Industrie. versucht, an Stelle der teueren Anlagen, die für den Dampf- betrieb nötig sind, billigere weniger umfangreiche Anlagen zu setzen. Wird durch“ diese Versuche teilweise der Weg gezeigt, wie man in späteren Zeiten auch‘ ohne Kohle wird auskommen können, so ist dies nur eine Nebenwirkung dieser gesamten Bestrebungen. Als solche Ersatzmittel. bewährten sich auch Petroleum, heiße Luft, Benzin und Gas. Am zweckmäßigsten erwies sich. die Gasmaschine, die die Wasser- einheiten ihrer Dämpfe bis 25% ausnützt — der Dampf nützt die Wärmeeinheiten der Kohle nur bis 12 % aus — und bei sehr einfachem. Betrieb bis zu 50 P.S. viel, billiger ist als der Dampf, weshalb sie sich auch in mittleren und größeren Betrieben schnell verbreitet. Noch bedeutender in ihren Leistungen scheint die Wärmemaschine zu Sein, die bei mäßigen Kosten die Wärmeenergie bis zu 40 °%, ausnützt. T Das wirksamste Ersatzmittel wird aber jedenfalls die Elektrizität bilden, von deren zukünftiger Bedeutung man sich heute noch kaum ein Bild zu machen vermag. Sie kann, wie schon erwähnt, durch eine nie versiegende Kraftquelle, das Wasser, erzeugt werden, ihre Kraft kann aufgespeichert und, je nach zeitlichem und Öörtlichem Bedarf frei gemacht, ebenso. durch Leitungen auf weite Entfernungen übertragen werden, wodurch der Anhäufung industrieller Betriebe. an einem Mittelpunkte entgegengearbeitet wird. | Aus dieser kurzen Betrachtung der Kraftquellen unserer Fabrikindustrie geht unzweifelhaft «hervor, daß die Dampf- maschine die Trägerin der modernen Großindustrie geworden ist und den Ländern, die die zu ihrer Betreibung nötigen Stoffe, Kohle und Eisen, besitzen, einen. großen wirt- schaftlichen Vorsprung vor den anderen. diese Stoffe gar Nicht oder nur in geringem Maße besitzenden Ländern ge- sichert hat. /Wie steht es nun im lateinischen Amerika mit diesen Verhältnissen? Es ist eine bekannte Tatsache, daß diese sämtlichen Länder arm an Kohle und Eisen sind und des- halb bisher Beide Stoffe vom Ausland‘ einführen mußten, um ‚eine Fabrikindustrie ins Leben zu rufen, die also allein schon dadurch, abgesehen von den früher geschilderten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, der europäisch-nordameri- kanischen Industrie unterlegen und vollkommen vom Aus- lande abhängig ist. Nun istı aber, wie die vorstehenden Ausführungen zeigten, durch die Ersatzmittel der Kohle Ge- legenheit geboten, andere natürliche Kräfte als Kraftquellen zum Antrieb von Maschinen zu benutzen und es wäre wich- „J 7=