Industrie vorbereitetem Boden sich vollzog, sondern dem plötzlichen Übernehmen eines fremden, dem japanischen Volksbewußt- sein nicht entsprechenden Elementes.. Ein Umstand be- leuchtet dies deutlich: Als im 7. Jahrzehnt des vorigen Jahr- hunderts der Übergang zum modernen Staat sich ganz un- vorbereitet vollziehen mußte, wurde auch die Gründung der Fabrikindustrie als eine der wesentlichsten Grundbedingungen für diese Umbildung angesehen. Die hierzu nötigen Kapi- talien befanden sich aber in den Händen des an vierter Stelle hinter dem hohen, dem niederen Adel und dem Bauernstande stehenden ziemlich mißachteten Kaufmanns- Stande, der damit ohne jede sittliche Vorbereitung plötzlich den entscheidenden Einfluß auf die Entwickelung des neuge- Stalteten wirtschaftlichen und staatlichen Lebens bekam, was zu den heute noch bestehenden Gegensätzen in der Bevölke- rung führte, die noch in ihren Auffassungen an der alten feudalen Klasseneinteilung festhält. Aber nicht nur dies. Mit der Gründung der Fabrikindustrie ist auch mit einer geradezu erschreckenden Schnelligkeit das ganze soziale Elend, das im Gefolge der Industrie einherzieht, über das ursprünglich glückliche Inselreich hereingebrochen. Früher unterschieden hoch und niedrig sich in Kleidung, Wohnung, Lebensführung kaum und die Bevölkerung erkannte die bis- herige Klasseneinteilung als etwas Althergebrachtes wider- standslos an. Nun hat es der Reichtum, der durch die In- dustrie und die Inanspruchnahme von seiten. des Staates zur Deckung der finanziellen Bedürfnisse einer aufstrebenden Großmacht in den Händen der Kaufleute und Industriellen sich ansammelte, zustande ‚gebracht, daß ein schroffer Gegensatz entstand zwischen arm und reich, daß. teils auf künstliche Weise durch halbgebildete Volksverhetzer, teils auf natür- lichem Wege durch die einfache Betrachtung der materiellen Lage der Fabrikanten und des Arbeiters Unzufriedenheit in die Massen getragen wurde. Die große Auswanderung, die Japan fortwährend in politische: Schwierigkeiten bringt, ist ausschließlich eine Folge dieses Systems. Die Landwirt- schaft hatte, beim Beginn des neuen Zeitalters noch ganz in den uralten Formen arbeitend, das Nahrungsbedürfnis der Bevölkerung vollauf befriedigt, denn der größte Teil des Volkes lebte von den Erträgnissen seines eigenen Landbaues und der Fischerei, die Arbeitsteilung war also noch nicht im großen Stile durchgeführt. Dies wurde aber nötig, als in der immer mehr anwachsenden Arbeiterklasse ein Be- völkerungselement‘ enstand, das in der Befriedigung seiner 09 AL.