb. 313. Hakenbrett-

Sammelständer. Gestell zum Aufhän-

gen von Sammetstoffen.
Bandeisen mit kleinen Haken versehen angeschraubt sind, wie
Abb. 312 und 313 zeigen. An diese Haken wird der Sammet an
beiden Rändern eingehängt und so schichtweise um die Latte herum-
geführt, ohne daß sich die Schichten drücken können (Abb. 313).
Die Latte mit den beiden Bandeisenrahmen wird herausgenommen
und mit dem um die Latte herumgehängten Sammet in den

Verkaufsräumen ausgestellt.

Besondere Arten der Verpackung verlangen die Garne, so

weit sie nicht als vorgesponnene Garne als Cops versandt werden
Sachsenberg 10

145
        <pb n="158" />
        Packtabelle der Garne nach englischer Numerierung.
Kurze Packung*)
A x x 3 ht
Garn-Nr. Stränge Sn Sehnen FR ne 0
per Pack Schicht per Pack kg uberkemieht

25 40 52 7.2 7,49

22 40 5 8,24 8,56

20 40 We 9,2 9,38

19 a“ Bat 7,56 7,86

, 3. De 8,51 8,85

30 ; 9,72 10,11

30 10,48 10,89

30 11,36 11,81

ı 60 13,61 14,18

49 e 10,09 10,49

49 - 11,38 11,81

‘ 4 „1 10,68 11,12

4 Je 12,98 13,48

4 ; 15,12 15,75

: 4 ze 16,49 17,16

. 4 ; 17,27 17,96

4 ‘ 18,15 18,89

4% : 3 10,04 10,44

4 2 Do 11,34 11,80

3% 20 u] 12,98 13,48

2 20 „58 15,12 15,73

23% 20 DE 10,88 11,30

2 20 ya 13,61 14,18

13/ 20 38 15,54 16,18

13 16 87 18,13 18,88
Das fertige Garn wird gewöhnlich in Strängen versandt, die in
einzelnen Packungen zusammengeschlagen werden, und zwar
unterscheidet man eine lange und eine kurze Packung. Ab-
messungen dieser für den Versand interessierenden Packungen

siehe oben.

Zu verweisen wäre hier noch auf die Tabelle für die Ballen-
packung, die namentlich für Textilien in Frage kommt, auf
Seite 118.

Kontrollierbarkeit

Bei Transporten sind Tuche besonders dem Diebstahl da-
durch ausgesetzt, daß die Enden abgeschnitten werden, da es
in den wenigsten Fällen bei Übernahme möglich ist, die ganzen
Stücke wieder auszumessen. Der Diebstahl bleibt so unbemerkt.
Um sich gegen diese Schwierigkeiten zu schützen, wird das Ende
des Tuches meistens mit einer Plombe versehen, die in einem
solchen Fall mit abgeschnitten werden müßte. Diese Plombe,
die als Blei- oder Blechplombe mit besonderem Aufdruck her-

*) Nach Handbuch für die Hanfspinnerei von C. Oswald Liebscher.

146
        <pb n="159" />
        Packtabelle der Garne nach englischer Numerierung.
Lange Packung
Stränge Stränge in Schichten Gewicht per EN 40)
r ; n / N
per Pack einer Schicht per Pack kg Übergewicht
120 10.3 10.4 21,75 22,60
100 8.3 3 22,53 23,41
100 8.3 A 22,53 23,41
72 A 8 4 18,18 18,9
72 A 4 20,42 21,23
7 Zt Is 23,36 24,26
Re En AM 20,95 21,79
BO 5.4 22,67 23,60
96 Zn 246 8 21,80 22,68
84 BT 21,20 22,03
84 4.7 23,82 24,80
72 . 4.6 23.35 24,26
An
60 ‘ „7 22,70 23,61
ar
48 Ü er 21,78 22,63
2.7
40 © 247 20.40 21,22
2.6 22,67 23,59
30 © 2.5 19,48 20,23
2,5 22,67 23,58
40 2.3 2.7 16,29 16,92
2.6X2 20,41 21,23
30 “3 2.5
25 23,33 24,23
2.5 27,22 28,36
gestellt werden kann, wird mittels unlösbarer Zähne und Plom-
bierzangen durch das betreffende Stück durchgedrückt (Abb. 314).
In ähnlicher Weise sichert man Pakete, die mit Papier ein-
geschlagen. sind, gegen Beraubung. Das Paketsiegel nach Abb.
315—319 wird
durch das über- .
geschlagene Pa- X (GR
. A ü LEE
pier durchge- © S N f
drückt, dann U
durch das dar- Abb. 314. Plombe. .
unterliegende
Papier, so daß
der Überschlag Pi ERS “&gt; £
mit der näch- (km zZ) V N U S
sten Papierlage WR AN 0
vereinigt wird. rG
N Dies 5 . rd Abb. 815-316. Abb. 317819.
16€ DIESEIZANZE, Paketsiegel. Paketsiegel.

10% 147
        <pb n="160" />
        die mit schlankem Maul unter die Falte des untersten Papieres
heruntergreift, nietet dann die Zähne dort um, so daß jedes Auf-
schlagen des Papiers gemerkt würde. Abb. 320 zeigt ein solches
versiegeltes Papier.

Mittels dieser Paketsiegel kann bei geschickter Anbringung
auch gleichzeitig ein Teil des Bindfadens mit festgesiegelt werden,
was vor Abrutschen des Bindfadens schützt. Mit einem ähnlichen

Siegel(siehe Abb.317) kann auch
eine Kiste gegen Beraubung
0
N
w
\/
Abb. 320. Versiegeln eines Abb. 321 und 322. Abb. 323.
Paketes mittels Metallsiegel Kistenklammer.
und Zange,
gesichert werden. Mit dem Kistensiegel werden im allgemeinen
zwei nebeneinander liegende Bretter verbunden, so daß keines
von beiden herausgezogen werden kann. Ferner können Draht-
armaturen und kräftige Aufschriften mittels des Siegels gut auf
der Kiste festgehalten werden. Das Siegel. wird im allgemeinen
nicht hinten umgenietet, sondern sitzt durch seine Haken fest
im Holz, so daß es, ohne. selbst verletzt zu werden, nicht gut
herausgebrochen werden kann. Eine bessere Sicherung der Kiste
selbst bietet die Kistenklammer (Abb. 321 und 322). Die Klammer
wird so eingetrieben, daß der eine Schenkel am Deckel,
der andere am oberen Kistenrand sitzt (Abb. 323). Dann wird
von oben durch die beiden Löcher der Klammer der sogenannte
Pfeil durchgetrieben, der nunmehr im Holz sitzt, nicht mehr
nach oben herausgetrieben werden kann und ein seitliches Ent-
fernen der Klammern unmöglich macht. Auch hier bestehen
natürlich noch Beraubungsmöglichkeiten, indem man den Pfeil
mittels eines feinen Durchschlages nach unten durchtreibt, die
Klammer entfernt, die Kiste beraubt und die dann nicht mehr
mit dem Pfeil gesicherte Klammer an der alten Stelle wieder
einsetzt. Bei sorgfältiger Beobachtung kann aber sowohl beim
Öffnen wie auch vorher das Fehlen des Pfeiles an der Holznarbe
durch das Tieftreiben des Pfeiles bemerkt werden. In ähnlicher

(48
        <pb n="161" />
        aber sicherer Weise kann man Exportkisten, bei denen leicht
einmal einzelne Bretter herausgezogen werden, von innen sichern,
indem man ähnliche Kistenklammern vor dem Einpacken der
Ware von innen in die Kiste einschlägt, so daß je zwei neben-
einander liegende Bretter durch Kistenklammern miteinander
verbunden sind. Hier braucht man dann den Pfeil zur Sicherung
der Klammer nicht mehr, weil diese von außen ja nicht an-
gerührt werden kann. Die Bretter sind seitlich jetzt nicht mehr
ohne schwere Verletzung des Nachbarbrettes herauszuziehen.

Bei Milchkannen, Flaschen und Bügelverschlüssen ist es oft
wünschenswert, eine Lösung derartiger Verschlüsse dadurch zu
verhindern, daß der Verschluß an einen Bügel in irgend einer
Form angeschlossen wird. Hierzu kann man Draht oder Bind-
faden nehmen, deren Enden man plombiert. Einfacher ist die

BEN a — ——- T

(IE N)

Abb. 324—327. Bügelverschlüsse.

in Abb. 324—327 abgebildete Merz-Waggonplombe, die mittels
einer Zange und einer Art preßbaren Druckknopf-Verschlusses,
der sich aber nach dem Zusammenpressen vernietet, verschlossen
wird. Der Kontrollstreifen mit der Plombe muß dann vor der
Öffnung des Bügels zerstört werden. Er ist schwer fälschbar,
weil er die Absendefirma, eine Nummer, Inhaltsangabe oder
was sonst gewünscht wird, als Aufdruck erhalten kann. Eine
zwischenzeitliche Verletzung und Öffnung des Verschlages tritt
deutlich hervor.

Kordelenden können entweder durch Siegel oder durch Blei-
plomben, auch durch patentierte Plomben anderer Art geschlossen
werden. Wichtig ist bei allen. diesen Arten, daß die Plombe mög-
lichst dicht an den Knoten sitzt, so daß diese nicht durch Be-
nutzung des freien Endes zwischen Plombe und diesem gelockert
werden können. Ferner müssen die Enden, die plombiert werden
sollen, unter sich verknotet sein, damit ein guter Halt innerhalb
der Plombe gesichert ist. Ein gutes Siegel aus Siegellack soll
möglichst dünn sein. Dicke Siegel sind durch ein heißes Feder-
messer leicht abzulösen und wieder aufzulegen. Am besten ist

140
        <pb n="162" />
        es, die Siegel vertieft anzubringen, weil sie dann schwer heraus-
zulösen. sind, was namentlich für Geldkisten beim Export sogar
Vorschrift ist. Die Vertiefung hat außerdem noch den Zweck,
daß die Siegel durch Scheuern an anderen Paketen nicht be-
schädigt werden können. Die Bleiplombe wird, wenn Draht
angewendet wird, meist auf geriffeltem oder gerauhtem oder
spiralförmig gewundenem Draht angebracht, damit die Plombe
nicht ausrutscht. Sie wird mit einer Zange hergestellt, die ein
Verklemmen der Kanten der bereits vorgeformten Plombe be-
wirkt und außerdem das Zeichen, das in der Zange eingraviert
ist, auf die Plombe aufdrückt. Hierdurch ist die Plombe
gegen Fälschung einigermaßen gesichert. Allerdings muß dazu
bemerkt werden, daß bei der Lösung der Plombe meistens nicht
auf das Zeichen geachtet
. wird. Um die Plombierung
B. einfacher zu gestalten und
a die Mängel der Lösbarkeit,
1. Ir die bei der Bleiplombe im-
ZEN en © I merhin noch vorhanden sind,
(8 | SE zu beseitigen, hat man die
X A { Zweifach- Bördelplombe
© = (Abb. 328 u. 329) konstruiert.
Abb. 328—380. Zweifachbördel- Die Plombe besteht aus zwei
plombe. Blechen,dieeinen bestimmten
X
A ; ;
wenn A A Zn
‘© @® © =
ne © z WE N a
:-© ©
Abb. 331—336. Dreifachbördelplombe.
Aufdruck tragen, und deren Rand um den eingelegten Bindfaden
oder Draht herumgebördelt wird. Die Plombe ist schwer lösbar,
immerhin ist ein Herausziehen noch denkbar.
Als sicherste Plombe erscheint die Dreifach-Bördelplombe,
deren Handhabung aus Abb. 331—336 deutlich zu ersehen ist.

150
        <pb n="163" />
        Hier wird der Bindfaden oder Draht zweimal gekreuzt durch die
Plombe durchgeführt und ist nicht mehr zu lösen oder heraus-
zuziehen.

Die Plombierung der Umschnürung hat natürlich nur dann
Zweck, wenn die Umschnürung selbst nicht durch Seitwärts-
schieben. abgelöst werden kann, und wenn die Rohre oder die
Bügel, durch die der Verschlußdraht durchgezogen wird, nicht
ihrerseits wieder demontiert oder gelöst werden können, ohne
die Verbindungsschnur zu verletzen. Auch eine unfreiwillige
Verletzung der Plombe sollte vermieden werden. So ist z. B. in
Abb. 83 links bei dem Schmierseifenkübel der Haken plombier-
bar. Er könnte durch Hängenbleiben unfreiwillig zurückgedrückt
und die Plombe abgestreift werden. Hier wäre es vorteilhaft,
den Haken vor der Plombe noch durch einen sicheren Stift
gegen Zurückstreifen zu schützen.

Gegen Ablösen von Bandeisen ist zu empfehlen, das Band-
eisen und die darunter liegende Kiste an einigen Stellen
gemeinsam mit einer gut haftenden Farbe, am besten in einem
ausgefallenen Farbton zu überstreichen. Wenn das Band dann
gelöst wird, sieht man sofort an der ungedeckten Stelle der Kiste
eine Verschiebung. Es gibt auch Verschlüsse von Bandeisen,
die nach Art des Yaleschlosses be-
stimmte Verzahnungen in den Ver-
schluß mit eindrücken, und die mit
einem Kontrollschlüssel vor der
Öffnung des Bandes auf Identität
nachgeprüft werden können. Für
sehr wertvolle Güter und für Gegen-
den, in denen Beraubungen sehr
häufig vorkommen, sind alle diese

Maßnahmen häufig noch nicht ge-
nügend. Man verwendet hier Dop-
pelkisten,d.h.der Gegenstand wird
in einer Kiste verpackt, die wieder
in eine andere hineingestellt wird,
wodurch die Beraubung wesentlich
erschwert wird. Diese Art der Ver-

packung wird natürlich nur da,

wo es sehr lohnend ist, angewen-

det werden, da sie viel Arbeit,

viel Kosten und viel Raum

beim Transport in Anspruch Abb. 337. Kistensicherung durch
nimmt. : T-Eisen.

151]
        <pb n="164" />
        Interessant ist eine Kistenkonstruktion, die in dem Buche
Packing for foreign markets (Abb. 337) gebracht wird. Hier ist
die Kiste auf eine innere Beleistung aufgenagelt. Die Nägel sind
außen verstemmt. Außerdem ist das Bandeisen, das die Kiste
armiert, als T-Eisen ausgeführt und mit nagellosem Kopf ein-
genagelt. Der T-Steg liegt in der Fuge zwischen zwei Brettern,
so daß auch das Eisen nicht seitlich entfernt werden kann.
Ohne deutliche sichtbare äußere Verletzung kann die Kiste, die
an sich ja sehr teuer ist, nicht aufgebrochen werden.

Durch den diebessicheren Verschluß darf namentlich beim
Zoll die Kontrollierbarkeit nicht ausgeschlossen werden. Aller-
dings wird meistens gestattet, daß bei Waren, die luftdicht ver-
schlossen werden müssen, die Öffnung einiger Gefäße nach Wahl
des Zollbeamten durch den Empfänger genügt, um den Inhalts-
nachweis zu erbringen. Bei Flüssigkeiten kann bei vertrauens-
würdigen Firmen von einer Versendung in Glasgefäßen abgesehen
werden, wenn durch Schütteln der hierfür verwendeten Blech-
gefäße der Inhalt als Flüssigkeit einwandfrei feststellbar ist.
Im übrigen wird ja jede Kiste auf dem Zollamt vom Empfänger
zu öffnen sein, so daß hier Einbruchsgefahr nicht mehr vorliegt,
weil die Kiste in den Besitz des Empfängers sofort übergeht.

1592
        <pb n="165" />
        IT. ALLGEMEINE GESICHTSPUNKTE
Verpackungsverschluß

Allgemeine Regeln über den Verschluß jeder Art von Ver-
packung sind von Land zu Land verschieden. Gute deutliche
Vorschriften gibt die Reichspostordnung in 8 16 und in der Be-
richtigung 263 und 97, wie auch in verschiedenen Stellen der
Gebührentafel. (Es sei hier auf den Anhang verwiesen.)

Unverpackte Waren

Im unverpackten Zustand versendet man im allgemeinen
Wild, was auch in der Postordnung zugelassen ist. Blutende
Stellen müssen natürlich gut umhüllt werden. Außerdem muß
die Versandbezeichnung und die Adresse durch Anhängung einer
Fahne gesichert sein. Für bestimmte Massenwaren wie Metall-
barren, Erden, Kohle und dergl. kommt eine bestimmte Ver-
Packung nicht in Frage, jedoch wird auch hier eine Diebstahl-
sicherung dadurch vorgenommen, daß man zum Beispiel einen
Waggon Kohle mit Kalkmilch überspritzt, so daß eine Entfer-
hung einzelner Mengen durch Fehlen des Kalkmilchübergusses
auffallen würde. Metallbarren bezeichnet man am Kopf mit
einer Sonderfarbe, damit sie nicht abgeschnitten werden können.
Mit der Bezeichnung „Unverpackt‘“ auf dem Frachtbrief muß
man vorsichtig sein, da die Eisenbahn für Schäden an dem Stück
auch dann nicht haftet, wenn es wirklich verpackt ist, weil der
Frachtbrief die Bemerkung „Unverpackt“ zeigt.

Schaupackung

Vielfach dient die Verpackung nicht nur zum Schutze beim
Transport, sondern. auch zur Erleichterung des Verkaufes durch
gute Aufstellung der Ware selbst. So werden z. B. Parfümerien
in Schachteln eingebaut, die nicht gerade, sondern schräg ge-
schnitten sind. Dadurch präsentiert sich die Schachtel viel
besser. Seifen werden, wie Abb. 338 zeigt, in bunt bedrucktes
Papier eingeschlagen und so gut im Kasten verteilt. Dieselbe
Abbildung zeigt auf der linken Seite noch eine besonders schön
ausgestattete Schachtel für Pralinen, die auch als Schaupackung
gelten kann.

153
        <pb n="166" />
        In derselben Art
ist.die in Abb. 339 im
geschlossenen Zu-
stand gezeigte Schau-
packung ausgebildet.
Der graue Deckel
schützt Inhalt und
Abb. 338. _Kartonnagen-Schaupackungen. Reklameblatt gegen
Verletzung. Auf
Abb. 340 ist sie im ausgebauten Zustand ersichtlich. Das Re-
klameblatt ist zurückgestellt und hinter zwei Nasen verhakt,
während der bunte Rand der Schachtel erscheint.

Bei Kartonagen empfiehlt es sich, zuweilen die Chromo-
schicht des Papiers nicht nach außen, sondern nach innen, und
die holzhaltige Schicht nach außen zu legen. Dies hat den Vor-
teil, daß nach dem Öffnen der Schachtel das Innere gut
aussieht, ohne daß eine besondere Papiereinlage verwendet wer-
den muß. Außerdem kann die Innenseite zu. Reklamezwecken
vornehm ausgestattet werden, wofür Abb. 341 ein Beispiel gibt.
Da die nach außen liegende holzhaltige Seite infolge ihrer Rauhig-

keitundihresunregel-
mäßigen Gefüges we-
nig schön aussieht,
empfiehltessich,diese
durch einen warmen
Ton zu färben.

Für Textilien ver-
wendet man anstatt
der Packungen nach

Abb. 339. Geschlossene Packung mit ab- den Abb. 309 u. 310

genommenem Außendeckel. auch eine Schaupak-
kung ‚in geschlosse-

nem Paket nach der

deutschen Packung.

Diese ist aber auf der

oberen Seite in ver-

schiedenen Formen

ausgeschnitten, mit

einem durchsichtigen

Gelatinepapier über-

deckt und läßt so

Abb. 340. Dieselbe Packung im aufgeklappten den Inhalt des Pa-
Zustand. kets durchscheinen.

154
        <pb n="167" />
        Manche Firmen kehren auch das Prinzip
der Schaupackung um, so betont z. B. eine
Zigarettenfabrik in ihrer Reklame, daß
sie keine gute Packung für ihre Zigaretten
wähle, weil sie die Ersparnis in die Güte
der Ware hineinlegen will. Interessant ist
hierbei, daß nach Angabe dieser Firma der
Wert der Zigarettenpackung bei Blechver-
packung 40%, bei steifen Kartonagen 30%
und bei Weichkartonagen 10% des In-
haltes beträgt, soweit es sich um billigere
Qualitäten von Zigaretten handelt.

Zeichnen der Verpackung a

Eine gute Bestimmung über die Zeich- Weichpackung mit
nung der Verpackung findet sich in dem "Ohram En
Handbuch für Verlader der Hapag, auf die
hier verwiesen sei (siehe Anhang). Besonders wichtig ist es, daß
die Buchstaben in unverwischbarer Tinte nicht zu klein an-
gebracht werden. Dies geschieht am besten mit Gummistempeln,
da sich diese an. jede Unebenheit der Verpackung anschmiegen,
während ein Zeichnen mit Schablone nicht so sauber auszufallen
pflegt. Allerdings kann man bei Schablonenzeichnung die Farbe
stärker auftragen. Wenn die Zeichnung mit unverwischbarer
Tinte nicht genügt, kann man auch einbrennen oder Metallbuch-
staben aufsetzen. Außer dem Bestimmungsort, der besonders
deutlich angegeben sein muß, wird am besten das Brutto- und
Nettogewicht der Versendung für die Verzollung, wie besondere
Eigenheiten der Versendung, z. B. „Vorsicht zerbrechlich‘‘ mit
auf die Kiste gebracht. Wenn man Wert darauf legt, daß eine
bestimmte Anzahl Kisten, wie sie zur Montage nötig sind, zu-
sammenbleiben, bezeichnet man die Kisten mit einer Serien-
Nummer, die sich dann auf jeder Kiste wiederholt. Soll die
Kiste in einer bestimmten Lage transportiert werden,
So muß sie eine deutliche Bezeichnung „Oben“ oder „Unten“
erhalten. Bei Versendung nach dem Ausland ist es oft wün-
schenswert, daß die Kiste eine Bezeichnung in der Landes-
sprache erhält. Auf die äußere Bezeichnung des Schwer-
punktes auf der Kiste (siehe Abb. 291) und Ansatzpunkt
für die Kranhaken war früher schon aufmerksam gemacht
worden. Ein gutes Beispiel für eine Bezeichnung für den Stadt-
transport zeigt Abb. 342. Hier ist gleich der Gebrauchszweck
der Kiste mit aufgedruckt.

155
        <pb n="168" />
        Bei leeren Kisten ist darauf zu achten, daß der Leervermerk
mit angebundener Fahne deutlich hervortritt. Die Bezeichnung
„Feuergefährlich‘“ ist der Auffälligkeit wegen auf rotem Grund,
die Bezeichnung „Explosiv““ auf weißem Grund mit rotem Rand
zu geben. Giftige Stoffe müssen als solche bezeichnet werden.

Auch die Farbe kann zur Bezeichnung des Inhaltes mit be-
nutzt werden, indem man z. B. verschiedene Kaffeesorten in
verschiedenfarbigen Packungen transportiert oder elektrische
Bügeleisen, die für verschiedene Spannungen gebaut sind;
in gleichfalls verschiedenfarbigen Packungen unterbringt. Hier-
durch erleichtert man auch dem Verkäufer und Auspacker das
Auseinandersuchender Waren sehr und beugt Verwechselungen vor.

Zuweilen ist es
nicht möglich, durch
einfache Bezeichnung
den Inhalt einer Pak-
kung deutlich auf der
Verpackung. anzuge-
ben. So würden z..B.
die Größen- und Ar-

tenbezeichnungen

von Haken, Ösen und

kleinen Posamentier-

artikeln viel zu!viel

Raum in der Ver-

Abb 347. Ken We ZH packung einnehmen

VL

bierbaren Verschluß.) den. Man kann hier

am besten ein Stück

des Inhaltes auf der Verpackung selbst außen annähen oder
sonstwie anbringen.

An solchen Verpackungen, bei denen Pappschilder und
Papieradressen leicht beschädigt werden können, wendet man
am besten Metallschilder an.

Organisation bei der Verpackung

Solche Anhänge und Schilder sollten da, wo viele Ein- und
Ausgänge sind, wie z. B. in Handelshäusern, nicht nur bei ver-
sandfähiger Ware angehängt werden, sondern auch an die leere
Kiste. Es kommt in solchen Orten, namentlich Lagerhöfen, bei
Kisten sehr häufig vor, daß noch volle Kisten als angeblich
bereits geleert in den Packhof gelangen, wo ihr Auspacken dann
vergessen wird und sie unter Umständen als leere Kisten verkauft

156
        <pb n="169" />
        werden. Um hier eine dauernde und gute Übersicht zu haben,
empfiehlt es sich, an ausgepackten Kisten entweder Stempel
oder Rundschilder anzubringen mit der Bezeichnung ‚Aus-
gepackt‘ und diese Schilder oder Stempel noch nach Abteilungen
in der Farbe oder Form zu unterscheiden. Hierdurch ist jede
Abteilung für die genaue Bezeichnung ihrer Leerkisten verant-
wortlich, und es können nicht versehentlich volle Kisten unter
die leeren geraten. Wenn man verhindern will, daß hier absicht-
lich die Stempel falsch gesetzt werden, betraut man einen dritten
Mann, der mit den Abteilungen nichts zu tun hat, mit der Ab-
stempelung der Kisten, bevor sie in den Packhof gebracht werden
dürfen. Soweit leere Kisten nicht zurückgeschickt werden, gehen
sie am besten an den Althändler.

Das Packpapier wird in großen Warenhäusern zu Ballen
gepreßt und verkauft. Es eignet sich nicht zur Papierwollher-
stellung, weil sich in den Packpapierabfällen Klammern und
andere Metallteile befinden, die das Messer der Papierwoll-
schneidmaschine beschädigen würden. Die zur Verpackung be-
nutzten Bindfäden werden zerschnitten und nicht mehr zur
weiteren Verschnürung verwendet. Die Reste der Bindfäden
werden als Lumpenmaterial den Bindfadenfabriken zugestellt.

Wer viel Waren zu versenden hat, wird Erfahrungen über die
Haltbarkeit der einzelnen Packarten sammeln können. Es ist an-
zunehmen, daß bei bestimmten Warengattungen und bestimmten
Verpackungsarten auf gewissen Transportwegen immer wieder
die gleichen Schäden eintreten werden. Um diese zu vermeiden,
soll man alle bekannt gewordenen Schäden bei der Verpackung
in einer Kartei nach Art der Beschädigung, nach Art der Ver-
packung, Art des Gegenstandes usw. sammeln und notieren
und hier am besten auf der Rückseite eine Photographie des be-
schädigten Gegenstandes oder die Packung selbst aufbewahren.
Auf diese Weise wird es bald möglich sein, immer wiederkehrende
Fehler zu vermeiden. Wenn größere Industrien in ihren Ver-
bänden derartige Beschädigungskarteien gegenseitig austauschen
würden, würde man auch auf diesem Gebiet schnell vorwärts-
kommen können.

Handlichkeit

Auf die Handlichkeit des eigentlichen Paketes wird bisher
noch viel zu wenig Rücksicht genommen. Man muß sich zunächst
einmal darüber klar sein, wie ein solches Paket umgeladen werden
kann, und an welchen Stellen dies geschieht. Bei schwereren
Kisten in modernen Umschlagshäfen, wo genügend Krane vor-

157
        <pb n="170" />
        handen sind, und wo auch auf der Bestimmunsg-Eisenbahn-
station die Güterabfertigung mit Kran erledigt wird, braucht man
auf diese Bedingungen weniger Rücksicht zu nehmen, wenn
man nicht auch hier die Bezeichnung für Anschlagen der Ketten
und dergleichen als Förderung der Handlichkeit bezeichnen will.
Überall da jedoch, wo Kisten und Pakete mit der Hand gegriffen
werden müssen, soll man zunächst einmal nicht nur im Interesse
des Umladers, sondern auch im Interesse der Ware die Pakete
so klein machen, als es aus Lade- und Frachtrücksichten und aus
Gründen der Wirtschaftlichkeit überhaupt gemacht werden
kann. Dabei ist zu beachten, ob evtl. an gewissen Stellen nur
unter Zuhilfenahme von Frauen entladen wird. Danach ist die
oberste Gewichtsgrenze zu bestimmen. So hat z. B. das War
Departement der USA. im Kriege die Höchstgrenze von
Ballen mit 32 kg unter Berücksichtigung dessen, daß sie durch
Frauen umgeladen wurden, festgesetzt. Auch für Handumladung
bei Männern sollte man über 75 kg nicht gehen. Man muß sich hier
naturgemäß nach den Gegenden richten, in denen das Gut trans-
portiert werden soll. So hat man z. B. in Sachsen, wo der Schlag
etwas leicht und beweglich ist, Getreidesäcke für einen Inhalt
von 75 kg, während man in Bayern solche von 100 kg benutzt.
Hierbei ist berücksichtigt, daß diese Säcke vielfach noch über
Treppen befördert werden müssen. In den Tropen muß daran
gedacht werden, daß die einzelnen Pakete eine Trägerlast oder
Doppelträgerlast nicht überschreiten. Für den Transport über
die Anden, wo es sich gewöhnlich um Eselstraglasten handelt, die
auf sehr schmalen Gebirgswegen transportiert werden, sind weniger
das Gewicht als die äußeren Ausmaße der Last zu beachten.
Es wurde hier vielfach von bekannten Exporteuren als äußerstes
Maß der Kiste 125 x 50 x 150 cm angegeben, weil sonst die
Gefahr besteht, daß der Esel an den vorspringenden Felsabhängen
abstürzt. Selbstverständlich sind auch hier Äußerstgewichte
festgelegt worden.

Man erhöht die Handlichkeit eines Paketes außerordentlich,
wenn es möglich ist, Griffe in irgendeiner Form anzubringen.
Die früher bereits gezeigte Griffleiste bei der Kiste (s. Abb. 15)
erfüllt diesen Zweck in ganz besonders gutem Maße. Sie
nimmt aber bei Exportpackungen im Schiffsraum zu viel Platz
ein. Die aufgenagelte Blechmulde als Griffmulde ist hier be-
quemer, wird aber beim Export meist eingedrückt und kann
bei schweren Lasten, da nur die Finger und nicht die ganze Hand
greifen sollen, nicht genügend stützen. Sie ist mehr für den
Stadttransport geeignet. Das Griffloch ist auch nur für den

158
        <pb n="171" />
        Stadttransport denkbar, weil die Kiste hierbei ja offen sein
muß (s. Abb. 60 u. 61). Der Ledergriff, der an die Kiste an-
genagelt wird, nimmt wenig Platz ein, faßt sich sehr gut, ist aber
verhältnismäßig teuer und reißt leicht ab, namentlich wenn die
Kiste oder das Paket, wie es bei Umladungen leicht vorkommt,
nur an einem Griff am Kran aufgehängt wird. Besser sind hier
kräftige Strickgriffe, die mittels Knoten innerhalb der Kiste
festgehalten werden und durch Löcher in der Stirnwand be-
festigt sind.

Hier tritt wieder der Nachteil der Durchbohrung der Kiste
ein. Diese Griffe sind für den Inlandtransport günstiger. Leder-
und Strickgriffe haben erfahrungsgemäß als günstigsten Durch-
messer 18 mm. Nur bei sehr schweren Kisten kann man größere
Durchmesser wählen, wird dann aber vielleicht am besten ganz
von diesen Griffen absehen. Dünner im Durchmesser, aber gut
haltbar, sind die umklappbaren KEisengriffe auf Abb. 342. Sie
sind auch bei Exportkisten möglich und werden häufig so ver-
senkt angebracht, daß sie bei Nichtbenutzung innerhalb der
Kistenwand liegen. Das richtigste scheint für den Inlandtransport
derartige Griffe, wenn irgend möglich, anzubringen; beim Export
verzichtet man aber in den meisten Fällen besser auf diese
Griffe, evtl. läßt man sie im Entladehafen nachträglich anbringen.

Verpackungsformat

Auf die allgemein vorteilhaftesten Abmessungen ist bisher
noch nicht eingegangen worden. Es sei hier nur noch allgemein
darauf aufmerksam gemacht, daß die Post in der Beförderung
Vorschriften über die Innehaltung gewisser Formate macht. Es
sei hier nur auf 81, Absatz 2 der im Anhang befindlichen. Post-
ordnung hingewiesen. Die Normalisierung der Formate ist ent-
schieden. erstrebenswert, aber bei uns in Deutschland nur auf
ganz kleinen Gebieten durchführbar. Der Amerikaner hat
Milch- und Margarinekisten schon vollkommen normalisiert
und ist jetzt dabei, Nägelabstände und Brettstärken zu nor-
malisieren. Bei uns in Deutschland konnten nur eine Reihe
von Margarinekisten und Nudelkisten normalisiert werden. Man
wird, bevor: man die Verpackung normalisiert, hier erst einmal
die Waren zu normalisieren haben. Dies ist durchaus möglich,
auch wenn hier nicht von großen Konzernen ausgegangen wird,
sondern wenn jede Firma erst einmal für sich ihre ganzen Waren
in gewissen Größen anfertigt. So sind z. B. die Kisten für den
Versand der Widerstandselemente von Heizkörpern einer unserer
bekanntesten deutschen Firmen dadurch normalisiert worden,

9
15%
        <pb n="172" />
        daß man zunächst diese Widerstandselemente normalisierte und

sie nur in gewissen Mengengruppen versandte. Hierdurch hat

man drei Kistensorten erhalten, mit denen man sämtliche

fabrizierten Widerstandselemente versenden kann.
Raumausnutzung

Bei dem Gesichtspunkt der Raumausnutzung spielt namentlich
das Packmaterial, was wertvoll ist und leer zurückgesandt wird,
eine große Rolle. Leere Kisten beanspruchen außerordentlich
viel Raum bei geringem Gewicht. Man wird also zunächst
einmal versuchen, möglichst viel Kisten verschiedener Größe in-
anander zu setzen. Dieser Gesichtspunkt kommt auch beim
Versand von Koffern in Frage, wo gewöhnlich sechs Koffer
verschiedener Größe ineinander gestapelt werden, und hierdurch
das Volumen des Paketes außerordentlich verringert wird. Wenn
man‘ die Raumausnutzung noch günstiger gestalten will, so
wird man die Kisten zusammenlegbar einrichten. So gibt es
Faltschachteln, namentlich aus Pappe und Wellpappe, die in
den Abbildungen 178 bis 189 erläutert sind. Dieses Packmaterial
wird im auseinandergelegten Zustand versandt und zurück-
transportiert und für den Zweck der Versendung anderer Mate-
rialien aufmontiert. Ähnliche Konstruktionen gibt es auch bei
Holz- und Blechkisten als sogenannte Scharnierkästen. Die
einzelnen Wände hängen mit ihren Scharnieren miteinander
zusammen und werden nur aufgeklappt und an den Scharnieren
mit Drahtstiften verbunden. Auch die Form der gepackten
Schachtel hat auf die Raumausnutzung einen großen Einfluß.
Mit viereckigen Kisten kann man einen gleichen Raum voll-
kommen ausstapeln, ebenfalls mit gleichseitig sechseckigen
Kisten gelingt dies zum allergrößten Teil (s. Abb. 179). Auch mit
dreieckigen Kisten ist dies möglich, jedoch nicht bei fünf-,sieben-,
acht- und mehreckigen. Bei diesen bleiben immer größere
Leerräume übrig.

Da der Raum bei der Fracht eine Rolle spielt, muß überlegt
werden, ob der betr. Gegenstand im montierten oder demon-
tierten Zustand mehr Raum einnimmt und hiernach die Ver-
packung eingerichtet werden; evtl. ist es sogar - vorteilhaft,
100 Ventilatorgehäuse für sich und 100 dazugehörige Schleuder-
räder in verschiedenen Kisten zu verpacken. Bei Gegenständen,
die auf einer Seite höher sind als auf der anderen, ist eine paar-
weise Verpackung besonders raumsparend, wie sich dies z. B.
bei Pantoffeln und Stiefeln zeigt. Ähnliche Überlegungen kommen
beim Versand von Automobil-Chassis in Frage, wo einmal das

160
        <pb n="173" />
        eine Chassis mit den Rädern nach unten und dem Vordersitz
nach vorn und das andere mit den Rädern nach oben und dem
Vordersitz nach hinten in die Kiste eingebaut wird und die Federn
beider durch den Deckel angespannt werden. Hierdurch hat
man eine gute Abfederung beider Chassis und eine günstige
Raumausnutzung.
Abstützung in der Verpackung

Außer den Sonderkonstruktionen, die bereits erwähnt sind,
wäre bei der Abstützungsmöglichkeit der Verpackung noch
auf folgendes hinzuweisen. Die Stärke und Art der Abstützung
hat sich zu richten nach der Größe, dem Gewicht und der Emp-
findlichkeit der abzustützenden Gegenstände. Empfindliche
Waren, namentlich solche mit feinen Lacküberzügen, stützt man
nicht mit Holzstützen oder Leisten, sondern mit Gummipuffern,
Korkpuffern oder in Kissen gestopftes Heu oder Holzwollballen
ab. Im übrigen sei hier auf die bereits früher erwähnte Ab-
stützung von Werk-

zeugmaschinen. in

Kisten hingewiesen,
namentlich darauf,
daß die Blockierung
nur längs der Mase-
rung in der Schub-
richtung vorgenom-
men. werden sollte.
Eine schwierige Ab-
stützung ganz ver-
schiedener Teile zeigt | | |
Alb. 545. Ei isplder A ES

zwecks besserer
Raumausnutzung eine Pumpe, ein Dreibackenfutter und ein
Transmissionslager in der gleichen Kiste verpackt worden. Wir
sehen hier drei verschiedene Abstützungen. Zunächst die der
Pumpe durch eine senkrechte Wand, die des. Dreibackenfutters
durch einen horizontalen Querriegel und die des Lagers gegen
diese durch eine niedrige senkrechte Wand. Die den Pumpen-
schwengel stützende senkrechte Wand dient zu gleich als
Haltung für diesen. Im übrigen sei hier auf die Abb. 229 bis 237
und 244 hingewiesen.

Schutz gegen Beschädigung anderer Packungen

Bei der Herstellung von Packungen muß natürlich alles
das vermieden werden, was andere Packungen oder die Hand

Sachsenberg, 11

161
        <pb n="174" />
        des Packers verletzen könnte. Alle vorstehenden scharfen Kanten
und Köpfe, auf die bereits bei der‘ Eisenbandgarnierung der
Kiste, sowie bei der Metoschnürung hingewiesen wurde, sind
zu vermeiden. Vorstehende Nägel und Schraubenköpfe sind
besonders unangenehm. Nicht richtig vernietete Eckklammern
und Heftklammern, Eisenreifen bei Fässern können Beschädi-
gungen und Verletzungen hervorrufen. Bei schwereren Gewichten
muß vielfach mehr auf die Beschädigung der eigenen Packung
durch den Inhalt als auf die Beschädigung anderer Packungen
Rücksicht genommen werden. So läßt man die Räder von Waggons
oder Lokomotiven vielfach durch die eigenen Packungen hindurch-
ragen, damit sie diese nicht durchdrücken und damit der Wagen
auf den eigenen Rädern ruht. Auf der anderen Seite müssen. diese
dann wieder stark beschuht werden, damit sie das Deck des trans-
portierenden Schiffes nicht verdrücken. Auf das Auffangen etwa
auslaufender Flüssigkeiten und ätzender Säuren durch die Füll-
packung ist bereits aufmerksam gemacht worden.
Packbeschädigung

Man hat hier zu unterscheiden zwischen absichtlicher Be-
schädigung des zu verpackenden Gegenstandes und unabsicht-
licher. Weniger wertvolle Gegenstände, wie z. B. Waschbretter,
Plättbretter, einfache Möbel und dergl. werden bei der Ver-
packung absichtlich beschädigt dadurch, daß man Nägel in sie
einschlägt und an diesen Nägeln die Drahtverpackung oder Um-
schnürung befestigt. Naturgemäß wird man diese Beschädigung
an den wenigst empfindlichen Stellen vornehmen und die Gegen-
stände immer so packen, daß die guten Seiten gegen die gleichen
eines anderen Gegenstandes liegen, so daß sich diese gegenseitig
abdecken. Wo man jedoch Beschädigungen durch Nägel durch-
aus vermeiden muß, wie z. B. bei Konservendosen, wie dies in
genagelten Kisten oft vorkommt, oder bei Textilien, verwendet
man am besten ungenagelte Kisten, die nur durch Bänder oder
andere Konstruktionen, evtl. durch Scharniere, zusammen-
gehalten sind. Ferner finden viele Beschädigungen durch Kran-
haken und Packerhaken statt. Diese sind aber nur durch starke
feste Verpackungen zu vermeiden. Dasselbe gilt von Beschädi-
gungen durch Säuren, Öle und Seewasser.

Normalsierung

Der Leser dieses Buches wird gemerkt haben, daß auf allen
Gebieten der Packung die Normung noch sehr im argen liegt.
Dies ist an sich natürlich, weil die Normung der zu verpackenden
Gegenstände bei uns in Deutschland noch so weit zurück ist,

169
        <pb n="175" />
        daß die Umhüllungen selbstverständlich auch nicht im bestimmten
Ausmaße hergestellt werden könnten. Wenn man aber selbst
von den Ausmaßen der Umhüllungen vorläufig noch glaubt ab-
sehen zu müssen, so könnten doch die Verpackungsmaterialien
und ihre Abmessungen in sich wenigstens genormt werden. Also
noch mehr als bisher bereits, etwa Brettstärken, Längenab-
messungen bei Leisten, die Benagelung einschließlich der Nägel,
Verschraubung, die Papierarten und Größen, die Überschlags-
längen bei Überklebungen und ähnliches. Auch bei den Ab-
messungen wäre es bereits möglich, gewisse Normen einzuführen.
So arbeitet z. B. der Normenausschuß der Deutschen Industrie
e. V. an einer Vereinheitlichung von Verpackungen aller Art,
zunächst auf dem Gebiete von Schuhkartons, Kartons für Kon-
fektionsartikel, runden und viereckigen Blechbüchsen und Kon-
servenbüchsen. Es handelt sich hier, wie man sieht, vor allen
Dingen um Verpackung solcher. Gegenstände, die entweder,
da sie dem menschlichen Körper angepaßt sind, bereits in‘ ge-
wissen Größen festliegen, oder da sie nur mengenmäßig eingeteilt
zu werden brauchen, wie die Konserven, jede Mengeneinteilung
beliebig zulassen. Für Schuhkartons liegt bereits ein Vorschlag
des Reichsverbandes deutscher Schuhhändler und ein Gegen-
vorschlag einer Kartonagenfabrik vor. Der erste sei des Interesses
halber hier noch angeführt, damit man einmal an ihm studieren
kann, in welcher Form eine derartige Normung gestaltet werden
könnte.
Kartongrößen:

Herrenstiefel . . . Länge 33 cm, Breite 18 cm, Höhe 11 cm
Herrenhalbschuhe u W000,
Damenstiefel . .. ; KR
Damenhalbschuhe BR
Kinderstiefel

bis Gr. 26 10a

3” 22 27/30 ° \ 22

»» »» 31/35 ° -- 27 x - &gt; 7 77 ; 2?

Dieser Vorschlag wird zwar bald überholt sein, so daß ihm
für die Dauer keine Allgemeingültigkeit zugemessen. werden darf.

Wenn man Verpackungen billig und gut herstellen
und auch das Einpacken der Waren in die Verpackung selbst
auf möglichst einfachem und schnellem Wege einrichten will,
so wird man auf die Normung trotz aller Schwierigkeiten immer
mehr zukommen.

117 16?
        <pb n="176" />
        <pb n="177" />
        IV. TABELLARISCHE ÜBERSICHT
ÜBER DAS ANWENDUNGSGEBIET DER
VERSCHIEDENEN VERPACKUNGSMÖGLICHKEITEN
Um eine bessere Übersicht über alle die vielen Gesichts-
punkte, die hier erwähnt werden mußten, zu schaffen und die
konstruktiven Merkmale mit den Rücksichten auf die Ver-
packung der einzelnen ‚Gegenstände, die in zwei gesonderten
Abschnitten hier behandelt werden mußten, besser zu verbinden,
sei hier noch eine tabellarische Zusammenstellung der Ergebnisse
der vorgenannten Betrachtungen gebracht. Aus dieser kann der
Leser leicht für jeden einzelnen hier genannten Verpackungs-
gegenstand und jede Verpackungsart diejenigen Rücksichten
herausfinden, auf die er zu achten hat und deren Einzelheiten er
dann in den vorhergehenden Zeilen nachschlagen kann. Die
Tabelle unterteilt sich in folgende 6 Gruppen:
Gruppe A. Nahrungsmittel.
, ”. Feuer- und explosionsgefährliche Stoffe.
“Flüssigkeiten, soweit sie nicht in den Gruppen A
und B bereits aufgeführt sind.
D. Textilien.
E. Zerbrechliches.
F. Verschiedenes, soweit in den vorhergehenden
Gruppen A—E nicht aufgeführt.

165
        <pb n="178" />
        Gruppe A: Nahrungsmittel.
Backwaren Fette Fische
Butter Eier E | b) Sardinen,
a) Bisquits b) Kuchen c) Stollen a) Margarine | b) Schmalz ı a) gefroren Sprotten
Packungs- Teilweise Einschla- Zuweilen Aufsetzen Überdecken mit Kinschlagen von Wie bei Butter. Wie Butter, Dr In Öl einlegen,
Vorbereitung }°%2 in Papier, Um- auf Pappedeckel. Seidenpapier oder Butterstücken in nicht in gutem Per-
S — schlagverschluß Pergamentersatz. Pergament oder gamentpapier,
durch Siegel- Pergamentersatz. hohe runde Pak-
marken. kung.
Eigentliche Blechkästen Kuchenkisten Einsatzbretter Große Mengen in Große Mengen bis Große Mengen in Wie bei Margarine. Unverpackt. en TE Sn
Verpackung ıder Dosen. mit Einsatzbrettern mit hohem Bord Fässern (hierüber 720 en In Mier- ne En nd 9  Meehdben Ol
'ür den Stadtver- für den Stadtver- sieh Seit A En
sand. sand. 7 N Batterstucke Ten Kleine Mengen in Würfel in dünnen guter Falzung. Ver-
i R 3 Wellpappekartons flachen Fichten- sand dieser Dosen
Siebe ADTLSS. Sicho Abb 8182. Ed a mit Kamm- holzkisten. in Kisten, großer
bb. En stegen. Dosen evtl. in Ver-
SC schlägem (s. S. 29).
 Füll-Material 3troh falls Versand Stroh oder Holz-
in Kisten. wolle, trocken pak-
ken. Keine
Pappelholzwolle
Sicherung
Verpackungs- Post kann während Bei Bruch dürfen Wie bei Butter. Wie bei Butter. N a
und Versand- der heißen Jahres- durch Auslaufen SS a a
Be- zeit Buttersendun- aus der Packung )
5 zen in Kartons zu- benachbarte Sen-
stimmungen rückweisen dungen nicht be-
0 schädigt werden
Besondere 8 üssen. Bruchgefahr ! ie bei je bei Butter. Vor Wärme zu Dosen sind gegen
ackwa t hü 5 ruchgefahr Wie bei Butter. Wie bei .
Gesichts- ren müssen vor Austrocknen geschützt werden Vor Wärme zu MroeKem- packen? schützen. Kostgefahr. zu
eSichtS schützen!
unkte schützen. Verschlä-
P ge und Kisten vor-
sichtig nageln,

Eis
167
166 67
        <pb n="179" />
        Gruppe A: Nahrungsmittel
Fische Fleisch Fleisch Früchte
| nn = en FT Er —_
; — _d) frische | e) getrocknete ıa) Gefrier- b) Wild und | d) Fleisch- ;
c) Heringe . ge. ) . ) Wild un ä ä a) Apfelsinen
) E Fische Fische fleisch Geflügel | c) Kälbermägen Konserven ) Ar
Packungs- Fleisch in Würfel schnei- Zuweilen Einwickeln in
Vorbereitung den und würzen. Hier- bedrucktes oder be-
auf sterilisieren über wmustertes Seidenpapier.
100°
Eigentliche Fässer. Emdener Kräftige Weiden- Kräftige gute Jute- Unverpackt in Unverpackt. Gut schließende Kisten!‘ Kisten, die bei Export Verschläge mit bogen-.
Verpackung Zinkbandtonne körbe. Über und säcke. Spezial- oder Tonnen. mit Ölpapier auszuschla- . förmiger Bauchung.
oder Schottentonne. anter den Fischen waggons, gen sind. Sicherung gegen Bruch '
(Abmessungen je eine Schicht Eis. seltener des, Verschlages durch
ehe Tabelle Seite Unverpacktin Spe- in Tonnen. Umschnüren mit 8 mm
38 zialwaggons. starker Sisal-Hanf-
schnur. Hierüber Seite
31 und Abb. 66.
Füll-Material |
Sicherung |
Verpackungs- SiehePostordnung $815.V. Besondere Vorschriften
und Versand- Seite 208. Eisenbahn-Verkehrs-
Be- | Ordnung.
stimmungen
Besondere Vorsicht bei Versand während der Blutende Stellen mit Rostgefahr! Kiste vor- Druckempfindlich,
Gesichts- warmen Jahreszeit Pergament umwickeln sichtig nageln!
punkte und verschnüren!
en „DEE.

168 169
        <pb n="180" />
        Gruppe A: Nahrungsmittel
Früchte Gemüse Käse
| a) frisches Getreide ‚Jonig Kartoffeln N SEEN
b) frisches Obst | c) Trockenobst Gemüse b)Leguminosen c) Dörrgemüse N
Packungs- Wasser möglichst
Vorbereitung beseitigen. Unter
Zusatz cines Fett-
gemisches, 65%
Schmalz, 35%
Speck zu Würfeln
pressen und diese
in Ceresinpapier
einschlagen.
Eigentliche Äpfelversand in Klebriges Trocken- Blattgemüse, wie Weißblechdosen gs r HE n 5m
Verpackung Säcken. Obstsack obst, vor allen Din- Salate, Spinat, in besser als Kisten, Große mit Perga-| Große Mengen un: Bei größeren Men- Unverpackt oder in Flaches Faß aus
60X100 cm, H 185. gen Rosinen in großen Weidenkör- da dort die Gefähr- mentpapier ausge- verpackt, sonst gen starke Blech- Säcken siehe Ta- Fichtenholz mit”
Bei Beeren Versand nicht zu großen ben, die mit Jute dung des Inhaltes schlagene Kisten meist in Säcken dose mit großer belle Seite 94. vierfacher KEisen-
| Körben. Billiges Packungen, nicht verschnürt sind. durch Holzwürmer Säcke seltener. Siehe Tabelle Öffnung im Deckel bereifung. Statt
Obst in Weiden- über 10 kg. Ver- Versand in Säcken besteht. Seite 93. oder Eimer. Ver- Papier lege man
körben, teures Obst, wendung gut schlie selten, in Kisten kaufspackung: besser eine dünne
‚z. B. Erdbeeren, in ßender dünner, und Tonnen Glasbüchse mit Holzfurnierplatte
Spankörben, Ein- mit Pergament niemals. Schraubver- über den Käse.
zelpackung in läng- ausgeschlagener schlußdeckel aus
ılich runden 2 mm Kistchen. Blech. Einlegen ei-
dünnwandigen nes Pergamentpa-
Holzschaehteln, piers in den Deckel
8, Tabelle Seite 95,
Füll-Material Stroh bei guten
Apfelsorten als
Kistensendung.
Sicherung Bei Eimern
Streifenplomben
anwendbar.
Verpackungs. Über Beeren siehe Versand in gewisse
und Versand- Postordnung. heiße Landstriche,
Be- —\%. Bı Sudan —
stimmungen nach Gebührenord-
nung des Paketpost-
tarifs nicht ge-
stattet.
Besondere Nicht an der Ma- Gegen allzu große Vor Feuchtigkeit Vor Feuchtigkeit |Faß nie auf die
Gesichts- Ischine stauen bei Trockenheit schüt- hützen! NR Dauben stellen!
punkte Überseefracht. zen. BE SCAntZEL. zu schützen! ERST

vu
76 171
        <pb n="181" />
        Gruppe A: Nahrungsmittel
Käse
b) Camembert, | | ©)  Packetein-) Konserven Marmeladen 5 ah Mineralwasser £
Neufchäteller @
USW. käse
Packungs- Meist in Zinnfolie In Pergamentpapier Luftdichter Ver- Stark mit Zucker Büchsenmilch siehe Kon-
Vorbereitung eingeschlagen und einzuschlagen. schluß durch Gum- versetzen und Berven.
mit Siegelmarken mieinlage nach Wasser nach Mög-
verklebt. Seite 53. lichkeit entfernen.
Eigentliche Entweder m Blech- ‚In kräftigen . Die Weiöiiseh- Kine Mengen in Amerikanisches Mehl in‘ In Milchkannen aus kräf- In farblosen durchsichti- In Säcken gemäß Sack-
Verpackung gl 0sen, oder in Mol Kisten, die Dei wein dien 10 Säcken mit Leineninnen- tigem verzinkten Eisen- gen Glasilaschen mit tabelle Seite 95. Die
(chachteln oder in [tem Versand mit [eckigen in bezug [oder Glaspüchsen sack Deutsche Mehl blech. Näheres in Abb. Exzenterbügelverschluß Salzsäcke dürfen keines-
Pappschachteln Ölpapier auszu- auf Haltbarkeit in mit —Schraubver- &amp; ke jehe Tabelle Seite 87 bis 91 und Text nach Art der Bier- ialls feucht werden, da
nach Abb. 307. schlagen sind. der Falzung vorzu- schluß versenden. EAeSe vn Seite 46 bis 47. flaschen. Versandkisten nicht nur der Inhalt,
ziehen, — sind in Größere Mengen . analog den Bierkästen sondern auch der Sack
passende Kisten so sind vorteilhaft in nach den Abb. 34 bis 38 beschädigt wird. Solche
einzusetzen, daß Eimern oder Blech- und Text Seite 22. Säcke werden schwarz
kein Spiel zwischen hobboks mit großer und sind für jede weitere
ihnen und der Ki- Öffnung zu ver- Verwendung ausge-
stenwand vorhan- " packen. schlossen.
den ist. Bei Export
sind diese Kisten
mit Ölpapier auszu-
schlagen.
| Füll-Material
Sicherung Durch Überkleben Durch eine Bohrung Plombierung der Binde Streifenplomben nach Plombierung der Binde
sines Papierstrei- im Deockel- und des Müllerbundes. Abb. 324 bis 327. des Müllerbundes,
lens an den Ver- oberen Zargenrand
schlußfugen der kann eine Plomben-
Schachteln. schnur durchge-
führt werden.
Verpackungs- Sendungen können
und Versand- bei unsachgemäßer
Be- Verpackung in der
. heißen Jahreszeit
— stimmungen von der Post zu-
rückgewiesen Wwer-
den.
Besondere Bei luitdichten Rostgefahr! Kisten Witterungseintlüssel Kühl aufbewahren! Vor Feuchtigkeit schüt-
Gesichts- Packungen. müssen vorsichtig Guter Verschluß! zen!
genagelt werden,
punkte damit die Dosen
durch Nägel nicht
verletzt werden.
Q

Meh Mil. Salr
172
17.
        <pb n="182" />
        = —
Gruppe A: Nahrungsmittel
Schokolade und Konfitüren Teigwaren
) Tafel nf Sirup Speck
a) Lafel- Rn c) Bonbons °
schokolade b) Pralinen | Eockes a) Suppen b) Nudeln | ec) Maccaroni
Packungs- Einschlagen in Per- Einschlagen in Alu- | Selten eingewick elt Mit Gewürzpulver
Vorbereitung %amin oder Alu- minium(folie. und Mehl vermischt
miniumfiolie. Wei- ınd zu Würfeln
teres Einschlagen gepreßt.
mit buntbedruck-
tem Papier,
Eigentliche In leichten Kisten. In Pappkartons, am Blechdosen oder In kleinen völlig Entweder in Hob- In gebrauchten Siehe unter Gemüse In Pappschachteln, In Faltschachteln,
Verpackung besten Faltschach- “lasbüchsen mit luftdicht zu ver- boks mit großer Salzsäcken. Die (Leguminosen) am besten Falt- diese wiederum in
teln. S.Abb.182-189. eingeschliffenem schließenden Fäs- Öffnung oder in übrigen Gesichts- dieser Tabelle. Schachteln bei gu- mit blauem Papier
Weitere Verpak- Stöpsel. sern nach Abb. 83. Fässern, Verpak- »unkte wie bei ten Qualitäten, ausgeschlagenen
kung in Holzkisten, Zur Abdichtung ist kung für den Einzel Fleisch, Größere Mengen in Kisten.
auf die Innenseite verkauf: kleine doppelten Papier-
des Deckels ein Steinguttöpfe, die säcken, das Aus-
Stück Pergament- mit Pergament ver- wiegen erfolgt in
papier aufzulegen schlossen und ver Papierbeutel,
schnürt sind. Siehe Abb, 29.
Füll-Material Pergaminwolle oder
gefärbte Holzwolle.
Sicherung Umkleben eines Streitenplombe. Papier-Siegelmarke.
Papierstreifens. Abb. 324 bis 827.
Verpackungs- ;
und Versand-
Be-
stimmungen
Besondere Vor Wärme zu schützen! Vor Wärme und Gegen Luftzutritt Kisten mit Stein- Vor Wärme zu Vor Feuchtigkeit zu schützen!
x + 5 . as
Gesichts- Feuchtigkeit zu zu schützen! gut-Siruptöpfen schützen!
punkte schützen! Aürfen nicht ge-
stürzt werden!

174 175
        <pb n="183" />
        Gruppe A: Nahrungs mittel Gruppe B: Feuer- u. explosionsgefährliche Stoffe
Weine, Spirituosen und Biere 7 y i
„Sp Zucker Zucker Alkalien
. Ammon-
; b) Süd- d % a) klarer a) Alkalische | POS
a) Weine 15 c) Rum ) Kos- ) Bier und Würfel- b) in Tafeln Metalle wie Na- b) Kalzium- ©) Natıla Salpeler
weine nak Te 5 : 5 oxyd, Natrium-
zucker und Hüten trium, Kalzium karbid n d
m = und Kalium SUDerOXYy
Packungs- ; ;
Vor- Sprengstoffe |
bereitung müssen patroniert
sein.
5 Rheinisches Kastanien- Rum- ösi- 1 ier- i s
Kigentliche]  Halbeltor. N Herb tkal | Par Ai A “hl rn &lt;a Mn Zuckerhüte in be-] Bis 5 kg Versand in|In Glasbüchsen, die Eiserne Fässer inıln verschlossenen
Ver- Rheinisches e eheon- aha ß 4 S x ber zn sonders festem, | dicht verschlosse-|in mit Zinkblech 2,5cmstarkem Holz- Blechbüchsen, die,
; N A I SR0SCM CO blauem Papier ohne nen Glasflaschen ge- ausgeschlagenen verschlag, der durch ‚in haltbare Holzbe-'
packung Viertelstück, Y ntwed N
Moselfuder VG ANA OHOT VOR weitere Verpackung, stattet. Für größere Kisten eingesetzt Bandeisenwinkel hälter eingesetzt
Bordeaux- Is Pr näht oder ge- Lombenzucker ir Mengen sind Me- werden. Bei Men- gehalten wird. sind. Kartonver-
Oxhott A ve rn werden. Kisten. tallfässer m. großer gen bis zu 250 g packung nur bei
Burgunder: KA ber beide Ar- aber dicht schlie- Glasgefäße in Mengen bis zu 2,5kg
Oxhoft und Text ten gibt Tabelle Bender Deckelöff- Blechumhüllungen zulässig, wenn die
N POrCReLH Seite 22. UL Seite a nung zu wählen. ohne weitere Ver- Patronen durch
Bothe. A packung statthaft Überzug von Paraf-
fin oder Zeresin
luftdicht abge- !
Nähere Angaben siehe Tabelle Seite 38 SEES
Füll-
Material
Sicheru
ng Bei Kistenverpak-
kung trockener
a. Kieselgur-
Ver-
packungs-
und Ver-
sand-Be- Siehe Eisenbahnverkehrsordnung und Postordnung,
stimmun- | Siehe Seite 213 Seite 215
gen
Besondere Fässer sind
. ruchempfind
Gesichts- lich, deshalb
punkte schonend zu Vor Feuchtigkeit zu schützen! Nicht stürzen!
behandeln.
Sachsenberg 12

26 177
        <pb n="184" />
        a a
x 7 % . .
Gruppe B: Feuergefähr liche und explosive Stoffe
Benzin Feuer werkskörper und Zündmittel ©
und Dynamit g K an t
“ . an zomprimierte
Benzol ns ie c) Pyrotechnische d) größere
a ndhölzer 7 2 ee
) Zu Zer b) Zündschnüre Scherzartikel | Feuerwerkskörper
Packungs- | _Wasserfrei machen. Patronen dürfen nicht in Sortieren und verpacken Stücke in Längen sind Die Gegenstände sind Für bengalische Fackeln
Vorbereitung fettiges ‚oder geöltes, n den bekannten kleinen bis zu 20. m ‚auf fünffach bei der Verpackung weit- Papierbeutel gestattet,
wohl aber in paraffinier- Zündholz-Schiebe- gefaltete. Pappe aufzu- möglichst zu unterteilen ebenso Packpapier über
tes Papier eingeschlagen schachteln. wickeln, dann mit star- in kleine Packungen, all dort, wo die Anzünd-
und müssen zu Paketen kem Packpapier zu um- diese dann zu einer grö- stellen selbst ni ch t mit
vereinigt werden. schnüren ..‚ßeren zusammenzu- Papierkappen versehen
schnüren! sind. Andernfalls müssen
Blechhülsen verwendet
werden.
Eigentliche Sonderkanister mit Ein- Die Pakete sind in starke In Blechkisten od. 2 mm Nicht mehr als 10 obiger Gut schließende Blech- Vereinigen der Pakete zu Gefäße müssen amtlich
Verpackung [üllsieb siehe Abb, 302 gut zu verschließende starken Pappschachteln; Pakete sind in ein min- hülsen überall vorzu- Bündeln, die so in Kisten geprüft sein. Bei den
bis 804. Holzmantel- Holzbehälter, die keine Pappe muß von der destens 10 mm starkes ziehen, wo keine Kollo- einzusetzen sind, daß ein Gefäßen für Sauerstoff
Maschen müssen mit KEisenbänder oder Eisen- Chemisch - Technischen Holzkistehen einzu- diumwolle zur Herstel- Bewegen in denselben müssen die Sammel-
einem Überzug von reifen aufweisen, so ein- Reichsanstalt zugelassen setzen Jung benutzt wird. Papp- ausgeschlossen ist, evtl. stutzen nach oben ge-
Kalkmilch unter einem zusetzen, daß sie sich ein und durch geeignete kartons nur bei Knall- müssen größere Feuer- richtet sein und rechts-
Zusatz von Wasserglas nicht verschieben kön- Imprägnierung vor korken zulässig. Sonst werkskörper in der Kiste gängiges Anschlußgewin-
versehen sein, Offene nen. Packung muß Fa- _Feuchtigkeitsschäden sind starke Holzkisten selbst durch Leisten oder de haben. Bei Wasser-
Schutzgefäße müssen brikmarke sowie die Be- schützen. Brettstärke zu verwenden! Stricke festgehalten stoff müssen sie nach
einen Deckel haben, zeichnung: Dynamit der Kisten mindestens werden. unten gerichtet sein und
18 mm. linksgängiges Gewinde
tragen BaNer
DO Siehe Text Seite 121
Füll-Material Ist mit einem Kalkmilch- Sägemehl; 6 cm starke Sägemehl. Sägemehl oder Holz-
Wasserglas -Gemisch bei Schicht zwischen Kisten: wolle. Keinesfalls feuch-
Versandflaschen zu wand und Paketen. tes Heu oder Putzwolle
durchtränken.
Sicherung Papiersiegel.
Verpackungs- Siehe hisrüber Eisenbahnverkehrs ordnung und Eisenbahn -Gütertarif.
und Versand- Das Rohgewicht darf Pappkästen dürfen nicht n N
Bestimmungen N 85 kg “ mehr als 1200 Zündholz- Siehe Seite 216 Siehe Seite 214
nicht überschreiten! schachteln enthalten.
Siehe ‚Seite 215.
Besondere
Gesichtspunkte

178 179
        <pb n="185" />
        N Feuer- und explosionsgefährliche Stoffe
Gruppe B: _
— Sprengmittel
Nitrozellulose Petroleum Putzwolle Schwarzpulver — —
Holzkohle Flüssige Luft Nitrokörper N De a) Sprengkapseln
wolle) -
Packungs- 25% Wasser- oder
Vorbereitung Alkoholgehalt bei
ungepreßter, 15%
bei gepreßter
Nitrozellulose.
Siebe unter Benzin! Hier gelten dieselben Be- Es gelten im allgemei- Höchstens al aa
. . ı n i i ü dieselben Bestim- sind in einem Blech- oder
Eigentliche ' Frische Holzkohle Glasgefäße mitluft- Verpackung nur in In luft-, wasser- u. NEE RTL  Bunsenais bei Ammoni- Pappebehälter so zu
Verpackung ist in dichte, gut leeren Doppelwän- starken, dichten alkoholdichten BERG umsalpeter. Bei Spreng- stellen, daß die einzelnen
verschließbare Be- den müssen mit Filz gut verschließ- sicher verschlosse- pulver Nr. 5 u. Spreng- Kapseln sich nicht be-
hälter zu verpacken, so verschlossen und baren Holzbehäl/« nen Holzbehältern, salpeter Nr. 5 ist die wegen können, Bei den
Holzbehälter umkleidet sein, daß %ern oder Pappe oderinPappefässern Verpackung in Weiß- Blechbehältern sind Bo-
müssen im Innern die verdampfenden fässern zulässig. oder in innen ver- blechdosen bis zu 5 kg den und Deckel mit Filz
mit dichten Stoffen Gase entweichen Das flüssige zinkten Eisenfäs- höchstens zulässig. Hier oder Tuch, die Seiten-
ausgekleidet sein u. können, ohne einen Trinitrotoluol ist sern. Verschluß muß ist auch statt der Ver- wände mit Karton zu|
sind in haltbare erheblichen Über- in Metallfässern zu in allen Fällen bei packung in Zeresin- oder bedecken.
Übergefäße einzu- druck im Innern zu versenden, deren innerem Drucke Paraifinpapier eine
setzen. Nicht mehr 2rzeugen. Außer- innerer Deckel sich nachgeben können. solche in Pergament
frische Holzkohle dem müssen die bei zu starker Bei Holz- u. Pappe- apier zulässig. Bezeich
wird in gebrauch: Gefäße durch Gasentwicklung gefäßen Zinkeinsatz Pap ® - n
ten Kakaosäcken Draht- oder Blech- selbsttätig löst. oder eine nicht un- nung: „SP. Explosiv!
gern versandt. ;treifenkörbe gegen Bezeichnung: jerbrochene Paraf-
Stöße gesichert NK [| Explosiv finpapiereinlage
sein. ——— einsetzen! Bezeich-
nung: ‚‚Nitrozellu-
lose‘ Explosiv |
Hartholzmehl oder an-
dere sandfreie Stoffe,
Füll-Material In den Körben sind
Holzwolle zulässig,
dagegen Heu,
Stroh, Sägespäne,
Torf unzulässig.
Sicherung Sackplombe in der 8
Binde
Verpackungs- ordnung und Gütertarif,
und Versand- " :
Be- Siehe Eisenbahnverkehrs
Stimmungen Siehe Seite 217 Siehe Seite 218
Besondere Vor Feuchtigkeit Folgenschwere
Gesichts- zu schützen! Bruchgefahr
punkte 7
181
180
        <pb n="186" />
        Gruppe B: Feuer- und explosiongefährliche Stoffe. Gruppe C: Flüssigkeiten
(soweit nicht unter Gruppen A und B bereits aufgeführt).
Sprengmittel Zündhölzer und Arzneimittel und Lacke und Farben Parfüm Putzmittel
SS Munition Medizinen
Packungs-
Vorbereitung
: ; i - Hi i i i Blech- oder Glas-
Eigentliche Siehe weiterhin unter: Siehe auch unter: Kleine oft geriffelte Fla- Weißblechdosen mit luft- Kleine Mengen in N Den ba A nn Kan in SE
1. Ammoniumsalpeter, Sprengkapseln! Zünd- schen mit Tropf-Ver- dichtem Verschluß. Ab- {flaschen, größere in Me- Schaupackung Sei x rt teilhatt
Verpackung itrokö ; 5 15 an- tallfässern, wenn nicht erwähnten Gesichts- pappekartons vorteilha
2, Nitrokörper hütchen für Patronen schluß. Braunes Glas füllöffnung unten % dal te hesondefsge be untergebracht werden
3, Nitrozellulose, und Kartuschen sind in bevorzugt, da dieses bringen, damit obere der Versand im Nr A aehtel ie schliffene können. Sonst Versand
4. Schwarzpulver, Papp- oder Blechschach- gegen evtl. schädliche Schicht den Inhalt gegen wagg0n vorgezogen An N En nd i » in starken Kisten
teln mit höchstens Lichtstrahleneinflüsse ' weiteres Oxydieren Holzfässer finden nur bei Fläschehen WE N ge i .
250 ccm Inhalt zu füllen, schützt, Verschlüsse schützt. (Siehe 5. 56.) Olivenöl, nicht bei tech- schmackvo N ar NUR
Pappschachteln mit durch eingeschliffenen Bei Hobboks ist der nischen Ölen Verwen- va nn die
u
Drahtklammern müssen Glasstöpsel oder Kork Deckel recht groß zu dung. en n ra Sa nn
an der Heftstelle sorg- und Walo-Kapsel gemäß wählen. Blechfässer sind ARM Sale Kennen
fältig überklebt sein. Pa- Abb. 126—127 und Text vorteilhaft in Lattenge- SE Aliffenen
tronen und Granaten Seite 61. stelle einzusetzen! außer eINgeSC  Walo
Sonderverpackung von Glasstöpseln en 0
der Heeresverwaltung. Verschluß nac .
126—127 in Frage.
Me % Holzwolle bei Versand
Füll-Material Stroh, Holzwolle oder Bei Versand in Kister in Kisten.
Hobelspäne. Holzwolle.
Sicherung
Verpackungs-
und Versand- Siehe Eisenbahnverkehrsordnung!
Bestimmungen
Besondere Vor übermäßiger Wärme
Gesichtspunkte zu schützen.
7 7 —

Öl
182
IS}
        <pb n="187" />
        Gruppe C: Flüssigkeiten Gruppe D: Textilien
N . Tinten und Baumwolle, Wolle Gardinen und
Säuren Sublimat uschen Band und Schnur und Wirkwaren Garne und Zwirne Schleierstoffe
Strumpfwaren (Madras, Tüll usw.)
Packungs- Einfüllen in kleine Glas- | Aufwickeln auf Papp- Bei Partieware Bündeln Maschinengarne und Schleierstoffe sind auf
Vorbereitung flaschen, die vorteilhaft scheiben mit überste: der Ware zu 10 Stück Zwirne sind auf Papp Brettern oder recht-
als Schaupackung ge- henden Zungen ist besser röllchen aufzuspulen. eckigen Kartons zu einer
schmackvoll ausge- als aufwickeln auf Rol Handzwirne sind au länglich runden Packung
stattet sind. len. Zwirnsrollen oder zu wickeln, Gardinen
Pappesternen aufzu- werden nur zusammen.
wickeln. gelegt.
Eigentliche In starken, dichten, In eiserne Fässer oder Einsetzen der Flaschen j Die umwickelten Een in große, kräf- Zwirnsrollen werden in In Kartons bis zu 10 kg,
Verpackung sicher schließenden Ge- dichte Holzfässer mit in passende Wellpappe- scheiben sind in flacheltige Kartons, die vorteil- weißen Kartons nur im besser in Kisten, die bei
fäßen, die vom Inhalt Binlagereifen oder in kartons, die mit Kamm- weiße Kartons einzu haft an Ecken und einer Schicht durch Export mit Ölpapier oder
nicht angegriffen werden. Kisten mit KEisenbän- stegen innen eingerichtet legen, diese wiederum in Kanten beschlagen und Kammstege getrennt Paraifinpapier ausge-
Die Glasgefäße sind in dern, oder in Blech- sind. Zwischen den ein- passende größere und mit Seidenpapier ausge- eingesetzt. Maschinen: schlagen werden
die Behälter so einzu- hobboks oder in Glas- zelnen Schichten müssen I kräftigere Kartons ein schlagen sind, Soll der- garne und Zwirne ver- müssen.
setzen, daß sie minde- oder Tongefäße, Die starke Pappzwischen- zusetzen. selbe Karton auch als sendet man in starken
stens 30 mm von den Packungen müssen mit 'agen eingelegt werden. Lagerkarton Verwen- Kisten, wobei Rolle an
Wänden abstehen. Ak- ier Bezeichnung ‚,Gift‘ Auf diese Art und Weise dung finden, so sind an: Rolle fest eingesetzt
kumulatoren sind in den versehen sein. können bis zu 200 Stück genietete muldenförmige wird. Die einzelnen Sta
Batteriekästen so zu be- kleinere Flaschen zu ei-, Griffstücke aus lackier pelschichten werden
festigen, daß sich die nem handlichen Pakete‘ tem Blech zu empfehlen naöchstens durch Pack:
ginzelnen Zellen nicht vereinigt werden. papier getrennt.
bewegen können. Der
Batteriekasten ist mit
aufsaugenden Stoffen in
sine Kiste zu verpacken,
die die Aufschrift:
‚Oben‘ tragen muß.
Füll-Material Bei Versandflaschen Holzwolle, die fest in die
Holzwolle oder Stroh. Zwischenräume einzu-
Nur bei Brom muß stampfen ist,
Asche, Sand oder Kiesel-
gur verwendet werden,
Sicherung Tuchplombe, Tuchplombe.
TE » Siehe Eisenbahnverkehrsordnung und Post-
Bestimmungen ordnung
Besondere Ätzend Zerbrechlich, Schutz des Kisteninhal-
Gesichtspunkte tes durch vorsichtige
Nagelung .

= Giftig
(84
183
        <pb n="188" />
        Gruppe D: Textilien
Kleidungs- . ; Seide und Strumpfwaren Spitzen und
Unte EN Leinen Nessel Samt Kunstseide und Handschuhe Stickereien
Packungs- Bei Seiden- und Aufwickeln auf Roller Partieware ist zu bün- Aufwickeln auf Pappe
Vorbereitung Samtkleidern so- oder Brettern. deln mittels Papierstrei/: oder Bretter. Wertvolle
wie wertvoller Da- fen, seltener durch bunte Waren werden einzeln in
men- und Herren- Wollefäden, Seidenpapierbeutel ver-
konfektion allge- packt, diese mit Papier-
mein sind die siegel verschlossen.
Oberärmel innen
mit Zellstoffwatte
oder Seidenpapier
etwas
zu wattieren.
Eigentliche !Jute wird zu Ballen Einzelversand in Größere Mengen in Versand unver- Aufhängen auf Haken- Vorteilhafte Spezial- Einlegen der Partieware Versand in ‚kräftigen
Verpackung aufgerollt und mit schmalen, möglichst Ballen, die in Jute packtin Ballen, die ständer nach Abb. 312 packung wird in der in mit Papier ausge- Kisten, die bei Versand
dem Ende vernäht, langen Kartons, die eingeschlagen mit Bindtaden und 3183. Diese Ständer Abb. 224 gezeigt. Text schlagene, gut schlie- mit Ölpapier ausgeschla-
so daß man in mit weißem Seiden- werden. Hier aller- jest! /verschnürt sind in passende Kisten hierzu Seite 79. Andere ßende Kisten oder in gen werden müssen.
diesem Falle von papier auszuschla- dings Beschädigung werden. so einzusetzen, daß sie Verpackung in starken kräftige Kartons. Regu-
„unverpacktem‘“ gen sind. Über die dureh Ölflecke mög- sich nicht bewegen kön- Kisten, die vorsichtig lärware wird in weiße,
Versande sprechen eingelegte Konfek- lich, in diesem Falle nen, Die Kisten müsser zugenagelt werden —geheftete Kartons einge:
kann. Oft wird tion werden in den sind Kisten, die mit außerdem mit Papier müssen, damit durch ordnet, die innen mit
dagegen dieser Karton eingezogene Öl- oder Paraffin- innen ausgeschlagen schief eingetriebene Nä- blauem Seidenpapier aus
Juteballen in einen oder eingeleimte vapier ausgeschla- werden. gel die Stoffe nicht ver- gestattet sind.
Jutesack einge- Bänder von beiden gen. sind, besser letzt werden,
setzt, der mittels Seiten gezogen und Leinenwaren, wir
Stricken und Stahl- miteinander ver- Kragen, Taschen-
bändern zu um- schnürt oder durch tücher, siehe
schnüren ist, Schnallen befestigt. Strumpfwaren.
Füll-Material Zellstoffwatte Zellstoffwatte.
Sicherung Tuchplombe. Tuchplombe. Tuchplombe.
Verpackungs-
und Versand-
Bestim-
mungen
Besondere Samt- und Seidenstoffe dürfen nicht ge-
Gesichts- brochen werden.
punkte

186 187
        <pb n="189" />
        Gruppe D: Textilien .
Gruppe E: Zerbrechliches
Wachstuche
Teppiche Tuche und Wäsche yP Ta
; c) Preßglas E . An -
Gummistoife _ a) Tafelglas ] b) Glasröhren und billige d) Glasieller, e) Bleikristall
Glaswaren Römer usw. glas
Packungs- ‚ Aufwickeln auf Aufrollen auf Aufwickeln auf Partieware ist zu vi KL LO — -
Vorbereitung ' Rollen, die länger Bretter oder Pap- Bollen, die bei bündeln und zu Tateln säubern Umwickeln der
als die Teppiche pe-Tafeln Massenpackung verpacken wie bei Kristallschalen
selbst sind. Siehe zemäß Ausführun- Strumpf-Partie- oder Vasen mit 15
hierzu Abb, 311 zen auf Seite 145 waren Lagen nässen Sei- |!
gleich lang sein denpapiers
müssen
Eigentliche Die Rollen, die aus Verpackung in Die Rollen werden Feine Wäsche ist
Verpackung ' Holz oder Karton Packpapier oderin in starkes, maschi- ınzeln in die be- Glastafeln werden Röhren kleinen Billiges Preßglas, Abb. 292 bis 295 Schalen werden
gefertigt sind, wer- doppelseitig ge- nenglattes Paok- kannten weißen ei ohne Luftzwi- Durchmessers wie z. B. Bierglä- und Text Seite123 fest aufeinander
den mit den um- zlättetes Stein- papier eingeschla- Seidenpapier aus- schenräume anein- werden in Ver- ser, unverpackt in geben näheres an. stoßweise gesetzt
wickelten Teppi- naußpapier nach en und so fest in geschlagenen andergelegt und in schlägen versandt Waggons. mit Verpacken in Ki- und sind mittels
chen in lange Ki- deutscher (Abb. Kisten verpackt. schmalen Kon- | Lattenverschlägen wie‘ unter a) be- Strohzwischenla- sten u. Verschlä- festzustopfender
sten eingesetzt. 309) od. englischer Die Sendungen fektionskartons zu eingesetzt. Der schrieben. Dünn- gen. Bei kleine- gen,‘ aber auch Holzwolle in Ki-
Evtl. empfiehlt (Abb, 310) Art. ind nicht allzu verpacken. Diese Zwischenraum wandige Röhren ren‘ Mengen Ver- Wellpappekartons sten zu verpacken.
sich hierfür dieAn- Verschnürung ge- groß zu wählen, da Kartons werden in zwischen Latten- größeren Durch- schlag und Stroh bei Versand auf Zwischenraum
schaffung von Spe- schieht durch dün- bei zu starkem ge- stärkere Kartons verschlag u. Glas messers füllt man oder Holzwolle wie nicht allzugroßs zwischen Glas und
zialkisten, die mit nes buntes Band. genseitigen Druck der Kisten oin-| beträgt etwa 4 bis entweder innen unter a) erwähnt. Entfernungengün- Kiste mindestens
«nneren Seitenlei- Diese Pakete wer- das Wachstuch an- gesetzt .6 cm, der mit mit Holzwolle aus Verpackung in stig, so weit gegen- 10 cm. Kiste mög-
sten oder Ringen den in passende inanderheftet u. Holzwolle oder oder schiebt eine Fässern mit Well- seitige Absteifung licht nicht nageln,
ausgerüstet sind, Kisten so einge- beim Aufrollen be- Hobelspänen prall zenau passende pappe-Einlage durch Stege mög- um Erschütterun-
in die die Rollen setzt, daß sie sich schädigt wird und ausgefüllt sein Papprolle über siehe Abb. 297 lich ist gen zu vermeiden,
hineingehängt nicht bewegen bricht. Wachs- muß... Die: ‚Sen- die Glasröhre Bandverschluß ist
werden können. Bei Ex- tuche dürfen nie dung darf nicht zu hier vorzuziehen
port sind die Ki- bei Kälte aufge- schwer sein; Ge-
sten mit Ölpapier rollt werden wicht unter 50 kg
auszuschlagen
Füll-Material Holzwolle ZWi-
schen Packpapier Holzwolle oder Holzwolle, evtl. Holzwolle und Holzwolle naß Nasses Seidenpa-
und Kistenwand Hobelspäne Pappe Stroh, Wellpappe und dicht einstop- pier und Holz-
Sicherung Tuchplombe Tuchplombe N fon wor
Verpackungs- Te ET
chen schekon-
und Versand- fektionskartons
Bestimmungen sind von der Post-
beförderung ause
geschlossen, sofern Aufschrift „Zerbrechlich!‘“ und „Nicht stürzen!“
sie nicht in Pack-
papier eingeschla-
gen und ver-
schnürt sind
Besondere Wachstuche sind
Grsiehlepunktel klebrig und dürfen
nicht mit Seiden-
papier in Berüh-
rung kommen,
Kälteempfindlich

(88 180
        <pb n="190" />
        Gruppe E: Zerbrechliches
Porzellan Porzellan Steingut und grobe Tonwaren
Holz- Mar: 1: =
Ha Majolika ; nn a) billiges Por- b) wertvolle c) wertvolle, fein "Töpfe; Ventile |
schnitzereien in Tafeln zellan. und ein- H nn En Kacheln
fache Teller Teller verästelte Figuren USW.
Packungs- Vorspringende, dem Einwickeln in Sei- Einwickeln in 1 bis Anfertigung eines Holz-
Vorbereitung Abbrechen ausge- denpapier. 3 Lagen Seidenpapier bodens, auf dem, die
setzte Teile sind an Figur in entsprechend
‘hrem gefährlichen ausgearbeitete Ver-
Querschnitt mit tiefungen aufgesetzt
Holzwollseil kräftig wird,
zu umwickeln, z. B.
der Armkreuzpunkt
bei Kruzifixen,
Eigentliche In großen Kisten, In starken Kisten. Aufeinanderlegen Verpackung wie bei Als Zwischenlagen wer- Einsetzen des Bodens m. :Unverpackt in Waggons Unverpackt in Waggons
Verpackung die mit Holzwolle Vorspringende der Tafeln bis zu Glastellern in Ver- den Schrenz- oder Spalt- Figur in eine Kiste mit mit Strohzwischenlagen. mit Strohzwischenlagen,
fest ausgestopft dünne Teile sind 10 Stück ohne Luft- schlägen mit Stroh- papierscheiben gewählt. Schieberdeckel, die mit Bei kleineren Mengen Bei kleineren Mengen
sind. Vergoldete u. evtl. mit Stroh oder zwischenraum in oder Holzwolle. Die Tellerstöße dürfen Holzwolle prall ausge- Verschläge oder Körbe. Verschläge. Glasur der
bemalte Schnitze- Holzwollseil zu um: Verschlägen, Die Zwischen den zu sich nicht gegenseitig füllt wird, Diese Schie- Vorspringende Teile wie Kacheln ist ritzemp-
reien sind in glattes binden. Zwischen: Tafeln werden in Stößen aufeinan- berühren, um Beschädi- berverschlußkiste wird Henkel, Schnauzen und findlich, deshalb Zwi-
Packpapier, nicht raum zwischen den Ecken gehalten dergesetzten Tellern gungen der Tellerränder in eine größere, gleich- vorstehender Topirand schenlegen von Schrenz-
in Seidenpapier ein- Kistenwand ünd durch Leisten, sind besondere Zwi- zu vermeiden, falls mit Holzwolle aus- sind durch Holzwoll- od, oder Speltpapier zwi-
zuwickeln. Für feine Majolikawaren schenlagen nicht Tassen in Wellpappkar- zufüllende Kiste einge: Strohseil besonders zu sehen den einzelnen
verästelte Schnitze- 6 em. nötig. Siehe hier tons Abb. 244. setzt, die vernagelt wer: schützen. Kacheln des Stapels
rei siehe Porzellan auch Abb. 296, den kann, Raum zwi- empfehlenswert,
Untergruppe c. bruchsichere: Well- schen den Wandungern
pappe-Packung. beider Kisten etwa 10 cm
Siehe auch Text Seite 125
Füll-Material Trockene Holz- Holzwolle. Holzwolle, Kkeines- Holzwolle, Holzwolle, evtl. feucht. Holzwolle,
wolle. falls‘ Stroh. Schrenzpapier.
Sicherung
Verpackungs- Bezeichnung:
und Versand- —
Be- 0
stimmungen
Besondere (Pr kisten Sind
N mit Zinkeinsätzer
Gesichts- zu versehen aus
punkte Gründen Holz-
wurm- und Ter-
mitenfraßes.

Stroh Stroh
190 197
        <pb n="191" />
        . ehenden Gruppen A bis E nich ü i
Gruppe F: Verschiedenes, das unter den vorher 8 PP % aufgeführt ist
Bilder Büch rl Aald G:
en ücher le +] ummiwaren Haare
Aluminium . b) Pastelle
a) Öl-Gemälde und Blei- ec) Stiche
_ zeichnungen -
; m_—_- Einschlag in Ver- Abgezählt in Lein-
Packungs- Einschlagen in Sei- lags - Abfallpapier, wandbeutel zu ver-
Vorbereitung lenpapier, Geringe der Einschlag wird packen, die mit ge-
Qualitäten benöti- verklebt. nauer Aufschrift üb.
zen stärkeres Pa- Wert des Inhalts zu
dier und deshalb versehen sind.
;eurere Verpackung
| . . . Versand in Kisten, Entweder Einnähen Versand in eisen- Versand billiger Ar- Versand in Säcken.
Eigentliche Bei großen Mengen Spezial - Bilder- Verpackung wie un- | Verpackung wie von die bei Übersee- in Leinensäcken od. beschlagenen, plom- tikelin Säcken oder Bei frischen Borsten
Verpackung " Waggons, sonst «isten. Die Bilder ter a) wenn Pastelle Pastellen, Stiche transport mit Öl- Einlegen in Kisten bierbaren fosten Ki- in Kartons. Gummi- jiehe unter Häuten
n Verschlägen oder werden mittels Lei- unter Glas u. Rah- sind weniger emp- papier &amp;uszuschla- mit Zinkeinsätzen. sten, die evtl. mit mäntel siehe Kon- Bei kleinen Mengen
Kisten, sten an den Ecken men sind. Sonst Kindlich. } Kupfer- gensind. Für Einzel. Versand oft unver- Metalleinsätzen zu [ektion. Gummi- Kartonversand
verschraubt u. dür- Einlegen in Mappen Iruckpapiere sind versand eignet sich packt in groß. Men- versehen sind. stoffe siehe Wachs- ;
’en sich während mit Seidenpapier- feuchtigkeitsemp- vorzüglich die in zen in Spezialwag. buche Gruppe D
des Transportes Zwischenlagen. Es [findlich, daher Ein- Abb. 242 darge- Frisch abgezogene
nicht verschieben. muß darauf geach- schlagen in Öl- oder stellte. Bücherpak- Felle siehe unter
Ältere, nicht allzu tet werden, daß die Paraffinpapier er- kung aus Well Hä 1
wertvolle Bilder Pastellzeichnungen (orderlich. Celo- W PADnS WED
kann man in Lei- sich in der Mappe phan oder Trans-
nentüchern einge- nicht verschieben »ariteinschlag gibt
schlagen in Kisten können. Verpackg. ilurchsichtige Pak-
&gt;der Kartons ver- der Mappenin Well- kung.
senden. »appe ähnlich der Siehe Seite 87
Bücherpackung
Abb. 242.
. Holzwolle
Füll-Material ! Papierabfälle oder Kein Füll-
Holzwolle material
nn Siegel müssen ver-
Sicherung tieft angebracht
werden.
v K = Siehe Seite 217 Über Geldkisten u.
Ve An Geldversand siehe
un Den 7 Postordnung.
) = jehe Seite 210
stimmungen SA
V
Besondere Druckempfindlich ER
Gesichts-
punkte |
Sachsenher

Fel.. (a
192 :g 18
192
        <pb n="192" />
        ww
Gruppe F: Verschiedenes
Häute Holz waren
a) ungesalzene, | b) getrocknete a) kleinere Hüte Kinderwagen
frische Häute Häute b) lange, schmale c) größere Stücke
Packungs- Innere „gegenseitige Abstützung durch ‘Einschlagen in Sei. Einschlagen der
Vorbereitung Leisten zuweilen erforderlich. denpapier. Plane in Packpa-
napier, umwickeln
der vernickelten
Felgen und des
Handgriffes mit
Seidenpapier
Eigentliche ' In starken, dichten, In dichten Säcken. Siehe auch unter Spielsachen, ge- In langen Verschlä- Siehe auch unter Unlackierte Gegen- Verpacku . ;
V sicher verschlosse- Holzschnitzereien schnitzte Tiere usw. Ss £ a N S erpackäng von 12 Die Wagen sind so
erpackung N | % gen.Stangen,Schau- Möbel Gruppe F. stände, wie z. B. bis 25 Stück in weit als i d mög:
21en Holzgefäßen, Gruppe E. in bunten Holz fel- und. Besenstiele SE veit alsirgend mög
7 . v E e. Handwagen unver- kubusförmigen lich 5
Kisten, Kübeln od. kästen oder Span ind zu bündeln, in n g Zzusammenzu:
N 5 5 “ vr : N packt. Sonst in Pappekartons mit schlagen d
Fässern. Bei Ver- körben. Gebrauchs Packpapier einzu- Verschlägen Hola g ) un zu
jand.in Säcken müs- gegenstände, wie chlagen und zu . 3 © zleistenver- umschnüren. Die
;en diese mit Lysol z. B. Feilenhefte, verschnüren. Te ung, die am beiden Achsen sind
angefeuchtet wer- Küchengeräte in Schneeschuhe sind ;beren Rand durch mittels gabelförmig
den. Die letzte Art schmalen Kisten in Spanner ge- Querbeleistung ausgesparten Holz-'
des Versandes ist oder kräftigen Well- spannt in Verschlä- oder _Drahtecken- leisten gegenseitig |
nur für die Winter- pappekartons, die gen: zu versenden versteifung weiter zu versteifen, VO
monate November durch Zwischen- wobei die Epitzen zu Versteifen ist, der sollen sich des
is Februar statt- lagen geeignet zu hesündere. ru schn Sets hierzu Abb. bequemeren Trans-|
haft. unterteilen sind. nen sind. dureh 726 und 227 und portes gut drehen;
Stülphülsen. Text Seite 79. assen. Siehe auch
Abb. 300
Füll-Material Bei Spielwaren Sei- Holzwolle und Hobelspäne, Holz- Seidenpapier-
denpapier, sonst Kartonabfall. Hei ul
meist Holzwolle. wolle. knäuel.
Sicherung
Verpackungs- Eisenbahn-Ver-
und Versand- xehrsordnung und
Be- Zisenbahn - Güter -
stimmungen tarif.
Siehe Seite 217
Besondere Bei Gefährdung
Gesichts- lurch Insekteniraß
punkte Zinkeinsatzpak-
kung!

‚O4
1905
        <pb n="193" />
        a
Gruppe F: Verschiedenes
a Korbwaren. Krattfahrzeuze Lederwaren Maschinen und Metallwaren
d Korbmöbel U TR Dana nun 3 © . a) Fein- | X
un N ze und a) Lastkraft- | b) Personen- c) Motorräder a) feine b) grobe mechanik b) Fahrräder
Konzertflügel Strohgeflechte wagen | wagen -
a Einschlagen in Sei- Vor Überseever- Vorspringende
Packungs-  Tackierte Teile sind mit Jute oder Pack- denpapier, Lack- sand einzufetten! Teile bei Übersee-
Vorbereitung EN DRAN dzu umschnüren. waren in Zellstoff versand vorher de-
papier zu umge watte. montieren.
. A Versand in Pfosten-' In festen, gehefte- In Kisten, die bei Wertvolle Instru-! Serienweiser Ver-
Eigentliche In der Form des Besonders hoch- Versand möglichst En verschlägen. ten Kartons, die Überseeversand m. mente sind in mit sand meist in Ver-
Verpackung Ins rumentes a: va Torhmü be NE A en ol dr Schwere Maschinen innen mit Seiden- Zinkeinsatz zu ver- Sammet ausgeschla-ı schlägen, wobei aus
paßten Kisten aus sind mit festem sprechend haltbare en du N $ =. sind einzeln, papier ausgestattet sehen oder mit Öl- genen Holzetuis so Gründen der
mindestens 24 mm Packpapier völlig Verpackung ın “ u Ube decke leichtere in Serien sind. Kleine Wa- papier auszuschla einzusetzen, daß | Raumersparnis die|
starken Brettern m. zu umgeben und in Kisten od. Pfosten: it n _. ne bis zu 6 Stück ir ren, wie z. B. Geld- gen sind, Ventila sie sich nicht be- Fahrräder abwech-
40 mm starken ihrer Formgebung verschlägen nn Hr öl En x solchen Verschlä- börsen usw. sind tionsrohre von wegenkönnen.Emp: selnd in entgegen-
Bundleisten. Zum entsprechend geeig- teuer. Für ber- Da DOT E gen zu verfrachten. in kleine weiße Kar- 20 mm inneren findliche Teile, wie gesetzter Richtung
Abfangen von neter Weise zu see-Verschläge sind schützen. Pen en Kotbleche sind tons einzeln einzu- Durchmesser sind Okulare sind mit- gestellt werden
Stößen sind an den Bunden, meist paar- Querpfosten zum sand in, eben durch Holzeinlagen legen. Taschen sind in diesem Falle an tels Karton-Stülp- müssen. Eine recht
betreffenden weise zusammen- Umschlingen des RU TE DOT gegen Verbeulen mit Papier innen denDeckeleckenan- deckel besonders zu praktische Karto -
Stellen Textil- oder ne &amp; Siehe a od. hr aD ee zu schützen. Eine auszufüllen. zubringen, sofern es schonen. Die Holz, nagenpackung zeigt
Gummipuffer an- . 287. Gering- [kette in erforder udr Packung ähnlich d. sich um Leder etuis sind in mi: e i -
zuordnen. Bei Kon- wertige Waren wer- licher ‚Stärke ab- Deckelecken N ver- Na AT 208 komm} polsterungen Holzwolle ein N Krtrs Od Fe
zertflügeln sind die den nn und a anzu- sehen sein, für leichte Motor- handelt. fütterten Kisten Ritzen hierbei weit-
Beine getrennt zu aur gebün De N ur ringen. räder zuweilen in einzusetzen. Billige gehend geschützt
verpacken, Versand gebracht, Frage. Instrumente werden
in Kartonagen ver-
schickt.
S Seidenpapier oder Papier und Zellstoffwatte oder
Füll-Material Holzwolle kei Zellstoffwatte Kartonagen. Papierwolle.
kleineren Korb- Holzwolle nur bei
waren. Kisten.
Sicherung
€ . Verladerordnung ns dnun
ar empfiehlt bei Ver- Gemäß Eisenbahn- Verkehrs dan d OR
“  gand in die Tropen müssen Kanister beim Ver werden.
Be- der nach Übersee Wagen vorher entleert
stimmungen Zinkeinsatz.
Siehe Seite 227. - a
5 a N Unser Waren dürfen bei Rostempfindlich. Ritzempfindlich,
esondere or Feuchtigkeit ruckempfi ch. Kälte nicht gelagert
Gesichts- zu schützen! und ausgepackt
punkte werden.

196
197
        <pb n="194" />
        = x
Gruppe F: Verschiedenes
Maschinen und Metallwaren Möbel
Nühmarsel Leichte, aröß
Nähmaschinen, eichte, größere {) Maschinen- a
Schreib- d) Blechwaren Maschinen, z.B. ) teile und 8) We ar a) Leichte Holzmöbel
maschinen Landwirtschaftl. Werkzeuge SCHIEN ASCHDEN
USW. Maschinen
Packungs- Überstreichen blan-
Vorbereitung . ker Teile mit Rost- Überstreichen blanker Teile mit Rost-
Emailierte Waren sind in Seiden- schutzfarbe. schutzfarbe. Polierte Teile sind mit Seidenpapier
papier einzuschlagen, Vorstehende Teile Vorstehende Teile sind nach Möglich- oder Juteüberzug zu umhüllen.
sind nach Möglich- keit zu demontieren.
keit zu demontieren
Eigentliche In entsprechend ge- Siehe auch In Holzkisten, Scharfe, schneiden- Verpackung in In Pfostenverschlä- In Verschlägen,evtl, Siehe auch unter Füße von Stühlen
Verpackung tormten Holzfutte- Aluminium Blechtöpie sind in- de Teile sind be- Kisten, nur bei ge: gen, siehe auch in Kisten, Weit- Korbmöbel u. kleinen Tischen
zalen, die, falls sie Gruppe F. einander zu setzen sonders sorgfältig ringem Gewicht Abb. 68. Bei Elek- gehendste Demon- Gruppe F. sind mittels
joliert sind, mit oder aufeinander zu zu umkleiden. Guß- Kartonagenpak- tromotoren Mon- tage und Untertei Leisten gegenseitig
Packpapier zu um- stapeln. Derartige stücke sind mit kung zulässig. tage auf Böden, lung zu empfehlen, zu versteifen, wie in,
geben und Bind- Waren können auch Stroh- od. Holzwoll- Scharfe Spitzen u hierzu siehe Abb. um die einzelnen Abb. 300 angegeben
faden zu umschnü- in Verschlägen ver- seilen zu‘ um- Schneiden sind ge- 62 bis 65. Oft Kollis gering zu ist. Die Verpackung
ren sind, Bei Export sandt werden, wickeln, Maschinen, gen Verletzung des werden Böden unter halten. Schwere von Schemeln nach
ist nochmaliges Ein- Spielsachen sind am die gleichzeitig Auspackers durch und über der Ma- Maschinen müssen Abb. 299 empfiehlt
setzen in Kisten od. besten in Karto- Fahrzeuge sind, sind Korke oder Blech- schine mittels star- auf einer möglichst sich allgemein für
Verschlägen erfor- nagen zu verpacken am besten so zu ver- oder Papphülsen ker Ankerschrauben großen Fläche kleinere Eisenmöbel
lerlich. Schreib- u. packen, daß sie mit besonders zu festgezogen, wie gleichmäßig auf-
Rechenmaschinen der Verpackung auf schützen, Bei Pen- Abb. 69 zeigt. liegen, damit die
sind möglichst nur ihren Rädern des delverkehr sind spezifische Be-
in Kisten zu trans- bequemeren Trans- hier besonders ein: Jastung auf den
zortieren, die mit portes wegen ge- gerichtete Leder- Kistenboden oder
starken Boden- fahren werden oder Segeltuch- die Verschlagboden-
gisten ausgestattet können. taschen zu emp- leisten nicht zu groß
sind. fehlen. wird.
Füll-Material Holzwolle Stroh- oder Holz- Holzwolle.
bei Exportkisten. wolle bei Verschlä-
gen und Kisten.
Sicherung
Verpackungs- Gewichtsbegren-
und Versand- zung siehe Eisen-
Be- bahnverkehrs-
stimmungen ordnung.
Besondere Dünne Blechwaren Polierte Hölzer sind
Gesichts- sind gegen Ver- ritzempfindlich und
punkte beulen und Ver- entsprechend zu |,
biegen zu schützen. * schützen.
0

LG
bs 1!
        <pb n="195" />
        Kl ARE
Gruppe F: Verschiedenes
Möhel Dani Schmucksachen
PP em apier Pflanzen Radium Sämereien und wertvolle
en | c) Eisenmöbel | 4) Matratzen und Pappe Gegenstände
Packungs- Zeichenpapiere, Pflanzen müssen vor dem Ordnen der verschie-
&gt; Seidenpapiere Versand feucht bespritzt denen Arten in kleine
Vorbereitung werden auf Holz- werden. Papiertüten, die mit ent-
oder Papprollen ge- sprechendem Aufdruck
wickelt, sogenannte zu versehen sind.
Rollenpackung.
Eigentliche Nicht zusammen- Die Stößen ausge- KEiserne Feder- Bollenpackungen In Körben und zwar. In Bleikapseln, die.in In dichten, gehefteten Sehr kleine, schwer anzu-
Verpackung legbare Schränke setzten. Seiten, matratzen sind zu werden meis$ un- meist Weidenkörben. Kisten einzusetzen sind Kartons. Gewisse Arten fassende Gegenstände,
sind vor dem Ver- Kanten und Ecken verpacken. wie un- verpackt versandt, Jünge Bäume werden Sämereien werden nur wie Zähne, Kristalle usw.
sand innen ent- werden mit Pack- ter ec) angegeben. nur bei wertvollen meist unverpackt ver- in Blechemballagen ver- werden in Wachstäfel-
sprechend durch papier umwickelt, Für Polster -Ma- Papiere, wie Zei- sandt. Die. Wurzeln sandt, besonders solche, chen eingedrückt, die in
Pfosten: abzu- das verschnürt oder tratzen verwendet chenpapier, Paus- werden hierbei zuweilen denen Feuchtigkeitsein- Schieberform in Holz
stützen. Sonst Ver- verklebt wird, man vorteilhaft papier usw. wird in Jute zu einem Beutel flüsse sehr gef#hrlich oder Metallkästen einge-
zand unverpackt. Auch Schutz vor- sine auf Maß gear- eine Lage Pack- verschnürt, aus dem der sind. schoben werden können.
springender Teile, beitete Segeltuch- papier herumge- Stamm herausragt. Starke dichte Metall-
wie z. B. Bettfüße, packung. klebt. Lichtpaus- behälter bieten äußeren
mittels Wellpappe- papiere müssen in Einflüssen am weitge-
Stulpen ist beliebt, Paraffin- und hendsten Widerstand.
Verpackung eiser- schwarzem licht-
ner Schemel siehe undurchlässigem
Abb. 299. Papier eingewickelt
sein. Für zuge-
schnittene Papiere
und Pappen wählt
nan vorteilhaft die
Lumpenpackung
nach Abb. 289.
Füll-Material u uB Zellstoffwatte.
Sicherung Plomben oder einge-
lassene Siegel.
Verpackungs- ı Aus den Körben darf Siehe Postordnung, Siehe Tara O. Seite 221
und Versand- Wasser nicht heraus- $ 5. V. Seite 205.
fließen oder tropfen, da-
Be- mit andere Güter nicht
stimmungen beschädigt werden.
(Eisenbahnverkehrs-
ordnung.)
Besondere | Polierte Hölzer sind Vor allzu großer Wärme Vor Witterungs- Beraubungsgefahr.
Gesichts-  ritzempfindlich und Trockenheit zu einflüssen zu schützen
kt lund entsprechend schützen,
punkte zu schützen.

A
Stro*
0
N
        <pb n="196" />
        = x
Gruppe F: Verschiedenes
ART
Schuh Wachs und
Schka chuhereme ; ; 1 - - ; N i
a) Toilette-Seifen |b) grobe Stückseifen, c) Schmierseife Wachsfiguren
EREN Wertvolle Seifen werden Meist in Riegeln ge- Einschlagen in voll-
Packungs- Gute Schuhwaren sind innen an der ; '
Vorbe N lan Schuhspitze mit Seidenpapier fest aus- SA be gossen, kommen glattes Seiden-
DES 5 zustopfen, sofern keine besonderen S in N Sohl Zn apler papier.
Leisten vorgesehen sind, geschlagen.
es ; : i - In unter den Gesichts- Versand wie unter a) in In Metall-Kübeln mit In dichten, festen Holz-
i i den Spitzen mit- In stramm schließenden Eisenblech . | ı ;
Eigentliche A  Prbaaden und Mdosen. Weißblechdosen selten. . Ge- punkten der Schaupak- Kartons, Kisten oder| Hakenverschluß gemäß Kisten. Kerzen sind in
Verpackung kt rel andt Für anderes wisse Schuheremesorten müssen in Glas- kung ausgestatteten Car- Fässern. Einfachere| Abb. 83. Verpackung in lange Kartons einzu-
 ehulue k ist der weiße geheftete oder hbüchsen versandt werden. Unter dem tons, die in größere Massenware unverpackt Metallfässern oder Hob- legen, Figuren sind so
Saar Karton üblich, der mit netallenen Schraubverschluß ist in festere eingesetzt werden. in Waggons zu ver- bocks auch üblich, da- einzupacken, daß vor-
A bei Laekschuhen mit liesem Fall eine Pergamentpapier- Geringwertige Ware senden, gegen sind Holzgefäße springende Teile nicht
Zellstoftwatte ausgeschlagen ist. Ver- scheibe einzulegen. Versand der Dosen wird ohne jede weitere weniger beliebt infolge abgestoßen werden kön-
;and dieser Kartons in größeren stär- n Kartons, bei größeren Mengen in Verpackung A großen schwieriger Reinigung. nen. Dies geschieht am
zeren Kartons, selten in Kisten oder Kisten oder Verschlägen, Kisten an ver. besten mittels Umgeben
Verschlägen. Eine weitere Packung ieh 1 n yon mit Holzwolle ge-
siehe Abb. 257 Siehe auch Abb. 888. füllten Seidenpapier-
Normung von Schuhkartons beuteln.
siehe Seite 163,
. . . ; dehs Holzwolle bei Verpak- Mit Holzwoll füllte
ü Zellstoffwatte. Holzwolle bei Glasbüchsen. F P i olzwolle ge
Füll-Material Seidenpapier oder Zells En A Ta Ed Tate
Fässern.
Sicherung
Verpackungs-
und Versand-
Bestimmungen
Besondere Lackleder ist temperaturempfindlich Vor Feuchtigkeitszutritt zu schützen! Vor Wärme zu schützen!
Gesichtspunkte und vor Kälte zu schützen, Druckempfindlich!
|

PL
‚shüht
MO 20:
        <pb n="197" />
        V. ANHANG

Als Anhang seien zur Vereinfachung des Nachschlagens
hier noch Auszüge aus der Postordnung, aus der Gebühren-
tafel für Pakete, aus dem Handelsgesetzbuch, aus der Eisenbahn-
verkehrsordnung, aus der Anleitung für die Zollabfertigung der
Taraordnung und aus dem Handbuch für Verlader der Hapag
gebracht. Ein Literaturverzeichnis beschließt diesen Teil.
1. AUSZÜGE AUS DER POSTORDNUNG ABSCHNITT V, 1

$ 1 gibt an, daß Päckchen bis 1 kg, Blindenschriftsendungen
bis 5 kg, Warenproben bis 500 g, Mischsendungen bis 1 kg,
Pakete bis 20 kg zugelassen sind.

8 4, Absatz 2 sagt, daß von der Postbeförderung ausge-
schlossen sind Gegenstände, deren Beförderung eine Gefahr
für die Postbeamten oder Postsendungen bildet, namentlich
alle durch Reibung, Luftzudrang, Druck oder sonst leicht ent-
zündlichen Sachen und ätzende Flüssigkeiten.

In der Anmerkung gehören hierzu: Zündmittel, Schieß-
mittel und Sprengstoffe, z. B. Schießpulver, Dynamit, Schieß-
baumwolle, Knallsilber, Sprengöl, Nitroglyzerin, Amorces (Zünd-
blättchen für Salonpistolen); Feuerwerkssätze und Feuerwerks-
körper, ferner Schellack und Strontian, wenn beide Stoffe
miteinander vermischt, zusammengebracht oder zusammen-
geschmolzen sind; Reib- oder Streichzünder und Zündhölzchen
jeder Art (auch die im Geschäftsverkehr als ‚„Wachskerzchen“‘
bezeichneten Wachsstreichzünder), Selbstzünder- (Eszet-) Zi-
garren, Phosphor, Radfahrerbomben, und Knallerbsen; Kalzium-
karbid, Dahalit, Celloidin (Kollodiumwolle), gefettete Wolle,
gefirnißte Baumwolle, selbstentzündliche Kohle; Blitzlicht-
pulver, wenn die Bestandteile sich in gemischtem Zustande
befinden; Natriummetall; Zinkstaub; Mineralsäuren; Essig-
essenz (Essigsäure zu 80 v. H.); Flüssigkeiten, die leichter ent-
zündlich sind als Petroleum vom Entflammungspunkt 21°, z. B.
Chloräthyl, Schwefeläther, Benzin, Benzinit, Brennspiritus,
Cellonlack, Zaponlack, Kollodium, Hoffmannstropfen, Bronze-
tinktur, Terpentinöl-Ersatz, der unter Beimischung von Benzol
und Xylol hergestellt ist; flüssige Kohlensäure; flüssige Luft.

204
        <pb n="198" />
        Aus $ 5: Flüssigkeiten, schnell verderbende oder faulende
Sachen, unförmig große Gegenstände und lebende Tiere können
zurückgewiesen werden.

II. Wenn Flüssigkeiten oder leicht zerbrechliche oder in
Schachteln verpackte Sachen infolge ihrer Beschaffenheit oder
ihrer Verpackung beschädigt werden oder verloren gehen, so
leistet die Post keinen Ersatz.

III. Zündhütchen, Zündspiegel und Patronen für Handfeuer-
waffen sind zulässig, wenn sie in Kisten oder Fässern fest von
außen und innen verpackt und als solche auf der Paketkarte
und auf der Sendung bezeichnet sind. Die Patronen müssen
derart beschaffen sein, daß weder das Geschoß, noch das Schrot
noch das Pulver aus den Hülsen herausfallen kann. Außer
Zentralfeuerpatronen werden Randfeuerpatronen bis zu einem
Manteldurchmesser von 9 mm und Lefaucheux-Revolverpatronen
zugelassen; die Randfeuerpatronen müssen. in Packungen bis
zu 100 Stück, die Lefaucheux-Patronen in Einzelpackungen von
höchstens 50 Stück geschieden sein.

IV. Rohes Zellhorn sowie Lichtspielfilme aus Zellhorn werden
nur in festen Holzkisten zugelassen. Waren, die ganz oder zum
Teil aus Zellhorn bestehen, müssen — auch bei Briefsendungen
— in starke Pappe verpackt sein. Alle Sendungen, die rohes
Zellhorn oder Zellhornwaren enthalten, müssen augenfällig als
solche gekennzeichnet sein; auch auf der Paketkarte ist der
Inhalt anzugeben.

V. Radium- oder mesothorhaltige Körper mit einem Ge-
halte von über ein Milligramm Radium-Element müssen in
Kisten von mindestens 25 cm Kantenlänge so verpackt sein,
daß sie sich in der Mitte der Kiste befinden. Der Inhalt ist auf
dem Paket und der Paketkarte in die Augen fallend anzugeben.

Aus 8 9, Absatz VII: Gegenstände aus Glas, Flüssigkeiten,
Öle, fette Stoffe, Pulver, sowie lebende Bienen werden unter
folgenden Bedingungen zugelassen:

1. Glas muß in Metall, Holz, Leder oder Pappe fest ver-
packt sein, so daß jeder Gefahr für andere Sendungen und die
Beamten vorgebeugt wird;

2, Flüssigkeiten, Öle, und leicht schmelzbare Stoffe müssen
in Glasfläschehen fest verschlossen sein. Jedes Fläschchen
muß in ein Kästchen von Holz oder starker Pappe mit Säge-
spänen, Baumwolle oder einem schwammigem Stoffe so wer-
packt sein, daß beim Zerbrechen die Flüssigkeit aufgesaugt wird.
Das Kästchen selbst muß in eine Hülse von Metall, von Holz

905
        <pb n="199" />
        mit angeschraubtem Deckel oder von starkem und dickem
Leder eingeschlossen sein. Werden die Fläschehen in durch-
lochte Holzblöcke verpackt, die hinreichend widerstandsfähig
mit aufsaugenden. Stoffen angefüllt und mit einem Deckel ver-
schlossen sind, so ist kein zweites Behältnis nötig. Ebenso
kann von der doppelten Verpackung abgesehen werden bei
Kästchen aus starker Wellpappe, wenn die Fläschchen sicher
verschlossen, sämtliche Zwischenräume mit aufsaugenden Stoffen
angefüllt sind und jedes von mehreren Fläschchen mit einer
besonderen Hülle von Wellpappe versehen ist;

3. schwer schmelzende Fettstoffe wie Salben, weiche Seife,
Harze usw. müssen zunächst in eine besondere Hülle (Kästchen,
Säckchen von Leinwand, Pergament usw.) eingeschlossen und
dann in ein Kästchen von Holz, Metall oder starkem und dickem
Leder verpackt sein;

4. Pulver müssen in Pappkästehen verpackt und diese in
Säckchen von Leinwand oder Pergament eingeschlossen sein;

5. lebende „Bienen müssen in Kästchen versandt werden,
die die Gefahr des Entweichens ausschließen.

Die Verpackung muß in allen Fällen so eingerichtet sein,
daß der Inhalt geprüft werden kann. Gegenstände, die ver-
derben würden, wenn sie in der vorgeschriebenen Art verpackt
würden, können ausnahmsweise in luftdicht verschlossener Ver-
packung zugelassen werden. In solchen Fällen haben die Ab-
sender oder Empfänger die Prüfung des Inhaltes durch Öffnen
einiger ihnen bezeichneter Sendungen oder in sonst befriedigender
Weise zu erleichtern.

Nach 8 9: I. Als Warenproben gegen ermäßigte Gebühr
werden zugelassen: Proben und Muster, kleine Warenmengen,
einzelne Schlüssel, abgeschnittene frische Blumen, Tuben mit
Serum und pathologische Gegenstände, die so zubereitet und
verpackt sind, daß sie keinen Schaden anrichten können, natur-
geschichtliche Gegenstände, getrocknete oder haltbar gemachte
Tiere und Pflanzen, geologische Muster usw.

Da sich die Prüfung des Inhalts der Warenproben im all-
gemeinen nur noch darauf zu erstrecken hat, ob den Sendungen
etwa verbotene schriftliche Mitteilungen beigefügt sind, kann
über die Innehaltung der zur Erleichterung der Prüfung er-
lassenen Bestimmung, daß zur Versendung von Flüssigkeiten
als Warenproben Glasbehälter zu verwenden sind, dann hinweg-
gesehen werden, wenn als Inhalt eines verschlossenen Behälters
aus Blech oder einem anderen undurchsichtigen Stoffe eine

206
        <pb n="200" />
        Flüssigkeit festgestellt wird, und damit und nach, dem Ruf der
absendenden Firma usw. die Gewähr geboten ist, daß diese Ver-
packungsart nicht zur Beförderung von Mitteilungen mißbraucht‘
wird. Unter diesem Gesichtspunkt werden die Postanstalten er-
mächtigt, fortan vertrauenswürdigen Firmen die Versendung
von Flüssigkeiten in verschlossenen Blechgefäßen usw. mit einer
das Aufsaugen etwa auslaufender Flüssigkeiten gewährleistenden
Verpackung gegen die ermäßigte Gebühr für Warenproben für
den inländischen Verkehr zu gestatten, wenn beim Schütteln
usw. der Behälter einwandfrei festgestellt werden kann, daß
die Gefäße Flüssigkeiten enthalten. Die Aufgabe-Postanstalten
haben sich jedoch den Absendern gegenüber den jederzeitigen
Widerruf dieses Zugeständnisses und die Vornahme von Inhalts-
prüfungen durch Stichproben vorzubehalten.

Warenproben müssen sich nach Verpackung, Form und son-
stiger Beschaffenheit zur Beförderung mit der Briefpost eignen;
sie dürfen 30 cm lang, 21 cm breit und 10 cm hoch oder in Rollen -
form 30 cm lang und 15 cm im &amp;@ sein.

Nach 8 11 werden als Päckchen Sendungen von einem
maximalen Format von 25 cm Länge, 15 cm Breite und 10 cm
Höhe, oder in Rollenform 30 cm lang und 15 cm im @% zuge-
lassen.

Aus $ 12: Bei Eimern, Körben, Kannen, Säcken und son-
stigen Paketen, auf denen die Aufschriften oder die Aufgabe-
zettel schlecht haften, müssen Fahnen verwendet werden.

In der Anmerkung betr. Leervermerk: Bei der Paketannahme
ist darauf zu halten, daß die Absender leer zu versendende
Schachteln, Kisten, Körbe oder andere. Behältnisse durch einen
auf das Paket und die Paketkarte zu setzenden Vermerk „Leere
Schachtel‘, „Inhalt 2 leere Blechdosen‘“‘ usw. kennzeichnen.

Aus 8 15: II. Bei Gegenständen von geringem Wert, die
nicht unter Druck leiden und kein Fett und keine Feuchtigkeit
absetzen, ferner bei Akten- oder Schriftensendungen genügt
bei einem Gewicht bis 3 kg eine Hülle von Packpapier mit
fester Verschnürung.

$ 15 IIL. Schwere Gegenstände müssen. mindestens in mehr-
fachen Umschlägen von starkem Packpapier verpackt sein.

IV. Sendungen von bedeutendem Werte, besonders solche,
die durch Nässe, Reibung oder Druck leicht Schaden leiden,
z. B. Spitzen, Seidenwaren, müssen je nach ihrem Werte, Umfang
und Gewichte. sicher in Wachsleinwand, Pappe oder in festen;

9207
        <pb n="201" />
        unter Umständen mit Leinen überzogenen Kisten usw. ver-
packt sein.

V. Sendungen, durch deren Inhalt andere Schaden leiden
könnten, müssen so verpackt sein, daß das verhütet wird. Fässer
mit Flüssigkeiten‘ müssen. starke Reifen haben. Leicht zer-
brechliche Gefäße (Flaschen, Krüge usw.) mit Flüssigkeiten
sind in festen Kisten, Kübeln oder Körben zu verwahren.

Anmerkung zu 8 15.

Für Pakete mit Beeren ist eine Verpackung in Holzkisten
oder engmaschigen Körben, für Pakete mit Heidelbeeren
(Blaubeeren) eine Verpackung in Blechgefäßen (Eimern usw.)
erforderlich; die Holzkisten und Körbe müssen mit einer ge-
nügenden Menge aufsaugender Stoffe oder mit undurchlässigem
Papier völlig abgedichtet sein.

Frische Weintrauben dürfen in Weidengeflechtkörben, die
mit einem Deckel aus Weidengeflecht geschlossen sind, ver-
packt werden, wenn nicht nach der Beschaffenheit der Trauben
zu befürchten ist, daß sie Feuchtigkeit im größeren Maße ab-
setzen. Blutegel müssen so verpackt sein, daß von dem Inhalt
des Gefäßes nichts herausdringen kann. Wild, das nicht mehr
blutet, darf unverpackt versandt werden. Frisches Fleisch
und Gegenstände, die Fett oder Feuchtigkeit absetzen,
müssen möglichst in Holzkisten verpackt sein; bloße Papier-
umhüllungen sind unzulässig; Leinwandverpackung genügt nur
dann, wenn die Fleischwaren usw. zunächst in Stroh oder Papier
fest eingeschlagen sind. Kleines Geflügel, wie Rebhühner
und: dergl. muß in einer Umhüllung, z. B. in Netzen, enthalten
sein und darf nicht mit anderen bloßgehenden Stücken zu-
sammengebunden werden.

Das Zusammenbinden mehrerer förmlicher Pakete, z. B.
mehrerer Hutschachteln, mehrerer Beutel Hefe, mehrerer Zi-
garrenkisten, ist nicht als vorschriftsmäßige Verpackung anzu-
sehen; die Gegenstände müssen, wenn sie als ein Paket durch
die Post versandt werden sollen, in ein Gebinde eingeschlossen
sein. Bei Hutschachteln usw., die in Reihen neben- oder über-
einander durch Holzleisten oder in anderer leichter Weise zu
einem Gebinde vereinigt sind, darf der Umfang von drei Hut-
schachteln, wie solche gewöhnlich zur Verpackung von Zylinder-
oder Seidenhüten dienen, nicht überschritten werden. Sollen
mehrere Hasen, Fasanen usw. als ein Paket angesehen werden,
so müssen sie entweder in Netzen, Kisten usw. verpackt oder
an den Enden und in der Mitte, und zwar hier mit einem starken,
fest umgelegten Leinwandstreifen, zusammengebunden sein.

208
        <pb n="202" />
        Aus einem Stück bestehende Gegenstände, z. B. Holz-
oder Metallstücke, deren Versendung ohne Umhüllung handels-
üblich ist, bedürfen keiner Verpackung. Ebenso brauchen
mehrere zu einer Sendung vereinigte Gegenstände nicht be-
sonders verpackt zu werden, wenn sie durch eine mit Blei- oder
anderen Siegeln gesicherte Umschnürung zusammengehalten
oder sonstwie zu einem festen Gefüge vereinigt sind, so daß
sie eine untrennbare Sendung bilden.

Zur Verpackung leicht zerbrechlicher Gefäße mit Flüssig-
keiten sind außer Kisten, Kübeln oder Körben auch Holz-
stoffkisten zugelassen, wenn sie stark und widerstandsfähig
genug sind, und die Innenwände, namentlich an den Längsseiten,
mit Holzleisten gehörig versteift sind. Bei nicht aus einem Stück
bestehenden Holzstoffkisten müssen die Drahtklammern aus-
reichende Stärke besitzen, um die einzelnen Teile zusammen-
zuhalten: bei der Versendung von. mehreren Gefäßen dürfen
in derselben Kiste die einzelnen Gegenstände nicht zu fest an-
einanderliegen oder zu locker verpackt sein. Zur Ausfüllung
der. Zwischenräume ist eine genügende Menge von Holzwolle,
Heu oder sonstigen Füllstoffen zu verwenden. Flaschen, die nur
in Strohhülsen stecken, sind bei der Versehdung in Holzstoff-
kisten nicht als hinreichend geschützt anzusehen.

Ob der Umschlag genügend haltbar ist, darüber befindet in
erster Linie der Absender, der den aus der Benutzung eines
unzulänglichen Umschlages entstehenden Nachteil zu tragen
hat. Die Postanstalten haben bei der Annahme von Wert-
briefen zwar ebenfalls darauf zu achten, daß die Verpackung
— soweit sich dies von außen beurteilen läßt — die nötige
Sicherheit bietet, jede übertriebene Peinlichkeit aber zu ver-
meiden.

Aus 816: Gewöhnliche Pakete, Einschreibpakete, sowie
Wertpakete, bei denen die Wertangabe einen bestimmten von
der Post festzusetzenden Betrag nicht überschreitet, müssen. so
verschlossen sein, daß ohne Öffnen oder Beschädigen des Ver-
schlusses ihrem Inhalte nicht beizukommen ist. Siegelabdrücke
sollen nicht angebracht sein. Der Verschluß kann durch eine
gut geknotete Verschnürung oder, wenn die Hülle aus Pack-
papier besteht, mit gutem Klebstoff oder mit Siegelmarken
hergestellt werden. Auch bei anderer Verpackung können
Siegelmarken angewandt werden, wenn damit ein haltbarer
Verschluß erzielt wird. Verschlossene Reisetaschen, Koffer und
Kisten, gut bereifte und fest verspundete Fässer und fest ver-
nagelte Kisten bedürfen keines weiteren Verschlusses. Gut

Sachsenberg 14 1

09
        <pb n="203" />
        umhüllte Maschinenteile, größere Waffen und Werkzeuge,
Kartenkasten, einzelne Stücke Wildbret, z. B. Hasen und Rehe,
können ohne besonderen Verschluß angenommen werden.

Berichtigung 263: Um bei Paketen mit Papierumhüllung
dem seitlichen Abgleiten der Umschnürung vorzubeugen,
empfiehlt es sich, die Schnur durch mit Firmenabzeichen ver-
sehenen Sicherheitsklammern (Stahlblechklammern, Nieten), die
in das Packpapier eingepreßt sind, festzulegen; gegebenenfalls
ist auf die Versender in diesem Sinne einzuwirken.

Berichtigung 97: Zugelassen sind auch Verschlüsse, die
eine Vereinigung eines Nietenverschlusses mit einer Umsiegelung
unter Verwendung von Siegellack darstellen. Bei diesen wird
der Verschluß in der Weise hergestellt, daß zunächst mit Hilfe
eines Nietapparates eine runde mit Zacken versehene Messing-
niete an den in Betracht kommenden Stellen in die Hülle der
Sendung eingedrückt wird, wobei sich die Zacken an der Innen-
seite der Hülle umlegen, und alsdann um die Niete herum mit
Hilfe eines Petschafts unter Verwendung von Siegellack ein
Siegel, das die üblichen Merkmale aufweist, angelegt wird.

IL. Aus $ 17: Bei Geldpaketen im Gewichte bis 3 kg, deren
Wertangabe 1000 Reichsmark nicht übersteigt, genügt eine
Hülle aus starkem, mehrfach umgeschlagenem Papier mit guter
Verschnürung und Versiegelung. Geldpakete von größerem
Gewicht und von höherem Werte sind in haltbare Leinewand,
in Wachsleinwand oder in Leder zu verpacken, gut zu um-
schnüren und zu vernähen und auf der Naht hinreichend oft
zu versiegeln.

IV. Geldkisten müssen aus starkem Holz gefertigt, gut
gefügt und fest vernagelt sein oder gute Schlösser haben... Der
Deckel darf nicht überstehen; die Eisenbeschläge müssen gut
befestigt und so eingelassen sein, daß sie andere Gegenstände
nicht zerscheuern können.

V. Geldfässer müssen gut bereift, die Schlußreifen vernagelt
und die beiden Böden so verschnürt und versiegelt sein, daß sie
ohne Verletzung der Schnüre oder Siegel nicht zu öffnen sind.

VI. Bares Geld in größeren Beträgen muß gerollt sein.
Geld, das in Fässern oder Kisten versandt werden soll, muß
zunächst in Beuteln oder Paketen verpackt sein.

2, AUSZÜGE AUS DER GEBÜHRENTAFEL FÜR PAKETE

Da die Art der Verpackung den verschiedenen Anforderungen
des Versandes, sowohl als auch den Versandbedingungen am
Bestimmungsort selbst gerecht werden soll, empfiehlt es sich,

210
        <pb n="204" />
        hierfür besondere Bestimmungen festzulegen. Die betreffenden
Länder haben diese Bestimmungen den eigenartigen klimatischen
Verhältnissen ihres Landes, als auch dem Versandweg ent-
sprechend getroffen. Es sind diese Bestimmungen zum Teil
in der Gebührentafel für Pakete festgelegt.

Beispiele

Ägypten: Für Sendungen nach dem Sudan ist folgendes zu
beachten: Pakete nach dem Sudan müssen in gut verschraubte
oder vernagelte widerstandsfähige Holzkisten, in Weißblech-
behälter, in Leinwand oder in einen anderen gleichartigen Stoff
verpackt sein; einfache Papier- oder Pappeumhüllung genügt
nicht. Pakete in Leinwandumhüllung sind zu umschnüren und
an den Kanten und Falten zu vernähen. Die Knoten und Enden
der Schnur sind zu versiegeln. Speck, Schinken, Butter, Honig
und alle fettigen Stoffe müssen als innere Verpackung noch
besonders in Metallbehälter‘ verpackt sein, die luftdicht zu
verlöten oder mit einem die Feuchtigkeit aufsaugenden Stoff zu
umgeben sind. Sämtliche Pakete müssen hinreichend versiegelt
oder durch Plomben verschlossen sein.

Belgisch Kongo: Verpackung besonders haltbar (starke
Holzkisten, Zinkblechumhüllungen usw.).

Finnland: Die Verpackung muß den besonderen An-
forderungen der Seebeförderung entsprechen, also besonders
sorgfältig und dauerhaft sein (je nach Inhalt starke Holzkisten,
Zinkblechumhüllungen, Wachsleinwand usw.), Pappkästen und
Holzkisten aus dünnen Brettern sind nicht genügend wider-
standsfähig. Sendungen müssen durch Siegel in gutem Siegellack
oder durch Plomben gehörig verschlossen sein, Siegelmarken-
verschluß genügt nicht.

Griechenland: (Es ist bei diesem Beispiel interessant,
daß für gewisse Verkehrsrouten besondere Verpackungsweisen
empfohlen werden.)

Pakete, besonders Sendungen mit Flüssigkeiten und ähn-
lichem Inhalt, müssen sorgfältig und dauerhaft verpackt sein.
Bei Verwendung von Holzkisten sind Siegelabdrücke in Ver-
tiefungen anzubringen, damit die Abdrücke nicht durch Stoß
oder Reibung losgerissen oder beschädigt werden können. Bei
den Leitwegen über Jugoslavien und Italien sind feste Holz-
kisten, Säcke, Pack- oder Wachsleinwand zu verwenden. Papier -
verpackung bei diesen Wegen ist unzulässig.

Mexiko: Verpackung muß so beschaffen sein, daß zoll-
amtliche Prüfung des Inhaltes durch Herausnehmen der Nägel

| A 211
        <pb n="205" />
        und Schrauben oder Lösen der Umschnürung leicht ohne Zer-
störung der Umhüllung usw. vorgenommen werden kann. Ver-
lötete Zinkkasten oder mit einem Schlosse versehene Kasten,
denen der Schlüssel nicht beigefügt ist, sind zur Beförderung
nicht anzunehmen.

Zur Verpackung von Strohhüten, Panamahüten und Gegen-
ständen ähnlicher Art sind widerstandsfähige Holzkisten oder
Metallbehälter zu verwenden.

Rußland (Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken):
Verpackung muß besonders haltbar sein. Es empfiehlt sich
— besonders bei Paketen nach entfernteren Gebieten — die
Verwendung von festen Holzkisten, Säcken, Pack- oder Wachs-
leinwand. Die Pakete müssen haltbar umschnürt und durch
Siegel oder Blei gehörig verschlossen sein.

3. AUSZUG AUS DEM HANDELSGESETZBUCH UND DER
WECHSELORDNUNG

$ 380. Ist der Kaufpreis nach dem Gewicht der Ware zu
berechnen, so kommt das Gewicht der Verpackung (Taragewicht)
in Abzug, wenn nicht aus dem Vertrag oder dem Handels-
gebrauche des Ortes, an welchem der Verkäufer zu erfüllen hat,
sich ein anderes ergibt.

Ob und in welcher Höhe das Taragewicht nach einem be-
stimmten Ansatz oder Verhältnisse statt nach genauer Aus-
mittlung abzuziehen ist, sowie, ob und wieviel als Gutgewicht
zugunsten des Käufers zu berechnen ist oder als Vergütung für
schadhafte oder unbrauchbare Teile (Refaktie) gefordert werden
kann, bestimmt sich nach dem Vertrag oder dem Handels-
gebrauche des Ortes, an welchem der Verkäufer zu erfüllen hat.

$ 456. Die Eisenbahn haftet für den Schaden, der durch
Verlust oder Beschädigung des Gutes in der Zeit von der An-
nahme zur Beförderung. bis zur Ablieferung entsteht, es sei
denn, daß der Schaden durch ein Verschulden oder eine nicht
von der Eisenbahn verschuldete Anweisung des Verfügungs-
berechtigten, durch höhere Gewalt, durch äußerlich nicht er-
kennbare Mängel der Verpackung oder durch die natürliche
Beschaffenheit des Gutes, namentlich durch inneren Verderb,
Schwinden, gewöhnliche Leckage, verursacht ist.

$ 459. Die Eisenbahn haftet nicht in Ansehung der Güter,
die, obgleich ihre Natur eine Verpackung zum Schutze gegen
Verlust oder Beschädigung während der Beförderung erfordert,
nach Erklärung des Absenders auf dem Frachtbrief unverpackt
oder mit mangelhafter Verpackung zur Beförderung aufgegeben

219
        <pb n="206" />
        worden sind, für den Schaden*), welcher aus der mit dem Mangel
oder mit der mangelhaften Beschaffenheit der Verpackung
verbundenen Gefahr entsteht.

Die Eisenbahn haftet nicht in Ansehung der Güter, die
vermöge ihrer eigentümlichen natürlichen Beschaffenheit der
besonderen Gefahr ausgesetzt sind, Verlust oder Beschädigung,
namentlich Bruch, Rost, innerer Verderb, außergewöhnliche
Leckage, Austrocknung und Verstreuung, zu erleiden, für den
Schaden, welcher aus dieser Gefahr entsteht;

Die Eisenbahn haftet nicht in Ansehung lebender Tiere für
den Schaden, welcher aus der für sie mit der Beförderung ver-
bundenen besonderen Gefahr entsteht.

4. AUSZUG AUS DER EISENBAHN VERKEHRSORDNUNG
Ätzlauge (Natronlauge, Sodalauge, Kalilauge, Pott-
aschenlauge).

Starke, dichte, sicher verschlossene Gefäße, die durch
den Inhalt nicht angegriffen werden. Der Verschluß muß
so beschaffen sein, daß er weder durch Erschütterungen
noch durch den Inhalt beschädigt werden kann.

Bei Verwendung von Gefäßen aus Glas oder Ton ist
nachstehendes zu beachten:

a) Die Gefäße sind unter Verwendung geeigneter Ver-
packungsstoffe in starke Übergefäße (Weiden- oder Metall-
körbe, Kübel oder Kisten) fest einzusetzen; Übergefäße
(ausgenommen Kisten) müssen mit guten Handhaben ver-
sehen sein;

b) Verpackungsstoff ist nicht erforderlich, wenn die
Glasgefäße in eiserne Mantelkörbe eingesetzt sind und
durch gut federnde, mit Asbest belegte Schließen so ge-
halten werden, daß sie sich in den Körben nicht bewegen
können. Die Zusammenpackung mit anderen Gegen-
ständen ist zulässig in Mengen bis 10 kg. Die Gefäße mit
diesen Stoffen müssen dann mit den anderen Gegenständen
in einen starken, dichten, sicher verschlossenen Holz-
behälter zusammengepackt und fest eingebettet sein.

Alkalimetalle und Metalle der alkalischen Erden, wie
Natrium, Kalium, Kalzium und dergleichen, sowie
Legierungen dieser Metalle miteinander.

Innere Verpackung: a) Bei Mengen bis 5 kg starke,
sicher und dicht verschlossene Glasgefäße, b) bei größeren
* Unter Schaden fällt auch Diebstahl.

218
        <pb n="207" />
        Mengen starke, dichte, sicher verschlossene Gefäße aus
Eisen (auch Eisenblech). Die Gefäße müssen völlig trocken
oder mit‘ Petroleum beschickt sein.

Äußere Verpackung: a) Die Glasgefäße müssen in Holz-
kisten mit verlötetem Blecheinsatz mit trockener Kieselgur
oder mit ähnlichen nicht brennbaren Stoffen fest eingebettet
sein. Bei Glasgefäßen mit Mengen bis zu 250g dürfen
statt der Holzkisten sicher und dicht verschlossene Blech-
gefäße verwendet werden. Die Gefäße aus Eisen oder
Eisenblech müssen in Holzkisten oder eiserne Schutzkörbe
eingesetzt sein. Auf den Versandstücken muß ihr Inhalt
fest und dauerhaft angegeben sein, auch müssen sie die
Aufschrift tragen „Vor Nässe zu schützen‘“‘.

Ammoniak, Chlor, Kohlendioxyd, Schwefligsäure,
Stickoxydul (verflüssigte Gase):

Dicht verschlossene Gefäße aus Schweiß-, Fluß- oder
Gußstahl, die mit mindestens einem Ventil versehen sein
müssen. Auf den Gefäßen muß vermerkt sein: Das
Gewicht des leeren Behälters inkl. Ventil, Schutzkappe,
Stopfen usw.

Das zulässige Höchstgewicht der Füllung, Prüfstempel
und letzter Prüfungstag. Sind die Gefäße in Kisten ver-
packt, so ist auf diesen der Inhalt anzugeben. Sind die
Gefäße unverpackt, müssen sie mit Vorrichtungen versehen
sein, die ein Rollen verhindern, auch müssen sie zum
Schutz der Ventile Kappen aus Schmiedeeisen, Stahl oder
schmiedbarem Guß tragen. Keiner Kappe bedürfen Ventile,
die im Innern des Flaschenhalses angebracht und durch
einen aufgeschraubten gut sitzenden Metallstöpsel ge-
schützt sind.

Flüssige Arsensäure.

Haltbare, dichte Behälter, die so verschlossen sein
müssen, daß kein Auslaufen des Inhaltes möglich ist, und
zwar Metall-, Holz- oder Gummigefäße mit guten Ver-
schlüssen oder Glas- oder Tongefäße, die unter Ver-
wendung geeigneter Verpackungsstoffe in starke Weiden-
oder Metallkörbe, Kübel oder Kisten fest eingesetzt sind.
Übergefäße, ausgenommen Kisten, müssen mit guten Hand-
haben versehen sein. Auf den Versandstücken ist der Inhalt
deutlich und dauerhaft anzugeben. Die Sammelbezeichnung
„Arsenikalien“ ist zulässig. Außerdem ist die Bezeichnung
„Gift“ hinzuzufügen.

O1
        <pb n="208" />
        Aceton, Acetaldehyd, Holzgeist, roh und rekti-
fiziert.

Starke, dichte, sicher verschlossene Gefäße aus Holz
(Fässer), Glas, Ton (Steinzeug usw.) oder Metall. Gefäße
aus Glas oder Ton sind einzeln oder zu mehreren unter
Verwendung geeigneter Verpackungsstoffe und starker Über-
gefäße fest einzusetzen. Offene Übergefäße müssen eine
Schutzdecke haben, die, wenn sie aus Stroh, Rohr, Schilf
oder anderen leicht brennbaren Stoffen besteht, mit Lehm
oder Kalkmilch unter Zusatz von Wasserglas getränkt ist.

Acetylen, in Aceton gelöstes, in porösen Massen auf-
gesaugtes.

Dicht verschlossene, nahtlose Gefäße wie für Ammoniak.
Das Gefäß muß mit feinporiger, gleichmäßig verteilter Masse
ganz ausgefüllt sein. Es darf nur soviel von dem Lösungs-
mittel (Aceton) eingefüllt werden, daß sich die durch Auf-
nahme des Acetylens eintretende Volumen-Vergrößerung
unbehindert vollziehen kann, und daß bei einer Steigerung
der Außentemperatur auf 45° ein genügender Gasraum
verbleibt. Die mit dem Gas in Berührung kommenden
Teile der Ventile dürfen nicht aus Kupfer hergestellt sein.
Auf den Gefäßen ist zu vermerken: a) Die Höhe des zu-
lässigen Füllungsdruckes, der bei 17,5° höchstens 15 Atm.
betragen darf. b) Der Prüfungsstempel und der letzte
Prüfungstag, der nicht mehr als 5 Jahre zurückliegen darf.

Sind die Gefäße in Kisten verpackt, so ist auf diesen der
Inhalt anzugeben. Sind die Gefäße unverpackt, so müssen
sie mit Vorrichtungen versehen sein, ähnlich wie bei Chlor-
behältern.
Dynamite und dynamitähnliche Brennstoffe, pa-
tronierte, aus einer zu ihrer Herstellung berechtigten
deutschen oder ausländischen Fabrik. Sie dürfen
nicht gefährlicher sein als Sprenggelatine oder
Gurdynamit.

Innere Verpackung: Die Patronen, zu deren Hülsen kein
gefettetes oder geöltes, wohl aber paraffiniertes Papier ver-
wendet sein darf, müssen durch festes Umschlagpapier zu
Paketen vereinigt sein. In den Paketen müssen sie mit
Wellpappe so eingepackt werden, daß sie schichtweise in
ihrer Lage festgehalten werden. Die Pakete sind in die
äußeren Holzbehälter so fest einzusetzen, daß sie sich nicht
verschieben können.

915
        <pb n="209" />
        Äußere Verpackung: Starke, dichte, gut verschlossene
Holzbehälter, die keine eisernen Reifen oder Bänder haben.
Die Behälter müssen an zwei gegenüberliegenden Stirn-
seiten mit zuverlässigen Handgriffen versehen sein. Bei
Fässern und Tonnen sind Handgriffe nicht erforderlich,
wenn durch tiefeingelassene Böden und Deckel eine feste
Handhabe gegeben ist. Das Rohgewicht der Behälter darf
höchstens 35 kg betragen. Deutliche gedruckte oder
schablonierte Aufschrift. „Dynamitpatronen usw. 3. Gruppe“,
sowie die Bezeichnung des Ursprungsortes (Fabrikmarke).

Ester, Äther aller Art z. B. Amylacetat.

Dichte Gefäße wie für Chlor, allerdings nur aus Holz
(Fässer, Glas, Ton, Steinzeuge), nur selten Metall. Gefäße
aus Glas oder Ton sind einzeln oder zu mehreren unter Ver-
wendung geeigneter Verpackungsstoffe in starke Über-
gefäße einzusetzen. Diese, ausgenommen Kisten, müssen
mit guten Handhaben versehen sein. Offene Übergefäße
müssen eine Schutzdecke haben, die, wenn sie aus Stroh,
Rohr, Schilf oder ähnlich leicht brennbaren Stoffen besteht,
mit Lehm oder Kalkmilch unter Zusatz von Wasserglas
getränkt ist.

Feuerwerkskörper.

Innere Verpackung: Bei kleinerem Feuerwerk starke
Pappschachteln oder Holzkistehen oder auch Papierbeutel.
Bei größerem Feuerwerk Papierumschläge oder eine Papier-
klappe über der Anzündestelle. Ein Ausstreuen des Satz-
gemenges muß in beiden Fällen verhindert sein.

Äußere Verpackung: Starke, dichte, sicher verschlossene
Holzkisten. Die Bretter müssen gefügt, gezapft und genutet,
die Seitenteile durch Zinken oder Kopfleisten miteinander
verbunden sein (sog. Franz. Kisten), Brettstärke mindestens
18 mm. Die Kisten sind im Innern mit gutem, zähem
Papier auszulegen. Statt dessen sind dünne Zinkeinsätze
zulässig. Leer bleibende Hohlräume in den Kisten sind mit
geeigneten, trocknen Verpackungsstoffen fest auszustopfen.
Feuchtes Heu, Putzwolle und andere zur Selbstentzündung
neigende Stoffe dürfen nicht verwendet werden. Bei größeren
Feuerbildern genügt sicheres Befestigen in der Kiste.
Höchstes Rohgewicht einer Kiste 100 kg. Das Gesamt-
gewicht an Feuersatz darf 20 kg, das darin enthaltene
Feuerwerkskornpulver 2,5 kg nicht übersteigen.

216
        <pb n="210" />
        Flechsen, frische, nicht gekalktes, frisches Leimleder
und Abfälle von beiden, frische Hörner und Klauen,
frische Knochen sowie andere fäulnisfähige oder
übelriechende tierische Stoffe.

Bei Aufgabe als Stückgut starke dichte Holzbehälter.
Der Inhalt darf sich nicht belästigenderweise durch Geruch
bemerkbar machen. Auch dürfen den Gefäßen außen keine
Spuren des Inhalts anhaften.

Ungesalzene frische Häute.

Bei Aufgabe als Stückgut: starke, dichte, sicher ver-
schlossene Holzbehälter (Fässer, Kübel, Kisten) oder starke,
dichte, gut verschlossene Säcke, die mit geeigneten Des-
infektionsmitteln, wie Karbolsäure, Lysol, so angefeuchtet
sind, daß der üble Geruch des Inhaltes nicht wahrnehmbar
ist. Die Verwendung solcher Säcke ist jedoch auf die
Monate November bis Februar beschränkt. Den Pack-
gefäßen dürfen außen. keine Spuren des Inhaltes anhaften.

Holzkohle: Frisch geglühte, gemahlen oder körnig.

Dichte, gut verschlossene Behälter, Holzbehälter müssen
im Innern mit dichten Stoffen ausgekleidet sein, sie sind
in haltbare Übergefäße, Körbe, Kübel, Kisten einzusetzen.

Frische Kälbermagen.

Starke, dichte Holzbehälter, während der Monate April
bis inkl. September müssen Kälbermagen gesalzen sein, so
daß für jeden Magen 15—20 g Kochsalz verwendet wird.
Auch muß mindestens eine 1 cm hohe Salzschicht auf dem
Boden des Behälters und auf die obere Magenschicht ge-
streut sein. Den Packgefäßen dürfen außen keine Spuren
des Inhaltes anhaften. Im Frachtbrief ist die Beachtung
(Salz!) dieser Vorschrift zu bescheinigen.

Ausgepreßte Kesselrückstände von der Lederleim-

fabrikation.

Bei Aufgabe als Stückgut werden sie genau so ver-
schickt, wie frische Flechsen bei Stückgutsendung versandt
werden. Bei Aufgabe als Wagenladung ist die Verpackung
der Kesselrückstände nicht erforderlich. Nicht ausgepreßte
Kesselrückstände werden genau so verpackt wie aus-
gepreßte Kesselrückstände bei Aufgabe als Stückgut.

Kohlenwasserstoffe, und zwar Petroleum, Braun-

kohlenteeröle, Naphtha und ihre Destillate, Torf

und Schieferöl, Petroleumäther
werden genau so verpackt wie Ester. Bei Petroleumäther

017
        <pb n="211" />
        (Gasolin) sind hölzerne Fässer als Verpackungsmittel aus-
geschlossen.
Nitrozellulose (Schießbaumwolle), Kollodiumwolle, un-
gepreßt.

Haltbare Holzbehälter, die keine eisernen Reifen oder
Bänder haben. Außer den Holzbehältern sind auch sog.
amerikanische Pappefässer zulässig. Die Behälter dürfen
nicht mit eisernen Nägeln verschlossen sein. Der Inhalt der
Nitrozellulose darf sich nicht reiben. Deutliche haltbare
Aufschrift: ‚„Schießbaumwolle‘“‘ oder „Kollodiumwolle‘‘,
„Dritte Gruppe‘. Patronen mit gemahlener Schießbaum-
wolle und mit Zusatz von 30 —50%, Kali- oder Barytsalpeter
in Patronenform gepreßt, mit einem Paraffinüberzug, er-
halten dieselbe äußere Verpackung wie die Sprengmittel
der dritten Gruppe. Als innere Verpackung müssen die
Patronen zu Paketen durch festes Umschlagpapier ver-
einigt sein.

Öle, Fette, Firnisse, Weingeist, absoluter Alkohol
werden versandt wie Ester.
Patronen für Handfeuerwaffen:

a) Leere Patronenhülsen mit Zünder.

b) Fertige Metallpatronen, völlig aus Metall.

c) Fertige Patronen, deren Hülsen nur zum Teil aus

Metall.

d) Fertige Patronen in Papierhülsen.

e) Zentralfeuer-Pappepatronen.

f) Kugelzündhütchen (Flaubertmunition).

g) Schrot-Zündhütchen (Flaubertmunition).

h) Flaubertzündhütchen ohne Kugel und Schrot.

Diese Patronen sind als innere Verpackung in Behälter
aus Blech, Holz oder steifer Pappe so fest zu verpacken,
daß sie sich nicht verschieben können. Als äußere Ver-
packung werden starke, dichte, sicher verschlossene Holz-
kisten benutzt, worin die Behälter dicht neben- und über-
einander zu verpacken sind. Zwischenräume sind mit
Pappe, Papier, Werg, Holzwolle oder Hobelspänen — alles
völlig trocken — so fest auszufüllen, daß jedes Schlottern
verhindert ist. Das Rohgewicht einer Kiste darf 200 kg
nicht übersteigen. Eiserne Nägel dürfen zum Verschluß nur
verwendet werden, wenn sie gut verzinkt sind. Die Kisten
müssen eine den Inhalt deutlich kennzeichnende haltbare

218
        <pb n="212" />
        Aufschrift und einen Plombenverschluß oder ein auf zwei

Schraubenköpfen des Deckels angebrachtes Siegel (Ab-

druck oder Marke) oder ein über Deckel und Wände ge-

klebtes Zeichen mit der Schutzmarke tragen.
Spinn- und Webstoffe: Gefirnißt oder gefettet, und
zwar Wolle, Haare, Kunstwolle, Baumwolle, Seide,
Flachs, Jute, Baumwollriemen, Weber-, Harnisch-
und Geschirrlitzen.

Beliebige Verpackung, nur gebrauchte Putzwolle und
nicht trockene Putzlappen (Putztücher) müssen in starke,
dichte, sicher verschlossene Behälter verpackt sein.

5, AUSZUG AUS DER ANLEITUNG FÜR DIE ZOLL-
ABFERTIGUNG.
Taraordnung 1. Begriffsbestimmungen:
81,

Unter Rohgewicht wird das Gewicht der Ware in völlig
verpacktem Zustande, mithin in ihrer gewöhnlichen Umschließung
für die Aufbewahrung und mit ihrer besonderen Umschließung
für den Versand verstanden.

Das Gewicht der für den Versand nötigen äußeren Um-
schließung wird Tara genannt. Ist die Umschließung für den
Versand und für die Aufbewahrung notwendig dieselbe, so ist
das Gewicht dieser Umschließung die Tara.

Das Reingewicht ist das Rohgewicht nach Abzug der Tara.
Das Eigengewicht ist das Gewicht der Ware nach Abzug des
Gewichtes aller Umschließungen.

8 2,

Zu den Umschließungen im Sinne dieser Bestimmungen ge-
hören außer den eigentlichen Umschließungen (s. $8 3 und 4,
sowie 7 und 8) auch diejenigen Verpackungsmittel (Stroh, Heu,
Moos, Papierspäne, Baumwolle, Watte, Werg, Hede, Sägespäne,
Hobelspäne, Sägemehl, Holzwolle, Kleie und dergl.), welche
innerhalb der äußeren oder inneren Umschließungen zur Sicherung
der Ware während des Versandes oder der Aufbewahrung, sowie
alle Gegenstände, welche bei der Aufmachung von Waren für
den Versand oder die Aufbewahrung als Einlagen oder dergl.
dienen.

Dagegen sind nicht als Umschließungen anzusehen die le-
diglich zur Verstauung der Waren in den Fahrzeugen dienenden
Gegenstände, z. B. Vorsatzbretter, sowie diejenigen Verpackungs-

219
        <pb n="213" />
        mittel, welche mit den Waren nicht zu Packstücken vereinigt
sind; hierher gehören z. B. Matten, Matratzen, Decken, Säcke,
Gewebe, Bretter, Papier, Stroh, die lediglich zum Bedecken
von ohne Umschließungen verladenen Waren, zur Bekleidung
der Böden oder Wände der Fahrzeuge oder zur Trennung ver-
schiedener Teile einer Ladung‘ dienen (Garniermaterial). Der-
artige Verpackungsmittel unterliegen der gesonderten Zollbe-
handlung, soweit sie nicht zu den Ausrüstungsgegenständen der
Fahrzeuge gehören.

2. Zum Reingewichte der Waren gehörige Umschließungen:

5 3.

Bei der Ermittlung des Reingewichts von Flüssigkeiten wird
das Gewicht der unmittelbaren Umschließungen (Fässer, Flaschen,
Kruken oder dergl.) nicht in Abzug gebracht (s. dagegen $ 16).

Weitere Umschließungen von Flüssigkeiten (Kartons, Schach-
teln, Kästchen, Dosen, Körbchen und dergl.) werden nur dann
zum Reingewicht gerechnet, wenn sie den Zweck haben, den
Waren ein besseres Aussehen zu geben und hierfür eine be-
sondere Ausstattung erhalten haben.

Korbgeflechte und ähnliche Umschließungen, die Flaschen,
Kruken oder dergl. umhüllen, sind als Bestandteile der Flaschen
usw. anzusehen, wenn sie diese Gegenstände eng umschließen,
nach ihnen geformt sind und nicht ohne weiteres abgenommen
werden können; dagegen gehören Umhüllungen von Stroh, Bast
oder dergl., die den Flaschen usw. nur aufgestülpt sind und
infolgedessen ohne weiteres abgenommen werden können, nicht
zu den unmittelbaren Umschließungen (zu vergl. auch 8 5
letzter Abs.).

8 4.

Bei nichtflüssigen Waren gehören die kleinen Umschlie-
Bungen, welche zur unmittelbaren Sicherung, der Waren nötig
sind oder den Zweck haben, den Waren ein besseres Aussehen
zu geben, zum Reingewichte.

Als zur unmittelbaren Sicherung nichtflüssiger Waren nötig
sind alle Umschließungen zu betrachten, welche bei dem Klein-
oder Einzelverkauf in der Regel mit in die Hand des Käufers
übergehen.

Es gehören stets zum Reingewichte:

1. Brettchen aus Holz, sowie Rollen, Täfelchen, Spulen,
Scheibchen und dergl. aus unedlen Metallen, Holz, Rohr oder
Pappe, die als Einlagen für Gewebe, Bänder, Gespinste, Lino-
leum, Kautschukwaren, Papier oder dergl. dienen: Karten von

JH)
        <pb n="214" />
        Pappe oder Papier, an denen die Waren angeheftet, aufge-
spannt oder in sonstiger Weise befestigt sind; Wachstäfelchen,
in die künstliche Zähne eingesteckt sind;

9. Kartons (auch Überkartons), sowie Schachteln und Käst-
chen (mit Ausnahme solcher aus rohem, ungehobeltem Holz,
nicht mit Papier oder dergl. beklebt), in denen Riech- oder
Schönheitsmittel, Schokoladenwaren, Zuckerwaren, feines Back-
werk, Oblaten, überzuckerte Früchte oder überzuckerte Süd-
fruchtschalen. eingesteckt sind;

3. Umschließungen aller Art (Kasten, Etuis, Futterale,
Überzüge und dergl., auch Schutzdecken für Maschinen oder
Fahrzeuge), die nach den Gegenständen, die sie enthalten, be-
sonders geformt sind; ferner auch diejenigen Umschließungen,
welche zum dauernden Schutze solcher Etuis usw. bestimmt
sind;

4. Kisten, Dosen und dergl. aus Blech, in denen Nähnadeln,
Gewürze, feines Backwerk, Kakaopulver oder geschnittener
Rauchtabak (ausgenommen feingeschnittener) eingehen;

5. Dosen und Kistchen (mit Ausnahme solcher aus rohem,
ungehobeltem Holz, nicht mit Papier oder dergl. beklebt), in
denen Tee eingeht, sofern das Gewicht der einzelnen Dosen usw.
mit dem Tee 5 kg nicht übersteigt;

6. Töpfe und Terrinen, in denen Pasteten, eingemachter
Ingwer oder dergl., sowie Büchsen, Dosen und dergl., in denen
Fleisch, eingemachte Früchte oder andere zubereitete Nahrungs-
und Genußmittel eingehen;

7. Umhüllungen aus Bast, Schilf, Papier, Leinwand, Glas
oder dergl., die beim Eingang von Zigarren oder Zigaretten
jedes einzelne Stück umgeben;

8. Pappkartons, Pappschachteln und ähnliche innere Um-
schließungen, worin mit 50 RM. oder weniger für 1 dz belegte
Waren eingehen;

9. Flaschen, Papier (einschließlich der Papierchemisen und
Papiermäntel von Geweben), Pappe (einschließlich der Papp-
chemisen und Pappmäntel von Geweben), Bindfaden; ferner
diejenigen Verpackungsmittel (Holzwolle, Watte, Werg und dergl.,
welche innerhalb der zum Reingewichte der Waren gehörigen
Umschließungen zur Sicherung der Waren dienen,

Nicht zum Reingewicht gehören Pappkartons, Pappschachteln
und ähnliche innere Umschließungen, worin mit mehr als 50 RM.
für 1 dz belegte Waren eingehen, sofern nicht die Umschließungen
den Zweck haben, den Waren ein besseres Aussehen zu geben,
und hierfür eine besondere Ausstattung erhalten haben, und

„91
        <pb n="215" />
        soweit nicht im vorstehenden Abs. 3 eine abweichende Be-
stimmung getroffen ist.

Ausnahmsweise werden Schachteln, Körbchen, Kistchen,
Säckchen und Bällchen, in denen nach dem Reingewichte zoll-
pflichtige frische oder getrocknete Südfrüchte, sowie kleine
Kisten, Körbchen und Pappkasten, in denen Zigarren, Zigaretten
oder feingeschnittener Tabak, und Umschließungen aus Metall,
in denen Zigaretten oder feingeschnittener Tabak eingehen,
auch wenn alle diese Umschließungen eine bessere Ausstattung
für den Klein- oder Einzelverkauf erhalten haben und beim
Klein- oder Einzelverkauf in die Hand des Käufers übergehen,
nicht zum Reingewichte gerechnet (vgl. auch SS 6 und 19).
3. Ermittlung des Reingewichtes durch Abzug der Tara nach

Tarasätzen.
S$ 5.

Die Ermittlung des Reingewichtes hat in der Regel durch
Abrechnung der Tara von dem Rohgewicht nach den in dem
Taratarif festgesetzten Tarasätzen zu erfolgen.

Außerdem sind, soweit nicht im Taratarif anderes bestimmt
ist, als Tara zu berechnen: für Ballen 4, für Mattenverpackung 4,
für Säcke 2 und für einfache Umschließungen aus leichten Ge-
weben‘ 1 v. H. des Rohgewichtes.

Ist für Ballen im Taratarif ein geringerer Tarasatz als 4 v. HE};
für Mattenverpackung aber kein Tarasatz vorgesehen, so gilt
für die Mattenverpackung der Tarasatz für Ballen.

Die Bestimmungen in den vorstehenden Abs. 2 und 3 gelten
auch für die nach dem Reingewichte zollpflichtigen Flüssigkeiten
($ 3), welche außer den zum Reingewichte gehörigen unmittel-
baren Umschließungen noch Umschließungen haben, die sich
als Ballen-, Matten- oder Sackverpackung oder als einfache
Umschließung aus leichten Geweben darstellen (s. dagegen 8 8
letzten Abs.).

N

Die festgestellten Tarasätze gelten, soweit nicht Ausnahmen
besonders vorgesehen sind, nur für Umschließungen, welche die
Waren von allen Seiten umgeben und durchweg aus demselben
Stoffe bestehen. Es darf daher für unvollständige Umschlie-
Bungen, z. B. für Fässer ohne Holzböden, für Kisten, welche
nicht von allen Seiten geschlossen sind, für Körbe, Kübel, Eimer,
Pappkasten und Schachteln, denen der Deckel fehlt, für Pack-
stücke in teilweiser Umhüllung von Geweben oder Geflechten,

99
        <pb n="216" />
        Taravergütung nicht gewährt werden, wenn für dergleichen
unvollständige Umschließungen Tarasätze nicht ausdrücklich
festgestellt sind. Als vollständige Umschließungen können je-
doch auch solche Körbe angesehen werden, deren Deckel durch
einen dem Korbgeflecht an Gewicht nicht nachstehenden Stoff
ersetzt ist.

S 8.

Im Sinne des Taratarifes sind zu verstehen:

unter Kisten, Kistehen, Fässern, Kübeln und Schachteln:

solche aus Holz;

unter Überkisten und Überfässern:

Kisten und Fässer aus Holz, in denen Holzfässer mit
Flüssigkeiten eingehen;
unter Eimern:
solche aus Holz, Pappmasse oder unedlen Metallen;
unter Kanasserkörben (Kanassers, Kranjans):

Körbe aus Geflechten von gespaltenem. außereuropäischem
Rohr, die in der Regel durch Rohrstäbe verbunden, teilweise
auch mit Schilfblättern gefüttert sind;

unter anderen Körben und Körbchen:

solche aus Weidenruten, Rohr oder ähnlichen groben, schwer
ins Gewicht fallenden Stoffen;

unter Ballen:

Umschließungen, die durchweg aus mindestens einer doppelten
Lage von Packleinwand, Sackdrell, Wachstuch, Segeltuch,
Schilf-, Rohr-, Stroh- oder Bastgeflecht oder ähnlichen groben,
schwer ins Gewicht fallenden Stoffen bestehen; ‚einer doppelten
Lage eines dieser Stoffe sind zwei Lagen von je einem dieser
Stoffe gleichzuachten;

unter Mattenverpackung:

Umschließungen aus einer Lage von Schilf-, Rohr-, Stroh-
oder Bastgeflecht oder ähnlichen schwer ins Gewicht fallenden
Stoffen;

unter Säcken:

Umschließungen aus einer Lage von Packleinwand, Sack-
Drell, Wachstuch, Segeltuch oder ähnlichen schwer ins Ge-
wicht fallenden Geweben; den Säcken gleichzuachten sind Um-
schließungen, die durchweg aus einer doppelten Lage von leichten
Geweben bestehen;

unter einfachen Umschließungen aus leichten Geweben:

solche aus leichten feineren, auch aus lose oder netzartig
gewebten gröberen Geweben von pflanzlichen Spinnstoffen.

992
        <pb n="217" />
        Die Tarasätze für Kisten oder Körbe dürfen nicht ange-
wendet werden auf Kisten und Körbe, in denen Flüssigkeiten
eingehen, deren unmittelbare Umschließungen nicht in gewöhn-
lichen, sondern in größeren ballonartigen Glasflaschen bestehen.

8 10.

Für hölzerne Musterkoffer kann Taravergütung. nach den
zu den betreffenden Nummern des Zolltarifs für Kisten fest-
gestellten Sätzen gewährt werden.

6.12,

Für vollständige Umschließungen, die durch Aneinander-
fügen verschieden schwerer Stoffe hergestellt sind, darf, soweit
nicht dafür im Taratarife besondere Vergütungen festgesetzt
sind, die Vergütung nach den Sätzen für die ganz aus den leich-
teren Stoffen hergestellten Umschließungen gewährt werden.

8 16.

Bei der Ermittlung des Reingewichtes von Flüssigkeiten
(8 3), die der Verzollung nach diesem unterliegen und lediglich
in Fässern ohne weitere Umschließungen eingehen, können die
an den Fässern etwa vorhandenen Doppelböden aus Holz, so-
wie Kalk- oder Gipsböden vor der Verwiegung entfernt werden.

817.

Das den Waren zu ihrer Erhaltung auf dem Versand bei-
gegebene Eis kann vor der Feststellung des: zollpflichtigen Ge-
wichts, auch von den nach dem Rohgewichte zollpflichtigen
Waren, entfernt werden.

823.

Beim Eingang von zollpflichtigen, sowie von zollfreien Waren
bleiben handelsübliche Umschließungen zollfrei, soweit sie nicht
als zum Roh- oder Reingewichte der Waren gehörig mit der
Ware nach den für diese geltenden Zollsätzen zu verzollen sind.

Bei zollfreien Waren und ebenso beim Eingange der nach
Stücksätzen zollpflichtigen Waren bleiben auch diejenigen
handelsüblichen Umschließungen, welche bei den nach dem
Gewichte zu verzollenden Waren zum Reingewichte der Waren
gehören würden, insbesondere auch die nach den Waren be-
sonders geformten Umschließungen, zollfrei.

$ 24.

Als handelsüblich gelten die im Taratarife aufgeführten
Umschließungen für die Waren, bei denen sie genannt sind,
und die im $ 5 Abs. 2 dieser Bestimmungen aufgeführten für
Waren aller Art. Außerdem sind als handelsübliche Umschlie-
Bungen insbesonders anzusehen:

94
        <pb n="218" />
        1. Mäntel aus Zeugstoff, in denen Gewebe eingehen,

? Blechumschließungen (Blechkästen und dergl.), in denen
Zigarren eingehen,
hölzerne Musterkoffer in den Fällen des 8 10,

+ gefärbte, grobe Holzkisten (Holzkoffer), in denen feine
Felle zur Pelzwerkbereitung eingehen,

- Umschließungen aus Blei, Guttapercha oder Hartkautschuk,

in denen Flußsäure (Fluorwasserstoffsäure) eingeht,

6. eiserne Zylinder, in denen Steinkohlenteeröle eingehen,

7. eiserne Fässer (Trommeln), in denen Camphylen, Holzgeist,

Pyridinbasen, Rohglyzerin und Terpentinöl eingehen,

8. Fässer aus Eisen- oder Zinkblech, in denen reines Baumöl

eingeht,

9. eiserne zylindrische Flaschen, in denen Quecksilber eingeht,

10. zylindrische Fässer aus nicht verzierter Glanzpappe (so-
genannte Hermytfässer), in denen Öle und Fette, insbe-
sonders Schweineschmalz, eingehen,

11. Fahrradkörbe, in denen Fahrräder eingehen,

12. sogenannte "Trommeln, auf denen Kabel eingehen,

13. Gestelle von Holz und Eisen, auf denen Sammet und Plüsch,
sowie sammet- und plüschartige Gewebe eingehen.

$ 25:

Nicht handelsübliche Umschließungen sind nach ihrer Be-
schaffenheit zollpflichtig, soweit sie nicht als zum Roh- oder
Reingewicht der Ware gehörig mit der Ware nach den für diese
geltenden Zollsätzen zu verzollen sind.

S 26:

Umschließungen aller Art sind nach ihrer Beschaffenheit
zollpflichtig, wenn die Absicht einer Umgehung des Eingangs-
zolles für die Umschließungen augenscheinlich hervortritt oder
sonst nachweisbar ist. Dies ist in der Regel anzunehmen, wenn
die in den Umschließungen eingeführten Waren von geringerem
Werte sind als die Umschließungen, oder wenn neue Umschlie-
ßungen nur unvollkommen oder unregelmäßig mit Waren ge-
füllt sind.

Unter den sonstigen Bestimmungen befindet sich
noch folgende auf die Verpackung bezügliche Be-
merkung:

Koffer, in denen von Reisenden Handelswaren (auch Muster
oder Proben) mitgeführt werden, sind von der Zollbehandlung
als Reisegerät nicht ausgeschlossen.

Sachsenberg 15
DO
        <pb n="219" />
        Leere Umschließungen usw. für die Warenausfuhr:

Zu den Umschließungen, für welche die Zollfreiheit ge-
währt werden kann, gehören auch die sogenannten Möbelkoffer
oder lift-vans (zur Versendung von Möbeln über See oder auf
Bahnstrecken mit niedrigen Lademaßen bestimmte, den Ober-
teilen von Möbelwagen ähnliche kastenartige Vorrichtungen
ohne Wagenuntergestell und sonstige zur Fortbewegung die-
nende Einrichtungen).

6. AUSZUG AUS DEM HANDBUCH FÜR VERLADER
DER HAMBURG-AMERIKA-LINIE
Strohpackung:*)

Es ist anzugeben, ob Stroh und Heu als Packmaterial ver-
wendet werden oder nicht, mit dem Vermerk: „Cases marked
accordingly‘‘.

Gesundheitsatteste:*)

Bei Sendungen von Konserven in Dosen, Käse, Butter,
Schinken und anderen Nahrungsmitteln muß bei Einreichung
der Faktura ein Attest beigebracht werden, welches ausweist,
daß bei der Herstellung keinerlei gesundheitsschädliche Mittel
verwendet worden sind.

Bei der Verladung von Bier ist dem Konsulat eine Beschei-
nigung von kompetenter Seite vorzulegen, daß das Bier nicht
mehr als 4% Alkohol enthält; ebenso ist bei Weinverladungen
zu bescheinigen, daß der Wein nicht über 22 Centigrad Alkohol
enthält. Diese Atteste müssen vom Generalkonsulat legalisiert
werden.

Verpackung für den Seetransport:

Die beim Seetransport unvergleichlich größere Beanspruchung
der Verpackungsgefäße bedingt es, daß nicht nur stärkeres
Material zur Verwendung gelangt, sondern daß auch das
Gewicht des Inhaltes in das richtige Verhältnis zur Festigkeit
der Emballage gebracht wird. Sowohl bei der Ein- und Aus-
schiffung, als auch während der Seereise selbst werden die Kisten,
Ballen, Fässer usw. auf Druck in bedeutender Weise in An-
spruch genommen, und zwar nicht nur auf gleichmäßigen Druck
von oben, sondern auch auf den bedeutend gefährlicheren
seitlichen Druck, der darauf hinarbeitet, die Verpackungs-
gefäße aus ihrer Form zu bringen.

In erster Linie sollen Kisten aus so ‚starken Brettern her-
gestellt werden, daß ihre Festigkeit das temporäre Eindrücken

*) Gültig nur für den Versand nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika.

296
        <pb n="220" />
        und wieder in die frühere Lage Zurückkehren nicht gestattet.
Ferner sollen die Seitenteile der Kisten ein Ganzes bilden, was
entweder durch Zusammenleimen oder aber noch sicherer durch
Querverbindungen, womöglich auf der Innenseite angebracht,
erreicht werden kann. Deckel und Boden sollen besonders fest
gefügt sein und dürfen keinesfalls über die Seiten herausragen,
wie überhaupt danach getrachtet werden muß, eine möglichst
glatte Außenseite zu erzielen. Zum Schließen der Kiste sollen,
wenn nicht Schrauben Verwendung finden können, starke Draht-
stifte einer und derselben Qualität genommen werden. Eisen-
reifen aus genügend starkem Bandeisen sollen nicht nur an
beiden Enden, sondern auch in der Mitte der Kisten angebracht
sein. Hierbei ist dem Versorgen der Reifenenden ein besonderes
Augenmerk zu schenken, um das Abreißen und die Beschädigung
der anderen Güter zu vermeiden. Die Anwendung der soge-
nannten Sicherheitsklammern ist deshalb wärmstens zu emp-
fehlen, da sie ein wirksames Schutzmittel gegen das Öffnen
ohne Hinterlassung sichtbarer Zeichen sind.

Was nun den Inhalt anbelangt, so muß derselbe, besonders
wenn er größeres Eigengewicht besitzt, so fest gepackt sein,
daß eine Bewegung im Innern der Kiste, ein Setzen unmöglich
ist. Wertvollere Waren, wie Seidenstoffe, Tuche usw. sollen,
wenn nicht verlötete Blechkisten zur Anwendung kommen,
immer in wasserdichte Leinwand gehüllt sein, da Regen, See-
wasser oder andere Flüssigkeiten leicht Beschädigungen ver-
ursachen. können.

Waren in Ballen müssen durch gut und sicher verbundene
Eisenreifen gegen das Zerfallen gesichert sein, und es empfiehlt
sich besonders dort, wo Beschädigungen durch die Anwendung
der oft unvermeidlichen Haken zu befürchten sind, Holzunter-
lagen bei den Reifen anzuwenden, Bei Verpackung von festen
Waren in Fässern ist auf den früher erwähnten Umstand des
„Setzens‘““ Rücksicht zu nehmen.

Mehl, Zement, Nägel, Stahlstücke usw. werden durch das
Rütteln während des Bahntransportes auf ein bedeutend ge-
ringeres Volumen im Fasse als ursprünglich gebracht. Eine
Folge hiervon ist, daß die Deckel der Fässer keinen Halt mehr
von der Innenseite haben und bei der geringsten Beanspruchung
eingedrückt werden können. Sie müssen also von besonderer
Festigkeit sein.

Flüssigkeiten sollen womöglich nur in vollkommen tadel-
losen Gebinden verschifft werden, deren Reifen, wenn möglich,
vor der Einschiffung nachgetrieben werden müssen. Fracht-

(At
2907
        <pb n="221" />
        stücke, welche Flüssigkeiten enthalten, müssen mit der deut-
lichen Bezeichnung ‚‚Flüssig‘““ versehen sein. Bei gebrauchten
Fässern ist dem sicheren Verschluß früherer Anbohrungen ein
besonderes Augenmerk zu schenken.

Für Verladungen nach bestimmten Ländern ist es
noch erforderlich, daß entsprechend den Zollvorschriften alle
Stückgüter ihre Marken und Nummern, sowie den Namen des
befördernden Dampfers nicht nur auf der Oberseite, sondern
auch an den vier Seiten tragen. Bei Nichtbefolgung dieser
Vorschrift erheben manche Zollbehörden mehr oder weniger
hohe Strafen. Die Markierungsvorschriften für die verschiedenen
Relationen sind bei den Schiffahrtsgesellschaften oder Spedi-
teuren zu erfragen.

Die Markierung selbst soll aus möglichst einfachen Zeichen
bestehen. Buchstaben, die leicht verwechselt werden können,
sind zu vermeiden. Ein Buchstabe allein ist nie in Anwendung
zu bringen. Zeichen, Nummern und Bestimmungsort müssen
deutlich mit unverwischbarer Farbe und bei Kisten auf beiden
Stirnseiten mit mindestens 5 cm hohen Buchstaben geschrieben
sein. Bei schon einmal gebrauchten Verpackungsgefäßen sind
frühere Markierungen vollständig zu entfernen. Bei jenen Gütern,
bei denen die gewöhnliche Markierung nicht gut durchführbar
ist, z. B. bei Holz, Eisen in Stangen usw:, sind Farbenbezeich-
nungen anzuwenden und bei Maschinenteilen und dergl. Täfelchen
mit Draht zu befestigen, auf welchen die Markierung ersichtlich ist.

7. LITERATUR-VERZEICHNIS
A. Aufsätze
Selbsttätige Maschinen zum Packen und Einwickeln
von Seife

Zeitschr. f. prakt. Maschinenbau 1910

Seite: 197

Inhalt: Seifenstücke werden in doppeltem Papierbogen ein-

gewickelt und versandfertig in Kisten verpackt. 100 Stck/Min
Verpacken seemäßiger Maschinen

P: Buxbaum, Zeitschr. f. prakt. Maschinenbau 1911

Seite: 325

Inhalt: Es werden beschrieben die zum seemäßigen Ver-

packen geeignetste Holzart, die Herstellungsmethoden von
Kisten und Verschlägen und die Kosten der Verpackung
pro Gewicht.

DO
        <pb n="222" />
        Verpacken der Maschinen für Export
Francis H. Davis, Zeitschr. f. prakt. Maschinenbau 1911
Seite: 829
Inhalt: Fabrikation der Transportkiste, Zinkauskleidung
gegen Insekten und Würmer. Behandlung des Transportes
bei halbzivilisierten Völkern.
Packing Lathes for Shipment
H. M. Wood, American Machinist 1912 1.
Seite: 560
Inhalt: Ölpapier, Lattenanordnung, Unterschied in der Ver-
packung für Übersee und Kontinent.
Notes on Packing for Export
A. L. Haas, Americ. Mach. 1912 II.
Seite: 661
Inhalt: Richtiges Nageln und Bauart der Kisten.
Boxing Machinery for Export
Americ. Mach. 1914 Nov. 5
Seite: 797
Inhalt: Verpackungsarten von Werkzeugmaschinen und Arten
der Kistenherstellung.
Abwiegen von Materialien
Zeitschr. prakt. Maschinenbau 1919
Seite: 2045
Inhalt: Abwiegen von Backpulver und Verpacken in Kisten.
Verhütung von Maschinenbeschädigungen beim Trans-
port
Grempe, Fördertechnik und Frachtverkehr 1920
Seite: 13
Inhalt: Konstruktion der Kisten mit Rücksicht auf Zoll-
revision: Inhaltsverzeichnis im wasserdichten Umschlag.
Verpacktes Gut auf Rollen in den Kisten setzen usw.
Die Verpackung von Maschinen für weite Transporte
Wernecke, Werkzeugmaschine 1921
Seite: 223
Inhalt: Versteifung der Kistenkanten bei Aufladen mit Kran.
Verpackungsmaterialien, Schmierlöcher mit Holzstöpsel.
Joining Bars by Thermit Welding
L: Grinnell, Americ, Mach. 1922 I
Seite: 132
Inhalt: Verpackung von 20 m langen Wellen für Eisenbahn -
transport.

299
        <pb n="223" />
        Packing for Shipment
Americ, Mach. 1923 II
Seite: 550
Inhalt: Photographien und Skizzen über die Bauart der
Seitenwände und des Bodens von Kisten für Schleifma-
schinen.
Packing for Export
Americ. Mach. 1923 II
Seite: 768
Inhalt: Photographien über Verpacken von Schmierpumpen
und anderen Pumpen bei der Worthington Pump &amp; Machiner y
Co. in Harrison N: J.
Packing for Shipment
Americ. Mach. 1923 II
Seite: 918
Inhalt: 5 Photographien über Verpacken von Fräsmaschinen
bei Brown &amp; Sharpe, Mfg. Co. Anstatt Zeichnungen werden
den Arbeitern Blaupausen zur Instruktion beim Bau des
Lattenverschlages gegeben.
More Output: Lower Costs: Control
Management and Administration, Sept. 1923
Seite: 305
Inhalt: Spanschachtelfabrik.
/erpackung, Verladung und Versand von Lokomotiven
Melzetin, Fördertechnik und Frachtverkehr 1924
Seite: 135
Inhalt: Verpackung der einzelnen Lokomotivteile für Übersee:
transport.
'onstructing Strong Crates for Machinery
Machinery 1924, C. A. Plaskett
Seite: 506—507
Inhalt: Typisierung und Versuche an Lattenverschlägen.
Methods of Packing for Export
C. J. Priep, Americ. Mach. 61 Nr. 6 II. 1924
Seite: 2837 N
Inhalt: Sicherheit und Normung von Kisten zum Übersee-
Transport von Pumpen und Kesseln.
An Exemple of Secure Packing
Gisholt Machine Co. Americ. Mach. 60 Nr. 18 I. 1924
Seite: 655
Inhalt: Es werden Photographien über Verpackung von
Schnelldrehbänken gezeigt.

20)
        <pb n="224" />
        Screw Machine packed for Export with Legs
Americ. Mach. 60 I Nr. 23 1924
Seite: 842
Inhalt: Es werden Photographien von Verpacken der Revolver-
bänke gezeigt.
Old and New Methods of Crating
Americ, Mach. 60 Nr. 26 1924 I
Seite: 958
Inhalt: 8 Photographien über Verpacken von Schmiedeherden.
Wirtschaftliches Verpacken
Fritz Ludwig, Maschinenbau 1925
Seite: 721—723
Inhalt: Es werden einige Versuche der Forest Products
Laboratory in Madison/Wisconsin geschildert.
Verpackung von Maschinen
Pfeifer, Maschinenbau 1925
Seite: 723
Inhalt: Kurze Notiz über Versteifung von Kisten.
Verpackung von Eisenkonstruktionen für Bahn- und
Seeversand
Maschinenbau 1925
Seite: 725—726
Inhalt: Gewichtsgrenzen, Rostschutz, Raumabmessungen.
Sachgemäße Verpackungsarten für Triebwerksteile
Bamag, Dessau. Maschinenbau 1925
Seite: 726—729
Inhalt: Verpackung unter Berücksichtigung der Widerstands-
fähigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Seemäßige Verpackung
Klapper, Maschinenbau 1925
Seite: 729— 730
Inhalt: Beschreibung der Verpackungsarten, die von der
Worthington Pump and Machinery Corp. angewendet werden.
Verpackung
Hänecke, VDI-Nachrichten 1925
Seite: 32 (1. Beiblatt)
Inhalt: Isolatorenverpackung.
Boxing and Crating taught at Forest Products La-
boratory
Railway Age Nr: 19, 1925
Seite: 862—863._

21
        <pb n="225" />
        Wirtschaftliches Verpacken
Maschinenbau 1925, 4. Jahrgang, Heft 15
Seite: 721— 730
Inhalt: Wirtschaftliches Verpacken, die Verpackung von Ma-
schinen, Maschinen für die Herstellung. von Kisten, Ver-
packung von Eisenkonstruktionen für Bahn- und Seeversand,
sachgemäße Verpackungsarten für Triebwerkteile, seemäßige
Verpackung.
Fließarbeit in einer Kistenfabrik
Prof. Dr.-Ing. E. Sachsenberg, Maschinenbau 1925, 4. Jahrg.,
Heft. 21
Seite: 1040— 1045
Inhalt: Organisation einer Kistenfabrik und Umstellung der-
selben auf Fließarbeit.
Maschinen für Massenverpackung
Dr.-Ing. Kurt W. Geisler, Berlin, Zeitschr. d. VDI., Band 69,
Nr. 28/30, Seite 917—922; 981—984
Inhalt: Die Wirkungsweise der wichtigsten Maschinen für
— Massenverpackung wird erklärt.
B. Bücher
Packing for Foreign Markets
John F. Keeley
Verlag: Government Printing Office, Washington 1924.
Wooden Box and Crate Construction
Forest Products Laboratory, Madison/Wisc.
Verlag: National Association of Box Manufacturers, Chi-
cago IIL.

90
        <pb n="226" />
        VERZEICHNIS
derjenigen Firmen, die für vorliegendes Werk
sowohl Unterlagen als auch Abbildungen zur
Verfügung gestellt haben.
A.G. für Glasindustrie vorm. Friedr. Siemens, Dresden Abb. 72—78
Bega-Werke G. m. b. H., Hart-Papierfässer, Bad Salzuflen Abb. 111
Cremer &amp; Grosse, Kistenfabrik, Dresden Abb. 20—23
A. Fiedler, Holzwollhdl., Dresden
Geipel, Papierfabrik, Plauen-Crieschwitz
Gerasch A. G., Kartonnagenfabrik, Leipzig Abb. 90, 91, 170
Hinde and Dauch Paper Co. Sandusky/Ohio Abb. 117, 140, 145, 146
Hoffmann &amp; Lüssenho{ff, Stahlverbandverschlüsse, Dresden Abb. 138
Lauenstein, Schokol.-Fbr., Wernigerode
Lodge and Shipley Mach. Tool Co., Cincinnati/Ohio Abb. 25—27, 40
Loschwitzer Kartonnagen A. G., Dresden
Merzwerke Plomben- und Verschlüsse, Frankfurt-Rödelheim Abb. 161, 162,
164— 168
Mimosa Film A.G., Dresden Abb. 88
C. Moras A. G., Weberei, Zittau Abb. 156—157
Naumann, Säckegroßhdl., Dresden
Osthushenrich, Holzstoff-Kistenfbr., Dresden-Heidenau Abb. 106, 147
Räppel, Korbwarenfbr., Dresden Abb. 42—43
A. Reiche A. G., Blechemballagen, Dresden Abb. 60, 61
Residenzkaufhaus Dresden Abb. 34, 139, 144, 148, 150, 158—160
Sächs. Kartonnagen-Maschinenfbr., Dresden Abb. 80, 81, 83, 84, 86, 87, 94—105
Salzkotten, Fabrik explosionssicherer Gefäße Salzkotten Abb. 151—153
Singerwald &amp; Co., Blechemballagen, Leipzig-Leutzsch Abb. 55, 62, 65, 67
Speckbötel, Eckenheftmaschinen, Hamburg Abb. 15
Vorwärts, Vereinig. Dresd. Konsumvereine Abb. 38, 5254, 56, 119, 149,
154, 173
Weber &amp; Thomas, Fässerfbr., Dresden Abb. 44—48, 50, 51
Wetzel &amp; Naumann, A. G. Kartonnagen, Leipzig Abb. 92, 171, 172
Wolff &amp; Co., Flaschenkapselfbr., Walsrode Abb. 71

DR
        <pb n="227" />
        <pb n="228" />
        SACH
Abmessung 118 RZEICHNIS
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ARE Dieiweiß 14
gypten 21 Bl nschriftsend
Pe en Borkonabfi
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AR 33 enbehälter 57 BP
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Ather 216 214 Briofhüllen Format "89 59
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Ausreißzunge SU N CDS CH S 78
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Zelgisch-Kon, m gezogen 77 Deckel üb gezogen 67 7
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Bereifung, Drake Domyoln 02, %
Bereifung, an 41 Diagonalverst 65
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Beschö igungskartei gegen 161 ff TDosen. ech-, sch
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Bestimmungso Dosen,  Sebüberene 52, 139
Bezeichnung a On Dr 110 ecreme- 51 58 162
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Bienen 12 128 Dreil DE 148
en 226 9, 206 Druckempfind
1. tn, D indlichkei
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A w Sechei Dynamit 215 ellen- 9/10
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izinnfolie 61 Eier en 73/75
Eimer 207.
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935
        <pb n="229" />
        Eindrückdeckel 137 Feuerwerkskörper 216
Einfluß, elektrischer 141 Fichtenholzwolle 104
Einkochen 137 Filme 205
Einlage aus Aluminiumblech 90 Finnland 211
KEinsatzschieber 21 Fische, lebende 138
Einsteckschlitz 71 € Fischblase 61
Eintagsküken 129 Fischversand 36
Eisenbahnverkehrsordnung 213 Flaschen 59 ff
Eisenband 112 Flasche mit hohem Hals 60
KEisengriffe, umklappbar 159 Flasche, Ballon- 61
Eisenschutzköpfe 121 Flasche, Blechmantel- 65
Elastizität des Holzes 5 Flasche, Holzmantel- 62
Elastische Waren 120 Flasche, Korb- 65
Elektrische Einflüsse 141 Flaschenseiden 86
Entseuchung 108 Flasche, Stand- 60/61
Erdung 141 Flaschen-Strohhülse 85
Erfahrungssammlung 35 Flasche, Versand- 61
Eselstraglast 158 Flechsen 217
Ester 216 Fleisch, frisches 208
Explosiv 156 Florenceband 143
Kxplosionsgefahr 131 Flüssigkeitsbehälter 54
Exportpackungen 158 Flüssigkeiten 121, 205
A E Flüssigkeiten, auslaufende 130
Fallvorrichtung 34 Formatnormalisierung 9
Faltschachtel 70, 71, 160, 74 Füllmaterial 102, 130
Faltschachtel, Risse 71 Füllzylinder 132
Falzring 55 Furnierplatten 25
Farbbandschachtel 53 Futterleinen 97
Farbe 156
Farbenbezeichnung 228 Gammastrahlung 142
Fässer 37 ff Garne 145 ff.
Fässer 140, 208 Garne, Packtabelle der 146
Faßäpfel 140 arniermaterial 220
Fässer, Bauchweite 37 Garnstränge 146
Fässer, Bier- 38 Gase 121
Faßbodenstärke 39 Gasbildung 137
Faßdauben 37 Gase, hochgepreßte 121
Fässer, Festigkeitsbeanspruchung 40 Gebinde 121
Fässer, Geld- 210 Gebührentafel 136, 204, 210
Fässer, Hartpapier- 81 Gefäße, doppelwandig 134
Faßherstellung 42 Geflecht, Zwischenräume 36
Faß, Lithopon 38 Geflügel 208
Fässer, Mehl- 140 Gefrierverfahren 136
Faß-Kopfweite 37 Gegenstände, verderbliche 206
Faß, Metall- 45 Gerrard-Verschluß 110/111
Faß, Papp- 79/81 Heruchempfindlichkeit 135
Faß, Pack-, Patent- 43 Gesundheitsattest 226
Fässern, Pichung von 40 Gewebe 92 ff., 144
Faß, Rauminhalt 37 Gewebe, Hessian- 92
Faßring 42 Gewebe, Jute- 96
Faß, Senf- 44 Gewebe, Köperstoff- 97
Federung 128 Gewicht 122
Fette 218 Gewicht, Aufstoß- 124
Fettstoffe 206 Gewichte, äußerste 158
Feuchtigkeit, Luft-, Bruttogewichts- Gewichte, Ballen- 117
veränderung durch 4 Gewichte, Brutto- 155
Feuchtigkeitsgehalt des Holzes 4 Gewichtsgrenzen 158
Feuchtigkeitseinflüsse auf Ver- Gewicht, Holzwolle- 104
packungsinhalt 129 Gewichte der Kistenwandungen 6/7
Feuergefährlich 156 Gewichte, Rein- 220/222

2326
        <pb n="230" />
        Gewichte, Roh- 219 Holzwolle, Füllung 63
Gewichte, Tara- 212 Holzwolle, Geruchfreiheit 683
Gifte 141 Holzwolle, naß 63
Gipsboden 42 Holzwolle, Pappel- 63
Glas 205 Holzwolie, Spanbreite 63
Glasblasen 133 Holzwolle, Spanstärke. 68
Glas, gereinigt 64 Holzwolle, Splitter 63
Glas, Roh- 64 Holzwolle, Staubgehalt 63
Glas, Kristallwaren 124 Holzwolle, Qualität 104
Glas, feinere Ware 124 Holzwolle, Preise 105
Glas, Massenware 123 Holzwolle, Seile 105
Glas, empfindlicherere Ware 123 Holzwolle, Seilpreise 106
Gläitegrade 86 Hopfentuche 97
Goldlack 135 Hutkarton 79/80
Grifflöcher 37 Hutschachtel 79/80
Grifimulde 158 eb n .
Griplock-Verschluß 110 Ca bei Faltschach-
GB SEEN 132 Inhaltsbezeichnung 121
N um stepel 155 Innenkonstruktion 2
Gürtelschachtel 72 Da 428
Joba-Verschluß 111/112

Haftung 212 5 Jutekörper 97
Hakenbrett 145 Juteleinen 96
Halbstück 38 e =
Hals, eingezogener 67 ee DE An 9
Hals, eingesetzter 67 ‚8
Handbuch für Verlader der HAPAG U DEN 135, 217

226 alkmilchüberzug 153 es
Handelsgesetzbuch 212 Kaliko-Leinwandstreifen 84
Handgriffe 37 abet 61, 54
Handlichkeit 157 ff. anister, eckige 54
Handnaht 100/101 a explosionssichere 131
Harras 29/30 Canister, runde 54
Hartpackung 70 Kappenschachtel 67
Harte Waren 119 SR 66
Häute 217 arbid 131
Häute, gesalzene 135 Karbol 136
Heften 18, 73—75 Kartoffeln 140
Heftarten 75 Karton für Film 72
Hemdentuche 143 Kartonnagen 65, 81
Hessiangewebe 92 En U von 138
Heu 102, 109 äsesorten 138
Hobbok 46 Kesselrückstände 217
Holzfurnier 78 Kidra-Verschluß 110
Holzfurnier-Plättchen 120 De 128/129
Holzkäfer 137 ıste 511.
Holskarlonnacen, 78 Kiste, Ausbau der 20
Holzkohlen 217 En N 130
Holzkübel 43 isten, Brettstärken von 6
Homann 64 A 10 ff,

olzschutzgefäße 63 AO OP , 151
Holzspäne 107 ff. Kiste, Eier- 140
Holzunterlagen 227 Kiste, Einheits- 156
Holzwolle 102 ff., 209 Kiste, Export- 10, 22, 24
Holzwolle, Ballen- 161 Kiste, Flaschen- 22/23
Holzwolle, Fadenlänge 102/103 Kiste, französisch genagelte 10 ff.
Holzwolie, Fichten- 104 Kiste, Furnier- 23
Holzwolle, Feuchtigkeitsgehalt Kiste, Geld- 210

102/103 Kiste, handgenagelte 14/15

027
        <pb n="231" />
        Kiste, Holzstoff- 209 Ledersessel 128

Kiste, Kuchen- 21/22 Lecrvermerk 156, 207

Kiste, Latten- 146 Leguminosen 128, 137

Kiste, Leer- 157 Leim 40

Kiste, maschinengenagelte 14/15 Leinensackeinsatz 99

Kiste, Pappel- 135 Leisten 10 ff., 163

Kiste, Post- 78/79 Leiste, Boden- 122

Kiste, Schieberdeckel- 125 Leiste, Bund- 12

Kiste, stumpf genagelte 10 ff. Leiste, Deckel- 11

Kiste, Überstülpen der 123 Leistengitter 30

Kiste, ungenagelte 162 Leiste, Griff- 11

Kiste, zusammenlegbare 160 Leiste, Seiten- 11

Kiste, Zwieback- 52 Leiste, Schutz- für Körbe 36

Klammer, Anpreß- 76 Leiste, Schwert- 11

Klammer, Beutel- 90 Leukoplaststreifen 51

Klammer, Ecken- 75/76 Linoleum 144

Klammer, Etiketten- 90 Lohnbeutel 88

Klammer, Flach- 75/76 Luft, flüssige 134

kE lammer, Heft- Laftlöcher 129

Klammer, Kisten- 111, 148, 149 Magnete 142

Klammer, Sicherheits- 210, 227 Markierungsvorschriften 228

Klammer, Kisteninnen- 111 Mattdruck 52

Klammer-Verbindung 77 Mehlige Waren 120

Kleben 74 Mehlmotten 99

Koffer 160, 225 Metallbuchstaben 155

Koffer, Möbel- 226 Metalleinsatz 20

Koffer, Muster- 224 Metallmantel 62

Kohlenteerüberzug 128 Metallschilder 156

Kohlenwasserstoff 217 Metallstücke 209

Kompakte Waren 120 Metoschnürung 113

Konfektionskarton 79/80 Mexiko 211

Konfitürenkapsel 90 Milchkannen 46

Konserven 52 Mischsendung 204

Kontaktstellen 142 Mitteilungen, schriftliche 206

Kontrollierbarkeit 146 ff., 152 Mottenfraß 128

Körbe 35 ff., 207 Mottengefahr 130

Körbe, Blechstreifen- 62 Müllerbund 100

Körbe, Buchenspan- 35 Nagelung 13 ff

Korb-Deckel 37 Nazelabstände 159

Korb-Geflechte 220 Nünol. Haltekrat 6

Körbe-Kanasser 223 ögel, Holtekraft der 1

Körbe, Schutz- 214 Nagelkopfunterlage lı1

Körbe. Span. 35 Nägel, vorstehende 162

 KOrbe Weidengefluchtene! 35 NACH

Kor  Selenden (10 WONG Nägel, zementierte 15

Kotbleche 126/127 NORT ODE TUNG) Tr
Naht, Ketten- 100/101

Krampen 12, 18 Naht, Roll- 100/101

Kranhaken, Anschlag der 122 Netztuch 96

Kunsthonigwürfel 46 Nieten 7375 i

Lagerung, drucksichere 139 Nieten, Bodenschutz- 76/77

Landessprache 155 Nieten, Hohl- 76

Lattenfuß 29 Nieten, Stilt- 76

Lattennormung 28 Nitrocellulose 218

Lattenverbindung 26/27 Normalisierung 162/163

Leckage 212 Normalisierung der Formate 159

Ledergriff 159 Nub and) Kederad

Lederhandgriffe 37 Oele 218

Lederriemenschlaufen 37 Oelpapierumhüllung 31

DQ
        <pb n="232" />
        Olivenölpipen 41 Papier, Gardinen- 86
Oxhoft 38, 42 Papier, Gelatin- 87
Paddings 98 Papier, Kugel- 83, 85, 107
Päckchen 204, 207 Papier, maschinenglattes 87
Pakete 204 Papier, Oel- 86, 135
Pakete, Geld- 210 Papier, Pack- 85 if, 157
Pakete, gewöhnliche 209 Papier, Pergamin- 85
Pakete-Karte 205 Papier, Postpaket- 85
Pakete, Wert- 209 Papierpreise 86
Packung, deutsche 144 Papierrauhigkeit 86
Packung, englische 144 Papier, Seiden- 86, 107
Packung, Apfelsinen- 126 Papier, Spelt- 86, 107
Packung, aufgeklappte 154 Papier, Schrenz- 86, 107
Packung, Blech- 48 ff Papier, schwefelfreies 88
Packung, Blech-, genurmt 48 Papier, Steinnuß- 87, 144
Packung, Einzel- 115 Papier, Stroh- 83
Packung, Fahrrad- 127 Papier, Tauen- 85
Packung, Faß- 125 Papier, Transparit- 87
Packung, Flaschen- 83 Papiertüten 85
Paekung, Garn- 56 Papier, Wachs- 86, 139
Packung, Garn-, lange 146 Papierwolle 102, 106
Packung, Garn-, kurze 146 Papier, Zeresin- 137
Packung, geschlossene, für Tex- Pappe 65
tilien 154 Papphülsen 145
Packung, Glühlampen- 125 Pappkarton 81
Packung, Holz- 4 {ff Pappschilder 156
Packung, Käse- 120, 138 Pappversteifungsringe 80/81
Packung, Klubsessel- 109 Pappe, warm gezogen 78
Packung, Krepp-Papier- 85 Paraffinpapier 86
Packung, Leichtmetall- 2 Parfümerien 153
Packung, Lumpen- 117 Paßhüllen 87
Packung, Maschinenteile- 109 Pastillenschachteln 53
Packung, Massen- 115 Patentschachtel 72—74
Packung, Motoren 30/31 Patronen 218
Packung, Nudel- 126 Pergamentersatz 86
Packung, Pappe- 65 Pergament, vegelabilisches 86
Packung, Porzellan- 65, 128 Pergamin 86
Packung, Rohrmöbel- 115 Pergaminwolle 106/107
Packung, Rollen- 124 Pfeil 148
Packung, schachbretiarlige 116 Pillenschachtel 54
Packung, Schau- 87, 143/144, 153 Plansackleinen 97
Packung, Schuh- 91 Plättbretter 115
Packung, Seifen- 117 Plombe 147
Packung, Textil-, deutsche 143 Plombe, Blei- 156
Packung, Textil-, englische 143 Plombe, Dreifachbördel- 150
Packung, Vollstroh- 124 Plombe, Merz-Waggon- 149
Packung, Wellpapp- 83 ff Plombe, Schluß- 113
Packung, Wellpapp-, bruchsichere 125 Plombe, Zweifachbördel- 150
Packung, Zigaretten- 51 Polierte. Möbel 128
Papier 65, 107 {f Polstermöbel, Matratzen 129
Papier, Asphalt- 86 Porzellanfiguren 125
Papierbeutel 88 Postbeförderung 204
Papierbindfaden 110 Postordnung 204
Papier, Celophan- 87 Pralinen 153
Papier, chlorfreies 87 Präserven 137
Papier, Einschlag-, lichtundurch- Preisvergleich für Korbballons und
lässiges 86 Blechkannen 59
Papier, Finschlag-, rostsicher 86 Preisvergleiche für Kanister 58
Papier, Export-. amerikanisches 91 Preßplüsch 145

229
        <pb n="233" />
        Profilhüllen 127 Sauerstoff 121
Prüfstempel 121, 215 Seegras 102, 109, 135
Prüfverfahren 34 Seetransport 226
Pulver 206 Segeltuch 101
Puncheon 38 Seide 143
Futzwolle 219 Seidenwolle 107

rn Seriennummer 155
Querriegel 161 Sessel 115
Radium 205 Setzen der Ware 227
Radiumpräparal 142 Sicherheitsnadeln 116
Rand, eingezogener 69 Sicherheitsplättchen 132
Raumausnutzung 160 Sicherungsanstrich 151
Reichspostordnung 153 Siegel 149
Reifen, Bandeisen- 41 Siegelabdrücke 209
Reifen, Eisen- 227 Siegel, Kisten- 111, 148
Reifen, Faß- 39, 45 Siegellack 149
Reifen, Nachtreiben des 121 Siegelmarken 209
Reifen, Schutz- 41 Siegel, Paket- 147
Reifen, Verstärkungs- 47 Siegelung von Wachspapier 87
Reisegerät 225 Siegelzange 147/148
Reisetasche 209 Sisalhanfschnur 32
Reklameblatt 154 Sonderpfosten 33
Rillen von Kartonnagen 70 Sperrholz 5
Ritzen. von Kartonnagen 70 Spinnstoffe 219
Ritzempfindlichkeit 126 Sprengstoffe 204
Rollen-Einrichtung 79 Schablonen 155
Rollöse 50 Schachtelkörper 49
Rostgefahr 129 Schälfurniere 23
Rostschutzfett 129 Schälholz 44
Rundschilder 157 Scharnier, drahtloses 47, 49
Rußland 212 Scharnier, Draht- 49
Sachen, faulende 205 Scharnier, Lappen- 49
Säcke 92 Scharnierkästen 160
Sack, Bahia- 99 Scheuerbreiter 110
Säcke, Baumwoll- 92 Schieber 155
Sackbinde 100 Schiebeschachtel 70
Säcke, Doppel- 98 Schießmittel 204
Säcke, gebrauchte 98/99 Schimmelpilzbildung 137
Säcke, Jute- 92, 143 Schmierseifenkübel 44
Säcke, Kaffee- 99 Schrauben 18
Säcke, Kakao- 99 Schuhereme 139
Säcke, Kasten- 95 Schuhkartons 163
Säcke, Leinen- 92 Schutzbrücken 63
Säcke, Maschinen-, neue 135 Schutzecken 110
Sackmaß 98 Schutzeinteilung 81/82
Säcke, Mairatzen- 101 Schutzrohre 78, 152
Säcke, Matten- 99 Schutzstreifen 83/84
Säcke, Papier- 92 Schwerpunkt 122/155
Säcke, Reis- 99 Schwerpunktslinie 122
Säcke, Salpeter- 95 Schwinden 212
Säcke, Salz- 99 Stadttransport 158
Säcke, Sand- 95 Stahlband 112
Säcke, Segeltuch- 101 Stecknadeln 117
Säcke, Textilit- 92 Steg für dreieckige Formen 81
Säcke, Thome- 99 Steg für viereckige Formen 81
Sägespäne 108 Steg, Kamm- 81
Salzkottengefäß 131 Steg, Längslagen- 81
Samt 145 Sterilisieren 136
Samtständer 145 Stiften 118

240
        <pb n="234" />
        Stirnwand 5, 10 Verklammerung 77
Stöcker 36 Verlader 226
Stoffe, ätzende 141 Verladungen 228
Stoffe, geköperte 96 Verletzungen 162
Stoffe, glatte 96 Verletzungsgefahr 119
Stöpsel, eingeschliffen 60 Vernierung 52, 135
Stoßbeanspruchungen 34 Verpackung, Außen- 131
Stoßdämpfung 125 Verpackungsformat 159
Sireubüchse 69 Verpackung, Holzwoll- 104
Stricke, geteerie 135 Verpackungsmenge 115 -
Strickgriff 159 Verpackung, Organisation der 156
Strickhenkel 37 Verpackung, paarweise 160
Stroh 102, 108, 226 Verpackung-Rest 136
Strohgeruch 108 Verpackung, unvollständige 2
Strohhülsen 209 Verpackung, Watte- 122
Strohpapierwolle 106 Verpackungszeichnung 155.
Strümpfe 144 Versandkarton für Seide 79
Stückkontrolle 116 Versandrolle 77/78
Stülpschachtel 69 Versandschwierigkeiten 134
a 65 1f Versandvorbereitung 136
On EL0, 220 Verschlag 25, 129 T
Tara-Abzüge 2 Verschlag, Apfelsinen- 31
Tara-Ordnung 42, 219 Verschlag, Latten- 26

Tektur 90 Verschlag, Pfosten- 27
Temperatur-Isolierung 85 Verschlag, Rund- 29
Teppichrolle 144 Verschluß, Aufsteck- 55/56
Termitenfraß 128 Verschluß, Bandeisen- 111
Textilabfälle 108 Verschluß, Band-, genietet 111
Textilien 154, 162 Verschluß, Bügel- 149

Tiere, lebende 129, 205, 218 Verschluß, Druckknopf- 149
Tonne, Butter- 38 Verschluß, Einsteck- 90
Tonne, Herings- 42 Verschluß, Exzenter- 47
Tonne, Schotten- 38 Verschluß, Faß- 39

Tonne, Sirup- 38 Verschluß, Gerrard- 110/111
Tonne, Zinkband- 38 . Verschluß, Griplock- 110
Tortenschachtel, genietete 77 Verschluß, Hilfs- 139
Tragseile 122 Verschluß, Joba 111/112
Tränkung 129 Verschluß, Kapsel- 61
Transportrücksichten bei Flug- Verschluß, Keilring- 47

zeugen 1 Verschluß, Kidra- 110

Transportverletzung 101 Verschluß, Klemm- 55/56
Treppenvorleger 110 Verschluß der Körbe 37
Trommel 120 Verschluß, Kork- 60

Tuche 143 Verschluß, Lackkanister- 56/57
Tüten 88 Verschluß, Dr. Lorenz- 61
Übergefäß 215 Verschluß, Milchkannen- 47
Überklebstreifen 68 Verschluß, Sack- 99 1f *
Überschlagslänge 1683 Verschluß, Scheiben- 56, 89/96
Uhren 142 Verschluß, Schrauben- 55/56
Umschließungen 220 Verschluß, Stearin- 60
Umschließungen, unvollständige 222 Verschluß, Stöpsel- 55/56
Umschnürung 151, 209 Verschluß, Stroh- 60

Ventil 121 Verschluß, Verpackungs- 153
Ventilation 138, 140 Verschluß, Walo-Kapsel 61
Ventilationslöcher 130 Verschnürung 109

Verderb 212 Verschrammung 128
Verdunstung 130 Versteifungsecken 75
Vereinheitlichung 163 Versteifung, Faßboden- 42

4]
        <pb n="235" />
        Verzargung 12/13 Widerstandselemente 159
Verzierung 51 ff Wild 208
Verzinkung, gerade 19 Wulste 36
Verzinkung, schräge 19 Yaleschloß 151
Verzinkung, Schwalbenschwanz- 19
Viertelstück 38 Zackenschachtel 69
Vollvoile 143 Zahnräder 126
Vorstehboden 65/66 Zapfloch 46
Vorstehrand 67 Zarge 51

Zargenhals 68
Wachstuch 101, 145 Zellstoffwatte 108
Wälztrommel 34 Zerbrechlichkeit 123
Waren, Dutzend- 144 Zersetzungsprozeß 137
Waren, Partie- 144 Zigaretten 139
Waren-Proben 204, 206, 207 ” igaretten-Etuis 78
Waren, Regulär- 144 _.igarettenschachtel, vorgeklebie 74
Waren, unverpackte 153 Zigarren 139
Waren, Web- 142/143 Zinkblechhaube 133
Wärme-Empfindlichkeit 134 Zinkeinsatz 128, 135
Wasserstoff 121 Zinnbehälter 133
Webstoffe 219 Zinnfolie 138
Wechselordnung 212 Zollabfertigung 219
Weckgläser 124 Zuckersackleinen 97
Weichpackung 155 Zündmittel 204
Weidenmantel 62 Zündpunkte 134
Weidenruten 36 Zustand der Waren 119
Weißblechbänder 32 Zwischenlage, Papp- 119
Wellpappe 82, 83, 184 Zwischenloch, Holz- 119

242
        <pb n="236" />
        <pb n="237" />
        on Siedesalz
kg 64 x 90 cm 50 kg 53 X 110 cm
kg 70 x 123 em. 62% kg 58% X 124 cm
In 75 kg 66. x 132 cm.
kg 75 X 130 cm. Steinsalz
x 62% kg 47 x 102 cm
kg 50/60 x 100 cm H 320—350 100 kg 60 x 114 cm.
kg 65 x 115 cm u. 57 x 135 cm Schnitzel
kg 65 x 135/143 cm 80 X 135 u. 75 x 155 cm H 335
Pfd, 28 x 45 cm 83 X 160 cm.
&amp; % Pfd. 29 x 48 cm Schwefel pulv.
) Pfd. 22 x 40 cm 50 kg 47 x 99 cm T u. D. W. B. 480.
: Pfd. 40 x 60 cm Schwefelblüte
x Pfd. 37 x 70 em. 50 kg 52 x 90 cm
7 So 100 kg 65 x 115 em.
kg 50 x 90/100 cm H 335 Seradella,
&amp; kg 65 X 115 cm. 50 kg 61 X 112 cm
1
; kg 64 x 92 cm H 365, 425 u. ES nes DZ
- D. W. B. 520 70 kg 81 x 122 cm.
&gt; kg 68 x 145 cm. Soda
)y kg 60 x 100/110 cm H 185 und En % 120 em 260.
enter 65X115, 57X87, 62x 114 cm H 275.
“ X 120 cm H 320 ohne Saum. Stärke, trocken
ras 100 kg 70 x 119 cm H 365-—425
kg 97 x 150 cm 50 kg 57 x 99 cm.
kg 100 x 180 em. Stärke, feucht
Al enmehl siehe Mehl. 100 kg 65 x 110 cm.
ucker Treber siehe Biertreber.
X 110 cm D. W. B. 490 S.W.B.505. Thomasmehl
De 50 kg 38% x 83 cm
N ‘kg 18 x 24 cm H 350 75 kg 42 x 101 cm
SB kg 20 x 37 cm 100 kg 49% x 104 cm.
8 % kg 27 x 37 cm Tonsäcke
% kg 35 x 50 cm 50 kg 47 x 75 em.
&amp; kg 40 x 75 cm Wolle, weiß
N EC 50 kg 114 x 150 cm
N g 75 X 145 cm 75/100 kg 114 x 265 em.
kg 50 x 95 cm Woll ae
£ % kg 56 x 99 cm. DS a
u 85 kg 100 x 150 cm
$, )kg 68% x 132 6m H 350—365. 300 kg 100: &gt;: 180 6m:
N bäcke Wolle, Kastensäcke
7. X 60cm H 275. 76 X 86 X 164 cm H 395
itersäcke 77 X 86 X 100 cm.
- X 110 cm H 380—425. Ziegelerde
&amp; 100 kg 60 x 100 em.
kg 41 x 100 cm H 245—275 Zucker
® kg 32 x 83 cm 100 kg 67% X 114 cm HB 520
A kg 55 x 127 cm 68 X 120 cm (auch 505 u. 490)
% kg 55 x 135 cm. 72 X 113 cm.
C
©
®

g 95
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
