Bei welchem Lohnsatze wird in unserem Beispiel die Aufnahmsfähigkeit des Produktmarktes auf */3 O gestiegen sein? Da wir mit einer Normalnachfrage von an sich stets gleichem Werte rechneten, wird die Nachfrage */3 O einem Preise von °/,y: entsprechen, was übrigens auch aus Fis. 1 hervorgeht.) Dieser Preis von ?,y müßte also durch Ver- billigung der Kosten des Arbeitslohnes erreicht werden bezw. es müßte daher der Lohnsatz von '/2 y auf */4 y herabgedrückt werden. Da die übrigen Kosten pro Produkt '/»y betrugen und dieselben bleiben, würden bei dem neuen Lohnsatze lediglich ',y Arbeitskosten pro Arbeitstag bezw. pro Her- Der Beweis, daß die obige Frage auf die Dauer nicht diskutabel sein kann, läßt sich sehr kurz auch auf andere Weise führen, als Conrad dies tut, u. zw. auf der Basis einer von der Dazwischenkunft des Tausch- mittels Geld abstrahierenden (gewissermaßen geldfreien) Betrachtungs- weise der Wert- und Einkommensbildung (Methode der unmittelbaren Bezogenheit der Produktionsfaktoren aufeinander), die der Verfasser in seinem bereits erwähnten Aufsatze „Ricardo und Cassel“ in Anwendung brachte. Eine solche 1äßt ohneweiters erkennen, daß eine Erhöhung des Er- trages einfacher Arbeit, also z. B. eine Lohnerhöhung bei gleichbleibendem inneren Geldwerte und gleichbleibenden sonstigen Grundlagen des Wirt- schaftslebens unter allen Umständen gleichbedeutend ist mit einer Ver- schiebung des verhältnismäßigen realen Erfrages einfacher Arbeit gegenübei den anderen Ertragsarten in der Wirtschaft, auf deren Kosten sie notgedrungen gehen muß. (Tut sie das nicht, so setzt das eine gleich- geartete Erhöhung der nominellen Höhe auch der übrigen Einkommens- arten voraus, die bei gleichgebliebenem Produktionsergebnis der Wirtschaft lediglich auf eine Bewegung des inneren Geldwertes hinausläuft, ohne daß sich in den realen Beziehungen der Wirtschaft und an der verhältnis- mäßigen Höhe des realen Arbeitslohnes etwas geändert hat. Eine solche Geldwertbewegung würde dann eingeleitet werden, wenn die Kosten einer solchen Lohnerhöhung im Wege der Schaffung zusätzlicher Kaufkraft auf- gebracht würden. Vergl. übrigens hierzu des Verfassers Bemerkungen in „Ricardo und Cassel“, S. 395). Da sich die Nachfrage nur ihrer Herkunft nach verschieben kann, verändert sich der Nachfragewert keineswegs, ver- mag aber infolge der durch die Lohnerhöhung notwendig gewordenen Preis- erhöhung eben nur mehr einen Teil der früheren Menge des Angebotes aufzunehmen bezw. zu kaufen. Wir dürfen also unter den Voraussetzungen unseres Beispieles still- schweisend mit einem gleichbleibenden Nachfragewert rechnen. 10) Im Falle eines bestimmten einzelnen Produktmarktes vermag natur- gemäß die spezielle Bedeutung, die der Konsum dem betreffenden Pro- dukte zuerkennt, schon zu einem höheren oder erst zu einem niedrigeren Preise als dem von 3/4 y den Umsatz von */3 O herbeizuführen. Doch tut das Mehr oder Weniger in diesem Zusammenhange nichts zur Sache. Versl. im übrigen die Ausführungen oben S. 13. 18