~ |? | literarischer und publizistischer Zeitschr iftenzdi e- n en. Vor dem Ausbruche des Rrieges hatten die Ukrainer Ruß- lands 20 Zeitschriften mit dem in Kijew erscheinenden Tagblatte „Rada“ an der Spitze. Die ukrainischen Bic en weisen ebenfalls einen riesigen Absatz auf. Die ulkrainische Geschichte von Professor Hruschewskyj und diejenige des frühe- ren Admirals Arkas verbreitete sich im Laufe kurzer Zeit in 40 000 Eremplaren. Für das Jahr 1913 wurde behördlich der Umsatz ukrainischer Bücher auf 160 000 Eremplare festgesetzt. Wenn man dabei bedenkt, daß der ukrainischen Literatur und Publizistik und deren Verbreitung von der russischen Behörde die größten Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden, so lie- fert die trotz alledem hohe Zahl angekaufter ukrainischer Bücher einen unleugbaren Beweis dafür, wie stark in der ukrainischen Gesellschaft das Bedürfnis nach der nationalen Literatur und der ukrainischen Zeitung zugenommen hat. Alle angeführten Tatsachen zusammengenommen erklären uns zur Genüge, warum die russische Regierung und die natio- nalistischen Kreise Rußlands so gr o ß e Fur cht vor der ukrai- nischen Bewegung empfinden, sowie andrerseits, wie falsch und gehässig die von großrussischer und polnischer Seite verbreitete Darstellung ist, daß die ukrainische Bewegung sich auf ganz unbedeutende Kreise ukrainischer Hitzköspfe beschränke. Für- wahr, die nationale Idee und die nationale Organisation der Ukrainer in Rußland geht bereits so weit, daß man ohne Überhebung behaupten kann, daß es keine größeren Ort- schaften, ja sogar Dörfer gibt, wo die ukrainische Organisa- tion nicht ihre Mitglieder hätte. Es braucht nur eines stärkeren Anstoßes und veränderter Verhältnisse, vor allem einer befrie- digenden Aussicht auf Erfolg, damit sich unser Volk erhebt und selbständig organisiert. Vielleicht ist es hier von besonderem Interesse ~ weil nicht von unserem Standpunkte aus geurteilt – anzuführen, was Professor Dr. Hoetzsch in seinem großen Werke über Rußland (s. Literaturverzeichnis) zum Schluß seiner Ausführungen über die Ukrainer sagt (S. 468): „~– und ebenso ist unzweifelhaft, daß auch schon die Autonomiehoffnungen der Ukrainer dem rus- Die Ukraine und der Krieg. ?