8.2 Waldwert und Waldwertrechnung. gewiesen zu werden. Auf die Herleitung des Bestandskosten- und Bestands- erwartungswertes, die ebenso wie der Bodenertragswert als objet - tive Werte angesehen werden, aus den Kosten und Erträgen wurde bereits eingegangen. Mit der Anwendung der Kostentheorie in der Waldwertrechnung hat sich in neuerer Zeit L em mel befaßt; er kommt zu dem Schlusse, sie scheine sich „selbst nicht unter Zuhilfenahme der Theorien solcher Nationalökonomen rechtfertigen zu lassen, die noch verhältnismäßig viel von der Produktionskosstentheorie beibehalten haben“. „Die Waldwertrechnungslehre ist in ihrer Ausgestaltung zweifellos noch äußerst primitiv; sie ist eben nur Wertr e < nung und hat sich um die Frage, ob sich die Größen, mit denen sie rechnet und die sie errechnet, in Wirklichkeit denn auch bestätigen, nicht genügend gekümmert. Das Ariom, das die Begründer der Waldwertrechnungslehre vor mehr als 100 Jahren der klassischen Nationalökonomie entnahmen, ist auch heute noch die Quintessenz dieser Dissziplin1).“ In den Lehrbüchern der Waldwertrechnung herrscht eine weitgehende Unklarheit über den Begriff des Wertes. St ötz e r gibt eine Vermischung des subjektiven und objektiven Wertbegriffes: „Alle Wertbestimmung der Güter ist eine individuelle und nach dem Grade des Nuytens, den der einzelne aus einem „Gut“ ziehen kann, verschiedene. Je mehr Individuen in der Wertschätung übereinstimmen, um so mehr wird der Wert allgemein und absolut, am allgemeinsten in Bezug auf Dinge, die zum Lebensunterhalt durchaus nötig sind.)." Bei Endres findet sich die Unterscheidung zwischen subjektivem und objektivem Werte. Nach ihm ist der subjek - tive Wert einerseits „die praktische Bedeutung, die ein bestimmtes Subjekt einem Gute nach Maßgabe der Einschätzung für seine persönlichen Interessen beilegt“, anderseits „der tat s ächl iche A u f w a n d, welchen der Besitzer eines Gutes zur Erzeugung oder Erwerbung desselben machen mußtes)“, mit anderen Worten also der K o stenw ert. Der objek - tive Wert eines Gutes hingegen ist nach Endres der anerkannte Grad seiner Tüchtigkeit zur Erreichung eines bestimmten Zweckes oder Crfolges ohne Rücksicht auf persönliche Sonderinteressen eines bestimmten Subjekts.4). Man könnte hiernach auf den Gedanken kommen, daß Endres t) Lemmel, |]. c., S. 71 f. ?) Hermann Stötzer, Waldwertrechnung und forstliche Statik, 4. Aufl., Frankfurt a. M. 1908, S. 25. ?) Max Endres, ]. c., S. 3. 2) Daselbst. .. .;