][. Aberglauben. Was den Aberglauben anlangt, so bedarf dieser Begriff für die folgenden Ausführungen keiner besonderen Desinition, da nicht nur die Ärzte, sondern auch die Theologen das, wovon ich sprechen will, ohne weiteres als Aberglauben erkennen und bezeichnen. Das Material zu diesem Kapitel habe ich zum Teil der Klinik und Poliklinik für Nerven- und Geisteskranke in Bonn und meiner Privatpraxis entnommen, zum andern Teil verdanke ich dasselbe dem freundlichen Entgegenkommen einer Reihe evangelischer und katholischer Geistlicher, die sich + ost in sehr ausführlicher Weise ~ über ihre Beobachtungen ausgesprochen haben. + Wenn wir von einigen wenigen, besonders auffälligen Geschehnissen absehen (z. B. dem Prozeß der Bombastuswerke und dem Prozeß Nuscha-Butze), dann können wir sagen, daß im Frieden der Aberglauben in Deutschland keine große Rolle gespielt hat. Im Kriege hat er zugenommen und damit auch seine Ausbeutung im Sinne der Kriegsgewinne. Während früher Mancher zur Wahrsagerin ging, ohne ernstlich an das, was er dort hörte, zu glauben, hat die Neigung zum Mysstizismus seit Beginn des Krieges erheblich zugenommen. Die bekanntesten Formen, welche Anstoß erregt haben, sind folgende: a) Die Gebetzettel. Schon in früheren Jahrhunderten haben sich in einzelnen Familien handschriftlich aufgezeichnete Gebete fortgeerbt, die an die Jungfrau Maria oder Jesus Christus gerichtet waren und überirdischen Ursprungs sein sollten. Nach einer Sage z. B. soll vor vielen Jahrhunderten in Mecklenburg