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        <title>Reis</title>
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nach der Blütezeit ist das Feld trockenzulegen. Auch während 
der Bewässerungsperiode sollte das Feld zeitweise trockengelegt, 
der Boden der direkten Besonnung und Durchlüftung ausgesetzt 
werden. Die Stauhöhe richtet sich zunächst nach der Menge 
und Qualität des Wassers, jedoch ist eine zu große Stauhöhe 
zu vermeiden. Eine hohe Stauschicht bietet allerdings den Vor- 
teil, daß sie das Unkraut mehr unterdrückt, jedoch beeinträchtigt 
sie die Erwärmung und Durchlüftung des Bodens; sie befördert 
zwar die Bestockung und Luftwurzelbildung, jedoch bilden sich 
bei zu ‚hoher Stauschicht zwar viele, aber schwache Halme. 
Im allgemeinen verdient daher eine mittlere Stauhöhe von 2 cm 
den Vorzug. Freilich staut man vielfach bis 5 cm hoch, jedoch 
sollte man nur mit trübem, dungreichem Wasser, und auch mit 
solchem nur kurze Zeit, so hoch stauen.‘‘ 
Der von Fesca hier gegebene Maßstab für die Tiefe der Was- 
serschicht ist nicht allgemein verwendbar. Die Tiefe des Riesel- 
wassers hat sich nach den verschiedensten Umständen zu richten; 
außer nach den klimatischen Verhältnissen ganz besonders nach 
der gebauten Reisvarietät. Es gibt — abgesehen vom Trocken- 
reis — Varietäten, die mit kaum benetztem Boden zufrieden 
sind, und solche, die eine Stauhöhe von mehreren Metern er- 
tragen, ja erfordern. 
Es scheint, als ob das unter normalen Verhältnissen von 
Fesca mit Recht empfohlene Maßhalten in der Bewässerung 
nicht überall geübt wird. Spahr (123, S. 638) berichtet aus 
Louisiana, daß die Höhe des Stauwassers im Alluvialgebiet der 
Flüsse zwischen 15 und 30 cm schwanke, und tadelt dieses Ver- 
fahren, auf das er die dem Hondurasreis nachgesagte starke 
Neigung zur Lagerung, z. T. wenigstens, zurückführt. Im dor- 
tigen Präriegebiet bewässert man so, daß das Wasser an der 
höchsten Stelle des Feldes nur 2!/,—3 cm, an der niedrigsten 
12—18 cm hoch steht. Als bestes Höchstmaß der Bewässerung 
nimmt Spahr 10 cm’an. Chambliss läßt als Höchstmaß in 
der Prärie etwa 12 cm gelten. Auch von Java berichtet Simon, 
daß die durchschnittliche Höhe der Wasserschicht auf den im 
Wachstum stehenden Sawahs 10cm beträgt. Viel zu hoch</div>
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