Die Lehre vom Substitutionsnutzen 1 Erscheinungen durch die andere Kategorie von Erschei- nungen. Im ersten Falle kann man sich nur in der Unendlichkeit von Zeit und Raum verlieren, so daß jede etwaige Wertschätzung uns weit über die Grenzen der Jetztzeit hinausführen würde; wir würden in diesem Falle einen ununterbrochenen Film in umge- kehrter Reihenfolge aufrollen, doch würde das keine Lösung eines theoretischen Problems, sondern ein endloses Verweisen von Pontius auf Pilatus sein. Eine derartige Sachlage ist selbst- redend kein Zufall. Wie bereits oben erwähnt, mu ß te Böhm- Bawerk sich in diesen Zirkel verirren, da ihn dazu die individua- listische Position der Österreichischen Schule unvermeidlich führte. Die „Oesterreicher‘‘ begreifen es nicht, daß die individu- elle Psyche eines Menschen vom sozialen Milieu bestimmt wird, daß das „Individuelle‘‘ des Gesellschaftsmenschen zum größten Teil nur „Soziales‘‘ ist, daß das „soziale Atom“‘‘ ein ähnliches Hirngespinst der Oesterreicher ist, wie der ‚„kränkliche Prole- tarier der Urwälder‘‘ von Wilhelm Roscher!‘. Deshalb verläuft die Sache relativ glatt, solange es sich um die Analyse der „Mo- tive‘ und „Wertschätzungen‘‘ der ausgedachten Robinsons han- delt; sobald wir aber zur Gegenwart gelangen, erscheinen un- überwindliche Schwierigkeiten: man kann ja nicht eine theo- retische Brücke von der Psyche des „isolierten Subjekts‘ zu der des Menschen der Warenproduktionswirtschaft schlagen; gehen wir aber von der Psyche des letzteren aus, so sind damit die „Objektiven‘‘ Elemente der wirtschaftlichen Phänomene der Warenwirtschaft bereits gegeben, folglich können sie auch nicht ganz und gar von individuell-psychischen Erscheinungen abge- leitet werden, ohne daß man dabei idem per idem bestimmt. In der Lehre vom Substitutionsnutzen tritt somit die Un- richtigkeit der methodologischen Grundlagen der österreichischen Schule und deren theoretische Unzulänglichkeit klar zutage. Die Bestimmung dessubjektiven Wertesdurch den objektiven, der selbst vom subjektiven Wert abgeleitet wird, — dasiist der Grund: fehler Böhm-Bawerks, der sich in veränderter Form immer wieder bei der Lösung von vielen anderen Teilproblemen wiederholt*®. ‘7 Der Unterschied ist nur der, daß Roscher im Vorgesellschaftsmenschen den Proletarier sah, während Böhm-Bawerk im Proletarier den Vorgesell- schaftsmenschen sieht. Ü 5 „Die Versuche der Kritik dieser Theorie (d. h. der Grenznutzentheorie. N. B.) — schreibt Tugan-Baranowsky — sind in den meisten Fällen so schwach, daß sie keiner ernsten Widerlegung bedürfen. .Der Haupteinwand gegen diese Theorie, nämlich, daß die Größe der Befriedigung, die wir von