— 3). — Merkmal aufdrückten. Overyssel war im 18. Jahrhundert wohl die ärmste Provinz)). Sehr zurück war vom 16.—18. Jahrhundert Drenthe. Erst im 18. Jahrhundert kamen die jüngeren Moorkolonien langsam zur Entwicklung, während die älteren schon blühenden Landbau aufwiesen.‘ Wenn auch der Drenthesche Bauer den Twen- theschen übertraf an Sicherheit des Auftretens und an Selbständig- keit, da er nicht in dem Maße wie jener durch Hofrechte und Herren- dienste gedrückt worden war und sich frühzeitig eine gewisse Frei- heit verschafft hatte, so war doch die Zahl der selbständigen Bauern hier nur gering; 1621 waren 5/; der Bewohner Meier und Pächter, nur !/; freie Eigentümer. Die Pachten aber waren ziemlich drückend, indem !/, des Ertrages den Eigentümern, ?/, dem Pächter oder Meier zufielen. Der Landbau wurde noch völlig primitiv betrieben; und der größte Teil des Gemeindebesitzes war noch unverteilt. Roggen und Buchweizen waren die Hauptprodukte, daneben, wie überall, Flachs, dessen Erzeugnis auch teilweise in den Handel kam. Ausgebeutet war schon im 18. Jahrhundert die Moorbrand- kultur, ebenso wie in den angrenzenden Provinzen Groningen, Friesland und Overyssel; sie war schon in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Drenthe bekannt; meist pflanzte man Buch- weizen in die abgebrannten Moore. Ausgedehnt war die Schaf- zucht, sowohl des Mistes, als auch des Fleisches und der Wolle wegen; letztere ging z. T. in den Handel und in die Deckenfabriken von Kampen und Leiden?). Verbreitet war die Pferdezucht, die zum großen Teil für den Handel getrieben wurde; viele Drenth- sche Pferde gingen nach Friesland und wurden als friesische wieder nach Holland verkauft. In der Geschichte der Landwirtschaft in Groningen sind zwei Erscheinungen zu vermerken, die einen wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung gehabt haben. Die erste war das sogenannte Beklemrecht; es bestand ursprünglich aus einem einfachen Pachtkontrakt über Land unter der Bedingung, daß der Pächter ) So de Koopman, II, 237; die Provinz erhielt aus eigenen Pro- dukten nicht mehr als 8 Tonnen Goldes; das übrige schöpfte man aus dem geringen Handel von Deventer, Kampen, Zwolle, Hasselt und eigenen Landgütern. ? Blink, II, S.66ff. Niebuhr, Circularbriefe, S. 244, nennt die „‚vaste Beklemming‘‘ Erbpacht, obwohl sich beides nicht ganz deckt. CC