Kapital. 13 maßnahmen herbeigeführt werden kann. Hierdurch erhält die Ausbildung und Intelligenz des Betriebsleiters in der Forstwirtschaft gesteigerte Bedeutung. Kapital. Das in der Jorstwirtsschaft arbeitende Produktivkapital ist zum Teil stehend es, zum Teil umlaufendes Kapital!). Zum steh end en Kapital gehören die dem JForstbetriebe dienenden beweglichen und unbeweglichen Sachgüter, die allmählichem Verschleiß unterliegen, wie Dienstwohnungen, Geräteschuppen, Wege- und sonstige Beförderungsanlagen, Dienstgespanne, Arbeitsgeräte. Das u m l a u- fende Kapital bildet im Forstbetriebe der Ho l zv orr a t, der im Laufe eines Umtriebes planmäßig umgesetzt wird. Auch hier wieder kann unsere Aufgabe nur die sein, uns mit demjenigen Bestandteil des forstlichen Kapitals zu befassen, der für die Forstwirtschaft h ar ak t er i st i sch ist; wir werden uns also ausschließlich auf die Betrachtung des Holz - vorr ats k a pit als zu beschränken haben. Das Holzvorratskapital ist eim leb en d es K a pit al, das sich von fast allen anderen Produktivkapitalien dadurch untersscheidet, daß d a s produzierte Sachgut bis zum Augenblick seiner Ernte auch zugleich pr o du zi er end es Kapital bleib t. Ein zum Abtriebe bessiimmter lebender Baum, dessen Ernte aus irgend- einem Grunde um ein Jahr verschoben wird, legt in diesem Jahre noch einen Jahrring an. Eine Analogie findet sich in gewissen Zweigen der Landwirtschaft, z. B. in der Schlachtviehaufzucht, während im übrigen in der Landwirtschaft der Zeitpunkt der Ernte durch den Begriff der Re i f e ein scharf begrenzter zu sein pflegt. Wir sprechen zwar auch in der Forstwirtschaft von der Hi e b s r e i f e eines Bestandes oder Stammes; diese ist aber nicht an irgendwelchen äußeren Erscheinungen erkennbar, sondern ein willkürliches Ergebnis wirtschaftlicher Erwägungen. Dieses Ergebnis kann verschieden ausfallen, je nach den Voraussetzungen und Zielen, die für den Wirtschafter maßgebend sind; es ist erklärlich, daß die Frage der Um tri ebszeit, d. h. des planmäßigen Zeitraums von der Begründung bis zur Ernte der Holzbestände, bis auf den heutigen Tag Gegenstand scharfer Meinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen forstlichen Richtungen ist. !) Vgl. hierzu u. a. E. von Philippovich, Grundriß der Politischen Ökonomie, [. Bd., 18. Aufl., Tübingen 1923, S. 188.