38 Düngung mit leicht löslichen Stickstoffverbindungen. Der Reis verlangt sowohl Nitrate als auch Ammoniumsalze, letztere aber — in Anpassung an sein Wasserleben — wahrscheinlich mehr; doch sind die Untersuchungen darüber noch nicht abgeschlossen (98, 5. 285; 78; 105, S. 35—41; 43, S. 21,22; 48a). In Italien hat man in neuerer Zeit mit ausgezeichnetem Erfolge, besonders auf alten Reisböden und solchen, die fortgesetzt unter Reis stehen, Kalkstickstoff (Calciumcyanamid) verwendet (43, S. 315). Orga- nischer Dünger (Stallmist, Fäkalien, Blutmehl und Heornmehl in Italien, Gründüngungspflanzen) ist im allgemeinen als aus- reichende Stickstoffquelle anzusehen. Der Bedarf des durch Reisbau intensiv ausgenutzten Bodens an Kali ist meist geringer als der an Stickstoff oder gar an Phosphorsäure. Bei hinreichender Düngung mit organischen Düngern wird, wenn man es nicht mit einem geradezu kaliarmen Boden zu tun hat, meist eine Beidüngung von Phosphaten ge- nügen. ‘Das Kali zeigt kaum eine Wirkung auf das vegetative Wachstum des Reises; es macht aber das Korn schwerer und gibt ihm ein feineres Aussehen. Kali muß vor der Feldbestellung verabreicht werden. In Louisiana hat man gefunden, daß Kali- düngung nur ein Jahr lang wirkt. Hervorragend ist der Einfluß, den die Phosphorsäure auf den Ertrag des Reises ausübt. Aus Versuchen, die O0. Kellner in Japan angestellt hat, ergab sich, daß selbst durch starke Dün- gung mit Stickstoff und Kali ohne Phosphorsäure der Ertrag überhaupt nicht gesteigert wurde, daß dagegen durch 50 kg Phosphorsäure pro Hektar eine Ertragssteigerung von 2000 kg Körnern und durch 150 kg Phosphorsäure pro Hektar eine weitere Steigerung um 800—1000 kg bewirkt wurde. Aus Italien werden als besondere Nachteile ungenügender Phosphatdüngung an- gegeben: spätes Reifen, geschwächte Widerstandskraft gegen Krankheiten, mangelhafter Körneransatz. Auch in Java hat man die Erfahrung gemacht, daß Phosphorsäuredüngung eine erhebliche Beschleunigung des Reifens herbeiführt. In Italien wird auf tonigen Böden allgemein Superphosphat und Thomas- schlacke, auf weniger. fruchtbaren Böden auch Knochenmehl