59 die Anlage verhindert. Kleinere Dämme teilen dann das Ge- lände zwischen dem Hauptdamme und der Böschung, die die jenseitige Grenze des Reisfeldes bildet, in Vierecke von einigen Hektar Größe. Die Reisfeld-Fächer werden durch ein System von Haupt- und Seitengräben in Beete von 8—10 m Breite ein- geteilt. Das Flußwasser tritt durch Schleusen auf die Felder. Da dieser natürliche Zufluß oft nur bei Hochwasser möglich ist, stellt man Maschinen auf, die das Wasser entweder unmittelbar über die Flußdämme in die Zuleitungsgräben oder — was meist der Fall ist, da an Kraft gespart wird — in besondere Sammel- becken pumpen, aus denen es dann durch Siphons über den Damm gesaugt wird (123, S. 633). In ähnlicher, wenn auch einfacherer Weise wird oft im asiatischen Reisbaugebiet das Wasser aus den Flüssen auf die höher gelegenen Reisfelder be- fördert, wenn es nicht möglich ist, sie von Gebirgswasserläufen aus zu bewässern. Am einfachsten geht dabei wohl der Chinese zu Werke, wenn er mehr einen Reisgarten als ein Reisfeld zu überfluten hat; er schöpft das Wasser einfach mit einem Eimer aus dem Flusse. Im Innern von Siam verwendet man statt der Eimer Körbe, die mit Harz gedichtet sind. Ist das Feld zu groß dazu, so bedient man sich einer Art Kettenpumpe, die in einer Tretmühle durch Menschenkraft oder mittels eines Göpelwerkes durch einen Büffel bewegt wird. In den Golfstaaten hatte man ursprünglich nur das durch Dämme aufgestaute Regenwasser zur Reiskultur verwendet. Später bildeten sich Gesellschaften, die durch Anlage von Pump- werken und Kanalsystemen die Ausnutzung des in den wenigen Flußläufen vorhandenen Wassers ermöglichten. Schließlich bohrte man Brunnen, deren Wasser mit großem Erfolge zur Reiskultur benutzt wurde. In Arkansas hat der größte Teil des Irrigationswassers diesen Ursprung (34). Auch in Italien nimmt man stellenweise das Beflutungswasser für die Reisfelder aus Brunnen. Da das Brunnenwasser auch im Sommer zu niedrige Temperatur hat, macht man hier das erste Fach des Reisfeldes, auf dem sich das Wasser erst allmählich erwärmen soll, klein, um möglichst geringen Schaden zu haben. Oder es wird eine