75 braune Korn weiß wird, Polieren oder Weißen. Es wird aber im Handel unter der Bezeichnung „geschälter Reis‘‘ nur solcher ver- standen, der auch poliert ist. Das Schälen und Polieren der für den Welthandel bestimmten Reismengen wird durch eine besondere Mühlenindustrie besorgt. Früher wurde der Reis fast nur in den Spelzen verschifft, da er in diesem Zustande weniger leicht ver- dirbt. Bei der modernen Abkürzung der Fahrzeit und den besseren Frachtraumverhältnissen der Dampfer ist es heute möglich, zur Frachtersparnis den Reis schon in den Ursprungs- ländern zu schälen. Dieser nur sehr unvollkommen, d. h. nur teilweise geschälte Reis heißt im Handel ‚„„Cargoreis‘‘, In Java, Siam, Burma gibt es große Reismühlen, die meist von Europäern betrieben werden. Das Polieren und Sortieren, d.h. die Ab- sonderung der zerbrochenen von den ganzen Körnern, wird erst in Europa von einer besonderen Industrie ausgeführt, die fast überall mit dem Einfuhrhandel verbunden ist. Der große Ver- brauch an Reis hat es mit sich gebracht, daß die Reismüllerei höher entwickelt ist als die Verarbeitung irgendeiner andern Schälfrucht. Dabei gleichen die vollkommeneren neuzeitlichen Schäleinrichtungen in mancher Hinsicht grundsätzlich den schon erwähnten einfachen Stampfgeräten. Oft wird auch noch ein Glasurverfahren angewendet. Zum Glasieren des Reises benutzt man seine eigenen Spelzen, Weizenkleie, in Amerika Glukose, aber auch nicht unbedenkliche Mittel wie Schmirgelpulver, Talk, Farbstoffe, auch Öl. Dieser Prozeß soll den Reis „Schönen“, aber auch haltbarer machen; in den Vereinigten Staaten fällt er deshalb bei Reis, der voraussichtlich noch vor Eintritt der warmen Jahreszeit verbraucht wird, aus (43, S. 321). Das Ab- fallprodukt des Polierens bildet das sog. „Reismehl‘‘, dem die abgebrochenen Keime, Bruchreis und wechselnde Mengen von Spelzen beigemischt sind. Erträge. Über den Ertrag, den die Reiskultur erzielt, müssen wir uns hier mit wenigen Angaben begnügen, da die zur Ver- fügung stehenden Zahlen sehr voneinander abweichen und die Ursachen für das Zustandekommen des Ertrages so kompliziert wirken, daß zum genauen Verständnis lange Erörterungen nötig