7 ( und die Domäne Umuuendorf zu kaufen und gu parzellieren. Der Kreis sei an die Prüfung der Frage herangetreten mit dem Vertrauen, daß er, wenn er diese eigentlich dem Staate obliegende Tätigkeit für sich übernähme, dann auch einen angemesssenen Preis gesstellt bekommen würde. Das sei aber nicht geschehen, sondern dem Kreis sei eine Forderung von etwa 2 Millionen gestellt worden, die Taxatoren des Kreises hätten ungefähr 1700000 A als Höchstpreis hingestellt, und es habe ssich nun herausgestellt, daß ein Abkommen zwischen dem Kreise und der Staatsregierung nicht möglich war. Nun habe die Eigene Scholle Ummendorf erworben, sie habe annähernd 2 Millionen Mark = also viel zu viel – bezahlt und besiedle jeßt in einer Art und Weise, die nach Ansicht aller Sachverständigen aus der dortigen Gegend nicht zu verantworten sei. Es würden dort Häuser gebaut im Werte von 7 000 bis 8 500 #. Von dem schweren Boden würden zur Stelle zugelegt 3 bis H Morgen, der Morgen zu 1 500 sl gerechnet. Daß auf einem solchen Terrain eine neue Existenz lebensfähig sein könne, sei undenkbar. Es seien auch Stellen geschaffen mit 10 Morgen. Aber solche Kolonisten seien erstens selten, und dann sei es auch noch schwierig, darauf Vieh zu halten und so zu wirtschaften. daß die hohe Rente herauskomme. . Natürlich seien die Stellen nicht zu besetzen gewesen. Es würden Leute herangezogen, die gar keine Ahnung von Landwirtschaft hätten, dann in das benachbarte Kaliwerk gingen, meist auch mit einer Gesinnung, die wenig zuträglich für die Landbevölkerung sei; Sonntags bestellten sie ihren Acker. Der Amtsvorsteher habe infolgedessen schon Stöße von Strafbefehlen wegen Verletzung der Sonntagsheiligung ausfertigen müssen. Nach alledem sei mit Sicherheit anzunehmen, daß die jett Angesiedelten nicht auf einen grünen Zweig kommen würden. Gegen eine solche Art der Siedlung habe man wohl mit Recht Mißtrauen, und man könne nicht behaupten, daß eine solche Gesellschaft für alle Fälle als eine wirklich gemeinnützige anzusehen sei. Der Landwirtschaftsminister erklärte, über die Verhältnisse des Verkaufs der Domäne Ummendorf augenblicklich nicht ganz genau unterrichtet zu sein, und erwiderte nur: diese Domäne liege dicht bei Eisleben. Für ihren Verkauf zu Besiedlungszwecken sei der Umstand geltend gemacht worden, daß dort vor allen Dingen kleinere Arbeiter angesett werden könnten. Die Domänenverwaltung als solche sei von vornherein der Meinung gewesen, daß sich Ummendorf in erster Linie wegen seines schweren Bodens nicht besonders zur Besiedlung eignen würde. Die provinziellen Instanzen und vor allem auch ein Pfarrer der dortigen Gegend hätten aber eine große Agitation für die Besiedlung unternommen, und es sei in dem Grade eine communis opinio geworden, daß die Domänenverwoaltung dieses Objekt für die Besiedlung hergeben sollte, daß die Domänenverwaltung sich genötigt gesehen habe, eine Schätzung der Domäne eintreten zu lassen. Ob die Taxe zutreffe oder nicht, darüber könne er kein Urteil abgeben, er wolle nur bemerken, daß die Domänenverwaltung als solche natürlich nicht die Aufgabe habe, Staatsbesitz unter dem Werte abzugeben; und wenn der Domänenverwaltung von ihren Sachverständigen ein bestimmter Preis angegeben werde, so müsse sie sich an diesen Preis halten, und sie sei sogar nach den gesetlichen Bestimmungen direkt verpflichtet, einen finanziellen Nachteil des Staates durch den Verkauf einer Domäne nicht zuzulassen. Im vorliegenden Falle sei die Domäne Ummendorf auf annähernd 2 Millionen geschätzt worden, und da damals in der Provinz Sachsen eine Besiedlungsgesellschaft nicht existiert habe, îo habe er sogar noch ver-