ü Produktionsfaktoren der Forstwirtschaft. Arbeit. Wie das Kapital in der Forstwirtschaft gegenüber den anderen Produktionsfaktoren vorwiegt, so tritt die Ar b e i t verhältnismäßig zurück. Nach Endres!) entfällt in den größeren deutschen Staatsforsstverwaltungen auf 45 bis 80 ha ein vollbeschäftigter Arbeiter, während man in der Landwirtschaft auf 2 bis 7 ha die Arbeitskraft eines Vollarbeiters rechnet. Die Forstwirtschaft ist eine ar b e its ext ens ive Wirtschaft. Die obige Angabe ist jedoch nicht so zu verstehen, als ob im Durch- schnitt in den Staatsforsten auf 45 bis 80 ha ein Vollarbeiter entfiele. Die Zahl der tatsächlich beschäftigten Arbeiter ist vielmehr erheblich größer; aber sie arbeiten fast durchweg nur einen Teil des Jahres im Walde; die Forstarbeit ist eine ausgesprochene S a i s o n ar b e it. Diejenige Arbeit, die im Forstbetriebe die größte Zahl von Tagewerken erfordert, die Holzfällung, findet in der Ebene und im Mittelgebirge vorwiegend im Winter statt. Die Forstarbeit ergänzt sich auf diese Weise mit der Landarbeit und mit manchen anderen Berufen, so besonders dem Maurer- handwerk, auch dem Schifferberufe. Nach ihrer Org anis ati o n hat man im forstlichen Betriebe drei Jormen der Arbeit zu unterscheiden: 1. Die Betriebsleitung einschließlich der Oberaufsicht, soweit eine solche vorhanden ist, 2. die örtliche Beaufsichtigung des Vollzuges und 3. der Vollzug s elbst durch die eigentlichen Arbeiter. In den Betrieben der deutschen Staatsforsten wird man im großen Durchschnitt die Größe des Bezirks eines Betriebsleiters (Oberförster, Forstmeister, Forstamtmann) auf 3000 ha, die des Bezirks eines Betriebsbeamten auf 500 bis 600 ha beziffern können. Im Gebirge und in Mischwaldgebieten ist die Aus- dehnung meist noch kleiner, in der Ebene und reinen Nadelholzgebieten zum Teil erheblich größer. Die Arbeit findet im Forstbetriebe Verwendung zur Er h alt ung und Neubildung von stehendem Kapital, zur Ergän- zung und Pflege des uml auf enden Kapitals und endlich zur Ernte der Erzeugnisse der Forstwirtsch aft. Auf diese drei Gruppen verteilt sich die Arbeit je nach örtlicher Lage, Betriebs- art und Holzarten in verschiedenem Verhältnis. Die auf den wichtigsten Posten des stehenden Kapitals, die We g eb aut e n, verwendete Arbeit ist im Gebirge mehrmals größer als in einem gleich großen Wirtschafts- gebiet der Ebene. Die Bestandsbegründung erfordert in der Regel im 1) Max Endres, Forstpolitik, 2. Aufl., Berlin 1922, S. 53. |I 6