t Wirtschaftsziel der Forstwirtschaft. nicht erkannt wurde, und daß jede der beiden Richtungen ein objektiv richtiges Wirtschaftsziel zu vertreten glaubte. Wir wollen zunächst die theoretischen Grundlagen der Bestimmung eines Forstwirtschaftszieles zu klären versuchen und sodann auf die bisher von der Forstwirtschaft ver- tretenen Wirtschaftsziele näher eingehen. Theorelische Grundlagen für die Beslimmung des Wirlschaftsziels der Forsstwirtschaft. Selbst wenn man die Erörterung auf den Fall beschränkt, daß für die Bestimmung des Wirtschaftsziels der Forstwirtschaft ausschließlich erwerbswirtsschaftliche Erwägungen maßgebend sind, wird man finden, daß eine ganze Reihe verschiedener Auffassungen möglich ist, von denen keine den Vorzug für sich in Anspruch nehmen kann, die unbedingt allein zutreffende zu sein. Unterstellen wir zunächst einmal die Unbestreitbarkeit des Satzes: Wirtschaftsziel der Forstwirtschaft ist die höchste Rentabilität. Dann haben wir zu fragen: Die höchste Rentabilität welcher Kapitalien? Wir haben gesehen, daß der prozentuale Massenzuwachs eines Holzbestandes im 60jährigen Alter bedeutend höher ist als im 100- oder gar 120jährigen Alter. Damit hängt es zusammen, daß bei Einsetzung gleicher Sortenpreise die Geldverzinsung des Wald- kapitals sehr früh, also bei einem geringen Holzvorrat, kulminiert, im Durchschnitt z. B. bei der Kiefer im etwa 60jährigen Umtriebe. Haben wir nun, wenn bisher im 120jährigen Umtriebe gewirtschaftet wurde, den vorhandenen Wald als ein Sachkapital zu betrachten, dessen Substanz nicht vermindert werden darf, oder haben wir den Umtrieb und den Vorrat so weit zu vermindern, daß der verbleibende Wald die maximale mögliche Verzinsung von, sagen wir, 3 °/o liefert? Die frühere Praxis der meisten deutschen Staatsforstverwaltungen und von den neueren Wirtschaftstheoretikern L i e f m a n n vertreten den ersten, die Theorie der Bodenreinertragslehre den zweiten der beiden Standpunkte. Liefmann sagt darüber z. B.: ,„. . . Vielmehr besteht die Aufgabe (der Forstwirt- schaft) nur darin, möglichst hohe dauernde Gelderträge zu erzielen u n d dabei das Sachk apital konstant zu erhalten’). Man darf auch nicht aus einem angenommenen Waldzinsfuß Umtriebszeiten berechnen wollen, sondern die Umtriebszeit oder besser die jährlich zum Verkauf zu bringende Holzmenge ist als Kostenfaktor zu betrachten, die !) Vom Verfasser gesperrt. v