. Holzpreis. Tiefkonjunkturen durchweg vorteilhafter gewesen wäre als zu den Zeiten der Hochkonjunkturen. Dagegen ist es sehr wohl möglich, aus den Schwankungen der Holz- preise durch einen G e l dr e s er v e f o n d s Vorteil zu ziehen, der durch Mehreinschlag in Zeiten hoher Holzpreise begründet wird und zum Ausgleich von Einschlagseinsparungen bei niedrigen Holzpreisen dient. Die Geld- reservefonds, die bei einigen Kommunal- und kleineren Staatsforst- verwaltungen in der Zeit vor dem Kriege begründet waren!), sind in Deutschland durch die Inflation etwas in Mißkredit gekommen. Der Gedanke, bei starker Nachfrage den Einschlag zu erhöhen, bei geringer Nachfrage ihn herabzusezen, muß jedoch auch abgesehen von den zu erzielenden geldlichen Vorteilen als durchaus gesund bezeichnet werden. Freilich handeln die größeren Forsstverwaltungen meist umgekehrt; bei sinkender Konjunktur zwingt der schleppende Eingang aller Zahlungen und der dadurch verursachte Geldmangel vielfach gerade zur Verstärkung des Einschlags. Sekuläre Änderungen des Holzpreises. Gleichen wir die starken Ausschläge der graphischen Darstellung der Holzpreise (Abb. 1) auf Seite 31 aus (in der Abbildung –. .. 29, ), so er- halten wir eine Linie, die für die Zeit von 1871 bis 1895 ganz langsam, von 1895 an erheblich rascher ansteigt. Der Verlauf dieser Linie zeigt an, daß der Holzpreis in dem Zeitraum, den die graphische Darstellung umfaßt, auch unabhängig von den Konjunkturschwankungen einer fortgesetzten Änderung, und zwar nach oben, unterworfen gewesen ist. Wir bezeichnen, wie schon gesagt, diese Änderung nach Gustav Cassel als die se k ul är e Änderung des Holgzpreisses. Sie kann durch verschiedene Ursachen hervorgerufen sein. Ein Teil der ununterbrochenen Preissteigerung kann auf eine Hebung der quali- tativen Verwendungsfähigkeit des Durchschnittsfestmeters infolge forst- technischer Maßnahmen zurückzuführen sein. Diesen Teil der Preissteigerung würden wir als Qualitätszuwachs des Durchschnitts- f e stmeter s bezeichnen. Den Rest der Preissteigerung, der auf H o l z von gleicher Qualität entfällt, nennen wir nach Preßler?) den Teuerung szuw achs des Holz es. Dieser kann entweder durch ein Steigen des Grenzertr ages der Holzverwendung 1) So in Anhalt, Sachsen-Weimar und Württemberg sowie in 14 schlesischen Städten. Ferner bis heute in einigen Schweizer Kantonen. Vgl. Endres, Forst- politik, 2. Aufl., S. 465 ff. ?) Max Rob. Preßler, Forstliches Hülfsbuch, Dresden 1869, S. 100. ZN