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        <title>Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika</title>
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            <surname>Gemmingen</surname>
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      <div>Argentinien. 
an Talg für die inländische Kerzen- und Seifenfabrikation 
zunimmt. Auch diese Industrie leidet an dem Wettbewerb 
der Gefrieranstalten. 
d) Gerberei%. 
Die Massenschlachtungen in den Saladeros und den 
Gefrieranstalten hatten naturgemäß auch zu einer Verwertung 
der Häute der geschlachteten Tiere geführt und damit die 
Gerberei ins Leben gerufen, die man in Wirklichkeit. als eine 
nationale Industrie bezeichnen kann, indem sie alle Roh- 
stoffe aus dem Lande bezieht, das mit seinen ungeheueren 
Beständen an Quebracho den nötigen Gerbstoff liefert. 
In allen Provinzen des Landes bestehen Gerbereien, im 
ganzen ungefähr 300 Betriebe, wobei die von der Gerberei 
abhängigen Gewerbe, wie Schuhmacher, Gürtler, Lackleder- 
fabrikanten, Handschuhmacher, mitgerechnet sind. Besonders 
die Schuh- und Sattlereiindustrie hat sich zu einer nicht zu 
unterschätzenden, die Einfuhr billiger Ware beschränkenden 
Bedeutung entwickelt. An Schuhfabriken bestehen über 30 
mit modernen nordamerikanischen Maschinen eingerichtete 
Betriebe, die bis jetzt allerdings nur billige Massenware 
erzeugen. 
; Im Anschluß hieran muß die den Gerbstoff liefernde 
e) QuebracHo-Industrie?) 
erwähnt werden, die bedeutende Ausfuhrziffern aufzuweisen 
hat an Stämmen, Schwellen und Extrakt. Die Ausfuhr stieg 
von 1896 —1905 
an Extrakt von 684 t auf 29408 t im Wert von 
68 400 bzw. 2427772 P. 
an Stämmen von 83266 t auf 285897 t im Wert von 
832 700 bzw. 4 275 164 P. 
Der Quebrachoindustrie einschließlich der Taninfabri- 
kation steht ein großer Aufschwung bevor, der sich in zahl- 
reichen jährlichen Neugründungen von Quebrachogesell- 
schaften äußert. Diese sind deshalb auch von Bedeutung, 
weil sie immer einen großen Bedarf an allerlei Werkzeugen, 
Kränen, Feldeisenbahnmaterial usw. haben. Erst im Jahre 
1906 machte sich ein Rückgang in der Ausfuhr bemerkbar, 
da diese an Stämmen nur 230000 t im Wert von 31/2 Mill. 
1) Latzina 485; Berichte des K..u. K. Österr. - Ungar. Gen.- 
Konsulats Buenos Aires. m 
*) Berichte des K.u. K. Österr.-Ungar. Gen.-Konsulats Buenos 
Aires 1905, 1906, 1907. 
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