c. Der Ausgleich der Einnahmen und Ausgaben. Da der Finanzbedarf des Staates ohne Erschließung von neuen Einnahmequellen gedeckt werden konnte, hatte die belgische Finanzwirtschaft des letzten Jahrzehnts vor dem Kriege mit nennenswerten Schwierig- keiten nicht zu kämpfen. Kennzeichnend hierfür sind die Abschlüsse der belgischen »ordentlichen« Haus- haltgebarung. Nur diese können hier herangezogen werden, weil das Budget Extraordinaire entsprechend dem Charakter der in ihm enthaltenen Ausgaben vorwiegend aus Anleihen gedeckt wurde. Der ordentliche Haushalt schloß in den Jahren 1902 bis 1911 mit folgenden Überschüssen (in 1 000 fr.): Zr Er 3.215 1907er 2571 1909.00. 2 901 1908, 3 965 1 6 232 1909... 7 10 617 1908 4737 1900. 9 533 (06 5647 er 4 166 Diese Zahlen sind um so bedeutsamer, als die Überschüsse in der Finanzgebarung eintraten, obgleich von Jahr zu Jahr steigende Schuldbeträge amortisiert und beträchtliche Ausgaben für Investierungszwecke über den ordentlichen Etat als Depenses Exceptionnelles ermöglicht wurden. Beide Zahlenreihen müssen den erzielten Überschüssen gegenübergestellt werden, um/den wirklichen Erfolg der Finanzwirtschaft zu ver- anschaulichen. Depenses Tilgungs- Depenses Tilgungs- Exceptionnelles quoten Exceptionnelles quoten in 1 000 fr. in 1.000 fr. 1908. a 13 653 6741 LT 21 027 12878 19083. 10 905 7 144 LOB 12 961 13 694 LO04....... 28 11.336 10.215 109 ur 14 555 13 597 Se 19 130 11211 Irre 25 471 14 838 1906 22 667 11832 VOM ee eher 21 000 16419 Wenn sich die Staatsschuld trotzdem von Jahr zu Jahr vermehrte, so geht das auf die steigenden Investierungen zurück, die auf Rechnung des Budget Extraordinaire durchgeführt wurden. Sie bieten für die letzten Jahrzehnte vor dem Kriege das folgende Bild: 1895—1899 1900—1904 1905—1909 1910 1911 1912 in Millionen fr. Außerordentliche Ausgaben ....... 572 404 592 673 702 440 156 502 121 761 146 518 davon: 1. für Rüstungszwecke ..........- 16 658 2721 14 179 6.011 11 022 25 326 2. für sonstige Maßnahmen, die nicht direkt der Wirtschaft zugute KOMM 6 538 17 291 29 938 9 444 4563 5024 Das Anwachsen der Staatsschuld zeigt die folgende Übersicht: Konsolidierte Schwebende Gesamt- Schuld Schuld schuld in. Millionen {r. U ED TE 96,8 20,4 117,2 SO 255,8 24,2 280,0 SO 612,0 14,6 626,6 ST 634,1 = 634,1 1870000 MAR EEE 682,9 — 682,9 A UN 1 422,8 1 422,8 (800. 10a Kalle bin 1.998,0 20,0 2.018,0 ED 2 650,9 57,7 2 708,6 0er HR EM 3 703,4 136,2 3 839,6 OR 3 734,3 201,6 3 935,9 19 Dee 3 739,1 353,0 4 092,1 Der Erfolg der belgischen Finanzpolitik in den zehn Jahren, die dem hier noch näher zu behandelnden Etatjahr 1913 voraufgingen, rechtfertigte in gewisser Beziehung den Optimismus in der Beurteilung der weiteren Aussichten der Finanzpolitik. So äußerte sich der Finanzminister im Expose General zum Etat von 1913 etwa folgendermaßen: Die Tätigkeit von Handel und Industrie, die wachsende Blüte der Land- wirtschaft und die daher rührende Steigerung des allgemeinen Wohlstandes habe jedes Jahr neue Über- schüsse des Gesamtertrages der Steuern wie der Regiebetriebe herbeigeführt. Infolge der wachsenden RR