Die Ausbildungszeit beim Partiennähen soll wenigstens eine bis höchstens zwei Wochen (55—110 Stunden) betragen. Nachher ist für jede Schülerin ein Zeugnis nach Formular über ihre Ausbildung, die benötigte Zeit für jede Ausbildungsstufe und die Beobachtungen über besondere Befähigung anzufertigen. Die Zeugnisse sind dem Vorgesetzten der Schule zu übermitteln, der die entsprechende Versetzung in den Betrieb veranlaßt. Kurz vor Freiwerden von Lehrplätzen hat die Lehrerin sich an das Nähereibureau zwecks Erhalt von neuen Schülerinnen zu wenden. Diese Instruktion diente als erste Grundlage für die Nähschule. Be- vor wir auf Aenderungen und Verbesserungen übergehen, die sich im Laufe der gemachten Erfahrungen ergeben haben, sollen noch einige Spezielle Gesichtspunkte besprochen werden. Vorausgeschickt sei, daß natürlich überall kontinuierliche all- Mähliche Uebergänge vom Leichten zum Schwierigen angestrebt wur- den. Das kommt nicht nur im Aufbau der objektiven äußeren Arbeits- formen zum Ausdruck, sondern auch subjektiv im ununterbrochenen Vorwärtsschreiten vom freien bis zum vorgeschriebenen endgültigen Ar- beitstempo. S Bei dieser ersten Instruktion ist ferner zu beobachten, daß die Elemente vorerst alle erlernt werden und erst nachher der Uebergang Zur Praxis, zum «Partiennähen» erfolgt. Am Ende des ersten Absatzes der Instruktion wird darauf verwiesen, daß diese Nähschule zugleich auch zur Bestimmung der Eignung der Schülerinnen für die verschiedenen Nähbranchen dienen kann. Das war damals der gegebene Weg, um die Arbeitseignung sorgfältig festzustellen. Heute kann man die Eignung allerdings vorher schon durch eine psycho- technische Untersuchung mit aller wünschenswerten Genauigkeit und Sicherheit feststellen, so daß überhaupt nur geeignetes Personal zur Schule zugelassen werden kann, wenigstens soweit solches in genügen- der Zahl zur Verfügung steht. Den ursprünglichen Gedanken braucht man deswegen aber doch nicht ganz fallen zu lassen. Es stellen sich naturgemäß immer Differenzen im Ausbildungsgrad ein, da ja außer der Natürlichen Befähigung immer noch andere Faktoren den Erziehungs- effekt mitbestimmen, namentlich auch solche, die außerhalb des Indi- Viduums liegen. Es ist deshalb immer noch zu wünschen, daß während der Instruktion die natürliche Selektion innerhalb der Branche im Auge behalten wird. . Falsch wäre nur der ausschließliche Aufbau der ganzen Berufsweg- Weisung auf die Arbeitsproben, wenn man, wie heute, bessere und Sicherere Mittel zur Verfügung hat.) ) Siehe Technik and Betriech No. 10. Oktober 1925. 15