Die Werttheorie zu verstehen: ‚„„...die objektive Geltung der Güter im Tausch, oder mit anderen Worten, die Möglich- keit, fürsieim Austausch eine Quantitätande- rer wirtschaftlicher Güter zu erlangen, diese Möglichkeit als eine Kraft oder Eigenschaft der ersteren Güter gedacht.“ So der Begriff des objektiven Tauschwertes. Die letzte Definition ist ihrem Wesen nach weder zutreffend noch wäre sie richtig, wenn Böhm-Bawerk seinen Standpunkt konsequent durchgeführt hätte. Der Tauschwert der Güter wird hier als „ihre objektive Eigenschaft‘ in eine Linie mit den phy- sischen und chemischen Eigenschaften der Güter gestellt; anders gesagt: „der Nutzeffekt‘“ im technischen Sinne des Wortes wird mit dem ökonomischen Begriff des Tauschwerts identifiziert. Dies ist eben der Standpunkt des groben Waren- fetischismus, der für die ‚vulgäre politische Oekonomie so bezeichnend ist; in Wirklichkeit „hat die Warenform und das Wertverhältnis der Arbeitsprodukte, worin sie sich darstellt, mit ihrer physischen Natur und den daraus entspringenden ding- lichen Beziehungen absolut nichts zu schaffen**.“ Vom Standpunkt Böhm-Bawerks selbst kann seine Behaup- tung im Grunde genommen auch nicht aufrecht erhalten werden. Wenn der objektive‘ Wert nichts anderes als ein Ergebnis der subjektiven Wertschätzungen ist, so darf er nicht mit den che- mischen und physischen Eigenschaften der Güter in eine Linie gestellt werden; vielmehr ist er grundsätzlich von ihnen verschie- den: Er enthält auch kein „Atom Materie“, da er von immateriel- len Elementen abstammt und gebildet wird, wie dies der Fall bei den individuellen Wertschätzungen der verschiedenen ',,Wirt- schaftssubjekte‘“ ist. Mages noch so sonderbar klingen, wir müssen trotzdem konstatieren, .daß der reine „Psychologismus“, der für die österreichische Schule und Böhm-Bawerk so. bezeich- nend ist, sich mit dem vulgären, extrem-materialistischen Feti- schismus, also mit einem, dem Wesen nach sehr naiven und un- kritischen Standpunkt, vertragen kann. Böhm-Bawerk protestiert zwar gegen eine Auffassung des subjektiven Werts, nach der dieser den Gütern als solchen, ohne Beziehung derselben zum wertschätzenden Subjekt, anhaften soll, stellt aber selbst bei der Definition des objektiven Wertbegriffs diesen auf eine Stufe mit 10 Böhm-Bawerk: „Grundzüge usw.“, S. 5. Eine andere Terminologie gebraucht K. Menger. (Siehe seine „Grundsätze“, S. 214-—15.) 11 Karl Marx: „Kapital“, Bd. TI, S. 39. 68