$ 11. Die Beschränkung der Bedürfnisse. II. 3 mit der Regulierung der Güterversorgung verknüpft sind, und mit welchen wir uns in den folgenden Paragraphen zu beschäftigen haben werden. Wir machen ferner die vereinfachende Voraussetzung, daß die Geldsumme, die jede Einzelwirtschaft für ihre Bedürfnisbefriedigung im betreffenden Zeitraum ausgibt, gegeben ist. In unserer bestehenden Wirtschaftsordnung werden nun die An- sprüche der Einzelwirtschaft auf die Güterversorgung dadurch geregelt, daß auf alle Güter Preise gesetzt werden, die bezahlt werden müssen, wefin die Einzelwirtschaft in den Besitz der Güter gelangen will. Da die Geldmittel, die die Einzelwirtschaft für ihren Verbrauch ausgeben kann und will, beschränkt sind, hat diese Preisbildung die Wirkung, daß die Einzelwirtschaft ihren Verbrauch nach verschiedenen Rich- tungen hin so beschränkt, daß diese Mittel zu einer möglichst gleich- förmigen Bedürfnisbefriedigung hinreichen. Durch genügend hohe Preise kann also erreicht werden, daß die Ansprüche der Konsumtion nach allen Richtungen hin so weit beschränkt werden, daß sie eben mit den zur Verfügung stehenden Mengen der verschiedenen für die Kon- sumtion bestimmten Güter befriedigt werden können. Diese Beschrän- kung der Ansprüche der Konsumtion ist für den in diesem Paragraphen betrachteten Fall die Aufgabe der Preisbildung. Die Notwendigkeit dieser Aufgabe liegt darin, daß der” Streit der Konsumenten um die Güter in der Tauschwirtschaft nur bei einer angemessenen Höhe der Preise geschlichtet werden kann. Die angegebene Methode zur Beschrän- kung der Ansprüche der Konsumenten ist offenbar diejenige, die unter allen denkbaren der Freiheit der Konsumtionswahl der Einzelwirtschaft den größtmöglichen Spielraum gewährt. Da natürlich die Beschränkung der Konsumtion strenger sein muß, je größer die Knappheit der Güter im Verhältnis zu den Ansprüchen der Konsumtion ist, und also die Preisbildung wesentlich von dieser Knappheit der Güter bestimmt wird, finden wir, daß die angegebene Aufgabe der Preisbildung eben ein Ausdruck für das schon im ersten Paragraph allgemein gekennzeichnete Prinzip der Knappheit ist. Das Prinzip der Knappheit besteht also für die Tausch- wirtschaft in der Notwendigkeit, die Konsumtion durch den Druck der Preisbildung in Übereinstimmung mit einer knappen Güterversorgung zu bringen. In diesem Prinzip, in welchem die sozialökonomische Notwendigkeit der Preisbildung hervor- tritt, liegt zugleich, wie wir jetzt sehen werden, der allgemeine und wesentliche Bestimmungsgrund der Preisbildung. Das Prinzip der Knappheit hat in der Tat fundamentale Bedeutung für die Theorie der Preisbildung und damit auch für die ganze ökonomische Theorie. Wenn ein Gut nur in einem einzelnen Exemplar vorhanden ist, muß der Preis offenbar so hoch gesetzt werden, daß alle Käufer, bis auf einen einzigen, ausgeschlossen werden. Wenn wohl mehrere Güter derselben 0; . “