Produktionskosten der Forstwirtschaft. Begriff der Produktionskosten. Als Produktionskosten der Forstwirtschaft haben wir die gesamten in Geld ausgedrückten Aufwendungen anzusehen, die für den Betrieb einer forsllichen Erwerbswirtschaft erforderlich sind. Die forstlichen Schriftsteller gehen bei der Betrachtung der Produk- tionskosten der Forstwirtschaft in der Regel von den Pr o du k ti o n s - f a k t o r en Boden, Kapital und Arbeit aus. „Jedes der genannten Produktionsmittel hat einen gewissen wirtschaftlichen Wert. Die Mitwirkung derselben bei der Erzeugung von Holz oder anderen Waldprodukten erscheint als Pro du k tions- o d er Kostenauf wan d, den das fertige Produkt dem Waldbesitzer zurückvergüten muß.“1) Dieser von Endres ausgesprochene Satz ist in mehrfacher Hinsicht charakteristisch für die heutige Auffassung vom Wesen der forstlichen Produktionskosten. Einmal erhellt daraus, daß nicht Boden, Kapital und Arbeit unmittelbar als Kosten angesehen werden, sondern ihre „Mit wir k un g“ beim Produktions- prozeß. Drücken wir diese Mitwirkung in Geld aus, so würden wir als Produktionskosten der Forstwirtschaft die Bo d e nr ent e, den K ap ii - talzins und den Arbeits lo h n aufzufassen haben. Logisch würde als Reinertr ag der Forstwirtsschaft derjenige Geldbetrag zu bezeichnen sein, der nach Deckung dieser drei Kategorien von Produktions- kosten vom Rohertrage übrigbleibt. Die Auffassung der meisten Vertreter der forstlichen Rentabilitätslehre ist jedoch eine andere. Kennzeichnend hierfür ist der Schluß des angeführten Endresschen Satzes, der von einem Kostenaufwand spricht, „den das fertige Produkt dem Waldbesitzer zurück v er g ü t en m u ß“. Darnach wird auf einen über s < u ß der Erträge über die Kosten grundsätzlich verzichtet; M a r t i n bezeichnet den Unternehmergewinn in der Forstwirtschaft ausdrücklich als überflüssig?). K s Mer Ezöres; Lehrbuch der Waldwertrechnung und Forststatik, 4. Aufl., erlin , S.: 6. ?) H. Martin, Die Forstliche Statik, 2. Aufl., Berlin 1918, S. 173.