76 Kap. III. Das wirtschaftliche Prinzip in der Tauschwirtschaft. ‚der 'Geldsumme, die für seine Befriedigung geboten wird, bemessen wird, müssen die Preise der Produktionsmittel einheitlich sein, d. h. es muß für ein gleichförmiges Produktionsmittel in allen seinen Verwen- dungen ein und derselbe Preis bezahlt werden. Eine solche Preis- bildung bewirkt, daß jedes Bedürfnis, das den Preis zahlt, befriedigt wird, jedes andere Bedürfnis dagegen unbefriedigt gelassen wird, und daß also jedes Produktionsmittel nach.dem festgestellten Maßstab die „wirtschaftlichste‘“‘ Verwendung findet. Wenn z. B. Kupfer sowohl für Kochgeschirr wie für die elektrische Industrie gebraucht wird, erfordert die wirtschaftlichste Verwendung der zur Verfügung stehenden Kupfervorräte, daß der Kupferschmied denselben Preis für Kupfer bezahlt wie die Elektrizitätsindustrie. Würde Kupfer dem einen Produktionszweig billiger verkauft werden als dem anderen, wäre dies offenbar damit gleichbedeutend, daß ein Teil des Kupfers für weniger wichtige Zwecke verwendet werden würde als möglich gewesen wäre. Dasselbe gilt ganz allgemein von der mensch- lichen Arbeitskraft. Das wirtschaftliche Prinzip erfordert, daß jede Arbeitskraft da verwendet wird, wo sie den höchsten Lohn bezieht. Diese Forderung ist erfüllt, wenn für jede Arbeitskraft bestimmter Art und Qualität nur ein Preis besteht, wenn also solche Arbeitskräfte in allen verschiedenen Produktionszweigen, wo sie beschäftigt werden, denselben Lohn erhalten. Auf Produktionsmittel, die im Überfluß vorhanden sind, braucht kein Preis gesetzt zu werden, denn mit Bezug auf diese ist überhaupt keine Beschränkung der Nachfrage nötig. Für die übrigen Produk- tionsmittel müssen dagegen Preise je nach ihrer relativen Knappheit berechnet werden, damit die effektive Nachfrage eines jeden derselben, d. h. diejenige Nachfrage, die den Preis zu zahlen bereit ist, hinreichend klein wird, eben durch die zur Verfügung stehende Menge des be- treffenden Produktionsmittels gedeckt werden kann. Die Wirtschaft- lichkeit erfordert also auch für die Produktionsmittel eine Preisbildung nach dem Prinzip der Knappheit. Der Prozeß der Preisbildung in der Tauschwirtschaft umfaßt also gleichzeitig sowohl die elementaren Produktionsmittel wie auch die für die Konsumtion fertigen Produkte, dazu natürlich auch alle Güter auf den zwischenliegenden Stadien des Produktionsprozesses. Der so be- zeichnete allgemeine Preisbildungsprozeß wird durch die für ihn gelten- den Bedingungen bestimmt, wodurch dann auch alle die genannten Preise, und zwar auf einmal, bestimmt werden. Die sozialökonomische Aufgabe dieses allgemeinen Preisbildungsprozesses ist, kurz ausge- drückt, die Verwirklichung des allgemeinen wirtschaftlichen Prinzips in der Tauschwirtschaft. Diese Aufgabe löst der Preisbildungsprozeß, indem er gleichzeitig die nötige Regulierung der Nachfrage unter Aus- schließung der weniger wichtigen Bedürfnisse und die richtige Leitung