Psychologisch sind hier folgende Unterscheidungen zu machen. Erstens muß die Handbewegung als solche maximal geübt sein, so daß sie automatisch richtig vor sich geht. Zweitens aber muß das Angst- moment nach Möglichkeit reduziert und eliminiert werden. Denn nur unter diesen Umständen ist genügend Gewähr geboten, daß der Mann im richtigen Moment auch richtig reagiert. Der erste Teil der Aufgabe wird, wie bereits angedeutet, am Kontroller im Theoriesaal eingeübt. Auf den Schreckbefehl «Stopp» muß der Kandidat von jeder Fahrtstel- lung aus die Bremsbewegung sofort vollziehen, und zwar so oft, bis diese Funktion ebenfalls automatisch verläuft. Diese Operation ist bei allen Wagen, die so konstruiert sind, daß der Führer zuerst rasch auf die dritte Bremstouche und dann in relativ kurzen, aber in dieser Situation doch als lang erlebten Zeiten auf die weiteren Touchen vier, fünf und sechs übergehen muß, gar nicht so ein- fach!). Instinktiv drängt es den Mann, sofort auf die letzte Touche, die sechste einzustellen, und es ist ja auch ganz begreiflich, daß es ihm beispielsweise dann, wenn er weiß, daß ein Kind vom Wagen überfah- ren zu werden droht, widerstrebt, die Bremswirkungen nur sukzessive einzuschalten, auch wenn er weiß, daß auf diese vorschriftsgemäße Art der Wagen tatsächlich am raschesten stoppt. Darum muß gerade die- ses anscheinend unnatürliche Verhalten den jungen Wagenführern aus- drücklich instruiert werden. Auch dafür muß gemäß den bisher entwickelten Grundsätzen systematisch und psychologisch richtig vorgegangen werden. Es dürfte sich erübrigen, die dargelegten Beispiele weiter auszufüh- ren, da es an dieser Stelle nur darauf ankommt, die Psychotechnik des Anlernens an einem weitern Beispiel klarzulegen. Zur Literatur über die Psychologie des AnlernensS im Wirtschaftsbetrieb. Die Literatur über Rationalisierungsbestrebungen im Wirtschaftsleben weist einen außerordentlich rasch wachsenden Umfang auf. Neben der Eignungsfrage erscheint die Frage der beruflichen Ausbildung von fun- damentaler Bedeutung. Man würde deshalb erwarten, daß sie in der Literatur bereits ein- gehende Berücksichtigung gefunden hätte. Merkwürdigerweise sind aber Veröffentlichungen über das Problem des Anlernens auffallend dünn gesät. Sie beschränken sich auf gelegentliche Hinweise. Allerdings gibt es ein auch in der Literatur reich beackertes Feld verwandter Art: die Jugendbildung und der Schulunterricht, dem aber für die uns in- teressierenden Fragen nicht mehr als allgemein gehaltene Anregungen zu entnehmen sind. Die eigentlich psychotechnischen Publikationen be- schränken sich fast ausschließlich auf die Frage der Eignungsprüfung, 1) Bei den neuen Wagen ist diese technische Unvollkommenheit behoben worden. 4,97