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        <title>Die politische Ökonomie des Rentners</title>
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            <forname>Nikolaj Ivanovič</forname>
            <surname>Bucharin</surname>
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      <div>ar Die Werttheorie (Fortsetzung) 
nerseits vom Standpunkte der Oesterreicher auf Gesetze zurück- 
geführt werden muß, die die subjektiven Wertschätzungen be- 
stimmen, d. h. letzten Endes auf das Gesetz des Grenznutzens. 
Kann man aber in Wirklichkeit ohne weitereErklärun- 
gen den Preis nur durch das Gesetz von Angebot und Nach- 
frage befriedigend erklären, wozu dann überhaupt die subjektive 
Werttheorie? Endlich, da das Gesetz von Nachfrage und Ange- 
bot selbst nach der Grenznutzentheorie erst durch die Gesetze er- 
klärt werden kann, die die subjektiven Wertschätzungen bestim- 
men, so müssen die „Preise“, die zur Erklärung der subjektiven 
Wertschätzungen dienen sollen, auf die subjektiven Wert- 
schätzungen selbst zurückgeführt werden. In der Tauschwirt- 
schaft unterliegen jedoch auch diese subjektiven Wertschätzungen 
dem allgemeinen Gesetz und sind von den Preisen abhängig*®. 
Wir hören hier somit wieder die alte Leier. Sie m u ß bei Böhm- 
Bawerk überall erklingen, weil sie in der falschen Auffassung 
dieser Schule vom Verhältnis zwischen ‚„Individuum‘‘ und „soö- 
zialem Ganzen‘ ihren Ursprung hat. 
3. DIE GROESSE DES GUETERWERTES BEI VERSCHIEDENEN 
GEBRAUCHSARTEN. DER SUBJEKTIVE TAUSCHWERT. DAS GELD 
Wir haben bis jetzt Fälle untersucht, in denen das der Wert- 
schätzung unterliegende Gut nur irgend ein Bedürfnis befriedigt. 
Wir wenden uns nun mit Böhm-Bawerk dem Falle zu, in dem 
ein und dasselbe Gut der Befriedigung verschiedener Be- 
dürfnisse dient. „Die Antwort auf diese Frage — sagt Böhm- 
Bawerk — ist leicht zu finden: Es ist hier immer der höchste 
Grenznutzen der maßgebende... der wahre Grenznutzen eines 
Gutes ist identisch mit dem kleinsten Nutzen, zu dessen Erzielung 
es in wirtschaftlicher Weise noch verwendet 
werden dürfte. Findet nun um ein verfügbares Gut ein 
Wettstreit zwischen mehreren sich ausschließenden Verwendun- 
gen statt, so ist es klar, daß bei rationeller Wirtschaftsführung 
die wichtigste derselben den Vorzug erhalten muß: sie allein ist 
ökonomisch zulässig, alle minder wichtigen sind ausgeschlossen 
und können daher auch auf die Bewertung des Gutes, das ihnen 
28 Hier sei noch folgender Umstand hervorgehoben. Früher behauptete 
Böhm (beim Bestreben, aus den Widersprüchen der Substitutionsnutzens- 
theorie herauszukommen), daß der Preis kein leitendes Prinzip bilden könne, 
weil der Preis, den die betreffende Person bezahlt, bereits unter aktiver Teil- 
nahme dieser Person auf dem Markt gebildet wird. Jetzt scheint dies nun 
Böhm völlig vergessen zu haben. 
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