H ) Rentabilität der Forstwirtschaft. Teile“, wie Krieger !) ausführt. Einmal hängt der Wert einer Wald- parzelle nicht nur von dem heutigen Verkaufspreise des auf ihm stockenden Holzbestandes ab, sondern auch von dem Zeitpunkte, zu dem aus forst- technischen Rücksichten (3. B. bei Sturmgefährdung eines Nachbarbestandes) die Nutzung stattfinden kann. Dieser Gesichtspunkt spielt in Gebirgs- waldungen eine nicht unerhebliche Rolle, in der Ebene aber kommt er kaum jemals in Betracht; jedenfalls haite ich ihn nicht für stichhaltig genug, um, wie Krieger will, eine Besstandesschäßung innerhalb des Waldganzen nur nach Erwartungswerten zu rechtfertigen). Wesentlicher ist der Einwand, daß allgemein der wirtschaftliche Wert eines Unter- nehmens ein anderer ist als der Zerschlagungswert. Wenn auch beiden Einwänden eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen ist, so muß doch betont werden, daß es bei der Schaffung einer Grundlage für die forstliche Rentabilitätsrechnung weder darauf ankommt, ob der Wald für den Gesamtbetrag der festen Kosten tatsächlich v e r k äu fl i ch ist, noch darauf, daß zwischen dem laufenden Reinertrage und den festen Kosten ein b e stim mt e s, womöglich der landesüblichen Verzinsung sicherer Anlage- kapitalien angenähertes, Verhältnis besteht. Es kommt vielmehr aus- schließlich darauf an, daß die Schätzung der festen Kosten bei allen Betrieben nach den gleichen Grundsätzen erfolgt, um die Ergebnisse der Rentabilitätsrechnung bei den verschiedenen Betrieben unter sich vergleich- bar zu machen. Dafür scheint mir die gesonderte Schäßung der Einzel- bestände, getrennt nach Boden- und Holzwert, troß der genannten Ein- wände der beste Weg zu sein. Im Gegensatze zu diesen Ausführungen steht L i e f m a n n auf dem Standpunkte, daß als Grundlage der Rentabilitätsrechnung nur das wirklich gezahlte Anlagek a pita l in Frage kommt. „Das Anlagekapital für die forstliche Bilanz ist nicht „der Wald als Ganzes“, sondern die Geldsumme, mit der er errichtet oder gekauft wurde. und wenn sie nicht mehr festzustellen ist, ist das Anlagekapital gleich Null?).“ . . . „Von einer allgemeinen geringen Rentabilität der Forstwirtschaft kann . . . keine Rede sein. . . . Legt man . . . das wirklich aufgewendete 1) Vgl. Krieger, Über die ssystematische Stellung und praktische Bedeutung theoretischer Wirtschaftslehre für die Forstwissenschaft, im Tharandter Forstl. Jahrb., 74. Bd., Berlin 1923, S. 281, und Derselbe, Die theoretischen Grund- lagen forstlicher Bilanzierung, i. d. Forstl. Wochenschr. Silva, Tübingen 1924, Nr. 13, S. 99. ?) Derselbe, Silva 1924, Nr. 13, S. 100. s) Robert Liefmann, Volks-, Privat- und Forstwirtschaftslehre, i. d. Zeitschr. f. Forst- u. Tagdw., Märzheft 1925, S. 164. |