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        <title>Bankbuchhaltung</title>
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            <forname>Wilhelm</forname>
            <surname>Kalveram</surname>
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        </author>
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            <idno>1732429189</idno>
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        D ACI #4
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        ì „auotlb..... v:
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Band 117[118
Dr.Wilhelm Kalveram
Bankbuchhaltuna

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        T A ener G an § LI B “ _
ML I zebra von Professorfd» cc)
N v Z ; ITV Ü
L JederBand 7 MarkK.&gt; Ltr.
Die auch im Handelsbetriebe fortschreitende Arbeitsteilung bringt alle

achteile einer einseitigen Berufsbildung mitch; Ne erhöht die Gefahr,
daß dem zum Spezialisten gewordenen Handelsbeflissenen die Fähigkei
derloren geht, über die engen Grenzen seiner besonderen Berufsarbeit
hinauszublicken und anderen Vorgängen im Handelsleben LU::
ständnis zu folgen. Die vorlieFende Sammlung steilt fich in en Dienst
einer Berufsbildung auf allgemeiner, breiter Grundlage. Sie ver-

ittelt einmal dem jungen Kaufmann die Grundlagen sicheren wens
und Könnens; sie führt ihn aber auch tiefer in die Zusammenhäsge
einer Berufsarbeit ein. Der ältere, in der Praxis erfahrenere Kaufmann
indet in ihr eingehenden Ausschluß Über die verwickelteren Vorgange
einer kaufmännischen Tätigkeit. Bei der Vielgestaltigkeit kaufmänni-
cher Arbeit wird die Sammlufg il willkommener Führer und Berater
ein. Auch dem Studierenden der Handelswissenschaften werden die
Bände, die Teilgebiete behandeln, Einführung und Orienferung
bieten. Die Sammlung wird fortgesetzt, bis alle wihgeren Gebiete
kaufmänniser Tätigkeit von berufener Seile Darstellung Fefunden
haben. Durch Neubegrbeltungen In neuen Äufkagen wird sie stets au
ber Höhe der Zeit gehaîten werden. Gelehrke, Forscher, wie bewährte
Praktiker haben dankenswerterwelse ihre Mitarbeit zugesagt. Der
Verlag hat fürSchmuck und gute Ausstattung der Bändchen gesorgt._ Sie
werden die Bücherei jedZz Kaufmanns zieren, zumal der niedrige Preis
jedem, auh dem wenig begüterten jungen Kaufmann die Äuschaffung

einer mit c §.utacttl und einheitlich äüfgêbauten
Büchersammlung ermöglicht. mögedie Sammlung ihre
Aufgabe im Dienste gründüch er _kaufmän-
nischer Berufsbildung erfüllen.
/ J
B KA GloÂcknor ? rl oh Bandlung its
        <pb n="6" />
        GU tien Hyndels Bit derer
Band 117/118
Dr. Wilhelm Kalveram
" Index Untversität Frankfurt a M
.
G.A.Gloeckner. Verlagsbuchhandlung in Leipzig

Von
192 6
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        Meiner Mutterl!
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ak HL
Alle Rechte sind vorbehalten. + Buchdruck von Julius Klinkhardt in Leipzig.
        <pb n="8" />
        Vorwort

Nach einer Periode verhängnisvoller Scheinblüte in den Jahren
der Währungszerrüttung durchlebt jetzt das deutsche Bankwesen
mit der Gesamtwirtschaft eine heftige Dauerkrise. Die gewaltigen
eigenen Kapitalverluste, die auf der Verarmung und der Illiqui-
difierung der Volkswirtschaft beruhende Kapital- und Kreditnot
und das dadurch bedingte fast völlige Darniederliegen des Börsen-
geschäftes zwingen die Bankleiter, die in den Inflationsjahren
aufgeblähten Betriebe abzubauen und zu rationalisieren. Dabei
muß besonders der Rechnungsapparat nach seiner Zweckmäßigkeit
durchforscht werden, damit er das ökonomische Prinzip verwirk-
lichen helfe. Er soll die Dienstleistungen im einzelnen und in ihrer
Gesamtheit nach Aufwand und Erträgnissen verfolgen und die
Kapital- und Schuldverhältnisse im Dienste der Zahlungsbereit-
schaft überwachen. Die Gliederung und der Aufbau des Rech-
nungswesens müssen so gestaltet sein, daß mit dem geringsten
Aufwand der höchste Nutz- und Sicherheitseffekt erzielt wird.

Das vorliegende Werk stellt sich die Aufgabe, in Wesen, Zweck
und besondere Aufgaben der Bankbuchhaltung, des wichtigsten
Teiles des bankbetrieblichen Rechnungswesens, einzuführen. Die
Kenntnis der Doppik wird dabei vorausgesetzt. Es wurde nicht der
Weg einer isolierten Darstelung der Bankbuchhaltung gewählt,
weil die tnypischen Merkmale der Bankbuchhaltung sich nur aus
den Sonderaufgaben eines Instituts des Geld- und Kreditverkehrs
ableiten lassen. Vielmehr wurde der Weg beschritten, die Buch-
haltung im Zusammenhang mit dem Durchlauf der Kundenauf-
träge als Glied der Gesamtorganisation und in ihren Beziehun-
gen zu den notwendigen Kontrollfunktionen darzustellen. Da
jeder Bankbetrieb ein individueller Organismus ist, dessen Funk-
tionen durch Art und Größe der Kundschaft sowie Umfang und
Richtung der einzelnen Geschäfte stark bedingt und fortdauernd
beeinflußt werden, ist es nicht möglich, ein für alle Banken pas-
sendes Normalmuster der Bankbuchhaltung zu bieten. Aus den be-
sonderen Erfahrungen des Verfassers heraus wurde das Wirken
        <pb n="9" />
        LV Vorwort.

der Buchhaltung in den einzelnen Abteilungen in kritischer Weise
so dargestellt, wie es in größeren Kreditbanken vielfach beobachtet
werden kann. Die zahlreichen Formulare, Kontenbilder, Schemata
und Skizzen sind deshalb nicht Selbstzweck; jie sollen helfen, in
den Geist der Bankbuchhaltung und in die Zusammenhänge zwi-
schen Arbeitsdurchlauf, Organisation, Kontrolle und Buchhaltung
einzuführen und so zum wirtschaftlichen Denken anzuleiten. Dem
Charakter der „Handelsbücherei“ und dem vorgeschriebenen knap-
pen Umfange des Werkes entsprechend, mußten die theoretischen
Erörterungen hierbei stark zurücktreten. Die Probleme der Bi-
lanzaufstellung und der Bilanzauswertung vom Standpunkt des
Bankleiters und des Bankkunden wurden mit Rücksicht auf die
Sonderveröffentlichung des Verfassers: Bankbilanzen, Handels-
bücherei, Band 71, vernachlässigt.

Bei allen größeren Instituten beschäftigt man sich gegenwärtig
mit den Fragen der Umstellung des Rechnungswesens auf Ma-
schinenbetrieb. Trotzdem hat der Verfasser zunächst die überliefer-
ten Formen der Bankbuchhaltung dargestellt und die Probleme
der Mechanisierung der Bankbuchhaltung nur in einem ge-
drängten Überblick gekennzeichnet. Er ist der Ansicht, daß vor
einer voreiligen und systemlosen Umstellung der Bureauarbeit
auf Maschinenbetrieb dringend gewarnt werden muß. Das ge-
mischte deutsche Bankwesen erschwert die Einführung der Ma-
schinen durch die Mannigfaltigkeit seiner Geschäfte. In kleineren
Instituten und in Abteilungen mit geringem Umfang der gleich-
förmigen Geschäfte würde die Maschinenarbeit oft eine Hemmung
des Ertrages bedeuten.

Möge das Werk sich viele Freunde unter den Studierenden der
Bankbetriebslehre und den Bantkpraktikern erwerben und durch
seine Anregungen in bescheidenem Maße an der Gesundung des
deutschen Bankwesens mitarbeiten.

Für freundliche Hilfe bei Sichtung der Beispiele und beim Lesen
der Korrekturen bin ich mehreren Mitgliedern meines Seminars
zu Dank verpflichtet.

Fr aul snr. M den 19. November 1925.

Oberursel,
Wilhelm Kalveram.
        <pb n="10" />
        Seite

A. Allgemeines über das Rechnungswesen des Bankbe-

triebes.

I. Wesen und Aufgabe der Banken . . . .
Il. Gliederung eines Bankorganismus . s

III. Zweck und Bedeutung der Buchhaltung im allgemeinen
und der Bankbuchhaltung im besonderen . L ?
IV. Buchhaltungsformen im Bankgeschäft . . 9

B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

I. Die Kassenbuchhaltung (Barkasse) . 6
1. Die Gliederung der Schalter und Beanen.. . . 16
2. Unreine und reine Kasse . . . *:: 76
3. Behandlung der ein- und ausgehenden Gelder . . 25
4. Abstimmung der Kasse . . . . s e 's S0
II. Nichtkasssengeschäften. . . . . . . . . . -32
III. Die Wechselbuchhaltung . . r 'ôr.36
1. Die Aufgaben der Wechselabteillnnn .. . . . . 36
2. Hauptbuchungsfälle im Wechselbüro . . . wii k
3. Die Bücher der Wechselabteilung . . .
4. Scheckverbu&lt;hung .. „ „ . . . . ve. 45
5. Gang der. Arbeiten . „&amp; u a e «» . 6 v Z
IV. Effektenabteitung . . , . 49
1. Wesen und Aufgaben der Effektenbuchhallunn . . 49
2. Die Wertverrechnung . . : . 49
a) An- und Verkauf von Effekten . r... 9
b) Die Effektenabrechnung . . . . . „J

ß
        <pb n="11" />
        VI Inhalt

Seite
e) Die Effeltten-EPrimanota . . . . . . e st
d) Das Effekten-Skontro. . . . . ...55
e) Die Kontrolle der Wertverrecnunn . . . . . 958
3. Die Mengenverbuhunng . . . . L 29
a) Allgemeines über die Depotbuchhalunn . . . 959
b) Die Depotbüchere. . . . . . 60
c) Die Buchungsunterlagen der Depotbuchhaltung . 63
d) Die Kontrolle der Depotbuchhalunn. . . . . 66
4. Die Aufbewahrung der Effekten . . . . 66
a) Der Ein- und Ausgang von Effekten am Schalter 66

b) Der Ein- und Ausgang von Effekten durch Post-
senöunn . . . . ...... 169
e) Die Aufbewahrung im Tresoe. ... . . 69
5. Die Verwaltung der Effekten . . . .. 70
a) Die Ausübung des Bezugsrechtes auf Aktien . 70
b) Die Bogenerneuerung . : . .. 72
c) Die Coupons- und Dividendeneinlööung . . . 72
d) Vie Vertretung in Generalversammlungen . . 72
e) Die Prüfung auf Verlosunn. . . . . . . - 72
\. Die Devisenabteilung . . . ... 715
1. Begriff und Arten der Devisen . 76
2. Gliederung und Tätigkeit der Devisenabteilung . . TA
a) Das Händlerbureeuae.. . . . . . - ; [
b) Die Devisenabrechnung . . . . .... ¿I
3. Die typischen Devisentransaktionen . .....181
a) Buchungsfälle aus der Praxis . . ..... 81
b) Abrechnung und Korrespondenz . . . zug2
c) Gang der gesamten Verbuhunng . . . . . : 82
d) Erläuterungen zu den Buchungen . . 94
e) Andere Formen in der Devisenbuchhaltung . 100
VI. Die Coupons- und Sortenabteilung . . . 101
1. Die Couponsabteilunn. . .. . . - . „'401
2. Die Sortenabteilunn . . . . -. IU /

Nx;
        <pb n="12" />
        Inhalt ru

Seite

VII. Die Kontokorrentabteilung . . .. 103
1. Die Konten des Personenverkehrs im Hauptbuch und

ihr Charakter.... . - ... . 108

2. Die Gliederung der Kontokorrentbuchhaltunng . . 112

3. Das Konto pro Diverse... ...... ... . 116

4. Währungskonten.... . .~. . . . 116

5. Buchungen auf zwei Perssonenkonten . g . 117
6. Gliederung nach Nummern und nach sachlichem

Prinzip .. „OF . 96 . .21

7. Kontokorrentkontrolle und Kontokorrentabschluß . 123

8. Buchungsfälle für die allgemeine Kundenprimanota 127

9. Gliederung der Kontokorrentabteilunn . . . . . 128

C Die Hauptbuchhaltung ... ...... . . ....129

D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung . . ~.1...153

I. Metageschäfte . . . u Zs . . .. o...155

1. Metageschäfte in Effekten . . . D. . . .. _133

2. Metageschäfte in Devisen . . . U .. 136

Il. Buchhalterische Durchführung eines Konsortialgeschäftes 142
III. Verbuchung von Termindevisengeschäften und Arbi-

tragen_. . ...... .. 150

1. Ein Termingeschäft gegen Mark . . . . 151

a) Anvicklungk. .. .. . . . ; “ A . 152

b) Abwicklung . . .: 152

2. Ein Terminusancegeschä ft. . . . . ..... 153

a) Korrespondenz . . . . . 154

b) Buchhalterische Durchführung . .: .. 158

IV. Verbuchung eines Devisenleihgeschäftes . ;: 162

E. Die Mechanisierung der Bankbuchhaltung . 168

1. Voraussetzungen zur Mechanisierung . : - _.-.168

2. Die Mittel der Mechanisierung . . .170

a) Schreibmaschinen Ä . 1.170

b) Rechenmaschinen... . . , . ..1

17
        <pb n="13" />
        VII Inhalt

Seite
c) Schreibende Rechenmaschinen . -.4172
d) Rechnenbe Schreibmaschinen . ' 472
3. Formen und Umfang der Mechanisierung. . . ! 178

4. Beispiele der Mechanisierung aus der Effektenab-
teilmmg . . . .181

5. Beispiele der Mechanisierung aus der Devisenab-
teiiung ... . .: 488

F. Ergänzung der Buchhaltung durch Selbstkostenrechnung

und Statistik

J. Die Selbstkostenrechnung im Bankbetriebe. «. . . 191
II. Bankstatistik . . . : : . . 193
Literaturverzeichnis. . . 1 )

. 95
        <pb n="14" />
        Verzeichnis der Schemata
Schema der Organisation einer Kreditbank . . . Sti;
Schema für den Durchlauf eines Wechsels .. : 48
Schema für die Abwicklung eines Effektengeschäfte. . . 58
Schema der Depotkontrolle . ON 65
Gliederung der Kontokorrentabteilung 128
Einschlagtabellen

I. Schematischer Abschluß im Devisengeschäft . nya
II. Kontenverbuchung und Abschluß im Devisengeschäft . 96b
III. Skontren im Devisengeschäft . . . HH he
IV. Allgemeine Kundenprimanota . . 126a
V. Sammel-Primanota . . . 130 a
VI. Meta-Konto „Ja

Q
13
        <pb n="15" />
        § ' FFF . §.r1 (5vv.\-[ (23195;t (IM) I26 K
zue  iqrernar| |Brlanzburo ‘. Statistjsche
rtr Buro z §. r breitung |

§ g [ sötötick]
h H
urn U
V Jücte sit. |
u.
..
: 1%
: FA
i 1 I§ M|
§ F;. Z44 A.Verroattungs Abteilungen
S) . TI. Ranges uus
Die vom Kunden ausgehenden Pfeile treffen die mit ihm in direkten
Verkehr tretenden Leistungsabteilungen ersten Ranges. Wenn es sich
nicht um Schalteraufträge handelt, gehen die Aufträge der Kunden die-
sen Abteilungen durch Dermittlung der Korrespondenz zu. Die Ausfüh-
rung der Kundenaufträge findet ihren Niederschlag zunächst in der Korre-
spondenz (Bestätigungsschreiben bzw. Abrechnung) und dann fortlaufend
in den Primanoten, der Kontokorrentbuchhaltung, der Hauptbuchhaltung
und dem Bilanzbureau.
        <pb n="16" />
        S 2
A. Allgemeines über das Rechnungswesen des
Bankbetriebes.

I. Wesen und Aufgabe der Banken.

Banken sind Unternehmen, die Geld-, Kredit- und ähn-
liche Geschäfte betreiben; sie sind Org ane des Zahlungs-
verkehrs und der Kreditvermittlung.

Die ersten Banken waren reine G eldbanken, die sich mit der
Geldverwahrung gegen Forderung einer Aufbewahrungsgebühr , den
Geldwechseln und der Vermittlung des Zahlungsverkehrs befaßten. Spä-
ter wurde die Kredit ver mittlung durch Ansammlung von Depo-
f " SU Inf. tz S O Neracüt Eq hat îres;
Tätigkeit. Im Zeitalter des Großbetriebs, der unpersönlichen Kapi-
talgesellschaften und des Aufschwunges der Börse übernahmen die Ban-
H+ " §3s. i sio Elte tf: "gts U.kt s U Etre t er zt ze uf
EOS heftet rt hr ht N LN Z
lung im deutschen Bankwesen geführt.

Unter dem Namen Kreditbanken (Handels- und Indu-
striebanken) pflegt man jene Institute zusammenzufassen, die
alle Arten von Bankgeschäften mit Ausnahme der Notenausgabe
und des Hypothekengeschäfts betreiben. Sie befassen sich mit der
Zahlungsvermittlung und dem Effektenverkehr und gewähren
kurzfristige Kredite aus den durch Depositenannahme zugeflossenen
fremden Geldern und aus eigenen Mitteln. Außerdem führen
sie durch die Technik des Emissionswesens, durch Bürgschaftsüber-
nahme und Akzeptgewährung dem Wirtschaftsleben indirekt Kapi-
talien zu. Ihre Geschäfte lassen sich wie folgt gliedern:

A. Das reguläre Bankgeschäft.
I. Passivgeschäfte.
" Depositenannahme.
.. Das passive Kontokorrentgesschäft.
II. Aktivg eschäfte.
) Rreditgewährung durch Verwendung eigener oder frem-
der Barmittel.
1. Das aktive Kontokorrentgeschäft.
2. Der Lombard- und der Reportkredit. (Diskontierung
von Buchforderungen.)
3. Der Wechseldiskontkredit.
        <pb n="17" />
        1 A. Allgemeines über das Rechnungswesen des Bankbetriebes.
b) Der Kredit der Bankfirma wird zur Verfügung gestellt.

1. Der Akzeptkredit.

2. Der Aval- oder Bürgschaftskredit.

III. Indifferente Bankgeschäfte.
a) ZSahlungsvermittlung.

1. Giroüberweisung und Scheckverkehr.

2. Inkassogeschäft.

3. Münzwechselgeschäft.

4. Akkreditivgeschäft.

b) Kommissionsweiser Ankauf und Verkauf von Sorten,

Devisen und Effekten.

c) Depotgeschäft. (Effektenaufbewahrung und Verwaltung.)
B. Das irreguläre Bankgeschäft.

|I. Gründungs-, Emissions- und Umwandlungsgeschäfte.
(Konsortialgeschäfte.) Übernahme von Aktien und
Obligationen für eigene Rechnung zum Zwecke der
Unterbringung.

2. Beteiligung an anderen Unternehmungen durch Kom-
manditeinlagen oder durch Erwerb von Gesellschafts-
anteilen.

Die deutschen Kreditbanken gewähren im allgemeinen nur Personal-
kredit und Kredit gegen Verpfändung beweglicher Güter (Mobiliar-,
Faustpfand- oder Lombardkredit). Mit dem Immobiliarkredit, d. h. der
hypothekarischen Beleihung von Grundstücken und Gebäuden befassen
sich hauptsächlich die Bodenkreditansstalten. Ihre Betriebsmittel beschaf-
fen sie sich durch Ausgabe von Pfandbriefen auf Grund der erwor-
benen Hypotheken. Sie sind entweder gemeinwirtschaftlich bzw. genossen-
schaftlihh (Lan d schaften, Land e s kr e ditkas) en und Lande s-
kulturrentenb anken) oder erwerbswirtschaftlich (H np oth eke n-
b ank en) organisiert. Während die Kreditbanken nur durch das Han-
delsrecht und wenige Sondervorsschriften in ihrer Handlungsfreiheit be-
schränkt sind, hat die Reichsgesetgebung durch das Hypothekenbankgesetz
vom 13. Juli 1899 bezüglich der Voraussetzungen der Gründung, der
Aufgaben und der Geschäftsführung von Hypothekenbanken eingehende
Bestimmungen getroffen. Ihre Geschäftstätigkeit ist stark eingeschränkt.
Neben der Gewährung hypothekarischer und Kommunaldarlehen und
der Ausgabe von Pfandbriefen dürfen nur das Inkassogeschäft, das
Depotgeschäft und in beschränktem Umfange das Depositengeschäft be-
trichen cia bnnk und in engen Grenzen auch die vier Privatnoten-
banken (Bayer., Sächs., Württemb. und Badische) sollen den Geldumlauf
im Reiche regeln und haben das Recht der Notenemission, wodurch sie
sich unverzinslichen Kredit verschaffen, der in Form von Wechsel- und
Lombardkrediten der Volkswirtschaft zur Verfügung gestellt wird. .

Ein einheitliches, das ganze Reich umspannendes Banksnstem bilden
        <pb n="18" />
        Gliederung eines Bankorganismus. 9
die gemeinnützigen kommunalen Sparkassen, die sich zu provinziellen und
Landesgiroverbänden zusammengeschlossen und in der Deutschen Giro-
zentrale, Berlin eine Dachorganisation geschaffen haben. Die Aufgabe
der Sparkassen war zunächst eine rein sozial-ethisch e: Pflege des
Spartriebs der Minderbemittelten und Gewährung von Bürgschafts-
und Hypothekenkredit an eingesessene Kleingewerbetreibende und Bür-
ger. Im letzten Jahrzehnt wurde der enge Gesschäftskreis gesprengt und
unter Beibehaltung der gemeinwirtschaftlichen Form eine Annäherung
an den Typus der Kreditbanken durch Einführung des Scheck- und
überweissungsverkehrs, des Effektengeschäfts und des bankmäßigen
Kontokorrentgeschäfts vollzogen. Die Girozentralen dienen als Abrech-
nungs- und üÜberweisungsstellen der Sparkassen, pflegen aber zugleich den
kommunalen Kredit und haben sich zu Bankanstalten entwickelt, die
alle Geschäfte der Kreditbanken betreiben.

Auf genossenschaftlicher Grundlage beruhen die Kredit:
genossenschaften (V o r schu ß v er eine, Spar- und Darlehnskas-
sen, Handwerk erb ank en, Ureditvereine usw.), die wirt-
schaftlich schwache Berufskreise (und zwar die Landbevölkerung in den
Ra iff eisenk ass en, die städtischen Kleingewerbetreibenden in den
Schul tz e- D e lit schen Kassen) zusammenschließen, um billigen Be-
triebskredit an Mitglieder zu gewähren und deren bankgeschäftliche Auf-
träge zu besorgen. Auch Jie bilden eine feste Organisation durch Vereini-
qung zu Genossenschaftsverbänden und durch Schaffung von Zentralban-
ken (Raiffeisenbank, Zentralgenossenschaftskasse, Genossensschaftsabtei-
lung der Dresdner Bank usw.).!)

I1. Gliederung eines Bankorganismus.

Ein allgemein gültiges Schema für die Gliederung eines Bank-
organismus kann nicht ersonnen werden, weil sich der Aufbau der
Organisation nach dem .Umfange des Gesamtgeschäfts und nach
der Umsatzgröße und -intensität sowie der Bedeutung der einzel-
nen Gesschäftssparten richten muß. Starke Zunahme in einem
Geschäftsfelde führt naturgemäß zu einer Verfeinerung der Glie-
derung, um die Vorteile der Arbeitsteilung ausnutzen zu können.
Versschiedenartige Geschäfte von geringem Umfange müsssen, um
die Arbeitskräfte voll zu beschäftigen, in einer gemeinsamen Ab-
teilung erledigt werden. Gleichwohl kehren bei allen Banken die
gleichen Grundzüge im Aufbau wieder.

Bei jeder industriellen Unternehmung erkennt man deutlich ausgeprägt
eine te ch ni sche und eine kauf männische Abteilung. Die Pro-
duktionsprozesse, die Werkstattarbeit und die Materialverwaltung sind

1) Die obige Gliederung der Banken knüpft an die im Verkehr übli-
chen Bezeichnungen der versschiedenen Banktypen an.

Weitere Gliederungen der deutschen Banken nach dem Erwerbszweck,
nach der Dauer des gewährten Kredits, nach den wirtschaftlichen Grup-
pen, denen sie dienen, und nach ihren Unternehmungsformen sJiehe bei
O b st, Geld-, Bank- und Börsenwessen.
        <pb n="19" />
        9 _ A. Allgemeines über das Rechnungswesen des Bankbetriebes.
E U 0 6  s;
hl e ctrl te UUz ugs u tr4 uu! t des Pro.
überwacht. Diese Dreiteilung ist beim Bankorganismus nicht durchführ-
HG ü n bc GN HEUER
hrt t! Ie ah uu Férthttng br vlerseen zus
kaufmännischen Arbeitsweise vollzieht.

In dem Schaubilde S. 2 ist versucht worden, die Abteilungen
der Bank nach ihrer engeren oder weiteren Bezie-
hung zum Kunden zu gliedern. Die Betriebs- oder lau-
fenden Abteilungen zerfallen in 3 Gruppen:

1. Leistungs a bteilungen 1. Ranges, d. h. Abteilungen,
die in direktem Verkehr mit dem Kunden stehen und seine Auf-
träge ausführen: Kasse, Wechselabteilung, Effektenabteilung, De-
visenabteilung, Stahlkammer usw.

2. Leistungs ab teilungen 2. Ranges, d. h. Abteilungen,
in denen der Niederschlag der gesamten Gesschäftstätigkeit in
brieflicher und formularmäßiger sowie in ziffern- und konten-
mäßiger Form, und die Aufarbeitung des Materials zur Cages-,
Monats- und Jahresbilanz erfolgt: Korrespondenz und Konto-
korrentbuchhaltung, Primanotenabteilung, Hauptbuchhaltung, Bi-
lanzbureau. Korrespondenz und Kontokorrentbuchhaltung nehmen
eine Mittelstellung zwischen der 1. und 2. Gruppe ein, da in
ihnen auch Kundenaufträge (Überweisungen) direkt ausgeführt
werden.

3. Verwaltungs- oder Hilfsabteilungen: Material-
Verwaltung, Expedition, Registratur, Auskunftei, Archiv und
technische Abteilung.

Leitung und Überwachung der Betriebsabteilun-
gen erfolgt durch die Zentralabteilungen, in welcher der
Direktion das Sekretariat mit dem Filialbureau, die Rechtsab-
teilung, die Organisationsabteilung, die Revisionsabteilung und
die Personalabteilung angegliedert sind. Meist werden dem Se-
kretariat besonders wichtige und verantwortungsvolle Aufgaben
zugewiesen, die den Leistungsabteilungen 1. Ranges (Emissions-
geschäfte, Konsortialgeschäfte) oder den Leistungsabteilungen
2. Ranges (Bilanzziehung) zufallen müßten, so daß die Leistungs-
abteilungen in die Zentralabteilung übergreifen. Andererseits
stehen auch einzelne Verwaltungsabteilungen der Direktion sehr
        <pb n="20" />
        Zweck und Bedeutung der Buchhaltung uito- Ö Tn
[)
nahe (Archiv, statistische Abteilung), so daß sich aiEv4 Ficuliqthak :
Gruppen mehrmals überschneiden !). e. m F
II. Zweck und Bedeutung der Buchhaltung im allFvztéiueg; nd
der Bankbuchhalturg im besonderen. .

Die Buchhaltung soll alle G eschäfts vor fälle nach

ihrem wesentlichen Inhalt und ihren Wertziffern
lückenlos aufzeichnen, dieselben bearbeiten u n d
zur Bilanz weiterleiten, ohne daß sich auf dem Wege
von der ersten Eintragung bis zum Abschluß Fehler einschleichen.
Sie wird dadurch zu einem Werkzeug zur Erkenntnis d e s
Betriebslebens. Als solches hat sie eine Fülle von Auf-
gaben. Sie dient der Aufzeichnung der Bestände und Verände-
rungen der Vermögensteile, der Prüfung der Zahlungsbereit-
schaft, der Erforschung der Rentabilität in den einzelnen Sparten
und im ganzen, der Verfolgung der Umsatzgröße und -intensität,
der Gruppierung der Aufwendungen im Dienste der Selbstkosten-
rechnung, der Durchleuchtung der Kapital- und Schuldverhält-
nisse des Unternehmens, als Hilfsmittel einer wirksamen Kon-
trolle. Alle auf die inneren Betriebsvorgänge sich beziehenden
Fragen rechnungsmäßiger Natur, die an den Leiter eines Unter-
nehmens herantreten, müssen sich auf Grund der Buchhaltung
schnell und zweifelsfrei beantworten lassen. Aber nicht nur für
den Unternehmer soll sie eine Rechnungslegung sein. Sie ist
gleichzeitig ein wichtiges Auskunftsmittel für die Gläubiger des
Unternehmens, für übergeordnete Stellen, für den Staat, wel-
cher Ertrag, Vermögen und Umsatz der Unternehmung besteuert,
sowie ein wichtiges Beweismittel vor den Gerichten. Unter der
Mannigfaltigkeit der Zwecke ragt einer als Hauptaufgabe her-
vor. Die Buchhaltung soll eine Darstellung der Vermögenslage
und Vermögensänderungen mit dem Ziele einer exakten Erfolgs-
ausweisung, also eine ko.nbinierte Vermögens- und Gewinnrech-
nung sein.

Die einfache Buchhaltung vermag diese Aufgaben nur
unvollkommen zu lösen. Sie bes:.hränkt sich auf periodische Besitz-
standsaufnahme und fortlaufende Aufzeichnung des Zu- und Ab-
LLM V N Vr V ERL ER DE E5
hiebsstteiuragen.: Verwaltungs-, Buchhaltungs-, ÜRorrespondenz- und

ontrollabteilung.
        <pb n="21" />
        s) E A. Allgemeines über das Rechnungswesen des Bankbetriebes.
ganges einzelner wesentlicher Vermögensbestandteile: Kasse, For-
derungen, Verbindlichkeiten, Waren usw. Es fehlt ihr das ge-
schlossene, lückenlose Kontensystem der Doppik und daher die
Kontrolle über die Zusammensetzung des Erfolges und über die
Zuverlässigkeit der Buchhaltungs-Ergebnissse. Nur der Gesamt-
erfolg ist durch Vergleich des Reinvermögens in zwei aufein-
anderfolgenden Inventuren (Distanzrechnung) zu ermitteln. Durch
Ausgestaltung mittels Nebenbüchern und Skontren lassen sich
Verfeinerungen der Rechnung und Teilerfolgsausweise erzielen;
aber die Resultate entbehren der Zwangsläufigkeit der Buchhal-
tung mit Doppelposten. Die doppelte Buchhaltung bildet
dagegen in ihrer lückenlosen Geschlossenheit ein organisches
Gefüge, das durch zweiseitig e Betrachtung jedes Bus
&lt; un gsf alles nach Zahlung und Leistung bzw. nach Eingang
und Ausgang und durch gruppenweise Zusammenfassung der
Einzelaufwendungen und Erträgnisse einen genauen Einblick in
das Zustandekommen des Geschäftserfolg es ermög-
licht und eine ziemlich eingehende automatische Selbst-
kontrolle einschließt. Sie weiß sich den verschiedenen Wirt-
schaftstyhpen dadurch anzupassen, daß sie je nach dem Charakter
des Unternehmens, der Größe und Organisation der Einzelab-
teilungen, der Notwendigkeit der Arbeitsteilung und der Kon-
trolle, den Bedürfnissen der Kalkulation usw. in die mannig-
faltigsten Formen gekleidet werden kann. Unter den
Werkzeugen, die diese verschiedenen Buchhaltungsformen dar-
stellen, wird sich der Unternehmungsleiter das beste und hand-
lichste aussuchen und auch dieses den besonderen Aufgaben des
Betriebes möglichst eng anpassen. Im Betriebsleben hat die
Buchhaltung keine Selbständigkeit; diese kann ihr nur als
Methodenlehre zuerkannt werden. Sie ist dienendes, organisches
Glied des gesamten Betriebes, so daß wir berechtigt sind, eine
besondere Bank buchhaltung, eine Fabrik-, eine Ver-
kehrs- und eine Versicherungs buchhaltung sowie eine
Buchhaltung des reinen Warenhandels zu unterscheiden.
Die Bankbuchhaltung ist die Buchhaltung für eine Be-
triebsgattung, welche die Aufgaben eines Organs
der Zahlungs vermittlung und des Kreditverkehrs
zu erfüllen strebt. Der Untersschied zwischen ihr und der
Buchhaltung anderer Wirtschaftskörper darf nicht nur rein äußer-
lich aufgefaßt werden. Er ersschöpft sich nicht „in der Art der
        <pb n="22" />
        Buchhaltungsformen im Bankgeschäft. 9
einzelnen Bücher und der äußeren Form der Eintragungen“ !).
Wesen und Form der Bankbuchhaltung sind viel-
mehr aus den Sonderzwecken eines Geld- und Kre-
ditinsstitutes abzuleiten. Im Industriebetrieb steht
die Buchhaltung stark im Dienste der Selbstkostenrech-
nung. Man verlangt neben den allgemeinen Resultaten jeder
Buchführung von ihr eine scharfe Gliederung der Produktions-
vorgänge, eine rechnungsmäßige Verfolgung des Rohstoffes durch
die einzelnen Produktionsphasen bis zum Fabrikat; außerdem
soll sie brauchbare Unterlagen für eine Bestandskon-
trolle der Materialien und Fabrikate sowie einen
genauen Nachweis über die Regulierung jedes Schuld-
und Guthabenpostens geben. Bei der Bank steht die
Frage der Zahlungsbereitschaft mit Rücksicht auf Kassen-
disposition und Kreditpolitik weit im Vordergrunde. Die Über-
sicht über flüssige Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten
zur Feststellung des Liquiditätsgrades darf keinen Augenblick
verloren gehen. Dazu erfordert die Bankbuchhaltung besondere
Einrichtungen, um bei der außerordentlichen Umssag-
größe, der ein nur sehr bescheidener prozentualer Gewinn gegen-
übersteht, und bei dem hohen Grade der Umssagschnellig-
keit jeden Geschäfts v orfall festzuhalt en und bei der
Mannigfaltigkeit und Kompliziertheit der Bankgeschäfte eine
sofortige o rdnungs mäßige Gruppierung .- vorzu-
nehmen. Die Selbstkostenfrage trat dagegen in der Bankbuch-
haltung bisher stark zurück. Der Versuch einer buchhalterischen
Feststellung der Aufwendungen einzelner Abteilungen oder Lei-
stungsgruppen ist bisher nur selten unternommen worden.

Die Sonderaufgaben der Bankbuchhaltung sind bestimmend für
Auswahl, Einordnung und Aufarbeitung der Konten und Bücher,
die dadurch mit dem ganzen Betriebsorganismus organisch ver-
schmelzen.

IV. Buchhaltungsformen im Bankgeschäft.

Von den beiden Systemen der kaufmännischen Buchhaltung ist
für das Bankgeschäft nur die Doppik brauchbar, weil die
starke Selbstkontrolle, die ihr innewohnt, bei der Fülle und Eile
des Umsatzes nicht entbehrt werden kann, und weil sie. in der
Möglichkeit der Auswertung der täglichen Eintragungen zu Ta-

1) Brosius, Bankbuchhaltung. S. 7.
        <pb n="23" />
        10 A. Allgemeines über das Rechnungswesen des Bankbetriebes.
ges-, Wochen- und Monatsbilanzen dem dringenden Bedürfnis
der Bank nach jederzeitiger Prüfung ihrer Zahlungsbereitschaft
Rechnung trägt:).

In jeder Buchhaltungsform unterscheiden wir die Bücher der
ersten Eintragung, die Grundbücher (Primanoten, Me-
moriale), welche die Geschäfts vorfälle in chronologi-
s&lt; er Folge aufnehmen, und das Hauptbuch, in welchem eine
Gruppierung des gesamten Buchungsstoffes durch Zusammen-
fügung gleichartiger Buchungen auf Spezialkonten vor-
genommen wird. Die Benutzung nur eines Grundbuches ist im
Bankgeschäft selten üblich. Das Mindestmaß der Gliede-
rung in kleineren Bankgeschäften ist in der Regel die Zwei-
teilung der Grundbuchungen in ein Kassabuch, wel-
ches alle Bargeschäfte, und ein Memorial, das die Nicht-
kassengeschäfte aufnimmt. So gewinnt man die Möglichkeit eines
jederzeitigen genauen Einblicks in Kassenbestand und Kassen-
bewegung. Größere Betriebe pflegen eine weitere Ausftei-
lung der Grundbuchung en aus Gründen der Arbeits-
teilung, der Kontrolle und der sc&lt;hnellen Bestands-
nachweisung in den einzelnen Sparten vorzunehmen. Für
jede einzelne Betriebsabteilung, deren Geschäftsumfang eine Son-
derverbuchung rechtfertigt, wird ein Spezialm emorial ge-
führt (Effektenprimanota, Wechsselprimanota usw.). Diese Zer-
legung wirkt auch im Sinne einer Fehlerfeldteilung, indem Jie
eine Lokalisierung der Buchungsfehler mit sich bringt und dadurch
ihre Auffindung erleichtert?). Eine weitere Gliederung ist mög-
lich durch Trennung von Ausgängen und Eingängen
für alle oder einzelne Abteilungen (Kasseneingangsbuch und
Kassenausgangsbuch)?). Diese Trennung der Grundbuchungen
nach Betriebsabteilungen bedeutet eine Gliederung nach
dem sachlich en Prinzip. Alle ein Sachkonto betreffenden
Buchungen werden in einer Primanota vereinigt. Theoretisch
HY Die bei öffentlichen Körperschaften übliche Verwaltungs- oder kame-
ralistische Buchhaltung, die im wesentlichen eine Einnahmen- und Aus-
tu : Uu Ls CU ur Getto
wesen, bei dem die Rreditvorgänge den Hauptplatz einnehmen und die
Kassenbewegung sich nicht auf Grund eines im voraus aufgestellten
s] bg. utenbaty, über Teltung der Fehlerfelder in der Buchfüh-
rung. . 5. f. h. F., 1., S. ;

". Zur LN Zt. Unterscheidung kann man die Debetprimanote mit ro-
tem, die Kreditprimanote mit schwarzem Aufdruck versehen.
        <pb n="24" />
        Buchhaltungsformen im Bankgeschäft. '1
läßt sich eine Gliederung des Buchungsstoff es nach
persönlichem Prinzip durchführen, so daß ein Personen-
konto (Reichsbank, Filialen, Banken, Kontokorrent, Depositen)
das „orientierende“ Konto darstelle. Dann würden die Ge-
schäftsvorfälle der einzelnen Betriebsabteilungen in verschiedenen
Grundbüchern erscheinen. Die Methoden der Praxis bestehen im
allgemeinen in einer Mischung des persönlichen und
sachlichen Prinzips!). Hauptgliederungs motiv ist
die Gruppierung des Buchungsstoffes n a ch d en verschiedenen
Geschäfts sparten. Falls das Bedürfnis besteht, den Ver-
kehr mit einem Institut oder einem Korrespondenten bzw. mit
einer Gruppe derselben in einem Grundbuch zusammenzufassen,
so durchbricht man die sachliche Gliederung durch Einschaltung
von Spezialprimanoten. So führen manche Banken besondere
Reichsbank-, Postschecz- und Clearingprimanoten. Außerdem ist
in jeder Buchhaltung eine Kontokorrentprimanota notwendig, in
welcher Überträge von einem Personenkonto auf ein anderes
vermerkt werden (Giro- oder Übertragsprimanota). Oft nimmt
diese auch den Verkehr mit jenen Sachkonten auf, die nur einen
geringen Umsatz aufweisen, und für die deshalb keine besonderen
Grundbücher eingerichtet sind ?).

Die Weiterleitung der Grundbuchungen zu m
Hauptbuch geschieht bei fast allen Bankbuchhaltungen durch
Vermittlung eines Sammelbuches, das in der Praris oft fälschlich
als Journal bezeichnet wird. Die Fülle des Stoffes, die
Notwendigkeit eines schnellen Überblicks und einer raschen Fehler-
ermittlung gestatten nicht, jeden Grundbuchfall nach der Praxis
des italienischen Systems einzeln ins Hauptbuch zu übertragen.
Der Grundcharakter der Bankbuchhaltung ist also der
der deutschen Buchhaltungsform mit starkgeglie-

1) Schmalenbach schlägt in seinem Artikel: Großbankorganissation (3.
f. h. F., V., S. 7), um einer weiteren Schematisierung und Bureautratisie-
rung der Banktätigkeit zu entgehen, vor, das Prinzip der Gliederung der
Bankkundschaft nach ihren spezifischen Bankbedürfnissen (Erport, Im-
port, Großhandel, Kleinhandel, Textil, Eisen usw.) durchzuführen und so
die Großbank gleichsam in eine Reihe von Spezialbanken aufzuteilen,
die dadurch die Anpassungsfähigkeit der RKleinbanken an die Bedürfnisse
wird: "eine s tt He rucsuhz ice. Luarlen:

gl. S: ;

?) Die sachliche und persönliche Gliederung der Grundbuchungen ist zu-
erst von W al b theoretisch dargestellt und untersucht worden: Anlage von
Grundbüchern und Konten in der Bankbuchhaltung. 3. f. h. F., K., 3/4.
        <pb n="25" />
        12 AKA. Allgemeines über das Rechnungswesen des Bankbetriebes.
dertem Grundbuchsystem, zuweilen als französische Form
bezeichnet.
Kassa- Wechsel- Effekten- Übertrags-
buch, primanota, primanota, primanota, usw.
S am m el b u th
Haupt buch

Die Sammlung der gleichartigen Posten aus den
Grundbüch ern zum Zwecke der Weiterverarbeitung ist schon
durch die Aufteilung der Grundbuchungen auf verschiedene Prima-
noten vorbereitet, da ja jedes Grundbuch den Gesamtumsatz auf
dem führenden Konto durch Addition der Einzelbuchungen erken-
nen läßt. Müßten aber die die Gegenkonten betreffenden Bu-
chungen täglich oder wöchentlich ausgezogen werden, so würde
dies eine außerordentliche Arbeitsbelastung darstellen und die
rechtzeitige Beantwortung der bei der Leitung auftauchenden Fra-
gen verhindern. Man vermag aber die Sammlung auch dadurch
vorzubereiten, daß man schon in den Grundbüchern gleichzeitig
mit der Eintragung des Buchungsfalles eine Ein-
ordnung desselben in Gruppen vornimmt. Dafür sind
zwei Wege gangbar:

1. Aufteilung der Grundbücher in vertikaler Rich-
tung. („Deutschgruppierte Methode“ 1)).

Der Kopf trägt das führende Konto: z. B. Wechselkonto,
Eingang bzw. Wechselkonto an Verschiedene. Im Bu-
chungsraum wird für jede Buchungsgruppe, in der das gleiche
Gegenkonto angerufen wird, ein Raum freigelassen, der erfah-
rungsgemäß für die zu erwartende Zahl der Buchungen ausreicht.
Jede dieser Unterabteilungen führt am Kopf den Namen des
entsprechenden Gegenkontos. Man trägt also etwa in der Wechsel-
eingangsprimanota folgende Untertitel ein: Kontokorrent, Ban-
ken, Scheckkunden, Wechselzinsen, Provision, und verweist nun
alle den Wechseleingang betreffenden Buchungen an die dafür

1) Nach Walb a..a. 0. S, 83.
        <pb n="26" />
        Buchhaltungsformen im Bankgeschäft. 13
vorgemerkten Stellen. Für zahlreich auftretende gleichartige
Buchungen, z. B. Wechselkonto an Kontokorrent kann man auch
besondere Bogen oder Bücher führen. Die Aufaddierung der
Teilabschnitte eines solchen Grundbuches mit vertikaler Gliede-
rung ergibt die ins Sammelbuch zu übertragenden Summen.
(Vergl. das Beispiel S. 19.) Die ,deutsch gruppierte" Methode
besikt den Nachteil, daß man im voraus nicht genau das
für jeden Unterabschnitt notwendige Maß bestimmen kann, so
daß unter Umständen Nachträge zu einer Buchungsgruppe not-
wendig werden, die bei der Übertragung ins Sammelbuch nicht
übersehen werden dürfen. Man pflegt solche Nachträge daher be-
reits in der Primanota durch fortlaufende Summenüberträge in
einer Vorspalte zusammenzufassen, so daß sich für das Sammel-
buch nur eine in der Endspalte ausgeworfene Tagessumme ergibt.

2. Aufteilung der. Grundhbücher in horizontaler
Richtung durch Benutzung der tabellarischen oder
amerikanischen Meth ode.

Das Wesen der amerikanischen Buchhaltungsform besteht darin,
daß infolge der Wahl eines Buchungsbogens, der Grundbuch
und Hauptbuchkonten nebeneinander darstellt, jede Buchung
gleichzeitig &lt;ronologis&lt;h und systematisch erfolgen
kann. Man hat mit Erfolg versucht, die stark en Gruppie-
rungswirkungen und die große Üb ersichtlichkeit dieser
Methode für die Bankbuchhaltung nutzbar zu machen, ohne die
Nachteile derselben: Beschränkung der Kontenzahl, Unhandlich-
keit eines Journalhauptbuches, Unmöglichkeit der Arbeitstei-
lung + zu übernehmen, indem man die tab ellarische Form
auf die einzelnen Grun dbücher übertrug. So ent-
standen Teilprimanoten, in denen die neben dem führenden
Konto anzurufenden Konten besondere Spalten erhielten, deren
Tages-, Wochen- oder Monatsssumme dem Sammelbuch überwiesen
wird. (Vergl. das Beispiel S. 20 u. 21.) Für Bankbetriebe mitt-
leren und größeren Umsanges gewährt die deutsche Buchhal-
tungsf orm in Verbindung mit dem Tabellensyst em
den höchsten Nutzungseffekt, weil sie einfache Handhabung, eine
Aufteilung des Buchungsstoffes nach den Bedürfnissen des Ge-
schäftes, schnelle Übersicht und zahlreiche Kontrollmöalichkeiten
ssichert.

Eine besondere Schwierigkeit jeder Bankbuchhaltung liegt in
der Notwendigkeit, das Buchungsur material möglichst
umgehend weiter zu verarbeiten und einer sachver-
        <pb n="27" />
        l4 A. Allgemeines über das Rechnungswesen des Bankbetriebes.

ständigen Nachprüfung zu unterziehen, ohne die Arbei t
der Primanotissten dadurch zu stören. Wenn wir an-
nehmen, daß der Buchungsstoff des Montag am Dienstag in
Kontokorrente und Sammelbuch übertragen wird, und am Mitt-
woch die Kontrollstation durchläuft, so würde die Primanota, die
am Montag zur ersten Eintragung diente, erst am Donnerstag
wieder zur Verfügung stehen. Auch wenn Übertragung und Kon-
trolle sich schneller vollzösgen, würden für die Grundbuchungen
verhängnisvolle Lücken entstehen. Von dem GHGrundsatz, daß
jeder Geschäftsvorf all bei oder direkt nach seiner
Abwic lung, mindestens aber am gleichen Tage in
s eine Primanota eingetragen werden muß, darf bei der
Fülle des Buchungsstoffes keinesfalls abgewichen werden, da sich
sonst leicht Unordnung und Schlendrian einschleichen. Es be-
stehen zwei Möglichkeiten, um diese Schwierigkeit zu beheben:

1. Führung der Memoriale auf losen Blättern.

Täglich wird mit einem neuen Bogen begonnen. Die Bogen
werden innerhalb eines jeden Monats laufend numeriert und am
Monatsschluß, nach Durchlauf aller Einzelbogen durch Buchhal-
tung und Kontrolle gebunden aufbewahrt. Diese Handhabung
garantiert ein ung estörtes Ne beneinanderarbeiten von
Primanotisten, Kontokorrentbuchhaltern, Jour-
nalbhuchführern und Kontrollbeamten. Das Snstem hat
sich daher, obwohl Sauberkeit und Exaktheit beim Hantieren mit
losen Blättern immer etwas notleiden, in einer großen Zahl
von Banken Eingang verschafft. Dort wo man eine Mechani-
sierung des Bankbetriebes durch intensivere Ausnutzung moderner
Schreibmaschinen anstrebt, hat das Einzelbogensnstem den beson-
deren Vorteil, daß für den gleichen Geschäftsgang eine Reihe
von Unterlagen gleichzeitig mit der Buchung in die Primanota
geschaffen werden können. (Vergl. S. 170 ff.)

2. Führung mehrerer Grundbücher gleicher Art
nebeneinander.

Es können etwa drei Kasssaeingangsbücher gleichzeitig in Be-
nutzung genommen werden, das erste für die Buchungsfälle am
Montag und Donnerstag, das zweite für Dienstag und Freitag,
das dritte. für Mittwoch und Samstag. Jedes dieser „u m schi ch-
tigen“ Bücher kehrt nach seinem Kreislauf rechtzeitig zum
Grundbuchführer zurück, so daß bei der Ureintragung niemals
eine Unterbrechung erfolgt. In manchen Banken sind Grund-
        <pb n="28" />
        Buchhaltungsformen im Banktgeschäft. 19
bücher für die geraden und solche für die ungeraden Tage vor-
handen. Das System hat gegenüber dem Loseblättersnstem eine
größere Schwerfälligkeit; verhütet andererseits aber sicherer ab-
sichtliche oder unabssichtliche Unkenntlichmachung oder ein Ver-
schwinden der ersten Eintragungen.

Die Bankbuchhaltung wird nicht durch die snstematischen Bü-
cher der Doppik: Grundbücher, Sammelbuch und Hauptbuch er-
schöpft. Die Fülle der ihr zugewiesenen Aufgaben macht es not-
wendig, diesen für das System obligatorischen Büchern eine
große Zahl von Hilfsbücdchern anzugliedern. Da die Ge-
schäftsvorfälle nicht nur unter dem Hauptgesichtspunkte der Er-
folgserzielung, sondern unter verschiedenen Gesichtswinkeln be-
trachtet werden müssen, da nicht nur die absoluten Zahlen,
sondern auch die Verhältnisse der Zahlen zueinander von Bedeu-
tung sind, so ist eine Zusammenfassung des Buchungsmaterials
in gleicher oder abweichender Anordnung in Nebenbüchern not-
wendig. Gleichzeitig bilden diese Nebenbücher ein Werkzeug zur
Ausübung der notwendigen Kontrollfunktionen.

Die wichtigste zu den außerhalb des Systems der Doppik stehenden
Büchern zählende Buchhaltungseinrichtung ist die Rontokor-
rent-Buchhaltung, in welcher für jeden Bankkunden und
Bankkorrespondenten ein Sonderkonto geführt wird, während diese
lebenden Konten in der ssnstematischen Buchhaltung
zu einem oder zu wenigen Sammelkonten (toten Ronten)
zusammengefaßt werden !).

Zu den Nebenbüchern rechnen ferner eine Anzahl von Skon-
tren, welche Einzeltatsachen aufnehmen, die zur Ergänzung
der Eintragungen in den Primanoten und Konten, besonders zum
Nachweis der Bestandsmenge und Bestandsbewegung dienen, oder
die Eintragungen der systematischen Buchhaltung in anderer An-
ordnung und auf Grund anderer Quellen aufnehmen, um auf
eine spezielle Frage der Leitung Antwort zu geben oder der
Rontrolle zu dienen.

Schließlich enthält die Bankbuchhaltung zahlreiche Beibücher
un d Listen, welche die geordnete Durchführung der Geschäfts-
tätigkeit erleichtern sollen (Terminkalender, Konditionenbücher
usw.). Umfang und Gliederung einer Bankbuchhaltung können
nicht allgemeingültig, sondern nur unter Beachtung des beson-
deren Charakters eines Instituts bestimmt werden.

; "nder Gliederung und Art der Führung des Kontokorrents siehe
        <pb n="29" />
        16 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
I. Die Kasssenbuchhaltung (Barkassse).

1. Gliederung der Schalter und der Beamten.

Der gesamte Umsatz in barem Gelde wird in der Kassenabtei-
lung erledigt. Je nach der Größe des Bankgeschäftes verteilt
sich der Barverkehr auf einen oder mehrere Einzahlungs-
und Auszahlungsschalter, einen Schalter für Kredit-
brief- und Akkreditivverkehr und einen Wecsel-
s&lt; alter zur Einlösung der bei der Bank domizilierten Wechsel
und zur Auszahlung des Gegenwertes diskontierter Wechsel. Kou-
pons-, Sorten-, Devisen- und Effektenkasse sind bei größeren
Banken den betreffenden Betriebsabteilungen, nicht der Kassen-
abteilung, angegliedert: Die Versorgung der verschiedenen Schal-
ter mit Barmitteln erfolgt durch die Einzahlungskasse (Haupt-
kasse), an die auch durch die Nebenkassen Barbestände, die die
Bedürfnisse des Umsatzes übersteigen, abzuführen sind.

Die Leitung der Kassenabteilung obliegt dem Hauptkas-
sierer (Kassenvorstand) mit der Stellung eines Prokuristen.
Er überwacht den gesamten Kasssenbetrieb, trifft alle Gelddis-
positionen und kontrolliert den Schriftverkehr der Kasse durch
die erste Unterschrift. Den Ein- und Auszahlung skas-
sierern ist Handlungs- oder nur Kassenvollmacht erteilt. Sie
bedienen die Kunden und verwalten die Kassen. Jeder Kasse
sind Hilfs b ea mte zugeteilt, welche die Belege und Quittungen
ausfertigen, die Kassenbücher führen und den Schriftverkehr er-
ledigen. Außerdem sind noch ein oder mehrere Geldzähler
und Kassenboten in der Kassenabteilung beschäftigt.

2. Unreine und reine Kasse.

Ein geordneter Kassenbetrieb erfordert eine Anzahl von Kassen-
büchern, Beibüchern und Listen. Unter den Kasssenbüchern unter-
scheidet man die von den Kassenassistenten + in kleineren Be-
trieben auch vom Kassierer selbst -- geführte „unr eine Kasse“,
auch Kasss enkla d d e genannt, und die vom Primanotisten zu
führende „Reink asse“ oder Kasssenprimanota. Mitunter
wird die Reinkassse auch in der allgemeinen Primanotenabtei-
lung geführt. Die Kassenkladde nimmt alle Kassenfälle in zeit-
licher Folge auf. Die Ein- und Auszahlungsbelege werden bei
den meisten Banken fortlaufend numeriert und mit dieser Num-
        <pb n="30" />
        Die Kassenbuchhaltung (Barkasse). 17
mer in der Kasssenkladde verbucht. Die Eintragungen in die
Kassenkladde sollen unmittelbar nach der Einzahlung !) und vor
der Auszahlung der Beträge erfolgen. Die Textspalte nennt stets
den Namen des Kunden, durch den bzw. für dessen Rechnung
der Barumsatz bewirkt wurde (Formular 1 S. 18). Bei Trennung
der Auszahlungs- von der Einzahlungskasse sind zwei unreine
Kassen zu führen. Der gesamte Barverkehr mit der
Reichsbank und dem Postsscheck amt wird dann durch die
Einzahlungskasse erledigt. Auf der Ausgangsseite der Einzah-
lungskassenkladde erscheinen die Abgaben an die Auszahlungs-
und Nebenkassen, sowie die Einzahlungen auf Reichsbankgiro- und
Postscheckkonto, während auf der Eingangsseite die zurückgeflos-
senen Überschüsse der Nebenkassen sowie die Abhebungen vom
Reichsbankgiro- und Postscheckkonto notiert werden.

Die unreine Kasse nimmt täglich als ersten Posten
den Kassenbestand vom Abend des Vortages auf und wird
abends nach Kassenschluß dur &lt;h Saldierung abgeschlossen.
Durch Vergleich des Saldos mit dem wirklichen Bestand kann
also täglich eine Nachprüf u n g vorgenommen werden.

In der Reinkasse wird meist nur der Umsagtz gebucht.
Auf Einstellung des Saldovortrages und des Schlußsaldos wird
verzichtet. Bei kleineren Betrieben kann man zur Aufteilung
der Buchungen nach ihrer Zugehörigkeit zu den einzelnen Sach-
konten die senkrechte Gruppierung benutzen (vgl. Formular 2
S. 19). Die Eintragungen erfolgen auf Grund der
RKassenbeleg e. Die Nummern dieser Belege werden in einer
besonderen Spalte vermerkt. Die Abstimmung der Kassenkladde
mit der Reinkasse wird dadurch sehr erleichtert. In der Valuta-
Spalte wird der Tag vermerkt, von dem an Zinsen auf den
Posten berechnet werden.. +44

Eine größere Übersichtlichkeit bei umfangreichem Kassengeschäft
gewährt die Führung der Reinkasse in Tabellenform
(Formular 3, S. 20/21). Die Textsspalte nimmt Eintragungen über
RKasseneingang und -ausgang auf. Hauptspalten sind die Kassen-
pe) Er u Eure te SMO G Urra uV
nen. Bei maschineller Verbuchung der Kassseneingangsprimanota (vgl.
t 23,; 5.0: SUM Erzen ot Mr; Gk
in Empfang gegen Aushändigung der zusammen mit einer Anzahl anderer
Belege erstellten Kassaquittung.

Kalv eram, Bankbuchhaltung.

J
        <pb n="31" />
        Formular 1. u &gt;
r „Unreine Kasse' Hug:
Ta, : " . Name : Betrag: Tag: rrr.: V 1me: Betrag :
E. 1
1924 Vortrag #M 5406 | 753 1924 1031 Portokasse # 3501| – .
Okt. 20.0. 746 A. Müller 110 + Qt. 20 2 Scheck R. Stein 250 | Ö §°
' L. Bertram 1200 = 3. „ Konsumverein | 700 – "V
8 R. Schmidt 500 - 4 Seb. Keller 16s | 2.» - S
9 . W. Reinhardt 53 | 40 | 5 Scheck A. Müller 175' 66 Z
750 SH. Stein 325910 6 „ Maschinenbau- z
' Maschinenbau-A.-G. 2000 | - A.-G. 53840 | - .
' Konsumverein 7T40 | - ; F. Reichert 100 | — §
à W. Richter 20 - § W. Müller 260 -- §
4 §F. Zimmer 100 9 | Scheck L. Bertram TA | 35 s
5  Weißmüller 235 1040 „. R:. Stein 50 Ir H
1 ; do. 90 - &gt;
1042 Reichsbk.-Giro-Kto. 2000 1 -- .
3. Postscheckkonto 1500 | * HQ
Bestand 1585 | 18 ;
&amp; |10690 | 15 106% | 15 Z:
OKt. 21. Vortrag M | 1585 | 18

u : TL st "U U.
        <pb n="32" />
        J „Reine Kassse.''
Eingang: (Soll) (Haben) Ausgang:
Tag: | Nr. | Name : Val. ' Betrag: Betrag: Tag: [nr. ! Name : Val. Betrag: ' Betrag:
1924 An Scheckkonto .: 1924 ' PerUnkoltenkto.:.
Okt. | 746 A. Müller 21/101 1101- Okt. 11031 Portokasse e. g
20. | 7 ; L. Bertram „. 1200]- 20. Per Scheckkto. :
| 750 1 R. Stein l z251.- [1032, FE NZ not 2201 Z
4 KU. Zimmer r ulw0!.5 [1040| ze ,f18 f§0 1- ~
H Weißmüller . 255 | --- 1970 | ~ : 1 3 ] 19/10 Os |...... I
An Devoiitenkto. — [1038 W. Müller " ' 20/10 | 260 -- f
|74a8 R schmidt. E 500 ] - 9 Scheck L.Bertram .
q W. Reinhardt ; 5s 40! § Ur. 7.16 .. 20/1101 74 | 35 é
753 W. Richter „ % 20l.: 5s73 | 40 Scheck Nr. 12191 , 175 | 60 899 | 95 ?
A. Rto.-Kor.-Rto: P. Depvositenkto. : J J c
751 Mashmenbar- [1054 ENCOH 154.12: E
A.-G. 22/10 | s011§ 7 F. Reichert N ;
2 Konsumverein „.  T740| ß 2740| -- 1035 PEo :
Scheck Nr. 807 ö or.. —
Gi Méstinenban;
Scheck Nr. 290 „. 3840| –~ 4540
Per Reichsbank- mw Y
TM
[1042 M 21/10 - 2000 | + 2000 | -
|Per Postscheckkto.: D ii
h10431 bee. © , 1500 . 1500| UG
. C 5355 ON. „[0101[95

5l.
TON
        <pb n="33" />
        20 . B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. Die Kassenbuchhaltung (Barkasse). 21
Formular 35. J . _ J w
Eingang: Yelne Lase {y Tabellenform.
ii; h Ausgang :
z H 1 s . s [1, 's : : ; Z
tr18’ 14" E'] \2 k “ t ' tts [. 4f
1924 110.- 7461 A. Müller _
M 33 1ù je .
100.0 ‘| F. Zimmer '
. us WesuUuer '
53.40 9 W. Reinhart. :
20.--- 573.40| 753 W. Richter
2000.* 12740.—- ? y Ä 22/10
1031 Unkostenkto.
2 R. Stein Scheck Nr. 520 x6 50.~ 60:5 50
[1080 ! iz – k 29/19 50. -
'1038 W. Müller". " 19,10 90.-
9 L Bertram sScheckNr.716 20/10 260.--1
5| ki Msti.r Fats: : tt)
[1034! Seb. Keller . 899.95 qs
: F L“ictett iu Scheck . 115.-- 100.
6' ttz .hau-hl.-G; . 700.2. .
1042 R NE: üg Uto. ! 3840‘. 382.. —
. | ‘ 5| Postscheckkonte. 21/10 20.2. | f000 +
| B 50  (2740. (0283.40! ! BT E E
eingangsspalte lille und bie Kassenausgangsspalte rests yo spalten mit den Kassenspalten verglichen werden: Summe der
ht! reqele. M que rule! U e streut! KassenspalteSoll gleich Addition der Summen aller Sachkonten-
daß neben der Kasseneingangsspalte die Habensspalten der bei eiter "nz ut ur gtrth... Kassenprimanota in eine Ein-
Einzahlungen anzurufenden Konten und neben der Kassenaus- galtit. [und Ausgangsprimanota. (Das Muster eines lasten-
gangsspalte die Sollspalten der bei Auszahlungen anzurufenden hangs. ar noricls Pohs. in Formuiar , S. 22/25.) Hier et-
ice. Lr -
Abstimmung in der Weise vorgenommen. daß die Sachkonten- fen rei jtastriqhtsintt werten fs ut . 4 p
        <pb n="34" />
        2 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

Formular 4.

Ö Kassenausgangs-
Tag Beleg Kon- | Wert Kasssa-Konto
1924 Nr. trolle Haben

Okt. 15, 742 R. Stein, Wertsendung

an I. Maier, Köln. 15. 10 250.9
» „| 743 A 8000 f. 30. 10. einger.
durch R. Stein, abzügl.
Zins. u. Provision. 15.1010 7976.—
v „. T44 M.. Fiedler, bar. 15. 10 160.9
! | » 745 F. Larsen, Scheck Nr. 3214 u
i „L 1746 P.Klein, hier, Zahlung
an Städt. Gaswerk. 15.10 40.9
y „ 7T471 K. Rosen, eingelöstes
Domizil. 15.100 3900.—
13526.—
freund Maier J46250,79 per Wertbrief übersandt und .J6 0,50 Porto
und A6 0,70 Provision berechnet, so wird Stein für Mt 251,20-
belastet, die Kasse aber nur für den tatsächlich übersandten Be-
trag von . 250,0 erkannt. Die Grundbuchung im ungeglie-
derten Memorial müßte lauten:
Per Ktokor. R. Stein A 251,20
an Kassse-Konto ; 250,–
an Prov.-Konto § ,70
an Unkosten-Konto ; ,50
Auch wenn Domizilwechsel-Einlössungen und Wechseldiskontie-
rungen gegen bar in der allgemeinen Kassenprimanota verbucht
werden, entsteht eine Doppelbuchung mit Anrufung mehrerer
Konten. Die Grundbuchung zu Fall 2 (Form. 4) würde lauten:
Per Wechsel-Konto A 8000,~
an Kasse-Konto ,» 7976,~
A 8000,+ f. a. 30. 10.
eingereicht durch R. Stein.
an Wechsel-Zinsen-Konto " 20,7
Diskont für 15 Tage 6%
an Prov.-Konto [1/2 (o] r 4.-
Zuweilen führt der Kassierer selbst noch einen Kontrollzettel
(Kontrollbuch), in welchem die Nummern der Belege und die

12
Text
        <pb n="35" />
        Die Kassenbuchhaltung (Barkasse). 2.5
primanote.
r Vr S; r

Soll Soll Sol Sol Soll Haben Soll Haben

251.20 .50 Prov.- —.70

Rto.
".- Wechsel- 20.-::
160.9 Zinsen 4.~
s n3:.: Prov.
40.~
2900 . —
:53551.20. | 200.—- ' 8000. | ~.3) 24.70
Beträge ohne Erläuterungen eingetragen werden, .o daß jeder
Kassenposten dreimal (Kontrollzettel, unreine Kasse, reine Kasse)
notiert wird.

Kasssenkladde und Reinkassse können sowohl in Form des
Loseblättersnstem s mit fortlaufender Numerierung der Ein-
zelbogen, als auch in Form gebundener Bücher geführt werden.

Als Beibücher oder Listen kommen für die Kasssenabtei-
lung je nach der Größe des Betriebes in Betracht:

a) t!" wech einer rechtzeitigen Kassssendispos i-

1. ein Kassen- oder Terminkalender, in den alle
avisierten oder an bestimmten Tagen fälligen Ein- und
Auszahlungen eingetragen werden;

2. ein D omizilavis b uch, das die bei der Bank zahlbar
gestellten Wechsel auf Grund der Benachrichtigung der
Puuten mit dem Auszahlungstage vermerkt (Formular 5

3. ein Scheck a vis buch für angekündigte Scheckziehungen.
Domizil- und Sch:ckavisbuch werden zweckmäßig in der
Form der Terminkalender geführt. Bei laufender Ein-

) Spesen, die den Kassenumssatz nicht berühren, werden oft auch in der
allgemeinen Primanote für Nichtkassengeschäfte gebucht.

?
_ 8000
200.
N
        <pb n="36" />
        Formular 5. Domizil-Avisbuch. ! Z
ts !enos Cag der H;: Summe: Bezogener : Aussteller : Domiziliat : Einlöjung
. nachrichtigung am :
1435 17./10. 2800 | - - Ludwig Voigt gWMaschinenfabrik-A.-G. : 25./10. 24 °0
G. m. b. H. §
V
Formular 6. Scheckinkasso-Buch. §
Sszi;iisii: Z: s ;
ende | gLac zee. Betrag : Einreicher : Bezogener : Aussteller : ü B "segen: | aezat tt #
1924 Bad Deutsche .
1726 | Okt. 's 11150[- |0r.muuter Homburg Bank, mMiùuùünchen hz!eserlut 15./10. 19./10. | 20./10.] 49 .
Formular 7. Akkreditiv-Buch. }
[] . L
Taa ende Begünstigter : unter qrist: tert flkkreditis [ gelteltt ts: : Gültig Erledigt: :
Ü. Prabe : 1
Bad Frankfurt Deutsche Ö ö J
15.110.| 71 .Dr.Müller| Homburg Dr. Müller %3D333 Bank, München | 5000|-|31./10. 18 /10. , 3000.9
z90419 q1500

' + Ö win
        <pb n="37" />
        Die Kasssenbuchhaltung (Barkasse). Z
tragung auf Grund der Avise müßte eine gleichzeitige
Notierung im Kassenterminkalender erfolgen;

b) zum Zwecke der Sicherheit und Kontrolle des

RKassenverkehrs:

1. eine Unterschriftskart o thek zur Nachprüfung der
Unterschriften auf Schecks und Quittungen. Aus den Un-
terschriftsblättern sind Personalien und Wohnung, sowie
eigenhändige Unterschrift der Bankkunden und die etwaige
Unterschrift von Bevollmächtigten zu ersehen;

2. ein Verzeichnis der Scheck bü cher, nach Nummern
geordnet. Bei Ausgabe des Scheckbuches quittiert der
Kunde den Empfang unter genauer Angabe der Nummern
der ihm übergebenen Schecks. In das Verzeichnis wird
der Name des Empfängers eingetragen, so daß bei jeder
Scheckeinlösung Kontrolliert werden kann, ob der vor-
liegende Scheck aus dem Scheckbuch des Kunden stammt,
dessen Unterschrift er trägt;

: in seltenen Fällen auch ein Konditionenbuch, (zu-
weilen in Form einer besonderen Kartei, oder verbunden
mit der Unterschriftskartei), welches die besonderen Be-
dingungen für den Bar- und Kreditverkehr mit den
einzelnen Kunden enthält.

3. Behandlung der ein- und ausgehenden Gelder.
a) Einzahlungen:

Der einzahlende Kunde füllt sselbst einen Einza hlungs-
zettel aus (Form. 8, unten), damit eine schriftliche Äußerung
seines Willens vorliegt. Dieser Einzahlungszettel dient als
Formular s. Einzahlungszettel.

Anbei .# 2400.09 in bar

u__600.— Schecks auf Sie

Æ 3000.—
im Auftrag von K. Stein, Ffm.
für Rechnung von Maschinenbau-A.-C., Ffr.

Frankfurt, den J15. Okt. 24.
Für R. Stein.
R. Schulz, Bote.

?
        <pb n="38" />
        26 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
Unterlage für die Buchung in der Klassenktladde.
Gleichzeitig ) chr eibt der Kassierer einen Beleg aus
(Form. 9, unten), den er einem gebundenen, fortlaufend numerier-
ten Blocke entnimmt. Dieser Beleg wird von ihm und dem
_ s ü §
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§ Z S D.
ß S t u izz..
§ o
t t # Z8 S7 |
S 1 . S “r tt:
é) | S tu é
N.
Auf dem Durchschlag ändert sich der Text bei:
1) in „Anzeige an !) Buchhaltung,
?) Revisionsabteilung“" ;
s) in „Folio der Buchhaltung:
Kontrollzeichen“ :
Bei ?) haben die Kassierer, die Quittung erteilen, zu
unterschreiben.
        <pb n="39" />
        Die Kasssenbuchhaltung (Barkasse). 27
Beamten, der die zweite Unterschrift auf der Quittung erteilt,
unterschrieben. Auf Grund dieses Beleges wird in der
reinen Kasse gebucht. Von der Kassenprimanota gelangt
der Einzahlungsbeleg in die Buchhaltung und dient dem Staffel-
buchhalter als Unterlage für seine Buchung. Ein Durchschlag
des Beleges + meist in anderer Farbe - wird zu Kontroll-
zwecken in der Kontenbuchhaltung und später in der Revisions-
abteilung verwandt. Wird dem Kunden nicht in einem Konto-
gegenbuch!) Quittung über den eingezahlten Betrag erteilt,
so wird vom Kassierer ein Eingangsbeleg mit zwei Durchschlägen
ausgeschrieben. Das Original erhält der Kunde als Quittung,
die beiden Durchschläge werden wie oben erwähnt als Belege ver-
wandt. Der Primanotist sowohl wie der Staffelbuchhalter haben
den ersten Beleg an vorgesehener Stelle nach erfolgter Buchung
abzuzeichnen und mit dem Folio der Buchung zu versehen. Des-
gleichen erklärt der Konto-Buchhalter durch Namenszug auf dem
zweiten Beleg, daß er diesen mit der auf dem Konto erfolgten
Buchung, zu deren Grundlage die Kassenprimanota diente, ver-
glichen hat.

Gleiche Belege sind bei Bareingängen durch Postanweisung
oder Wertbrief auszuschreiben. Wertbriefe werden in einem be-
sonderen Bureau nach Eintragung in ein Wertbriefeingangs-
buch von zwei Beamten geöffnet und der Inhalt mit den bei-
liegenden Verzeichnissen verglichen. Der Inhalt wird im Wert-
briefeingangsbuch notiert und, soweit es sich um Bargeld han-
delt, der Kasssenabteilung übergeben. Der Eingangskassierer
quittiert den Empfang. Darauf wird der Korrespondenzabteilung
Mitteilung über den ordnungsmäßigen Eingang gemacht und
von dort aus dem Kunden Gutschriftsanzeige erteilt.

Bei Einzahlungen für Rechnung eines Dritten ist auf den Ein-
zahlungsbelegen sowohl der Begünstigte wie auch der Einzahler
zu vermerken. In diesem Falle wird der Korresspondenzabteilung
ein Beleg geliefert, auf Grund dessen sie dem Begünstigten Gut-
schriftsanzeige erteilt.

b) Auszahlungen:

Bei Barauszahlung en gegen Quittung und Scheck
oder bei Anweisung eines Kunden, an einen Dritten eine
Barauszahlung zu leisten, muß zunächst geprüft werden, ob das

1) über Kontogegenbuch vgl. S. 29.
        <pb n="40" />
        2 ) B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

Konto ein genügendes Guthaben aufweist, bzw. ob der genehmigte
Kredit noch nicht voll in Anspruch genommen ist. Quittungen, Schecks
und Zahlungsanweisungen werden daher den zuständigen Saldo-
buchhaltern vorgelegt und von diesen (bei Schecs auch Prüfung
der Schecknummern, die am Kontokopf notiert sind). mit einem
Ordnungsmäßigkeitsvermerk verssehen!). Die Saldobuchhaltung ist
daher in möglichster Nähe der Kassenabteilung unterzubringen.
Zuweilen wird dem Beleg ein Saldozettel angeheftet, der vom
Kontobuchhalter gegengezeichnet ist. Bei Lombardkrediten wird
auch seitens der Depotbuchhaltung nach Prüfung der Deckung
abgezeichnet. Weist das Konto nicht genügend Guthaben auf
oder ist der eingeräumte Kredit bereits voll in Anspruch genom-
men, so wird die Quittung, der Scheck oder die Zahlungsanwei-
sung dem Buchhaltungsvorstand oder der Direktion (bzw. dem
Sekretariat) vorgelegt. Dort wird die Auszahlung genehmigt oder
verweigert.

Die abgezeichneten Belege gelangen zur Kasse zurück, werden
vom Kassierer auf Ordnungsmäßigkeit der Unterschrift (bei
Schecks auch auf formelle Richtigkeit) geprüft, in der unreinen
Kasse gebucht und dann ausgezahlt. Nach erfolgter Auszahlung
werden sämtliche Belege sofort mit einem Lochstempel „Bezahlt“
versehen, um eine nochmalige Verwendung in betrügerischer Ab-
sicht unmöglich zu machen.

Bei Barausgängen durch die P ost dient als Beleg die
Zahlungsanweisung einer Innenabteilung (Korrespondenz, Se-
kretariat). Die Auslieferung des Geldes erfolgt an zwei Be-
amte der Wertposterpedition, die auf dem Ausgangsbeleg den
Empfang des Geldes quittieren. Der Wertsendung wird ein vor-
gedruckter Besstätigungszettel beigelegt, der nach Vollziehung durch
den Empfänger der Sendung zurückgesandt und dann oft dem
Auszahlungsbeleg angeheftet wird. Da diese Bestätigungszettel
einem laufend numerierten Block mit Talons gleichen Inhalts
entnommen Sind, läßt sich leicht nachprüfen, welche Empfangs-
bestätigungen noch ausstehen.

Schecks von Nichtkunden auf fremde Banken werden
nur zum Inkasso übernommen. Dem Einreicher wird eine vor-
läufige Quittung erteilt. Der Scheck wird nach Eintragung in das
Scheckinkassobuch (Form. 6 S. 24) mit einem angehefteten (roten)
Zettel (Form. 10 S. 29), der die Aufforderung zur Unterzeichnung

1) Über die doppelte Führung der Personenkonten vgl. S. 125.

"&amp;
        <pb n="41" />
        Die Kassenbuchh altung (Barkasse).
Formular 10.
Scheckeinlösungs-Bestätigung.
Wir bitten diesen Zettel umgehend nach
Einlösung anhängenden Schecks unterschrieben
an uns zurückzusenden.
Vereinsbank, Frankfurt a. M.
I 17261 | Der uns übersandte Scheck über
[ AT 150. Y wurde eingelöst und Ihnen der
Gegenwert auf Reichsbankgirokto. überwiesen.
München 18./10. 24.
Deutsche Bank.
und Rücksendung der vorgedruckten Scheckeinlösungsbestätigung
enthält, an die Zahlstelle gesandt. Diese sendet, falls der Scheck
von ihr eingelöst wird, den mit Unterschrift versehenen Zettel
zurück. Er dient nun als Unterlage für die Auszahlung des
Gegenwertes an den Einreicher des Schecks.

Die Kasse leistet weiterhin Barzahlungen an Kunden
befreundeter Banken auf Grund von Reis e-Akkre-
ditiven oder Kreditbriefen. Die Abrechnung mit der
befreundeten Bank erfolgt über Girokonto. Die auftraggebende
Bank gibt dem befreundeten Institut Höhe und Gültigkeitsdauer
des Akkreditives, oft auch ein vereinbartes Kennwort an und
sendet Unterschriftsproben ihres abhebenden Kunden ein. Die
beauftragte Bank trägt alle Angaben in ein besonderes Akkre-
ditivbuch ein (Form. 7 S. 24). Nimmt der Akkreditierte den Be-
trag (oft auch in Teilbeträgen) in Empfang, so hat er zwei
gleichlautende Quittungen mit dem Zusatz „doppelt für einfach
gültig“ auszustellen. Die erste dient als Beleg für die auszah-
the Bank, die zweite wird der auftraggebenden Bank über-

Im Barverkehr mit Depossitenkunden ist der Gebrauch eines
Depossitenbuches (Kontogeg enbuch) üblich. Auf der Soll-
seite trägt der Kunde selbst die abgehobenen Summen ein, wäh-
rend auf der Habenseite die eingezahlten Beträge vom Kassierer
quittiert und die durch Überweisung eingegangenen Posten vom
        <pb n="42" />
        B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
Depositenbuchhalter eingetragen werden. Im allgemeinen wer-
den Barauszahlungen zu Lasten eines Depositenkontos nur bei
Vorlage des Gegenbuches geleistet, das als Legitimation des Ab-
hebenden dient.

4. Abstimmung der Kasse.

Täglich nach Kasssensschluß ist unter Berücksichtigung aller Ne-
benkassen eine Bestands aufnahm e zu machen. Der Kas-
sierer nimmt den Barbesstand der Kasse auf, während durch den
Kasssenassistenten der buchmäßige Saldo auf Grund der Kassen-
kladde fesstgestellt wird. Die Errechnung des buchmäßigen Kassen-
saldos ist nach zwei Formeln möglich:

1. Gestriger Bestand + heutiger Eingang &gt; heutiger Aus-

gang == heutiger Bestand;

2. Bestand am Monatsanfang + Eingang bis heute + Aus-

gang bis heute &gt; heutiger Bestand).

Diese zweite Kontrolle wird durch Führung eines Umsatz-
bogens in Staffelform ermöglicht, wie ihn etwa folgendes Bei-
spiel zeigt:

Eingang: Ausgang:

I. 7.. 12153,10 1.7. 9740,12
5.7. 27.202,27 2.7. 17315,25
39375,37 27 055,37
3. T 19605.50 3.7. 15927,10
58 980,87 42 982,47
Abstimmung:
Bestand am 30. 6. abends AF 71617,45
Eingang vom 1.7.93. 7. „ 98 980.87
66 598,30
Ausgang vom 1.7.93. 7. 42 982,47
Bestand am 3. 7. abends &amp; 23615,83

Die Bestandsaufnahme wird regelmäßig von dem Kassenvor-
stand oder einem Revisionsbeamten nachgeprüft. Dieser Kontroll-
beamte hat die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung durch
seine Unterschrift im Kassenbestandsaufnahmebuch zu bestätigen.
Die Kassenbücher (Kladden) und Kassenmemoriale (reine Kasse)
werden in verschiedener Weise unter sich abgestimmt.

Etwaige Fehlbeträge werden bei den meisten Banken dem
verantwortlichen Kassierer auf einem besonderen Konto belastet.
.) Diese 4z1ite rt der sesteuu sd Saldos erfolgt im allgemeinen
nur bet anken mit gering .

30
        <pb n="43" />
        Die Kassenbuchhaltung (Barkasse). 71
Ist die Differenz nicht aufzuklären und ergibt sich die Schuld-
losigkeit des Kassierers, so wird die Differenz am Monatsende
auf Kassendifferenzk onto abgebucht. Kassenüberschüsse
werden, sofern sie nicht aufzuklären sind, sofort auf Kassen-
differenzkkonto gutgebracht !). Reklamationen von seiten der
Kundschaft, daß zu viel oder zu wenig ausgezahlt worden sei,
werden im allgemeinen nur berücksichtigt, falls der Kunde
den Betrag in Gegenwart des Kassssierers nachgezählt und diesem
den Irrtum sofort mitgeteilt hat?).

Buchhalterische Sicherheits maßnahmen geg en Au s-
zahlung an Unberechtigte und gegen Veruntreu-
ungen im Kasssenverkehr bestehen in strenger Durchfüh-
rung folgender Regeln:

1. Keine Kassenbeweg ung undkeine Kassenbuchung
darf ohne ordnungs mäßig en Beleg vorgenommen
werden.

2. Die Belege sind mit lauf end en Nummern zu ver-
sehen, damit eine nochmalige Verwendung unmöglich ist.

3. Jede Quittung und jeder Scheck wird sofort nach der
Auszahlung mit einem Lochstempel „Bezahlt“ ent-
wertet:

1. Die Prüfung der Unterschriften bei Auszahlungen
und das Ausschreiben der Quittung bei Einzahlungen
erfolgt nicht durch den Kassierer selbst.

5. Die Auszahlung und die Buchung geschehen durch
verschiedene Beamte.

6. Die Kassenbuchführu ng erfolgt doppelt auf Grund
der Originalbelege durch verschie dene Beamte, die
räumlich voneinander getrennt sind.

7. Die Verbuchung von Eingängen erfolgt unmittel-
bar nach Hereinnahme des Geldes, die Verbuchung
von Ausgängen vor Auszahlung des Geldes.

8. Das Publikum wird darauf hingewiesen, daß nur Quit-
tungen Gültigkeit haben, die vonzwei Zeichnungs-
berechtigten unterschrieben sind. Die Namen der
zeichnungsberechtigten Beamten werden von der Direktion
durch Aushang im Kassenraum bekannt gemacht.

1) Manche Banken führen ein Kassapluskonto und ein Kassamanko-
konto, damit sich Manko und Plus nicht ausgleichen.

?) Ein entsprechender Hinweis ist im Schalterraum ausgehängt.
        <pb n="44" />
        52 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. Nichtkassengeschäfte. 33
I. Hichtkassengeschäfte. Effekten zur Gutschrift des Gegenwertes auf Scheckkonto über-
Eine Aufteilung der Buchungsfälle auf nur zwei Grundbücher, reicht, so lautet die Eintragung im Memorial:
ein Kassenbuch für den Barverkehr und ein Memorial für den Soll: Haben:
Verrechnungsverkehr ist nur in kleineren Bankgeschäften üblich. ~ T- .
Bei dem nach ,deutsch gruppierter“ Methode geführten Memorial, Effektenkonto .. . . A sc.r: [ 342470 . «w 8000.-
das also wie die Reinkasse S. 19 sämtliche Posten gruppiert und Müller
unter entsprechenden Köpfen zusammenfaßt, wird jede Buchung Das Schec&gt;konto Müller wird auf der rechten Seite für die
doppelt vorgenommen. Einer Memorialbuchung links muß eine verkauften Effekten erkannt, das Effektenkonto links für über-
Memorialbuchung rechts entsprechen, so daß sich das Memorial nommene Effekten belastet. Zwischen den Eintragungen in die
stets ausgleichen muß. Nehmen wir an, Müller habe der Bank Reinkasse (Form. 2 S. 19) und in das Memorial (Form. 11, unten)
Fertiular 11: Allgemeines Memorial für Nichtkassengeschäfte.
Tag: Val. | Betrag: Fathch Tag: : Verk.: | Betrag: j ur
V ü
1924 1924
20.110. Kontokorrentkonto 20.110. Kontokorrentkonto
Ritter, Vergtg. an Schmidt wegen Überw.
Schmitt .. . .. . ... 18419 §09n4 * Ritter + q): p pizje.s t ; 3000 | —
KU) G2 S 20.110. | Stein für Postscheckvgtg... 21./10.| 2000 | 5000
gebühren. ... . &amp; ,.. ». 1. 110.1 . 261-241 ?7537 Scheckkonto
Scheckkonto Müller für einger.Wechsel ys 3580| —
TBraun a. überw. . . . . 20./10.|_2500 | 2500 Meier t. f sc.: " [6000 E 6796
Bankenkonto Bankenkonto
Reichsbkgiro a. Weiß . . 22./10.] 6000 * THeutsche Bank wegen
Postscheck a. Stein . . . 31.110.| 20001 . 98000 Überw. Braun ~ . . . 20./10.|_25001  2500
Wechselkonto . Effektenkonto
Rimesse von Müller . . _4wv0!1 710o0 TRauf durch Roth -.. 4512| 486512
Sortenkonto Provisionskonto /
! 100.09 von Maier . . 4161.01 MH6 | + Depotgebühren Werner . 151.25 h2 25
Diskontkonto
Diskont a. WechselMüller J )
_ 18855 L. &gt; 18853 [ +
Kalv era m, Bankbuchhaltung.

Text: Tert
        <pb n="45" />
        34 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. Nichtkassenge]chäfte.
Formular 12.
— Allgemeines Memorial für Nicht: kassengeschäfte (Tabellenform).
ß [ §t; Scheiss Kanken- Depositen-] Wechsel- | Effekten- Zinsen- j °: Verschiedene
Tag.: Yak: yet R ts: ht et konto: konto: konto: konto: jistonss Konten:
S Soll [Haber Soll iaben Soll |aben| p:. pr z:. [§atet sol |aber Soll | Haben Soll [Haben Konto- [lt
cj M i t M _ N.. j v Gg.. . itt &gt; éù ft .. Ute: . &gt;:
20./10. . . .
24 dDMiüller tn Diskontkto.; 20
für einger. Wechsel
. 400.–ô |22.|10.] 380
Ritter (Darlehnskto.) [33. 13sr00"
an Schmidt 20./10. [3000
It. Auftr. v. 16./10.
Mster gec. F 100.- ) | 416 tsottetlts. tss
Braun 20./10. [2500|
?!: !Lerv.Ventieteherk 12500 1
It. Auftr. v.. 19./10.
Reichsbankgirokonto . sso0o!
an Weiß “s '6000
Roth (Darlehnskto.) 120./10.14512 _
für gekaufte Effekten ~
Werner 1./10.11 25
w. Depotgebühren
(2. Halbjahr 1924)
Postscheckkonto |20001
an Stein [10.1 4,2000
[7537/5000 [2500|6796 |8000|2500 t .912 , 25 Pickontkts | zs zj:
~ - E RE; ft = t =. ; ~ f , EC
besteht ein äußerlicher Unterschied. In der Reinkasse werden konto des Hauptbuches und das Personenkonto Müller im Konto-
stets entgegengeseßte Kontenverbuchungen vorgenommen. Das korrent sind zu erkennen. Dieser Unterschied erklärt sich daraus,
auf der Sollseite angerufene Gegenkonto soll beim Übertrag daß alle Eintragungen im Kassenbuch eine zergliederte Grund-
auf Kontokorrent und Hauptbuch erkannt werden und umge- buchung zu dem einen Kassenkonto sind. Dieses Konto selbst, auf
kehrt. Dagegen bedeuten die Eintragungen im Memorial ana- dem Eingänge links und Ausgänge rechts verbucht werden
loge Kontenverbuchungen bei der Übertragung. Im obigen Falle müßten, erscheint in der Reinkasse nicht, da die Reinkassenbuchun-
ist das Effektenkonto des Hauptbuches zu belasten; das Scheck- gen im ganzen (gesamter Umsatz links und rechts) das Kasssa-

Text:
gb
JA -
        <pb n="46" />
        ; B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

konto darstellen. Man könnte auch die Kassenbuchungen in Form
der Memorialbuchungen vornehmen und bei jedem Bargeschäft
eine Doppelbuchung: Kasssakonto an Konto X bzw. Konto X an
Kassakonto ausführen. Dann würden dadurch wie im Memorial
analoge Buchungen und ein jjederzeitiger Ausgleich bewirkt
werden.

Der Aufbau eines Memorials in senkrechter Gruppierung sei
an einem schematischen Beispiel (Form. 11, S. 32) dargestellt, dem
folgende Geschäftsfälle zugrunde liegen:

1. Müller (Scheckkonto) schickt zur Gutschrift auf sein Konto

einen Wechsel in Höhe von M 400,7 (Diskontabzug Mb 20,5).

2. Ritter (Kontokorrentkonto) beauftragt die Bank an Schmitt

(Kontokorrentkonto) M6 3000,~ zu vergüten.

3. Maier (Scheckkto.) sendet $8 100,0 in Noten = M 416,7 &gt;

zur Gutschrift auf sein Konto.

4. Braun (Scheckkto.) gibt den Auftrag der Deutschen Bank

é 2500,- zu vergüten.

5. Weiß (Scheckkto.) erhält durch die Reichsbank 6 6000,-

überwiesen.
6. Roth (Kontokorrentkonto) kauft Effekten im ausmachenden
Betrage von M 4512,79.

7. Werner (Kontokorrentkonto) wird für Depotgebühren mit
6 25,79 belastet.

8. Stein (Kontokorrentkonto) überweist .J16 2000,7 auf unser
Postscheckkonto.

Größere Banken pflegen das Tabellensystem zur Anwendung
zu bringen. Formular 12, S. 34 u. 35 zeigt ein Memorial in ameri-
kanischer Form, das alle Nichtkassengeschäfte aufnimmt. Je nach
den Erfahrungen kann die Kontenanordnung bei den einzelnen
Banken verschieden sein, doch erscheinen die in unserem Formular
angeführten Konten wohl regelmäßig.

In den meisten großen Betrieben wird das Memorial noch aufgeteilt.
Es wird etwa ein besonderes Wechselmemorial, ein Effektenmemorial,
ein Devisen- und Sortenmemorial, ein Couponsmemorial, ein Übertrags-
memorial und für Abschlußzeiten ein Zinsenmemorial geführt.

III. Die Wechselbuchhaltung.
1. Die Aufgaben der Wechselabteilung.

Die mit dem Wechselverkehr zusammenhängenden Hauptarbeiten
sind: Prüfung der Wechsel auf formelle Richtigkeit und
Bonität, Führung der Wechselgrundbücher, Wechsel-

Sl
        <pb n="47" />
        Die Wechselbuchhaltung. IT
skontren und Hilfsbücher, Ausstellung der Diskont-
noten, Gutschrifterteilung und Wechselversand. Nicht
immer liegen diese Arbeiten geschlossen der Wechselabteilung
ob. Die Ausschreibung der Diskontnoten wird z. B. oft zusam-
men mit dem Briefwechsel von der Korrespondenzabteilung aus-
geführt, der Wechselversand von der Wertpostexpedition, die Füh-
rung der Grundbücher von der Primanotenabteilung erledigt.
Eine Trennung der Wechselabteilung in Markwech-
sel- und Devissenbür o bestand vor dem Kriege nur bei weni-
gen Banken; sie ist aber unter dem Einfluß des wachsenden De-
visengeschäfts bei fast allen größeren Instituten durchgeführt
worden.

Bei den Markwechqseln sind Ink asso- und Disk ontwech-
s el zu unterscheiden. Die ersteren übernimmt die Bank lediglich
zum Einzug, so daß sie als Prokuraindossatar die Präsentation
und evtl. die Protesterhebung besorgt. Gutschrift erfolgt
nach Eingang. Regreßrechte und -pflichten entstehen für die
Bank nicht. Bei der Diskontierung von Wechseln hingegen rückt
die Bank im Falle der Weitergabe durch ihr Giro in die Wechsel-
familie ein, so daß Regreßrechte gegen die Indossantenreihe der
Vormänner und Regreßpflichten gegenüber ihren Nachmännern
entstehen.

2. Haupt buchun gs fälle im Wechselbüro.

a) Ein Kunde gibt einen Wechsel zum Diskont.

Runde Stein reicht am 17. Mai einen Wechsel, fällig am 17. Juli
über Ab 3000.09 zum Diskont ein. Die abzuziehenden Wechsselzinssen
(6 0/0) sind A46 30.9; Wechselprovision 1/2 9/09 = -S 1.50, so daß sich
der gutzuschreibende Betrag auf s6 2968.50 beläuft. Es bestehen drei
Möglichkeiten der Verbuchung.

a) Das Wechselkonto wird mit dem diskontierten Betrag des
hereingenommenen Wechsels belastet, der Kunde mit dem gleichen
ausmachenden Betrage erkannt:

Wechsselkonto an Konto Stein . 2968,50.

8) Die Provision wird auf einem Sonderkonto verbucht. Das
Wechselkonto verrechnet nur noch die Wechsel abzüglich Diskont:
Be cie1r sR rende: . 2 I..
an Konto Stein 2968.50
an Provisionskonto 1.50

x) Das Wechselkonto wird als reines Bestandskonto geführt.
Provisionen und Zinsen werden auf Sonderkonten verrechnet:

.J7
        <pb n="48" />
        L B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
Wechselkonto Z -
an Folgende:
an Konto Stein 2968.50
an Wechsel-Zinsen-Konto 30.
an Provisionskonto 1.50

Methode y ist die gebräuchlichste, weil sie gestattet, den Sollbestand an
Wechseln jederzeit festzustellen, und zugleich die Möglichkeit einer Kon-
trolle der nicht ausgegangenen Posten bietet.

b) Die Bank gibt einen Wechsel zum Rediskonlt.

Obiger Wechsel wird am 17. Juni an die Reichsbank weitergegeben.
Diskontabzug M 12.50 (Provision wird nicht berechnet). Zwei Arten
der Verbuchung sind möglich:

a) Reichsbank an Wechsselkonto . 2987,50.

Der Abschluß dieses als „gemischtes Bestandskonto" geführten
Wechselkontos müßte durch Einsetzen des auf den Abschlußtag dis-
kontierten Bestandes erfolgen; dann würde der Gewinn aus
Wechselzinsen und Provision als Saldo erscheinen.

8) Folgende

an Wechselkonto 3000.
Reichsbank-Ronto A 2987.50
Wechsel-ZSinsen-Ronto 12.50

Das Wechselkonto muß sich bis auf den Bestand im Portefeuille
stets ausgleichen; die Gewinne erscheinen auf Wechselzinsen- und
Provisions- bzw. Spesenkonto.

c) Ein Wechsel wird zum Intkkasso eingereicht:

œ) Der Einzugswechsel wird nur in ein Nebenbuch eingetragen
und dann dem Zahlungsverpflichteten vorgelegt oder einer anderen
Inkassofirma (Reichsbank, Post, befreundete Bank) übersandt.
Erst nach Eingang des Gegenwertes erfolgt die Grundbuchung:

Kasse (Reichsbankkonto, Postscheckkonto, Bankkonto X.) an
tuts Vs. Inkassowechsel „durchläuft“ die Wechselprimanota. Es
werden für die hereingenommenen Inkasssowechsel zwei Sonder-
konten eingerichtet; Lor o- Inkassokonto !), auf dem der Kunde
vorerst erkannt wird und ein Nostr o- Inkassokonto, auf welchem
die Zahlstelle für den vollen Wechselbetrag belastet wird.

Beispiel: X gibt einen Wechsel auf die Vereinsbank zum Einzug, wo-
für er am Schalter eine vorläufige Quittung mit dem Vermerk ,zur
Gutschrift nach Eingang“ erhält.

Buchung bei der Einreichung:

Wechselkonto A 3000.-
an Loro-Inkasso-Konto Kunde X M
') Über Loro und Nostrokonten siehe Seite 112.

'
100.
2000
        <pb n="49" />
        Die Wechselbuchhaltung. '

Buchung bei Weitergabe:

Uojtrs-311.\101ts. Vereinsbank . 3000. - E 3000
an ech]e 0 v :

Buchung bei Gutschrift des Gegenwertes auf
Reichsbank girokonto durch. die Vereinsbank unter
Abzug von 1/2%%99 Inkasso sp es en.

æ) Reichs bankkonto AM 3000. —

an Nostro-Ink.-Konto Vereinsbank AM 3000.—

s) Loro-Ink.-Konto Kunde X ﬀ 3000..:

an Folgende:
an Konto ordinario Kunde X AM 2998.50
an Inkassospesen-Konto 1.50

Die Buchungen über Loro- und Nostrokonto gleichen sich aus
und werden gegeneinander abgesstrichen. Es stehen sich nach Ab-
streichen vorstehender Buchungssätze noch die Belastung der Reichs-
bank und die Gutschrift an den Kunden gegenüber.

3. Die Bücher der Wechselabteilung.

Zur Regelung des Wechselverkehrs werden stets folgende Bücher
geführt:

a) Das Wechsselk opierbuch,
b) das Wechselskontro,

c) die Wwechsselprimanota,

d) d as W echselverf allbuch,
e) das Wechseloblig o buch.

a) Das Wechselkopierbuch (Form. 13, S. 40), meist auf-
geteilt in ein Ink ass o- und ein Disk ontwechselkopier-
buch, dient zur Aufnahme aller Wechsel sogleich nach Herein-
nahme und Prüfung. Auf Grund dieser Eintragung läßt sich bei
Verlust eines Wechsels ein Duplikat anfertigen, oder, falls ein
Wechsel als „unbezahlt“ gemeldet wird, der Einreicher feststellen.
Jede Eintragung erhält fortlaufend eine Nummer, die auf dem
Wechsel gleichfalls (mit der Stempelmaschine) vermerkt wird. Bei
sorgfältiger Führung läßt sich stets aus dem Wechselkopierbuch
der Bestand nachprüfen; denn alle Wechsel, die in der Spalte
„Weitergabe an“ noch nicht ausgetragen sind, müssen noch als
effektiver Bestand im Portefeuille liegen. Inkassowechsselkopier-
bücher enthalten eine besondere Spalte für „Datum des Einganges
des Gegenwertes“, so daß jene Wechsel leicht ausgezogen werden
können, deren Gegenwert noch nicht eingegangen ist.

b) Die Wechsselskontren sind Wechselbestandsbücher,
meist getrennt nach Platz wechseln und Vers andwecdh-

ZC
        <pb n="50" />
        Formular 13. Wechselkopierbuch. "Z
. Caades Et Ñ Cag Zah- Ver- . § Weiter- | Tag der| -; §
2.2 Ein- | Betrag:| itgereicht Aussteller: der Aus- | lung- fall- Bezor . 3 gabe vst. f.
§ D | gangs: vott: stelung: | ort: tag: ' Jener: | an: gabe: [s § dz
1084| 20.110. 3000.- Or; Sr. m. Rich. Fcmidt, 1; 120. 24] Ktm. !5,/]. [E. Stein,] W. ( Reichs- | 25./10.1 w.
24 Müller | Sf Ffm. 110.24 sfm. %35 | Ffm. [ bank | 24 11020 é
S
Formular 14. Wechselverfallbuch. ~.
Tag Tag S
Verfalltag: Ng. ts Betrag: Zahlungsart : ,utsegangen pee Fol. Bemerkung: |
gangs : ] qanas: ' T
V
"isst. s L 32swmg. Frankfurt“ Maschinenbzu. 14.12. [; w. 57 i
N
n
'
§ptrittar 15: Wechselobligobuch. §
' tttsks Richard Schmidt, Ffm. ;
t
pitüh U. MWeates: Bezogener V p resrs e DVerfal Betrag: Weitergabe
.f f L. Stein, Bingen akzeptiert .225. V h

1.11
» Ur,
1 238 „A I5l1
        <pb n="51" />
        Die Wechselbuchhaltung. 41
eln. Die einfachste Form der Skontren ist die, daß der Nominal-
betrag, die Wechselnummer des Kopierbuches, der Verfalltag des
Wechsels l âs Ein- und Ausgangsdatum in vorgesehenen Spal-
ten notiert werden. Bei Wechselausgängen werden die entsprechen-
den Eingänge im Skontro abgestrichen, so daß die Summe der nicht
abgestrichenen Posten den Bestand darstellen muß. Die Eintra
gungen erfolgen unabhängig von denen im Wedhselkopierbud
nd in der Primanota auf Grund der Wechselabrech-
ungen oder deren Kopien (zuweilen auch auf Grund der
Primanotabuchungen), so daß eine mehrfache Abstimmung mög-
ich wird. Durch Unterteilung des Skontros für Verssandwechsel
ach geographischen Gesichtspunkten ist es möglich, die Richtung
des Wechselverkehrs zu ermitteln. Das gewährt einen Einblick
in die Geschäftsverbindungen der Kunden und einen Hinweis auf
die beste Art der Expansion. Zuweilen dient das Wechselskontro
auch neben der reinen Bestandsrechnung einer Kontrolle der Wert-
errechnung, so daß es neben dem ausmachenden Betrage aud
iztgut. uud Zpefenabzige.auffühxrt (Form. [[. Z.6.1..) )...
c) Die Eintragung in die Wechselgrundbücher (Prima-
o ten) erfolgt in chronologischer Folge auf Grund der Wech
elabrechnung en. Die in der Wechsselabrechnung übernom
ene Nummer des Kopierbuches wird auch in der Primanota
ermerkt, so daß sie ein leichtes Auffinden der Posten in den ver-
chiedenen Büchern und ein bequemes Abstreichen in den Skontre
ermöglicht. Die Primanota enthält in der Tagspalte das Datu
er Hereinnahme oder Weitergabe, in der Tertsspalte den Fällig-
eitstermin und den Namen des Gegenkontos. Die Buchungs-
palten sind je nach der Führung des Wechselkontos als reine
oder gemischtes Bestandskonto verschieden. Keinesfalls sollte
er Nominalbetrag fehlen, damit das Grundbuch jederzeit in den
ienst einer Kontrolle des Wechselbestandes gestellt werden kan
Form. 16, S. 46 u. 47). Die Wechselprimanota vereinigt nicht de
gesamten Wechselverkehr in sich, da die Reink ass e den W ech -
elverk ehr gegen Bar (Diskontierung gegen sofortige Aus-
ahlung und Inkasso von Wechseln durch Kassenboten oder a
echselschalter), die Abr echnun gs primanota die durch die
learingsstelle laufenden Wechsel und die Reichsbank-
rimanota die an die Zentral nk weitergegebene
e ch s e l aufnimmt. Statt eines Wec selgrundbuches können au
zwei Primanoten mit folgenden Spalten geführt werden:.
        <pb n="52" />
        4.: B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
1. Wechseleing ang: 2. Wechsselaus gang:
Per Wechselkonto An Wechselkonto

an Bankenkonto, per Bankenkatn|&amp;

an Kontokorrentkonto, per Kontokorrentkonto,

an Depositenkonto, per Depositenkonto,

an Wechselspesenkonto, per Wechselspesenkonto,

an Wechselzinsenkonto, per Wechssselzinsenkonto,

an Provisionskonto. per Provisionskonto.

Betriebe (meist kleinere), die keine eigene Wechselprimanota
haben, buchen nach der Wechselpost in Strazzen, danach ins Skon-
tro und stimmen die Strazzen täglich mit der allgemeinen Prima-
nota ab.

d) Das W echs elv erf all buch ist ein Hilfsbuch für den Ver-
walter des Wechsselportefeuillee. Um die Präsentation fällig ge-
wordener Wechsel (durch Kassenboten, Postauftrag oder eine be-
freundete Bank) rechtzeitig zu veranlassen, führt er unabhängig
von den übrigen Büchern einen Kalender, in dem die eingehen-
den Wechsel vor dem Einordnen in das Portefeuille nach Fällig-
keitstagen geordnet eingetragen werden. Bei Herausnahme von
Wechseln aus dem Bestand zum Zwecke der Rediskontierung, der
Akzepteinholung oder Präsentation werden entsprechende Bemer-
kungen in das Wechselverfallbuch gemacht, oder die ursprüng-
lichen Eintragungen werden durchstrichen. So weist auch dieses
Buch jederzeit den Bestand näch. Die Abstimmung des Wechsel-
verfalibuches mit dem tatsächlichen Bestand ist besonders leicht,
da beide nach dem Tage der Fälligkeit der Wechsel geordnet sind.
Das Wechselverfallbuch kann auch zur Abschätzung der durch-
schnittlichen Laufzeit der bei der Bank eingegangenen Wechsel und
zu einer Feststellung der Häufigkeit der verschiedenen Verfallzeiten
benutzt werden. (Vergl. Form. 14 S. 40.)

e) Das Wechselobligob uch dient zum Nachweis der wech-
selmäßigen Regreßrechte der Bank gegenüber den Einreichern der
Wechsel. Iedem Kunden, dem bei der Bank Diskontkredit gewährt
wird, wird darin ein Konto eingerichtet, das auf Grund des
Wechselkopierbuches geführt wird (Form. 15, S. 40). Das Wech-
sselobligobuch enthüllt der Bank manche Geschäftsbeziehungen ihrer
Kunden, es zeigt besonders, an wen sie die Wechsel in Zahlung
gaben und von wem sie Wechsel annahmen. Wird die Inanspruch-
nahme des Diskontkredites seitens eines Kunden ss0 stark, daß
die Bank bei Nichthonorierung der Wechsel für ihre Regreßrechte

[";
        <pb n="53" />
        Die Wechselbuchhaltung. 43
fürchten muß, so wird sie bei weiteren Diskontansprüchen brem-
sen. Zuweilen wird neben diesem Obligobuch, das nach dem
Namen der Einreicher geordnet ist, ein zweites Obligobuch nach
den Namen der Akzeptanten geführt, so daß jederzeit über-
schaut werden kann, wie groß die Wechselverpflichtungen einer
Firma sind. Aus dieser Erkenntnis kann unter Umständen der
Entschluß abgeleitet werden, Wechsel, die auf zu stark belastete
Firmen gezogen Jind, nicht mehr zu diskontieren.

4. Scheck verb uch un gg.

Während auf die Bank gezogene Barsschecks und Inkassoschecks,
die „nach Eingang“ bar ausgezahlt werden sollen, in der Kasse
verbucht werden, laufen Verrechnungsschecks auf die eigene Bank
und solche, die auf fremde Zahlstellen lauten, durch die Wechsel-
buchhaltung, wo der Einreicher des Schecks erkannt und der Aus-
steller bzw. die Bank, auf die der Scheck gezogen ist, belastet wird.

Es kommen folgende fünf tnpischen Fälle für die Scheckver-
buchung in Betracht.

1. Unfer Kun de Karl Maier reicht einen Sche &lt; auf uns.
t.... eren L.. auf hot Ile: ans gestellt ij,

Die Buchung erfolgt im Übertragsmemorial!) in der Prima-
notenabteilung.

Hans Füller . 100.— Val. 20. 10.
an Karl Maier „21. 10. . 100.7
für Scheck Nr. 4007

2. Unser Kun de Karl Maier reicht a m 20. Oktober einen
§7 4 auf unsere Filiale Ma inz zur HGultschrift auf sein

Der Scheck wird nach Mainz gesandt, Gutschrift erfolgt über
Zentrale Berlin, Wert 25. 10. Die Buchungen erfolgen im Wech-
sselmemorial:

a) Wechselkonto A 100.—

an Karl Maier Val. 24. i0. .4 100
b) Zentrale Berlin

sir Fi. &gt; 100.. . + .27.10. OT

3. Unser Kun de Karl Maier reicht am 16. Oktober einen
Scheck auf eine fremde auswärtige Ba nk zur Hutschrift

1) Vergl. Form. 89.
        <pb n="54" />
        44 _ B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
auf sein Konto ein. Die B ank überweist uns am 20. Oktober
den Gegenwert auf Reichs b ankg ir okonto.

Buchung a und c erfolgen im Wechselmemorial, b im allge-
meinen Memorial.

a) Auswärtige Bank
C. p. D.!) .#Æ 10"
an Wechselkonto # ) --
b) Reichsbank-Giro-
Konto . l):
an Auswärt. Bank
C. p. D.) A 100.–
c) Wechselkonto ﬀ 100.9
an Karl Maier Val. 21. 10. / 100.9

4. Eine auswärtige Bank schickt uns einen am 20. Oktober
von unserem Kunden Karl Maier ausgestellten Sch eck
uuf uus, dessen G eg enw ert wir über Reichsb ankgirok onto

Die Buchung erfolgt im Übertragsmemorial:

Karl Maier / 100.– Val. 20. 10.
an Reichsbank-Giro-Konto
für auswärtige Bank A 100.~-

5. Eine au s wär tige Bank schickt uns einen Scheck auf
eine hiesige Bank, dessen Gegenwert wir über KR.ei - chs-
bankgirokonto vergüten.

Wir kassieren den Scheck bei der bezogenen Bank in bar ein.
Buchung a erfolgt in der Kasse, Buchung b im Wechselmemorial.
a) Kasse A 10.'

an Wechselkonto // 10!'.--
b) Wechselkonto M :

an Reichsbank-Giro-Konto /

für auswärtige Bank

Der Gewinn der Bank besteht nur in der Differenz der beiden
Valuten. Der Aussteller wird mit dem Tage der Scheckausstel-
lung oder einen Tag vor Scheckeingang belastet, der Einreicher
einen Tag nach Eingang erkannt. Während in der Regel Schecks
auf fremde Banken erst nach Eingang des Gegenwertes gut-
geschrieben werden, erfolgt bei bevorzugten Kunden die Gut-
schrift sofort:

1) Konto pro Diverse, Vergl. S. 116.

Ü.:
.00.-
00.
10. _
[s.
100.
- 100.
        <pb n="55" />
        Die Wechselbuchhaltung. 19
Per Wechselkonto an Konto des Runden.
Nach Eingang des Gegenwertes erfolgt dann erst die Buchung:
Per bezogene Bank an Wechselkonto.

Sollte der Scheck nicht eingelöst werden, so wird das Konto des
Kunden wieder für den gutgeschriebenen Betrag belastet und das
Wechselkonto erkannt.

In größeren Betrieben wird zuweilen neben der Wechsselprima-
nota eine besondere Scheckprimanota geführt. Eine gleiche Tren-
nung kann in den Kopierbüchern durchgeführt werden.

5. Gang der Arbeiten.

Die Scheks und Wechsel gehen durch die P ost oder an der
Ka sse ein. Die eintreffenden Wertbriefe werden im Wertpostbüro
von zwei Beamten geöffnet. Der Inhalt wird mit den beiliegen-
den Begleitschreiben verglichen und im Wertpostbuch notiert. Wech-
sel und Scheks werden an die Wechselabteilung weitergegeben,
die den Empfang quittiert. Die an der Kasse eingereichten
Wechsel und Schecks werden auf besonderen Eingangszetteln
notiert und an die Wechselabteilung weitergegeben, die den
Empfang bestätigt. Nach Prüfung der Wechsel und Schecks durch
den Leiter der Abteilung erfolgt Eintragung in das Wechsel-
kopierbuch, das Wechselverfallbuch und das Wechselobligobuch auf
Grund der Originale. Die Wechsel werden dem Leiter der Ab-
teilung zurückgegeben, der sie in das Wechselportefeuille einreiht.
nicht akzeptierte, akzeptierte Wechsel, Ohne-
RKossten-W echsel, nicht bankfähige Wechsel, Plat-
wechsel und Vers andwechs el werden in besonderen Wechsel-
mappen verwahrt. Jede Wechselgattung wird nach dem Tag der
Fälligkeit geordnet. Bereits fällige Inkasso-Platzwechsel gehen
sofort mit entsprechenden Listen an die Kasse zum Einzug durch
fi: Kassenboten oder an die Abrechnungsstelle zur Einlieferung

eim Clearing.

Die eingegangenen Schecks werden, sofern sie auf Banken, die
dem örtlichen Clearing angeschlossen sind, lauten, der Abrechnungs-
stelle übergeben. Schecks auf auswärtige Banken werden wie die
r der tejse eingereichten Inkassowechsel auf auswärtige Plätze
ehandelt.

Wechseleingangsbriefe und Wechseleingangszettel gelangen zu-
nächst an den Skontroführer zur Verbuchung der Neueingänge und
dienen als Unterlage zur Ausfertigung der Diskontnoten und
Gutschriftsanzeigen. Die Ausstellung dieser beiden Belege auf vor-

(!
        <pb n="56" />
        16 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. _ Die Wechselbuchhaltung. ]
Formular 16.
Wechsel- Primanota. —
ag ê§ ame  Wetsel-tonto „yy; Ksrtert r r G.. rr t
ss Sol | Haben Soll| Haben Soll | Haben Soll Haben Soll | Haben Soll | Haben j Soll | Haben
20. 10./7614| P. Reuter, Ffm., _ _
fällig am 20. 12. 2800.- | 120.10. 2738.40. 56.— 5.60
' ft Ubew Y1; ' 4650.~ , 14400.85] 219.75, 29.40
1 W. Seipel, Offenbach. .
fällig am 10. 11. 170.~ ; 168.45! 1.15 ~z2ﬀ40
| “zg legt. zi. 75000.~ 73162.50. 1687.50 160.
Reichsbank
7610 fällig am 8.1. 2500.~
11 u H:1z. 0.43; 3200.—
12 Ö ru4fs4; 10000.~ |
js L 111841 | 840.-- 16370.50| q., 16650. . cee
' 5620.09 TO M TOGO 35| T6570.50 lt 65.0
Formular 17.
Eingang: Wetchsel- Skontro. Aus ang:
Pv Mstlek 1. ce. 323€ [E, § [p Verschie. wee. . §z [rtizl" [.
Tag St res! fettig Einreicher S.§ Ê| § \§ u tr [z' Tag Konto fällig f âuegorg §~ t! f Konten f
st tur | am Ä ; * | 't b., dis; §1 (2§+| Ten
18. 10.7610 2500.0 8.1. [c. Schmidt | 66.70 2428.30 | 20. 10. | 7610 2500.00 8. 1. | Reichsbank
é 11| 3200.20. 12. W. Seipel ' 66.15 3127.45 1 53200.~ 20. 12.
z : F. Klatt 96.65 | 22. 9883.35 | 2 110000.— 17.11.
„ ùœtls| 840.--158.1..[m.c. Blum 1.80 1.80 830.70 | 3 | 840.— 15. 11° [169.50 [16370.50
20. 10.1 14| 2800.— 20. 12. P. Reuter. 56. 5.60 2738.40
; 5|14650.09 5. 12 A. Nebert 219.15 | 29.40 | 14400.85
‘ 170.~ 10. 1. w. Seipel 1.15 " | 168.45
p 7|75000. - |21. 1. [Fr. Kugler 1687.50 180. 73162.50
») In vielen Betrieben wird im Wechselskontro nur eine Wechsel-Nomi-
zulipalte. geführt. Wechselzinsen, Provisionen usw. werden dann nicht
        <pb n="57" />
        1 ' B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
gedruckten Formularen erfolgt meistens in der Wechselabteilung.
Nach ihnen wird die Wechselprimanota gebucht und nach ihren
Kopien das Skontro geprüft. Die Arbeiten beim Wechselausgang
wickeln sich analog ab.
Scherna fir den Durck.fauf eines Wechsefs
Der unde
Seed ! p) ]
gasse schalter rtv |?igans
c V§§ U
Wwechsl lEingang
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; L . 2
"Expedttion ) | |ortefeuille
6. A bstimm ung und Kontrolle.
Eine tägliche Abstimmung der Wechsel- und Scheckbewegung des
Vortages findet meist durch einen Vergleich der Eintragungen in
den Kopierbüchern (die auf Grund der Originale vorgenom-

„H
        <pb n="58" />
        Effekten-Abteilung. )
men wurden) und in den Memorialen (in der Kasse und den
Primanoten wird auf Grund der Abrechnungen gebucht) statt. Die
Memorialbogen werden mit den Kopierbüchern kol-
lationiert und abgehakt; zuweilen wird in einer besonderen
Spalte des Wechselkopierbuches das Folio der Primanota
notiert (W 35 ~ Wechsselprimanota Seite 35). Da die Eintra-
gungen in das Kopierbuch und in die Grundbücher nicht immer
am gleichen Tage erfolgen, so ist die kopierte, aber noch nicht ge-
buchte Post zum Grundbuchbestand zu addieren. Die Ergebnisse
der Abstimmung werden täglich in ein besonderes Absstimmungsbuch
eingetragen und von Kontrollbeamten unterzeichnet (vgl. Benten
a. a. O. S. 198 ff.). Weitere Kontrollmöglichkeiten ergeben sich aus
dem Schema für den Durchlauf eines Wechsels S. 48.

IV. Effekten-Abteilung.
1. Wesen und Aufgaben der Effektenbuchhaltung.

Im Organismus der Kreditbank nimmt die Effektenabteilung
(mit ihren zahlreichen Nebenabteilungen) einen breiten Raum
ein, weil die aus dem Verkehr mit Effekten erwachsenden Auf-
gaben außerordentlich mannigfaltig sind. Durch Standort, Kun-
denkreis und spezielle Bedürfnisse der Kundschaft werden Größe
und Organisation der Effektenbuchhaltung stark beeinflußt. Trotz
aller Verschiedenheiten in der Durchführung des Effektenverkehrs
bei den verschiedenen Banken lassen sich aber die allgemein
gültigen Grundzüge einer Effektenbuchhaltung wohl heraussschälen.

Jeder Effektenumsatz (für fremde und für eigene Rechnung)
muß in den Büchern der Bank festgehalten werden. Dabei unter-
scheidet man: eine Wertverrechnung und eine Mengen-
(Stück-) Verrechnung. Die Wertverrechnung im Effektenge-
schäft (An- und Verkauf, Bezug, Auslosung usw.) bedingt in der
Regel eine Mengenverrechnung. Dagegen ist die Mengenver-
res im reinen Depotgeschäft nicht mit einer Wertverrechnung
verbunden.

2. Die Wertverrechnung.
a) An- und Verkauf von Effekten.

Die vom Kunden am Schalter erteilten Kauf- und Verkaufauf-
träge werden auf einem besonderen Auftragsformular (siehe
S. 52) entgegengenommen. Brieflich, telephonisch oder telegra-

Kalveram, Bankbuchhaltung.

/
        <pb n="59" />
        9') B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

phisch einlaufende Orders werden auf einem ähnlichen Formular
notiert; ein gleichzeitig gefertigter Durchschlag wird dem Kunden
als Bestätigung übersandt. Nur die Beamten des Effektenbureaus
(Effektenschalter, Börsenbureau) und die zuständigen Korrespon-
denten dürfen Aufträge zum An- und Verkauf entgegennehmen. Bei
Empfangnahme der Aufträge hat der betreffende Beamte die genaue
Einlaufzeit anzugeben und das Auftragsformular gegenzuzeichnen.
Zunächst gelangen alle Orders in die Effektenkorrespondenz, die
sich in einem Kundenorderbuch Notizen macht. Kauf-
aufträge werden sodann dem Kontokorrentbuchhalter vorgelegt,
der an vorgesehener Stelle bestätigt, daß ein genügendes
Guthaben zum Ankauf der Effekten vorhanden ist. Auf den
Verkaufaufträgen muß die Depotbuchhaltung den Depotbestand
vermerken.

Der Durchlauf der Orders ist so zu beschleunigen, daß sie
mindestens eine Stunde vor Börsenbeginn im Börsenbureau ein-
laufen. Jeder Effektenhändler vermittelt den Umsatz in einer
bestimmten Gruppe von Wertpapieren (Aktien, Obligationen,
Freiverkehrswerte usw.). Er führt ein Limitbuch, getrennt
nach Effektengattungen, in dem sich Käufe und Verkäufe gegen-
überstehen. (Vergl. Formular Nr. 19 S. 53.)

Aufträge für auswärtige Börsen werden telephonisch oder tele-
graphisch an eine befreundete Bank des betreffenden Börsenplatzes
weitergegeben. Für diese Aufträge werden Limitbücher mit etwas
anderer Spalteneinteilung geführt. (Vergl. Formular Nr. 20 S. 53.)

Des gleichen Limitbuches bedienen sich alle Banken an Nicht-
börsenplätzen. Für sie erübrigt sich in vielen Fällen die Einrich-
tung eines besonderen Börsenbureaus. Das Limitbuch wird dann
von einem Beamten der Effektenabteilung geführt:

Über alle für die ortsgleiche Börse bestimmten Orders werden,
falls sie nicht kompensierbar sind, sog. Maklerzettel aus-
geschrieben und bis etwa eine Viertelstunde vor Börsenbeginn den
Maklern übersandt. Bei Börsenschluß lassen sich die Händler von
den Maklern die Ausführungskurse angeben und machen sich in
ihrem Händlerbuch Notizen darüber. Die Ausführungskurse wer-
den im Limitbuch eingesezt. Wenige Stunden nach Börsenschluß
ist die Bank bereits im Besitz der Makler-Schlußnoten und
des amtlichen Kurszettels, sodaß sie die getätigten Schlüsse nach-
rüfen kann.

Die Ausführungsanzeige der an auswärtige Börsenplätze weiter-
geleiteten Orders geht meist telephonisch oder telegraphisch ein.

Sl
        <pb n="60" />
        Effekten-Abteilung. 51
Die Ausführungskurse werden im Limitbuch notiert und mit der
nachfolgenden schriftlichen Bestätigung sowie dem amtlichen Kurs-
zettel der fremden Börsen verglichen.

Über alle ausgeführten Börsenorders werden Ausführungs-
belege mit mehreren Durchschläg en ausgeschrieben. Den
ersten Durchschlag erhält der Kunde als Ausführungsbestätigung.

b) Die Eff ektena brech nung.

Die Urschriften der Ausführungsbelege werden an die Eff e k-
tenkorrespondenz geleitet. Die Verkaufsbelege machen einen
Umweg durch die Depotbuchhaltung, wo sie mit einem Stück e-
lagerungs v erm e rk versehen werden. Alle Geschäfte wer-
den durch Hilfskräfte auf den Ausführungsbelegen vorgerechnet.
Dann schreiben die Korrespondenten auf Grund eines andern
Durchschlags der Ausführungsbelege die Abrechnungen (s. Form.
Nr.21 u. 22 S. 54) aus, wobei sie die Beträge selbständig errechnen.
(Rote Abrechnungsformulare für Käufe, blaue für Verkäufe.
Vergleich der Ergebnisse der Abrechnungen und der Vorrechnun-
gen. Kontrolle der Abrechnung durch die Korresspondenzkontrol-
leure.)

Hat der Kunde die von ihm für den Verkauf zu liefernden
Effekten noch nicht eingereicht, so wird er an die Einlieferung
erinnert. Erst wenn diese erfolgt ist, werden die Verkäufe abge-
rechnet.

Die Korrespondenten tragen die Ausführung jeder Order nebst
Abrechnung in das Kun denor derbuch ein, in welchem bereits
die einzelnen Aufträge auf Grund der Originale vermerkt wur-
den. Eine tägliche Durchsicht desselben ergibt, ob etwa versehent-
lich einzelne Orders unausgeführt blieben.

c) Die Effekten-Primanota.

Der Korresspondenzkontrolleur gibt alle Abrechnungen, mit
seiner Unterschrift versehen, an den Führer der Effekten-Prima-
nota weiter. Die Vordrucke der Primanotabogen sind je nach
Größe und Art des Effektenumsatzes recht versschieden.. (Vgl.
Form.-Nr. 24 u. 25 5S. 56.)

Neuerdings sind manche Banken zu einem einfacheren Verfahren
der Grundbuchführung übergegangen. Man stellt mit Hilfe von Ma-
schinen (unter Weglassung jeglichen Textes) nur die Einzelposten der
Abrechnung auf besonderen Vordrucken zusammen und heftet die
Durchschläge der Abrechnungen dieser Zusammenstellung an. Das
        <pb n="61" />
        22_ B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
Formular Nr. 18. Auftragsformular.
1. An Rorrespondenz. Frankfurt a. M., den 19. 10. 1925.
2. An Börsenabteilung. Zeit: 9,30 vorm.
angenommen durch: B.
An die
X-Bank, A.-G.
Frankfurt a. M.
n Käufer von: [cimit;|E!t. ct Verkäufer v.: Limit: Hütt
AM 4000. - Harpener
Bergbau-Aktien bests. |[30./10.
an. der. Börse an der Frankfurter Börse.
(Stücke ex Depot.)

Kontobestand: ... Stücke werden geliefert.

Auf die vorstehenden ohne Kursbegrenzung oder bestens gegebenen
Anerbieten wollen Sie den Kurs nach billigem Ermessen (= 315 BGB)
bestimmen.

H seuläre wich) auch mit einer teilweisen Annahme der vorstehenden

ir erklären uns
Anerbieten einverstanden.

Auf Übersendung eines Nummernverzeichnisses wird verzichtet, und Sie
werden ermächtigt, anstelle der angeschafften Wertpapiere gleichartige aus-
zuhändigen, ohne daß Ut) damit auf die Erlangung des Eigentums an
diesen Wertpapieren verzichten.

Händler Name: Wirth &amp; Co-

notiert: Anschriften

2-
e2
~
        <pb n="62" />
        [Effekt:] Harpener Bergbau- Aktien.
M _
I I 0. D. &amp;. D ure L z TL .. + / *] ? = fr
I.) 1 U. 4 '. LU n J c; 1
19.110. Wirth &amp; Co. %. 30./10. 19.110. 126!/, 2040 î
;
Verkauf: f
J s
teles. . tial.
19.110. M. Kuhn 2600.. v. [30.110. Berlin Depot Berlin
1
q F

V
an
        <pb n="63" />
        9 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
Formular Nr. 21. Effektenabrechnungen.
Herrn
Dr. L. Baier Auf Grund Ihres Kaufauftrages
Frankfurt a. M. überließen wir Ihnen am 19. 10.,
Reuterweg 51 I wie Ihnen bereits mitgeteilt:
Aﬀ 2000.00 Deutsche Bankaktien c
Rurs 1319|, '
A 2620.9
Sinsen. ... e . .
Courtage 19/00 M 2.70
Provision 6%00 „ 15.80 18.50
Eff. Umsazz- Steuer 69/6) ! 15.80
Börsenstempel . . 19%%Jq , 2.65
Kunden-Kommisssion .... __.
_ Wert: 19. 10. 25 A 2656.95
AM 15.80
Reichsstempelabgabe wofür wir Sie wie vorstehend belasten.
im Abrechnungsverfahren
heute verrechnet. Die Stücke auf Stücke-Konto.
Formular Nr. 22.
Herrn Auf Grund Ihres Verkauf-
M. Kuhn auftrages übernahmen wir von
; Frankfurt a. M. Ihnen am 19. 10., wie Ihnen
Eschersheimer Landstr. 178 bereits mitgeteilt:
M 2400.~ Harpener Bergbau- Haben.
Aktien Kurs 1261/,9|,
A 3050.09
ZSinfen.. . ... . ..... . „ R
M 3 .~
Courtage . : . 19s00 /F 3.10
Provision. . . 60. vu 18.20
w 21.30
Eff.Umsatz-Steuer 6%) )00 M 18.20
Börsenstempel . 1)00.,. 3.59
RKunden-Kommisssion n_ 42.50
mm II — __Wert: 20. 10. 25 M/ 2993.50
RM 18.20
Re sstempelabgabe wofür wir Sie wie vorstehend erkennen.
im Abrechnungsverfahren
heute verrechnet. Die Stücke zu Lasten Stücke-Konto.

soll
Z036
        <pb n="64" />
        Effekten-Abteilung. 59

Formular Nr. 23.

Lt! Yjitthattung. Effekten-Primanota-Bogen Nr. 18

E §1 srrgtusr tls. Lireern:

~ és ê : Ez | § Per Effekten-Kto: In Konto-Korrent- ;
+ 2§ 2S [ Ê | Ä [einschl. Stück- Konto: :
z te Z S zinsen.) ;

1 [21.10 [18.20 z. 2993.50
Ganze ergibt dann die Primanota und ersetzt die bedeutend um-
ständlichere handschriftliche Führung des Grundbuches. (Vergl.
Formular Nr. 23, oben.)

d) Das Effekten-Skontro.

Bei den meisten Banken wird der Effektenumsatz auch skontriert.
Das Skontro soll ein Bindeglied zwischen der Grundbuchung in
der Primanota und dem Effektenkonto des Hauptbuches sein. Es
ermöglicht eine Kontrolle der Effektenbestände und die Nachprü-
fung, ob alle Geschäfte abgerechnet wurden. Ferner sind aus
ihm die Gewinne des Effektenhandels, für jede Effektengattung
gesondert, zu ersehen. Sehr häufig werden Bücher mit dem auf
S. 57 (Form. 26) wiedergegebenen Vordruck benutz.

Die Übertragung in das Effekten-Skontro erfolgt auf Grund
der Primanota oder nach Durchschlägen der Effektenabrechnung.
Das Skontro wird getrennt nach Effektengattungen geführt. Je
nach der Größe des Betriebes kann eine Unterteilung in mehrere
Bücher erfolgen.

Oft werden im Skontro nur die ausmachenden Beträge ein-
schließlich Stückzinsen vermerkt, während die Spalten für Pro-
bisies; g lturtege, Stempel und Spesen fortfallen. (S. Form.

3036. %.
        <pb n="65" />
        Formular Nr. 24. Effekten-Primanota. fol. 123. z!
Effekten-Konto Konto-Korrentsi Banken- Courtage u.| Umsatz: Börsen- | J esen
w § Ext “tigt: [+ Stück-Sinsen] Wert Konto Konto fol. Provision steuer | Ikempel | p
injen Soll | Haben Soll | Haben | Soll | Haben] Haben Haben Haben Haben Z
20. 10.1 Dr. L. Baier, Ffm. ) §
A 2000. + Dentiche z
Bankakt. à 1319s, 26.20. |19. 10.[2656.95] n ~ 30 a5 é
M. Kuhn, Ffm. ; §
| 2400. - Harpener:| S
Bergbauakt. Ñ . | Z
| ä 126!/2 " | 3036.– [20. 10. 2993.50] | . 21.30 18.20 | Z: §
Formular Nr. 25. §
Verkauf. [Tag:] 20. 10. 25. Effekten-Primanota erkennen: Bogen Nr. 76. k
K .. Per Effekten An An An §5 § §.. S îê
onto | Verkäufer |Nominale! Effekt I vurs[Zts: suse. + torreni- Banken- FHn. | Wert |fol.| § 5 Ê Ê z é #§Ê jf
' Stückzinsen] ' Konto | Konto Hot &gt; . t | z
' 1 i 8 §
2449 !IM.Kuhn, Zun _ 9993.50 [20. 10.1 |21.30/18.20| 3.-
ergbau-
akt.

Lau
§ 18.5. 15:1 2.06
.' 3036
        <pb n="66" />
        Formular Nr. 26. Effekten-Skontro.
Eingang: Harpen er Bergbau- Aktien.
Tag: Verkäufer: | Nomi- Kurs: Cours *r [Umsaz. Hsrfer] Spe- Stück- ésv Weil mee Kon-
Pr. N. nale: Prov. : steuer: stempel:| sen: zinsen: (+ st Zins.)| umjatz: trolle:
1./10. Bestand 8400. - 110 9240.~
19.110. M. Kuhn 2400.90 126!1), 21.30 18.20 3036.—
?
%
t
Formular Nr. 27. z
Eingane.. ~ hHarpener Bergbau-astkt. | Harpener Bergbau- Akt. Ausgang: ê
&gt;: . I
' S &amp; ;. gd :.. \cà ; _ I {- ©-~:.,].1
Tag : Ftle Verkäufer: Roy! [Kurs: HE § . f Tag: | Fqlio Käufer: kloyiir [Rurs : é §: ts f
Pr. N. : n S ; Pr. N: ' E 2 S 5 [Z
1 /10. : Bestand 8400.–~.110 | 9240. 3./10. 1 Hr. Baier 6000.–9 112 | 6720.
19.110.. 76 M. Kuhn 2400.-- 126!/,] 3036.- 8.110.1 17 M. Kuhn 2400.- - 120 | 2880.9
.f

76
.3
        <pb n="67" />
        s B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. .
Das Effekten-Skontro ist täglich abzustimmen. Zu diesem Zweck
wird für jedes Skontro ein Beibuch geführt, in dem die aus-
machenden Beträge eingesett werden. Die Beibücher werden täg-
lich aufaddiert und die Endsummen auf einem Bogen zusammen-
gestellt. Die Addition des Bogens muß mit der Endsumme der
Effektenkonto-Spalte der Primanota übereinstimmen.

Monatlich wird das Skontro zu Bilanzzwecken abgeschlossen.
Die Bestände werden auf Grund von im Effektenbureau angefer-
tigten Bestandslissten mit Nominal- und Tageskurswert eingesetzt.
Gleichen sich jetzt die Nominalspalten in Eingang und Ausgang
nicht aus, so ist ein Effektengeschäft entweder nicht abgerechnet
oder nicht verbucht worden. Die Umsätze aller Konten des Skon-
tros werden auf Bogen zusammengestellt und müssen in ihrer
Endaddition mit der Endsumme der Monatszussammensstellung
der Effekten-Primanota übereinstimmen. Ü z g ö
t. e) Die Kontrolle der Wertverrechnung.

Die nachstehende schematische Darstellung der Wertverrechnung
eines Effektenumsatzes zeigt auch die Tätigkeit der Effekten-Re-
visionsabteilung. Sie erhält als Kontrollunterlagen die vierten
Durchschläge der Ausführungsbelege, die dritten Durchschläge der
Abrechnungen, die Primanotabogen, sowie monatlich die Umsat-
bogen der Skontroabteilung und prüft nach, ob alle Geschäfte
abgerechnet wurden und ob alle Abrechnungen ordnungsmäßig
verbucht werden.

Schema für die Abwicklung eines Effektengeschäftes.
ts HUG LE BFU [ ~ itit [te]
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1 nung |
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        <pb n="68" />
        Effekten-Abteilung. 59
3. Die Mengenverbuchung.
a) Allgemeines über die Depotbuchhaltung.

Die mengenmäßige Erfassung aller Effektenumsätze, gleichgültig,
ob sie den Tresor der Bank berühren oder nicht, erfolgt in der
Depotbuchhaltung.

Das gesamte Depotgeschäft der Banken untersteht dem Depot-
gesetz vom 5. Juli 1896 mit wichtigen Änderungen vom 21. No-
vember 1923. Man kann die Depotkonten nach verschiedenen Ge-
sichtspunkten ordnen. Die gesetzlichen Vorschriften bedingen fol-
gende Depotarten :

1. Depot A. Die hinterlegten Wertpapiere sind Eigentum des
Einlegers, und es steht ihm das freie Verfügungsrecht zu. Die
Effekten können zur KRreditdeckung benutzt werden. Die Num-
mernaufgabe ist ausdrücklich vom Kunden verlangt worden.

2. Depot B. Die hinterlegten Wertpapiere werden vom Run-
den ausdrücklich als nicht ihm gehörig, also als für fremde
Rechnung übergeben, bezeichnet. Die Stücke können zur Kredit-
deckung nicht herangezogen werden.

Das Depot B gründet sich auf § 8 des Depotgesetzes. Der Kunde

einer Bank an Nichtbörsenplätzen soll vor Verlusten geschützt wer-
den, falls seine Effekten nicht bei der Lokalbank, sondern bei
deren Korrespondenten am Börsenplatze aufbewahrt werden. Ge-
rät die Lokalbank in Konkurs, so kann die Zentralbank an die-
sen „für fremde Rechnung übergebenen“ Effekten ein Pfand- oder
Zurückhaltungsrecht nur dann geltend machen, wenn Forderungen
„mit Bezug auf diese Papiere“ entstanden sind.
_ 3. Stückekonto. Besteht der Kunde nicht ausdrücklich auf
Ubersendung eines Stückeverzeichnisses der Effekten (Nummern-
aufgabe), so werden die Effekten unter Stückekonto geführt. Das
geschieht besonders, wenn die Effekten nur zum Teil bezahlt
wurden (Effektenkauf mit Einschuß). An den Stücken besitzt der
Kunde dann ein Miteigentumsrecht. Wenn er die ihm dem
Kommissionär gegenüber obliegenden Verpflichtungen erfüllt hat,
so gehen im Konkursfalle seine Forderungen „in Ansehung der
Befriedigung aus den in der Masse vorhandenen Wertpapieren
gleicher Gattung und aus den Ansprüchen auf Lieferung solcher
Wertpapiere den Forderungen aller andern Konkursgläubiger
vor“. [§8 7a der Nov. zum Bankdepotgesetz v. 21. Nov. 1923.]
        <pb n="69" />
        60 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. Effekten-Abteilung. [
b) Die Depotbücher. 1. Name, Anschrift und Kontonummer des Depotinhabers,
Die Bücher der Depotbuchhaltung sind: 2. Name und Anschrift von weiteren - verfügungsberechtigten
1. das Personen-Depotbuch, Personen,
2. das Bestandsbuch für eigene Effekten, 3. Art des Depots (A, B, Stückekonto), :
3. das Sach-Depotbuch, 4. Höhe des eingeräumten Rontokorrentkredits.
4. das auswärtige Nosstro-Depotkonto. " . . : j,
Im „P ersonen“- oder „lebenden Depotbuch“, das nach ö Da die Zu- und Abgänge in den einzelnen Felzetn it stestet
den Namen der Kunden in alphabetischer Reihenfolge eingerichtet form eingetragen werden, so ist der Saldo jederzeit abzulesen.
ist, erhält jeder Depotkunde ein Konto. In kleinen Betrieben gibt Im Personen-Depotbuch werden neben den off enen Depots
man gebundenen Büchern, in mittleren und größeren Betrieben auch die geschlossenen Depots verbucht. An Stelle der
dem Lose-Blätter-System den Vorzug. (Zerlegung der Personen- Effektengattung wird die Art des Depots am Kopf angegeben:
Depotbücher in Einzelbücher unter möglichster Anlehnung an die Kassette, versiegelter Brief usw.
Gliederung der Kontokorrentbücher!) Die Blätter der Depot- Das „Bestands buch für eigene Effekten“ wird genau
bücher sind so eingerichtet, daß sie für mehrere Effekten-Gat- wie die Personen-Depotbücher geführt. Es enthält nur ein einziges
tungen Raum bieten. (Etwa 12 Felder; 3 Reihen zu je 4 Feldern; großes Depotkonto, das der buchführenden Bank selbst.
für jedes Effekt wird 1 Feld benutzt. Vergl. Form. Nr. 28, unten.) Das „Sach-Depotbuch“ oder „tote Depotbuch“ ist nach
Am Kopf finden sich folgende Eintragungen: sachlichen Gesichtspunkten eingerichtet. Es ist geteilt in:
Formular Nr. 28. Personen- Depotbuch.
Konto Nr. 2449, Depot A.
Kredit: Æ&amp; 5000.7 [Ü. Uutr. Fti:. Eschersheimer Landstr. 178
Diskonto-Anteile [Depot Berlin] Harpener Bergbau-Aktien A.E.G.-Aktien
b.5. | Ut [Ä i. Lx) .... [4 8. 10. | Uf. 8 sz5vo.r: (l 20. sie] ß. + | 6000.9 -
E *UtclZ: s. 7. uf.  76 |+. 3006..
_ 26. 8. Vk. El J &amp;.
5000. -
5. 9. Sdg. 614 | + 1000.25
_ 6000.-
        <pb n="70" />
        62 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. Effekten-Abteilung. 63
1. das „Sach-Depotbuch für hierliegende!, d. h. im c) Die Buchungsunterlagen der Depotbuchhaltung.
Tresor der buchführenden Bank liegende Stücke und Es ist streng darauf zu achten, daß die Übertragungen in die De-
2. das Sach-Depotbuch für „auswärtslieg ende“, d. h. potbücher stets umgehend vorgenommen werden, daß die Bücher
für Rechnung der buchführenden Bank bei einer auswärtigen De- immer ,„à jour“ sind. Genau so wie in der Kontokorrentbuch-
potstelle liegende Stücke. haltung darf keine Eintragung in die Depotbücher ohne Grund-
In beiden Büchern wird für jede Effektengattung ein besonderes buchung bzw. Beleg erfolgen.
Konto geführt. Die Einreihung der Konten in den Sach-Depotbüchern In kleineren Betrieben werden alle Depotumsätze in einer
VPS smc tigen [ogen. De poi -P ri ma no ta verbucht. Es handelt ih entweder
nach den Bedürfnissen des Betriebes können die L heco otte, wie- um eine Sammel-Primanota (s. Form. Nr. 30 S. 64), getrennt
der in mehrere Bücher zerlegt werden. (Einrichtung wie beim Perfonen- nach Eingang und Ausgang oder um Teil-Primanoten, die nach
"Um üspfe sedcs Uomioglalez "tweöben Angaben äber die Effeiten. bureart Zyruacnsque hoeicara uur! otretrt . §
gg ttiug (uit e u" k Cs s Hit ; sonen-Depotbücher unter Angabe des Saldos in einer vorgesehenen
ZI u ot
Jede Bank unterhält bei befreundeten Banken fremder Börsen- Depotbuchhaltung.
plätze Depots. Diese auswärtigen Depotbestandskonten JFür größere Betriebe ist das System einer gesschlossenen Depot-
sind zum Unterschied von den Loro-Depotkonten der Kun- Primanota zu schwerfällig. Man gibt hier der Verbuchung auf
den in den Büchern der Bank als Nostro-Depotkonten zu Grund von Belegen den Vorzug. Über alle Depot-Trans-
bezeichnen. Für jede auswärtige Depotstelle wird ein Nostro-Depot- aktionen werden an der Quelle der Stückebewegung Belege aus-
konto geführt, über das alle Stückebewegungen bei derselhen ver- geschrieben, die fortlaufend numeriert sind. Nach Durchschlägen
bucht werden. dieser Beleae nimmt die Depotbuchhaltung ihre Buchungen vor.
Formular Nr. 29. Sach- Depotbuch.
Harpener Berabau-Aktien
Dr. L. Baier M. Kuhn Wirth &amp; Co.
ET B F c. .
.f ü sh - P . |1 2100 . 19. 10. vk. 1207.
20. 9. kf. 1724 , Vk | 209 | + /2406.- [26 20. 10. cief 876
| _ | " r 200.0 .:
19. 10. Vk. 2058, O _ |
20.10. tief 121
| 11000.
_ C" s E.) eM | [pc ptrn! f.
        <pb n="71" />
        Formular Nr. 30. .

Ausgang. Depot-Primanota vom 20. 10. 25. fol. 149.
Art + Zins- yz Sach- .
“mg Aus Depot bes s!egangs. Nennwert Effekt ét. Putt ?&gt;. Kontrolle. rz
Nummer) schein fol. Saldo | fol. ! .
20. iù.| Dr. L. Baier 912 A 1000. - Harpener Akt. 25 ~
20. 10. M. Ruhn VK. 19. 10. „ 2400.— do. re ;
20. 10. | Dr. L. Baier „. 19.100 , 2000.– ! Deutsche Bankakt. ,, S
[s
Formular Nr. 31. V
Schalter-Auslieferung. Depot-Primanota vom 20. 10..25. fol. 18. z
' — . r
hu : 12:1 w9tz [z: ;
c Aus Depot geliefert | Aus- j Mets: Effekt c EGCI &gt;
. an , :! schein |fol.) Saldo " fol. ?

20. 10. Dr. L. Baier 912 | 1000.09 P Harpener Berghete 1 25
at.

To
'Tuu 1,0
Ha 4i
        <pb n="72" />
        ö Effekten-Abteilung. .... H5
Sie kann an Hand der Nummern den lückenlosen Eingang aller
Belege überwachen. Als Buchung s grundlagen kommen die
Durchschläge folgender Belege in Betracht: Ausf ührungsbe-
lege über Effektenkäufe und „verkäufe,. Bezug;-
belege, Emisssions-, Fusions- und RKonvertierungs-
belege, Schaltereingangs- : und. -ausgangsbelege,
Posteingangs- und -ausgangs belege, Depot-Umle-
gungs belege, auswärtige Depotein- und -aus gangs-
belege und Differenz belege.

Zuersst überträgt die Perssonen-Depotbuchhaltung, dann die Sach-
buchhaltung. Letztere hat die Übereinstimmung der beiden Salden
nachzuprüfen. Ins Nostro-Depotkonto darf grundsätzlich nur nach
den von den auswärtigen Depotsstellen einlaufenden Briefen ge-
bucht werden. Schema der Depotkontrolle.

.
f .:)
' Depot Buch) Wg,
L 1 S. .~
Kr eÂ ] r p NZA
(Dep-Zuch| .. ... „J BUCH )
_ Dersumde ] Ö
NE ZE B
Ñ (ûevisiorr _ [
ti. v !A)
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(Buch ; Jepotsonty/
sl tts) EM
ISO Deo.
\ Bestand ;|\\ Bestand
Kalveram, Bankbuchhaltung.

.
        <pb n="73" />
        66 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. ..
d) Die Kontrolle der Depotbuchhaltung.

Eine strenge Durchführung der Kontrolle der Mengenverrech-
nung ist absolut notwendig. Es wurde bereits die Sald enk on-
trolle auf Grund von Buchungsbelegen bzw. der in der Prima-
nota eingesetzten Salden erwähnt. Außerdem werden von Zeit zu
Zeit (etwa monatlich die Personen-Depotbücher mit den
Sach-Depotbüchern kollationiert. Vorher ist das Sach-
Depotbuch für hier liegende Effekten mit dem Tresor-
b estan d, das Sach-Depot buch für auswärtslieg ende
Effekten mit dem auswärtigen Nostro-Depotkonto
abzustimmen. Überdies werden halbjährlich Depotauszüge
an die Kunden versandt, welche die Ordnungsmäßigkeit bestä-
tigen müssen. Das auswärtige Nostro-Depotkonto wird
mit den von den auswärtigen Depotstellen übersandten Aus-
zügen abgestimmt. Für die Gesamtkontrolle der Depot-
buchhaltung ergibt sich demnach das auf vorhergehender Seite
befindliche geschlossene Schema.

4. Die Aufbewahrung der Effekten.
a) Der Ein- und Ausgang von Effekten am Schalter.
a) Die Einli e f erun g.

Alle Effekten, die ein Kunde am Schalter einliefert und die seinem
Depot oder dem eines Dritten beigefügt bzw. zur Ablieferung auf einen
bereits getätigten Verkauf verwandt werden sollen, werden in einem
Schalter e ing ang s bu ch (. Form.-Nr. 32, S. 67) mit den Nummern
der Stücke eingetragen. Dem Einlieferer wird Quittung erteilt. Die
Stücke sind. auf ihre Ordnungsmäßigkeit zu prüfen und gebändert
an den Tresor (bzw. die Lieferstelle) weiterzuleiten. Der Tresor quit-
tiert die Abnahme im Schaltereingangsbuch oder in einer besonderen
Liste: Aus Schaltereingang an Tresor (vgl. Form.-Nr. 34, S. 68). Mit
den Effekten wird dem Tresor eine Begleitliste übergeben. Diese
dient der Tresorbestandsbuchhaltung als Buchungsbeleg.

Die Depotbuchhaltung verbucht die Einlieferung entweder nach der
Sammeld ep ot-Primanota, in die alle Einlieferungen nach
cinem Quittung s du rchs&lt;l ag eingetragen werden, oder nach
eben diesem Durchschlag sofort. (Kontrolle erfolgt durch RKollationieren
der Eingangsbelege [die fortlaufend numeriert sind] und der Begleit-
listen für den Tresor mit dem Schaltereingangsbuch, sowie eventuell
der Eingangsbelege mit der Depot-Primanota.)

ß) Die Ausli ef erung.

Alle Anträge der Kunden, aus ihrem Depot Effekten auszuliefern,
werden der Effektenkorrespondenz tsegelegt: die. die Ordnungsmäßig-
keit der Anträge prüft und entsprechende Ä nweissung en ausschreibt.
        <pb n="74" />
        Formular Nr. 32.
Schaltereingang. [Tag:] 20. Oktober 1925. Fol.: 57
s _ Zins- ô i t
§ zt Eivzeliefert Re rs {ver kkenr: Effekten.. Nummern: oder Di: Butt; des Trejors: .
S S Q ' von: zwecke: ' schein: Liste Nr. mantel:| Bogen : | :;
876 Wirth &amp; Co. Vk. 19.110. 4000.09 ] Harpener 6/1000.
. Devot. 2000.~ | Beragb.-A. t+t 13651-6
f
s
Formular Nr. 33. |
Schalterausgang. [Ta g :] 20. Okto ber 1925. Fol: 109 k
2 Z Zu Lasten Aus- Laut An- nenn- z; Zips Ñ § ZS Quittung des . 3 &gt;
B Depot- geliefert weisung d. U- 1; Effekt: Nummern : hidend.-1 ); S- Q, Schalter- ;
, Konto von: an: Korr. Nr. : schein: S S S Beamten: .
] Schmidt Effektbk. i. —~ Reichsbank- 2/500.—- '
&amp; Co. Anteile &lt;#t 7276/7
] ?

1 do.
25 36
147 412 000 25 827
        <pb n="75" />
        Formular Nr. 34. r ù
Aus Schaltereingang. An Tresor. [Tag:] 20. Oktober 1925. Fol : 36.

Nr. des Abnahmeverm. Bestands- Fol. des ! ]

Eingangs- Für Depot: Us Effekt: E des Tresors. Salden: Bestands-. fe | ro

Beleges: wert: Mantel :| Bogen: Mantel:] Bogen: buches: ti: | ©)

] Wirth &amp; Co. F NA — hgrpeuer Berg- ) Ö ] L

au-Aktien. z

&gt;

[ Ê

=

Formular Nr. 55. z

An Schalterausgang. A us Tresor. [Tag:] 20. Oktober 1925. Fol. 827. §

Nr. der Erledigungs- Bestands- Fol.. des ] :

An- Aus Depot: Nenn- Effekt : ; vermerk des Salden: Bestands-, Kon- /

weisung wert: Tresorbeamten: . trolle: ;

d. Korresp. Mantel: Bogen: Mantel:| Bogen: buches : Z

. Schmidt &amp; Co. 1900.–0 Keichsbank- : w... r é

Anteile

876 qUuu- 22
a &gt; Ui . 25 .- R. uu. . u 78 Uh
        <pb n="76" />
        Effekten-Abteilung. 69

Aut Grund dieser Anweisungen gibt das Schalterausgangs-Bureau An-

forderungslisten an den Tresor. Die übernahme der Stücke quittiert der

Schalterausgang in einem Tresor-Quittungsbuch (s. Form.-Nr. 35, S. 68);

die Anforderungsliste dient dem Tresor als Buchungsbeleg für die Be-

standsbuchhaltung.

Der Kunde quittiert den Empfang der Stücke auf einem vorgeschrie-
benen Beleg. Ein Durchschlag dient der Depotbuchhaltung als Be-
lastungsunterlage bzw. wird erst in der Depot-Primanota verbucht.

In der Nummernfolge der Quittungen werden alle Auslieferungen
in einem Schalterausgangsbuch eingetragen (s. Form.-Nr. 33, S. 67). (Kon-
trolle erfolgt durch Kollationieren der Anforderungslisten und der Kun-
denquittungen mit dem Schalterausgangsbuch.)

b) Der Ein- und Ausgang von Effekten durch Post-
s endung.

Die Verbuchung der per Post ein- und ausgehenden Effekten geschieht
in gleicher Weise wie bei Ein- und Auslieferungen am Schalter. Die
Postein- und -ausgangsbücher sind wie die Schalterein- und -aus-
gangsbücher eingerichtet. Die Stücke werden ebenfalls mit Begleitlisten
an den Tresor gegeben bzw. dem Tresor entnommen. Die Kontrolle
des Ausgangs basiert auf der Eingangsbestätigung des Empfängers der
Sendung.

c) Die Aufbewahrung im Tresor.

Zur Aufbewahrung von Effekten (wie auch aller Wertsachen) dienen
der Bank diebes- und feuersichere Tressorräume. Aus Gründen der
Sicherheit werden Mäntel und Bogen der Effekten meist in getrennten
Räumen aufbewahrt und von verschiedenen Beamten verwaltet. Die
Einordnung der Mäntel und Bogen geschieht nach Effektengattungen.
Für jede Gattung wird eine Mappe eingestellt. In der Mappe Jind
die Mäntel bzw. Bogen in alphabetischer Reihenfolge nach den Namen
der Besitzer geordnet. Auf jede Mappe ist eine Umsatzstaffel geheftet,
auf der alle Aus- und Eingänge in dem betreffenden Effekt notiert
und gestaffelt werden. Vielfach werden die Mäntel nach den Namen
d er Besitz e r eingeordnet.

Die Tresorbestandsbücher sind genau wie die Sach-Depotbücher ein-
gerichtet. Für jedes Effekt wird ein Konto geführt. Innerhalb dieser
Konten ist für jeden Kunden, der das betreffende Effekt im Depot ruhen
hat, ein kleines Staffelkonto eingerichtet. Außerdem wird für jedes
Effekt noch eine allgemeine Umsatzstaffel geführt. Die Summe der
Salden aller Kundenstaffeln in einem Effekt muß demnach gleich dem
Saldo der Umsaztztaffel sein. Andererseits wieder muß der Saldo der
Umsatzstaffel mit dem Saldo auf der betreffenden Mappe (Mantel und
Bogen getrennt !) übereinstimmen. Die Buchung in die Bestandsbücher
Frfolgt grundsätzlich nur nach den Begleitlisten. Alle Ausgänge läßt
sich der Tresor in dem sog. Tresor-Quittungsbuch bescheinigen.
        <pb n="77" />
        7 J B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

Formular nr. 52. Tresor-Quittungsbuch.

Laut Nenn- Quittung des

Liste | Tag ert Effekt Aus Depot abnehmenden

Nr. ; | Beamten
Reichsbank- I

827 [20. 10.1000. | anteile [2s|] Schmidt &amp; Co.

Die Kontrolle des Tresorbestan des erfolgt durch Ab-
stimmung des effektiven Tresorbestandes mit dem Bestandsbuch, das
seinerseits wieder mit dem Sach-Depotbuch für hierliegende Effekten
kollationiert wird. Es ist vor allem streng darauf zu achten, daß
seitens der Tresorbeamten keine änderungen in den Depotbüchern vor-
genommen werden können. Daher ist ihnen der Einblick in diese nur
unter Aufsicht zu gestatten. Außerdem findet eine laufende Kontrolle
auf Grund der in den Begleitlisten eingesetzten Salden statt, da diese
von den Bestandsbuchhaltern ständig mit den ihrigen zu vergleichen Find.

5. Die Verwaltung der Effekten.

a) Die Ausübung des Bezugsrechtes auf Aktien.

Mit der Verpflichtung, Effekten in offenen Depots aufzubewah-
ren, gehen die Banken gleichzeitig die Verpflichtung zur Ver-
waltung dieser Stücke ein. Als Verwaltungsarbeiten gelten Be-
zugsrechtsausübung, Bogenerneuerung, Coupon- und Dividenden-
scheineinlösung, Vertretung in Generalversammlungen, Verlosungs-
kontrolle usw.

Die mit einem Bezug junger Aktien verbundenen Arbeiten werden
meist in einem besonderen Bureau, der Bezugsrechts-Abteilung, erledigt.
Ist ein Bezug ausgeschrieben, so werden die Depotbestände in dem be-
treffenden Effekt auf Listen zusammengestellt. Dann sendet man an die
Kunoschaft Bezugsaufforderungen. Die Mäntel der alten Aktien werden
gegen Quittung dem Tresor entnommen. Je nach den von der Kund-
schaft einlaufenden Verfügungen werden die jungen Aktien (eventuell
unter Hinzukauf oder Verkauf von Bezugsrechtsspitzen) bezogen, oder
die Bezugsrechte werden verkauft. Für jeden Bezug werden Bezugs-
bogen benutzt, in die alle Einzelheiten einzutragen sind (s. Form.-Nr. 37).
Die Mäntel der alten Aktien werden bei der Emisssionsstelle zur Ab-
stempelung eingereicht und später dem Tresor gegen Rückgabe der Quit-
tung zurückgeliefert. über jeden Bezug sind Belege auszufertigen. Die
Urschrift erhält die Effektenkorrespondenz, die den Bezug abrechnet.
(Abrechnung, Verbuchung in der Primanota und Skontrierung erfolgen
genau wie früher im Abschnitt über Ankauf von Effekten geschildert
"tz: Durchschlag des Bezugsbeleges erhält die Depotbuchhaltung

î()
        <pb n="78" />
        Formular Nr. 37. Bezugsbogen.
Verhältnis: 3 : 1.
Bezug von Al. E. G.- Aktien. Kurs der jungen Akt.; 12..
mI . Stichtag: 16. 10.. 25. .
Tag Mäntel zu alten Aktien Bezugs-Rechte junge Aktien ß ] Zu-
ats. Name in hie. in aus. ZIugänae I gl izt eitts ter;
tua Hyd... a. SE d
10. 10.1 R. Koch | 2000.| 5000| . | 4000.. | .~ | 2000.-- | 9000.- [3000.-1 35,50. | 26 |20.12.] 6. g
Formular Nr. 38. Talons-Buch. : ?
Neue Bogen zu: Rheinstahl-Aktien. ,
Weitergabe Eingang der neuen Bogen f
D. | k.. . Stückzahl Nummern der Talons ] Weitergabe ko: | S
Uf | am am GH Spesen
8. 9. | L. Seitz .. 13 148/59 Deutsche Bank, 14. " 27.9. ...eJ U.
erlin
Formular Nr. 39. Detachierungs-Ciste.
D ' Kontrolle |
. . L Lu c M --
aufgabe ] J
17.100. Hans Weil | Deutsche Bank-Akt. | 10.4... .~

âc
fol
Tac Tame
T .
15 27. 9 1..51 .
Tag Name H
nao 800. Ò
        <pb n="79" />
        7 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
zur Gutschrift auf Depotkonto (eventuell dient er erst als Buchungs-
unterlage für die Depot-Primanota).

Die Gutscheine über die jungen Aktien bzw. die effektiven Stücke
selbst werden mit einer Begleitliste (als Buchungsunterlage für das
Bestandsbuch) an den Tresor gegeben.

b) Die Bogenerneuerung.

Sind alle an einem Talon haftenden Zins- oder Dividendenscheine
getrennt, so werden die Talons dem Bogentresor (gegen interimistische
Quittung) entnommen und dem Emissionshaus zur Erneuerung über-
sandt. Die dem Tresor entnommenen Talons werden in einem sog.
Talonbuch (s. Form.-Nr. 38, S. 71) notiert. Auch die Versendung der Ta-
Ilons an das Emissionshaus, der Eingang der neuen Bogen und deren
Weitergabe an den Tresor (gegen Rücklieferung der interimistischen
Quittung) werden im Talonbuch ausgetragen.

c) Die Coupons- und Dividendeneinlösung.

Sind Coupons oder Dividendenscheine fällig, so werden in der
Sach-Depotbuchhaltung Guischriftsaufgaben für die Kunden ausgesschrie-
ben (Kontrolle durch Kollationieren mit den Personen-Depotbüchern]).
Im Tresor werden die Abschnitte detachiert und in sog. Detachierungs-
listen eingetragen (s. Form.-Nr. 39), die mit den Gutschriftsaufgaben
durch Kollationieren abgestimmt werden. Vgl. Coupons- und Sorten-
abteilung S. 103.

d) Die Vertretung in Generalvers am mlungen. 1

Kündigt eine Aktiengesellschaft, von welcher Aktien im Tresor der
Bank ruhen, eine Generalversammlung an, so setzt die Bank ihre Kun-
den schriftlich davon in Kenntnis und fragt an, ob sie die Vertretung
übernehmen soll. Mitunter hat die Bank lebhaftes Interesse an dieser
Vertretung. In den meisten Fällen sind die Kunden damit einverstan-
den. Bleibt die Antwort aus, so übernimmt die Bank meist ohne wei-
teres die Ausübung des Stimmrechtes. Hat der Kunde jedoch ein
Interesse daran, die Generalverssammlung persönlich zu besuchen, so
wird ihm die Bank eine Stimmkarte besorgen. Die Mäntel der Aktien,
die die Bank für ihre Kunden vertritt, oder auf Grund deren sie
Stimmkarten ausstellen läßt, sind bei einer von der Aktiengesellschaft
bezeichneten Hinterlegungssstelle bis zum Schlusse der Generalversamm-
lung zu deponieren.

e) Die Prüfung auf Verlosung.

Diese Prüfung geschieht an Hand der amtlichen Listen. Schon bei
Einlieferung oder Einsendung von Effekten wird eine solche Prüfung in
den betreffenden Bureaus vorgenommen. Sind Effekten ausgelost wor-
den, so ist der Besitzer davon zu benachrichtigen. Auf seine Verfügung
Hin wird die Bank dann den Einzug des Gegenwertes vornehmen.
Werden Verluststücke gefunden, so ist der Verlierer in Kenntnis zu setzen.
Die Stücke sind festzuhalten.

J
        <pb n="80" />
        Die Devisenabteilung. 73
V. Die Devisenabteilung.
1. Begriff und Arten der Devissen.

Devisen sind ausländische Zahlungsmittel in Form von Wech-
seln, Schecks und Auszahlungen. Als Wechsel kom-
men Sicht- und Fristwechsel in Betracht; die Schecks im Sinne
des Devisenhandels müssen nicht nur auf ausländische Wäh-
rung, sondern auch auf einen ausländischen Platz lauten. Ein
Scheck über S 100, gezogen auf die Diskontoges. Frankfurt a. M.
zu Lasten Dollarkonto, ist keine Devise. Ebensowenig rechnet man
zu den Devisen ausländische Münzen, Banknoten und Papier-
geld, die im Bankbetrieb unter dem Begriff „Sorten“ besonders
zusammengefaßt und in einer eigenen Sortenabteilung behandelt
werden. Unter Auszahlung als Form der Devise versteht man die
telegraphische Anweisung des Devisenverkäufers an seinen Aus-
landskorresspondenten, aus seinem dortigen Guthaben in aus-
ländischer Währung zugunsten des Käufers an die von ihm
bezeichnete Stelle zu zahlen. Diese Zahlungen des Auslandskorre-
spondenten an die Bank des Käufers erfolgen im Barverkehr oder
Abrechnungsverkehr. Haben Devisenkäufer und -verkäufer bei
der gleichen ausländischen Bank Konto, so wird die tele-
graphische Auszahlung meist durch brieflichen Übertrag ersetzt.
Die Wertstellung erfolgt in der Regel zwei Tage nach Kauf (per
Tag der Zahlung des Markgegenwertes). Da die deutschen Ban-
ken, die miteinander Devisen handeln, meist bei einer Reihe aus-
ländischer Banken am gleichen Ort Guthaben unterhalten (eine
Frankfurter D-Bankfiliale hat in London etwa 10 Korrespon-
denten), die Banken der Kontrahenten infolgedessen oft bei der-
selben Auslandsbank Konto besitzen, so tritt der Fall der tele-
graphischen Auszahlung selten ein; weit häufiger ist der brief-
liche Übertrag. In der Praxis rechnet man auch diesen zu den
„Auszahlungen“. Man handelt z. B. am 23. 9. „Auszahlung
New Vork, brieflich per 25. Sept.“

Der inländischen Wirtschaft fließen Devisen zu auf Grund von
Warenlieferungen, Transport-, Versicherungs- und anderen Dienst-
leistungen (z. B. Zinsen aus Kapitalleistungen); andererseits
ist sie für solche Leistungen Empfänger und schuldet für den
Gegenwert Zahlung in ausländischen Zahlungsmitteln. Daneben
bestehen einseitige Verpflichtungen (Rriegsentschädigungen, Repa-
rationen usw.). So entsteht durch Angebot und Nachfrage in
Devisen eine ständige Bewegung. Der Treffpunkt hierfür ist zum
        <pb n="81" />
        14 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

Teil die Börse. Die Organe, die Angebot und Nachfrage auf-
nehmen und befriedigen, sind die Banken. , Die Devisenkurse
werden gegenwärtig von der Reichsbank fesstgessezt und täglich
amtlich notiert. (Geld- und Briefkurs.) Daneben bekommen die
Banken durch Funkspruch laufende Meldungen über den Kurs der
Mark im Ausland.

2. Glie derung un d Tätigk eit d er D e visen a b teilung.

Ehe wir zu unserem eigentlichen Gegenstand, der Devissenbuch-
haltung, kommen, bedarf es einer kurzen Darstellung des Auf-
baus und der Vorgänge in einer Devissenabteilung. Der fol-
gende Abschnitt wird uns dann die vollkommene Verbuchung
einer Anzahl Geschäftsfälle aus dem Devisenverkehr bringen.

Das Devisenbureau zerfällt in zwei Abteilungen: in das Händ-
lerbureau und die Devisenabrechnung. Gewöhnlich ist die Ab-
rechnung dem Leiter des Händlerbureaus unterstellt. Die Tren-
nung ist naturgemäß: im Händlerbureau wird nur gehandelt, im
Devissenabrechnungsbureau wird nur abgerechnet.

a) Das Hhänodlerbureau.

Das Devisenhändlerbureau nimmt die durch Brief, am
Schalter, telegraphisch oder telephonisch eingehenden Devisenkauf-
und Verkaufaufträge entgegen. Der allergrößte Teil des Devisen-
handels wickelt sich am Telephon ab. Soweit sich Käufe und
Verkäufe gleicher Währung und (summarisch) gleicher Höhe gegen-
überstehen, werden sie kompensiert. Für die anderen Posten
sucht der Händler Käufer bzw. Verkäufer als Gegenkontrahen-
ten. Am Börsenplatz besucht er die Börse, der Provinzbankier
bringt seine Aufträge rechtzeitig telephonisch an seinen Börsen-
vertreter. Sehr viele Devisengeschäfte werden außerbörslich von
Bureau zu Bureau abgeschlossen. -

Die Bank führt die Aufträge ihrer Kunden (Banken und
Privatkundschaft) als Eigengeschäfte aus, d. h. sie schließt ab
im eigenen Namen und für eigene Rechnung. Sie sucht ihren Ge-
winn im Devisengeschäft hauptsächlich in der Kursdifferenz sich
ausgleichender Kundengeschäfte. Sie ist bemüht, alle Devisenge-
schäfte bis zum Schluß des Tages glattzustellen, d. h. einen
eventuell aus Kauf und Verkauf sich ergebenden Überschuß ab-
zugeben, einen Fehlbetrag einzudecken. Ihre Absicht ist dabei,
möglichst geringe eigene Devisenbestände zu führen, um kein zu
erhebliches Risiko infolge von Kursschwankungen einzugehen.
        <pb n="82" />
        Die Devisenabteilung. 75
In größeren Händlerbureaus sind die Händler nach Währungen
spezialisiert. Jeder ausgeführte Auftrag bzw. jeder Abschluß wird
in zwei sogenannte Positionen eingetragen: einmal in die Po-
sition der betreffenden Währung und dann in die allgemeine
Position, die in einer einheitlichen Währung (meist in Pfunden
oder auch in Dollars) geführt wird. Die anderen Währungen
werden hier in die einheitliche Währung umgerechnet. Diese
allgemeine Position weist somit den gesamten eigenen Devisen-
bestand aus, zusammengefaßt in einer Währung. Er kann sich
nur dann ändern, wenn die Bank aus eigenem Bestand verkauft
oder in eigenen Bestand übernimmt.
Der Gesamtdevisenbestand der Bank
= Saldo aller Nostro-Währungskonten
i s [} peitand an Tro: ven Devisen (Schecks, Wechsel und
„event. --- Iotenhj)]s.
Ebenso errechnet sich der Bestand der einzelnen Währung, vor-
ausgesetzt, daß gekaufte oder zur Gutschrift eingereichte Schecks
und Wechsel vollständig verbucht sind.
Beispiel: England (siehe Form. 71 Währungsbuchhaltung).
Bestand an englischen Pfunden
Si k 7.11 Yojtro-Pfundkonten
: ]). —. —  Loro- .:
.1. 7. 11 (vergl. Positionskontrollbuch S. 76).
Der Bestand der Einzelpositionen kann ein Plus- oder Minus-
bestand sein. Der Plusbestand sagt aus, daß die Bank in der
betreffenden Währung einen eigenen Bestand unterhält, indem
sie mehr Devisen im Portefeuille liegen oder im Ausland (Nostro)
gut hat, als sie ihren Lorokunden schuldet. Es ist möglich, daß
sie in einer anderen Währung entsprechend weniger auf Aus-
landskonto-Nostro gut hat, als den Habenssummen auf Lorokonten
entspricht. Jeder Plusbestand dient, wenn es sich nicht um kleine
Spitzenbeträge handelt, für die ein Gegenkontrahent nicht auf-
zufinden war oder nicht gesucht wurde, zu einer Spekulation
à la hausse, während das Halten von Minusbeständen wie eine
Baissespekulation wirkt !).
1) Im Jahre 1923 führte die Spekulation à la baisse in französischen
Franken gegen Pfunde bei vielen Banken zu großen Verlusten.
        <pb n="83" />
        76 _ B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. _
Zur Ergänzung und Kontrolle dieser Positionen wird außer-
dem — in der Devisenabrechnung + ein Positionskontroll-
buch, auch Devissenbestandsbuch genannt, geführt, in das sämt:
liche Devisenabschlüsse nach Händlerbelegen, und zwar auf die
Bestandskonten der einzelnen Währungen verteilt, eingetragen
Formular U: 40. Positionskontrollbuch.
Eingang England Ausgang
1 / 10. 1./10.
Z 400.–9.~. 18,88 K. Drehmann Dresd. Bk 18,89 120 350.1.
„ 1450.9.– 18,89 Dreyfus Barclays 857; „ 1455.12. 1
_ c §;qk?: . 21 7.11
L 1850 —.~ L 1850. .
Eingang Amerika Ausgang
1./10. 1./10.

' 150.9 4,19 | C. Schmidt André 4,21 J 100.9

» 250.— 4,20 | Diskonto Berthold 4,21 „ 300.~
_H 400. T y 400.~
Eingang Frankreich Ausgang

1./10. 1./10.

LS 85" )J Barclays Hecht 22,11 125 000.~
werden. Jedes Geschäft wird einzeln mit dem Namen des Kun-:
den und dem Kurs vermerkt. Zwischen der Händlerposition und
diesem Kontrollbuch findet eine tägliche Abstimmung statt, die
Differenzen schnell finden läßt.

Das Positionskontrollbuch muß auch noch mit dem Skontro ab-
gestimmt werden. Der Bestand des letzteren ist gleich dem Saldo
des Devisenkontos. (S. S. 79.)
        <pb n="84" />
        Die Devisenabteilung. 77
b) Die Devisenabrechnung.

Hier erfolgt die Weiterverarbeitung der im Händlerzimmer
abgeschlossenen Geschäfte und die Erledigung aller „nicht ge-
handelten“ 1) Geschäftsfälle des Devisenverkehrs. Die Weiter-
verarbeitung der Abschlüsse besteht darin, daß nach drei gleichen
Durchschlägen des Händlerzettels zu gleicher Zeit abgerechnet,
skontriert und korrespondiert wird.

Die Abrechnung ermittelt die ausmachenden Markbeträge
und fertigt die Buchungsaufgaben über Last- und Gutschriften
auf Währungs- und Markkonto der Kunden. Die Abrechnungen
(vgl. S. 83-92) sind Buchungsgrundlagen für die Mark- und
Währungsprimanoten.

Zuvor wandern sie zum Skontroführer. Er hat die Ab-
schlüsse bereits vorgerechnet und die ausmachenden Beträge mit
Blei im Skontro eingesetzt (Bruttobetrag, Stempel, Spesen, Pro-
vision, Courtage und Nettobetrag). Nun vergleicht er seine
Eintragungen mit den Beträgen der Abrechnungen und setzt sie
dabei mit Tinte aus. Er ist Kontrollorgan gegenüber der Ab-
rechnung; er kontrolliert sowohl Richtigkeit wie Vollständig-
keit der Abrechnungen.

Die Korrespondenz besorgt die Avisierung eingehender
Devisenbeträge aus Käufen (vgl. S. 84-87, 89, 91, 92), die An-
schaffung bei Verkäufen, die Weiterleitung eingegangener Schecks
zur Gutschrift und die Ausschreibung von Auslandsschecks für Rech-
nung der Kundschaft. (In beiden Fällen Avissierung !) Scheckversand
und Scheckausschreibung werden häufig von einer besonderen Scheck-
stelle, die vor allem die Prüfung des eingegangenen Scheck-
materials und die Verbuchung im Wechselkopierbuch vornimmt,
vollzogen. Sämtliche Avise (Empfangs-, Überweisungs- und
Scheckavise) werden dem Skontroführer zur Prüfung der Richtig-
keit und Vollständigkeit übergeben; dieser leitet sie, mit seinem
Kontrollzeichen versehen, an die Primanota weiter.

Die Kontrollfunktionen des Skontroführers sind
damit noch nicht erschöpft. Er überwacht nicht nur die vollstän-
dige Ausführung jedes Abschlusses, damit nicht versehentlich eine
Buchungsaufgabe oder ein Avis unterbleibt, er kontrolliert. vor
allem den Eingang der gekauften Währungsbeträge und ver-
sandten Schecks beim Auslandskorrespondenten bzw. die Ausfüh-

!] Währungsgut- und Lastschriften auf Loro und Nostro für Scheck-
einreichungen, Scheckausschreibungen und Währungsüberträge. S. S. 80.
        <pb n="85" />
        18 B. Die Buchhaltung in den Betriebsaäbteilungen. _
rung der ihm erteilten Aufträge an Hand der Nostropost und
veranlaßt eventuell Reklamationen.

Ebenso wichtig wie die Kontrollaufgaben des Devisenskontros
sind seine Aufgaben im Dienste der Gewinnermittlung.
Es enthält auf der Soll- und auf der Habenseite zwei Spalten
für Devisenkonto und Fremde-Wechselkonto. Das Fremde-Wechsel-
konto weist sowohl die gehandelten Währungsbeträge als die
sich ergebenden Mark-Brutto- und -Nettobeträge aus (s. Form. 71),
daneben die Beträge für Courtage, Provision und Stempel. Aus
den Skontren der einzelnen Währungen, und zwar aus den Spal-
ten der Nettobeträge, läßt sich der Devisengesamtgewinn nach Ein-
seßzen des in Mark umgerechneten Devissenbestandes durch Sal-
dierung ermitteln. Zieht man hiervon Courtage, Provision uJsw.
ab, so erhält man den reinen Devisenhandelsgewinn, die Diffe-
renz der Bruttobeträge aus Käufen und Verkäufen.

Beispiel aus dem Skontro: Amerika (siehe Form. 73).
Fremde-Wechselkonto Nettobetrag:
Soll / 1675.35 . Haben / 1689.~
+ Loro-Bestand „ 420.— + Nostro-Bestand „ 420.9
Soll / 2095.35 Haben / 2109.--
~ Soll , 2095.35
Devisen-Gesamtgewinn Haben #} 13.65
~ Spesen im Soll, die von den Kurswertbeträgen
im Soll abgezogen wurden, den Hetriut. guo § 15
0 z .
FU 10.50
r sfeles.iu Fobete e sul tuenertteaR!
' erhöhten ,, 5.0
Reiner Devisenhandelsgewinn # 5.50

Die Bruttobeträge stellen die reinen Kurswertbeträge dar, in-
sofern die Bank die Abrechnung erteilt; bei Käufen (Soll) wer-
den von diesem Kurswert die Spesen usw. abgezogen (Netto-
betrag kleiner), bei Verkäufen (Haben) werden die Spesenposten
hinzuaddiert (Nettobetrag größer).

Werden der Bank hingegen Käufe und Verkäufe von einer
anderen Bank unter Anrechnung von Spesen abgerechnet, so
werden, umgekehrt wie vorhin, bei Käufen die Spesen hinzu-
addiert, bei Verkäufen abgezogen. Bei diesen Geschäften erscheint
        <pb n="86" />
        Die Devisenabteilung. 79
dann in der Spalte „Bruttobetrag“" bei Käufen statt des Kurs-
wertes der ausmachende Betrag, in der Spalte „Nettobetrag“
(wie oben kleiner) der Kurswert; bei Verkäufen erscheint ebenso
in der Spalte „Bruttobetrag“" statt des Kurswertes der aus-
machende Betrag und in der Spalte „Nettobetrag“ (wie oben
größer) der Kurswert.

Das Devisenkonto - im Skontro die erste Spalte neben
dem Fremde-Wechselkonto - nimmt die Gegenposten zu allen
Währungsbuchungen auf Nostro und Loro auf, gleichgültig ob
sich diese Währungsbuchungen aus gehandelten oder nicht ge-
handelten Devisenposten ergeben. Es ist am besten zu erklären
als „eigenes Währungskonto der Bank“, dessen Stand
sich durch Käufe zu Lasten Währungskonto Nostro (vgl. Skontro
v. England Fall 10) oder W.-Kto-Loro (vgl. Skontro von Eng-
land Fall 6), oder auch durch Kauf von Schecks und Wechseln
(vgl. Skontro v. Amerika Fall 3) erhöht (in letzterem Falle durch
die Buchung beim Versand: W.-Kto.Nostro an Devisenkontoa),
dessen Stand sich durch Verkäufe in gleicher Weise vermindert,
aber durch alle durchgehenden, d. h. nicht gehandelten Devisen-
buchungen nicht verändert wird (vgl. Skontro von England
Fall 5). Die Veränderung durch Käufe und Verkäufe im ganzen
besteht natürlich auch nur so weit, als sie sich nicht gegenseitig
ausgleichen, also per Saldo für eigene Rechnung der Bank ab-
geschlossen sind. In dieser Form ersetzt das Devisenkonto das
fehlende Devisenbestandskonto. Es weist den Bestand der Bank
auf der Habenseite gleichsham als Währungsguthaben der Bank
aus und erfüllt gleichzeitig die Funktion eines Durchgangs-
oder Währungszwischenkontos für nicht gehandelte Posten, eine
Funktion, die besser abgetrennt und einem eigenen Währungs-
zwischenkonto, das sich stets ausgleichen muß, übertragen würde.

Die Devisen-Primanota ist in drei Einzelprimanoten
untergeteilt. Sie besteht aus der Mark-Primanota, der
W ährungs-Primanota-Loro und der Währungs-Pri-
m anota-Nosstro. Die Mark-Primanota nimmt die Markbuchun-
gen aus gehandelten Devisenbeträgen aller Währungen auf. Sie
enthält drei Spalten, und zwar für Kontokorrentkonto, Devisen-
ausgleichskonto und für das Gegenkonto zu beiden, das Fremde-
Wechselkonto. Das Devisenausgleichskonto ist, wie schon
der Name sagt, ein Durchgangskonto, und zwar ein Vorkonto
zum Kassakonto (vgl. Fall 4, 7 u. 10). Es kommt in Betracht
für die Devisengeschäfte mit den Banken am gleichen Ort, die
        <pb n="87" />
        80 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

ihre Markbeträge per Kassa regulieren, und nimmt diese auf, bis
sie (zwei Tage später) dort durch die Buchung per oder an Kasse
ausgeglichen werden. (Kontrolle der Kassaein- und -auszah-
lungen aus Devisengeschäften mit Banken am Ort.) Unter der
Kontokorrentspalte ist das Us anceausgleichskonto auf-
genommen zur Verbuchung der Markgegenwerte aus Usance-
geschäften. Es ist erforderlich, um die Markgegenwerte auf das
Skontro der betreffenden Währung zu übertragen, und gleicht
sich aus.

Die Währungs-Primanota-Loro ist bestimmt für alle
Buchungen über Währungskonten-Loro. Sie haben stets das De-
visenkonto als Gegenkonto. Die Inhaber der Loro-Währungs-
konten sind Privatkunden (Handels- und Industriefirmen mit
regem Auslandverkehr) und Inlandsbanken.

Die Guthaben auf Währungskonten-Loro überträgt die Bank
auf ihre Auslandkorrespondenten. Sie stehen dort auf den Na-
men der Bank, jedoch auf Gefahr des Bankkunden. Alle Bu-
chungen, die die Konten dieser Auslandkorrespondenten betref-
fen, .d. h. also die Währungskonten-Nostro, laufen durch die
Währungs-Primanota-Nostro. Auch hier ist das Devisen-
konto das einzige Gegenkonto.

Beide Währungs-Primanoten umfassen sämtliche Währungs-
arten, sind entsprechend untergeteilt und verbuchen alle Devisen-
beträge, ob gehandelt oder nicht gehandelt. (Siehe Fall 5 in der
Loro- und in der Nostro-Primanota und Fall 6 in der Loro-Pri-
manota.)

Die übrige Tätigkeit der Devisenabrechnung, die nicht mit dem
Handel zusammenhängt, erschöpft sich in der Bearbeitung des
zur Gutschrift auf Währungskonto eingereichten Scheck- und
Wechselmaterials, in der Ausschreibung von Auslandsschecks zu
Lasten Währungskonto und in der Erledigung von Kontoüber-
trägen innerhalb der Währungskonten-Loro oder zwischen Loro-
und Nostro-Währung (,Nicht gehandelte Posten“").

Eingereichte Währungsschecks auf die Bank, deren Aussteller
also Inhaber von Loro-Währungskonten sind, werden durch ein-
fachen Übertrag von Währungskonto-Loro auf Währungskonto-
Loro gebucht, wenn der Einreicher ebenfalls Währungskonto bei
der Bank unterhält. Andernfalls erhält der Einreicher + meist
Inlandsbanken, die den Einzug für ihre Kunden besorgen ~ den
Währungsbetrag in Form eines Auslandssschecks unter Abzug von
Umtauschprovision.
        <pb n="88" />
        Die Devisenabteilung. z1

Buchung: Per Währungskonto-Loro Aussteller N.N.

An Devifenkonto f. eingel. Scheck Nr. ...

Per Devisenkonto.

An Währungskonto-Nosstro, bezogene Aus-
landbank für Scheckentnahme Nr. . .

Die eingereichten Auslandschecks werden auf ihre Ordnungs-
mäßigkeit genau geprüft. Für verschiedene Länder bestehen be-
sondere Vorschriften. (Scheckstempel, Laufzeit, Datum in Worten,
Übereinstimmung der Giros usw.) Dann werden sie im Wechsel-
kopierbuch gebucht, den Einreichern unter entsprechender Wert-
stellung und „Eingang vorbehalten“ gutgeschrieben und den Aus-
landsbanken, an die sie noch am Tag des Eingangs abgehen,
bis zum Erhalt der Gutschrift auf Interimskonto belastet.

Inkassoschecks, die erst nach Eingang gutgeschrieben werden,
sind in einem besonderen Vermerkbuch notiert.

Die Verfügungen der Kunden über ihr Währungsguthaben wer-
den als einfache Überträge ausgeführt, wenn der Begünstigte
ebenfalls Währungs-RKonto-Loro oder -Nostro unterhält. Die übri-
gen Währungsvergütungen erfolgen durch Scheckentnahmen (siehe
Buchung oben), wofür der Auftraggeber eine Ausschreibegebühr
zu entrichten hat.

3. Die ty pischen Devisentrans aktionen.

Aus der bunten Fülle der täglichen geschäftlichen Vorkommnisse in
einer Devisenabteilung sollen einige tnpische Fälle herausgegriffen wer-
den. Wir wählen als solche die nachfolgenden zehn Beispiele und zeigen
ihren Durchlauf durch die Primanoten, Skontren und durch die Haupt-
bücher. Um die Möglichkeit klarer Einsicht und vollen Verständnisses
l !rtS. LP Y. ict Heiseicl jenuttige Bychungturtzrteger gezebes:
schäften [Devisenprämien-, Devisentermin- und Devisenleihgeschäften]
ist dabei abgesehen worden. Es ist angenommen, daß die Bank (X~6Bank)
bar surder Uasse tiegi {!!" oral req L 190.090... vegluut, 205

uß.
a) Buchungsf älle aus der Praris.

1. Die Bank verkauft an den Kunden André $ 100.9 à 164.21
zur Gutschrift a/ Dollar-Konto. Markgegenwert zu Lasten Kon-
tokorrentkonto.

2. Die Bank verkauft an den Kunden Berthold s 300.-
à é 4.21, Scheck a/ New York. Markgegenwert zu Lasten Konto-
Korrentkonto.

Kalveram, Bankbuchhaltung.

6
        <pb n="89" />
        62 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

3. Die Bank kauft von dem Kunden C. Schmidt $ 150.2
! M 1.19. Scheck a/ New Nork. Markgegenwert zugunsten Konto-

orrentkonto.

4. Die fehlenden $ 250.–9 werden an der Börse zum Mittel-
kurs von M 4.20 eingedeckt. Gegenkontrahent laut Aufgabe des
Devisenmaklers: Disconto-Gesellschaft Fil. Frankfurt a. M.
Markgegenwert per Kasse erhebt Disconto-Gesellschaft.

5. Der Kunde K. Drehmann übergibt der Bank £ 500.2, Scheck
a/ London zur Gutschrift a/ sein Pfundkonto.

6. Derselbe Kunde verkauft zu Lasten seines engl. Pfundkontos
L 400.9 à &amp; 18.88. Markgegenwert zugunsten Kontokorrent-
konto.

7. Die Bank verkauft L 350.09 à J 18.89 an die Dresdner
Bank. Pfunde bei der Barclays-Bank London durch brieflichen
Übertrag. Mark per Kasse werden bei der Dresdner Bank er-
hoben.

8. Der Kunde K. Hecht kauft fr. Frs. 125 000.9 à . 22.11 zur
Gutschrift a/ fr. Frs.-Konto. Markgegenwert zu Lasten Konto-
korrentkonto.

9. Diese fr. Frs. 125 000.0 werden in London bei der Barclays-
Bank à6 851/; gekauft. Die Barclays-Bank schickt Belastungs-
aufgabe über L 1455.12.1 und wird entsprechend erkannt. Die
fr. Frs. schafft sie bei der Länderbank Paris an.

10. Die Bank kauft L 1450.9 bei J. Dreyfus &amp; Co. Frankfurt
a. M. à \6 18.89; Anschaffung bei der Barclays-Bank London.
Mark erhebt Dreyfus per Kasse.

Sämtliche Geschäfte werden am 1. Okt. 1924 abgeschlossen.

b) Abrechnung und Korrespondenz.
(Vergl. Beispiel 1-10 S. 83-292.)
c) Gang der gesamten Verbuchung.

Zur Einführung in die Zusammenhänge zwischen Grund- und
Hauptbüchern und Skontro schicken wir eine schematische Übersicht
voraus, in der nur der erste Buchungsfall skizziert ist: Verkauf an
A. $ 100.9 zur Gutschrift a/ Dollarkonto zu Lasten Kontokorrent-
konto. Ebenso schalten wir vor die Gesamtübersicht der sämtlichen
Konten (Form. 71 „Kontenverbuchung und Abschluß“) ein Schema
ein, das zur Erklärung des Devisenabschlusses dient, die dabei un-
wesentlichen Konten (Kontokorrent, Kassakonto usw.) außer acht
läßt und die Abschlußzahlen in Form. 71 textlich erläutert.
        <pb n="90" />
        Tag:
Undré Ft. 101
Kurs: 1..1 Soll: Haden: wert:
Anschaffung bei: . Hir übertajjene zig]
1%. Prov
Buchung.; 1 1 mae/; B t rin 1- s. 7 AM Î
Stempell Ctae. | Nrov + 222]60 [1.010 tts

En:
«&gt;. .
        <pb n="91" />
        Beispiel Nr. 2. [ §
a) Roter Händlerzettel (Formular Nr. 43). b) Abrechnung: Kto.-Korr.-Kto. Soll. s-Scheck anbei.
c) Weißes Scheckavis (Formular Nr. 44).
Ta-: : Lauf. Nr. Frankfurt a. M , den 1. 10. 1924. ro
1./10. Berthold + 102 An die Acceptancebank, New-York. |2
Betrag: Wert: Wir bitten Sie, unsere heutigen Entnahmen in §
K 3~ 3./10. Höhe von: # 300.2, in Worten: Dollars Dreihundert Z
laut untenstehendem Verzeichnis zu Lasten unseres Z
Kurs: 4.7: F-Konto-Nostro zu schützen. Ê
Anschaffung bei: Hochachtungsvoll X-Bank t.
Scheck auf New-Nork ] . T
Gegenwert: .. Ur. Betrag: Verfall: Order : §
] 00586 F 300 – Scheck H. Berthold, Offenbach a. M. i
Nostro-Zahlstellen : Buchung: 7
Stempel. Ctge. | Prov.
~ 265.-- | 1.351 —.30 | 1.75 |1266.40 |
UKontz:;?t : Abgerechnet : Korrespondent:

U An:
Du.
ô1
1
.tjonto
1 0U -
        <pb n="92" />
        Beispiel Nr. 3.

a) ihrer Häudlerzettel b) Abrechnung (Formular Nr. 46). c) Lr Un er Zsesovis. N
Ez # auf. Nr.: Frankfurt a. M., den 1.110. 24.0 Frankfurt a. M., den 1./10. 24.
1./19. C. Schmidt + 501 Herrn C. Schmidt, An die Acceptancebank,

Betrag: Wert: Frankfurt a. M. New-Nork.
&amp; 150.~ 3./10. Wir besitzen Ihr Schreiben vom 30./9. 24 uuan . Wir übersenden Ihnen anbei
rst; vt letscet (e §: V B;: ::
— 4.. , ] Soll: [Wert: Haben: [Wert: Huiistit unter Aufgabe auf 5
Anschaffung bei: Kto.-Korr.-Uto. hosghtunasvsil ö
Scheck a. New-Nork. . Für von Ihnen m
übernommene E S | ver- Zah-
Gegenwert: 4' 150. -- Scheck 5 3 Betrag: . lungss ,
l...... | a. New-Nork SZ = kal: ort S
; à 4.19 AM 628.50 ]
s. Putt. M It tztstrsyr
... 628.50|1.|.15|2.1 625.35 fm. +16
11/,0 ? /o Stempel ~-.70
Kontrolle: Abgerechnet: Korrespon. Ia Le sien. 1.30 53.19
: . denn. 625 |35] 3./10.
Hochachtungsvoll
X-Bank. 1 Abschnitt. u

"u : Von .
urs:
Io
Kanta.
2
        <pb n="93" />
        Beispiel Nr. 4. ss
S
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j . n .
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U -
— J Zs Ih en Steueranteil wollen Sie ) l M ou]am M [ t Y L , u Ü Y 3
ent. )bigen Gegenwer!r rhalten. P ofür Sie uns zu erkennen belieben.

+
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1.20

i t
        <pb n="94" />
        Beispiel Nr. 5.
a) Grünes Sch eckavis (Formular Nr. 51). b) Abrechnung (Formular Nr. 52).
Frankfurt a. M., den 1. 10. 1924. Frankfurt a. M., den 1. 10. 1924.
An die Barclaysbank, Ltd. London. Herrn Karl Drehmann, Frankfurt a. M.
Wir übersenden Ihnen die nachverzeichneten Schecks mit Wir besitzen Ihr Schreiben vom 30. 9. 24. und
&gt;.! um Einzug und HGutltschrift unter Aufgabe auf buchen wie nachstehend in Ihr
Hochachtungsvoll Soll : Wert: Haben: [Wert: | ?
&amp; Bst: Für uns eingereichte L' -Konto ;
Nr. Betrag: Verfall: Zahlungsort : E 500.--. S'/heck L . D.~.] 18.110. ;
&lt;~ . . ~ SH.» Lar vm
i
Hochachtungsvoll
X-Bank.
1. Abschnitt.

ö u. §0u
2 500. ue . ibi
        <pb n="95" />
        Beispiel nr. 6. . 18

aa: ? art f. .

u t. orehrern [3.: 2

n K s. Lo. ?

Ñ ;

– 682.1 8530| 1.0 . um
Kontrolee. Abgerechnet: Korrespondenz:

T

Voii

.00..

18.88 ..
Konto
        <pb n="96" />
        Beispiel Nr. 7.
a) Roter Händlerzettel (Formular Nr. 55) b) Abrechnung (Formular Nr. 56).
Tag: : Lauf. Nr. Frankfurt a. M., den 3. 10. 1924.
1./10. Dresdner Bank +t 103 Nota für: Dresdner Bank, Filale Frankfurt a. Mm.
B. Weri: Verkauf am 1./10. Schluß: Rosenberg.
r.350! ]- b! L 3530...... London per 1.710. à 18.89 M 6611 | 50
Kurs: Ihre Steuerhälfte Betrag empfangen. Mm 2
wollen Sie selbst ab- Hochachtungsvoll N
Anschaffung bei: führen. X-Bank. f
Barclaysbank, London . Ñ
c) Weißes Überweisungsavis (Formular Nr. 57) :
Gegenwert : - . ;
. An die Barclaysbank Ltd., London. .
RKonto-Nostro.
Nostro-Zahlstelle: Buchung: Wir bitten Sie, folgende Vergütungen zu unseren ]
Barclaysbank 6611.50. . ) . .. (6611.50 Lasten vorzunehmen: —
] Betraa: Wert:| Art d. Vergütung: n: Im Auftrag :
Kontrolle: Abgerechnet: Korrespondent : J
L 350. . 3. /10.] Überweisung Dresdner Bank, KXR-Bank
Fil. Frankfurt
Zusammen : L Dreihundertfünfzig.
Frankfurt a. M., den 1. 10. 1924. Ho&lt;hach11ugsvol::

An:
'*etrag:
18,89
Kasse
H
        <pb n="97" />
        Beispiel Nr. 8. s
a) Roter Händlerzettel (Formular Nr. 58). b) Abrechnung (Formular Nr. 59).
Ust Lauf. Ne: Frankfurt a. M., den 1. 10. 1924. . L§
1.110. K. Hecht 104 Hscra;R. Hecht; Hiét: 2
Betraa: Wert: Wir besitzen Ihr Schreiben vom 30. 9. und buchen 53
ffs. 125 000.9 3./10. wie nachstehend in Ihr “.
Kurs: 22,11 Soll Wert:' Haben [Wert: ?
Anschaffung bei: Kto.-Korr.-Rto. | Für überlassene ffs.-Konto 2
auf ffs. Konto ffs. 125000.9 à 22,11 Js
A 27 637.50 §
Gegenwert Buchung: 19/00 Prov. 27.65 V
auf Konto 27 637.50 | 30.40 6.90 | 27.65 | 27702 45 “tg: t") &lt;105 T
Noftro-Zahlstelle:  # 21702 |45 3./10. "G ffs. 125000 | — |3./10. {
Kontrolle : Abgerechnet : Rorrespondent: ; .
Hochachtungsvoll
XK-PBank.

An:
.3
        <pb n="98" />
        Beispiel Nr. 9.
a) Weißer Händlerzettel. N arr. truss lest xs c) Grünes Empfangsavis.
(Formular Nr. 60.) (Formular Nr. 61.) (Formular Nr. 62.)
Tag: Van: Lauf. Nr. : Frankfurt a. M., den 1. Oktober 1924. An die
1.110. Barclaysbank, +t 504 An die Banque des Pays de l'Europe
Z9vor Barclaysbank, Limited Pgtit:
Betrag: Wert: Konto-Nostro.
fr Frcs. 125 000 3./10. London. Urs: . J
Rurs : Wir übernahmen heute von Ihnen Sie erden tür unjete Rechrzg emp: ;
l fangen:
85/4 Londoner Ussance. telegraphisch a
Anschaffung bein. fr. Fres. 125000.00 Auszahlung Betrag Wert durch
Länderbank Paris. Paris per 3./10. 1924 : fs.
Gegenwert : à 857], dortige Usance. 125000.- | 3./10. Überweisung von der ;
L 1455.12.1 Die fr. Frcs. 125000.– wollen Sie Parete shsuh Etd., §
Noltro- Buchung : uns bei der Banque des Pans de l'Europe,
jahlstelle: Paris, zur Verfügung stellen, während Zusammen in Worten:
Nostro wir Sie bitten, uns mit dem Gegen- :. ] ; EZ
jarclans- #1455.12.1. à 18.89 2.27 500.0 wert von fr. Fres. Einhundertfünfundzwanzigtausend
s 'r f. 125000 à 22.0227 500.- .' 1455.12.1 val. 3./10. 24 wofür Sie uns zu erkennen belieben.
Kontrolle: Abgerechnet: Korrespon. auf Nostro belasten zu wollen. Frankfurt a. M., den 1./10. 24.
] bett: Hochachtungsvoll Hochachtungsvoll
X-Bank. X-Banktk.
        <pb n="99" />
        Beispiel Nr. 10. ]! B
V h fl b) Abrechnung (Formular nr. sn. ) Grp uur Me gg

Tac : Vn: Lauf. Nr. : Frankfurt a. M., 1./10. 24. An die .
1.710. | I. Drenfus &amp; Co. + 505 Barclaysbank Ctd. c5
. V . Nota London. §7
Betrag: Wert: © für X - Bank Konto-Nostro. F
L 1450.~. 3./10. Frankfurt a. M. Se werden. für unsere: Rechttung emp; Z

Rurs : &gt; ~ fangen: 3
. Kauf vom: 1./10. E -

Schluß: Koch. Betrag Wert vurch ' D

Anschaffung bei: . . &gt;
Barclaysbank. L t Fftdot 1 ss -. 3.110. HUverweisimg von §;
, î Ih : "rf FG. î
alle. z
Nostro. Buchung: Ihre Steuerhälfte wollen Sie Zusammen in Worten: h
Zub tette: jeloit abtatter. - “ Eintausendvierhundertfünfzig &amp; . Z
arclans. 27590.50| -. | -| -| 27390.50 [220050 . l t
' | _ wofür Sie uns zu erkennen belieben. 2
Kontrolle: Abgerechnet: torteshen: Frankfurt a. M., 1./10. 24.

j Betrag erhalten.
Hochachtungsvoll
J. Dreyfus &amp; Co. X-Bank.

[: uu
1 8.89
(, ::
        <pb n="100" />
        Formular Nr. 66. Schema 1 :: Laufende Buchungen.
D Grundbücher Hauptbücher
y) !arkbuttolung: Fremde Wechsel Uto. Devisenausgl..Uto.
. 1) 422,60
Kontokorrent-Konto Devisenausgl.-Kto. Frenze Wezel Für Geschäfte mit Banken per Kasse
Sol Haben Soll Haben Sou haben Kontokorrent-Kto.
1)A 422,60. 1) 422,60 1) A. 422,60|
J b) Währungsbuchhaltung m
Währungs-Primanota Loro: 46') Devisenkonto 2)
Soll Devisenkonto E Haben 2) A: 1I00.--- .
l.’ s…ttSG$…$t—… j
2) A. oo )
; . 6) Währungskonto Währungskonto
Währungs-Primanota Nostro Loro (A) Noftro »
Soll Devisenkonto Haben E 2u
an Kontokorr. ,., » per Kontokor. , s 12) 6 200..
Noîtro-Währ. ~~ [ # | fs. .) Nostro-Währ, L | 's. §
c) Skontro: Soll Skontro Dollar-Währung Haben
Ñ Devisenkonto Fremde Wechsel Konto Devisenkonto Fremde Wechsel Konto m
. Brutto. Netto U .
421..— 422.60

100. 100.. es
        <pb n="101" />
        94 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. _
d) Erläuterungen zu den Buchung en.

Der Gang der laufenden Buchungen ist durch Schema 1 (S.93), der Abschluß
durch Schema 2 (Form. 70) bereits erläutert. Ebenso ist die Bedeutung und
Hz hre sutuUer wenargztattur uttautttes heiteres

Die Primanotisten buchen nach den Abrechnungen, die Skontri-
sten nach den Händlerbelegen; die Hauptbücher werden nach den
Primanoten geführt. Ehe die Hauptbucheintragungen vorge-
nommen werden, findet täglich eine Abstimmung der Primanoten
mit den Skontren statt. Die Mark-Primanota wird abgestimmt
mit der Skontrospalte ,„Fremde-Wechselkonto, Nettobetrag“, die
Währungs-Primanoten (Loro- und Nostro- zusammen) werden
abgestimmt mit der Skontrospalte „Devisenkonto“. -

Die nicht gehandelten Buchungsposten bewegen sich zwischen dem
Devisenkonto und den Währungskonten-Loro oder Nostro. Einen
solchen Posten haben wir in Beispiel 5 (Gutschrift eines E-Schecks
auf L-Konto-Loro). Die Grundbuchungen hierfür lauten

a) Per Devisenkonto

an Währungskonto-Loro (Drehmann) L 500.--.

b) Per Währungskonto -Nostro (Barclaysbk.)

an Devisenkonto ! U. £ 3500.-:.
Ebenso steht dieser Posten auch im Skontro. Er muß dort wie
jeder andere Posten ein- und ausgehen. Nur ist die Art
dieses zweimaligen Vorkommens im Skontro verschieden. Nicht
gehandelte Posten wie dieser stehen im Skontro-Ein- und
«Ausgang nur unter ,Devisenkonto“, gleichen sich dort also
aus. Käufe wie im Beispiel 3 (Kauf $ 150.09 Scheck)
stehen auf der Eingangsseite des Skontros unter der Rubrik
Fremde-Wechselkonto (dieses wird für den Markgegenwert
belastet), auf der Ausgangsseite unter der Rubrik Devisen-
konto (dieses wird für den gekauften Devisenbetrag erkannt).
Bei Verkäufen ist es umgekehrt. Gehandelte Posten gleichen
sich also durch ihr zweimaliges Vorkommen im Skontro nicht
aus, weil sie im Ein- und Ausgang auf verschiedenen Spalten
stehen. Wohl aber können sich mehrere solcher Posten insgesamt
in der Spalte Devisenkonto ausgleichen (Verkauf 1 und 2 glei-
chen sich aus gegen Kauf 3 und 4 im s-Skontro). Die Summen
der den sich ausgleichenden Währungsbeträgen entsprechenden
Markbeträge differieren um den Gewinn (Soll 1675.35, Haben
M 1689.29, Gewinn XM 13.65).
        <pb n="102" />
        Iormuiar ==. Mark — Pprimairöta. !)
Währungs- Lfd. Folgende Debitoren an Stem-| Va- Kontokorrent-Konto Dev.-Ausgl.-Konto Fr. Wechsel.Konto
betrag Nr. folgende Kreditoren pel 1 Iuta Soll | Haben J Soll | Haben! Sol | haben
]. André
! 100.9 : ?éertiser X 4,21 ~.501 3.10 422.60 422.60
H 300.0 zh la: 4.221 1.35 3.10 1266.40 1266.40
? . Schmi
F 150.09 i überföiren § §9. tt ~.70 | 3.10 625.35 625.35
r. der Diskontogesellscha
$ 250. - , I übernommen § 4,20 —.10 | 3.10 1050.60 1050.—
L 400.–.~ ] überm tr § cs 8.30 3.10 7534.25 7534.25 §
] Dresdner Bank z
L 350.~.~ ther! Fer I 1899 ==.70] 53.10 6611.50 6611.50 f
ffs. 125 000.9 îberläfen Ä 22,11 30.40 | 3.10 27702.45 27702.45 '
9a. Barclansbank London Usanceausgl.-Uto.
ffs. 125 000.9 9K. zer u tc. Lrucie.t 2.75 3.10 | 27500.~ 27500. .
L 1455.12.1 f überlgjen seg: ff 125006... 2.75 3.10 27500.~ 27500.~
E tte ro _2.75 . _ 275390.50 | 27390.50
50.30 9891.40 39659.60 6611.50 28440.50 | 64100.10 63502.95
Kontrolle 6611.50] 28440 50
Fremde Wechsel 63502.95 " 64100.10
Ultimo-Abschluß 1889... 2727.60
' 271200. — 27260.- D
Gewinn 241 .45 §n
94150.55 | 94150.55
2) Die Abschußziffern sind hier und in allen anderen Formularen für die Devisenverbuchungen in Fettdruck dargestellt.

67.
.
]}
        <pb n="103" />
        Formular Nr: 68 Währungs-Primanota Loro.
_ Soll I Devisenkonto n . 2
' "Eorzzz te ve. . + . uh». P ]ürtzonighgrrertkt.[ye. . s. usw.
§, André K. Drehmann §V
überlassene a. §' Kto. 3.10. %. auf L-RKonto über- 3
5. K. Drehmann nommen 3.10.) 400..- §°
I “gest HN Uto. 8.10.1 500.9. Uttimo.swiglh 100.- 10... B
überlassene a. fs. Kto 3.10. 125000.. do. . 125.000. :
__ [500.—.~ | 100.—[125000 500. -. [100.0 125000 . Â|
7 tn E &gt;
Formular Nr. 69. Währungs-Primanota Nostro. -
_ .. § Devisenkonto „aben _ ~
Y:: C EIO) (a Val. fs. ujco.['!fd. ! Haren . Val. fs. | usw. f
.. Acceptancebank n.. _ Z.. Hüceptancelke. ] é
Sche&gt; a. New Nork . Scheck aNewNorktt1 150.9 s
w. Berthold 3.10. 300.~ | Acceptancebk. f
Barclaysbk. 4. übertragDiscontoges ?
tiberte. . Hresdri.zti. 3.10. 350.555 s. HBarclaysbk. Lon. 13.10. 250. z
Barclaysbk. Scheck a. Ldn. +t 2 500.2.–
geg. fs. 125 000.0 3.10. 1455.12. 1 q. Länderbank Paris
Ultimo-Abschluß 144. 7.11 Überw. Barclaysbk. z 10.! 125000.–
do. 100.- J. Barclaysbk. Lon.
do.  185000.— w. J. Drenfuß &amp; Co. 3.10 [ 1450.-.-
. . ANO.-- 125000.-- I _ E ]

. Habe
. n
100-
call B
.
Os
        <pb n="104" />
        Ihema 2 .
Formular Nr. 70. Schema 2: Der A bschluß.
Mark-Primanota Währungsprimanota Loro Währungsprimanota Nostro
onto... Fremde Wechsel-Konto Hsv.s Devisen-Konto Devisen-Konto
Unte. i Soll Haben Usgtt Soll Haben Soll Haben
An Devisen-Abschluß-Kto. Per Devisen-Abschluß-Kto. Per Währ.-Kto. LIro An Wiähr.-Ut. Nostro
übernehmen von Loro- überlassen an Nostro- Übernahme der Überlassung der
W.-Kto. zum Ausgleich W.-Kto. zum Ausgleich Lorobestände z. A. der Neostrobestände z. A.
der Habensalden der Sollsalden Habensalden der Sollsalden
Fremde Wechsel-Ronto Devisen-Konto
An Per An Per
Devisen-Abschluß-Konto Loro Devisen-Abschluß-Konto Nostro Währungs.Konto Nostro Währungs-Konto Loro
Gegenwert für übernahme der Überlassung der Nostrobestände zum für Überlassung der Nostrobestände für Übernahme der Lorobestände z. A..
Lorobestände z. A. der Habensalden Ausgleich der Sollsalden (einschl. eig- 3. A. der Sollsalden der Habensalden
An Verlust- u. Gewinn-Uto. ner Bestand, vergl. L). In gleicher
Übertrag des Gewinnes Weise müßten die Bestände im Porte-
.. feuille „verkauft“ werden
Devisen-Abschluß-Konto Loro y 4 Devisen-Abschluß-Konto Nostro Währungs-Konto Loro .. Währungs-Konto Nostro
An Per An Per An Per
: Bilanz Fremde W.-Kto. Fremde W.-Rto. Bilanz Devisen-Konto Devisen-Konto
Gegenwert Gegenwert für Ausgleich der Loro- Ausgleich der Nostro-
der Habensalden aller überlassene............... bestände bestände
Währungen 3. A. der Sollsalden
aller Währungen
So.. Skontren Haben
Hevifen-Konto Fremde Wechsel-Konto Devisen-Konto Fremde Wechsel-Konto
Währungs-Betrag | Netto-Mark-Betrag Währungs-Betrag Netto-Mark-Betrag
überlassene überlassene Markgegenwert
Nostro-Soll-Beträge Nostro-Soll-Beträge hierfür
in Währung
übernommene Markgegenwert übernommene
Loro-Haben-Beträge hierfür | Loro-Haben-Beträge
in Währung |
Verlust- und Gewinn-Konto Schluß-Bilanz
Pan Per Dev.-Abschl.-Kto. Nostto . Dev.-Abschl.-Kto. Loro
Bilanz Fremde Wechsel-Konto . Gewinn +

M
I 3
        <pb n="105" />
        <pb n="106" />
        Formular Nr. 71. Kontenverbuchung und Abschluß.
a) Mark buchh altu ng.
Eröffnungs-Bilanz-Konto Kapital-Konto
An Kapital ./ 100 000.9 | Von Kasse .#_100 000.- [an Schluß-Bilanz . 100 000.9 | Von Eröffn.-Bilanz Z 100 000.—
Fremde Wechsel-Konto Devisen-Ausgleichs-Konto Devisen-Abschluß-Konto Nostro Devisen-Abschluß-Konto Loro
3.1 §4 150.9. An K.-K.-Kto. M 625.35 | 1.) S 100.0 VonK.-K..Kto. &amp; 7422.60 4. An Kasse . 1050.99 1 4.| VonFr.W.-K.. / 1050.60 An Fr.W.-K.Nostro .4 2727.60 | Von - An ' Von Fr. W.-Uto. / 1889.
4. ) § 250.0.– y, Dev.-A.-Kto. „ 1050.09 2 | 300.9 „zu. „ 1266.40 7.| „Fr. W.U. „ 6611.50 7.| „ Kasse , 6611.50 „ „ „ «r „.. 420.&gt; [schhuß- Schluß- U r e T L 2 1620.
6.|. L 400... p, K.K-Kto. , 7534.25 7.) L 350.9.~ , Dev.-A.-Kto. „ 6611.50 10. | , Kasse » 27 390.50 | 10.1 „ Fr.-W.-K. „27 390.560 „ „ » «» vu u 27500.— | Bilanz ./ 30647.60 Bilanz ./ 29809.0 p,, , , y „ 27500.-
Ja. fr. 125000.0 , Us.-A.-Kto. , 27500.00 68.| fœ.125000.0 , K.-K.-Kto., , 27 702.45 M 35 052. f M 35 052.1 s A 50 647.60 M 29 809. - M 29 809. -
itt: „ Dev.. A.-Uto. , 27390.50 9Ib.| L 1455.12. 1 » Us.-A.-Kto. ,„ 27 500. | E S c T S| {{# TTS gf] f] tx
s 100.5 D.-Abschl. Loro , 1889. — f 144. 7.1 D.-Abschl. Nostro ,, 2727.60 Kassa-Konto Schluß-Bilanz
f 100.. , | , l :2.420: â 100.. „) t © L 420. . ' z
fr. 1250000 , , “ „ 27 500.— ffr.125000.0 „ ,, .... 37500.. &gt; t ~tt Et
V. u. G. „ 241.45 An Eröffn.-Bilanz | VonDev.-A.-K. M# 1050.~ Kasse M 78 171.— Kapital . 100000.—
#Æ 100 000.7 v v:. p w ». 215390:50 Dev.-Abschl.-Kto. Nostro „ 30647.60 Dev.-Abschl.-Kto. Loro „ 29809. -
.... ... n Dev.-A.K. , 6611.50 Schluß-Bilanz „ 78171.~ Konto-Korrent-Konto , 21231.85 Verl. u. Gew. z 241.45
M 94150.55 . 94150.55 #MÆ 106 611.50 . 106 611.50 M 130050.45 M 150050.45
Konto-Korrent-Konto Usance-Ausgleichs-Konto Verlust- und Gewinn-Konto
1 | An Fr. Wechs.-Uto. w. Andree # 422.60 1 3. Von Fr. Wechs.-Uto. w. Schmidt .# 625.35 9b. | An Fremde [* Von Fremde An Schluß-Bilanz .# 241.45 Von Fr. Wechsel-konto ./ 241.45
e. e » v. y Berihold , 1266.401 6. .. y. n,. &amp; „ Vrehntann q [7534.25 W.-Konto / 27 500.5 W.-Konto / 27 500.+ SStst$ttzitt HSE
N . ( w u üUitetht ( 2770245 „ Schluß-Bilanz „ 21231.85 E e
M 29 391.45 M 29 391.45
b) währung s buch h alt un g.
1. De visenh aup tk onten.
L-Ronto \'-Konto fs. Konto
. | An F-Uto. Loro (Drehmann) i: 5 | Von L-Uto. Nostro 500.7. 1. | An F-Uto. Loro (André) 100.1 3. | Van Konto Nostro 150.- | An ffs.-Konto Loro (Hecht) 125000.9 9. | Von ffs.-Konto Nostro 125 000.-
„ » b Uostro 350..~| s. „ ' |, Eoro : 400.:.- 2. | j, ~ y ~u .Uosteo 300.— | 4. J e suis ; 250 | o. . «u . Uostro 125000. - n'! w. LOTO. 125000..--
. k f 1455.12. 1 sl . ¿|, Ktiostes 1450...&gt; 1:3 . 100. ' | w NS | 250000.–2 | 250000.2
. sz '41. 7:11 " g [u, Loro. 100.3 500. 500. - .
tt c 2§s — —
2. Währung sk ont en N o st r o (Auslandsbanken).
L-Ronto Nostro (Barclays Bank) f s'-Konto Nostro (Acceptancebank) ﬄ.-Konto Nostro (Länderbank)
f | An Devisen L zt: | ‘t [von Devisen L &gt; Ct tz z.| An Devisen # futi: | i Von Devisen / Fd: | An Devisen ffs. 125000.~ | [z Devisen ffs. 125000. -
A t . r .. 2
L 199055 | L 1950.90 . ct M |
5. Währung skonten Loro (Kunden)
L-Ronto Loro (K. Drehmann) , '-UKonto Loro (André) ffs..Ronto Löro (K. Hecht)
6. | an Devisen L ut | + Von Devisen L 500.- An Devisen , 100.— | :. | Von Devisen t 100.9 ' An Devisen ffs. 125000.- | 8. | Von Devisen ffs. 125000.~
' LS L-
Die Ziffern 1-10 vor den Buchungssätzen sind die Nummern der Buchungsfälle. + Die Zahlen lin Fettdruck sind Abschlußposten Einschlagtabelle 2

96 k
        <pb n="107" />
        <pb n="108" />
        Formular Nr. 72. Skontren.
S o 11 En gland. Haben
. Fremde W echsel-Konto . WFr em d e W echsel-Konto
fe [ r-r: vet |vvre|, +! | wethrangs.| M Torre Ieter [stp [§Nettor] It | t ert vat. tuts] ?üonto währung) : hy, ÖT css:
f | | | /- prov. Ctge. | Stpt. .U:t r. Konto Wöährungs | : M f
i | _ Betrag [Brutto-Betrag | Ü . _ v . Betrag Brutto-Betrag | t Betrag
k. 10. 5. K. Drehmann ] 1.10: 5. | Barclays Bk.
'" f. übersandt. Schecks 83. 10. 500.----..--; Scheck a. Lon. +t 2 500. .
1.10... 6. K. Drehmann | 1.10. 6. K. Drehmann
übernommen z. L. | | . übernommen z. L.
L-Ronto 3. 10.1 18,88| 400.....| 7T72552.- 7.55 | 1.90 | 8.30 | 7 534.25 HL-Ronto : 400.-..-
]. 10.1 7. Barclays Bk. | | 1.110.| 7. | Dresdner BK.
üÜbertren 350.277 überl. p. Kasse , 3. 10.|18,89! 350....5~) . 6 611.50 6 611.50
1. 10. | 9. Barclays Bk. i ' 455.12. 1! 1.100 90 Barcians BR. § s |
Tausch geg. ffs. geg. fs. 3,410. 22/2 1 455.12. 11 27 500.9 27 500.
1. 10. | 10. I. Drenfus &amp; Co. | | I Barclays Bk. | 18,89
übern. p. Kase 3z. 10.118680 . 1 40.—~[_27 390.50 | | | 2739050 Überweisung 1 450.::5,- .
] Y ! 305.13. i 850. . 34 942.50 | 7.55 | 1.90 | 8.30 | 34 924.75 . 75606.... 6053.42. U zal I 34 111.50 34 111.50
Dev.:Kto. Ult.-Abschl. 144. 7.11 | ' Fr. W.-Uto. Ult.-Abschl 18,89 144. 7.11 2 727.60
Fr. W.-Uto. „, „ 18,89] | 100....-|| ! | | | 1889.— Heu..to.. 4 rp, 100.—..-
Gewinn | . | L'âs |
f : 2450.—.--] 1 950.—..|] _3494250 _L?.55 [1.90 [8.30 36 839.10 , ' 24560... |[1989.. \ s4113, |_56 839.10
Formular Nr. 73.
S o ll A mer i ka. Haben
‘ Fremde Wechsel-Konto | Fremde W echsel-Konto
Dat. f Tert Val. ] i Nzvilen: Währungs gt | ] üccch Dat. | c. Tert Val. ft Nevizet Währungs- t Z | | ) A-Netto-
; _: Betrag | Brutto-Betrag Prov. [Ctge. Styl. "Betrag | . 2 | Betrag Brutto-Betrag Prov. Ctge. Stpt Betrag
1.10.] 1. André . 1/10; 1. André
iberlassene a. F-Konto | 3. I0. 100.+ | überlassene a. F-Konto | 3. 10. 4,21 | 100.- 421.25 | §.&gt; t 422.60
1.10.| 2. Acceptance Bk. | 11012. . Perthols ]
W: 3 bchech. Let gets 300.– P | ; 10] z gt ust . 10. : 300.~ 1 263.-- | 1.75 |~.30| 1.35) 1 266.40
ue: | : : | 3:20. t] | 150,5 628.50 | 2.30 |-.15 “ 6256.35 " “ gs + ew Hork 160.-
1. 10. | 4. Diskontogess. i 10.] 1 Acceptance Bk. |
ibernommene p. Kasse | 3. 10.0 4,20 250.| 1050.0 . l [ 1050; Übertrag 3. 10. | ü. .. „...e t . _
[ : f 40065 j 400. - 1 678 50 | 2.530 rst. 1 675.35 . . | 400.—+ | 400 | 1 684.9 | 2.75 |-.40] 1.851 1 h..
Dev.-UKto. Ult.-Abschl. 100. ] Fr. W.-UKto. Ult.-Abschl 120| 100. | 420.
§r. W.-Kto., s | 100.- | | 420.— Pev.-Uto.. , s 100.9 | |
Gewinn ' 13.65 | Ö ;
| L . 1|1 s 1 678.50 [ 2.30 | .15[.70| 2 109.— __ 500.— | û 509. 1688. | 2.75 [2.40] 1.851 2 109. -
yormular Nr. 74.
Soll Frankreich. Hab en
| . Fremde W echsel-Konto | z Fremde Wechsel-Konto
Dat. cfo.| Text Val. | Kurs Neviscnr -; M . M f zip z¡. | Dat. | Ffd. Tert Val. | Kurs | Dsvisen: | OU Ua l &gt; Jux N f f Z;
| Ur. | | Konto wstranas:| t: | Prov. |Ctge. Stpl.| M-Netto: | Hr. Konto “ tsrs. : Prov. Ctge. S-pt f -Netto-
_ Betrag _[Brutto-Betrag | Betrag e . . , ] _Betrag Brutto-Betrag B Betrag
1. 10. | 8. K. Hecht | | 1.10.| s. U. Hecht | |
iberlassene a. ffs.-Konto | 125 000.~ überlassene 3. 10.122,11 125 000.0 | 27 637.50 | 27.65) 6.90 30.40) 27 702.45
1.10. |, 9. Barclays Bk. ; _ 1. 10. 9 Länderbank | § ß
geg. L ; t! _ 125 000.-- | 27 500. 27 500.- üiberweisung 125 000.- [: |
; s '!» 125 000.  125 000. - | 27 500.f 27 500.- ; 125 000. 125 000. | 27 637.50 | 27.65) 6.90 30.40) 27 702.45
Dev.-Kto. Ult.-Abschl. 125 000. Fr. W.-Kto. Ult..Abschl 22,02 125 000. j 27 500.—
Fr. W..icto. , ; 22,02 125 000.0 ' 27 500.- Hev. Uto... y.. cy 125 000.- |
Gewinn 202.45 | . '
250 000. - 1 250 000.. | 27 500.. s5 202.45 250 000.- 1 250 000. - |_ 27 637.50 | 27.65| 6.90 30.40 55 202.45
J . &amp;inschlagtabelle .
„VT ) .
        <pb n="109" />
        <pb n="110" />
        Abstimmung der Markbeträge.
~ Skontro (S. Formular Nr. 72974).
Eingang (Nettospalte: Fremde Wechselkonto) Ausgang
England ..... „.... ..34924.75 England J ..... .. .' „ft. 34111.50
Amerikan.... . ... u. ..1675.35 Amerika . ... ... + .1689.—-
Frankreich . : .. .! „ 27500.--- Frankreich.. ... .. „. 27702.45
#Æ 64 100.10 A 63 502.95
Markprimanota (S. 95).
. . HSHremde Wechselkonto . . . . . . Soll ./ 64100.10; Fremde Wechselkonto. . . . Haben M 63 502.95
œ oder Kontokorr.-Konto Haben # 28 440.50 | „ 64100.10; oder Kontokorr.-Konto Soll / 1149) „ 63502.95
8 ö Dev.-Ausgl.- , ' u 35 659.60 ! + Dev.-Ausgl.- , r..u 59891.45 3
Abstimmung der Devisenbeträge. J
Skontro
Eingang (Spalte Devisenkonto) Ausgang l
L 2305.12.11/ L 2350.–9 V .
§ .: 400.-.. © j 400.0 O ö
ffs. 125 000.0 © ffs. 125000.0 S-
Soll Währungsprimanote (S. 96). Haben |
L Loro 59500.~9.~ L Loro 400.—
„. Nostro 1805.12.1 ; Nostro 1950.
ct 2305.12.1 / rt 2350.– V
4 Loro 100.— 4 Loro —~.~
„ Nostro 300.9 „ Nostro 400.09 O
44 400. © ...
ffs. Loro 125000.09 &amp; ffs. Loro .
zrNnostro rr _ „ Nostro 125000.0 H Ö
        <pb n="111" />
        9s _ GB. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

Den entgegengesetten Buchungsvorgang zu dem obengenannten,
nicht gehandelten Posten bringt eine Scheckentnahme auf die
Auslandsbank für Rechnung eines Lorokunden mit sich. Wir
haben ihn bereits (S. 80-81) wiedergegeben.

Während die nicht gehandelten Posten in zwei Währungs-
buchungen zerfallen, die sich auf Devisenkonto ausgleichen, zer-
fallen die gehandelten Posten in eine Markbuchung über Fremde-
Wechsselkonto und in eine Devisenbuchung über Devisenkonto.
smtteth diesen beiden Buchungen haben wir streng zu unter-

eiden.

Das Fremde-Wechsselkonto wird für alle Käufe belastet, und
für alle Verkäufe erkannt. Es umfaßt die Markgegenwerte
aus allen Währungen. Seinem Charakter nach ist es ein Be-
standserfolgskonto. Über das Devisenkonto s. S. 79.

\Zum Hall 1, erläutert durch Schema 1 S. 93, wäre folgendes
zu bemerken:

a) Markbuchung:

Für den Gegenwert der verkauften s 100.9 wird der Kunde
André auf seinem Kontokorrentkonto belastet, das Fremde-
Wechselkonto dagegen erkannt. Buchung in der Mark-Primanota.

b) Währungsbuchung:

Die verkauften $ 100.0 werden dem Kunden André auf seinem
Währungskonto (Loro) gutgeschrieben. Das Devisenkonto wird
dafür belastet. Buchung in der Währungs-Primanota-Loro.

Beim Abschluß handelt es sich darum, die Devisensaldobeträge
der Währungskonten-Loro und Nostro in Mark umzurechnen und
die Markgegenwerte der einzelnen Währungen kontenmäßig auf
die Bilanz zu übertragen. Das geschieht durch einen fingierten
Kauf der Guthaben auf Lorokonto und Verkauf zum Ausgleich
der Sollsalden auf Nostrokonto (s. Schema 2 Form. 70).

Die Währungsbeträge der Währungs-Lorokonten (Habensalden)
werden verbucht: Per Währungskonto-Loro an Devisenkonto; die
der Währungs-Nostrokonten: Per Devisenkonto an Währungs-
konto-Nostro. Mit diesen zwei Währungsbuchungen (für jede
Währung zwei Buchungen) sind gleichzeitig die Währungskonten
~ sie werden ja per Saldo übertragen — und das betreffende
Devisenkonto ausgeglichen. Dieses zeigte bisher als Saldo den
eigenen Bestand. Dieser ist aber unter der Annahme, daß alle
Besstandswechsel und Schecks verbucht sind, gleich der Differenz
aus Loro- und Nosstrokonten. Werden nun die Salden dieser bei-

$4
        <pb n="112" />
        Die Devisenabteilung. j
den Konten auf Devisenkonto übertragen, so bewirkt ihre Diffe-
renz dort den Ausgleich auf der schwächeren Seite.

Siehe F-Devisen- und Währungskonten (Form. 70).

Saldo des Loro-Kontos . Haben L 100.9. s .(In der Praxis Summe der
.“ r “lisstro- = Ro :. : 144; KIU { HU geen. weil. metrere
j „ Devisen- q, . Haben F AM. 7.11

Diese £ 44.7.11 im Haben des Devisenkontos gleichen sich aus

durch die Habenbuchung von £ 100. . und die Sollbuchung von

L 144.7.11, wofür die Währungskonten zum Ausgleich belastet

bzw. erkannt werden.

Noch fehlen zu diesen fingierten Käufen und Verkäufen die
Markbuchungen. Das Fremde-Wechselkonto wird, wie üblich,
für die Käufe belastet, für die Verkäufe erkannt. Es übernimmt
die Habensalden der Lorokonten, in Mark umgerechnet, und
überläßt den Markgegenwert in Höhe der Sollsalden-Nostro.

Um die Gegenbuchungen zu diesen Markbuchungen vornehmen
zu können, ist die Einschaltung von besonderen Abschlußhilfs-
konten nötig. Diese sind das Devisen-Abschlußkonto-Loro und
das Devisen-Abschlußkonto-Nostro. Das erste wird (wie im Konto-
korrentkonto) erkannt für die beim Abschluß fingierten Ver-
käufe der Habensalden sämtlicher Währungen (Loro) und über-
gibt dann die gesammelten Markbeträge in einem Saldo an die
Schlußbilanz. (Passiva, denn die Bank schuldet den Lorokunden.)

Das Devisen-Abschlußkonto-Nostro wird in Mark dafür belastet,
daß den Debitoren auf Währungskonto-Nosstro die Währungs-
beträge in Höhe ihrer Sollsalden zum Zweck des Abschlusses über-
lassen wurden. Es überträgt die Summe der Markgegenwerte
sämtlicher Währungen (Nostro) auf die Schlußbilanz. (Aktiva,
weil Forderungen der Bank an die Auslandskorrespondenten.)

Auf dem Fremde-Wechselkonto ist durch die Übernahme der
Bestände der Loro- und Nostrokonten der eigene Bestand per Saldo
berücksichtigt (Form. 70 Fremde-Wechselkonto Soll E 100.1.
= .6 1889.09, Haben £L 144.7.11 = M 2727.60. Nunmehr kann
auch das Fremde-Wechselkonto abgeschlossen werden. Es weist
als Saldo Gewinn oder Verlust aus und wird ausgeglichen über
Verlust- und Gewinnkonto. Sein Gewinnsaldo stellt den Gesamt-
gewinn aus sämtlichen Währungen dar. Dieser muß gleich sein
der Summe der Gewinne in den einzelnen Währungen, wie sie
sich aus der Nettospalte „Fremde-Wechselkonto“ im Skontro der
betreffenden Währung errechnen.

QO
        <pb n="113" />
        10, B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
Gesamtgewinn laut Fremde-Wechsel-Kkonto ./ 241.45
Gewinn laut Pfundskontoe #} 25855293n
; „. Dollar- ,, u. 13.65
; u |. Francs- ,, „ 202.45 Al 241.45

(NB. In diesem Gewinnbetrag sind unabgeführte Stempelge-
bühren enthalten, von deren Abbuchung aus Gründen der Deut-
lichkeit abgesehen wurde.)

e. Andere Formen in der Deovisenbuchhaltung.

Es ist bemerkenswert, daß sich in den verschiedenen Bankbetrieben
hinter denselben Kontennamen ganz verschiedene Kontenarten verstecken.
Der Betrieb, von dem wir ausgingen, bezeichnet als D e vis enk onto
jenes e ine Konto, das bei sämtlichen Währungsbuchungen angerufen
wird. Andere Betriebe haben dieses Konto aufgeteilt in ein Konto für
gehandelte Währungisbeträge, das Devisentkonto, und
in ein Konto für nicht gehandelte Währungsbeträge,
das Währung sz wischenk ont o. Wieder andere Betriebe zeigen
dieselbe Zweiteilung der Konten, nur ist bei ihnen das Devissenkonto
das Konto für die nicht gehandelten Posten; das Konto für die gehan-
delten Posten nennt man dann D evisenarbitrag ek ont o. Die
zweite Art der Buchung und Kontenbezeichnung erscheint als die trefflichste.
In der Verschiedenheit der Namengebung liegt eine unnötige Verwor-
renheit und Willkür. Sie läßt aber erkennen, daß die Entstehung der
Buchungsformen aus dem Betriebe heraus erfolgt. Selten wird das
Schema eines fremden Betriebes übernommen.

Viel einfacher noch verbuchen die Devisenabteilungen, die sowohl die
M ark- wie die Währungsbuchungen über ein und das-
s elbe Konto laufen lasssen. Sie bezeichnen dieses Konto entweder
als D e vis enk onto oder als Fr em d e- W echs e l- oder Kur s -
w echselk onto. Es tritt an die Stelle des Währungszwischenkon-
tos, des Devisenkontos im Sinne des Devisenhandelskontos und
des Fremde-Wechselkontos im Sinne unserer Beispiele. Nicht ge-
handelte Posten gleichen sich dort aus. Alle Währungsposten werden
à .A6 1.– in Mark umgerechnet. Beim Abschluß werden die Wäh-
rungskonten à A6 1.9 über dieses Kurswechselkonto ausgeglichen. Die
eigenen Devisenbestände sind natürlich zum vollen Kurswert einzusetzen
und können direkt an die Bilanz weitergegeben werden. Die Devisen-
abschlußkonten werden dadurch überflüssig. Der Saldo des Kontos ist
dann Verlust oder Gewinn. Die Ausfsschlüsse über den Stand bei den
einzelnen Währungen, die bei der dargestellten Buchhaltung das De-
visenkonto bietet, sind hierbei lediglich aus dem Skontro zu holen.

Rechnet man bei den Währungsbuchungen nicht zu \s6 1.9 oder zu
einem Stand ar d-Kurs um, so sind beim Abschluß Differenz-
aus gl ei ch s bu q ung en zum Ausgleich der Markspalten in den
Währungskonten vorzunehmen. Von dieser Methode ist man nahezu
völlig abgekommen.

Das D evisen aus g le ichs k ont o wird bei vielen Banken nicht
geführt. Es ist vor allem für die Banken an Börsenplätzen typisch, die

DM)
        <pb n="114" />
        Die Coupons- und Sortenabteilung. 101
mit ortsgleichen Banken viele Börsengeschäfte in Devisen abschließen.
überhaupt ist der ganze Aufbau der Devissenabteilung und ihr Buchungs-
apparat ein anderer, je nachdem ob vorwiegend mit Banken oder mit
Privatkunden Geschäfte abgeschlossen werden, ob es. sich um eine Bank
am Börsenplatze oder eine Provinzbank handelt.

Die Einteilung in M ark- und W ä hrung s- Prim a n ot en wird

am meisten getroffen, nicht immer aber die Unterteilung in W ährung s -
O oro und Wä hr un g s- N o st r o. Die Mark-Primanota enthält häu-
fig Spalten für Courtage, Provision, Stempel und Spesen und wird oft
gegliedert in E in- und Au s g ang s- Primanota oder (und) in
Primanota. für Sches, für Tratten und für Wäh-
rungsk onto- Kauf und V erk auf. Dort, wo die Skontren nicht
mit der hier gezeigten Ausführlichkeit gebucht werden, besonders da,
wo man sie nicht rechtzeitig führt, müssen besondere Kontroll-
b og en eingerichtet werden, die man am besten in Währung s-
bogen für nicht ge hand e lte und Dev isenbogen für ge-
handelte P oste n trennt. Der Währungsbogen kann dann für sich
abgestimmt werden. Er muß sich in Ein- und Ausgang ausgleichen. Der
Devisenbogen ist täglich unter Vortrag des Bestands' mit dem Positions-
houtrotteuch abzustimmen - falls er für jede Währung getrennt ge-
ührt wird.
f hrt 2 Positi ons kontroll buch seinerseits kann so geführt sein,
daß es nicht nur eine genaue Abstimmung mit den einzelnen Händler-
beständen ermöglicht, sondern auch eine tägliche, getrennte Abstimmung
mit Währungskonto-Loro und Währungskonto-Nostro. In diesem Fall
muß es alle Devisenbuchungen aufnehmen, die am gleichen Tag durch
die Währungs-Primanoten gehen. Das kommt nur für mittlere Devisen-
abteilungen in Betracht. Manchmal übernehmen die Währungskonten
die Kontrollfunktion des Skontros, bzw. des Kontrollbogens. Das gilt
vor allem für Währungs-Nostro.

In der Regel bucht das Positionskontrollbuch nur gehandelte Beträge
und diese nach den Händlerzetteln. Die Erstschrift der Händlerzettel geht
stets als vorläufige Bestätigung an den Kontrahenten. Nach dem
Händlerzettel muß an verschiedenen Stellen gearbeitet werden. Ge-
schieht es nicht so, wie wir eingangs berichteten, daß eine Anzahl
Durchschläge angefertigt werden (für Skontro, Abrechnung, Positions-
kontrollbuch), so wird die Arbeit verzögert und gehemmt.

VI. Die Coupons- und Sortenabteilung.

Geschäfte in Coupons und Sorten werden oft in einer Abtei-
lung abgewickelt. Diese Zusammenfassung entspricht dem meist
geringen Umfang der beiden Geschäftsarten. Auch die enge Ver-
wandtschaft des Handels in ausländischen Coupons und in Sor-
ten gibt Veranlassung zu dieser Kombination.

1. Die Couponsabteilung.

Sie besorgt die Einlösung von fälligen Zins- und
Dividendenscheinen, die Einziehung von ausgelo-
        <pb n="115" />
        102 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. _
sten, zur Rückzahlung fälligen Wertpapieren und den
An- und Verkauf von V alutencoupons. Der Zinsschein
und der Dividendenschein sind Legitimationspapiere, die
den Inhaber zum Empfang des aufgedruckten Zinsbetrages bzw.
der auf den einzelnen Gewinnanteilschein entfallenden Dividende
legitimieren, ohne daß die Bank zur Nachprüfung der Rechtsan-
sprüche des Couponsinhabers verpflichtet wäre.

Zu unterscheiden ist die Verbuchung der effektiven Zinsscheine
und die Verbuchung der umgesetßten Markbeträge. Beide Ver-
buchungen sollen, da sie nebeneinander herlaufen, in ihren Be-
ziehungen zueinander dargestellt werden.

Wenn ein Kunde Valutacoupons mit der Bitte um Verwertung
und Gultschrift übersendet, so wird er für die übersandten Zins-
sche ine auf Coupons-Separat-Depotkonto erkannt. (Belastung
dieses Depotkontos beim Verkauf bzw. bei Auslieferung.)

Der V erkaufsauftrag geht an den (Coupons- und Sorten-)
Händler, der den Auftrag an den Makler weitergibt. Vom
Händler oder einem anderen Beamten der Couponsabteilung
wird über An- und Verkauf ein P ositio ns buch geführt.

Formular nr. 15s. Positionsbuch für Coupons
Ankauf (schwarz) Franzosen-Coupons
. LI wg ls
26. 10.[1Baß &amp; Herz Zentr.- | 18 [ frs. 234.25 | [377. 10.27. 10.
ctvie Div.
Formular Nr. 76.
tzziiiil iii; Mexikaner-Coupons (rot) Verkauf
ez sn Hahler Gattung z Lash. Betras ) se; fei.
26. 10.1 E. Roth Simon Mexikaner —.21 3.15 J 10000.~ 26. 10.26. 10.27. 10.

Voi
" ic Zi
        <pb n="116" />
        Die Coupons- und Sortenabteilung. 103

Nach erfolgtem Verkauf wird der Händlerbogen ausge-
schrieben; eine Durchschrift davon geht an die Couponskasse.

Formular Nr. 77. Händlerbogen
(rot) Verkauft am 26. 10.
Stempel ever. Name Betraq Effekt Kurs Bemerkungen
re]pond. |
K. Hopf frs. 478.50, Zentral-
Europ. Ldbk.
Divid.

Die Aufgabe der Couponskasse besteht in der ordnungs-
mäßigen Durchlieferung sowohl der gehandelten als auch der nur
zur Einlösung eingereichten Coupons und verlosten Stücke. Zu-
gleich liefert sie die Buchungsgrundlagen. Die Couponskasse hat
an Hand des Händlerbogens zu kontrollieren, ob die effektiven
Coupons abgeliefert worden sind. Die Bestimmung über Ver-
wendung der vorhandenen Bestände und über Depotentnahmen
steht der Couponskasse nicht zu; sie teilt die effektiven Coupons
nur auf Grund von Belegen des Positionsbuchführers zu, dem die
Anordnung und Überwachung der Lieferungen obliegt.

Außer den gehandelten Posten laufen durch die Couponskasse
auch alle nicht gehandelten Posten. Die Couponskasssse stellt über
jeden bei ihr eingereichten Posten eine Nota aus, die zweifach
durchgeschrieben wird; jede Durchschrift trägt die Nummer der
Originalnota. Erfolgt die Regulierung durch die Kasse, so erhält
der Einreicher das Original; die 1. Durchschrift ist Auszahlungs-
anweisung und Beleg für die Hauptkasssse; die 2. Durchschrift dient
der Erstellung der Couponsprimanota. Erfolgt die Abrechnung
über Konto, so dient ebenfalls die Durchschrift als Primanota-
beleg.

Die von der Tresorabteilung vom Wertpapierbesitz der Kund-
schaft getrennten Coupons werden in einem Sammelpossten der
Couponskasse übermittelt, welche eine Gutsschriftsnota zugunsten
des Tresorcouponskontos erteilt. Die Depotcouponsgutschrift (Un-
terabteilung des Sachdepots) besorgt ihrerseits die Gutschrift
der detachierten Coupons bzw. verlosten Effekten zu Lasten dieses
Zwischenkontos.

MH 18
        <pb n="117" />
        104 B. Die Buchhaltung _in den Betriebsabteilungen. Die Coupons- und Sortenabteilung. !
E:tzzzlar tir: fs: Coupons- Primanota
îol. . . . Eingang Per Coupons-Konto den 26. Oktober 1925.
te | § |2.. f E 2 [ 725 '§ 5.8 | Pro- Pro- [z. § | 3§ |8 f&gt; zr §  § | és
Haben fs § [12.4 été ttt § ts|etion cifon [porte l | E §2 Val. | #S tt ] it | | S | S DS
&gt; 2 |428 222|e rs [. s§ "!. . fs | 23 125% [22-0 | &amp; | S | §#2
Deutsche Bank, Ffm. M 160.- 2.20 _ 160.n. 160.20 _
Arthur Feist, Zentral-Europ.
Lôbk. Divid. : | 234.25 | 17!, [ Z| 26. | .
Filiale Mainz '“ [1020.--- | [1020.09 || 27. [1020.
|
Formular Nr. 79.
gl! Sorten- kassenbuch Haben
Datum] Name Ort frs. t , hi. | Fol. Datum)] Name Myrt fr. hf. ] L [Sol.
Übertrag 732. | 311.20 | 346.40 (36.158. Übertrag 385. | 210..- [ 175.50 f.
13.11. b Vogel Ffm. 70 | | 13. 11. F. Schmit. Fsîm. 270.9 |
13. 11. IK. Werner _ Oberursel 5. . 15.11. „Veritas“ : ] | 52.—
, . 13. 11. Bestand 77.0 | 171.20 | 118.90 |16. 6.-
_ 732. [ 381.20 | 346.40 \.15.~ D 732. | 381.20 | 346.40 [4.15.—
Formular Nr. 80.
Soll Sorten-Primanota vom 25. 9. 19 . Haben
Reichsmark Fremd-Währung — | Fremd-Währung _ Reichman..
S &gt; 1 |.2 [2 z » s h § | © 5 | &amp;  ~ g
;? § tr Pie fers. | 6 | e 15 S| Eztt §.. â l.e| 6 mM Ê | f t ;
A [ n Z, Uto.. [Z ; | '8 | | 8f | | Z F. [ f
422.10 4,211 Jos. Birchinger, Ffm. 4' 100 Noten Ö 100.– |421.:&gt; ~.75] 1.25[.10
57.45 A.Kurz, Neuisenburg LI. . ~ 19,15| 56.60 I50 77.25|+.10
50.99 [505.-~ | , G. Fischer, Ffm. frs. 505.9 18 ' tf [sd! z).
[137.90 ' 166 JI. W. Kreifel, Ffm. hfl. 82.5 ß [137.80 Tja

105
l
        <pb n="118" />
        Iur! B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. _
Die Couponskasse führt ein Kassenbuch mit laufenden Ein- und
Ausgängen (vgl. Sortenkassenbuch Form. Nr. 79 S. 104, das täg-
lich mit der Primanota abgestimmt wird. Der Bestand im Kassen-
buch muß gleich dem effektiven Bestand sein.
Die Couponsprimanota ist oft in Eingangs- und Ausgangspri-
manota aufgeteilt (vgl. Form. Nr. 78).
Bei entsprechendem Geschäftsumfang werden auch diese beiden
Primanoten noch zerlegt in eine solche für Kontokorrent, für Ban-
ken, für Filialen usw. Die Spalte Konto-Ausgleich bezieht sich
auf das Kassenkonto; die hier verbuchten Beträge sind durch
die Kasse reguliert worden.
Auf Grund der Couponsprimanota erfolgen die überträge auf
die angezogenen Konten und auf das Couponsskontro. Das Cou-
ponsskontro wird entsprechend der Primanota gegliedert. Für
jede der drei Gattungen: Markcoupons, Valutacoupons, verloste
Effekten wird ein eigenes Skontro geführt. Das Valutacoupons-
skontro wird dabei in vielen Banken noch in die einzelnen Wäh-
rungen zerlegt. Dadurch wird erreicht, daß eine Bestandsabstim-
mung auf die tatsächlichen Valuten zurütgreifen kann und die
Übereinstimmung mit dem Couponskassenbuch gegeben ist, welche
bei den Markcoupons und verlosten Esfekten durch die Überein-
stimmung von Noaminalbetrag und Skontromarkbetrag an sich
Formular Nr. 81. Mark-Coupons-Skontro
Fol. | Soll Text Dat. . Dat. Text Haben | Fol..Io
_ A 61 839.- Übertrag Übertrag AM 55 013.0
12 „ 6s70.~ Sil. München)31. 10. ;1 180% Berlin „ 5 009.09 25 ?!
12 , 120.— Depositenk. C|31. 10. 31. 10. Bestand Eu 2 207.—
T 62829. : | f A 62829.
Formular nr. 82. ranzosen-Coupons-Skontro
Dat. Fol.| Tet fre Z. M Dat. |Sol.] Text frs. .
. lÜbertras 21650.9 3788.75 Übertrag 20997.50 3782.500.!
31.10. 12 ü. Brendel] tus z! .sst. 10. Bestand qs 159.600.1
31. 10. Rursgew. 112.40 ]
‘v. 21884.25 _ 3942.15 &gt; 21884.25 _3942.121.

n0§
        <pb n="119" />
        _ Die Coupons- und Sortenabteiun. 107 e)
D' û h]: ro
besteht. Ein Auseinanderziehen der Markcoupon WU œLihligthek D
Effekten in Unterskontren (Staatsanleihecoupons, ( Äß]igctionen: I
coupons, Dividendenscheine usw.) ist heute in der râris s tens -
mehr üblich. E Ñ
2. Die Sortenatteilun g:

Sie befaßt sich mit Geldwechselgeschäften in ausländischen Noten
und Sorten (Münzen). Seit der Markstabilisierung hat das
Sortengeschäft an Bedeutung sehr eingebüßt. Eine Barregulie-
rung der zwischen In- und Ausland bestehenden Verbindlichkeiten
findet fast nur im Grenzverkehr und auch dort nur in geringem
Umfange statt. Der internationale Reiseverkehr ist die wich-
tigste Grundlage für das Sortengeschäft. Es werden Valuta-
beträge angekauft, die von Geschäfts- oder Vergnügungsreisenden
mit ins Inland gebracht werden, oder es werden Sorten ab-
gegeben, die für eine Reise von kurzer Dauer ins Ausland ge-
braucht werden. Selten werden große Summen umgesetzt. Han-
delt es sich um einen größeren Bedarf an Auslandsvaluta für
längere Reisen, so tritt an die Stelle des Sortenankaufs ein
reines Devisengeschäft (Kreditbrief, Traveller-Schecs usw.). Die
von der Kundschaft gekauften oder verkauften Sorten werden
entweder zum amtlichen Kurs zuzüglich bzw. abzüglich Courtage
und Provision abgerechnet, oder es wird ein Nettokurs verein-
bart, der Courtage und Provision in einer kleinen Marge
gegenüber der amtlichen Notiz berücksichtigt. Für den Handel
in Münzen werden oft wegen ihres nicht einheitlichen Edel-
metallwertes, wegen der größeren Versandspesen und eventuell
wegen des begrenzten Annahmezwanges eigene Kurse (per Stück
oder per 100 Einheiten der fremden Währung) zugrunde gelegt.

Der Buchungsgang in der Sortenabteilung ist dem in der Cou-
ponsabteilung ähnlich. Der Couponshändler ist bei vielen Banken
zugleich Sortenhändler und führt den Börsenbogen und das Po-
sitionsbuch für Sorten. Ebenso sind Coupons- und Sortenkassse oft
miteinander verbunden. Der Verkehr in effektiven Sorten und
die Markregulierung wird in gleicher Weise wie der Coupons-
umsatz gehandhabt.

Das Sortenkassenbuch (Form. Nr. 79) wird täglich mit dem
effektiven Bestand und der Sortenprimanota abgestimmt. Nach
erfolgtem Abschluß wird der Bestand vorgetragen.

Die als Beispiel gebrachte Sortenprimanota (Form. Nr. 80) un-
terscheidet sich von der im vorigen Abschnitt gebrachten Coupons-
        <pb n="120" />
        108 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. Die Kontokorrentabteilung.
Soll Sorten-Skontro Amerika Haben
a ben

Übertrag EW 27395.100 | 47.-  iertrag s z ,, [24967.40 | 57.90 .

r ur. %w gc@Zz:ls. u » 39.9. §. Hürnhofer § ers Ä: 120 ' f 1-
. 30. 9. J. Muntkker . 91.—) 4,20!/,1 382.65
30. 9. Bestand 458.50| 4,20 1925.70

s Gera Fs; | 47.75 ] ZU r§yst 27989.85) | 58.90

K ursgewinn 50.20. | ] . .

I 6650. | 27989.851) | 47.75 6650.-- | |27989.85]| | 58.90
primanota (Form. Nr. 78) insofern, als Eingangs- und Aus- In kleineren Bankbetrieben wird die Gesamtheit aller Personen-
gangsprimanota hier nicht getrennt sind. Die Spalten der Fremd- konten durch zwei Hauptbuch- (Sach-) Konten vertreten: Konto-
währungen kann man ebenso wie die Reichsmarkkonten je nach korrentkonto und Konto Nostro einschließlich Zentrale und Filia-
Bedarf vermehren. Die obige Primanota enthält nur Verrech- len. Weitere Teilungen im Hauptbuch können zu einer Un-
nungsposten, für Kassenposten besteht also hier eine eigene Prima- tergruppierung des Kontokorrents in ein Depositenkonto, Scheck-
nota. konto und eigentliches Kontokorrentkonto führen. Die Führung

Für jede fremde Währung wird ein eigenes Skontro geführt von nur einem Kontokorrentkonto im Hauptbuch bringt den Vor-
(Form. Nr. 83). teil der Vermeidung von Kontenverwechslungen in der Prima-

Der Skontrobestand muß, wenn aufgebucht ist, mit dem Bestand nota; freilich werden dadurch die Vorteile der Gliederung der
des Sortenkassenbuches und dem effektiven Bestand übereinstim- Personenkonten aufgegeben. In einer Großbank kommen für
men. Die Spalte Provision besitzt nur Bedeutung für die Fest- den Kundenverkehr als weiteste Gliederung folgende Sammelkon-
stellung des Provisionsverdienstes auf Sorten, die Verbuchung ten des Hauptbuches in Betracht:
selbst erfolgt auf dem Provisionskonto. ] iv Verdehr mit Prioatk unden:

; FAI. Die Kontokorrentabteilung. z turen t y (Spareinlagekonto), ]
1. Die Konten des Personenverkehrs im Hauptbuch 2. Scheckkonto,
und ihr Charakter. 5. Darlehnskonto (Lombardkonto),

Bei sehr engem Kundenkreis können die einzelnen Konten der 4. Kontokorrentkonto.
Geschäftsgläubiger und Schuldner als Hauptbuchkonten geführt : :
werden. Das ist bei den Banken infolge der Vielzahl ihrer Kun- b) Konten im Verkehr mit Banken.
den und Korrespondenten unmöglich. In der Bankbuchhaltung 1. Zentralekonto,
muß, wie in der Buchhaltung der meisten kaufmännischen Betriebe, .’. Filialenkonto,
das Hauptbuch dadurch entlastet werden, daß die einzelnen Per- ». Noten- und Abrechnungsbankenkonto,
sonenkonten (lebende Konten) gesondert geführt und im Hauptbuch 4. Inlandsbankenkonto,
zu einem oder mehreren Sammelkonten zusamengefaßt werden. 5. Auslandsbankenktonto.

tnc
0)rt
it Ori
        <pb n="121" />
        110 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

Über den Charakter dieser Konten kurz das folgende:

Auf Depositen- und Sch e &gt; k ont o werden nur solche Kun-
den geführt, die grundsätzlich „aus Guthaben arbeiten“. Das D e-
positenkonto dient dem Verkehr mit Kunden, die Spareinlagen
machen, aber nicht den Scheck- und Überweisungsverkehr pflegen.
Der Kunde erhält ein numeriertes Kontogegenbuch (Sparbuch), in
dem die ein- und ausgezahlten Beträge notiert werden. Die Soll-
seite führt der Kunde, die Habenseite die Bank. Oft wird
das Kontobuch wie bei den Sparkassen, in Staffelform geführt.
Die aufgelaufenen Zinsen werden dem Depositenkonto am Schluß
jedes Semesters gutgebracht.

Der Kunde, welcher auf Sche&gt;k onto Guthaben unterhält,
verfügt darüber durch Schecks und Überweisungen, weniger durch
Barabhebung. Im allgemeinen hat er keine oder nur eine geringe
Provision (aus Umsatz) zu zahlen (provisionsfreie Scheckkonten).
Spesen für Scheckformulare werden am besten gleich bei Aushän-
digung, sonstige Spesen und Porti beim Abschluß berechnet. Der
Bruttogewinn der Bank im Verkehr mit Depositen- und Scheck-
kunden besteht in der Spanne zwischen dem zu gewährenden Pas-
sivzins und dem erzielten Aktivzins.

Darlehnskonten (Lombardkonten) werden für Kunden ge-
führt, die bei der Bank Kredit gegen Lombardierung von
börsengängigen Wertpapieren genießen. Die Inhaber der Dar-
lehnskonten bleiben als solche stets Debitoren. Da der ihnen ge-
währte Kredit meist zeitlich begrenzt ist, haben sie, falls keine
Rreditverlängerung gewährt wird, zur gesetzten Frist auszu-
gleichen.

Das Kontokorrentkonto ist für solche Kunden bestimmt,
die durch die Bank alle Arten und womöglich ihre gesamten Geld-
und Börsengeschäfte erledigen lassen und dabei vorübergehend
Bankkredit in Anspruch nehmen. Die Salden dieser Konten können
zwischen Soll und Haben wechseln. Der Kontokorrentkredit soll im
allgemeinen nicht den Charakter eines Dauerkredits haben, son-
dern nur zur Überbrückung der Zeiten besonderer geschäftlicher
Anspannung dienen. Das Kontokorrentkonto umfaßt also Kredi-
toren und Debitoren. Seine Rechtsgrundlagen sind gegeben in
§§ 355357 HGB.

Im Verkehr mit Privatkunden kann man sonach unterscheiden:

a)reine Kreditorenkonten (Depositen- und Scheck-

konten),
        <pb n="122" />
        Die Kontokorrentabteilung. ii!

b) reine Debitorenkonten (Lombardkonten),

c) Kreditoren- und Debitorenkonten (Kontokorrent-

konten).

Das Z entralekonto, geführt bei Filialen, nimmt die
Buchungen aus dem direkten Geschäftsverkehr zwischen Filiale
und Zentrale auf, ferner die Buchungen aus dem Verkehr mit
befreundeten Banken, die nur bei der Zentrale ein Konto unter-
halten.

Beispiel: Der Barmer Bankverein Filiale Frankfurt steht
mit der Discontogesellschaft, Filiale Eßlingen in Gesschäftsbezie-
hungen, unterhält jedoch dort kein direktes Konto. Er schickt einen
Scheck über .16 5000.00 auf die Discontogesellschaft, Filiale Eß-
lingen dorthin zur Gutschrift „auf unser Konto bei Ihrer Zen-
trale Berlin“.

Eßlingen bucht:

Per Scheck-Aussteller an Zentrale Berlin

wegen Barmbank Frankfurt a. M. AM 9000.~

Zentrale Berlin bucht:

Per Fil. Eßlingen an Barmbank Frankfurt a. M. /_ r

Barmer Bankverein Fil. Frankfurt bucht:

Pet vrzz1 1:2.) 2)5w..:4, y 500

q 1 in L::

Das Filialekonto, geführt bei der Zentrale, hat die gleiche
Funktion wie das Zentralekonto bei den Filialen. Bei größeren
Filialen werden auch Konten der Schwesteranstalten geführt. Sie
werden wie das Zentralekonto behandelt.

Über das Inlandsbankenk onto laufen die Buchungen
aus dem Verkehr mit befreundeten Banken (Korrespondenten) in
laufender Rechnung. Während des Geschäftsjahres werden diese
Konten nicht in Bankdebitoren und Bankkreditoren geschieden,
da das Kreditverhältnis zu den Korrespondenten dauernd wechseln
kann. Wohl aber werden bei Aufstellung der Tages-, Monats- und
Jahresbilanzen die Bankguthaben und die Bantkverbindlichkeiten
gesondert ausgewiesen.

Die Führung eines besonderen Auslands bankenkontos
im Hauptbuch ist nur dort am Platze, wo ein starker Verkehr mit
fyslgntsinstituten besteht. (Darüber einiges im folgenden Ab-

nitt.)

Die Noten- und Abrechnungskonten sind untergeteilt
in Reichsbankgirokonto, Postscheckkonto und eventuell noch Konto

f
u..
        <pb n="123" />
        t12 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

einer weiteren Noten- oder Abrechnungsbank. Sie sind unverzins-
lich und müssen ein nach bestimmten Maßstäben der Rechnungs-
legerin normiertes Mindestguthaben aufweisen; andernfalls blei-
ben Überweisungsaufträge mangels Guthaben unausgeführt, oder
die Verbindung wird gelöst.

Die Eingänge auf Reichsbankgirokonto bestehen aus Über-
weisungen Dritter zugunsten der Bank und der Bankkunden, aus
Wechseldiskontierungen, Devisenverkäufen, Einlösung von Cou-
pons und verlosten Staatspapieren, Einlösung von bei der Reichs-
bank zahlbar gestellten fremden Akzepten zugunsten der Bank usw.,
die Ausgänge umfassen Verfügungen durch Bar- oder Verrech-
nungsschecks, Überweisungen, Devissenkäufe usw. Ferner über-
nimmt das Reichsbankgirokonto täglich den Saldo aus dem Ab-
rechnungsverkehr (Clearingverkehr).

2. Die Gliederung der Kontokorrentbuchhaltung.

Die zahlreichen Personenkonten, die in einer besonderen Konto-
korrentabteilung geführt werden, müssen aus Gründen der Klar-
heit, Arbeitsteilung und Fehlerkontrolle den beson-
deren Verhältnissen der Bank entsprechend in gleichartige Gruppen
aufgeteilt werden.

Bei Banken mittlerer Größe sind die Personenkonten in der
Kontokorrentbuchhaltung getrennt in zwei Grundabteilungen:

A. Kundenabteilung,

B. Bankenabteilung (Konto Nostro einschließlich Zentrale

und Filialen),
oder in drei Grundabteilungen:

A. Kundenabteilung,

B. Zentrale- und Filialabteilung,

T. Bankenabteilung.

Betriebsbilanz und Kapitaldisposition erfordern eine Trennung
in Loro- und Nostro konten. Lorokonten s ind solche, die die
Geschäftsfreunde bei uns unterhalten, Nostrokonten solche, die wir
bei unseren Geschäftsfreunden unterhalten. Die Bezeichnungen
stammen aus dem Verkehr mit Auslandsinsstituten. Unter-
hält eine Bank ein Frankenguthaben bei der „Züricher Bank“, so
bezeichnet sie das Konto: „B ür icher Bank, Franken-Konto
N o st r o". Rechnungseinheit ist der Franc, Rechnungslegerin die
Züricher Bank. Umgekehrt, unterhält die Züricher Bank bei
unserer Bank zur Erledigung ihrer Geschäfte in Deutschland ein
Markguthaben, so wird dies geführt unter „Züricher Banktk,
        <pb n="124" />
        Die RKontokorrentabteilung. 113
Konto Loro“. Rechnungseinheit ist die Mark, Rechnungs-
legerin unsere Bank. Die Bank, welche um Eröffnung eines Kon-
tos bittet, wird Kunde bei ihrem Korrespondenten. Dieser (Rech-.
nungsleger, Kontoführer) erteilt die Aufgaben über Anschaffun-
gen, Gutschriften usw., bestimmt die Valutierung, berechnet die
Provision und erteilt den Kontoauszug. Die das Konto be-
antragende Bank trägt alle Risiken der Übermittlung im Über-
weisungsverkehr !).

Nostro- und Lorokonten werden auch zwischen Inlands-
instituten geführt, wenn etwa eine Provinzbank bei ihrer
Berliner Bankverbindung ein JKonto Nostro“ unterhält, wäh-
rend die Berliner Bank zur Erledigung ihrer Geschäfte in der
Provinz dort ein Konto führen läßt, das die Provinzbank als
„Berliner Bank, Konto Loro“ bezeichnet.

Bei jeder größeren Filiale wird ein „Z entrale-Konto
N ost r o" für Dispositionen der Filiale bei der Zentrale und ein
„Zentrale-Konto Loro" für Verfügungen der Zentrale bei
der Filiale (Scheckgutschriften, Überweisungsaufträge usw.) ge-
führt.

Auf Nostro konten im engeren Sinn werden die Eigen-
geschäfte des Betriebes verbucht, z. B. Effekten- und Devisen-
geschäfte für eigene Rechnung.

Die Konten des Kundenverkehrs sind immer Loro-
konten, die Abr echnungskonten (Reichsbank-, Notenbank-,
Postscheckkonto) immer Nosstrokonten, die Konten des
Bankenverkehrs können beides sein. Nach Loro und
Nostro unterschieden, entsteht folgende Gliederung der Personen-
konten:

1. Loroabteilung: 2. Nostro abteilung:
a) Konten der Privatkunden, a) Abrechnungsbankenkonten,
b) Zentrale- und Filiale-Loro- b) Zentrale- und Filialen-No-
konten, strokonten,
c) Inlands- und Auslandsban- c) Inlands- und Auslandsban-
ken-Lorokonten. ken-Nostrokonten.

Der Gliederung der Kontokorrentabteilung muß die Spalten-
einteilung der Primanota möglichst angepaßt sein. Der Abtei-
[ungsgliederung S. 112 würden zwei bzw. drei Spalten in der
Primanota entsprechen (siehe System I, S. 128).

!) Vgl. Bankbilanzen a. a. O. S. 74 ff.

Kalv eram, Bankbuchhaltung.
        <pb n="125" />
        114 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
Bei weitergehender Gliederung der Kontokorrentabteilung würde
die Primanota etwa folgende Spalten aufweisen:
I. Kontokorrentkonto; 8. Abrechnungsbankenkonto;
2. Scheckkonto; 9. Inlandsbanken:Nostro-
3. Depositenkonto; konto;
4. Zentrale-Nostrokonto; 10. Inlandsbanken-Lorokonto;
5. Zentrale-Lorokonto; 11. Auslandsbanken-Nostro-
6. Filialen-Nostrokonto; konto;
7. Filialen-Lorokonto; 12. Auslandsbanken-Lorokonto.
Die Konten unter 13 bilden die Grundabteilung A (Pri-
vatkundenabteilung), die Konten unter 4—7 die Grund-
abteilung B (Z entrale- und Filialabteilung), die Kon-
ten unter 8-12 die Grundabteilung C (Bankenabteilung).
Je größer der Betrieb ist, um so weitgehender kann und muß die
Untergliederung der Kontokorrentabteilung vorgenommen werden.
Eine allgemeine Regel läßt sich für diese Aufteilung nicht geben.
Die Gliederung muß sich den Bedürfnissen des jeweiligen Betriebes
anpassen. Das Snstem II S. 128 bringt eine Gliederung, wie Jie in
manchen Großbanken durchgeführt ist. Das Kundenkontokorrent-
konto zerfällt z. B. in eine Abteilung A für Firmen und B für
Private. Sowohl in A wie in B werden je fünf Bücher geführt:
A 1 und B1 für die Buchstaben A bis E, A2 und B 2 für
F bis K, A3 und B353 für L. bis R, A4 und B4 für S bis Z,
A5 und B5 für die Währungskonten von A1 bis A4 und
B 1 bis B4. In der Scheckkonten- und Depositenkontenabteilung
wird keine besonders starke Teilung nötig sein, da hier die
Konten weniger mannigfaltig und umfangreich sind. Das Zentrale-
Nostro- und das Zentrale-Lorokonto zerfallen in ein Konto Ordi-
nario und ein Währungskonto. Die Inlandsbanken-Nostro- und
die Inlandsbanken-Loroabteilung lassen sich gliedern in
A. Großbanken (D-Banken),
B. Aktienbanken,
C. Privatbanken,
D. Währungskonten zu A~C.
In der Auslandsbankenabteilung müssen Mark- und Wäh-
rungskonten getrennt sein.
        <pb n="126" />
        Formular Nr. 83. Konto pro Diverse.

1. Verbuchungs art: Sammelkonto.

Datum: Name: Gegenstand: | Wert: | Betrag: | Datum: Name: Gegenstand : | Wert: | Betrag:
1925 _ _
20./5. L. Rothenfelder îHBar 20./5. +200 [:. 29.19. L. Müller Ink.-Scheck 22/5.4 423 :
30./6. da Zins. u. Spes. 30.16. -+ 2 |(50. 3/6. F. Richter gel. Bücher] 31./5.| .600 |--

28.16. L. Rothenfelder Effekten 29./6. +175 |]
30./6. do. bar z. A.. ) 50./6.1.+ 27150 %
Ausgeglichene Posten werden angekreuzt. .
2. Verbuchun gs art: Einzelkonten.

Formular Nr. 84. L. Rothenfelder.

20./5. j) Bar Wert 20.150. .# 200.0 2228./6. Effekten Wert 29.166. M 175.9
30./6. Zins. u. Spes. „ 30.6, 1 2.50 30,6. bar p. S. &gt; 230.161 . 27.50

: '_202.50 . M 20250 =
Abschluß erfolgt sogleich beim Ausgleich.

Formular Nr. 85. L. Müller.

]] 25.15. Ink.-Scheck Wert 27./5. | . 423.9

Formular Nr. 86. F. Richter.

I | 3./8. | gel. Bücher Wert:. . 31./5. .|. ./ 600.... I§

W .
        <pb n="127" />
        1’o B. Die Buchhaltunggin den Betriebsabteilungen.
3. Das Konto pro Diverse.

Nach Snsstem Il wären 44 (bis 45) Bücher mit lebenden Kon-
ten von ebensoviel Buchhaltern zu führen. Jedem dieser Bücher
ist noch ein sogenanntes „Konto pro Diverse (K. p. D.) angeglie-
dert, über das die Buchungen des Geschäftsverkehrs mit solchen
Kunden und Korrespondenten laufen, die nicht in regelmäßigem
Geschäftsverkehr mit der Bank stehen, sondern nur ausnahmsweise
ihre Dienste in Anspruch nehmen, oder auch unaufgeklärte Posten,
wie eingegangene Überweisungen ohne Avis usw. Die Buchungen
laufen entweder über ein Sammelkonto pro Diverse, oder es wird
für jeden einzelnen der nur ausnahmsweise mit der Bank in Ver-
kehr tretenden Kunden ein kleines Konto errichtet.

Beispiele für K. p. D. des Kontokorrentkontos B3
(Private L bis R. Vergl. Snstem II S. 128 sowie Form. Nr. 83
bis 86 S. 115).

1. Ludwig Rothenfelder erhebt J6 200,7 gegen Hinterlegung
von Effekten. Er verkauft nachher einen Teil im ausmachenden
Betrag von JA6 175,11 und zahlt den Saldo einn

2. L. Müller gibt einen Scheck auf J 425,7 zum Inkasso;
Gegenwert auf K. p. D.

3. F. Richter hat der Bank Gesschäftsbücher geliefert. Der
Gegenwert (46 600,77) ist ihm laut Mitteilung auf K. p. D. mit
der Bitte um Verfügung gutgebracht worden.

Wünscht ein K. p. D.-Kunde mit der Bank in veschäftsverbin-
dung zu bleiben, so wird der Kontostand auf ein ueu zu errichten-
des ordentliches Konto übertragen.

Von der ersten Buchungsart ist dringend abzururen, weil sie
keine Übersicht und Zuverlässigkeit bietet. Jeder Buchhalter
hat auf den letten Seiten seines Buches eine Anzahl Namen
in bunter Reihe stehen. Einen bestimmten davon yerauszufinden
oder alle unter demselben Namen vorkommenden Posten schnell
und richtig herauszuziehen, ist eine schwierige, zeitraubende Ar-
beit. Solches K. p. D. ist das Schmerzenskind des Kontokorrents.

Die zweite Buchungsart ist durchaus vorzuziehen. Anstatt jedem
Kontokorrentbuch ein K. p. D. anzugliedern, kann man auch das
gesamte K. p. D. in der Hand eines Buchhalters zusammenfasssen.
Es erfährt dann eine einheitliche Behandlung.

4. Währungskonten.

Die Währungskonten werden normalerweise in der Konto-

korrentbuchhaltung geführt, dem Inhaber nach an die Unter-

..
.
        <pb n="128" />
        Die Kontokorrentabteilung. 117
abteilungen der Kontokorrentabteilung angegliedert und dort auch
unter Auszugerteilung abgeschlossen. Während der letzten Jahre
war diese natürliche Verbindung oft gelöst; die Währungsbuchhal-
tung war vielfach ganz oder zum Teil von der Kontokorrent-
buchhaltung abgetrennt und der Devisenabteilung zugeteilt. Die
Gliederung in Nostro- und Lorokonten ist bei den Währungs-
konten besonders bedeutsam. Die Nosstrowährungskonten stellen
das Auslandsguthaben der Bank bei ihren ausländischen Korre-
spondenten dar, die Lorowährungskonten das Währungsguthaben
der Kunden und befreundeter Inlandsbanken bei der Bank. Die
Loroguthaben ruhen jedoch sämtlich, zwar auf Namen der Bank,
aber für Rechnung und Gefahr des Lorokunden beim Auslands-
korrespondenten, so daß das dortige Guthaben der Bank bis auf
ihr eigenes dem Guthaben ihrer Kunden bei ihr entspricht.

Reicht z. B. der Kunde Dr. Karl Gramp der Discontogesell-
schaft Frankfurt einen Scheck auf Gulden 6000, - zur Gutschrift
auf Währungskonto ein, so sendet die Discontogesellschaft Frank-
furt den Scheck etwa an H. Albert de Bary, Amsterdam, zur Gut-
schrift und bucht:

Per Devisenkonto an Guldenkonto Dr. Karl Gramp

f. Scheck h. fl. 5000. -
Per H. Albert de Barn, A’dam an Devisenkonto

f. Rimesse h. fl. 5000.79

Alle Buchungen, die über Währungskonto laufen, erfolgen in
der Devisenvrimanota. (Vgl. die Verbuchungen in der Devisen-
abteilung, S. 79 ff.)

5. Buchungen auf zwei Personenkonten.

Der Verkehr zwischen den Personenkonten innerhalb des
Kundenkreises einer Bank verursacht außerordentlich zahlreiche
Buchungen. Eine Übertragung von einem lebenden Konto auf ein
anderes ist stets vorzunehmen, wenn Auftraggeber und Begün-
stigter gleichzeitig bei der Bank ein Konto unterhalten. Diese
Übertragsbuchungen werden meist von der Korrespondenzabtei-
[ung, in Ausnahmefällen vom Sekretariat oder einer anderen Be-
triebsabteilung veranlaßt.

Beispiel 1: Scheckkunde R. Stein gibt der Bank den schrift-
lichen Auftrag, auf das Konto L. Müller (Kontokorrentkonto)

-J6 5000,0 zu überweisen. Die Buchung lautet;
        <pb n="129" />
        Ii. B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
Per Scheckkonto [R. Stein]
an Kontokorrentk onto [L. Müller] A 5000.~
It. Auftrag v. 5. 10. 24.

Beispiel 2: Der Firma L. Müller werden durch unsere Zentrale
für eine Lieferung an die A.E.G. .s6 10 000.0 überwiesen.
Buchung:

Per Zentrale Berlin
an Kontokorrent [L. Müller] Aﬀ 10 000.2
wegen Überweisung A.E.G.

Entsprechend den drei Grundabteilungen in der Kontokorrent-
abteilung können drei Grundprimanoten für Übertragsbuchungen
geführt werden:

A. für den Kundenverkehr (Kundenprimanota);

B. für den Zentrale- und Filialenverkehr (Zentrale-

und Filialenprimanota);

C. für den Bank enverkehr (Bankenprimanota).

Die Hauptzahl der Buchungen wird auf die Kundenprima-
nota entfallen. In diese werden eingetragen:

a) alle übertrage zwischen zwei Kunden derselben Bank,

b) alle Lastschriften und Gutschriften auf Kundenkonten, die

über Zentrale-, Filialen- oder Bankenkonto vergütet werden,

c) alle Spesen und Gebührenbelastungen (falls sie nicht in

einer besonderen Wechsel-, Effekten-, Devisen- usw. Prima-
nota zur Verbuchung kommen), wie z. B. Belastungen für
Depotgebühren, Telegrammspesen usw.

Die Zentrale- und Filialenprimanota nimmt die
Buchungen des eigenen Verkehrs mit der Zentrale und den Fi-
lialen und die des Verkehrs zwischen der Zentrale und den
Filialen auf. In der Bank enprimanota werden die eigenen
Geschäfte mit befreundeten Banken sowie die Geschäftsfälle im
Verkehr zwischen befreundeten Banken und der Zentrale oder den
Filialen verbucht.

Beispiele:

Runde A überweist an Kunden B (beide haben Konto
bei der Bank) = KRKunden-Pr. Nr.

Kunde A wird für Spesen belastet = Runden-pr. Nr.

Filiale X überweist uns für den Kunden B - RKunden-Pr. Nr.

Kunde A läßt über Zentrale überweisen = Kunden-Pr. Nr.

8
        <pb n="130" />
        Die Kontokorrentabteilung. 119
Zentrale belastet uns für Inkassospesen = Zentrale-Pr. Nr.
Filiale X (bei uns Konto) läßt an Zentrale vergüten = Zentrale-Pr. Nr.
Wir belasten Filiale Y über Zentrale für Spesen = Zentrale-Pr. Nr.
Bank L. läßt auf Bank R (beide

bei uns Konto) übertragen = Banken-Pr. Nr.
Wir belasten Bank L. für Gebühren ~ Banken-Pr. Nr.
Bank L. läßt über Zentrale vergüten . Banken-Pr. Nr.

Die Verteilung der Buchungen auf die drei Grundprimanoten
erfolgt also in folgender Weise: Die Kundenprimanota nimmt
alle Buchungen auf, die entweder im Soll oder im Haben über
ein Kundenkonto laufen. In der Banken- und Zentraleprimanota
dürfen demnach keine Kundenposten erscheinen. Die Bankenprima-
nota nimmt alle Buchungen des Bankenverkehrs auf, soweit s ie
nicht in der Kundenprimanota bereits zu verbuchen sind. In der
Zentrale- und Filialenprimanota, in der also weder Kunden- noch
Bankenposten erscheinen dürfen, kommen, wie oben bereits er-
wähnt, nur Buchungen des eigenen Verkehres mit der Zentrale
oder den Filialen, oder zwischen der Zentrale und den Filialen
zur Eintragung. Daraus ergibt sich, daß die Spaltenzahl der
drei Grundprimanoten verschieden sein kann. In der Banken-
primanota können die Spalten 193 des Systems II (also die
Spalten des Kundenverkehrs) fortfallen. In der Zentrale- und
Filialenprimanota sind die Spalten 1293 und 8—12 (also die
Spalten des Geschäftsverkehres mit Privatkunden und befreun-
deten Banken) überflüssig.

Die Buchungen des Kundenverkehrs nehmen in Großbanken
mitunter einen solchen Umfang an, daß die Kundenprimanota in
sich noch einmal geteilt werden muß. Man wird dann eine so-
genannte Üb ertragsprim anota führen (für reine Über-
träge „Per Kontokorrent an Kontokorrent“) mit der Spalten-
einteilung, wie sie Form. Nr. 87 zeigt und wie sie dem System II
S. 128 entspricht. Daneben muß die allgemeine Kunden-
primanota (mit allen Gruppen des Snstems II) geführt werden.

Die Bankenprimanota und die Zentrale- und Filialenprima-
nota können in eine Nosstroprimanota (mit roter Liniatur) und
eine Loroprimanota (mit schwarzer Liniatur) aufgeteilt werden.

Nehmen wir nun an, daß außerdem noch besondere Primanoten
für die Effekten-, Devisen-, Sorten-, Wechsel- und Kassenumssätze
geführt werden, so kommen bei weitgehender Gliederung folgende
Primanoten in Betracht :
        <pb n="131" />
        Formular Nr. 87. _ Ö V
Ubertragsprimanota.
Kontok orrentkonto:
Lg: Text: wert: Firmen: Privatkunden: ' To
] ZE. [Tse ZZ A&gt; E !F K [L |  8 &gt; 2 |S
Soll | Haben | Soll | Haben | Soll | Haben | Soll | Haben Soll | Haben | Soll | Haben | Soll | Haben | Soll | Haben §
.
Ö
§
=
F = F
Scheckkonto: Depositenkonto: I!tceligts: th: Pc rsletene t
ttz LH cl 1%. N I j. K u schen Soll | Haben Soll | Haben Soll | Haben :
§
Die beiden Streifen bilden ein Formular.

Ta 5
        <pb n="132" />
        Die Kontokorrentabteilung. 121

1. Effekten-Eingangs-Primanota. . . . . täglich etwa 3 Bogen
teu . V q
Devisen-Währungs-Primanota Nostro . . y t "
Devisen-Währungs-Primanota Loro . . ' ; ] t
Wechsel-Eingangs-Primanota . . . . . s . p
Wechsel-Ausgangs-Primanota. . . . . „» %&gt;,
Sorten- und Coupons-Primanota . . . . t i ,
Kasssen-Eingangs-Primanota . . . . . E j; u

10. Kasssen-Ausgangs-Primanota . . . . . " j u ,

11. Kunden-Übertrags-Primanota. . . . . V § Ö

12. Allgemeine Kunden-Primanota . . . . . “12 ,

13. Zentrale-Nostro-Primanota. . . . . . . u. 2.2 &gt;;

14. Zentrale-:Loro-Primanota. . .. . ; . 2 %,

15. Banken-Nostro-Primanota..... . . . y . H

16. Banken-Loro-Primanota . dx .: .

zusammen täglich etwa 59 Bogen

So können die 44 Buchhalter etwa 59 Bogen ständig unter-
einander austauschen. Manche Bogen werden vom einzelnen
Buchhalter ja gar nicht gebraucht. Die Bogen, die er schon gebucht
bzw. durchgesehen hat, vermerkt er sich auf einer Übersichtstabelle
durch ein Zeichen. Das System erlaubt eine gleichmäßige, gleich-
zeitige Verteilung des Buchungsstoffes und damit eine schnelle
Übertragung. Ungenügende Beweglichkeit der Buchungsgrund-
lagen (z. B. 3—4 Kontengruppen auf einem Kassabogen stehend)
führt zu Stockungen, Verzögerungen und zum Streit der Buch-
halter um die Bogen.

6. Gliederung nach funnuern und nach ssachlichem
rinzip.

Wir haben bisher fülttzh;§ gk eine alphabetische Unter-
gliederung angenommen (siehe System Il). Zuweilen trifft man
auch eine Gliederung der Personenkonten nach Nummern.
Jedes Konto erhält bei Errichtung eine Nummer und wird der
Nummerfolge nach in die Buchhaltung eingereiht. Die Num-
mern können bei der Anrufung der Konten ausschließlich oder ak-
zessorisch verwendet werden. In unserem System Il wäre die
Kundenkontokorrentabteilung B (für Private) etwa gegliedert in:

B1 Konten Nr.... 1- 250,
B2 Konten Nr. 251 500,
B3 Konten Nr. 501- 750,
B4 Konten Nr. 7511–f1000.
        <pb n="133" />
        122e. _ G. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.

Die Währungskonten, die in der Abteilung B 5 zu führen
wären, müßten gesondert numeriert und durch ein vorgesetztes
W gekennzeichnet werden.

Dieses Numerierungsverfahren sett voraus, daß bei jeder
Buchung die Nummer des Kontos festgestellt wird, soweit sie nicht
auf den Kundenaufträgen und Belegen eingetragen ist. In der
Primanota muß die Nummer neben dem Namen vermerkt wer-
den. Es ist damit eine Kontrolle gegen Namenverwechslungen und
falsche Eintragungen gegeben.

Die formell gleichmäßig durchgeführte Gliederung der Per-
sonenkonten nach Nummern (wie oben) kann leicht den Nachteil
einer ungleichmäßigen Arbeitsverteilung bringen. Der Buchhalter
B 1 wird erfahrungsgemäß unter den Konten 1- 250 meist alte
Kunden führen mit geringeren Umsätzen als auf den neuen Konten
B 4 (751-1000). Dem kann man vorbeugen durch eine ent-
sprechende Verteilung der Nummern:

1B1 Konten Nr. 1- 350,
B 2 Konten Nr. 351 650,
B 3 Konten Nr. 651% 8350,
B 4 Konten Nr. 851 -10001).

Eine Einteilung nach sachlichem Prinzip (Gliederung nach Bran-
chen: Holzfirmen, Textilfirmen usw.) vertritt Schmalenbach in
seiner Arbeit über die Großbankorganisation ?). Er glaubt, der
in schematischer Form erstarrte Großbetrieb erhalte durch Zusam-
menfassung der Konten je einer Branche und ihre Bearbeitung
durch Spezialisten die Beweglichkeit und die Anpassungsfähigkeit
an die Kundschaft wieder, die die Privatbanken auszeichnet. Die
Entstehung zahlreicher Branchebanken in den letzten Jahren und
die Abwanderung der Kundschaft von den Großbanken zu diesen
scheint Schmalenbachs Gedankengang zu rechtfertigen, wenngleich
auch andere Gründe (Überspannung der Kreditbedingungen der
Großbanken, gute steuerliche Beratung durch die Privatbanken
usw.) für diese Erscheinung sprechen. Ob die Teilung nach Bran-
chen für den Großbankenbetrieb zweckmäßig erscheint, hängt
davon ab, ob die Schwierigkeiten, die z. B. in der Unhandlichkeit
der erforderlichen Grundbücher, der erhöhten Verwechslungsmög-
v viel rf BRE T E tt
S . D. .

2) S. f. h. F. V 372 ff.

&amp; 19
        <pb n="134" />
        Die Kontokorrentabteilung. 123
lichkeit, der durch die Dezentralisation erschwerten Kontrolle, der
Eingliederung von Kunden, deren Geschäft sich über mehrere
Branchen erstreckt, bestehen, ohne Schädigung der Gesamtorgani-
sation zu überwinden sind. Immerhin wäre ein praktischer Ver-
such zu begrüßen, zumal für die Kapitaldisposition der Banken
aus den Betriebsergebnisssen der einzelnen Brancheabteilungen
wichtige Schlüsse gezogen werden können. Ansätze zu dieser Bran-
chengliederung sind bereits hier und da vorhanden, insbesondere
werden Spezialkunden mit sehr regem Bantkverkehr häufig aus-
gegliedert.

7. Kontokorrentk ontrolle und Kontokorrent-

a b s ch lu ß.

Im Kontokorrent sind Fehler- und Fälschungsmöglichkeiten
außerordentlich zahlreich. Schlechte Schrift trägt die Schuld an
vielen Fehlern. Falsche Buchungen, Übertragsfehler, Additions-
fehler, Verwechslung von Konten oder Kontenseiten, übersehen
oder mehrmaliges Buchen von Posten sind die häufigsten Fehler-
arten. Kein Fehler darf unentdeckt bleiben. Als Fehlerssuchmetho-
den sind tägliches Ablesen der Einzelposten und tägliches Abstim-
men der Kontensummen und Kontensalden im Gebrauch.

Das Ablesen (Kollationieren) als ausschließliche tägliche Kon-
trolle ist nur noch selten üblich:). Wo keine Kontrollkontokorrent-
bücher geführt werden, liest man die Primanoten mit dem Konto-
korrent ab und vergleicht außerdem noch die Buchungen mit den
Briefkopien. Bestehen Kontrollbücher, so werden diese täglich mit
dem Hauptkontokorrent abgelesen. Die Übereinstimmung zwischen
beiden Büchern bietet größere Sicherheit, wenn die Eintragungen
nach verschiedenen Unterlagen erfolgen. (Hauptbuch nach der
Primanota, Kontrollbuch nach Belegen oder Kopien.) Diese selbst-
verständliche Regel wird leider noch nicht in allen Bankbetrieben
beachtet. Unterbleibt das tägliche Ablesen gelegentlich, so besteht
die Gefahr eines Anwachsens von nicht leicht überwindlichen Rück-
ständen. dersi wird die pünktliche Monatsabstimmung in Frage
gestellt. Das Ablesen wird durch gewisse Hilfsmittel erleichtert.
(Einlegen von weißen Streifen bei den Konten, auf welchen wäh-
rend des Tages ein Umsatz stattfand, Anbringen von Kollations-
zeichen bei den Buchungsposten während des Ablesens, z. B. Ein-
setzen der Valuta oder der Nummer des Primanotabogens.)

!) Vgl. Schmalenbach, Die Fehlerkontrolle in der Buchführung.
3. f. h. F. Bd. IX. S. 196/245 und 261/311.
        <pb n="135" />
        124 B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen. Die Kontokorrentabteilung. ' 25
Formular Nr. 88.
Konto: S. Winter. Reskontro. Schecknummern: 7126/50. Kredit: . 10000.
Tag: : Falio: s zi: Haben: Satdo: ; §p. Wert: c age: Fitszehten:
_ Soll: | Haben:
1924
Januar I] Bareinlage . . . . KK 7 5000.— 5000.– 150
„ A Vergütung Schmisht . Ü 19 1400.– -+ 1400.--
„ 12 S5chek 44 7126. . . Ü 76 2500.~ u L005 12.]1. [8:
„ 19 üÜberweisunga. &amp;. E. G. K 114 4250.09 LM 19.,1. 218
+ 350.0
. Das Abstimmen, die Probe auf die Richtigkeit der Konten- Kontokorrent eines Betriebes stark untergeteilt ist, während die
s[ummen und Salden, kann sein: Grundbücher nur ein totes Konto als Sammelkonto aller Konto-
œ) Abstimmung von Konto mit Konto, korrentkonten führen, so sind dauernd aus den Grundbuchungen
) Abstimmung von Kontengruppe mit Kontengruppe, die Posten, die auf jede Unterabteilung (z. B. AF) entfallen,
x) Abstimmung der gesamten Kontokorrentkonten mit den Sach- herauszuziehen, in Rubriken (sog. Aufstellungen) zu sammeln und
konten des Sammelbuchs. Wollte man sich mit der letten dieser täglich und monatlich zusammenzufassen, um eine gruppenweise
Abstimmungen begnügen, so wäre die Aufspürung der Fehler in Abstimmung zu ermöglichen. Diese Arbeit ist nicht nur langwierig,
dem weiten Felde recht schwierig. Es ist notwendig, das gesamte sie birgt auch neue Fehlermöglichkeiten.
Kontokorrent zum Zwecke der Erleichterung der Abstimmung in Eine natürlich gegebene, aber wenig ausgenützte Art der Fehler-
Fehlerfelder aufzuteilen. Durch solche Lokalisierung der feldeinschränkung ist die getrennte Abstimmung von ,, Soll“ und
Fehler auf eng begrenzte Felder wird die Sucharbeit sehr verein- „Haben“. Sie sett genaue übereinstimmung der Grundbuchungen
facht. Die Gliederung des Kontokorrents zum Zwecke der Arbeits- mit den Eintragungen in den Personenkonten voraus. Es müßte
teilung nach alphabetischem, numerischem oder sachlichem Prinzip also jedes Storno in den letzteren auch in den Grundbüchern durch-
wirkt gleichzeitig im Sinne einer Fehlerfeldteilung. Man kann geführt werden.
den "Effekt dieser Gliederung wesentlich erhöhen, wenn auch die Die Kontrollkontokorrentbücher werden natürlich auch
Primanoten nach Möglichkeit analog gegliedert sind, wenn also zur Abstimmung herangezogen. In kleineren und niittleren Be-
jeder Unterabteilung des Kontokorrents ein totes Konto in den trieben werden sie häufig in Staffelform geführt (siehe Form.
Grundbüchern entspricht, das die Personenkonten dieser Unter- Nr. 88). Meist geschieht dies in einer besonderen Salden- (Re-
abteilung zusammenfaßt 1). Auch wäre es möglich, die Gliederung skontro-) abteilung in der Nähe der Kasse, damit die Prüfung der
der Grundbücher auf die Kontokorrentkonten zu übertragen und Kundenanweisungen für Auszahlungen und Überweisungen ohne
dort Vorspalten (Kasse, Memorial usw.) zu führen. Wenn das Zeitverlust erfolgen kann. In größeren Betrieben wird das Gegen-
kontokorrent häufiger genau wie das Hauptkontokorrent (als
!) Vgl. S.114 sowie Schmal e nb ach, a. a. O. KI. 5.297. Konto mit Soll- und Habenseite) geführt. Die einzelnen Blätter

t.
Text: .ùu ren
        <pb n="136" />
        I: B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
sind abtrennbar und werden beim Abschluß als Auszug an den
Runden versandt.

Die Praxis der Kontokorrentbuchführung kennt außer den bei-
den Kontokorrentbüchern (Hauptbuch und Gegenbuch) noch das
Beibuch oder A bstimmungsbuch (auch Saldobogen). Jeder
Buchhalter trägt nach einer Eintragung den betreffenden Posten
notizweise in das Beibuch ein, um so die tägliche Summe der sein
Buch betreffenden Soll- und Habenposten zu gewinnen. Er kann
dabei auch eine Trennung in Kasse, Memorial usw. vornehmen, um
getrennte Abstimmung zu erreichen. Diese tägliche Aufstellung wird
meist an eine Zentralstelle gegeben, welche die Ergebnisse sämt-
licher Untergruppen zu einer Tagesabstimmung zusammenfaßt
und mit den zusammengefaßten Summen sämtlicher Primanoten
vergleicht.

Der Monats ab schluß beginnt mit der Aufstellung der Salden-
listen. Haupt- und Gegenbuchhalter stellen unabhängig von ein-
ander je eine Liste auf. Beide Listen werden miteinander ver-
glichen. Die Endadditionen der Saldenlisten werden in der Weise
zu Gruppen zusammengefaßt, daß jede Gruppe einem toten Konto
in den Grundbüchern entspricht. Dann folgt ein Vergleich mit den
Endadditionen der Sammelprimanota, welche die täglichen Addi-
tionen der einzelnen Primanoten aufnimmt. Auf Grund der vom
Haupt- und vom Gegenbuchhalter unterschriebenen Saldenlissten er-
folgt in der Bilanzabteilung die Eintragung in den Bilanzbogen.

Beim Semesterabschluß werden die Kontoauszüge, falls sie nicht,
wie oben erwähnt, als Reskontren laufend mitgeschrieben wer-
den, nach dem Hauptkontokorrent ausgefertigt. Für die Errech-
nung der Zinsen ist die Staffelmethode die gebräuchlichste und
empfehlenswerteste. Sie ermöglicht eine schnellere Durchführung
des Abschlusses, weil etwa vom 10. jeden Monats an die Staffel
für den Vormonat durch Hilfskräfte durchgerechnet werden kann.
Die Zinsrechnung nach der Staffelmethode wird häufig durch eine
zweite Zinsrechnung nach retrograder oder progressiver Methode
an Hand des Reskontros kontrolliert !).

1) Über die Technik der Zinsrechnung im Kontokorrent vgl. Feller
H Le G a û -.. Kaufm. Arithmetik und Ob er bach, Das Zinskonto-
orrent.

.I6
        <pb n="137" />
        + l «fs he fete s O Ms. ~ ll zl
M Ec 40  te :
2. Per Fr nkf 1rter Bank . t 10.| 35000
[:: /! t tet. us : §3 150000. — Ege;
M:: : Z}! : uri T : ) Ö
[2: er Sch rankfach-Mieten.Uto, s Schrank-.
An Georg Hartm. un . L Es 30. 6.. scgtk
. Per Bernh. pickerma . -.: [2. 40 309.66]
In Ipesen-nRonto.. . [2.79
- ö
Jer Ü tn. % C', § kü fz. j ;: J .
An Reichsbank-Giro-ktoe.. . . . roul
E v
mm...
. u tz ö ' s;z| § pt:

h.: r t
;..
y s
        <pb n="138" />
        <pb n="139" />
        Die Kontokorrentabteilung. 127
8. Buchungsf älle für die allgemeine
Kun d enprimano ta.

1. B. Meyer überläßt der Bank fest auf 3 Monate .16 15 000.—
à 91/20) pro anno zu Lasten seiner Scheckrechnung.

2. Carl Schreiber beauftragt seine Bank, der Firma Samuel
Hoff, die ein Konto bei der gleichen Bank unterhält, .16 900.—
zu vergüten.

3. Auftrag an die Deutsche Bank, Berlin, den runden Gut-
habenssaldo von .16 73 000. für unsere Rechnung an unsere
Zentrale abzuführen.

4. Die Commerz- und Privatbank, Hamburg, sendet uns fällige
Dokumente zum Inkasso in Höhe von .16 35 000.-, deren Gegen-
wert uns durch die Abrechnungsstelle (Frankfurter Bank) ver-
gütet wird. An Inkassoprovision werden 11/290 berechnet.

5. Auftrag unserer Zentrale, zur Kontoregulierung an unsere
Filiale München .16 150 000.—+ zu vergüten.

6. Auftrag unseres Kunden Jakob Schlösser, an die Giro-
zentrale Magdeburg zugunsten der dortigen Firma Heilmann &amp;
Co. für gelieferte Maschinen .#6 3500.09 zu zahlen. Den Auf-
trag führen wir durch einen Zahlungsauftrag an unsere Filiale
Magdeburg aus.

7. Rückvergütung doppelt belasteter Safegebühren an den Kun-
den Georg Hartmann.

8. Abschluß des Kontos Bernhard Spickermann per 2. Oktober.

9. Akkreditiv der Schweizerischen Kreditanstalt, Zürich, zugunsten
des Vertreters der Firma Hagen &amp; Co., Zürich, der uns beauf-
tragt, den akkreditierten Betrag an die A. E. G. für übernom-
mene Waren zu vergüten. Wir führen die Vergütung über Reichs-
bankgirokonto aus.

10. Darmstädter und Nationalbank, Köln, sendet uns eine Ri-
messe auf uns (Aussteller Firma Meyer &amp; Co.) über é 2700.99.

Die Verbuchung dieser Beispiele in der allgemeinen Kunden-
primanota ist in Formular 89 dargestellt. Die Kontengliederung
entspricht den durchschnittlichen Anforderungen eines mittleren
Banktkinltituts.

zm
I 2
        <pb n="140" />
        B. Die Buchhaltung in den Betriebsabteilungen.
9. Glie d erung der Kontokorrentabteilung.
S ystem I.
A. Kundenkonto (umfaßt die Spalten 1-3 aus Snstem II).
B. Zentrale- und Filialenkonto (umfaßt die Spalten
4—7 aus System II).
C. Bank enkonto (umfaßt die Spalten 8-12 aus Snîstem II).
Die Primanota führt obige drei Spalten, die Buchhaltung ist in die
entsprechenden drei Abteilungen gegliedert. In die Textspalte der Pri-
manota müßte bei Buchung in Spalte A. vermerkt werden, ob es sich
um ein Depositenkonto, ein Scheckkonto oder ein Kontokorrentkonto
handelt. Das kann durch die einfache Bezeichnung D, S oder K erfol-
gen. Ebenso müßte bei Buchungen in Spalte B. vermerkt sein, ob es
sich um ein Nostro- oder Loro-Konto handelt, desgleichen in der
Spalte C. System I?.
ft ft 1 Kontokarrentkonto €
t 3x .»
A S Währ Kto B 5 Währ. Ito. .,
1 2 Ochecktonto E
AEF ICH SF.
TAL |. 3 Depos:tenkonto D | \ a
1
t tts... 4 Zentrale405tr0 Konto €-
L gtu. trees! 5 Zentraler onto .
1 F23 6 Filialen H0str0 Konto €- F}
S Wahrungs-onten i
: F Z.. 7 Filrialen-Ioro Konto et
]
z tUtttz.stg ert . 6 Abrechnungsbarnkentontoe -
) Aaontober einer anderen #orenbankt)
| Fusttsut4 (0.684: 9 Inlandsbanten f. ;
' Privatbanken 0.
D Wäaährungs Äonten ;;
u Gztter0 Hseny V InlandsbantendZor-_ Ü |
Ñ ttetttttt ren Utv:is !
f Jus tienten 1 fs r1 Ausland sbanken Mtr. lt j .
B wahr. -&amp;onto ! û Konto | A
* Mut sttet t d 12 Auslandsbanken10r0
B währ sconto T Af Konto

[ 28
        <pb n="141" />
        C. Die Hauptbuchhaltung. :
C. Die Hauptbuchhaltung.

Die Aufgabe der Hauptbuchhaltung besteht in der S am m-
[lung des Zahlenwerkes der Grun dbü cher (Primano-
ten) zum Zwecke der Bilanzaufstellun g. Die fast un-
übersehbare Vielheit und Mannigfaltigkeit der Buchungsposten
wird durch eine straffe, buchhalterische Synstematik allmählich auf
ein Minimum reduziert und erreicht schließlich im Bilanzkonto
das höchste Maß der Ausdrucksfähigkeit. Die Mittel dazu sind
1. Sammelprimanota, 2. Hauptbuch, 3. Abschlußprimanota, 4. Bi-
lanzbuch.

Die Hauptbuchhaltung übernimmt die tägliche Endzusammenstel-
lung aller Grundbücher und verarbeitet sie zur Sam melprima-
n o t a (Form. Nr. 90). Diese Sammelarbeit ist eine Fortsetzung
der in allen Primanoten nach der senkrechten oder horizontalen
Gliederung bereits vorgenommenen systematischen Gruppierung
und Zusammenfassung der Posten. Sie ist notwendig, weil die
gleichen Konten in verschiedenen Primanoten wiederkehren (Unmög:
lichkeit der Durchführung einer einheitlichen Systematik nach sach-
lichem oder persönlichem Prinzip. (Vergl. S. 10 u. 11.) Die Sam-
melprimanota wird zumeist in Tabellenform angelegt. Die Namen
der Konten und der verschiedenen Primanoten sind vorgedruckt,
so daß die Eintragung erleichtert und das Übersehen eines
Übertragspostens verhindert wird. Für seltener verwendete Pri-
manoten, die nicht vorgedruckt sind (3. B. Konvertierungsprima-
nota, Primanota für detachierte Coupons usw.), sind einige
Zeilen freigelassen. Zur Kennzeichnung der übertragenen Prima-
noten ist eine Foliospalte beigefügt, welche die leichte Nachprü-
fung der vollzogenen Übertragung ermöglicht. Die Richtigkeit
der Sammelprimanoten wird durch Aufaddieren der Soll- und
Habenendsummen der Konten, welche infolge der Doppik über-
einstimmen müssen, kontrolliert (tägliche Verkehrsbilanz). Die
Addition der Kontrollspalte der Sammelprimanota muß der
Queraddition sämtlicher Kontensummen gleich sein.

Die Sammelprimanota bildet die Grundlage für die Eintra-
gungen in das H a u p tb uch. (Form. Nr. 91.) Täglich werden
aus ihr die Umsätze auf die Soll- und Habenseite jedes einzelnen
Sachkontos !) im Hauptbuch übertragen. Die Konten des Haupt-
buches werden über Bilanzkonto abgeschlossen und müsssen des-

!) Personenkonten sind Ausnahmen: Reichsbankkonto, Postscheckkonto.

Kalveram, Bankbuchhaltung.
        <pb n="142" />
        1- C. Die Hauptbuchhaltung.

halb zu Beginn und am Ende der Abschlußperiode den Bestand
aufnehmen. Der größeren Überssichtlichkeit wegen werden die
Tagesumsätze in eine Vorsspalte gesetzt, so daß dann, aufaddiert,
die Monatsumsätze in der Hauptspalte deutlich hervortreten.
Das Hauptbuch ist der Extrakt der zusammengezogenen, vorher
so weitläufigen Konten. Der Einzelposten in der speziellen Tages-
primanota ist untergegangen im Gesamtumsatz des Sachkontos,
der die sämtlichen Primanoten berücksichtigt.

So reihen sich an den Bestandsvortrag Tages- und Monatsum-
sätze und geben die Möglichkeit zur Aufstellung von T ag es- un d
Mona tsbilanzen. In der Tagesbilanz (Form. Nr. 92
S. 132) erscheint zunächst der alte Saldo jedes Kontos, dann der
Umsatz im Soll und Haben und schließlich der neue Saldo. Die Dif-
ferenz zwischen den Summen der beiden Salden muß dann gleich
sein der Differenz zwischen den Endsummen der Soll- und Haben-
umsätze. Diese Roh- und Saldobilanz dient zum Abstimmen der
Hilfsbücher mit dem Hauptbuch und leistet außerdem dem Geschäfts-
leiter bei seinen Dispositionen für Kapitalanlage, Kreditgewäh-
rung, Ausnützung der Konjunktur usw. gute Dienste. Die letzte
Tagesbilanz im Monat ist dann die sog. Monats bil anz.

Die Z weimonatsbilanzen der Aktienbanken sind Zwi-
schenbilanzen, die unabhängig vom Abschluß des Hauptbuches
aufgestellt werden. Es handelt sich wie bei den Tages- und
Monatsbilanzen um Bruttobilanzen ohne Ausscheidung aller Auf-
wendungen und Erträgnisse. Besonders die für eine exakte Er-
folgserrechnung notwendigen Abschlußbuchungen (Abschreibungen,
transitorische Posten usw.) werden hier nicht vorgenommen. Die
Zahlen der Zwischenbilanzen werden an die Reichsbank mitgeteilt
und von dieser in Zusammensstellungen veröffentlicht !). Sie sollen
vor allen Dingen ein Bild über den Stand der Liquidität geben
und eine gewisse Kontrolle der Banken durch die Öffentlichkeit
ermöglichen.

Die Hauptbuchkonten werden nach Ablauf der zumeist
ganzjährigen Gesschäftsperiode abgeschlossen ?). Die Bessitzstands-
aufnahme muß sich im Bankbetriebe, der es überwiegend mit
abstrakten Verrechnungswerten zu tun hat, vor allem auf die
Aufzeichnungen in den Büchern (Vergleich der Konten mit den
Skontren, Parallelbüchern und anderen Hilfsbüchern) stützen. Nur

1) Vergl. Kalveram: Bankbilanzen S. 1253
h t Abschluß der Kontokorrentkonten erfolgt im Gegensatz dazu
albjährig.

„Z0
        <pb n="143" />
        Formular Nr. 90.
Sammel-Primanota vom . . &gt;
1) . 2) 3) 4) 5) 6) T) j 8) 9)

: ©nInN.tcn-.....LC..
Prima-Noten: Fol: f !?. Soll | Haben Soll | Haben Soll [Haben] Soll [haben Soll | Haben! Soll | Haben Soll [Haben ' Soll | Haben’ Soll | ßaben
Kasse ~ Eingan. _ puN’nn , r p j , p
Kasse ~ Ausgang: x t W | F ] “
Ge . |
Devisen : : coät '
Noten u. Sorten: §j
Effekten.
Koupeaen.
!) z
Übertrnenn.
Allgemeine Pr..N.: ]
Banken pr.enn.
Sentr. u. Fil. Pr. N.:

usw. G
Lu U1) .. 169 (19 15) Noten u. Sorten,

RKasse: Wechsel: Tratten: Avale: Devisen: 16) Koupons,
Prima-Noten: | Fol:! Kon: Soll [Haben Sol Haben Soll [Haben Soll | Haben Soll [Haben !! tert! efetten
Kasse - Eingang : | Ä zu . 19) Zinsen,
. Lem. .: M “. e 20) Provisionen,
Eost2:Kyscang: J ! 21) Umsatzssteuer,
Wechsel: 22) Unkosten
Devisen: L F usw.
Noten u. Sorten:

usw. 1) Für jeltene Primanoten.
Einschlagtabelle 5.

Fo
130 2
        <pb n="144" />
        <pb n="145" />
        Formular Nr. 91. Hauptbuch-Konto.
Effekten:-Konto: F9!.:
S o 11 Haben _
::3: Tages-Umsätze: Monats-Umsätze: Tages-Umsätze: Monats-Umssätze:
1924
Zan 2. Bestand: 217 425. c
Jan.: [t. Sammel-Pr.-N. v. 2./1. Nr. 1 T6 812.2 102 527. c
y; R n Zl „. )  92740.-- 25 819. &gt;
§ I.. e.» Bl . 3 84228.— 92 342.— +
J . + 7.1. „q 91029521.-- 112 910.9
. ' „rg... . 6 7'I151.5; 76.493.
u «» . 4l... „2.16 27402. ~ 10 376. ..:::
» „ \u10./.. ,. . 7  91 982.- 127 524..—-
. rv » var,]. ( 1 89.020.— 64 711.9
“ ha ut 15,11.. „q) 59G? 369.--- 31 007. ~
» nr „» 14fl. 10.0 3714.+ 39 874.9
e » +15. „ 11 743.213: 13 492.--
., . „16.31 ,12.25 1 __622 195.5 1 274 503. 596 372._ 1293447.-
Febr. , „. u 3.f. , 26 157318] 84 159.1
“ . „ a.:J.fU. . 27 82640.-- 69 423.~
. » „ „ 4.1. , 28 40558.- 73 225.
Vr §;

r
        <pb n="146" />
        I.: C: Die Haupthuchhaltung:
Formular Nr. 92.
T age s- Bilan z v om......u........ al.:

ne.! Hauptbuch.Konto: F.: Alter Saldo:! Umsätze: [Neuer Saldo:

E | ö E Soll [ Haben) Soll [ Haben] Soll | Haben
1 Konto-RKorrent
2 Depositen

» Banken

4 Zentrale u. Filialen

5 Reichsbank

6 Paostscheck

7 Abrechnungsstelle

8 Banken-Nostro

9 Zentr. u.Filial-Nostro

10 Kasse w

11 Wechsel

12 Tratten

13 Avale

14 Devisen

15 ! Noten u. Sorten

16 Koupons

17 Komumiss.-Effekten

18 Eigene Effekten

19 Zinsen

20 Provision

21 Ums9atzsteuer

22 | Unkosten

23 uw.

24

25

26

2!

Kontrollssummen

32.
F§â§
        <pb n="147" />
        Metageschäfte. 133
für Effekten-, Wechsel-, Sorten- und Kasssenbesstände muß eine
effektive Inventur vorgenommen werden. Die Buchungssätze für
den Abschluß (einschließlich der Buchungen betreffend Abschreibun-
gen auf Anlagen und Debitoren und der Grenzregulierungsposten
z. B. im voraus gezahlte oder nachträglich zu zahlende Zinsen,
Mieten, Gehälter, Diskontierung der Wechsel, Debitoren und
Kreditoren auf den Bilanztag usw.) werden in der Abschluß-
primanota festgehalten. Diese selbst wird der Sammelprimanota
des letzten Umssatztages hinzugefügt und mit den Endziffern der-
selben ins Hauptbuch übertragen. Der Abschluß zeigt im übrigen
keine Besonderheiten. Da hier die Kenntnis der doppelten Buch-
haltung vorausgesetzt wird, kann auf Einzelheiten der Durch-
führung des Abschlusses nicht eingegangen werden. Die Banken
pflegen in der zu veröffentlichenden Bilanz Frisuren und Schö-
nungen vorzunehmen, vor allem um ihr ein liquideres Aussehen
zu geben (Snlvester-Aufputz). So ist die Bankbilanz zum Teil
ein Produkt der Banktkpolitik !).

Das Hauptbuch ist an sich Bilanzbuch. Doch wird das Bilanz-
konto zumeist nochmals in einem eigenen ,Bilanzbuche“ geführt.
D. Schwierige Sälle der Bankbuchhaltung.

I. Metageschäfte.
1. Metageschäfte in Effekten.

Unter den Eigengesschäften der Banken ist die Verbuchung der
Metagesschäfte besonders schwierig. Metageschäfte dienen vor allem
zur Durchführung von Arbitragen, also zur Ausnutzung
des Rursunterschiedes von Effekten, Devisen und Coupons an
verschiedenen Orten im gleichen Zeitpunkte. Eine Effektenmeta
kommt zustande, wenn sich zwei befreundete Bankhäuser, die an
verschiedenen Börsenplätzen ihren Sitz haben, einigen, aus der
Kursspannung der Effekten an den beiden Orten in der Weise
Nutzen zu ziehen, daß der eine der beteiligten Metisten an seinem
Platze Effekten „Für die Meta nimmt“, während der andere
Metist an seinem Platze diese Effekten „F ür die Meta reali-
siert“ und daß der entstehende Gewinn oder Verlust aufgeteilt
wird. Es ist auch möglich, daß ein Metist an seinem Platze „vor -
g i b t“ (in Blanco verkauft), während der andere Metist zu ;,„d e k -
k en“ hat. Ständige Fühlungnahme zwischen den beiden Metisten

') Vergl. Kalveram, Bankbilanzen S. 9 ff.
        <pb n="148" />
        lot D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.

auf telephonischem oder telegraphischem Wege ist unbedingte
Voraussetzung für das Gelingen der Meta. Gelingt die „Glatt-
stellung“ der Meta nicht am gleichen Tage, wird also das
Gegengeschäft erst in den nächsten Tagen, Wochen oder Monaten
vorgenommen, so handelt es sich um eine Spekulations-
m eta mit positiven oder negativen Beständen. Sind die Be-
stände positiv, so „s &lt;h we bt die Meta à la hausse“; man
erhofft Kurssteigerung, um dann zu realisieren. Bei negativen
Beständen spricht man von „Schweben à la baiss e"; das
Deckungsgeschäft für den Blankoverkauf wird in Erwartung einer
Kurssenkung hinausgeschoben. Der Meta-Bestand (Meta-
position) muß stets genau in einem besonderen Positions-
buch (A cer oc) ausgewiesen sein. In dieses werden alle nicht
am gleichen Tage glattgestellten Transaktionen aufgenommen,
und zwar wird für jedes einzelne Effekt ein besonderes Accroc
geführt.

[Haussepositionen links, Baissespekulationen rechts; jedersseits Spalten
für Nominalbetrag, Kurs, Datum des Eingangs der Spekulation, Name
des Metissten, der das Engagement einging, Realisations- bzw. Deckungs-
kurse. Wird eine Teilrealisation vorgenommen, so wird der Restbestand
unter Angabe des alten Datums vorgetragen.]

Beispiel zur Verbuchung:

Metist A. in Frankfurt a. M. kauft am 5. Juli 6 20 000.—
A. E. G.-Aktien zu 1200/0, die Metist B. in Berlin am 8. Juli
zu 1300/,0 verkauft. Metist B. kauft am 6. Juli M 10 000.~
Hapag-Aktien zu 1050/0; A. verkauft diesen Posten am 10. Juli
zu 1149/90. Auflösung der Meta am 15. Juli.

Die Buchungen sollen vom Standpunkt des Metisten
A. aus dargestellt werden. A. belastet für den Kauf von
\6 20 000.9 A. E. G.-Aktien zu 120%, &amp; J 24 000.9 am 5. Juli
das Konto Meta B. zugunsten Kasse oder Bank X. oder Reichs-
bank usw. Gleichzeitig erkennt er das Metastückekonto B. zu
Lasten der lieferungspflichtigen Bank für die gekauften
6 20 000.09 A. E. G.-Aktien. Die Benennung der Metakonten er-
folgt nach dem Gegenmetissten, obgleich es sich um Gemeinschafts-
konten handelt. A. teilt B. mit: Ich nahm heute für die Meta
\6 20 000.0 A. E. G.-Aktien zu 1200/0, wotür ich das Metakonto
mit M6 24 000.0 Wert 5. Juli belaste und das Stückekonto
Meta mit A6 20 000.9 A. E. G. - Aktien erkenne.

Um den Stand der Meta jederzeit überprüfen zu können, wer-

Z
        <pb n="149" />
        Formular Ur. 95.
Soll Meta-Konto B Haben
_ Fremde Reihe Eigene Reihe Eigene Reihe Fremde Reihe
Dat. | Text | Wert | Betrag |nummern| Dat. Text ' Wert | Betrag | nummern, Dat. | Text Wert | Betrag [Nummern] Dat. Text | Wert | Betrag | Nummern
6. 7. ./ 10 000.0 Hapag- 6. 7. 10 500.– q5 s. 7. AM 20 000. - A.E.G.- 5. 7. | 24 000.7 2400 ,10.7. ./ 10 000.0 Hapag- | 11. 7. | 11 400.00. 456 |] 8.7. A 20000.- A.E.G.- | 9. 7. | 26 000.– | 1560
. Akt. zu 105 o/, Akt. zu 120 9%), _ Akt. zu 114 oso | Akt. zu 130 9%,
9. 7. überweisung von B 8. 7. | 11 000.— ] | 15.7. 69q Sinsena.+{ 1284 21.40 | 9. 7. Überweisung von B 9.7. | 11 000.9 660 15. 2. Nummernsaldo 115
15.7. 6%, Sinfen a. 41.115 zee 15. 7. Spesen 30.– 15. 2. Nummernausgleich 1284
. w 2154190 1615 _ | 24051.407 2400 22 400.0 2400 26 000.1 1675
15. 7. Ausgleichsbelastung 3 054.75 15.7. '. Gewinn 1 403.35 | 15. 7. Ausgleichsbelastung | 15.7. 3054.75 !
15. 7. !], Gewinn 1 403.35 |
; Ze 000.0 | 1678 ! 25 454.75 | 2400 Gs 285 454.75 |_ 2400 _ 200.1 65
Formular Nr. 94. Meta-Stücke-Konto B
D Fremde Reihe Eigene Reihe Eigene Reihe Fremde Reihe
Sendung ; Empfang
Kurs | belastet Kurs Abgesandt Kurs Eingegan: Kurs bestätigt
. Gattung beim bzw. Empf Dat. Gattung beim bezw. ein- Dat. Gattung beim | gen bzw. Dat. Gattung beim bzw. Sen-
Verkauf bestätigt Verkauf gegangen Kauf abgesandt Kauf dung he,
8. 7. | -/ 20 000. A. E. G -Akt. 130 6.7. 6. 2. A 20 000.9 A. E. G.-Akt. 130 6. 7. 5. T. . A 20 000.- A. E. G.-AKt. 120 6. 7. 6. 7. | / 20 000.0 A. E. G.-AKt. 120 §. 7.
7.7. | ./ 10 000.9 Hapag-aAkt. 114 9. 7. |10. —&gt;.ncCIG. NE 114 9.7. I 7. 7. ./ 10 000.9 Hapag-Akt. 105 9.7. | 6.?. . 10 000.0 Hapag-Akt. 105 Y. 7.
r. Einschlagtabelle 6.

Dat.
1 Z
        <pb n="150" />
        <pb n="151" />
        Metageschäfte. 135
den die beiden Metakonten von jedem Metissten „in zwei Rei-
hen“ geführt. Es besteht also eine „eigene Reih e'’ und eine
„fremde Reihe“ oder anders genannt eine „hiesige Linie“
und eine „dortige Linie“. Nur die eigene Reihe ist ein Be-
standteil im System der eigenen Buchhaltung. Alle am hiesigen
Platze für die Meta getätigten Geschäfte werden in der „eigenen
Reihe“ verbucht, alle am anderen Platze abgeschlossenen und vom
Gegenmetissten aufgegebenen Geschäfte in der „fremden Reihe“.
Manche Banken führen für hiesige Linie und dortige Linie beson-
dere Konten. In der Regel erscheinen auf Soll- und Habenseite
je fremde Reihe und eigene Reihe. Zuweilen werden die beiden
Reihen im Wechsel von Soll und Haben nebeneinander geführt.

Beim Kauf wird also A. in hiesiger Linie das Metakonto B.
mit .\6 24 000.09 belasten. Er wird dagegen das Stückekonto
Meta B. mit den .16 20 000.9 A. E. G.-Aktien in hiesiger Linie
erkennen, weil beim Kauf für die Meta die Stücke in den Besitz
des kaufenden Metisten überzugehen haben. Entsprechend wird
B. in fremder Reihe das Konto Meta A. mit .1k 24 000.09 be-
lasten und das Stückekonto Meta A. mit .46 20 000.9 A. E. G.-
Aktien erkennen. Wenn nun B. am 8. Juli die Stücke verkauft,
so wird er A. mitteilen, er habe das Konto Meta A. für ver-
kaufte 6 20 000.9 A. E. G.-Aktien mit .46 26 000.~ (in eigener
Reihe) erkannt und das Stückekonto Meta A. für .16 20 000.9
A. E. G.-Aktien (in eigener Reihe) belastet. A. muß auf Grund
dieser Mitteilung konform dazu in fremder Reihe das Konto
Meta B. mit A6 26 000.09 erkennen und das Stückekonto Meta
B. mit . 20000.9- A. E. G.-Aktien belasten. Die Meta B.
schuldet nunmehr in eigener Reihe .46 24000., hat aber in
fremder Reihe .16 26 000.09 gut; das Stückekonto Meta B. hat
in eigener Reihe .16 20 000.09 A. E. G.-Aktien gut und schuldet
sie in fremder Reihe. Durch die effektive Sendung der Stücke
von Frankfurt a. M. nach Berlin wird das Metastückekonto aus-
geglichen. Stückekonto Meta B. wird in eigener Reihe für den
Abgang der Stücke belastet und in fremder Reihe für die Ab-
lieferung erkannt.

Das zweite Beispiel über den Kauf und Verkauf der Hapag-
Aktien behandelt genau den umgekehrten Fall. Die entsprechen-
den Buchungen sind aus den beigefügten Konten (Form. Nr. 93
und 94) ersichtlich.

Beim Eingehen einer Meta werden zumeist vorher Verein-
barungen über die Regulierung der Salden getroffen. Es ist
        <pb n="152" />
        . D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.
üblich, Sollsalden sofort abzudecken. Guthaben werden sogleich
zurückgerufen. Die Bank hat für diese Gelder eine bessere Ver-
wendung, als sie zum Metazinsfuß dem befreundeten Institut zu
überlassen. In runden Beträgen werden deshalb die gegenseiti-
gen Verbindlichkeiten annähernd glattgestellt. In unserem Bei-
spiel überweist der Metist B. am 9. Juli \6 11 000.29; A. er-
kennt dafür das Metakonto B. in eigener Reihe und belastet es
analog der Aufgabe des B. in fremder Reihe. j
pe L yu lr wu ti lets asezis yes s ze ners
Kontoauszug an seinen Gegenmetisten. Sind noch Bestände vor-
handen, soll also die Meta noch nicht ganz abgewickelt werden,
sondern noch weiterbestehen (Zwischenabschluß), so sind die Be-
stände vorsichtig zu bewerten. Nicht nur Haussebestände, sondern
jttt zascbettt n z ens. satei tu s css N
In unserem Beispiel: Fremde Reihe 6 4458.10 (Habensaldo) -:-
eigene Reihe 6 1651.40 (Sollsaldo) =.16 2806.70 Gewinn, für
jeden Metisten 46 1403.35. Da Metist B. auf Konto Meta über
ein Guthaben in der Höhe von .16 4458.10 verfügt, ihm jedoch
nach der Schlußabrechnung nur . 1403.35 zustehen, hat er die
Differenz von M46 3054.75 an den Metisten A. abzuführen. Für
diese Endregulierung wird der Weg der Überweisung selten ge-
wählt. Die verbleibenden Ausgleichsbeträge werden allgemein
auf Konto ordinario übertragen. Die Endbuchungen lauten für
das Metakonto B. in der eigenen Reihe: Konto ordinario
B. an Metakonto B. . 3054.75; Metak onto B. an
V erlust- und Gewinnkonto . 1403.35. Metist B. belastet
umgekehrt das Metakonto A. in eigener Reihe für die Aus-
gleichsbelastung und führt den Gewinn an das Verlust- und Ge-
winnkonto ab. Gleichförmig mit diesen Buchungen wird von
jedem Metisten die fremde Reihe abgeschlossen.

Das Metastückekonto ist in unserem Beispiel mit den Gesamt-
posten verbucht und erscheint deshalb sehr schematisch. In der
Praxis erlangt es seine Bedeutung durch die Vielheit der Geschäfte
und durch die oft für ein Geschäft in mehreren Teilbeträgen er-
folgende Stückelieferung.

2. Metageschäfte in Devisen.

Die Devisenmeta dient vor allem der Arbitrage zwiss chen

einem Inlands- und einem A us landsplagt;. Eine rasche

[ 36
        <pb n="153" />
        Metageschäfte. iu7
Entschlußfähigkeit der Metisten ist hier, mehr noch als bei der
Effektenmeta, erforderlich. Vor dem Eingehen eines jeden Ge-
schäftes suchen sich die beiden Metisten nach Möglichkeit telepho-
nisch oder telegraphisch zu verständigen. Von jedem Abschluß ist
der Gegenplatz sogleich in Kenntnis zu setzen. Daher sind die
Spesen höher als beim einfachen Arbitragegeschäft. Die buchhal-
terische Durchführung (Form. Nr. 95 u. 96) einer Devisenmeta
zeigt folgendes Beispiel :

Die A-Bank in Amsterdam und die B-Banktk in Ber-
lin unterhalten eine Metaverbindung. Berlin wird
diese Verbindung besonders verwenden, um in holländischen Gul-
den, der Währung des Gegenplatzes, zu arbitrieren. Auf Grund
der eingegangenen Meldungen berechnet Berlin, was ihm
hfl 100.0 an den einzelnen auslän di s chen Börsen-
plätzen kosten, wenn der Gegenwert in der betref-
fenden Valuta zum Berliner Kurs anzuschaffen ist.
Außerdem wird Berlin versuchen, sich in direkter Arbitrage
zu betätigen, indem es errechnet, wieviel ihm hfl 100.9 in
Mark kosten, wenn es am Berliner Platz eine (Pfund-,
Franken-, Dollar- usw.) D evise kauf t und di ese durch den
Gegenmetisten in Amsterdam verkaufen läßt.

Wir unterstellen für die Abwicklung des Geschäfts folgende
Kurse:

hfl 100.0 nach Berliner Notiz .16 168.20;

hfl 100.0 bei indirekter Arb.itrage über Paris

hfl 100.~0 bei direkter Arbitage über Pfund Ster-

lin g A6 169.33.

Berlin wird in diesem Falle direkte und indirekte Ar-
bitrage miteinander verbinden. Nach Verständigung zwi-
schen den beiden Metisten werden an den Plätzen Paris, Berlin
und Amsterdam folgende Abschlüsse und Überträge getätigt:

I. Paris kauft im Auftrag und für Rechnung Ber-
lin im Freiverkehr: hfl 100000.0 telegr. Auszah-
[ung Amsterdam à 865 netto = frs 865 000.9. Paris läßt
die Gulden der Amsterdamer Bank im Auftrag von Berlin tele-
graphisch zur Verfügung stellen und belastet Berlin für Tele-
grammspesen mit frs 18.09

2. Zur Deckung kauft Berlin im amtlichen Ver-
kehr telegr. Auszahlung Paris:

:
        <pb n="154" />
        1: D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.
frs. 865 018.9 à 19.38 A 167 640.49
11. 91)0 Tourtage M 41.91
1/10 loo Stempel , 16:80
Telegrammspesen , s8.+ j, 61.71
... #167 7102.20
und läßt die Franken dem Pariser Korrespondenten sofort über-
weisen.

3. Der Metist A. kauft in Amsterdam für den Be-
trag von hfl 100 000.9 englische Pfunde:
englische Pfund: .F 8303. 3.1 à 12.040 hfl. 99 969.97 f

hct; ht 22:9 z 30.03

hfT. 100 000. ~ #41

Amsterdam läßt die gekauften £ dem Berliner Metisten zur Ver-

fügung stellen. (Für die halben Überweissungsspesen wird Berlin,
wie üblich, auf Konto ordinario belastet.)

4. Berlin verkauft die Pfund Sterling im amtlichen Verkehr
und erzielt:

Z 8303. 3. 1 Auszahlung London à 20.40 A 169 384.34
1/4 °)0o Courtage / 42.34

(lag Stempet „ 17.0 , 59.34

AM 169 325.9

Berlin hat als erster gekauft und als letzter verkauft. Der
Erfolg muß deshalb von der Berliner Linie ausgewiesen werden:
Der Gewinn der Meta beträgt: M6 169 325.0 + k 167 702.20 =
V6 1622.80. Seine Aufteilung erfolgt durch Gutschrift des halben
Gewinnes auf dem Kontokorrentkonto des Gegenmetissten oder
durch Übersendung einer Rimesse über diesen Betrag !).

Fallen Kauf und Verkauf auseinander, so ist die Aufteilung
des Gewinnes schwieriger. Beispiel: Metist A. Amsterdam kauft
£ 5000.09. vor, um sie durch Metist B. in Berlin verkaufen zu
lassen. Hier geht ein Metist ein Engagement ein, während der
andere es löst. Auf Grund der bekannten Kurse ergeben sich
folgende Rechnungen:

1. Amsterdam kauft am 15. Oktober:

LE 5000. ~7.1– Auszahlung Lquz u à M ét!te f f?. hfl..60 200.3
elegra ;; â

_ Hr. 60202.50

und stellt sie Berlin zum Verkauf für die Meta zur Verfügung.

1) Die Aufteilung des Gewinns erfolgt im Buchungsbeispiel nicht, weil
dort ein zweiter Fall angeschlossen wird.

' 38
        <pb n="155" />
        Formular Nr. 95. Konto Meta – Amsterdamer Linie
. . Ü.]. !. ' ' ;.
. 15. Oktober 19 ..
a) Lieferung v. Paris 15. 10.| 100 000.~
b) Uazf Ausz. Lon- 15. 10.) 8303. 3.1
on
100 000.— 15. 10. c) Abrechnung von
Ausz. London
8303.: 53. 1 15. 10.1 d) Überweisung a. H
Berlin .
e) Kauf von .
L 5000. ~. ~ ö
Ausz. London 1395. 10.| 5.1. — Z
60 202.50 15.10.) f) Abrechnung von
V 25
5000. —. -- 15. 10.| g) Utertctung a.
erlin
13 303.3. 1 160 202 50 100 000. 13 303. z 53. 1
h) Überweisung von
Berlin 15.10. 60 202.50
13 303. 3.. 1 160 202.501 160 202.50 13 303. 3. 1 | _
D V [

Frs. y)fI. Ü Vai qfl. frs.
JOU
        <pb n="156" />
        140 D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung. Metagegeschäfte. 141
2. Berlin verkauft im Freiverkehr am 15. Oktober: b) Berlin remittiert nur den Gulden-Rechnungsbetrag und
V 1000. _. — brief. auszahtung condgn à 2040 . 102090. sc§t ver ss F RR L12 IGR
Hui th den halben Gewinn auf Konto ordinario gutgeschrieben.
' 2. Der Käufer reguliert:
Im Konto Meta stehen nun auf der Sollseite hfl 60 202.50, a) Amsterdam zieht in Höhe der Guldenrechnung und des an-
auf der Habenseite J6 101 989.80. Der Abschluß dieser Meta ist teiligen Gewinnes zum Tageskurs.
auf folgenden Wegen möglich: b) Amsterdam trassiert nur den ausgelegten Guldenbetrag. Der
1. Der Verkäufer reguliert: Gewinn wird ihm in Berlin auf Konto ordinario gutgebracht.
a) Berlin remittiert die in Rechnung gestellten Gulden und die Oft wird ein Platz zum Metaführer bestimmt, der in jedem
Hälfte des Gewinnes. Fall die Regulierung vorzunehmen hat. Falls die beidersejtigen
Formular Nr. 96. UKRonto Meta. + Berliner Linie
frs. t. .. Val. I Dal. [ . hfl. irs.
15. Oktober 9-
1. Kauf in Paris von hfl. 100 000.— 15. 10. 100 000.-
865 000.~ [15. to; 2. Abrechnung von Paris über hfl. 100 000.—
18.::; 15. 10.. 3. Telegrammspesen von Paris
100 000.- 15.'10.1 4. Lieferung Paris a. Amsterdam
5. Kauf in Berlin: telegr. Auszahlung Paris über 865 018.9
frs. 865 018.1 15. 10.,
167 702.20) 15. 10. 6. Abrechnung über frs. 865 018.9
8303. 5. 1 7. Überweis. von Amster dam 15. 10.] 8303. 5. 1
15. 10. 8. Verkauf Auszahlung London über L 8303. 3. 1
9. Abrechn. Ausz. London über .L 8303. 3. 1 15. lost6s 325.-
10. Überweis. von Amster dam 15. 10. 5000. -.
5000. ~. 11. Verkauf Auszahlung London L 5000. . —
12. Abrechng. Auszahlung London L 5000. —. - 15. 10.1101 989.801
13 303. Z. 1 865 018.-- [100 000.167 19:20 |271 314.80 /100 000.-1865 018.-- [13 303. 3. 1
101 296.10) 15. 10.1 13. Überweisung a. Amster dam fl. 60 202.50
1 158.25] 14. 1/, Gewinn für Amster dam (Kto. ord.)
Etz 15. 11,4 Gewinn (Meta- Erträgnis-Kto.)
13303. 3. 1 [865 018. - [100 000.-|271 314.80] |271 314.80100 000.[865 018.13 303. 5. 1

;fl. [J V
.
        <pb n="157" />
        142 D. Schwierige Fälle der’ Bankbuchhaltung.

Währungen stabil sind und die Kurse keine großen Schwankungen
zeigen, kann man die Regulierung in gewissen Zwischenräumen
(Ende jedes Monats) vornehmen. Voraussetzung dabei ist aller-
dings, daß die umgesetzten Beträge nicht so groß sind, daß sie
die Gelddispositionen stark beeinflussen. Bei dieser zeitlichen
Regulierung, die sich in Deutschland wegen der Kapitalnot und
wegen der Zweifel, welche noch manche Ausländer in die Stabili-
tät unserer Währung setzen, noch nicht wieder einbürgern konnte,
werden die vorgesschossenen Beträge zuzüglich Gewinn , bis zum
Tag des Abschlusses verzinst. Um den Gegenmetisten nicht durch
einen zufälligen Kurs des Abschlußtages zu schädigen, wird ver-
einbart, daß die Umrechnung der Guthabenbeträge zur Gold-
parität erfolgen soll.

Für die beiden Beispiele wird in Formular Nr. 96 die Ver-
buchung auf der Berliner Linie, in Formular Nr. 95 die Ver-
buchung auf der Amsterdamer Linie gezeigt. Berlin ist Meta-
führer und reguliert sofort durch Remittierung der Guldenrech-
nung zum Tageskurs:
hfl. 60 202.50 à 168.20 A 101 260.61

l. l: Et;tttse ;! _ (35.46
A/ 101 296.07 abgerundet &amp; 101 296.10
Der nun verbleibende Gewinn beträgt (J6 103 612.60 abzüglich
6 101 296.10 &amp;) M 2316.50. Die Hälfte davon ~ -. 1158.25
wird zugunsten Konto ordinario des Metissten A. verbucht, die
andere Hälfte zugunsten eines eigenen Meta-Erträgniskontos
(Gewinne und Verluste aus Metageschäften) abgeführt.

I]. Buchhalterische Durchführung eines Konsortialgeschäftes.

Es lassen sich im wesentlichen folgende Arten von Bankkonsor-
tien unterscheiden:

1. Konsortien zur Übernahme von öffentlichen oder privaten
Anleihen.

2. Konsortien zur Gründung einer Kapitalgesellschaft oder zur
Umwandlung eines Unternehmens in eine Aktiengesellschaft bzw.
Kommanditgesellschaft a. &amp;.

3. Konsortien zur Übernahme von Aktien, Kommanditanteilen
oder Genußscheinen bei einer Kapitalerhöhung zu festem Kurse
oder unter Gewinnbeteiligung der Gesellschaft.
        <pb n="158" />
        Buchhalterische Durchführung eines Konsortialgeschäftes. 143

4. Konsortien zur Einführung von Wertpapieren an der
Börse in den Freiverkehr oder in den amtlichen Verkehr.

Gründungs-, Umwandlungs- und Übernahmekonsortien betrei-
ben meist gleichzeitig die Einführung der betreffenden Effekten
an der Börse, so daß reine Einführungskonsortien selten sind.

5. Konsortien zur Kursregulierung.

6. Konsortien zur gemeinsamen Gewährung von Krediten.

In den nachstehenden Ausführungen handelt es sich um ein
Konsortium zur Durchführung einer Kapitalerhöhung bei einer
Aktiengesellschaft unter Einräumung eines beschränkten Bezugs-
rechtes an die Aktionäre und unter Gewinnbeteiligung der Ge-
sellschaft. Die im § 282 HGB. vorgesehene direkte Anbietung
junger Aktien wird wegen ihrer Umständlichkeit nur in seltenen
Ausnahmen gewählt. Die indirekte Anbietung erfolgt gewöhn-
lich in der Art, daß der Gesamtbetrag der Erhöhung einem Kon-
sortium, welches aus den der Gessellschaft nahestehenden und im
Aufsichtsrate vertretenen Banken besteht, übertragen wird, und
daß dieses die jungen Aktien ganz oder teilweise den alten
Aktionären anbietet.

Ein Konsortium, bestehend aus den Banken A, B und C, die
mit Quoten von 50, 30 bzw. 20 Prozent teilnehmen, übernimmt
von der Gesellschaft G., die bisher mit einem Aktienkapital von
I6 3 000 000.9 arbeitete (Kursstand 120 Prozent), b 2 000 000.0
neue Aktien zu pari zuzüglich Spesen ~ 108 Prozent. Es ver-
pflichtet sich, von den neuen Aktien J 1 500 000.09 (15 000 Ak-
tien à A 100.099) den bisherigen Aktionären zu 110 Prozent im
Verhältnis 2:1 zum Bezuge anzubieten. Die restlichen Aktien
sollen nach erfolgter Börseneinführung bestmöglichst verkauft
werden. Das Konsortium erhält als Vergütung von den zum
Bezuge anzubietenden Aktien die 2 Prozent Kursuntersschied, von
den Verwertungsaktien 2 Prozent des Nominalbetrages und
eine Gewinnbeteiligung von 20 Prozent des Erlöses, der über
110 Prozent, und von 30 Prozent des Erlöses, der über 120 Pro-
zent hinausgeht. Der Gegenwert der Aktien ist mit 25 Pro-
zent + 8 Prozent Agio bei der Zeichnung fällig; die weiteren
75 Prozent sind nach Eintragung der Kapitalerhöhung in das
Handelsregister zu zahlen. Das bei der Verwertung erzielte wei-
tere Agio ist anteilig zu überweisen, sobald es jeweils den Be-
trag von .1b 10 000.9 erreicht hat. Konsortialführerin ist Bank
A. Im folgenden sind die von ihr vorzunehmenden Grund-
buchungen dargestellt bzw. angedeutet.
        <pb n="159" />
        144 D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.
Valuta Nominal "
Buchung 1: Einzahlung von 259%, +
8 ") Agio bei der Zeich-
nung.
1. 4. Konssortialkonto G - Aktien an
G-:Gesellschaft
25%. Einz. + 89/0 Agio auf übernom-
mene Akte... ... .. ... « l. 4.. 2000 000 660.000.
Buchung 2: Einforderung dieses Be-
trages von den Konsorten:
1. A. Folgende
an Konsortialkonto G-
Aktien Operationen-
konto) ... . . . 330 000
Abrechnungskonto,
Einforderung von B-
Bank... . . .. . 198.000
Reichsbankkonto, Ein-
forderung von C-
Bank... . .. . : 132000 1|. 4. 660 000.9
Buchung 3: Einzahlung von 759/J an
die G-Gesellschaft! und
Buchung 4: Einforderung dieses Be-
trages von den Konsorten
ebenso wie Buchung 1 u. 2.
Nachdem am 14.4. die Restzahlung von
759%, erfolgt ist, wird das Bezugsrecht für
die alten Aktionäre ausgeschrieben. Be-
zugsrechtsfrist vom 16. bis 30. 4.. Die
Bezugsstellen (A-, B- und C-Bank) mel-
den laufend die bei ihnen erfolgten Be-
züge. Es erfolgen demgemäß
Buchung 5~7T: Folgende
s Konsortialkonto G-Ak-
22. A. B-Bank, Bezug von 3400 G-AkK-
tien zu 11000. . . . . . 22. 4. 340 000 3z74 000.—
24. 4. Bezugs-Konto ?) |
Bezug von 1820 G-Aktien zu
110%), bei der A -Bank . . 24. 4. 182 000 200 200.9
25. 4. Desgl. Bezug von 2080 G-Aktien 25. 4. 208 000 228 800.—
Das Guthaben des Konsortialkontos be-
läuft sich hiernach auf über ./ 800 000.
Der Konsortialvertrag sieht Bestimmungen
über die Höchstbeträge, welche in der Kon-
1) Das Hyerstitnenkants ist das Engagementskonto der rechnungfüh-
renden Bank A.
?) Das Bezugskonto ist ein Durchgangskonto, das bei Zahlung des Be-
ztiospteises zu Lasten der Kasse bzw. der Bank. oder Kontokorrentkonten
erkannt wird.

Marek
        <pb n="160" />
        Buchhalterische Durchführung eines Konsortialgeschästes. 145
sortialrechnung als Guthaben oder Schuld Valuta Nominal m
erscheinen dürfen, vor. Diesen Vertrags-
bestimmungen zufolge wird jetzt die runde
Summe von ./ 800 000 ausgeschüttet.

Buchung 8: Konsortialkonto G-
Aktien an folgende.
Operationenkonto . . 400 000
Abrechnungskonto (B-
Bank). .. 2.0 ;.. 21.240000
Reichsbankkonto (C-
Pank) .. % „54.160.000
Ausschüttung des Gut-
habens ~.... s zr reger o 25. 4. 800 000.~
Buchung 9—12: Weitere Bezugsmel-
dungen wie 5 - 7.
Buchung 13: Weitere Ausschüttung des
neu entstandenen Konsor-
tialguthabens.
Bei der Zusammenstellung des Bezugs-
ergebnisses am Ende der Bezugsfrist zeigt
sich, daß 20 Aktien zuviel angemeldet
wurden. Bei der C Bank wrrd ein Fehler
entdeckt. Sie meldete 30 Aktien mehr an,
als den Ansprüchen der Einreicher entsprach,
so daß der Bezug von 30 Aktien zu stor-
nieren und der Gegenwert zurückzuver-
güten ist.
Buchung 14: Konsortialkonto G:4ktien
an Reichsbank (vqu).
Überweisung an C-Bank für
stornierte 30 G-Aktien . . 30. 4.
Es sind jetzt folgende Aktien bezogen:
bei der A-Bank 9740, bei der B-Bank
4630 und bei der C-Bank 620, zusammen
14 990, so daß insgesamt 5010 Aktien vor-
handen sind, die als Verwertungsaktien
verkauft werden sollen. (Vgl. Konsortial-
konto G-Aktien.)
Inzwischen ist die Zulassung zur Börse
erfolgt. Am 1. Notierungstage werden
50%, der Aktien abgegeben, z. T. durch
A-Bank, 3 T. durch B-Bank. Kurs: 115'/q.
B uchung 15 und 16: Folgende an Kon-
sortialkonto G:Aktien :
Effektenkonto G- Ak-
tien '): verke 19u0
1) Während das Bezugskonto als Durchgangskonto das Bezugsgeschäft
der eigenen Bezugsstelle kontrolliert, dient das Effektenkonto G-Aktien
zur Kontrolle des eigenen Anteils am Verwertungsgeschäft. Es wird bei
Eingang oder Überweisung der Zahlungen kreditiert.
Kalveram. Bankbuchhaltung.

rhuur
3 000 3 300.
10
        <pb n="161" />
        D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.
Valuta Nominal Mark
G-Aktien à 115%, . 218 500
Spesen. ... . . 2185 16. 4. 190 000 216 315.9
B:Bank: verk. 600 G-

Aktien à 1159)9 . . 69 000

Spésseén L .g 690 16. 4. 60 000 68 310.9
Aus dem entstandenen Guthaben sind

zirka . 300 000 verfügbar, an denen

diesmal auch die Gesellschaft beteiligt ist.

Das über 1109/, erzielte Agio beläuft sich

auf rund / 12 000.9, wovon die Ge-

sellschaft 90°)9 = rund / 10 000.~ erhält.

Buchung 17 und 18: Ausschüttung an

j Konsorten und Gesellschaft
wie Buchung 8.

Buchung 19 bis 21, 23 bis 24: Wei-

tere Verkäufe
wie Buchung 15.

Buchung '22: Am 19. 5. werden bei
schwacher Börse 120 Aktien
aufgenommen, um denRKurs
zu halten

19. 5. Konso.tialkonto G-Aktien
an Effektenkonto
AM 12 000 G-Aktien à 1189),
zj: Spesen &amp; O -e #ﬄ 20. 5. 12 000 14 Z3.~

Buchung 25: betrifft eine weitere Aus-

schüttung an die Konsorten.
Der Stückebestand stellt sich nun auf

720 Aktien, während die Konsorten von ihren

Einlagen von insgesamt / 2 160 000.2

durch die bisher erfolgten Ausschüttungen

A/ 2 100 000.09 zurückerhielten, so daß

ihr Engagement noch &amp; 60 000.9 be-

trägt. Bei Nichtberücksichtiqung des Ge-
winnanteils der Gessellschaft G kostet dem

Konsortium jede Aktie des Restbestar des

also 60 000 : 720 = ca. 83%,. Da sonach

kein Risiko mehr in dem Geschäste liegt,
beschließgt man unter Zustimmung der Ge-
sellichaft die Auflösung des Konsortiums
und die Gewinnbeteiligung der Gesellschaft
an den Resstaktien unter Zugrundelegung
eines Kurses von 1209/4. Stücke und Rest-
guthaben werden unter die Konsorten auf
Grund folgender Schlußabrechnung der
Konsortialführerin verteilt:
Die Gessellschaft hat zu erhalten:
a) von den Bezugsaktien
(nom. 1 500000 ä 1089/90) . 1 620 000

146
018
        <pb n="162" />
        Buchhalterische Durchführung eines Konsortialgeschäftes. 147
Valuta Nominal .
b) von den Verwertungsaktien

(nom. 500000 à 108%/,). . 940 000

Der Erlös betrug

von 4410 Aktien ~ 509 384

von 720 Restaktien :

(verr. zu 120°/,) 85 536
zus. 5130 Aktien 594 920
hierv. ab 120 Aktien
(Aufnahme) 14 018
580 902
+ 1109/, 551 100
Der Erlös über 1100 ,

Betrug ; ..... ® .) 129 802
Hi. rvon erhält das Kon-

ssortium 20%, =5960
+ 10/4 des über
120%, hinausge-
hend.Erlöses aus d.

Verkauf zu 121°)»6 20 %s5 980
DenRest erhält d. Geselljchafttmit %23 822
zusammen 2 183 822
Sie hat erhalten „......% .../ 2 170 000
Die verbleibenden 13 822
erhält die Gesellsschast gutgeschrieben laut
Buchung 26: Konsortium G-Aktien
an G-Gesellschaft, Restzah-
lung .. . z. MWM. 30. 5. ! 22.9

Jetzt wird die Konsortialrechnung unter
Berechnung von Zinsen ( } 449.—+) und
Spesen (. 43.9) abgeschlossen, wobei Gut-
haben- und Stückesaldo von / 20 850.~
b jw. 720 Aktien an die Konsorten zur
Aufteilung kommen.

Buchung 27: Konsortialkonto G-Aktien
an folgende
Operati:nen . . . . 10 425
Reichsbank von B-Bank 6 255
dsgl. von C-Bank . . 4 170 30. 5. 20 850.0
Restausschüttung

In gleicher Weise wird der Stückebestand
übertragen gemäß Buchung 28-30.

Das Operationen-Konto der A-Bank weist nach Abschluß des
Konsortiums einen Schuldsaldo von .s6 19 575.9 und einen Stücke-
bestand von 360 Aktien zu M 100.0 auf. Die A-Bank hat
diese Aktien vorverkauft, und zwar am 25. Mai 320 Stück zu
124 Prozent und am 28. Mai den Rest zu 118 Prozent. Durch

mau.
"I 87
        <pb n="163" />
        148 D; Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung. Buchhalterische Durchführung eines Konsortialgeschäftes. 149
Formular Nr. 97. Konssortialkonto G-Aktien
G Z, . . .. ;;
z, § att Verfäu | &amp; | satten | Betrag 2 z sse Verfall | S | zahlen | Betrag
# S 100 s' § S 100 t ,
1| April) 1|120000 25‘lo Einzahlg. + 8 o/, Aufgeld April 1 _ 660000 2 st.:! 1 Eitforderung Y. dt Korfortes treit] ' L F | 660000
z | zt uÛa. Konsorten 35| 280000 !500000: | [4 Bezug % 110 0/, " . 0904
:| Mai | 1 desgl. mai | 1| 291 232000 800000 5 22| 3400 durch B-Bank 22 38| 142120 ! 374000
51 930 Bezugsstorno C-Bank ü: | 9901 3300 6 24 1820 durch A-Bank ; : 72072 200200
16! Ausschüttung a. d. Gesellschaft Mai 16 10000 7 25] 2080 do. 125) 35) 80080 228800
16 desgl. an die Konsorten 16 |14 43400 300000 5 28] 500 durch C-Bank 28| 321 17600 855000
&gt; 191 120 Aufnahme à 118’/, durch -BkK. 20| 100 1401 14018 lol mai | 1s 5849 durch A-Bank 30 642 400
29, 25 Ausschüttung an die Konsorten 231 7| 14000 200000 11 1230 durch B-Bank é 30| 238260 | 135 300
26. z Restabrechnung mit der Ges. 30 13822 l2| . 150 durch C-Bank 130| | 16 500
í Spesen 50, ' 4s Verkäufe. .
§1 Zahlensaldo : 30 40 433 ts j151 1900 ä 115 h, durch A-Bank lt 39847 216315
31! Restausschüttung an die Kons. '30. 20850 "1800 a 118 h t: tet ! Us " bss1û
ht ju t uus des + 19 ! 54908
300 a 118 9%so durch B-Bauk sig [u 9892' z8046
29 201 720 a 120 9%, durch A.Bank 21/ 91 7698 8$5536
sal hz 210 a 1121 9%, do. 1235) 71 1760 25156
Restausschüttung
28| 3z1| 360 an A-Bank
29, 311 216 an B-Bank
50 3z11 1414 an C-Bank
[31 4 0[) Zinsen auf Nr. 40 433 | 449
[ | B12224 [1522055 | [ [ [1522053
Formular Ur. 98. Overationen- Konto
s] # ,|Sstücke g §| s | „| stücke ;;
E 5 s| à | Verfall | F' | satten | Betrag : S s à Verfall J Zahlen | Betrag
f] S ' h00 S E| S ° h00 "
rs ] D Einforderung April | ! t:. 194700 ts js I Ausschüttung “i 140000 | 400000
4 . 14 : d0! &gt; [14| 46 ] 345000 | 750000 ; Mai | ? do. Mai | 1| 29 j 116000 | 400000
.8| Mai [311 360 Stückeausschüttung Ig '115 do. 1614| 21000 | 150000
4°lo Sinsen aus Nr. 253 643 2818 25 25; do: ; 1235) 7 | 7000 | 100000
Mai |[31 Gewinn- und Verlustkonto 21 562 27 ; Restausschüttung 30 ' t 10425
25] 320 Verkauf ä 1249', 25) 5| 1964| 39283
¿sl 40 Verkauf à 118 ’/, 28| 2 93| 4672
N Zahlensaldo 1350' - 253643
a | 559700 [1 T04380 o | 539700 [1 104580
        <pb n="164" />
        . D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.

diese Vorverkäufe ist ein Guthaben auf dem Operationenkonto
bzw. Engagementskonto von AM 24 380.0 entstanden, das sich
bei Berechnung von Buchzinsen auf diesem Konto auf M6 21 562.2
ermäßigt. Dieser Saldo ist bei Jahresschluß auf Gewinn- und
Verlustkonto zu übertragen.

Das Konsortialkonto war in unserem Falle ungeteilt. Da
die Durchführung einer Kapitalerhöhung meist zu komplizier-
teren und zahlreicheren Buchungen Anlaß gibt, so wird oft
das Konsortialkonto in mehrere Sonderkonten zerlegt. So ließen
sich in obigem Halle für das Bezugs- und für das Verwertungs-
geschäft Sonderkonten anlegen. Auf beiden würde der Gegenwert
der Aktien zum Einstandskurs belastet, Bezüge bzw. Verkäufe
würden erkannt, so daß der Gewinn aus beiden Geschäften ge-
trennt erschiene. Man vermeidet dadurch eine Unübersichtlichkeit
des Kontos, besonders wenn während des Bezugsgeschäftes Ver-
käufe stattfinden.

Die Teilung kann auch in der Weise weitergeführt werden,
daß die Mitführung der Gewinnbeteiligung der Gesellschaft G.
vermieden wird, indem bei jedem Verkauf von Aktien der Ge-
winnanteil der Gessellschaft mit dieser direkt durch Gultschrift
abgerechnet wird, so daß auf dem Konsortialkonto nur der
Gewinn der Konsorten verbleibt. Diese Methode ist empfehlens-
wert, wenn man undurchsichtige Schlußabrechnungen vermeiden
will, oder wenn während der Verkäufe die Abmachungen über
die Gewinnbeteiligung geändert werden, oder auch, wenn der Er-
lös einzelner Verkäufe so erheblich ist, daß sich eine Abrechnung
und Gutschrift nach jedem V erkaufe lohnt.

Die Teilung kann auch so weit gehen, daß die Konsortial-
rechnung nur noch als Durchgangsrechnung dient. Jeder Posten,
der auf ihr erscheint, wird sogleich auf der Gegenseite in seine
Bestandteile zerlegt, so daß niemals ein Saldo erscheint (vgl. Bu-
&lt;ung 15-4). Natürlich richtet sich die Art der Kontengliederung
nach den Besonderheiten des einzelnen Geschäftes.

III. Verbuchung von Termindevisengeschäften und Arbitragen.

Devisen einschließlich Schecks und Auszahlungen werden auch
auf Termin gehandelt. übernimmt eine Bank am 1. Septem-
ber die Verpflichtung, ultimo des Monats $ 1000.~ zu 4,195
telegraphische Auszahlung zu kaufen, so wird zuweilen die V er-

150
        <pb n="165" />
        Verbuchung von Termindevisengeschäften und Arbitragen. 151
4 buchung der Verbindlichkeit zur Abnahme der Devisen und zur
; Zahlung des Gegenwertes von J6 4195.–9 erst nach der Ab-
1 wicklung des Geschäftes in den Primanoten und Hauptbuch-
d konten vorgenommen. Ebenso wird die Verpflichtung zur Lieferung
t und Zahlung im Falle des Verkaufs zuweilen nicht gebucht, son-
dern nur im Terminkalender notiert. Diese s&lt;webenden
Verbindlichk eiten erscheinen dann auch nicht in der Bilanz.
In diesen Termingesschäften ruht aber ein starkes Risiko, wenn
die Bank es unterläßt, sich rechtzeitig durch Gegengeschäfte zu
sichern!). Soll die Bilanz das Obligo aus solchen wagnis-
reichen Geschäften zum Ausdruck bringen, so müssen die Devisen-
verkäufe und -käufe auf Termin bereits beim Abschluß in die
Buchhaltung einbezogen werden. Dazu sind besondere „Ter-

mink onten“" erforderlich.

1. Ein Termingeschäft gegen Mark.

Betrachten wir kurz ein Devisen-Termingeschäft gegen Mark,
wobei die X-Bank am 1. September an die Discontogesellschaft
verkauft ?) :

s 1000.– Auszahlung New York à 't 4,21 per 30. 9., Anschaf-
fung Equitrust,
so haben wir dabei zwei Buchungsvorgänge zu unterscheiden :

a) Den Buchungsvorgang bei der Anwi lung des
Termingeschäftes am 1. September, der in die Mark- und De-
visenbuchung zerfällt und sich nur auf Terminkonten abspielt.
(In die Position kommt er beim Abschluß.)

b) Den Buchungsvorgang bei der Abwicklung des
Termingeschäfts am 30. September., der in je zwei Mark- und
Devisenbuchungen zerfällt. (Ausgleich der Posten auf Termin-
Mark- und Termin-Währungskonten und Verbuchung auf den
laufenden Konten.)

1) Vgl. Bankbilanzen a. a. O. S. 70 ff.

?) Gegenwärtig sind Devisentermingeschäfte gegen Mark verboten;
nur Ussancegeschäfte sind zugelassen.
        <pb n="166" />
        12.2 D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.
a) Anwicklung
(auf Grund des Händlerzettels).
Formular Nr. 99. æ) Abschlußbestätigung.
Frankfurt a. M. 1. Sept. 1924.
Direction der Discontogesellschaft
Frankfurt a. M.
Unserem heutigen telefonischen Verkehr zufolge überließen wir Ihnen
, 6 1000.09 Auszahlung New-Nork per 30. Sept. à 4.20.
Wir erkennen Sie hierfür auf H' Terminkonto mit
_ 1000.09 Wert 30. Sept. und
belasten Sie für den Gegenwert mit
A 4200. ~ auf Mark-Terminkonto.
Die Dollars schaffen wir Ihnen bei Verfall bei der ( Equitable Trust Co.,
reger Hochachtungsvoll
X- Bank.
8) Buchung bei der Anwicklung.
H-Terminkonto Discontogesellschaft Mark-Terminkonto Discontogesellschaft
1) 1.9. 1000.00 2) 1. 9. 4 4200.- | mm
K-Terminenagagementkto. (0.X.Bk) Mk.-Terminengagementkto. (d. X-BkK )
1) 1:9. 1000,.. — 1 2) 1.9. 44200.2
b) A b wi lung.
Formular _nr _100. æ) Buchungsaufgabe.
Frankfurt a. M., 28. Sept. 1924.
An die Direction der Discontogesellschaft.
Gemäß telefonischer Absprache vom 1. 9. überweisen wir Ihnen
, 6' 1000.09 Auszahlung New-Nork à 4.20 per 30. 9.,
die wir Ihnen bei der Equit. ble Trust Co., New-Nork anschaffen und
wofür wir Sie auf Dollar-Terminkonto Wert 30. 9. belassten.
Dagegen erkennen wir Sie mit
U u Sept.
auf Markterminkonto. Den Markgegenwert werden wir bei Ihnen erheben.
Hochacht 1ngsvoll
X-Banktk.

157
        <pb n="167" />
        Verbuchung von Termindevisengeschäften und Arbitragen. 153
Formular Nr. 101. s) Avis.
Frankfurt a. M., 28. Sept. 1924.
Equitable Trust Co.,
New-Nork.

Hierdurch bitten wir Sie höfl., an die Direction der Discontogesellschaft,
Filiale Frankfurt a. M

H 1000.09 Wert 30. 9. per Übertrag
zu vergüten (in Worten: Tausend Dollar) und uns unter Aufgabe be-
lasten zu wollen.

Hochachtungsvoll
X- Bank.
Formular Nr. 102. ,) Kassa:Nota.
Frankfurt a. M., 30. Sept. 1924.
Direction der Discontogessellschaft.

Für die Ihnen laut Schluß vom 1. 9. überlassenen H' 1000.—- Wert 30. 9.
Auszahlung New-Nork den Gegenwert von . 4200.– erhalten zu haben,
wird bescheinigt. A-Bank.

J) Buchung bei der Abwicklung.

Die Buchungen 1 und 2 waren bei der Anwicklung getroffen worden.

k p 3 , A gleichen die Posten our den Terminkonten aus.

f i 5 ,. b6 berühren die lautenden Konten.
§-Terminkonto Discontoaesellschaft Markterminkonto Discontogesellichaft
z) 30. 9. 1000. - | 1) 1 9. 1000. T 2) 1. 9. __ 4200. -| 4) 30. 9. 4200.~
F-Engagementskonto (der X-Bank) Markenagaaementskonto lder XR-Bank)
1) 1.9. 1000. | 3) 30. 9.1000.. 4) 30.9 _ 4200. | 2) 1. 9. 4200.D

K-RKonto Nostro Eauitrust H-Devisenkonto
] 5) 30. 9. 1000..0 Z) 30. 9. 1000. - J
Fremde Wechsel-Konto Kasssa-Konto
| 6) 30. 9. 4200.. H) 30.9. 4200.–
2. Ein Terminusancegeschäft.

Nach diesem Termingeschäft „Dollar gegen Mark"
wählen wir ein Usanceg e schäft P funde gegen Schweizer
Franken“ auf Termin und verbinden dieses Termin-Usance-
geschäft gleichzeitig mit einem entsprechenden Kass e-Usance-
g e s ch ä f t als Gegenabschluß.

In der Durchführung der Geschäfte wählen wir das Kasse-
Usancegeschäft als erstes.
        <pb n="168" />
        1 D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.
Beispiel einer Devisenarbitrage.

(Kasse- in Verbindung mit Termin-Usancegeschäft.)

Wir arbitrieren mit dem Comptoir d’Escompte de Genèkve,
Basel:

Verkauf : £ 1000.–9.~9 à 23.45 Schweizer Usance per 5. 9.
gegen Kauf a/Termin: £ 1900.9.~– àä 21.95 Schweizer Usance
per 5. 10.

Für beide Teile: Pfunde bei der Quaranty Trust Co., of
New Vork, London; Schweizer Franken beim Schweizer. Bank-
verein, Zürich.

Die von uns zu führende Korrespondenz besteht aus:

1. unserer Abschlußbestätigung an Comptoir d’Escompte;

2. unserem Auftrag an die Guaranty Trust Co.;

3. unserem Avis an den Schweizer. Bankverein;

4. unserem Terminabwicklungsavis;

5. unserem Auftrag an den Schweizer. Bankverein;

6. unserem Avis an die Guaranty Trust Co.

Die buchhalterische Durchführung zerfällt in die Verbuchung
des Kasse-Usance- und des Termin-Usancegeschäftes.
a) Korrespon denz.
Formular Nr. 1053. 1. Abschlußbestätigung.
X-Bank. Frankfurt a. M., 1. September 1924.
_ Comptoir d'Escompte de Géneve, V;ry
ajel.
Unserem heutigen telephonischen Verkehr zufolge überließen wir Ihnen:
L 1000.0.~9 Auszahlung London per 5. cr.
à 23.45 dortiger Usance.
Die F 1000.09. stellen wir Ihnen bei der Guaranty Trust Company
sis e Cg! H'i:!: London, zur Verfügung, während sie den Gegen-
ert à 23.
sfrs. 23 450.0 Wert 5. September
an den Schweizerischen Bankverein, Zürich, vergüten.
Ferner überlassen Sie uns
L 1000 –9.~9 Auszahlung London per 35./10.
à 21.95 dortiger Usance. Den Gegenwert mit
sfrs. 21 950.~
haben wir Ihnen einstweilen auf Termin-sfrs.-Konto Wert 5 10. gutgebracht,
während wir Sie für die uns bei Verfal bei der Guaranty Trust Com-
pany, London, anzuschaffenden F 1000.9.~% auf Termin-Pfund-Konto
Wert 5.10. belastet haben. .í nm W
Ihrer Bestätigung sehen wir entgegen. hocsztt.4azore!!
= Bank.

1 ZA
        <pb n="169" />
        Formular Nr. 104. 2. Auftrag an Guaranty Trust Co.
X:Bank Frankfurt a. M., 1. Sept.. 1924.
Guaranty Trust Company ot New Vork, §
A 10201 ... London ;
D Hierdurch bitten wir Sie höfl. zu vergüten IT m [:
für Rechnung von Vaoxt | Ê
Comptoir d'Escompte de 5. 9. per Übertrag | D
Génèeve, Basel B . 10% —.-
S
., :
insgesamt in Worten: î Eintaujend Pfund Sterling- §
= : EH 1 §
wofür Sie uns unter Aufgabe belasten wollen. Hochzstuuscver .
“. . cry

U
En
uV.
«» UI 11I I- ~
        <pb n="170" />
        ].,, D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.
Formular Nr. _105. 3. Avis an Schweizer. Bankverein.
X-Bank. Frankfurt a. M., den 1. Sept. 1924.
Schweizerischer Bankverein
Zürich.
Wir beehren uns, Ihnen mitzuteilen, daß Ihnen für unsere Rechnung
Betrag Wert Seitens ]
sfrs. 2324500 - 3./9. Comptoir d’'Escompte de Géneve,
Basel
zugehen werden, wofür Sie uns unter Aufgabe erkennen wollen.
Hochachtungsvoll
X-Bank.
Formular Nr. 106. 4. Terminabwicklungsavis.
AX-:Bank. Frankfurt a. M., 29. September 1924.
Comptoir d’Escompte de Géneve,
Termin-Abwicklung. Basel.
Gemäß telephonischer Absprache am 1. September
überließen wir Ihnen übernahmen wir von Ihnen
sfrs. 21 950.9, L 1000.09. zu 21.95,
die Ihnen von dem Schweizerischen die Sie uns bei der Guaranty Trust
Bankverein,Zürich, zugehen werden. Comp., London, zur Verjügung
Vergütung per 5. Oktober, wo- stellen wollen.
für wir Sie auf Termin-sfrs.-Konto Vergütung per 5 Oktober, wo-
belasten. für wir Sie auf Termin-Pfund-Kto.
erkennen.
Hochachtungsvoll
Y Zank.

îS6
. VU r
a’ +-
        <pb n="171" />
        Formular Nr. 107. 5. Auftrag an Schweizer. Bankverein.
X-Bank. Frankfurt a. M., 30. September 1924.
Schweizer. Bankverein, s
NM210202 s ürih. i
Hierdurch bitten wir Sie höfl. zu vergüten M st; |
. L. fur Rechnung von Wert s
Comptoir d'Escompte de Géneève, ~~ | 5.10. per Übertrag D
' sfrs. 21 950 i
! .
S
insgesamt in Worten: = frs. 21950.~ einundzwanzigtausendneunhundertfünfzig Schweizer Frances Z:
wofür Sie uns unter Aufgabe belasten wollen. ho&lt;zhg;val
Bank. .

Ar
Basel
        <pb n="172" />
        ... D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.
Formular Nr. 108. 6. Avis an Guaranty Trust Co.
X:Bank. Frankfurt a. M., den 30. Sept. 1924.
Guaranty Trust Company of New York,
New.Nork.
Wir beehren uns, Ihnen mitzuteilen, daß Ihnen für unsere Rechnung
Betrag Wert Seitens s ]
[ 1000.–1 . 5. 10.1 Comptoir d'Escompte de Génève, Basel
zugehen werden, wofür Sie uns unter Aufgabe erkennen wollen.
Hochachtungsvoll
X-Bank.
b) Buchhalterische Durchführung.
1. Kasse-Us ancegeschäft.
Verkauf von £&amp; 1000.9..–9 gegen Übernahme von sfrs.
23 450.9 per 5. 9.

a) Verkauf:

(1) Mark buchung: Wir erkennen das Fremde-Wechselkonto
und belasten das Usance-Ausgleichskonto mit dem umgerech-
"ttf GUUB tetcrkonis an Fremde-Wechselkonto &amp; 19 000.9.

(1) Währung s buchung: Wir belasten das L-Devissenkonto
und erkennen unseren ausländischen Korrespondenten:

EL-Devisenkonto an ELRonto-Nostro (Quaranty Trust Com-
pany) £ 1000.—9.~

b) übernahme:

Markbuchunge
(1a) Fremde-Wechselkonto an Usance-Ausgleichskonto 46 19 000.-.
(14) Währung s buchung: Wir belasten die Schweizer-Bankver-
bindung für die beauftragte überweisung und erkennen das
sfrs.-Devisenkonto:
Sfrs.-Konto-Nostro (Schweizer. Bankverein) ansfrs.-Devisen-
konto sfrs 23 450.09.

1 58
        <pb n="173" />
        Verbuchung von Termindevisengeschäften und Arbitragen. 159
2. Termin-Usancegeschäft:
Kauf am 5. 9. von L 1000.- per 5. 10. gegen Verkauf
von sfrs. 21950.—.
a) Terminanwiclung.

Das Zielgeschäft wird sofort nach Abschluß buchhalterisch
festgelegt (Terminanwicklung). Man benutzt dazu die Ter-
minwährungskonten der betreffenden Kontrahenten. Comp-
toir d'Escompte wird für die uns per 5. 10. überlassenen
€&lt; 1000.–9 auf seinem L-Terminkonto belastet und für die von
uns per 5. 10. gekauften sfrs. 21 950. - auf sfrs.-Termin-
konto erkannt. Als Gegenkonten dienen die Terminengage-
mentskonten der betreffenden Währungen. Außerdem wer-
den bei der Terminanwicklung die gleichen Markbuchungen
wie beim Kasse-Usancegeschäft vorgenommen.

aa. Kauf: Fremde Wechselkonto "an Usance-Ausgleichskonto
(2) Wert 5. 10. M 17,800. 9

L Dev. Termin-Comptoir-d’'Escompte an L Termin- En-
gangements-Konto L 1000.09.
(Belastung des Gegen -Kontrahenten für die uns per 5. 10.

überlassenen L 1000.09.)

bb. Verkauf: Usance- Ausgleichskonto an Fremde.wesseibgnio
2a) M 17,800. 7
sfrs. Termin- Engagements-RKonto an sfrs. Termin: Comptoir

d’Escompte sfrs. 21,950.

b) Terminab wicklung.

Bei der Abwicklung des Geschäftes am 5. 10. wird das
Comptoir dEscompte de Geneve mit £ 1000.09. auf sei-
nem E£-Terminkonto erkannt und mit sfrs. 21 950.9 auf sei-
nem sfrs.-Terminkonto belastet. Als Gegenkonten dienen wie-
der die Terminengagementskonten der betreffenden Währun-
gen. Dann muß, je nachdem die Anschaffung der Gegenwerte
über das laufende Währungskonto oder mittels Überwei-
sung an einen Korrespondenten erfolgt, das Währungskonto
bzw. das Nostvokonto erkannt und belastet werden. In unse-
rem Beispiel wird das L-Konto-Nostro (Quaranty Trust
Co. mit £L 1000.–9.9 belastet, während gleichzeitig das
L-Devisenkonto erkannt wird; andererseits erkennen wir
unseren Korrespondenten Schweizer. Bankverein gegen Be-
lastung des sfrs.-Devisenkontos mit sfrs. 21 950.-. So ist die
        <pb n="174" />
        I. D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.
Rückbuchung von den Terminkonten auf die laufenden Wäh-
rungskonten bzw. Nostrokonten durchgeführt.
(3) L-Terminengagementskonto
an £-Termin-Comptoir d’Escompte £ 1000.-
(3a) F-Nostrokonto (Quaranty Trust Co.)
an L-Devisenkonto £ 1000.09.
(3) sfrs.-Termin-Comptoir d’Escompte
an sfrs.-Terminengagementskonto sfrs. 21 950.2,
(3a) sfrs.-Devisenkonto
an sfrs.-Nostrokonto (Schweiz. Bankverein) sfrs. 21 950.9.
Der Gewinn aus diesem Geschäft erscheint als Zunahme unseres
eigenen Schweizer-Frankenbestandes auf dem sfrs.-Devisenkonto
und dementsprechend als Zunahme unseres sfrs.-Guthabens auf
Währungskonio-Nostro. Seine Umrechnung in Mark erfolgt beim
Einsezen der umgerechneten Währungsbestände auf Fremde-
Wechselkonto zur Zeit des Abschlusses.
Fremdes Wechsel-Konto !).

1 a | Usance-Ausgl.-Konto 19000.n. U ance. Ausgl.-Konto 19000.~
? 17 809).–~ 2.4 . 17 800.9
Usance-Ausgleichs-Konto.

l Fr. Wechsel-Konto 19000.0 1 a' Fr. Wechsel-Konto 19000.2
2 A 17 800.0 2 . 17800 —

L-Devisen-Konto. _
LE-Konto-Nostro 1000.–9.9 3a L-Ronto-Nostro 1000.29. J
]
k 1) 1 = Kassa-Usancegeschäft; 2 – Terminanwicklung; 3 = Termin-
abwicklung.

' 60
        <pb n="175" />
        Verbuchung von Termindevisengeschäften und Arbitragen. 161
L -Ronto-Nostro (Guaranty Trust Comp.).
73a| F-Devisen-Konto 1000.20... 0 F-Devisen-Konto 1000.9
sfrs..Devisen-Konto.
5a | sfrs.-Konto-Nostro 21950.0 l a sfrs.-Konto-Nostro 23450.–
Gewinn) t:
sfrs.-Konto-Nostro (Schweiz. Bankverein).
l a  sfrs.-Devisen-Konto 23450.0 3a | sfrs.-Devisen-Konto 21 950.–
Devisenkonto 1 500.9
(Gewinn)
LE-Termin-Engagements-Konto.
FL -Dev.-Term.-Uto. 1000.–9.9 1 7 | L-Dev.-Term.-Kto. 1000.9
2 -Devisen-Termin-Konto (Comptoir d'Escompte).
2-Term.-Eng.-Uto. 1000.0.– 3 E-Term.-Eng.-Kto. 1000.–
Ka lv er am, Bankbuchhaltung.

1 1
        <pb n="176" />
        D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.
sfrs.-Termin-Engagements-Konto.
2a | sfrs.-Termin-Konto 21 950.0 I sfrs.-Termin-Konto 21 950.~
sfrs.-Termin-Konto (Comptoir d’'Escompte).
3 | sfrs.-Term.-Eng.-Kto. 21950.09 2a | ssfrs.-Term.-Eng.-Kto. 21 950.1
IV. Verbuchung eines Devisenleihgeschäftes.

Das einfache Devisenleihgeschäft wickelt sich in der
Weise ab, daß Kaufleuten oder Banken für einen begrenzten
Zeitraum (oft für einen Monat) Währungsbeträge bei einem
Auslandsinstitut leihweise zur Verfügung gestellt werden.

Beispiel: Devisenleihe von s 8000.09 für einen Mo-
nat; Zinsen 90s0.

Buchungen: 1. Dem Kunden wird der Währungsbetrag bei
der Equitable Trust Co., New York, zur Verfügung gestellt.

D e visenkonto an Equit able Trust Co.,
Kontonostro.. . . . . . .... . ... | 8000.—

2. Der Kunde wird auf Separatkonto dafür belastet.

Kun de N, Dollarkonto separato an De-
vtsenkenten.... .. ... .. . gj 8000.—

3. Der Kunde stellt zwecks Abwicklung bei Dillon, Read &amp; Co.,
New Nork, s 8000.09 zur Verfügung.

Dillon, Re a d &amp;C o Ko nt o n o str o an Devisen-
konto. . . . . .. e . .. ._. . J 8000.-

162
        <pb n="177" />
        Verbuchung eines Devisenleihgeschäftes. 163
4. Der Kunde wird auf Separatkonto dafür erkannt. Dieses
Sonderkonto gleicht sich nunmehr aus.
D e vis enk onto an Kun de N, Dollarkonto
s e parato . . . H 8000.9
5. Für die Zinsen wird der Kunde auf Währungskonto ordi-
nario belastet.
Run de N, W ähr un g s k onto or d inario an
Valutenzinsenk.oonto . . . : . H 60.9
Auch bei der Buchung Nr. 5 kann das Devisenkonto als Durch-
gangskonto benutzt werden. Anstatt den Währungsbetrag bei
einem Auslandsinstitut bereitzustellen, kann die Bank denselben
auch auf dem Währungskonto ordinario des Kunden gutschreiben.
Die Bank beschafft dann den Kredit zu Lasten eines besonderen
Währungskontos separato, zu desssen Gunsten später der Kredit
abgedeckt wird.
Buchungen: 1. Dem Kunden wird der Währungsbetrag auf
Konto ordinario zu Lasten Konto separato zur Verfügung gestellt.
Kunde N, D ollarkont o separato an Devi-
senkonto). . :. . H 8000.—
D e visenkonto an Kun de N Dollarkonto
ordingrio... t . . F 8000.—
2. Der Kunde ersucht, $8 4000.09 dem Lorokonto des Kunden 3.
zu überweisen und die restlichen 8 4000.f ihm bei der Equitable
Trust Comp. of New York, New Vork, zur Verfügung zu stellen.
Kun de N, D ollark onto ordinario an De-
visenk onto ..; . gyH 8000.~
D e vis enkonto an Kun d e 3, D ollarkonto
O oro: .! ; . H 4000.~
D e v is enkonto an Equitable Trust Comp.
of New N ork, N ew N ork, D ollarkonto
notro. L. § . PSS 4000.-
1) Das Devisenkonto ist als Übertragskonto bei mechanisierter Buch-
haltung unentbehrlich.
        <pb n="178" />
        ï D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.
3. Der Kunde stellt zur Abdeckung des Valutenkredites der
Bank bei der Guarritus, New York, s 8000.+ zur Verfügung.
Guarritus, New N ork, D ollarkonto No-
stro an D e vis enkonto . . J 8000.2
D evisenk onto an Kunde N, Dollarkonto
ordingario.... ... .. N. .. ; E 80060.
4. Die Bank wickelt das Leihgeschäft ab. Die Zinsen werden auf
Konto ordinario belastet.
Kunde N, Dollarkonto or dinario an De-
visenk onto: . . . . JH 8060.~
D e visenkonto an Kunde N, Dollarkonto
separato . ; ... gj 8000.9
Devisenkonto an V alutenzinsenkonto . $ %60.—

Für etwaige Guthaben auf Konto ordinario werden dem Kun-
den während der Dauer des Leihgessschäftes nur Habenzinsen in
Anrechnung gebracht.

Beim kombinierten Devisenleihgeschäft (ssfrs gegen
s) handelt es sich nicht um eine Devisen-, sondern um eine Zins-
arbitrage: leihweise Hergabe einer Währungs-
summe gegen Entleihun g der gleichen Summe in
anderer Valuta für einen kurzen Zeitraum und die
umgekehrte Transaktion beim Ablauf des Devisen-
leihvertrages. Nehmen wir an, die X-Bank, Frankfurt a. M.,
habe ein Guthaben in Schweizer Franken, das ihr eine 6/’9)soige
Verzinsung abwerfe, könnte aber durch Hergabe von Monats-
geldern in Dollar 89/0 Zinsen erzielen. In diesem Hall kann sie,
anstatt ihr sfrs-Guthaben in Dollar umzuwandeln, ein kombinier-
tes Leihgeschäft abschließen. Beträgt der kombinierte Zins-
s a ß ((Überschuß der Dollarzinsen über die Frankenzinsen) 19/,
so erzielt sie aus der Weitergabe der Dollar für einen Monat
19/0 Zinsgewinn.

Beispiel für ein kombiniertes Leihgeschäft. (Vgl.
die Bestätigungssschreiben über An- und Abwicklung.)

1 (A
        <pb n="179" />
        Verbuchung eines Devisenleihgeschäftes. S
Foripylar nr.: 109: 1. Eröffnung sg e sch ä f t.
X -Bank. Frankfurt (Main), den 22. Okt. 1925.
Anglo-Austrian-Bank Ctd., Wi en
Wir bestätigen hiermit heute ]
Schluß: direk,, Combiniertes Leihgeschäft,
von Ihnen geliehen zu haben: Ihnen geliehen zu haben:
§ 10 000. - vom 22. 10. bis 22.11.25 | sfrs. 50 000. — vom 22. 10. bis 22.11. 25.
a 1%,, die Sie uns bei der Equitable k fco. lor die wir Ihnen bei dem
Trust Comp. of NewYork, NewYork, || Schweizer. Bankverein, Zürich,
anschaffen,
wofür wir Sie auf ger. . Konto E M rkennsn
Hochachtungsvoll
X. Bank.
Formular Nr. 110. 2. Ab wic lung.
Frankfurt (Main), den 22. Okt. 1925.
Anglo-Austrian-Bank Ctd.,
W ien.
rief.]
Zufolge unserer [telear.] Vereinbarung vom 20. ct. werden
le
wir die uns vom N: 22. 11. l' Sie uns die Ihnen v. 22.10. bis 22.11.
überlassenen geliehenen
K 10000.— sfrs. 50 000.9 Zürich
Ihnen bei der Guarritus, bei der Schweiz. Kreditanstalt,
New Nork i. Zürich,
zurückvergüten,
wofür wir Sie auf g Iev: Konto
belasten. ' E. v. erkennen.
Für 1/%, Zinsen erkennen wir Sie | Für 09[, Zinsen belasten wir Sie
auf Dollar-sep.-Konto mit ätf.::1.,2.:::5. - Konto mit
Ñ Haben F 8 50 Wert 22. 11. Wert .... Sall
die wir Ihnen die Sie uns bei
wie oben «cv :
anschaffen, wofür wir Sie zum anschaffen wollen, wofür wir Sie
Ausgleich auf F -sep. -Konto be- zum Ausgleich auf .. -RKonto
Soll lalten. E. v. erkennen. Haben
Hochachtungsvoll
XK - Bank.

1 GF
        <pb n="180" />
        . D. Schwierige Fälle der Bankbuchhaltung.
Buchungen:

Es werden nur die Verbuchungen auf den Personenkonten in
schematischer Form dargestellt. Bei allen Transaktionen wird
das Devisenkonto als Durchgangskonto benutzt. Die Nummern
der Buchungen entsprechen der nachstehenden Aufzählung der
Buchungsfälle.

I. Anwicklung am 22. Oktober.

la. Die Anglo Austrian Bank, Wien, stellt uns bei der Equitable
Trust Co., New Vork, s 10000.+ zur Verfügung.

1b. Die Anglo Austrian Bank wird dafür auf s-Konto separato
erkannt.

2a. Die X-Bank stellt der Anglo Austrian Bank bei dem Schwei-
zer. Bankverein, Zürich, frs 50 000.9 zur Verfügung.

2b. Die X-Bank belastet dafür die Anglo Austrian Bank auf
sfrs-Konto separato.

Il. Abwicklung am 22. November.

Za. Die X-Bank überweist an die Guarritus, New Nork,
$ 10000.— zugunsten der Anglo Austrian, Wien.

3b. Die Anglo Austrian wird dafür auf 8-Konto separato
belastet.

4a. Die Anglo Austrian überweist sfrs 50 000.9 an die Schwei-
zer. Kreditanstalt zugunsten der X-Bank.

4b. Die Anglo Austrian Bank wird dafür auf sfrs-Konto sepa-
rato erkannt.

5a. Die Anglo Austrian Bank wird für 1% Zinsen auf s8-Konto
separato erkannt.

5b. Der Valuta-Zinsbetrag wird einem Valuta-Zinsenkonto
belastet.

6a. Die Zinsen werden bei der Guarritus angeschafft.

6b. Die Anglo Austrian wird auf s-Konto separato für diese
Anschaffung belastet.

Nunmehr gleichen sich die beiden Separatkonten und das als
Durchgangskonto dienende Devisenkonto, das im Dienste der
Kontrolle des Devisenleihgeschäftes steht, aus. Ebenso gleichen
sich die beiden sfrs-Konten nostro aus. Als Effekt der ganzen
Verbuchungen zeigt sich nur eine Belastung auf Valutazinsen-

1 66
        <pb n="181" />
        Verbuchung eines Devisenleihgeschäftes. 167

1 konto und eine entsprechende Gutschrift auf Konto Guarritus,

1 New Nork. Der Zinsgewinn aus der Verwendung des entliehenen

# s-Betrages zu einem höheren Zinssatz tritt hier nicht in Erschei-

" nung, weil die entsprechenden Buchungen fehlen.

R Anglo-Austrian- F-Konto separato. Anglo-Austrian-sfrs.-Konto sePaAraAto.
de 3 b F 10000.9 | 1b K 10000.0 2b sfrs. 50 000.9 ' 4 b sfrs. 50 000.2
da 6b F ss | z. K 8.50 ® &gt; = &gt;=

Ä :::ii J S T ]
Equitable Trust Co. Schweizer Bank-Verein.
enn a g  10000.-- | | 2a sfrs. 50 000.2
Guarritus, New Nork. Schweizer Kreditanstalt.
3a F 10000.0 44A sfrs. 50 000.-
; 8.50
Val.-Zinsen-Ronto.
J F 8.50
Devisen-Konto.
ifrs.
1 b 10 NNO. - 1 a I MA...;
2 A 50 000. - 2 b 50000.9
3 A 10 000.7 3 b 10000. -
4 b 50 000.9 4 a 50 900.9
5 A 8.50 5 b 8.50
H A 8.50 6 b 8.50
__20017.09 | 100000.~, _20017. 100000.~_

).)
E s sfrs.
) Uu.
.
        <pb n="182" />
        E. Die Mechanisierung der Bankbuchhaltung.

E. Die Mechanisierung der Bankbuchhaltung.

Alle Großbanken und viele Bankinsstitute mittlerer Größe sind
damit beschäftigt, ihr Buchhaltungswesen durch Einführung
von Maschinen zu mechanissieren. Sie folgen darin einer Ent-
wicklung, die in den Vereinigten Staaten von Amerika. schon vor
mehreren Jahrzehnten ihren Anfang nahm. Durch die Fort-
schritte der Technik in der Dervollkommnung der Bureaumaschinen
wird diese Bewegung stark gefördert. Die in Deutschland zur
Anwendung kommenden Buchhaltungsmasschinen sind meist ameri-
kanischen Ursprungs. Die allgemeine Einführung derselben steht
in Zusammenhang mit der durchgreifenden Reorganisation der
Bankbetriebe nach der Zeit der Inflation.

Die Dinge sind noch im Fluß. Es wäre verfrüht, in der vor-
liegenden Schrift nur die mechanisierte Buchhaltung darzustellen.
Man müßte dann bei dem vorgeschriebenen Umfange des Buches
wichtige Betrachtungen über Wesen und Technik der Bankbuch-
haltung ausschalten, um Platz für die Darstellung aller Vor-
aussetzungen und Mittel der Mechanisierung zu gewinnen. Auch
ist zu bedenken, daß die alten Methoden der Bankbuchhaltung
nicht aussterben werden. Banken bzw. Bankabteilungen mit
kleinem Gesschäftsumfang wird man nicht auf Maschinenbetrieb
umstellen, weil die sehr teuren Apparate hier nicht voll aus-
genutzt werden können. Wir begnügen uns daher mit einer
kurzen Einführung in das Wesen der Mechanisierung und der
Darstellung einiger typischer Fälle.

1. Voraussetzungen zur Mechanisierung.

Bei dauernder Verrichtung der gleichen geisstig-mechanisschen
Teilarbeit wird allmählich die kritische Überlegung bei jedem ein-
zelnen Arbeitsgang ausgeschaltet und durch die einer Mechanik
vergleichbare Gleichförmigkeit in der geistigen Haltung des Ar-
beitenden zur Arbeit verdrängt. Mechanisierung ist eine Folge
der Arbeitsspezialisierung und schreitet mit dieser fort. Ihr
Gebiet ist vor allem der Großbetrieb mit Häufung gleichartiger
Fälle. Die Aufteilung der Arbeitsprozesse in sich gleichförmig
wiederholende Teilarbeiten ermöglicht die Einführung von Ma-

1 68
        <pb n="183" />
        Voraussetzungen zur Mechanisierung. )
schinen, welche den mechanischen Teil der Arbeitsleistung über-
f nehmen.
Unter der hier zu besprechenden Mechanisierung der Buchhal-
t tung versteht man die Durchführung der buchhalterischen Arbei-
t ten mit Hilfe von Maschinen. Im Bankbetrieb ist die Anwendung
t von Maschinen nicht auf die Buchhaltung beschränkt. Im moder-
nen Betrieb steht die Maschine und das mechanische Arbeitsver-
fahren im Dienst der Kasssengebarung, der Expedition, des Brief-
durchlaufs durch die Abteilungen, der schriftlichen Verständigung
unter denselben usw. (elektrische Geldzählmaschinen, Kopier-,
Adressier- und Frankiermasschinen, Portokontrollkassen, Rohr- und
Seilpostanlagen, Fernschreiber usw.). Die eigentliche Domäne
der Mechanisierung ist jedoch die Buchhaltung. Infolge des
Überwiegens des mechanisch geistigen Arbeitselements gegenüber
dem rein geistigen und infolge der Fülle des Buchungsmaterials
ist sie zur Durchführung der Mechanisierung besonders geeignet.
Die Bankbuchhaltung ist gekennzeichnet durch eine große Zahl
gleichartiger Buchungsposten, die täglich in annähernd gleichem
Umfange wiederkehren. Das entspricht dem Charakter der regu-
lären Bankarbeit, die in der Erledigung vieler Einzelvorfälle
gleicher Art (Effekten- und Devisenkäufe und Verkäufe, Depotein-
und Ausgänge, Scheckinkasso usw.) besteht. Jeder Geschäftsfall
der gleichen Art wird nach dem gleichen Schema, in der gleichen
Reihenfolge und unter Benutzung derselben Formulare auf-
gezeichnet und weiterbearbeitet. Dabei wiederholen sich die glei-
chen Buchungsdaten in den Grundbüchern, Sach- und Personen-
konten, Skontren, Buchungsaufgaben, Ausführungsanzeigen usw.
Die Übereinstimmung der verschiedenen Eintragungen muß durch
Ablesen, Nachaddieren, Abstimmen usw. fortlaufend geprüft wer-
den. Vielfach werden zum Zweck dieser Abstimmung besondere
Kontrollbücher geführt (vgl. Kontokorrentkontrollbuch S. 125).
Da es sich beim Bankgeschäft um eine überwiegend abstrakte
Wertverrechnung (Umschreibung von Konto zu Konto) handelt,
so ist die tägliche Abstimmung ein wesentliches Erfordernis. Diese
tägliche Kontrolle verlangt aber die pünktliche, restlose Durch-
führung aller Buchungen am Tage des Geschäftsvorfalles. Durch
diese Eigenschaften der Bankbuchhaltung (Vielheit, Gleichförmig-
keit und ununterbrochene Folge des Buchungsmaterials, mehr-
malige Wiederholung der gleichen Daten, Notwendigkeit täglicher
Aufbuchung und Abstimmung) sind die Voraussezungen zur Me-
chanisierung gegeben.

1 GC
        <pb n="184" />
        t E. Die Mechanisierung der Bankbuchhaltung.
2. Die Mittel der Mechanisierung.

Es gibt zahlreiche maschinelle Hilfsmittel für Ausrechnung und
buchhalterische Verarbeitung der Gesschäftsvorfälle. Die T hales-
Rechenmaschine (verwandt damit die Brunsviga- und die
Triumphator-Rechenmaschine) wird durch Handkurbel in Be-
wegung gesetzt und dient dem Devisen- und Effektenrechner beim
Ausrechnen bzw. beim Nachrechnen von Kurswert, Provision,
Steuerbetrag usw.

Einfachere Rechenmaschinen, die nur zur Addition Verwendung
finden können, &gt; bei kleinerem Faktor auch zur Multiplikation
in Form wiederholter Addition oder durch Zerlegung in Teil-
produkte und Summation derselben + sind die A ddiator-,
die Comptator-Rechenmaschine und eine Anzahl von Ma-
schinen anderer Namen, aber im Prinzip gleicher Art. Die
Scribola führt auch Subtraktionen aus. Diese Maschinen wer-
den durch Stifteinstellung in Tätigkeit gesetzt und bieten in-
folge des Fehlens von besonderen Kontrolleinrichtungen keine
bestimmte Gewähr für rechnerische Sicherheit. Die Benutzung er-
folgt als Hilfsmittel neben der manuellen Arbeit.

Von Mechanisierung des Betriebes reden wir erst, wenn die
Maschinen systematis&lt;h zur Durchführung des ge-
samten Arbeitsganges (nicht nur als Hilfs- oder Kontroll-
mittel) verwendet werden. Als Mittel dieser systematischen
Mechanisierung dienen Schreibmaschinen, Rechenmaschinen, schrei-
bende Rechenmaschinen und rechnende Schreibmasschinen.

a) Schreibm aschinen. Ein Mittel der Mechanisierung ist
die Schreibmaschine nur bei Erledigung verschiedener Teilarbeiten
in einem Arbeitsgang. Die Mechanisierung der Kassaeinzahlungen
z. B. kann in einem größeren Betriebe dadurch erfolgen, daß man
in einem Arbeitsgang auf dem Wege des Durchschlagverfahrens
folgende Belege herstellt:

1. Gutschriftsanzeige an den Kunden,

2. Buchungsbeleg für die Kontokorrentabteilung,

3. Kassenquittung,

4. Durchschlag zu 1 für die Registratur,

5. Beleg zur Erstellung der Primanota.

Alle Belege (5) werden täglich zusammengeheftet. Die Beträge
werden mit Hilfe einer schreibenden Additionsmaschine auf einem

170
        <pb n="185" />
        Die Mittel der Mechanisierung. 171
Bogen addiert. Belege und Bogen stellen zusam m en
die Kassaeinzahlungsprimanota dar. Vor Einführung
ta dieses Verfahrens mußte jeder der 5 Arbeitsvorgänge für sich vor-
B nommen werden und. die üÜbereinstimmung, der Eintragungen mußte
J sorgfältig nachgeprüft werden. Jetzt genügt eine einmalige Kon-
rt trolle eines der 5 Belege; diese Kontrolle aber ist sehr gewissen-
el haft vorzunehmen, weil sich sonst der Fehler durch alle Durch-
1] schläge hindurchzieht.
Will man verschiedene Durchschläge herstellen, die in der Ma-
] schine bleiben, um die Buchungsposten laufend aufzunehmen,
q während das erste Blatt (z. B. die Buchungsaufgabe an den
. Kunden) bei jedem Posten ausgewechselt werden soll, so kann man
] die Schreibmaschine durch die sog. Billingvorrichtung er-
1 gänzen. Das beschriebene erste Formular wird bei einem Hebel-
; druck ausgeworfen, und beim Einlegen des neuen Formulars
1 verschieben sich automatisch die in der Maschine liegenden weiteren
' Blätter (z. B. Primanotabogen, Skontro usw.) um eine Zeile.
j Bekannte Billingvorrichtungen sind die der Under-
. wood- und der Ideal-Schreibmaschine.
b) Rechenmasschinen.

Wir denken hier besonders an die elektrisch betriebenen Ma-
schinen, die für alle vier Grundrechnungsarten Verwendung finden
können („A r&lt;himedes“ v. R. Pöthig in Glashütte und „Mer-
cedes-Eukli d“ der Mercedes Bureaumasschinenwerke, Mehlis
i. Th.). Je nach Art der vorzunehmenden Operation werden be-
stimmte Hebel auf Addition, Subtraktion, Multiplikation oder
Division eingestellt. Dazu stellt man die Zahlen ein, mit denen
gerechnet werden soll. Sie erscheinen zur Kontrolle in den Schau-
löchern einer besonderen Kontrollspalte. Wenn man nun den
seitlich ausgezogenen Zählwerkschlitten durch Einschalten des elek-
trischen Motors in Bewegung setzt, so erscheint beim Stillstand
des Schlittens das fertige Resultat in den Schaulöchern. Diese
Maschinen, mit denen nur gerechnet, nicht aber geschrieben wer-
den kann, haben Bedeutung für die Nn achkontrolle der
f Le Runge. in der Effekten-, Devisen- und Sortenabtei-
uno

Ä .
        <pb n="186" />
        . E. Die Mechanisierung der Bankbuchhaltung.
c) Schreibende Rechenmaschinen.

Es handelt sich hauptsächlich um Additionsmasschinen, die jede
hinzuzuaddierende Zahl auf eine durchlaufende Papierrolle oder
. bei breitem Wagen &gt; auf einen Bogen drucken und dann
— beim Niederdrücken der Motortaste + die Addition mit der
vorhergehenden Zahlengröße vornehmen. Sie sind durch eine
einfache Vorrichtung auf Subtraktion einzustellen. Die Conti-
nentäl-, die Görz- und die Burroughs. Additions-,
m a sch ine sind sämtlich mit Volltastatur ausgestattet, d. h.
mit den Ziffern 1-9 in der Einer-, Zehner-, Hunderter- usw.
Reihe. Dagegen hat die Astramasschine nur neun Ziffern-
tasten und einige Nulltasten (Z3ehntastenmaschine).
Sie will an Arbeitsweg sparen und das Blindschreiben ermöglichen,
hat aber den vorher genannten Modellen gegenüber den Nach-
teil, daß die Zahl gleichzeitig mit der Niederschrift
hinzuaddiert wird, also nicht vorher kontrolliert werden
kann.

Der Gebrauch dieser Maschinen ist mannigfaltig (Addition
von Primanotabuchungen, Eff ektenumssätzen, Scheck-
aufstellung en usw.). Sie dienen als Mittel der Mecha-
nisierung meist in Verbindung mit Scdthreib- oder
Buchhaltungsmasschinen.

d) R echnende Schreibmaschinen.

Sie sind entweder reguläre Schreibmaschinen, verbunden mit
Zählwerken für Längs- und Mueraddition und Subtraktion oder
Kombinationen von Schreib- mit vollkommenen Additionsmaschi-
nen. Die „Urania-Vega“" (Clemens Müller A.-G., Dresden)
ist eine deutsche Maschine dieser Art, ausgestattet mit zwei Zähl-
werken, die nicht gleichzeitig in Tätigkeit gesezt werden können.
Mueradditionen können nicht ausgeführt werden. Die in den
Zählwerken stehenden Zahlen werden durch Niederschrift gelöscht.
Für den Bankbetrieb kommt diese Maschine nur in begrenztem
Umfange in Frage.

Die Smith-Premier-Masschine wird im Bankbbetriebe
vielfach verwendet. Sie ist eine Schreibmaschine mit besonders
breitem Wagen und einer Anzahl Zählwerken für Längs- und
Queraddition und für Subtraktion. Bei der ihr verwandten

172
        <pb n="187" />
        Die Mittel der Mechanisierung. 173
Remington-Buchhaltungs ma s &lt;h in e wird der Rechen-
mechanismus durch elektrischen Antrieb ausgelöst. Großer Be-
liebtheit erfreut sich auch die Underwo o d-Bo o kk e ep in.g -
M aschine, eine Walzenmaschine mit elektrischem Antrieb, Längs-

j und Mueraddition, Subtraktion und einer Reihe guter Kontroll-
vorrichtungen (Kontrollspalte, Klarstern !) usw.). Die Zählwerke

können für besondere Zwecke gespalten werden. Man kann auch
einzelne Zählwerke bequem ausschalten, ohne sie abnehmen zu
müssen oder Rechenoperationen vornehmen, ohne gleichzeitig zu
schreiben. Besondere Vorteile: leichter Anschlag, fast geräuschlose
Arbeit, Springwagen mit automatischem Rücklauf, direkte Aus-
führung von Subtraktionen (nicht durch Addition der Komple-
mentärzahlen).

Die Burrough-Buchh altungs ma schin e (vergl. Konto-

blatt Form. Nr. 112 S. 176) gestattet nur kurze TertabkKür-
zungen zu schreiben (z. B. Ba Barzahlung, Ez Einzahlung,
üb - Überweisung usw.). Sie hat ein Additions- und ein Subtrak-
tionswerk, Springwagen, elektrischen Antrieb und Kontrollvorrich-
tungen der verschiedensten Art. Sie schreibt den alten Saldo, den
Zu- oder Abgang und wirft automatisch den neuen Saldo aus. Zur
Führung von Kontokorrenten (auf losen Blättern) ist sie besonders
geeignet.

Die Smith-Premier-, die Remington- und die Under-

t wood-Masschine sind zur Erteilung von Effekten- und
Devisenabrechnungen sowie zur gleichzeitigen An-
fertigung einer Reihe von Durchschlägen besonders
geeignet. Das Format der Abrechnungen ist sehr schmal und lang,
weil die Beträge für Steuer, Provision, Courtage und der aus-
machende Betrag nebeneinander in Spalten angeordnet sind, ent-
sprechend der Anordnung der zugehörigen Zählwerke, in denen sie
senkrecht addiert werden. Jeder Bogen für Abrechnungen ent-
hält 8—10 Streifen für Einzelabrechnungen, die an den perforier-
ten Stellen voneinander getrennt werden können, während die
darunter liegenden Durchschläge (Primanota, Skontro usw.), die
gleichzeitig dieselben Eintragungen aufnehmen, keine Perforie-
rung aufweisen. (Vgl. Form. Nr. 111.)

') Unter Klarstern versteht man eine Kontrolltaste, von deren Anwen-
" zu 4:12. NL u V:; VU. r hy; te
Die richtige Niederschrift einer im Zählwerk ausgewiesenen Zahl ist- gleich-
falls nur dann erfolgt, wenn sich der Klarstern niederdrücken läßt.
        <pb n="188" />
        174 E. Die Mechanisierung der Bankbuchhaltung. Die Mittel der Mechanisierung. 175
Formular Nr. 111. J
Ic . . . Perforiert a t c Cra s (v 16 s.# Us §5: wean te tetanen. § Pertoricrt mt . ttt ttt ttt ttt th
tut deer Ankaufss. Rechnung Lastschrift
I m Prov. Bör- —
hz! EN Käufer Vermittler stur itzt. Gegenstand ttächitt. Kurs | tciirte "tz „End: Lctt + “gts.
' betrag ' Zssch. wert makler-u. betrag | siellg. Börsenumsatzsl.
, sonst. Geb
Bei Irrtum änderung vorbehalten. R-Bänk
; Stücke- Stücke Händler- e UUz
Auszahlung zu Gursten Währungs-kontos des Kunden. Kommission
Vermittlers bezw. Käufers.
4 Perforiert J 4 Perforiert J
Die Verwendung dieser Maschinen empfiehlt sich auch zur A n- Ebenso vielseitig in der Verwendungsmöglichkeit ist die El-
fertigung der Saldobilanz: Die beiden ersten Spalten liot-Fisher-Buchhaltungs maschine. Sie unterscheidet
addieren die Soll- und Habensummen der Kontenseiten auf; in sich von den genannten Maschinen vor allem durch ihre h orizon-
den nächsten zwei Spalten werden die Salden ausgeworfen und tale, flache Schreibplatte. Auf diese werden die zu be-
addiert. In ähnlicher Weise dienen die gleichen Maschinen zur druckenden Formulare aufgelegt; die Maschine bewegt sich darüber
Anfertigung von Coupons-, Sche&gt;- und Wechsel- auf zwei Schienen. Infolge der eigenartigen Anordnung der Typen
aufstellungen, wobei sie mit der Niederschrift gleichzeitig die hat sie eine besonders starke Durchschlagskraft, so daß bis zu
Addition vornehmen. Verwendet man diese Maschinen zur Ver- zehn Unterlagen in einem Gang bearbeitet werden können. Die
buchung der Kontokorrente mit Durchschrift des Gebrauchsfähigkeit wird erhöht durch ein neues Karboni-
A uszugs, so beginnt man jede Buchung mit der Niederschrift sierverfahren. Das Einlegen von Kohlepapier, das besonders
des alten Saldos, bucht die Soll- und Habenposten zu oder ab und bei vielen Durchschlägen und großen Formaten erhebliche Zeit in
schreibt den automatisch errechneten neuen Saldo nieder (horizon- Anspruch nimmt, wird dadurch ersetzt, daß die Rückseite des oben
tale Addition und Subtraktion). liegenden Blattes an bestimmten Stellen mit einem Farbstoff

f
        <pb n="189" />
        Formular Nr. 112. &gt;
Konto blatt der Burrough - Buchhaltung s maschine.
t gta Name: A@rs Lrt/czrd . Konto Nr. Z11 _

i tür Ut: Derr t t . y
ur = jfetaritie St
ö Datum Berz, Nummer TB § w 1v Haben w Saldo Saldo-Vortrag Bemerkungen I ] §
avsrtrag: 1.000000n0... ]

Jul. 15. Ba 9566. 16.07 70000,00 1 .070000, 004 1.070000, 00 t
Jar: 16.53 s676: 16:01 350.55. sw ic z::550 .
Jul. 20. Vg 45§ .. 20.07 877 .000 . 0û . - _ 2[!4343: ; 02/1434: ü
zu!: 21:4: B70: 32:91 342.155.75.- 11000:00 21!149:453%7) 21/24. 45. §
je: és: us ¿g' 31:09 15005 .00 50001 . 30DT 50001 . 30- .2
Aug. 20. Ub §99: 20. 08 12.000 .00 . - : 19824.553 27541:35 ;
e: 25. Ve 122. 26.08 1.325 . 30 é/4):220 é261.26 fi
Sept. 1. Wr 302. 1.09 6.730 . 75.7 64 . 10DT 64 . LÖ- ]
Sept .15. Ba 245. 16.09 5700.00 5635 . 90% 5635.90 |.
§rtt:50: és z: Z:z8 6.855 .90 .- uzco: eo 855.901 6835.30
S

J al
        <pb n="190" />
        Die Mittel der Mechanisierung. 177
beliebiger Färbung überzogen ist, der beim Niederdrücken der
Typen die Schrift sauber und deutlich auf dem nächsten Blatt er-
scheinen läßt. Da man die durch Farbstoff präparierten Stellen
auf der Rückseite so verteilen kann, daß nur die für den nächsten
Beleg notwendigen Texte und Ziffern auf diesem sichtbar werden,
so lassen sich in einem Arbeitsgange Belege ziemlich abweichenden
Inhaltes herstellen, besonders wenn man bedenkt, daß die Vor-
drucke sehr verschiedenartig sein können. Die Elliot-Fisher-Ma-
schine ist eine reguläre Schreibmaschine in Verbindung mit Zähl-
werken für Längs- und Queraddition und für Subtraktion durch
Verwendung von Komplementärzahlen. Sie gestattet die maschi-
nelle Verbuchung in gebundene Bücher. Die Verbuchung auf das
richtige Konto wird durch jedesmalige Wiederholung der Konto-
nummer in der dafür vorgessehenen Spalte kontrolliert. Die Ma-
schine hat keinen elektrischen Antrieb. Am meisten wird sie
verwendet zur Anfertigung der Primanoten in Ver-
bindung mit Durchschlägen verschie d ener Art (Bu-
&lt; un gs auf ga b en und Unterlagen für die weitere Bear-
beitung der Geschäftsfälle sowie Eintragung in Hilfs- und
N eb enbücher).

Eine neue Burrough-Maschine ist die Moon-H o pk ins-
Fakturiermaschine. Sie schreibt jeden Text und rech-
net in den vier Grundrechnungsarten. (Direkte Multi-
plikation und Division, also nicht auf dem Wege wiederholter
Addition bzw. Subtraktion.) Die automatisch addierten Ergebnisse
erscheinen in Schaulöchern und werden mit Hilfe von Ressultat-
tasten gedruckt. Die Maschine hat Kolonneneinsteller und auto-
matischen Wagenrücklauf. Sie wird in manchen Betrieben zur
Anfertigung von Abrechnungen verwendet. Ihre Be-
dienung ist etwas schwieriger, wie die der vorher genannten
Maschinen.

Die Hollerith- und die Powers-Masschine sind bei
einigen großen Banken hauptsächlich zu sstatistischen Zwek-
k en eingeführt. Sie werden elektrisch betrieben und bestehen
aus der Loch-, der Sortier- und der Tabellierma-
s’ &lt; ine. Mit Hilfe der Lochmasschine nehmen die Lochkarten
durch Lochung an den durch Ziffern bezeichneten Stellen die fest-
zuhaltenden Daten auf (Kontonummer, Betrag, Fälligkeit, Art
des Geschäftes usw.). Nach diesen Daten können die gelochten
Karten in der Sortiermaschine beliebig sortiert werden. Die

Kalv eram, Bankbuchhaltung.

[2
        <pb n="191" />
        178 E. Die Mechanisierung der Bankbuchhaltung.
Arbeitsweise der Sortier- und der Tabelliermaschine beruht auf
Elektromagnetismus, der bei der Berührung der gelochten Stellen
jeder durchlaufenden Karte die Schließung eines Stromkreises und
durch Inkrafttreten des dadurch ausgelösten Mechanismus die
Aufnahme der durch die Lochungen gekennzeichneten Daten be-
wirkt. Während die Sortiermaschine gruppiert, besorgt die Ta-
belliermaschine die Addition der durch die Lochung gekennzeich-
neten Einzelzahlen. Die Powers-Maschine eignet sich infolge ihres
Tabellendruckes auch als Buchhaltungsmaschine. Für jeden Bu-
cungsposten ist eine besondere Lochkarte anzufertigen. Man
bringt die Karten in den Tabellendrucker und läßt von diesem
eine als Primanota dienende CListe schreiben, die automatisch
addiert wird. Der Tabellendrucker druckt in der Regel nur
Zahlen. Der Kunde, die berührten Konten und die Art des Ge-
schäftsvorfalls werden daher mit Zahlen wiedergegeben, die am
Kopf der Listen erklärt sind. Man verwendet die Maschine be-
sonders zur Anfertigung täglicher und monatlicher
Kontoauszüge, zur Bearbeitung der toten und le-
benden Depotkonten, zur Gruppierung der Bu-
&lt;un g s fälle nach den v erschiedenen Skontren, zur
Aufstellung des Staffelknechts bei der Z3insrech-
nung usw.

Die Buchhaltungsmaschinen der verschiedenen Systeme sind mit
Kontrolleinrichtungen mancher Art ausgestattet. Manche
von ihnen besorgen jederzeit die Saldierung der Konten, ein-
zelne zeigen das Überziehen der Konten automatissch an (Under-
wood-Bookkeeping, Burrough). Fast alle ermöglichen die mühe-
lose Aufstellung der Tagesbilanz durch die Löschung der End-
additionen in den Zählwerken und ihre Sammlung in geeig-
neten Aufstellungen.

3. Formen und Umfang der Mechanisierung.

Nur selten wird ein Bankbetrieb mit einem Schlage auf Ma-
schinen umgestellt. Gewöhnlich macht man einen Versuch in ein-
zelnen Abteilungen und geht allmählich zur Mechanisierung des
Gesamtbetriebes über. Dabei ergibt sich häufig, daß man sich
in verschiedenen Abteilungen auch verschiedener Maschinentypen,
je nach ihrer besten Verwendungsmöglichkeit, bedient. Die Be-
nutzung verschiedener Typen hat gegenüber der Einheit-
lichkeit aller Maschinen den Nachteil, daß bei einem internen

%
        <pb n="192" />
        Formen und Umfang der Mechanisierung. [1179
Personalwechssel die Notwendigkeit neuer Anlernung gegeben ist,
und daß verschiedenartige Formulare verwendet werden müssen.
Oft bildet diese Benutzung verschiedener Maschinentypen ein
Durchgangsstadium zur einheitlichen Mechanisierung, so-
weit sich diese in allen Abteilungen überhaupt durchführen läßt.

Die Art der Mechanisierung einer Bankbuchhaltung hängt be-
sonders davon ab, ob die Primanoten zentralisiert oder
d ezentralisiert geführt werden. Bei einer Zentralisation der
Primanoten sind alle Buchungsmasschinen (für Kassssa-, Effekten-,
Devisenprimanota usw.) in einem Raum vereinigt. Diese Zen-
tralisation hat den Vorteil, daß mit der einzelnen
Buchung gleichzeitig die Eintragungen in die Kon-
tokorrente und die Kontenauszü ge erfolgen können.
Voraussetzung dabei ist eraktes Zusammenarbeiten aller Ab-
teilungen, damit das Maschinenbureau immer rechtzeitig im
Besitz sämtlicher zusammengehöriger Buchungsunterlagen ist. Bei
Dezentralissation der Primanoten werden Rückfragen
über fehlende Unterlagen leichter vermieden. Eine Anpassung
an das verschiedene Arbeitspensum der einzelnen Abteilungen ist
hier leichter möglich. Dagegen kann die gleichzeitige Ver-
buchung der Kontokorrente nicht erfolgen. Theoretisch
ist wohl die Z entralis ation der Primanoten als Or-
g anissationsf orm höheren Grades anzusprechen,
weil sie sich dem Ideal der gleichzeitigen Verbuchung in
den Grundbüchern, Hauptbuchkonten, Skontren und Personen-
konten unter gleichzeitiger Ausfertigung der Aufgaben und Aus-
züge nähert; aber praktische Erwägungen führen meist
zur dezentralissierten Mechanisierung, wobei die
Kontokorrenteintragung hHandschriftlich erfolgen
muß. Ein Blick in die Praxis zeigt, daß die Kontokorrentbuch-
haltung von der Mechanisierung in der Regel am längsten aus-
geschlossen bleibt, obwohl dort alle Voraussetzungen infolge der
gleichförmigen, schematischen Arbeiten vorliegen. Wenn in Ame-
rika fast in jeder Bank auch Kundenkonten und Kundenauszüge
mit der Maschine hergestellt werden, so darf nicht übersehen wer-
den, daß die amerikanischen Banken infolge weitgehender Ar-
beitsteilung einen viel einfacheren Aufbau ihres Betriebes zeigen
als der gemischte deutsche Bankbetrieb, der durch die Vielheit
seiner Geschäfte einer geschlossenen Durchführung der Mechani-
sierung große Schwierigkeiten bereitet. Das schrittweise Vor-
gehen und die Buntheit der Mittel bei der Mechanisierung in
        <pb n="193" />
        ; E. Die Mechanisierung der Bankbuchhaltung.
Deutschland, wodurch der Eindruck einer gewissen ungleichen und
willkürlichen Umorganisation hervorgerufen wird, ist teilweise
in dem Charakter unserer Banken begründet. In Girozentralen,
Kommunalbanken und Sparkassen, die ein gleichförmigeres Ar-
beitspensum erledigen, ist die Mechanisierung leichter und des-
halb weiter fortgeschritten, als in unsern Industrie- und Han-
delsbanken mit dem „Warenhauscharakter“..

Es darf auch nicht übersehen werden, daß die Durchführung der
Mechanisierung eine Kostenfrage ist. Die Rechnungsabschlüsse
der Großbanken für 1924 und 1925 sind durch Aufwendungen für
kostspielige Buchhaltungsmaschinen erheblich belastet.

Zwischen der Methode rein manueller Schreibarbeit und der
vollkommenen Umfstellung der Buchhaltung auf teure Spezial-
maschinen liegen zahlreiche Möglichkeiten, auch mit einfachen
Mitteln eine teilweise Mechanisierung - besonders im kleinen und
mittleren Bankbetrieb + durchzuführen. So können in der
Korrespondenz, die sich mit der Erledigung der Kontoüberträge
beschäftigt, auf einer einfachen Schreibmaschine gleichzeitig die
Belastungs- und Gutschriftsaufgaben einschließlich der Kopien
und die Primanota hergestellt werden. Ist der Begünstigte eine
Bank, die den Übertrag weiterleitet, so läßt sich ein weiteres
Formular ausfertigen, das diese als Ausführungs- und Be-
lastungsanzeige zurückschickt (üblich im Verkehr von Silialen
mit ihrer Zentrale). Die Anwendung des Billingverfahrens „ist
hier besonders vorteilhaft.

Eine wichtige Frage, welche Form und Umfang der Mechani-
sierung beeinflußt, ist die nach der Aus dehnung auf die
V orstadien der Verbuchung und die Art der Ver-
knüpfung von Vorstadien mit der Verbuchung. Daß
man die Durchschläge der Abrechnungen, nachdem man sie mit
Hilfe einer schreibenden Additionsmaschine addiert und zusammen-
geheftet hat, als Primanota verwendet, ist bei vielen Banken
Gepflogenheit. Skontren und Kontokorrente müjsen dann hand-
schriftlich eingetragen werden.

Um die handschriftliche Eintragung der (Effeizten- und Devi-
sen-) Skontren zu ersparen, kann man den zusammen mit der
Abrechnung hergestellten Durchschlag in der Weise perforieren,
daß man für jeden Posten einen schmalen Streifen abtrennen
kann, den man in das Skontro der betreffenden Gattung ein-
klebt. Der Vorteil dieser eine große Sorgfalt und Genauigkeit
erfordernden Arbeitsweise erscheint gering.

i s(0)
        <pb n="194" />
        Beispiele der Mechanisierung aus der Effektenabteilung. 181

Bei einzelnen Buchhaltungsmaschinen, z. B. bei der Moon-
Hopkins, erfolgt die maschinelle Herstellung der Abrechnungen in
der Weise, daß sie gleichzeitig mit der Maschine gerechnet und
geschrieben werden, während bei ssonst üblichen Verfahren die ein-
zelnen Posten der Abrechnung vorgerechnet werden und die Ma-
schinen sich auf die Addition der Einzelposten beschränken. Ande-
rerseits fehlt hier eine Verbindung mit der Grund- und Konten-
verbuchung.

4. Beispiele der Mechanisierung aus der
Effektenabteilung.

a) Durchschreibeverfahren mittels der Schreib-

maschine.

In der Börsenkorrespondenz einer Großbank wird ein ,Bör-
senbogen“, nach Kauf und Verkauf getrennt, fünffach auf dem
Wege der Durchschrift ausgefertigt. Das Original geht an die
E ff ektenabrechnung, die an Hand von Belegen die Ab-
rechnung herstellt und das Original des Börsenbogens zur Kon-
trolle benutt (vgl. Form. Nr. 113 S. 182). Durch sch la g 1 ver-
bleibt in der Börssenabteilung. Durchschlag 2 wandert
zur Effektendurchlieferung als Grundlage für die Regu-
lierung der Stücke und für die Verbuchung des Skontros.
Durchschlag 3 und 4 gelangen an das Sachdepotbuch
zur Kontrolle und Abstimmung.

Mit dem Börsenbogen wird gleichzeitig die Ausführungsanzeige
für den Kunden ausgeschrieben (Billingverfahren).

Die Effektenabrechnunaen werden ebenfalls mit der Schreib-
maschine mit fünf Durchschlägen in versschiedenfarbigem Druck
und Papier angefertigt.

Durchschlag 1 dient zur Bildung der Primanota und
als Beleg zur Verbuchung des Kontokorrents. D urch-
schlag 2 geht. an die Registratur; D urchschla g 3 ist
Unterlazse zur Verbuchung des Effektenkontos; Durch-
schlag 4 ist Kontrollbeleg für die Depot buchhaltung;
Durchschlag 5 bleibt in der Eff ektenabrechnu ng für
den Fall von Reklamationen. Das Original ist das Ab-
rechnungsformular für den Kun den. Die Texte auf den ein-
je!ues Formularen ändern sich entsprechend ihrem besonderen

weck.
        <pb n="195" />
        102 E. Die Mechanisierung der Bankbuchhaltung.
Formular Nr. 113.

Kauf Börse vom 28.9. 25. nr. 5 gefettete
M , n e. , o se l s s ( 6
tame des Ê§ §§ nom. ett. iv. g é § pense:
kunden 1.2 [S gattung Coup.| S S hungen

ztÔt: . S
M. Obergaßner 25 ' 28.9.3000. Höger 1924 | 69

Die Spalten 1.7 haben in allen Formularen den gleichen Vordruck.
In Durchschlag 1 fehlt die Spalte 8; in Durchschlag 2 (Rotdruck) heißt die
Spalte 8: Skontro und die Spalte 9: Stücke zugeteilt oder verkauft am ....
In den Durdhschlägen 3. u. 4 lautet Spalte 8: Saldo, Spalte 9: abgestimmt
durch . . . und eine weitere 10. Spalte: geliefert am . . .

b) Mechanisierung mit Hilfe der Smith-Premier-
Maschine (vgl. S. 175).

Die getätigten Effektenabschlüsse werden handschriftlich in
einen Bogen gemäß Form. 114 eingetragen und dreifach auf ver-
schiedenfarbige Blätter durchgeschrieben.

Durchschlag 1 dient zur Eintragung in das Steuerbuch (Samm-
lung der abzuführenden Steuer). Es ist auch möglich, die ge-
sammelten Durchschläge 1 selbst als Steuerbuch zu verwenden;
Durchschlag 2 geht an das Stückekonto; Durchschlag 3 an die
Revisionsabteilung; das Original wird an die Effektenabrechnung
geleitet. An Hand dieser Urschrift werden die Abrechnungen mit
Hilfe der Smith-Premier-Maschine angefertigt. Den Endbetrag
der einzelnen Abrechnung errechnet die Maschine horizontal aus
dem Kurswert, nachdem Stempel und sonstige Gebühren vom
Abrechner ausgerechnet worden sind. Zwei Durchschläge für die

NT
        <pb n="196" />
        Formular Nr. 114.
Bogen gefertigt: 28. Sept. 1925. Ur.. 23.
pers: mak. | S§luß- | F
Verkäufer Auftrags- îter Nennwert Gattung ) urs ier | Note Ê
Nr. Kasse cCief..Karte nr. Ff
- - &lt;
Georg Grim- z
..LL . “.ch loss: sfr. 1 nm q f
Ä
Revision erledigt : z
S &amp; § Cag ure! 'Schluß. |S 2 E] Tag "
TSS d. Nennwert Käufer Auftrags- 1 U.~~s E | Note s§k| d. |
Sû S Abr. Nr. Kasse CLief.-Karte! Nr:. S S Abr. E.
8.90 29. 9.
Vorstehende zwei Streifen bilden ein Formular. §

M w:
ur.
72 .
ur
        <pb n="197" />
        164 E. Die Mechanisierung der Bankbuchhaltung. Beispiele der Mechanisierung aus der Effektenabteilung. 185
Formular Nr. _115.
Bont e Verkaufs- Rechnung Gutschrift
“ttf |Datum] Verkäufer Schluß- | urtcet Gegenstand *ttdhtth Kurs [uz Htcy verge s td: | Wert- Z; ‘qeuss:
k: tg betrag Zssch. h wett ". sönft. Geb. betrag | tels. uzstil.unhh.
72 | 29. 9. Georg Grim- _
| heimer 28. 9. 2000.09 Gelsenkirchner 21 | 75 |1460.. 20.t 1439.35] 29. 9.
Bei Irrtum änderung vorbehalten. X.Bank
u §gz zu Lasten HE. (Händler-) &amp; mmisjion
1 des Verkäufers.
Formular Nr. 116.
KBank Effekten Konto Gutschrift
(Devisen-) 1%
sf. | Datum] Verkäufer Schluß- teumte:t Gattung ] ragt Kurs [s agi... miller. erst j!zrh pz e grsr
Nr. | tag hetrac 1 u. sonsst. Geb. g I. Börsenumfagt.
Ü 290 9. Georg Grim- 2283. 9. 2000. Gelsenkirchner 75 [1460.. 20 1439.35] 29. 9. '
heimer
;1
»|

05 8.90
; u. 8.90
        <pb n="198" />
        1686 E. Die Mechanisierung der Bankbuchhaltung.
Markbuchhaltung zur Verbuchung des Kontokorrents und für die
Kevisuzettcils werden gleichzeitig hergesstellt. (Vgl. Form.
Nr. 115.

Im gleichen Arbeits gange wird auch die Verbuchung
des Effektenkontos (chronologische Folge der Verkäufe in
allen Effektengattungen) und die Verbuchung des Effek-
tensskontros vorgenommen. Die letztere Verbuchung erfolgt
so, daß der maschinell hergestellte Skontrobogen, der perforiert
ist, in kleine Streifen für je einen Geschäftsfall aufgeteilt wird,
die auf die steifen Kontenblätter des Skontros der betreffenden
Effektengattungen aufgeklebt werden. (Vgl. Form. Nr. 116.)

Die Maschine bewegt den Bogen für Konto und Skontro je-
weils um eine Zeile weiter, während sie den Bogen der Abrech-
nungsformulare um die Breite eines Abrechnungsformulares nach
oben schiebt (Billingverfahren). In der untersten Zeile werden
die in den Zählwerken angesammelten Summen der einzelnen
Spalten in rotem Druck wiedergegeben. Durch die Niederschrift
werden die Zählwerke, welche bisher die Summen sJichtbar zeig-
ten, geleert und müssen dann auf Null stehen (Kontrolle der
richtigen Niederschrift).

Die Abrechnungsformulare, Effektenkonto- und Skontrobogen
sind einheitlich für Verkäufe schwarz, für Käufe rot gedruckt.
Der Text der Formulare ist nicht ganz eindeutig. ,„Effekten-
verkaufsrechnung“ bedeutet einen Verkauf des Kunden zu Lasten
Stückekonto und zugunsten Kontokorrentkonto. Der Aufdruck
„Gutschrift“ auf den Verkaufsabrechnungen ist als gleiches Kenn-
wort auch auf dem Konto- und Skontrobogen angebracht. Er be-
zieht sich auch dort nur auf das Konto des Kunden; denn für das
Effektenkonto stellt ein Kundenverkauf eine ,Lastschrift“ dar.

Die Maschine kann von ungelernten Kräften bedient werden.
Die einzigen Beträge, die errechnet werden müssen (Provision,
Courtage, Stempel), werden vorgerechnet und in das Original
des Börsenbogens eingesetzt. Alle übrige Rechenarbeit leistet die
Maschine. Eine Kontrolle des Effektenkontos erübrigt sich, da
es stets richtig gebucht und aufaddiert ist.

c) Mechanisierung mit Hilfe der Elliot-Fisher-
Maschine (vgl. S. 175).

Die Verwendung dieser Maschine in der Effektenabteilung ist

äußerst vielseitig. Hauptsächlich dient sie zur Ausfertigung

-
[z:
        <pb n="199" />
        [I INIDI VI.. AF n © ~y~ ~~ &amp; 0 vu Ju
Formular nr. _117. Börsenprimanote v. 28. 9. 19 ..
Kauf Effekten-Ausgang Gattung: Harpener
] v 10 11 J
eingegangen Erekution | wp
Käufer Nominal Kurs Mak. Nominal i n an Kurs b3w. exekut. . oqugei. fs
Dat. | Betrag per | Nr. 23
1. Fil. Mainz 3 000.~ 1021/41 Leo 4 000.0 Effektenbk.1102!/, t
2. Hs. Stadter S 000.— 102.1. , 7 000.9 Speyerell [1021/, !
3. Depositenk. C 8 000.9 1021/,| Ran || 5 000.0 Dt. Bank 1021!/,
4. Aug. Neu 6 000.9 102. „ 93 000.– Bethmann 102
3 000.9 Dt. Bank 102
22 000. - 22 000.0
Formular nr. _118. Durchschrift für die Effektendurchlieferung Abnahme .
zugeteilt geliefert :1
Dat. |Betrag| Z Dat. Betrag Zins- Disposit.. ts
1. Fil. mainz 3 000.29. 9.500. | 1925 [r' Leo || 4 000.~, Efektentk. 1102| 29. 9.4000. -| 1925 | i. Depot
. usw.
Formular Nr. _119. Durchschrift für das Steuerbüro
] . E . 10 ~ B-
Kompensationen u. steuerpflicht. | Steuer- entrichtet
direkte Geschäfte Wert fat . | 7
1. Fil. Mainz , 3 000.~ 11021/,] Leo || 4 000.7 Effektenbk. 1021|. 3 067.50 . 3%)06 z

: r U I.
9 20
        <pb n="200" />
        188 E. Die Mechanisierung der Bankbuchhaltung.

der Börsen- und der Effektenprimanoten, der Kas-
sa bog en für Eff ektenein- und -aus gang (Martver-
rechnung) und der Effektenein- und -ausli ef erungs-
b o g en (Stückeverrechnung).

Die ,„Händlerbogen“ werden vom Effektenhändler handschrift-
lich mit drei Durchschlägen angefertigt. Nach einer Durchschrift
wird die Börsenprimanota (vgl. Form. Nr. 117) mit Hilfe der
Elliot-Fisher-Maschine in drei Eremplaren hergestellt, und zwar
wird für jede Effektengattung ein eigener Primanotabogen an-
gelegt, so daß sich das Ausziehen der einzelnen Gattungen aus der
Primanota und die getrennte Verbuchung, die früher durch die
Effektendurchlieferung und das Steuerbureau vorgenommen wer-
den mußten, erübrigt. Diese beiden Abteilungen arbeiten jetzt nach
den zwei Durchschlägen der Börssenprimanota. (Vgl. Form. Nr. 118
und 119 S. 187.)

Die stark umrandeten Teile der Durchschriften werden in den
betreffenden Abteilungen ausgefüllt. Die Effektendurchlieferung
benutzt bei Lieferungen aus Verkäufen die Abrechnungskopien,
bei Annahme aus Käufen die Lieferungsbelege als Grundlage.
Die Verkaufsprimanota (rot gedruckt) zeigt in Spalte 7 anstatt
„Zu beziehen von“ die Worte ,zu liefern‘’ und in Spalte 9 anstatt
„eingegangen usw.“ das Wort q,geliefert“. Bei Verkäufen wird
die Börsenprimanota dreimal durchgeschlagen. Die dritte Durch-
schrift bildet für die Tresorverwaltung die Unterlage zur Ent-
nahme der verkauften Stücke aus dem Depot und zur Abliefe-
rung an die Effektendurchlieferung.

Bei anderer Ausnützung der Elliot-Fisher-Maschine kann man
~ für Verkauf und Kauf getrennt + in einem Gang herstellen:
1. Depotprimanota, 2. Effektenprimanota, 3. Abrechnung für
den Kunden !).

5. Beispiele der Mechanisierung aus der
Devisenabteilung.
a) Verwendung der einfachen Schreibmaschine.
b) Verwendung der Smith-Premier-Maschine.

In diesen beiden Fällen werden Abrechnung und Verbuchung
grundsätzlich in gleicher Weise wie beim Effektengeschäft vor-
genommen. Bei der Benutzung der Smith-Premier werden für
G 1) trat, W. H e ss elm a n n: Die maschinelle Bankbuchhaltung, Mün-

en 1925.
        <pb n="201" />
        Beispiele der Mechanisierung aus der Devisenabteilung. 189
Effekten- und Devisengeschäfte durchgängig die gleichen Formulare
und Kontenblätter benutzt.

ch Verwendung der Elliot-Fisher-Maschine.

Bei Käufen und Verkäufen lassen sich gleichzeitig herstellen:

a) die Währungsprimanota,

3) die Markprimanota,

y) die Aufgabe an den Runden.

Man kann auch die maschinelle Verbuchung der nicht gehandel-
ten Währungsposten van der maschinellen Verbuchung für gehan-
delte Währungsposten (vgl. S. 77 ff.) trennen und erhält dann zwei
verschiedene Formularssätze. Es läßt sich nunmehr die Verbuchung
von Primanota, Konto und Währungskontoauszug sowie die
Herstellung verschiedener Buchungsaufgaben gleichzeitig vorneh-
men. Die Währungsprimanota kann dabei nach Loro (Kunden)
und Nostro (Auslandsbanken) getrennt Fein.

Wir beschränken uns auf die Wiedergabe dieser beiden Prima-
noten und eines Kontoblattes. (Vgl. Form. Ur. 120 22 S. 190.)

Die Spalte „Eigene Währungen“ im Form. Nr. 120 dient zur
Feststelung der Geschäfte für eigene Rechnung und zur Kontrolle
der Händlerpositionsbücher.

Das Form. Nr. 121 für die Währungsprimanota Loro kann
um beliebig viele Spalten verlängert werden. Das Devisenkonto
kann untergeteilt werden in Devisenkonto, Devisen-Provissions-
konto, Stempelkonto, Portokonto usw.!).

1) Literatur: R. Lenz: „,Rechenmaschinen u. Masch. Rechnen";
L. Br aun er: „Orga Handbuch erprobter Büromaschinen“; H essel-
m ann: „Die maschinelle Bankbuchhaltung‘; Die drichs: „Die Ver-
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h:§ }15/63 .; ZV §é l e: „Zahlungsverkehr“ III 49; H e m p el m a n n:
„Bankarchiv“ [|76.
        <pb n="202" />
        Formular Nr. 120.
Währungen Währungs-Primanota Nostro vom 30. Sept. Blatt 67 |
HU : ~t ; " rt! Soll | Haben Yeuer *urtes
' [zu Rotterdam’sche Bank 30. 9.| Rimessne . . . . 1) | 2390.9 . 32600.~ ] ' tr
1026.~ Barcelays Bank . . 30. 9.1! Verg.Export-A.-G. . 424. .. 140. J1 166.2
. i1100 Equitrui)t . . . . 129. 9. ) Entnahmen . . . 29., 9. 0._| 1 000.9 I
!) Kann erst nach Erteilung der Gutschriftsaufgabe eingesetzt werden. §
Formular Nr. 121. *
Währungen Währungs-Primanota Loro vom 5. OKt. Blatt 102
Flttr ]. f T st Wert Soll | Haben ! Uézer -
F | 1000.01 Hans Höhn . . . 95,. 10.1 Entnahme . . . . | 5. 10. 420.- 580.— ]
L E S. Pensberger . . 39,. 10. Überw. Mailand . 2. 10. Vz 110000.~ _
Pes.| 5000.09 Alfonso Parres . . 35. 10. Rimessne . . . . 230. 9| 1250.09 6250.- T
Formular Nr. 122. Kontoblatt. . att 1 :
Firma I. P a pp e s, Frankfurt a. M.
F Konto im Kontokorrent mit X-Bank. D
Flisr f Cort Wert Soll | Haben, Neuer Sinszahlen
aldo S _ Saldo Tage | Soll [Haben
" | 1000. 6.10. | Schecke . . &amp; - 12.10, 200.091 1 200 -
 4 , 1200.9 6. 10.. Entnahme . . . . 6.10. 320.— | 880 .-
' | 80.9 6. 10.1 Überw. New-Nork . 6. 10. 120..]| 1000.-

Namc Text We.
Tame Tex. ;
BI
n ex
        <pb n="203" />
        Die Selbstkostenrechnung im Bankbetriebe. 191
F. Ergänzung der Buchhaltung durch Selbstkosten-
rechnung und Stiatistik.
I. Die Selbstkostenrechnung im Bankbetriebe.

Auch im Bankbetriebe wäre eine möglichst genaue Selbstkosten-
rechnung sehr geboten, einerseits um die Selbstkosten der einzelnen
Dienstleistungen festzustellen und damit ein Bild über die Renta-
bilität zu gewinnen, andererseits zur Erkenntnis der technischen
Organisation und Betriebsgebarung. Daß eine derartige Kalku-
lation der Aufwandsfaktoren bisher vernächlässigt wurde, hat
seinen Grund wohl im wesentlichen in der nicht ganz einfachen
Erfassung einer großen Zahl kleiner Einzelleistungen, an deren
Erledigung oft mehrere Abteilungen zusammenwirken. Die
Frage, wie eine solche Kalkulation erfolgen könnte, führt zu
folgenden Möglichkeiten :

1. a) Die Kosten der allgemeinen Betriebsbereitssschaft.

Sie setzen sich zusammen aus den Kosten für Abnützung, In-
standhaltung und Versicherung der Gebäude und Mobilien, für
Licht und Heizung, für Gehälter aller jener Leiter und Ange-
stellten, die keiner bestimmten Abteilung vorsstehen oder zugeteilt
sind, sowie aus den Ausgaben, die für das Unternehmen als
Ganzes in Frage kommen, z. B. Zinsen auf das eigene Kapital,
Aufwendungen für Steuern, Reklame usw.

Diese Aufwendungen sind dem Gesamtbetriebe zu belasten und
können nach irgendeinem Verteilungsschlüssel, z. B. Höhe der Um-
sätze, Zahl der beschäftigten Personen, Gehälter, auf die einzelnen
Abteilungen umgelegt werden.

b) Die Kosten der Abteilungsbereitschaft.

Hierfür kommen außer den bereits unter a aufgeteilten die
Sonderaufwendungen der einzelnen Abteilungen in Frage. Die
Kosten der Hilfsabteilungen werden dabei auf ie Leistungs-
abteilungen je nach dem Grade der Beanspruchung durch die
lezteren umgelegt. So können z. B. die Aufwendungen für die
Personalabteilung nach der Zahl der Angestellten der einzelnen
Abteilungen, die Aufwendungen für die Expedition nach der Zahl
der auf jede Abteilung entfallenden Briefe aufgeteilt werden.
Aus der auf diese Weise aus a und b entstehenden Gesamtsumme
der Aufwendungen jeder Leistungsabteilung für einen bestimmten
Zeitraum und der für die gleiche Zeit statistisch erfaßten Zahl der
Teilleistungen läßt sich der Anteil jeder Teilleistung errechnen.
Berücksichtigt man dann noch das verwendete Material, wie Be-
        <pb n="204" />
        192 F. Ergänzung der Buchhaltung durch Selbstkostenrechnung usw.
legformulare, Buchungsbogen usw., so kann der Gesamtaufwand
für einen Auftrag ermittelt werden.

2. Man kann auch von dem Gedanken ausgehen, die für einen
Auftrag verbrauchte Normalarbeitszeit festzustellen und die Auf-
wendungen dafür zu errechnen. Ersteres kann erfolgen, indem
man aus der Erfahrung heraus oder &gt; bei rein mechanischen
Verrichtungen + mittels Zeitstudien die Zeiten für die einzelnen
Teilleistungen bestimmt. Der Gesamtaufwand für einen Auftrag
setzt sich dann wie folgt zusammen:

a) Aufwand für verbrauchte Arbeitszeit, entweder unter Zu-
grundelegung eines Durchschnittspreises für die Zeiteinheit oder
~ genauer = unter Berücksichtigung des Anteiles von Beamten
der verschiedenen Gehaltsklassen an dieser Arbeit (z. B. Aufwand
für: a Minuten Ulasse |11, b Minuten Klasse |11, € Minuten
Klasse IV usw.).

b) Anteil an den Kosten der Abteilungsbetriebsbereitschaft. Es
muß errechnet werden, welcher Kostenbetrag auf eine Zeiteinheit
bei den einzelnen Gehaltsklassen entfällt. Dieser ergibt sich aus
der Überlegung, daß der Gesamtkostenbetrag proportional der
Gehaltssumme auf die einzelnen Klassen und innerhalb der
Klassen auf die Zeiteinheit verteilt wird. (3. B. Klasse I: Zahl
der Angestellten 3.3 &gt; 25 Tage X 8 Stunden x 60 Minuten
36 000 Minuten.

Kosten je Zeiteinheit kutt! H !:41:.1:1

c) Kosten für Material unter Berücksichtigung etwaiger Ma-
terialverluste.

3. Die unter 1 und 2 dargestellten überlegungen führen zu
einer weiteren Möglichkeit, und zwar zur Kalkulation auf dem
Kundenkonto; Aufwendungen und Erträgnisse werden dort ein-
ander gegenübergestellt. Die Gesamtaufwendungen würden sich
auf einem solchen Konto zusammensetzen aus:

a) Kosten für Arbeit und Material zur Führung des Kontos,
einschließlich der anteiligen Kosten für Betriebsbereitschaft;

b) Kosten als Folge des zugrunde liegenden Kreditgeschäftes
(Passsiv-Zinsen, Provision usw.);

c) Kosten der einzelnen Aufträge und Diensstleistungen, errechnet
nach Methode 1 oder 2. Diesen Aufwendungen sind die Erträge
aus Zinsen, Provision, Gebühren usw. gegenüberzustellen. Auf
diese Weise ließe sich die Rentabilität eines jeden Kontos ermitteln
        <pb n="205" />
        Bantkistatistik. 193
und gleichzeitig die Grenze feststellen, von der ab eine Tätigkeit
Ertrag einbringt.

Nach den hier nur in großen Zügen skizzierten Überlegungen
dürfte wohl kaum ein Zweifel darüber bestehen, welch große
Bedeutung einer derartigen Kalkulation der Selbstkosten im Bank-
betriebe zukommt. Wenn auch die Methoden auf den ersten Blick
etwas kompliziert erscheinen, so wird ihre Verwirklichung in der
Praxis doch zeigen, daß dies keineswegs zutrifft, und daß hier
die Interessen der Betriebe und der Wirtschaft gewahrt werden.
Bei der Organisation der Buchhaltung kann durch eine zweck-
mäßige Kontengliederung und Anlage von Hilfsbüchern auf die
besonderen Bedürfnisse der Selbstkostenrechnung in weitem Maße
Rücksicht genommen werden.

II. B ankstatist ik.

Hier haben wir zu unterscheiden die eig entliche Betriebs -
statistik und die Statistik der auß erbetrieblich en Er-
s &lt; einungen. Die erstere wiederum läßt sich unterteilen in
B est an dssta tistik (aktive und passive Bestände im ganzen und
in einzelnen Arten, Statistik der Kapitalbeschaffung, -verwendung
und Liquidität), interne Verk ehrs- bzw. Um atzstatistik
(Umsätze, Aufwendungen und Erträge im ganzen und in ihren
Teilen, Feststelung des Verhältnisses zwischen Umsätzen, Be-.
ständen, Aufwendungen, Roherträgen und Gewinnen) und Stati-
stik der personalen und sachlichen Verhältnisse (Per-
sonalstatistik, Kundensstatistik der ausgehenden Briefe, der Bu-
hungen usw.). In den meisten Fällen wird eine gut organisierte
Buchhaltung ohne weiteres in der Lage sein, dieses statisstische
Urmaterial zu liefern, sofern bei ihrer Anlage diese statistischen
Zwecke beachtet wurden. (Spalteneinteilung der Primanoten,
Einrichtung von Neben- und Kontrollbüchern usw.) Die weitere
Derarbeitung dieses Urmaterials zu Tabellen, Diagrammen und
dergleichen erfolgt am besten in einer besonderen st at istis che n
Abteilung, die einer der bestehenden Abteilungen, z. B. dem
Sekretariat, der Hauptbuchhaltung oder dem Archiv angegliedert
werden kann. Eine solche Statistik ist für einen modernen Betrieb
unerläßlich, denn erst mit ihrer Hilfe ist es möglich, einen schnellen
Überblick über alle Vorgänge, über den Erfolg und über die Be-
triebsökonomik zu gewinnen.

Während es sich bisher nur um die eigentliche Betriebsstatisstik
handelte, wäre nun noch die Statistik der außerbetrieb-

Kalv eram, Bankbuchhaltung.

] Z
        <pb n="206" />
        194 F. Ergänzung der Buchhaltung durch Selbstkostenberechnung usw.
lichen Erscheinungen zu erwähnen. Hier kommt in der
Hauptsache in Betracht die St atistik des Kapital- und
Gel dmarktes, der Preise und Kurse für Effekten, De-
visen und Waren, der Konkurrenzunternehmungen do-
wie d er Industrie- und Handelsfirmen. Diese Art von
Statistik wurde mehr oder weniger bisher schon gepflegt, und
zwar meist durch das Archiv, indem dort Bilanzen und Geschäfts-
berichte gesammelt, Fachzeitschriften und Zeitungen eingeordnet
und die für die Betriebspolitik wesentlichen Auszüge und Ver-
gleichszusammensstellungen angefertigt wurden.
        <pb n="207" />
        Literaturverzeichnis.
Literaturverzeichnis.
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        <pb n="208" />
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Ziegler, J., Lehrbuch der Bankbuchhaltung. Wien 1911.

Wichtige Zeitschriften-Aufsätze aus der „Zeitschrift für Handelswissen-

schaftliche Forschung“:

Prof. Walb, „Die Weiterbildung der Betriebslehre der Banken“, J. 9,

Prof. Ä! [q „Grundbücher und Konten in der Bankbuchhaltung",

Be i k . 20 §u : „Grganisation und Buchhaltung einer Großbankfiliale“,

D e b e + t: § j! sLuchhaltung eines rheinischen Bankgeschäftes“,

E i ch h t f %%. Die Devisenabteilung einer belgischen Großbank“,

O p d e htc : . Grund- und Hauptbücher einer westdeutschen
Aktienbank“, J. 4, S. 529.

Otto, G., „Korrespondenz und Buchführungsabteilung einer Provin-
zialbank mit 80 Angestellten“, J. 9, S. 152, 193.

Otto, G., „Die Verwaltungsabteilungen und die Betriebsbuchhaltung

einer Provinzial-Aktienbank mit 80 Angestellten“, J. 9, S. 347.

Weißgerber, C., „Vereinfachung der Abwicklung des Wertpapier-
handels durch Verwendung von Schreib- und Buchungsmaschinen“",

Ziegl Z: "(.* Vorrespondenz und Buchführungsabteilung einer Groß-

O hart qt ' VY. t t112u:asc&lt;hinen“, Z. 10, S. 140, J.11, S. 124.

Zeitschrift für handels wissensschaftliche Fo0 r s &lt; ung.

Zeitschrift für Handels wisssenscha ft un d H and els prax is.

Zeitschrift für Betriebswirtschaft.

Betriebswirtschaftliche Rundschau.

Bank-Archiv.

Die B ank.

Bankwissensschaft.

Zahlungsverkehr.

Das G eschäft.

Magazin der Wirtschaft.
        <pb n="209" />
        <pb n="210" />
        <pb n="211" />
        Beispiele der Mechanisierung aus der Effektenabteilung. 181 B
&gt; D
)
Bei einzelnen Buchhaltungsmasschinen, z. B. bei der Moon- ;
Hopkins, erfolgt die maschinelle Herstellung der Abrechnungen in t
der Weise, daß sie gleichzeitig mit der Maschine gerechnet und h
geschrieben werden, während bei sonst üblichen Verfahren die ein- [
zelnen Posten der Abrechnung vorgerechnet werden und die Ma- j
schinen sich auf die Addition der Einzelposten beschränken. Ande-
rerseits fehlt hier eine Verbindung mit der Grund- und Konten-
verbuchung. 1
4. Beispiele der Mechanisierung aus der
Effektenabteilung. .
a) Durchschreibeverfahren mittels. der. Schreib-
maschine. :
In der Börssenkorrespondenz einer Großbank wird ein ,„Bör-
ssenbogen“, nach Kauf und Verkauf getrennt, fünffach auf dem
Wege der Durchschrift ausgefertigt. Das Original geht an die
E ff ektenabrechnu ng, die an Hand von Belegen die Ab-
rechnung herstellt und das Original des Börsenbogens zur Kon-
trolle benutzt (vgl. Form. Nr. 113 S. 182). Durchssch la g 1 ver-
bleibt in der Börsssenabteilung. Durchsc&lt;la g 2 wandert
zur Effektendurchlieferung als Grundlage für die Regu-
lierung der Stücke und für die Verbuchung des Skontros.
Durchschlag 3 und 4 gelangen an das Sach depo tb uch
zur Kontrolle und Abstimmung.
Mit dem Börsenbogen wird gleichzeitig die Ausführungsanzeige §
für den Kunden ausgeschrieben (Billingverfahren).
Die Effektenabrechnungen werden ebenfalls mit der Schreib-
maschine mit fünf Durchschlägen in verschiedenfarbigem Druck
und Papier angefertigt.
Durchss&lt;lag 1 dient zur Bildung der Primanota und
als Beleg zur Verbuchung des Kontokorrents. D ur ch- E
schlag 2 geht an die Registratur; D urchschlag 3 ist ,
Unterlagse zur Verbuchung des Effektenkontos; Durch- :
schlag 4 ist Kontrollbeleg für die Depotbuchhaltung; ß
Durchschlag 5 bleibt in der Effektenabrechnung für
den Fall von Reklamationen. Das Original ist das Ab-
rechnungsformular für den Kunden. Die Terte auf den ein-
zelnen Formularen ändern sich entsprechend ihrem besonderen
Zweck.
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
