74 In diesen erwärmt er sich und wird feucht. Von einem gewissen Punkte ab sinkt die Temperatur allmählich wieder, der Haufen trocknet aus, die Körner werden hart und liefern so ein besseres Produkt, das beim Mahlen weniger Bruch gibt, höheren Glanz und weißere Farbe annimmt. Das Aufschichten des Reises ge- schieht jedoch nur selten mit der Absicht, die Qualität zu ver- bessern. Hier sei erwähnt, daß in Indien und Burma stellen- weise dem Enthülsen ein Brühen des Reises vorausgeht, dem man eine Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegen Zer- brechen, des Glanzes, der Farbe und des Geschmackes zu- schreibt. Ähnliche Verfahren sollen in Britisch-Guiana und in den Malaiischen Staaten angewendet werden (27; 43, S. 304; 73,5: 35). Auch in Italien werden Dreschmaschinen benutzt, die sich nach Kochs Mitteilung (82, S. 168) aber von den für Weizen gebräuchlichen unterscheiden; sie besitzen zwei Trommeln statt einer und sind so eingerichtet, daß die Zuführung des Reises sehr allmählich geschieht. Feststehende Dreschmaschinen wer- den mit Wasserkraft, fahrbare mit Dampf getrieben. Der Gabah, wie der gedroschene Reis in Java heißt, wird dann an der Sonne oder durch künstliche Wärme nachgetrocknet. In keinem Reisbaulande der Erde wird soviel Sorge auf die Vor- bereitung des Reises für gesundes Lagern verwendet wie in Italien; das nachträgliche Trocknen des gedroschenen Reises ist geradezu ein Charakterzug des italienischen Reisbaues. Einen fahrbaren Trockenapparat beschreibt Tarchetti im Giornale di Risicoltura, IV, Vercelli 1914, S. 88—90. Auf die Gefahr, der der Reis in den Lagerhäusern, wo er in Haufen oder in Säcken aufbewahrt wird. durch Feuchtigkeit ausgesetzt ist, macht Copeland nachdrücklich aufmerksam (43, S. 196—200). Damit ist der Reis für den Handel und den Gebrauch noch nicht bereit. Der zu Nährzwecken in den Handel gebrachte Reis wird vorher von den Spelzen und der darunter liegenden dünnen Hülle des Korns, der sog. Silberhaut (Frucht- und Samenschale), befreit. Das Entspelzen, das ein braunes Korn ergibt, nennt man Schälen, das Abschleifen der Silberhaut, wodurch das