Die Devisenabteilung. 75 In größeren Händlerbureaus sind die Händler nach Währungen spezialisiert. Jeder ausgeführte Auftrag bzw. jeder Abschluß wird in zwei sogenannte Positionen eingetragen: einmal in die Po- sition der betreffenden Währung und dann in die allgemeine Position, die in einer einheitlichen Währung (meist in Pfunden oder auch in Dollars) geführt wird. Die anderen Währungen werden hier in die einheitliche Währung umgerechnet. Diese allgemeine Position weist somit den gesamten eigenen Devisen- bestand aus, zusammengefaßt in einer Währung. Er kann sich nur dann ändern, wenn die Bank aus eigenem Bestand verkauft oder in eigenen Bestand übernimmt. Der Gesamtdevisenbestand der Bank = Saldo aller Nostro-Währungskonten i s [} peitand an Tro: ven Devisen (Schecks, Wechsel und „event. --- Iotenhj)]s. Ebenso errechnet sich der Bestand der einzelnen Währung, vor- ausgesetzt, daß gekaufte oder zur Gutschrift eingereichte Schecks und Wechsel vollständig verbucht sind. Beispiel: England (siehe Form. 71 Währungsbuchhaltung). Bestand an englischen Pfunden Si k 7.11 Yojtro-Pfundkonten : ]). —. — Loro- .: .1. 7. 11 (vergl. Positionskontrollbuch S. 76). Der Bestand der Einzelpositionen kann ein Plus- oder Minus- bestand sein. Der Plusbestand sagt aus, daß die Bank in der betreffenden Währung einen eigenen Bestand unterhält, indem sie mehr Devisen im Portefeuille liegen oder im Ausland (Nostro) gut hat, als sie ihren Lorokunden schuldet. Es ist möglich, daß sie in einer anderen Währung entsprechend weniger auf Aus- landskonto-Nostro gut hat, als den Habenssummen auf Lorokonten entspricht. Jeder Plusbestand dient, wenn es sich nicht um kleine Spitzenbeträge handelt, für die ein Gegenkontrahent nicht auf- zufinden war oder nicht gesucht wurde, zu einer Spekulation à la hausse, während das Halten von Minusbeständen wie eine Baissespekulation wirkt !). 1) Im Jahre 1923 führte die Spekulation à la baisse in französischen Franken gegen Pfunde bei vielen Banken zu großen Verlusten.