62 scheint die Stauhöhe auch fast allgemein in Italien zu sein, wo nach Koch beim ausgewachsenen Reis 30 cm durchaus keine Ausnahme sind. Der breitwürfig gesäte oder gedrillte Reis wird im Anfangs- stadium verschieden behandelt. In Italien bewässert man ihn nach der Aussaat etwa 1 Fuß hoch; sobald die jungen Pflanzen an der Oberfläche erscheinen, was nach etwa 2—3 Wochen der Fall ist, läßt man den Wasserspiegel bis auf 1 cm sinken, da sich so der Boden schneller erwärmt und die Entwicklung der Pflanzen beschleunigt wird (9, S. 236, 237). Im Präriegebiet der Golfstaaten wird dagegen nach Chambliss (36, S. 693) das besäte Feld nur selten bewässert, um die Keimung zu be- schleunigen; man fängt allgemein erst mit der Berieselung an, wenn die jungen Reispflanzen 15—20 cm hoch sind, und zwar mit einer Schicht von 2,5—5 cm. Darauf steigert man langsam die Stauhöhe bis zu einem Höchstmaß von 12 cm; die Pflanzen sind dann wenigstens 60cm hoch. Entwässert müssen die Felder so rechtzeitig werden, daß sie zur Ernte ausgetrocknet sind. Zeitweiliges Trockenlegen der Felder während der Wachstumsperiode des Reises zur Durchwärmung und Durch- lüftung des Bodens, wie sie Fesca fordert, scheint nur selten wirklich systematisch durchgeführt zu werden. Allerdings ge- schieht es zuweilen zu andern Zwecken, nämlich um das Jäten oder sonstige Unkrautbestreitung auf dem Felde vornehmen zu können. Die italienischen Reispflanzer scheinen dieses Ver- fahren allerdings nicht oft anzuwenden. In Java, wo die Un- krautbekämpfung durch Überflutung üblich ist, wird die ganze Bewässerung etwa folgendermaßen durchgeführt. In den ersten beiden Wochen nach dem Auspflanzen des Reises, das zwar im feuchten, aber nicht vom Wasser überfluteten Boden geschieht, werden die Sawahs, solange die Sämlinge noch nicht ange- wachsen sind, nur sehr mäßig bewässert. Man verzichtet zuerst am liebsten ganz darauf und fängt erst vorsichtig damit an, wenn die Oberfläche trocken zu werden beginnt. Das Eintreten dieses Zeitpunktes hängt von der Lufttemperatur und der