In Lage 1 beginnt der Feilstoß. Beide Hände müs- sen der Rundung folgend sich gleichzeitig gleich viel nach rechts bewegen. Während dieser Bewegung muß 4 die Feile in ihrer eigenen Achse so gedreht werden, © | daß stets die konvexe Seite der Feile angreift. Um den Lehrling diese Bewegung richtig erfassen zu las- sen, muß an die horizontale Bewegung, die schon beim Flachfeilen mit einer leichten seitlichen Ver- schiebung kombiniert war, angeknüpft werden. Neu ist vor allem die Parallelbewegung der Hände in Rich- tung des Umfangs der Rundung, die für den Anfang am zweckmäßigsten ebenfalls geführt wird wie beim Flachfeilen. Schmale Stücke, zum Beispiel Unterlag- scheiben, eignen sich dafür nicht; es bedarf zuerst eıner breiten Unterlage, beispielsweise eines Rohr- stückes. L Im übrigen bleibt alles Wesentliche gleich, wie . S oben ausführlich beschrieben, zunächst die Bewegung % als solche, dann das Einsetzen des Druckes. Verläuft die Operation in einem relativ langen Rohrstück gut, so 1 wird auf kürzeren Stücken weitergeübt, bis der Lehr- ling die Bewegungen auch ohne eigentliche Führung beherrscht. Aehnlich wird mit dem Feilen der Außenrundungen verfahren und mit dem Feilen von runden Zapfen aus viereckigen Stäben. Wenn die Elemente des Feilens angelernt sind, so kann zu Anwen- dungen übergegangen werden, zu denen das Feilen allein nötig ist. Im Heft Nr. 3 der Industriellen Psychotechnik berichtet Herr C. Berling über ein Feilgerät, an Hand dessen die Feilbewegungen und die ausgeübten Drucke registriert werden können. Die dort veröffentlich- ten Kurven zeigen, wie der Anfänger Schwierigkeiten hat, die Feilbe- wegung richtig auszuführen, und wie er nach längerer Uebung Fort- schritte macht. Dagegen sind die Angaben ungenügend, um die Ergeb- nisse der 32 Uebungsstunden an dem betreffenden Apparat zu verglei- chen mit den Resultaten, die wir bei sechs Lehrlingen in 18, 28 und 35 his 44 Stunden erreicht haben. 2. Wecken von Verständnis und Interesse. Diese psychologische Seite des Anlernens verdient wegen ihrer Wichtigkeit eine besondere Behandlung, obwohl sie beim wirklichen Anlernen auf Schritt und Tritt und bei allen Operationen berücksichtigt werden sollte. Hier soll im Speziellen gezeigt werden, wie ihr in einer mechanischen Lehrwerkstatt am besten Rechnung getragen wird. 59