Acrdeit. 1:7 Kahlschlagbetriebe mehr Arbeit als bei natürlicher Verjüngung. Der Arbeitsbedarf der Holzernte, auf die Einheit der geernteten Holzmasse bezogen, ist größer im Gebirge als in der Ebene, größer bei natürlicher Verjüngung als im Kahlsschlagbetriebe. Für die Int ensit ät d er Wirtsch aft ist die Menge der in einem Forstbetriebe verwendeten Arbeit ebensowenig ein sicherer Maßstab wie die Höhe des investierten Kapitals. Wenn in einem altholzreichen, aber schwammversseuchten Kiefernrevier infolge mangelnder Initiative des Wirtschafters die rückgängigen Althölzer nicht einer beschleunigten Ab- nutuung zugeführt werden, so müssen wir trotz hoher Kapitalintensität die Art der Wirtschaftsführung als eine extensive bezeichnen. Und anderseits spielt die eigentliche Handarbeit im arbeitsextensiven Forstbetriebe nicht eine so ausschlaggebende Rolle, daß die Intensität der Wirtschaft in erster Linie von ihr abhängen könnte. Es soll damit nicht bestritten werden, daß auch durch zielbewußten Aufwand von Arbeit und stehendem Kapital (z. B. maschinelle Bodenbearbeitung) die Holzerzeugung günstig beeinflußt werden kann. In manchen Fällen wird aber der optimale Waldzustand und im Zusammenhang mit ihm das Höchstmaß der Holzerzeugung aus- schließlich durch eine richtige Schlagstellung, also durch geeignete räumliche Anordnung der Hiebsmaßnahmen, erzielt werden können. Hieraus geht hervor, daß die Intensität der Wirtschaft in weitgehendem Maße von der Tätigkeit des Betriebsleiters und der Betriebsbeamten abhängig ist. In diesem Zusammenhange sei auf zwei in der forstlichen Welt sehr bekannte Forstbetriebe verwiesen, die beide den Anspruch auf hohe Intensität der Wirtschaft machen können: Auf dem Waldbesitz des Herrn v. K eude ll in Hohenlübbichow ist eine erhebliche Steigerung der Zuwachsleistung durch Vollumbruch der zu kultivierenden Fläche und fortgesetzte Bearbeitung der Kulturen, also sehr hohen Aufwand an Hand-, Gespann- und maschineller Arbeit, erzielt worden. Genaue Zahlen über die Rentabilität fehlen aller- dings bisher. Im Gegensatze dazu sind in dem bereits erwähnten Forst- betriebe des Herrn v on Kalit s< in Bärenthoren in bezug auf den Zustand des Bodens und Holzbestandes sehr bemerkenswerte Erfolge erreicht worden ohne jede Bodenarbeit ausschließlich durch geeignete Hiebsmaßnahmen und Liegenlassen des Abfallreisigs. Herr von Kalitsch selbst hat auf die Frage nach dem Grunde seiner Erfolge die Antwort ge- geben: „Ich mache niemals Kahlschläge und durchforste meinen ganzen Wald jährlich und persönlich auszeichnend!).“ !) Oberforstmeister Möller, I. c., S. 5. Go dbersen, Forstl. Oekonomit. n D