hat eine Reihe von Übungen (Kehrer, Hirschfeld) und elektrischen Behandlungsmethoden (Kaufmann) in Anwendung gebracht. Auch die Hypnose (Nonne) wird viel zu diesen Heilsitzungen ver- wandt mit dem Erfolge, daß ein geschickter Arzt die schwersten Lähmungs- und Zittererscheinungen usw. in wenigen Minuten oder Stunden zu beseitigen vermag. Die Zahl der Heilungen be- läuft sich auf etwa 85 bis 90 Proz. Man ist neuerdings mit ziemlich gutem Erfolge dazu über- gegangen, auch die psyc o g enen Geistesstörungen (Hemmungszustände, Dämmerzustände, Verstimmungs- und ein- zelne Erregungszustände) den elektrischen Behandlungsmethoden zu unterziehen. Auch da sind bereits gute Erfolge erreicht worden. Bezüglich der übrig en Geistesstörungen hat der Krieg uns eine für das große Publikum wichtige Erfahrung ge- bracht, nämlich die, daß die häufig verbreitete Ansicht, irgendein leichter Sturz, Schlag oder eine seelische Erregung sei geeignet, Gehirnerweichung, Jugendirresein, das manisch-depressive Irre- sein und ähnliche Erkrankungen zu erzeugen, unrichtig ist. Krankheitszustände dieser Art, die im Kriege zum Ausbruch kommen, sind nur ganz ausnahmsweise als Folgen des Heeres- dienstes anzusehen. Die bei solchen Erkrankungen gestellten Rentenansprüche sind also meist unbegründet. Man darf nicht vergessen, daß in einem Volksheer, das mehrere Millionen Menschen umfaßt, alljährlich auch ohne die Kriegsstrapazen eine gewisse Zahl von Menschen geistig erkranken würde. Für diese Fälle hat nicht die Heeresverwaltung und das Reich zu sorgen, das ist vielmehr Sache der Familie oder der zu- ständigen Landesbehörden. O) C)