25 wässert werden soll, von den Anliegern selbst in recht einfacher Weise hergestellt und unterhalten. Es ist nur erforderlich, von dem Wasserlaufe rechts und links in bestimmten Abständen kleine Kanäle abzuzweigen; die zu den einzelnen Sawahgruppen führen. Die Ableitung der Kanäle erfolgt meist in der Weise, daß man an geeigneten Stellen des Wasserlaufes kleine Strom- brecher und Staudämme vom Ufer aus in den Fluß hineinbaut, die so viel Wasser abfangen, wie für den Kanal erforderlich ist. Diese Staudämme pflegen im Gebirge, wo Steine zur Verfügung stehen, lediglich aus diesem Material mit etwas Erdreich und Grasnarbe aufgeführt zu werden. Dagegen bestehen sie bei größeren Flüssen in ebenerem Terrain entweder aus Steinen, die mehr oder weniger sorgfältig durch Bambusgeflecht zusammen- gehalten werden, oder aus Bambusrohr sowie Stämmen von Kokos- und anderen Palmen, die ebenfalls durch Flechtwerk fest verbunden sind. Solche Bauwerke haben die Festigkeit, die nötig ist, um bei starken Regengüssen und plötzlichem An- schwellen der Flüsse nicht durch mitgewälzte Steine zerstört zu werden. Die abgezweigten Kanäle lösen sich schließlich in ein Astwerk von Kanälchen auf, die zu den einzelnen Sawahs führen. Starke Bambushalme, ausgehöhlte halbierte Palmen- stämme, Blattscheiden der Banane bilden häufig ihr Leitungs- bett. Auf besonders hoher Stufe steht das Bewässerungswesen der Insel Lombok. Charakteristisch für die Reiskultur sind hier die „Subak““-Vereinigungen der Eingeborenen. Um ein planmäßiges Zusammenarbeiten bei der Bewässerung zu erzielen, schließen sich die Anwohner eines Flüßchens oder eines Berges zusammen. Diese Vereinigung hat sich im Laufe von Jahrhunderten zu festen Verbänden entwickelt, die in einem Reglement, der „kerta sima subak‘‘, einem jeden Teilhaber seine Pflichten und Rechte zuerteilen. In Java und in andern Reisbaugebieten Südost- asiens, wie Siam, Burma, Cochinchina, sind von den Regie- rungen umfangreiche Bewässerungssysteme geschaffen worden. In den modernen Ländern des Reisbaues, Spanien, Italien, den Südstaaten der Union, sind die Leitungsanlagen für die Reis-