. 19 Kostenersparnis. Die Grundlage jeder Arbeitsentlohnung bildet, auch wenn sie im Stücklohn erfolgt, nicht die verbrauchte Arbeitskraft, sondern die verbrauchte Ar b e it sz e i t. Ebenso, wie die Arbeit nicht für sich allein, sondern nur in Verbindung mit der Zeit Güter hervorbringt, ist auch das K a p it a l nicht in der Lage, für sich allein, sondern nur in Verbindung mit der Zeit seinem Besitzer Erträge abzuwerfen. Der Zins läßt sich, objektiv betrachtet, als en Erzeugnis von Kapital un dd Ze it auffassen. JTede Rentabilität wird in der Weise beziffert, daß man den Ertrag zu dem Aufwand an Pr o duk tions mitteln und JZeit in Bezie- hung set t. Entschliezken wir uns demnach, die Zeit als einen besonderen Produktionsfaktor aufzufassen, so können wir den beiden sachlichen Produktionsfaktoren Boden und Kapital die beiden abstrakten Produktions- faktoren Arbeit und Zeit gegenüberstellen. In dem Augenblick, in dem der Mensch eine bisherige Urwaldfläche in wirtschaftliche Benutzung nimmt, erhält der Wald für ihn die Bedeutung eines wir tsch af tlichen Gutes. Dieses ist entstanden ohne Mitwirkung des Produktionsfaktors Arbeit, nur durch die Wirksamkeit der Produktionsfaktoren B o d en und Z e i t. Vollzieht sich die Benutzung des betreffenden Waldes nicht als reiner Abbau, sondern nach dem wirtschaftlichen Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit, so ist der Holzbestand des Waldes vom Zeitpunkt der Inbesitznahme an als produktives K a p it a l zu betrachten. Der vorliegende Fall ist ein Beispiel dafür, daß die Bildung von Kapital auch auf anderem Wege als durch ein Sparen von Ein- kommensteilen vor sich gehen kann!). – Die Tatsache der Entstehung des Kulturwaldes aus dem Urwalde (abgesehen von durch Neuaufforstung begründeten Waldteilen) ist wichtig für die Beurteilung der später zu erörternden Frage, ob die forstliche Rentabilitätsrechnung von der kahlen oder von der soeben neubestockten Bodenfläche auszugehen hat, mit anderen Worten, ob die Kulturkosten einen Bestandteil der Produktionskosten oder der Erntekosten eines Altbestandes zu bilden haben. Bei der Länge der Zeit, die zwischen Begründung und Ernte eines Holzbestandes verstreicht, muß jede Ausgabe, die die Produktionskosten des Bestandes belastet, von außerordentlicher Bedeutung für die Rentabilität der Wirtschaft sein. Eine Steigerung der Rentabilität ist nicht nur l. §) pat °. 'ripxorit, Grundriß der Politischen Ökonomie, I. Bd., . Aufl., S. ; Reit. 9%