1 ' Holzpreis. alle Preise und die Löhne relativ hoch stehen. Der besondere Hochstand der Holzpre ie ist auf die fehlende Ausfuhr Rußlands zurückzuführen. Die Frage, ob wir für die Zukunft mit einer sekulären Änderung des Holzpreises nach oben oder nach unten zu rechnen haben werden, ist nicht auf Grund der bisherigen Erfahrung zu entscheiden. Eine erhebliche Preissteigerung des Durchschnittsfestmeters durch gesteigerte Nuthzholz- ausbeute ist nicht mehr zu erwarten, da diese nahe an ihrer oberen Grenze angelangt sein dürfte. Allgemein ist mit einer von der des Weltmarktes st a r k abweichenden Preisentwicklung des Holzes, wie vor 1910, in Deutschland nicht mehr zu rechnen; dazu ist unsere Wirtschaft heute zu eng mit der Weltwirtschast verflochten; auch ist ein rascher wirtschaftlicher Ausschwung, der einen weiteren Teuerungszuwachs des Holzes hervorrufen könnte, nicht gerade wahrscheinlich. Anderseits ist aber auch eine weitere rasche Vervollrommnung der Verkehrsmittel und ein schneller Aufschluß weiterer bisher jungfräulicher Waldgebiete kaum zu erwarten. Damit entfällt ein Grund, der ein erhebliches Sinken des Holzpreises auf dem Weltmarkte zur Folge haben könnte. Für die nächste Zukunft wird voraussichtlich die Preisbildung in den Vereinigten Staaten von ent- scheidender Bedeutung für den gesamten Weltmarkt und damit auch für den Holzpreis bleiben. Gelingt es, die amerikanischen Goldvorräte wieder in den übrigen Ländern der Erde in Umlauf zu bringen, so wird auch die Kaufkraft des Goldes wieder steigen, die Preise werden sinken. Erhält oder verstärkt sich aber der Anteil der Vereinigten Staaten an dem Gold- vorrat der Erde, so ist ein weiteres Steigen des allgemeinen Preisstandes nicht unwahrscheinlich. Die Notwendigkeit, einen Teil der aus der Er- füllung des Dawes-Abkommens herrührenden großen Geldbeträge, die sich nicht ohne weiteres ins Ausland überführen lassen, in deutschen Waren anzulegen, wird sich möglicherweise in gewissen Grenzen im Sinne einer Steigerung des Preisstandes in Deutschland auswirken. Im übrigen ist anzunehmen, daß die Wiederbelebung der russischen Holzausfuhr im Laufe der Zeit ein Sinken der Holzpreise auf den relativen Stand der Vor- kriegszeit zur Folge haben wird. \VÜ