35 Übrigens ist ın China wie in Japan die Methode der Grün- düngung nicht unbekannt. Sie ist als eine der besten Arten der Stickstoffdüngung für das Reisfeld anzusehen, wegen ihrer Wohlfeilheit, der physiko-mechanischen Wirkung auf den Boden und der sehr allmählichen Aufschließung des Stickstoffes; der Reis wird dadurch widerstandsfähiger gegen manche Krank- heiten. Die Benutzung einer Kleeart und einer Coronilla ist in den großen Reisniederungen von Tschekiang allgemein ver- breitet. Diese Gründüngungspflanzen werden während des Winters zwischen zwei Reisernten eingeschaltet, und dieses Ver- fahren soll als Ersatz des animalischen Düngers von altersher üblich sein (83, 2. Bd., S. 961). In Japan wird zur Gründüngung unter andern Leguminosen die Sojabohne und vor allem „genge‘“‘, Astragalus lotoides, angebaut (101, S. 556). Durch diese Pflanze, die den Boden um etwa 85 kg Stickstoff je Hektar be- reichert, kann also die Stickstoffdüngung des Reisfeldes voll- ständig ersetzt werden. Empfehlenswert ist Gründüngung nur für Reisland, das sich hinreichend trockenlegen läßt; kann das nicht geschehen, so ist sie geradezu verwerflich. Denn im ständig nassen Boden vertorfen die grünen Pflanzenmassen, es bilden sich mit Sauerstoff nicht genügend gesättigte Humussäuren, die dann im Boden reduzierend wirken und unter Umständen die Pflanzenwurzeln selbst angreifen. In solchem Boden sollte man daher auch die Verwendung größerer Mengen schwer zersetzlicher organischer Dünger vermeiden; man führt ihm den Stickstoff am besten in Form von Jauche oder Fäkalien oder als schwefel- saures Ammoniak oder Salpeter zu. Ganz zur Wirkung kommt Gründüngung erst, wenn der Boden einen überschüssigen Vor- rat an Kali und Phosphorsäure hat. Wo es daran mangelt, sollte man mit künstlichen Düngemitteln zu Hilfe kommen (73, S. 66 u. 69). In neuerer Zeit sind eine Reihe wissenschaftlicher Unter- suchungen über die Gründüngung des Reises durchgeführt wor- den. Bei einigen ostindischen Versuchen scheint hauptsächlich Sesbania aculeata, die unter dem Namen „daincha“ dort allgemein als Gründüngungspflanze gebaut wird, Verwendung