Vreisbildung des Holzes. 25 Ist ihre Aufschließung bei den heutigen Weltmarktpreisen für Holz und dem heutigen Zinsfuß nicht wirtschaftlich, so kann sie es durch Steigen des Holzpreises oder Sinken des Zinsfußes werden. Die reichen Holz- vorräte derartiger Urwaldgebiete pflegen nicht im nachhaltigen Frucht- betriebe, sondern im Abbaubetriebe bewirtschaftet zu werden. Da nun die Forstwirtschaft der wichtigsten und verkehrswirtschaftlicih am höchsten entwickelten europäischen Staaten heute nicht in der Lage ist, den Holz- verbrauch dieser Staaten zu decken, werden für die Preisbildung in ihnen diejenigen Preise, die für den aus verkehrswirtschaftlich wenig entwickelten Staaten herangeführten Zuschuß an Holz gezahlt werden müssen, von besonderer Bedeutung sein. Dieser Holzzuschuß wird diejenigen Holz- mengen umschließen, bei denen die Holzverwendung in den Einfuhrländern ihren Grenzertrag findet. Die Jesststellung, daß für die Konkurrenzfähigkeit des Holzimports häufig die Transportkosten maßgebend sind, bringt uns auf die Frage, in welchen Maße der Holzpreis von den Pr o duktion sk ost en abhängig ist. Der Gedanke, daß der „Jetztwert“ eines Holzbestandes durch die Prolongierung aller entstandenen Kosten auf die Gegenwart gefunden werden könne, bildet bis auf den heutigen Tag die Grundlage der herkömmlichen Waldwertrechnung. Wir werden darauf im letzten-Absschnitt dieser Arbeit noch zurückkommen. Aber auch in den heute herrschenden Systemen der Wirtschaftswissenschaft ist, um mit Liefmann zu reden, „wenn auch nicht die reine Arbeitswerttheorie der Klassiker und des „wissen- schaftlichen“ Sozialismus, so doch die Bestimmung des Werte s der Güter durch die K o st e n ~ als welche in letzter Linie natürlich die Arbeit in Betracht kommt – noch immer, man kann wohl sagen, die herrschende Ansicht. Denn auch die sogenannten subjektiven Werttheoretiker kommen doch schließlich dazu, daß der Wert durch die Kosten bestimmt werde.“:) Gegenüber dieser ,„technisch-materialistischen Auffassung ““?) vertritt Liefmann die Anschauung, daß die Preisbildung nur au s der subjektiven Wertschät ung heraus unter Zuhilfenahme des Ertrag s- be grif f s?) zu erklären sei. „. . . die Gegenstände der äußeren Natur k o ste n im letzten Grunde nur Arbeit. Sie werden aber deswegen nicht nach der Arbeit geschätzt, wie die ganze objektive Wertlehre und der Sozialismus behauptet, sondern Arbeit wird auf sie verwandt auf Grund t) Robert Liefmann,. I. c.. S. 247. ?) Daselbst, S. 93. s) Daselbst, S. 94.