Industrie. nischen Amerika schon in ausgedehnter Weise verwendet, in der Hauptsache zum Betrieb von Straßenbahnen und für Beleuchtungszwecke, aber auch die Abgabe von elektrischer Kraft als Antrieb für die Maschinen nimmt immer mehr zu. Allerdings ist noch an den wenigsten Stellen die natürliche Wasserkraft als Kraftquelle ausgenützt und an anderen Stellen, wo die günstigen Bedingungen der Kraftäußerung des Wassers durch Fälle und Stromschnellen fehlen, verstand man es noch nicht, die Kraft des gewöhnlichen Gefälles der Flüsse für in- dustrielle Zwecke genügend dienstbar zu machen. | Aber auch in der Anwendung elektrischer Kraft, die in einer mit Dampf betriebenen Zentrale erzeugt wird, liegt schon ein großer Vorteil, indem dadurch der Ankauf von Kohle nur für das Elektrizitätswerk nötig wird, das dann die angeschlossenen Betriebe mit Kraft versorgt. Natürlich war es, wie in anderen: wirtschaftlichen Zweigen, So auch in diesem wieder das ausländische Kapital, das sich die Einrichtung der elektrischen Anlagen nicht ent- gehen ließ und es verstanden hat, den reichen Gewinn solcher Werke dem Nationalvermögen der lateinischen Länder vorzuenthalten. Wenn nun die Ausbeutung der elektrischen Kraft, be- sonders unter Heranziehung der billigen Wasserkräfite als Kraftquelle eine bedeutende Verminderung des Bedarfs an Kohlen und damit der Abhängigkeit vom Auslande zur Folge hat, so würde diese noch viel bedeutender werden, wenn es gelänge, die bisher vom Auslande bezogenen Maschinen im Inlande. herzustellen aus dem in dem heimischen Boden ge- fundenen Material. ‚Die Aussichten auf genügende Ausbeute an Eisen- erzen sind nicht überall vorhanden. Aus Mexiko!) erfährt man. von einem sehr kräftigen Aufschwung der Eisenwerke von Torreon und Monterey, deren Ertrag den schon stark angewachsenen Ansprüchen der. aufstrebenden Industrie ge- recht zu werden vermag. Aus anderen Ländern wird das Vorkommen von Eisenerzen an vielen Stellen berichtet, aber da bei dem Fehlen von Kohle an die Einrichtung von Hüt- tenwerken nicht gedacht werden kann, so ist kein großer Bedarf an Roheisen vorhanden und der Bestand an Erzen in den einzelnen Ländern noch gar nicht ausreichend be- kannt. Argentinien ist, wie mit der. Erkundung der Kohle, so auch mit der Erkundung der Mächtigkeit seiner Eisenerzlager eifrig beschäftigt, und man nimmt 1) Berichte der K. und K. Österreich-Ungarischen Konsulate. 47