sind auch hier erhebliche Lücken. Angesichts seiner schwierigen Wirtschaftslage hat Italien Zollerhöhungen ‚und neue Einfuhr- verbote angekündigt und beabsichtigt, seine Einfuhr in stärkstem Umfange zu beschränken. Die neuen Maßnahmen will es noch im Herbst dieses Jahres in Kraft setzen. Es besteht kein Zweifel darüber, daß auch die deutsche Ausfuhr davon sehr stark be- troffen werden wird. Besondere Befürchtungen kommen aus der Industrie der Stahl- und Kleineisenwaren, die die zuständigen Stellen auffordert, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Chile, mit dem wir in einem Meistbegünstigungsverhältnis stehen, strebt immer mehr dem Schutzzoll zu. In großem Um- fange droht die Gefahr, Chile als Absatzmarkt deutscher Er- zeugnisse zu verlieren. Die Düsseldorfer Industrie für emaillierte Haus- und Küchengeräte wird besonders betroffen. Vor nicht langer Zeit ging von Valparaiso die Nachricht ein, die Regierung in Chile beabsichtige, den Zolltarif für Emaillegeschirre von 37% cents auf 80 oder sogar 100 cents per 1 kg brutto zu erhöhen. Hierdurch würden kaum zu überwindende Schwierigkeiten für den weiteren Absatz von KEmaillewaren in Chile entstehen. Der Export wäre unmöglich. Für die Emaille-Industrie ist der Verlust von Chile, wie überhaupt einer Reihe überseeischer Länder, die vor dem Kriege ihre größten Absatzgebiete waren, verhängnisvoll. Die Kammer hat in dieser Frage Schritte unter- nommen. Sie ist aber dahin unterrichtet worden, die Regierung in Chile habe in ihr Programm eine möglichste Entwicklung der Industrie aufgenommen, soweit sie an sich im Lande lebens- fähig sei. Da auch im Kongreß die gleiche Richtung vorwiege, könne eine Herabsetzung der Zölle kaum erhofft werden. Na- mentlich Emaillewaren werden im Lande hergestellt. Es besteht daher keine Aussicht, auf amtlichem Wege eine Ermäßigung zu erreichen. Dauernde Beunruhigungen und Störungen zeigen sich in unserm handelspolitischen Verhältnis zu Spanien. Der am 7. Mai ds. Js. abgeschlossene Handelsvertrag hat zu einer Rege- lung geführt, die für Spanien sehr viele Lücken offen ließ. Eine ganze Anzahl sehr wichtiger deutscher Exportgüter war von der Meistbegünstigung auf dem spanischen Markte aus- genommen. Vor allem war die Stellung von Eisenerzeugnissen und Maschinen sowie Textilwaren und chemischen Erzeugnissen gegenüber denen anderer Länder nach wie vor sehr ungünstig. Von der Möglichkeit, ohne Verletzung des Handelsvertrages Zollerhöhungen und Einfuhrerschwerungen durchzuführen, hat Spanien Gebrauch gemacht. Der Protektionismus ist in Spanien wie in. kaum einem anderen Lande zur Blüte gelangt. 0