Die bürgerliche Nationalökonomie nach Marx ' ging und der einer der bedeutendsten der je existierenden Oeko- nomisten war*®*.‘“ Doch gelang es Gossen trotzdem nicht, eine neue Richtung zu schaffen. Diese entstand erst mit den Arbeiten der späteren Oekonomisten; erst mit Anfang der 70—80er Jahre des vorigen Jahrhunderts fand die Grenznutzentheorie eine ge- nügende Stütze in der „gesellschaftlichen Meinung‘ der herr- schenden wissenschaftlichen Kreise und wurde rasch communis doctorum opinio. Die Schule Jevons, besonders aber Walras, die den mathematischen Charakter und die mathematische Methode in der politischen Oekonomie unterstreicht, arbeitete einen Ideen- zyklus aus, der sich in einigem von der österreichischen Theorie unterscheidet; ebenso die amerikanische Schule mit Clark an der Spitze. „Die Oesterreicher‘ gaben dagegen eine Theorie des Su b- jektivismus (Psychologismus) auf der Grundlage der An- alyse der Konsumtion. Dabei ist Böhm-Bawerk zum krasse- sten Träger der „Österreichischen‘‘ Theorie geworden. Er gab eine der bestbegründeten Werttheorien vom Standpunkte dieser Schule aus, endlich stellte er, ausgehend von der Grenznutzentheorie, eine fast neue Theorie der Verteilung auf. Er ist das anerkannte Haupt der Schule, die im Grunde genommen nicht öster- reichisch ist, noch je es war (wie wir dies bereits aus dem flüchtigen Hinweis auf die Vorgänger sahen), die im Gegenteil zur wissenschaftlichen Waffe der internationalen Rentnerbour- geoisie wurde. Erst die Entwicklung dieser Bourgeoisie gab den „neuen Richtungen‘ einen Stützpunkt; bis dahin gab es nur wissenschaftliche „Einzelgänger‘. Die rasche Entwicklung des Kapitalismus, die Verschiebung der gesellschaftlichen Gruppie- rungen und die Zunahme der Rentner, dies alles ließ in den letzten Dezennien des 19. Jahrhunderts alle die sozial-psychologi- schen Voraussetzungen entstehen, um die schwachen Triebe zur Blüte zu bringen. Der Rentner, der internationale Rentner fand in Böhm-Bawerk seinen wissenschaftlichen Führer, in seiner Theorie die wissen- schaftliche Waffe nicht so sehr für den Kampf gegen die Ele- mentargewalten der kapitalistischen Entwicklung als vielmehr gegen die immer drohendere Arbeiterbewegung. In der Person Böhm-Bawerks geben wir also eine Kritik dieser neuen Waffe. 3 lb. SS. 354-—355.