technisch wenig lernen, sondern zugleich noch der Gefahr des Aneignens unrationeller Gewohnheiten besonders stark ausgesetzt sind. Zweitens kommt dazu, daß man nicht von allen Meisterinnen ohne weiteres er- warten darf, daß sie mitten in ihren übrigen Arbeiten noch Zeit finden, sich der Neueingetretenen richtig anzunehmen. Anderseits hält es aber nicht so schwer, unter einer größeren Anzahl von Meisterinnen wenig- stens eine zu finden, die nach richtiger Instruktion in der Lage ist, einer vom allgemeinen Betrieb gesonderten Lehrschule vorzustehen. Nach allen Vorbereitungen hinsichtlich Maschinen, Materialien, Räumlichkeiten und Lehrerin und nach Orientierung und Ausbildung der letzteren wurde die Schule am 7. November 1915 um 9 Uhr morgens eröffnet und am Anfang absichtlich nur mit drei Schülerinnen besetzt. Allgemeine Gesichtspunkte für die Instruktion. Bei jeder Arbeit muß immer auf zwei Faktoren speziell geachtet werden. Der eine ist die Raschheit des Arbeitens, von der die Quantität ab- hängig ist, der andere ist die Genauigkeit, die zur Qualität führt. Beim Anlernprozeß kann man zwei verschiedene Wege gehen, die rein theoretisch beide gleich gangbar erscheinen. Einerseits kann man vor allem auf die Raschheit des Arbeitens tendieren und den Lernenden Zwingen, von Anfang an immer rasch zu arbeiten. Dabei wird die Arbeit Natürlich zuerst ungenau ausfallen, wird aber unter Beibehaltung des Tempos mit der Vebung schließlich doch immer besser werden. Oder aber man verlangt zuerst vor allem die notwendige Genauigkeit und läßt das Tempo frei, um nachher erst allmählich auf wachsende Rasch- - heit zu dringen. Versuchsweise wurde zuerst der erste dieser beiden Wege eingeschlagen. Wir geben diese erste Instruktion vom 7. November 1925 in der Hauptsache in extenso wieder, weil sie die Basis für alles Weitere bildet. Instruktion für die Nähschule vom 7. November 1925. _ Durch die Nähschule wird eine systematische und rationelle Aus- bildung der neu eintretenden Näherinnen bezweckt, die sie in den Stand Setzt, in kürzester Zeit ein Maximum des Arbeitserfolges und Verdien- Stes gemäß ihren persönlichen Befähigungen zu erreichen. Sie dient gleichzeitig zur Bestimmung der Eignung derselben für die verschiedenen Nähbranchen auf Grund methodischer Ausbildung und Beobachtung. Diesem Zweck dient folgender Lehrgang: Erster Teil L- Stute: Auf Papierbogen von ca. 30X30 cm Größe sind vorgezeichnet und Sollen —. ohne Faden — genäht werden: 17