1 Produkttionsfaktoren der Forstwirtschaft. des Kammerherrn v o n K a l it s < in Bärenthoren (Kr. Zerbst) behauptet worden. Seine Angaben haben zwar, wie ssich bei gründlicher wissen- schaftlicher Nachprüfung1) herausgestellt hat, im Feuer der Begeisterung übers Ziel hinausgeschossen; ein bleibender Erfolg der Einführung des Dauerwald-Begriffs durch Möller ist aber der inzwischen Allgemeingut der forstlichen Welt gewordene Gedanke, daß die Leistung des Waldbodens vom Bo d enzu st an d abhängig ist, daß eine optimale Holzproduktion nur von einem g e s u n d e n Waldboden zu erwarten ist, mit normaler Zersezung der Abfallstoffe, Mischung von Humus und Mineralboden, Krümelstruktur und reicher Mikroorganismenflora. Sehr viel zahlreicher als die Beispiele einer Steigerung der Ertrag- fähigkeit des Bodens sind in der Gegenwart die Fälle, in denen ein Rückgang derselben festzustellen ist. Es hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte herausgestellt, daß gewisse Holzarten, besonders die Fichte, aber auch Buche und Kiefer, in reinen Beständen unter bestimmten Ver- hältnissen nicht in der Lage sind, den Boden gesund zu erhalten. Solche Verhältnisse sind gegeben bei Kalkarmut des Bodens, ebener Lage, hohen Niederschlagsmengen, geringen Temperaturunterschieden. Die Erkrankung des Bodens, die ein wesentliches Sinken der Ertragfähigkeit zur Folge hat, tritt äußerlich in Erscheinung durch Bildung starker Polster von unzersezten Abfallstoffen des Bestandes oder der Bodendecke, scharfe Scheidung des Humus vom Mineralboden, sowie dichte Kornlagerung des lehteren. Auf solche Erscheinungen auffälligen Rückganges der Ertrag- fähigkeit des Bodens haben in letzter Zeit besonders Er d m a n n ?) und Wiedemann) hingewiesen. Die Frage, wie Erkrankung des Bodens verhindert, bereits ein- getretene Erkrankung geheilt werden kann, gehört ins Gebiet der forstlichen Technik. Hier interessiert nur die Tatsache, daß eine Steigerung der Leistung des Bodens, wie Bärenthoren beweist, in der Forstwirtschaft nicht nur, wie in der Landwirtschaft, durch Aufwand von Kapital und Hand- oder Maschinenarbeit, sondern auch ohne solchen durch geeignete Hiebs- !) Vgl. Eilhard Wiedemann, Die praktischen Erfolge des Kieferndauer- waldes, Braunschweig 1925. ?) Forstmeister Dr. h. c. Erdmann, Dauerwald, in der Festschrift zur Feier der Einführung der Hochschulverfassung an der seitherigen Forstakademie Hann. Münden, Frankfurt a. M. 1924, S. 95, u. a. s) Vgl. Eilhard Wiedemann, Zuwachsrückgang und Wuchsstockungen der ibis j hetsjzillet:! und unteren Höhenlagen der sächsischen Staatsforsten, aran z U